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E_1928_Zeitung_Nr.012

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Zu Bugatti und Fiat hat

Zu Bugatti und Fiat hat sich nun auch der italienische Ingenieur Silvani, bekannt durch seine Superculassen für Fiatmotoren, gesellt, um diese schwere Nuss zu knacken. Unsere Abbildung stellt seinen neuen Motor mit nebeneinanderstehenden Zylindern im Schnitt dar. Wie man sieht, handelt es sich hier Uni einen Viertakter, bei dem je zwei nebeneinander angeordnete Zylinder einen gemein- ao AUTOMOBIL-KEVUE 1928 — N° 12 A tJTOTECHlVIS CHE. samen Verbrennmigsraurn haben....Die:.'.Zylink schmutzen, sei es beim Auswechseln eines der sind nach innen leicht geneigt, also umgekehrt wie beim Lancia-Lambda, und ihre Kur- Oel usw. Wohl kann man sich dabei die Rades, beim Auffüllen von Brennstoff oder belwellen sind durch je ein grosses Zahnrad Hände mit Benzin waschen, das ja ein vorzügliches Reinigungsmittel ist, aber diese-Me- direkt miteinander gekuppelt. Das bedingt, dass die eine Kurbelwelle links und die andere rechts herum läuft, eine Anordnung, die Haut schädlich, weil das Benzin sie zu stark thode ist nicht nur teuer, sondern auch der Ein neuer Silvanimotor. insofern sehr günstig ist, als durch die seitlichen Drücke der Kolben auf die Zylinderwandungen gleichmässig verteilt werden: Um Raum und Gewicht zu sparen, hat man schon wiederholt versucht, die Zylinder von Mehnsylüidcrmotorcn anstatt hintereinander, also in einer Linie liegend, oder in weiter V- Forni wie Cadillac usw., unmittelbar nebeneinander anziiordneu. Wir haben seit Jahren in der Praxis einen Wagen mit einem ähnlich gebauten Motor, den Lancia-Lambda, dessen Konstruktion sich durchaus bewährt. Man eraeli durch diese Bauart- auch eine tiefere Sclnverpunktlage des Motors und damit der ganzen Kraftübertragung, ein Vorteil, den jeder am besten zu schätzen weiss, der einen so- niederen Wagen, wie den Lancia-Lambda, fährt. Das Prinzip reizt um so mehr zur Nachahmung, je mehr Zylinder ein Motor aufweist. Aber dann ergeben sich auch Schwierigkeiten mit der gemeinsamen Kurbelwelle und den Pleuelstangen, weshalb die bekannten grossen Motorenbauer Bugatü und Ingenieur Fornaca von Fiat sich dazu entschlossen haben, einfach zwei komplette Motoren nebeneinander zu stellen und sie so zu einem Motor zu vereinigen. Bagatti hat einen derartigen doppelten Achtzylinder für die Aviatik konstruiert und will ihn auch in Automobilen anwenden, im letzteren Falle allerdings nur als doppelten Vierzylinder, während der gleichartige Flugzeugmotor 16 Zylinder hat. Der doppelte Reihenmotor von Fiat war ein Zwölizylinder von nur VA Liter Zylinderinhalt. Unsere Leser werden sich wohl noch erinnern, dass dieser konstruktiv hochinteressante Wagen nach seinem vorigsjährigen Debüt beim Grossen Preis von Mailand vom Schauplatz ganz verschwunden ist. Zweifellos liegt auch in dieser Bauart eine Menge von Schwierigkeiten konstruktiver Natur, so dass man versteht, dass sie nicht von jedermann angepackt wird. Schnitt durch den neuen fcülvauimolor mit zwei nebeneinanderangeordneten Zylindern mit gemeinsamen Verbrcnuungsraum und durch Zahnräder zusammengekuppoiten zwei Kurbelwellen. Das Ventil rechts dient dem Einiass und das links dem Auslass. Durch die Verwendung von nur zwei Ventilen für beide Zylinder •können die Ventile sehr gross gehalten werden und brauchen sich daher nicht weit zu öffnen. Das gestattet die Verwendung schwächerer Ventilfedern und damit die Erziclung hoher Tourenzahlen, sowie jede gewünschte reiche Zylinderfüllung und dadurch hohe Kompression. Die Ventile werden durch zwei Nockenwellen im abnehmbaren Zylinderkopf direkt betätigt, und zwar durch Vermittlung eines Zwischendaumens, wodurch seitlicher Druck auf die Vcntilschäftc vermieden "wird. Der Kompressians- und Verbrennungsraum hat die günstige Form einer Halbkugel, in deren Mitte die Zündkerze ebenfalls sehr vorteilhaft angebracht ist. Es ist auch möglich, sie hier gut durch den Fahrwind, bzw. den Ventilator hinter dem Kühler, zu kühlen. Ebenso könnte sie hier auch mit einer Wasserkühlung umgeben werden. Die Arbeitsweise dieses Motors ist so, dass beide Kolben eines Zylinderpaares gleichzeitig in ihnen aufu. abgehen. Das erzeugt für die Verbrennung des Gasluftgemisches fördernde Gaswirbel. Das frische Gasluftgemisch tritt in den rechten Zylinder ein und verlässt den Motor nach der Verbrennung auf der linken Seite. Zweifellos dürfte auch dieser Motor Herrn Silvani noch 'manche Nuss zu knacken geben. io. m^ Das neueste Autoraobilzubehör ist fast zu gleicher Zeit in Deutschland und in England auf den Markt gebracht worden. Es ist eine kleine Waschtoilettc, die man entweder unter der Motorhaube oder noch besser auf dem Trittbrett des Wagens unterbringt. Die in England gebaute Vorrichtung, die wir hier im Bilde wiedergeben, ist zur Befestigung auf dem Trittbrett bestimmt. Der Kasten besteht aus emailliertem Blech und ist aussen schwarz und innen, wie üblich, Aveiss lackiert. Der Deckel enthält das Wasser und das Waschbecken noch einen besonderen Behälter für Seife und Handtuch. Der in Deutschland hergestellte ähnliche Waschapparat ist kleiner und wird daher unter der Motorhaube auf einem kleinen Postament befestigt, das an die Wagenstirnwand angeschraubt wird. Um sich des Waschgerätes zu bedienen, muss man es also unter der Motorhaube hervorholen, wo das Wasser allerdings gut vorgewärmt wird. In beiden Fällen ist der vorhandene Wasserreichtum natürlich nicht gross, doch fällt es ja nicht schwer, ihn ständig und überall zu ergänzen, sobald man ihn aufgebraucht hat. Dieses neueste Zubehör ist durchaus praktisch, zumal in Verbindung mit den bekannten Tuben zum Häudewaschen ohne Wasser, weil letztere, wenn mau sich ihrer bedient, doch immer noch den Wunsch übrig lassen, sich doch noch ein wenig die Hände mit Wasser abzuwaschen. Beim Automobilfahren ist es immer möglich, sich die Hände zu .be- austrocknet. Zarten Damenhänden ist sie je« dcufalls ganz unzuträglich. So wird das neueste Automobilzubehör wohl am besten unter das Patronat der automobilfalireudcn Damenwelt gestellt. Ein kleines Spiegclchen ist ohnedies schon'in jedem Motorwagen vorhanden, to. Für Automoblltouren empfehlen tvir: Führer für Automobilfalircr «Dia Schweiz». Automobilistisches Reisehandbuch mit ausführlichem Kartenwerk und übersichtlichen Beschreibungen der Hauptstrassenzüge. Offiziello Ausgabe des Schweizer Touring Clubs. Preis Fr. 12.—. Strassenkarte der Schweiz für Motorfahrer. Mehrfarbige Ausführung, Massstab 1 :850,000, mit Entfernungs- und Steigungsangaben und der Broschüre über dio kantonalen Fahrverordnungen, handl. Format, auf Leinwand Fr. 5.—. auf Papier Fr. 3,—. Offizielle Ausgabe des T. G. S. Europa Touring, herausgegeben unter dem Protektorat der Alliance Internationale du Tourisme durch den Schweizer Touring Club. Automobilistische Verkehrskarte für alle Länder Mitteleuropas, auf einem Blatt, 1:1 500 000. mit allen Durchgangs- und Verbindungsstrassen der Hauptplätze, exakto Kilometricrung. Auf Papier Fr. 12.50, auf Leinen Fr. 15.—. Unsoro Abonnenten, erhalten auf diesen Preisen einen Rabatt von 20%. Versand per Nachnahme durch: Verlag der « AutomobU-ReTuo >, Bern. Unsere Abonnenten in Zürich und Umsobuflä» können dieso Bücher und Karten bei unserer Zürcher Geschäftsstelle, Löwcnstrasso 51, in Empfang uebuicii. Compagnie d'Assistance et Protection Juridique pourles Usagers de la Route ä Geneve Hilfs- und Rechtsschutz- Gesellschaft für Strassenbenützer in Genf Services juridiques et agences generales dans tous ies cantons: DIRECTION GENERALE, 2, Rue de la Rötisserie GESCHLOSSEN Allwefterieilenteile an jedem offenen Wagen anzubringen. In einigen Minuten aufgesteckt oder weggenommen. Joshua flrüGiiz Bei schönem weifer durch nichts die Aussicht behindert, bei schlechtem Wetter geschützt wie im geschlossenen Wagen Dutourstrasse 24 Tel. Hott. 25.22 AllTnAATTI FRFI EIGERPLATZ 13 Tel. Bw. 21.06 EIGERPLATZ 13

N° 12 - 1928 AUTOMOBIL-REVUE JllUS DEM LESERKREIS • Vom österreichischen Verkehr. Ein liebens- •würdiger Leser aus Wien berichtet uns Nachstehendes über die dortigen Verhältnisse: .. Das Wienor-PuWLfcum bekümmert sich noch herzlich wenig um die bestehenden Verkehrsvorsohriften, welche doch zum grössten Teil gerade, zu seinem eigenen Schutz aufgestellt worden sind. Die Verkehrspolizei musste zu ihrem Leidwesen die Feststellung machen, dass ihre Zeichen nur ungenügend beobachtet werden. Diesem Uebelstand will man abhelfen durch Einführung, eines weiteren Zeichens, das die besondere Aufmerksamkeit der Strassenbenützer erregen soll und einfach «Achtung» bedeutet. Denn bei den bisher üblichen Zeichen «Halt» und «freie Bahn» wird von nun an das Signal «Achtung» immer vorausgehen. Wenn es -der Polieist anwendet (durch Hochhalten des Armes), dann •weiss jedermann, dass im nächsten Augenblick eine Aenderung der Verkehrsrichtung eintritt, und bleibt genügend Zeit für jeden Strassenbenützer. sich noch rechtzeitig danach einzurichten. Die an einzelnen Verkehrsbrennpunkten, z. B. bei der Oper, aufgestellten optischen Signale werden entsprechend ergänzt. Gelbes Licht bedeutet «Achtung», rot nach rwie vor «Halt», und das grüne Signal «Bahn frei». •• Bekanntlich gehört Oesterreich zu den wenigen Ländern des europäischen Festlandes, welche das Linksfahren beibehalten haben. Man erkennt aber auch hierzulande die Notwendigkeit, Verkehrsvorschriftea möglichst international zu gestalten, da nur auf diesem Wege der Automobilverkehr von Land zu Land angeregt und belebt werden kann. Es wurde deshalb in den neuen Gesetzesentwurf über die Neuregelung des Strassenvorkohrs das Rechtsfabrm vorgesehen. Bis die weitschichtige Materio im Parlament durchberaten ist. wird zwar freilich noch viel Zeit vergehen. Man rechnet aber mit der definitiven Einführung des Rechtsfahrens auf 1. Januar 1930. Auch dio österreichischen Voriohrsvorschriften sind in vielen Fällen recht veraltet und bedürfen daher dringend der Modernisierung. Bis anhin sind noch dio Aulornobilverordnungen vom Jahre 1910 in Gültigkeit. In diesen wurde die zulässige Höchstgeschwindigkeit in Ortschaf ton auf 15 km beschränkt. Man ist sich auch in konservativen Kreisen fcar, dass ein derartiges Tempo, welches sich in der Praxis selbstverständlich überlebt hat, den heutigen Bedürfnissen in keiner Weise Rechnung trägt. Im Gesetzesentwurf wurde deshalb dio Maximalgeschwindigkeit auf 30 km erhöht. Wie rasch sich der Motorfahrzougverkehr in der Stadt Wien selbst entwickelte, geht daraus hervor, dass die Zahl de Automobile jeder Art und Motorräder von etwa 1500 im Jahre 1918 auf 22.500 auf Ende 1927 angewachsen ist. Davon entfallen je 4000 Fahrzeuge auf die privaten Personen — und dio Lastautos. etwa 3000 Wagen auf die Taxameter und über 10,000 au* die Motorräder. Die Unfallstatistik in Wien weist ebenfalls eine ansteigende Kurve -auf. -Bemerkenswert ist aber dio Feststellung vom Leiter des Wiener Verkehrsamtes. das der Polizeidirektion angegliedert ist, wonach 20 Prozent der Unfälle zu Lasten der Fahrzeugführer gehen, während 80 Prozent durch das fehlerhafte Verhalten der Fussgänger povoziert worden sind. Die Rapporte der Verkehrspolizei enthalten ständig die Feststellung, wonach die Passanten dem Verkehr auf der Fahrbahn allzu geringe Aufmerksamkeit schenken und vielfach recht gedankenlos das Trottoir verlassen, und für sich und andere zu einer eigentlichen Verkehrsgefahr werden. Es ist also hier noch ein gewaltiges Stück Arbeit in Bezug auf Erziehung und Aufklärung des Publikums zu leisten. Z. Starker Tabak. Ein Leser schreibt uns: Ich fahre seit annähernd zehn Jahren und lege täglich durchschnittlich 100 km, also 30-40.000 km jährlich zurück. In diesem Jahrzehnt bin ich annähernd zehnmal wegen Uebertretung der tolerierten Höchstgeschwindgikeit gebüsst worden. Ich lose regelmässig Ihr wertes Blatt, besonders auch, was darin über Bussenpraxis geschrieben wird. Was sich indessen das Statthalteramt Pfäffikon (Zürich) leistet, dürfte nicht alle Tage Vorkommen, und auch die anderen Automobilisten interessieren. Wegen Durchfahrens der Ortschaft Kempttal. Richtung Zürich, mit einer Geschwindigkeit von 42 km erhielt ich einen Bussenzcttel folgenden Inhalts: Busse Fr. 70.— Staatsgehühr > 7 — Ausfertigung > 4.50 Stempel > —.20 Zustellung > —.40 Total Fr. 82.10 Die Höhe der Busse wird damit begründet, dass ich mehrfach rückfällig sei! Ich muss da erläuternd mitteilen, dass ich im Jahro 1927 und 1928 keine Bussen zu gowä.rtigcn hatte. Was dies bedeutet, wenn man täglich unterwegs ist, können Sie selber am besten urteilen. Im Jahre 1926 wurde ich zwoiodor dreimal für Geschwindigkeiten zwischen 31 und 3-i km gebüsst; so weit zurück muss also das Stalthalteramt PfäfEikon greifen, um dio Höhe der gefällten Busse begreiflich zu machen! Können Sie sich vorstellen, was meiner harrt, falls es mir dieses Jahr oder in zwei Jahren passieren sollte, die gesetzliche Geschwindigkeit zu überschreiten? Auf alle Fälle versteht das Statthaltcramt Pfäffikon das Geschäft aus dem ff,, und wenn ich elas gleiche von mir sagen könnte (vielleicht bei der Steuererklärung), so brauchte es mir vor der Zukunft nicht bange zu sein. — Aus der obigen Aufstellung ersehen Sie, dass 10 Prozent des Gewinnes resp. der Busse an den Staat gehen; diese werden aber nicht von der Busse selbst, sondern vom Gcbüsston bezahlt. Für Ausfertigung werden Fr. 4.50 berechnet, und dabei ist die ganze Polizeiverfügung, da jedenfalls Massenbotriob erwartet wird, gedruckt; bloss einige Worte sind mit der Schreibmaschine geschrieben. Vielleicht merkt der sloueraahlende Bürger nicht einmal, dass mit einem Teil davon Leute bezahlt werden, die den Auftrag haben, ihm das Geld abzuknöpfen! Diejenigen Automobilisten, welche diese Zeilen lesen, werden, falls sie zum Kompttalerstich kommen, den zweiten Gang schalten, also ja keinen Anlauf nehmen,-sonst machen- auch sio Bekanntschaft mit dein StaUhalteramt Pfälikon! A. Zf * •*••••••••••••••••••••••«••••••••••••••••••••••••(• 5 *=5t ^33. /£fc &k PRESTOLAG • Eine Kritik... die zu weit geht! Aus unserem Leserkreis wird uns geschrieben: Mit Ihren Artikeln über den weissea Stern habea Sie ein Thema aufgegriffen, das jedenfalls das Interesse der meisten Automobilisten erregt. Ob aber mit dieser Institution das erreicht wird, was Sie hoffen, möchta ich nicht ohne weiteres unterschreiben. Von den heutigen Automobilisten können im besten Fall ein Viertel wirklich ein Automobil in allen vorkommenden Situationen beherrschen ...; woher kämen sonst die vielen krummgefahrenen Räder, die verbeulten Kotflügel, etc. Nach meinen Beobachtungen sind es nun gerade die mit den äusseren Zeichen schlechten Fahrens ausgestatteten Automobilisten, die die andern am meisten korrigieren wollen. Wenn diese Elemente nun.noch mit einer Auszeichnung versehen ihres Amtes walten, so kommt es bedeutend schlimmer heraus als bis jetzt, wo wenigstens noch jeder gleichberechtigt ist. Es sind oft dieselben Herren, die andere auf der leeren Landstrasse nicht vorfahren lassen wollen, um dann im nächsten Dorf eine Gelegenheit zu erzwingen, sich bei womöglich gefährlicher Situation wieder vorzuschieben. Der Langsamfahrer, der fast einschläft, ist gefährlicher als ein guter Fahrer bei einem bedeutend rascheren Tempo; dabei wird den Langsamfahrern (vulgo Schlafmützen) von der heutigen Rechtsprechung überall der Rücken gestärkt, besonders, wenn sie mit der Hupe einen Höllenspektakel machen. W. Sch.-H., Z. Anmerkung der Redaktion: Es ist eine rec.ht erfreuliche Tatsache, feststellen zu können, in wie weiten Kreisen das Thema des «Weissen Sternes» Interesse und Befürwortung gefunden hat. Damit würde nämlich ein Gedanke verwirklicht, der schon längere Zeit in der Luft schwebte und dessen Umsetzung in die Tat für den Verkehr nur Nutzen und Segen stiften könnte. So einfach und selbstverständlich erscheint das, dass wohl zu erwarten ist, auch bei uns recht bald eine Organisation erstehen zu sehen, welche nach einem einheitlichen Aktionsplan nur Gutes schaffen kann. Was nun die Bemerkung des Herrn Einsenders anbetrifft, wonach es noch viele den Automobilisinus schädigende rücksichtslose Fahrer gebe, stehen wir nicht an, zuzugeben, dass leider immer wieder solche auftauchen, dass ihre Zahl aber bestimmt nicht so gross ist, wie Herr Seh. glaubt. Gegen Auswüchse haben wir in der «A.-R.» immer bestimmt und energisch Stellung genommen, und wir werden das in allen nötigen Fällen auch inskünftig tun. Aber wir sind fest davon überzeugt, dass eine Organisation wie diejenige des «Weissen Sterns» unendlich viel Nützliches stiften kann und es besser ist, schon von Anfang an fest an sie zu glauben, als an ihr .zu. zweifeln. Durch-Zweifel entsteht sehr leicht Zersplitterung der vorhandenen Kräfte und Energieverlust — und ein Gedanke kann umso besser verwirklicht werden, wenn er durch möglichst weite Kreise Unterstützung findet. Eine berechtigte Kritik ist notwendig und nutzbringend, aber sie darf nicht übertrieben und nicht im falschen Zusammenhang angebracht werden. Wir glauben nicht, dass Anfänger oder etwa Chauffards in eine solche Vereinigung eintreten werden, sondern in der Hauptsache die meisten alten, erfahrenen und anständigen Fahrer. Davon sind wir fest überzeugt und die Zukunft wird es beweisen. Erneut verschoben worden sind die Arbeiten für die mit einem Kostenaufwand von 600,000 Mark genehmigte und, wie vorgesehen war, für den August 1927 in Betrieb zu nehmende Autofähre Konstanz - Meersburg. Die Arbeiten sollen nun erst im Herbst 1928 begonnen werden, so dass mit einer Aufnahme des Betriebes vor dem Frühjahr 1929 nicht gerechnet werden kann. — Es wäre interessant, die Gründe für diese unbegreifliche Verzögerung zu erfahren. Die Bedeutung der Fähre ist in der « A. R. » seinerzeit eingehend gewürdigt worden. xi. Zahlen aus dem Londoner Verkehr. Dass man. sich in London beim ständigen Anwachsen des riesenhaften Verkehrs Problemen gegenüber sieht, gegen dio unsere Verkehrsregolungssorgen lächerlich! klein anmuten, mögen nachfolgende Zahlen beweisen, die zur Feststellung der verkehrsreichstem Punkte der Themsestadt dienten. Wie sich heraus-» stellte, besitzt der Hydo Park Corner den intensivsten Verkehr Von 8 Uhr morgens bis 8 Uhr abends werden dort 64,268 Fahrzeuge gezählt, wovon 55,441 Autobusse. Trafalgar Square folgt mit 50.851 Fahrzeugen, dann Marble Arch mit 47,580. hierauf Piccadelly Circus mit 3633. Der Verkehr erreicht zwischen 5 und C Uhr abends seinen Höhepunkt. Dio Bewegungen dieser fahrenden Heere werden durch Polizisten zu Fuss, hoch zu Pferd, auf Motorrädern und Automobilen reibungslos geregelt. Dank des gu-* ten Willens und der Selbstdisziplin der Fussgänger ist die Zahl der Unfälle verhältnismässig sehr gering. Ir> der City von London kommt auf jeden zwölften Einwohner ein Polizist. xi. Eine neue Riesenbrücke in London. Im Laufe dieser Woche wird in London dio Brücko über dio Themso der Vollendung entgegengehen. Sie ist 48 Fuss hoch, ganz in Stahl konstruiert und breit genug, um zwei Trainlinicn und vier Fahrstrassen aufzunehmen.- Dio Brücko kostete 1 800 000 Livre» Sterl. und benötigte 5 Millionen Tonnen Stahl, fit. i *"• _• 3 AUTOMOBIIJSLM üeschäftsma n tr& Snortsma n n •' veru>ertcl M '~faUr>,-££*S£ Überraschende y/irkunq bei;stark bescHMufer' , teirt Hdnä