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E_1928_Zeitung_Nr.009

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siebzig Buchstaben, die

siebzig Buchstaben, die Swastika, die Sphinx, die Hand der Fatma. Nicht nur Magier, auch Astrologen und Astronomen schufen Talismane aus Metallmischungen, die man vom magnetischen und astralen Fluid umwittert wähnte, gleichsam Symbole dieser im Altertum scheu verehrten Wissenschaften. Bei den Aegyptern spielte der heilige Skarabäus eine grosse Rolle; er war der Talisman der Kriegerkaste. Ueberaus gross wird die Zahl der Talismane, wenn wir nach Asien blicken. Es sind nicht mehr Metalle, die man unter unheimlichen Zauberformeln schmilzt, sondern die reinen, strahlenden Naturgebilde selbst. Im Dämmer der indischen Tempel, von der Stirne der Gottheiten schimmern Edelsteine deren Berührung bei Todesstrafe verboten ist. Diese glühenden Gesteinstränen sind natürliche Talismane, noch wirksamer als jene, die Menschenhand formte, und wehe, wenn sie durch Diebstahl oder Verbrechen den rechtmässigen Besitzer wechselten. Dann heftete sich schleichendes Unglück an sie, fortwirkend durch Generationen. Merkwürdige Eigenschaften sind an ihnen erkennbar. Gab es nicht Mondsteine, die bei Neumond gelb und glanzlos wurden und bei Vollmond ein schimmerndes Weiss zeigten? Erzählt man nicht von Opalen, die unverändert blieben, wenn sie in der Schmuckschatulle von Fremden bewundert wurden, aber vor Freude gleichsam erglühten, wenn die Besitzerin nahte und den Schmück anlegte? Man kennt Opale, die mit ihrem Herrn gleichsam litten, die stumpf und grünlich wurden, wenn sich ein Feind nahte, die einen gelben Ton bekamen, wenn die Herrin von Eifersucht gequält war, die rosig leuchteten, wenn der Trägerin LiebesschWüre zugeflüstert wurden. Es sind unheimliche Steine, und seit jeher heften sich Legenden an sie, von Blut und Tränen durchsetzt. Shakespeare war überzeugt, dass Opale Unglück bringen; auch Walter Scott hat darüber merkwürdige Deutungen geschrieben. Aber erst seit 1870 datiert die Entwertung der Opale als Schmuck, da in Chislehurst, im Exil, eine entthronte Kaiserin den Tag verwünschte, da Napoleon III. seiner Braut Eugenie ein wundervolles Halsband aus nussgrossen Opalen verehrte. Von der strahlenden Höhe herabgestürzt, vom Volke verwünscht, zur Flucht gezwungen, im Exil den Tod des Gatten beklagend und dann den schweren Verlust, da ihr einziger Sohn in Afrika fiel, die Brust von den Wurfspeeren der Kaffern zerfleischt. Der Talisman der Wahrsager ist der Smaragd; die Druiden trugen ihn an der Stirne, die Aegypter verehrten ihn als Auge der Gottheit, ein Smaragd schmückte den Ring, den Polykrates am Finger trug, und Nero besah sich die Zirbusspiele durch einen Smaragd, der gross und flach war wie eine riesige Denkmünze. Der beliebteste Stein für Amulette war der weisse Jaspis, den man in China und Japan als göttlichen Stein verehrte und nur den Prinzen aus königlichem Blut und den höchsten Würdenträgern erlaubte, ihn zu tragen. Der goldgelbe Topas machte den Träger unverwundbar. Mut und Ausdauer verlieh der Augen und sandte dem alten Verehrer einen herzzerreissenden Blick zu — « Marie, Marie,» schrie er wieder — und dann zu Hans van der Feldt gewandt, während sie versuchte, Gertrud zu folgen: «Geben Sie sie heraus — Sie haben sie entführt — > « Gewiss, 3 sagte dieser mit wenig erhobener Stimme, «holen Sie sie sich nur wieder — > Und Gertrud« fiebernd vor Zorn und Aufregung, konnte nur stammeln: «Meine Kette — meine Kette —» Ein flammender Blick traf sie: verachtete er sie, weil sie mit dem Doktor fuhr —? Aber er « Dir rate ich dasselbe, Gertrud, wie schon einmal: hol' sie dir! Und im übrigen, lies doch das gute Kapitel: ,Wie lerne ich fahren'? » Auch das noch — diese — diese Schamlosigkeit — ihr das — als wenn nicht jedem, auch dem Meisterfahrer, ein Unglück passieren konnte — und sie verdankte es einzig und allein diesen Schlingeln, obgleich sie ja dem Wagen schon seit München nicht recht getraut hatte Während dies alles ihr kraus durch den Kopf wirbelte, hatte Hans -seine Fahrtrichtung wiedergewonnen* und ohne sich nach ihnen umzusehen — auch Marie hielt den Kopf gesenkt — fuhr er davon. Gertrud lehnte sich an den Motor. «Was nun? > fragte sie nach einer Weile. «Das Beste ist, wir geben es auf — > « Was auf —? Die Verfolgung?! Das wäre! Nein, nun erst recht nicht, wo Marie — und er hatte noch die Keckheit — ich solle sie mir holen — ja, das werde ich, mein Herr », und in voller Wut stieg er in den Wagen. « Was tun Sie denn —? » Ihnen fiel beiden nicht mehr auf, dass sie jede Vertraulichkeit aufgegeben hatten, sie blieben fortan auch bei dem « Sie » — « der Wagen ist ja kaputt — es muss. etwas Ernsthaftes sein — ich AU 1 UMUblL-kn v UL Rubin, dessen schönste Exemplare sich in der persischen Schatzkammer vorfinden. Berühmt war der Rubin, den 1777 Gustav III. von Schweden der Zarin schenkte; auch die Kronen von England und Frankreich weisen hervorragend grosse und schöne Rubine auf. Es gibt überhaupt keinen Ganz- und Halbedelstein, dem man nicht besondere Eigenschaften zuschreiben würde. Amulette aus Diamanten schützen vor Gift und Verrat — behaupteten doch die alten Venezianer, dass ein Brillantring sofort den Glanz verliere, wenn man einem Verräter die Hand reiche! Viele Legenden heften sich an Türkise; man war im Altertum überzeugt, dass diese Steine lebten, denn sie wurden dunkel, wenn ihr Besitzer krank wurde und zersprangen bei seinem Tode. Saphire, bei den Hebräern als «Sappir» (schönster Gegenstand) verehrt, waren bei den Griechen Zeus geweiht; man unterschied männliche und weibliche Saphire, die ersteren waren indigoblau, die weiblichen zeigten einen azurnen Schimmer; nur Leute mit reinem Gewissen konnten sie tragen, einem Lügner brachten sie Krankheit und Tod. Aber damit war die Reihe der Talismane nicht erschöpft. Im Mittelalter glaubte man an Fetische aus dem Tierreich; man trug Ledersäckchen aus den Häuten von Schlangen, Kröten, Haifischen und Krokodilen, man nähte in die Kleider Zähne von Wölfen und Füchsen ein. Es gab Häute, denen man die geheimnisvollsten Eigenschaften zuschrieb. Wer denkt da nicht an Balzacs wundervolle Erzählung «Das Chagrinleder»? Unendlich mannigfaltig ist der Einfluss, den man Farben und Wohlgerüchen zuschrieb; man war überzeugt, dass die Hauptfarben rot, gelb und blau dem Charakter des Menschen entsprachen; das gallige Temperament bevorzugte Gelb, das sanguinische gefiel sich an Rot, Blau ist die Farbe der Frauen, und die Mischfarben heften sich an zwiespältige Charaktere. Purpur stachelte zu Morden an, rief Krieg hervor, erinnerte an vergossenes Blut; Violett, eine der stärksten Mischfarben, ist die Farbe der Träume; sie umflimmert die phantastischen Visionen zwischen Wachen und Träumen, sie ist ungemein triebkräftig, da unter ihrem Einfluss Pflanzen und Tiere sich schneller entwickeln und neuestens auch die Heilkunst ihr grosse Erfolge verdankt. Talismane sind auch die verschiedenen Düfte, die wohltätige oder schädliche Einflüsse hervorrufen, die auch der Verführung dienen, Weihrauch, Santa!, Ambra. Mit einer Automobilfahrt 50000 Dollar geerbt. Ganz unvermutet machte kürzlich Frau Cora Willis in Detroit eine beträchtliche Erbschaft. Es war der Dank für einen Dienst, den sie vor sechs Jahren einem Veteranen geleistet hatte- Dieser, ein gewisser Henry Farris, war gelegentlich einer Kriegervereinsparade ohnmächtig geworden, und Frau Willis hatte ihm ihr Auto zur Verfügung gestellt. Das rührte den alten Herrn derartig, dass er im Testament seinen Sohn und Erben, den glücklicherweise unverheirateten Charles Farris, beauftragte, seinerseits Frau Willis als Erbin einzusetzen. lasse ihn in eine Garage bringen und ihn gründlich nachsehen —» «Das wird uns schön aufhalten,» sagte dieser undankbare Mensch voll Ingrimm —, «aber so ist es ja immer, bei kritischen Momenten und wenn es am meisten darauf ankommt, versagt der Wagen — wenigstens wenn ein Dilettant ihn fährt — er hat ganz recht, dieser Feldt — lesen Sie nur 'mal das Kapitel: ,Wie lerne ich fahren —'.» Und das ihr — das ihr — von diesem — diesem Hanswursten — Aus der Ferne tönte es wie eine Fanfare: kurz, lang-kurz, lang — dieser Vorsprung; wann sollten sie den einholen — « Steigen Sie sofort aus meinem Wagen,» schrie sie in kalter Wut, Er gehorchte schimpfend... V. Kapitel. Erst am zweiten Tage nachmittags konnten sie weiter. Am Wagen waren verschiedene Störungen zu beheben gewesen, besonders am Vergaser, die «Seele» des Motors genannt. Aber Gertrud war es leid, wegen Störungen getadelt zu werden, und noch mehr: durch sie einen Aufschub erleben zu müssen — sie Hess den Resedafarbenen genauestens prüfen, reinigen, schmieren, die Zündung regulieren — kurzum, alles nachsehen. Vom Morgen bis zum Abend war sie dabei und freute sich, dass doch wenigstens die Fachleute ihr Urteil und ihr Wissen anerkannten. Nach den Erfahrungen wollte sie nun nie mehr ihren Wagen allein jemand anvertrauen, wer es auch sein mochte. «Na endlich,» meinte der Doktor, als sie dem unfreiwilligen Gefängnis entflohen. Gertrud hatte inzwischen ihre gute Laune längst wieder gefunden, besonders, weil Alois auf ihren Vorschlag, die Verfolgung aufzugeben, nicht eingegangen war. Hans sollte sehen, was sie nun leisten konnte, mit einem reparierten Wagen! Kleinsfadfgeisf und Motorfahrzeug. Aus einem Vortrag, gehalten von Ing. C. Buchegger in der Automobilsektion Basel des T. C. S. (II. Teil und Schluss) Publikum und Verkehrsunfall. Man möge einmal bei einem vorgekommenen Verkehrsunfall etwas fernstehend das Publikum beobachten. Die gleichen Leute, die nur Anrempelungen gegen vorschriftsmässige Fahrer auf den Lippen haben, sind es, die sich in diesem Falle in Schmähungen am Motorfahrer gütlich tun. Jeder versteht die Sache am besten. Alle drängen sich hinzu. Die wenigen Polizeimänner sind machtlos gegen den Andrang. Die Spuren, die so oft über Schuld oder. Nichtschuld Aufschluss geben, sind in ihren Feinheiten schon wenige Minuten nach dem Vorkommnis gänzlich verwischt. Es wird in diesem Menschengewühl zur Unmöglichkeit, einen Ueberblick über das Ganze zu gewinnen. Das Beste, was getan werden kann, ist das Anzeichnen der Lagen und Spuren und rasches Wegschaffen der Gegenstände. Nach einigen Stunden erst kann die Untersuchungsbehörde in Ruhe ihre Feststeilungen machen, die zur Abklärung unbedingt sofort gemacht sein sollten. Die Sünden der Motorfahrzeuglenker. Nun müssen auch noch die Sünden der Motorfahrzeuglenker etwas behandelt werden. Betrachte man auf dem Gang durch die Stadt einmal die verschiedenen Fahrzeuge, wie sie in den Strassen stehen. Jeder fährt möglichst genau vor jene Haustüre, in die er nachher einzutreten wünscht. Keiner überblickt die Situation auch für andere, die ebenfalls das Recht zur Strassenbenützung haben. Auf diese Weise kommen Aufstellungen zustande, die direkt verkehrshemmend genannt werden müssen. Andere unerwünschte Situationen entstehen, wenn die Wagen an Ecken aufgestellt sind. Sie nehmen anderen Fahrern die Uebersicht. Warum kann man beim Anfahren nicht einen Augenblick Umschau halten und den Wagen so stellen, dass er anderen nicht im Wege ist. Die notwendige Folge wird sein, dass unser Vorschriftenwald noch dichter und um Parkierungsgesetze vermehrt werden muss. Da aber Vorschriften stets nach dem Buchstaben ausgelegt werden müssen, so ergibt dies Bussen, wegen 2—3 m falscher oder wenige Minuten zu lange dauernder Aufstellung, und ausserdem haben wir das, was wir bei freiwilliger Regelung auch haben. Wir müssen uns dazu bequemen, einige Schritte vor oder süekwärts zu gehen nach dem Aussteigen. Wie oft sieht man zwei and mehrere Wagen in Abständen von 1—5, also wenigen Metern, durch die Strassen fahren. Die Folgen dieser Fahrweise sind schwerwiegend. Will man vorfahren, so muss man fast plötzlich ausbiegen und erblickt ein anderes Hindernis zu spät. Muss aber der vordere aus irgend einem Grund plötzlich anhalten, so bleibt dem nachfolgenden nicht genügend Zeit und Raum. Mache sich jeder Fahrer zur Pflicht, wenigstens 2—3 Wagenlängen Abstand zu « Sie sollten mir dankbar sein,» antwortete sie deshalb lachend. « Es war Ihnen ja ein unkultivierter Greuel, dass wir durch all die Städte und ihre Sehenswürdigkeiten hindurchjagten — nun haben Sie ja Zeit genug gehabt, um alles so genau zu studieren, dass Sie ein mehrbändiges Werk über Mantua schreiben können — länger brauchen die Kunstgelehrten nie, habe ich mir sagen lassen — » «Oho, Sie Ketzerin! Allerdings wüsste ich jetzt hinreichend Bescheid.» « Da sehen Sie, wie Recht ich habe!» « Frauen sind doch sehr von allem Aeusserlichen abhängig,» überlegte er nachdenklich. Und dann fragte er plötzlich: «Was habe z. B. ich für einen Eindruck bei der ersten Begegnung auf Sie gemacht, Gertrud —? » Eine peinliche Gewissensfrage — besonders wo sie seit dem Zusammentreffen mit Hans, als er sein Interesse für Marie Kaltem so offenherzig an den Tag legte, in ihrer Neigung für ihn stark beeinträchtigt worden war. Sie schwieg eine Weile — mochte er daraus richtig schliessen, dass sie nicht überwältigt gewesen war — ihre Neigung hatte sich erst allmählich entwickelt — nicht so wie bei Hans und ihr — aber das geschah wohl stets nur einmal im Leben. Sie holte etwas weiter aus. «Wir hatten eine Tante aus München — das Hoferl genannt — und wenn die kam, war unsere Freude als Kinder gross — denn am meisten Spass hatten wir an ihrer Sprache, am bayerischen, uns so ganz fremden Dialekt, wissen Sie —» «Und —? Der Feldt ist doch auch ein Münchner —» « Gewiss — aber bei dem bin ich nie darauf gekommen! Als Sie jedoch den Mund aufmachten — und stets seither — muss ich bei jedem Wort an die alte Tante denken — » Sie war so im Eifer, dass sie gar nicht auf ihn achtete, sondern weiter schwatzte: «Nur so schön singen wie das Hoferl können Sie halten, bei Geschwindigkeiten über 25 km natürlich mehr, man erspart sich dafür gelegentlich eingedrückte Scheinwerfer und vor allem eine Vorschrift, die den Abstand in Metern ausdrückt und keine Rücksicht auf die Geschwindigkeit der Fahrzeuge nehmen kann. Der Zustand des Wagens. Das Kapitel Zustand des Wagens würde ein Buch für sich füllen, wollte ich es eingehend behandeln. Zugegeben, dass das Motorfahrzeug längst aufgehört hat, ein Luxusgegenstand, also in Händen mit gut gefülltem Beutel zu sein, so sollte sich doch jeder die Pflicht auferlegen, seine Bremsen regelmässig nachzukontrollieren und nötigenfalls zu reparieren. Gerade darin, dass eine Reparatur auch vorgenommen wird, wenn einem die Zeit nicht passt, zeigt grosszügigen Geist. Jeden Morgen nach den ersten paar 100 m immer an der gleichen Stelle einen scharfen Bremsversuch aus zirka 18 km Std.-Geschwindigkeit machen, aussteigen und die Wirkung der Bremsen in bezug auf Bremsweg und gleichmässige Wirkung betrachten, nimmt 2—3 Minuten Zeit weg, gibt aber die Gewissheit, dass voraussichtlich die Bremsen für die Bessere Familie zirka 12 Sorten, nur das Beste von rein Eier and Naturbutter hergestellt. Makrönli, Waffeln, Haseinus3bi ;kuits, Baslerleckerli asw., versendet in Büohsen von 2 kg gegen Nachnahme v. Fr. 10.— trainko. Wer einmal bezogen, bestellt wieder) A. WIEDEMANN, Biskuittabrik Horw bei Luzern. Schlanker werden heisst auch gesünder und jünger werden: denn oft sind Herz- und Leberbeschwerden, Atemnot und Arbeitsunlust Folgen übermässigen Fettansatzes, Doppelkinn, Nackenpolster, fette Wangen, dicker Bauch, breite Hüften, starke Brust machen alt, wirken schwerfällig und unästhetisch. Durch die unschädlichen, ärztl. verordneten Tallen-Tabletten wird Korpulenz wirksam bekämpft. 50 St. 4 Fr. Eine Kur v. 200 St. 14 Fr., franko Nachnahme. Man verlange die kostenlose Broschüre Victoria-Apotheke Zürich H. Feinstein vorm. C. Haerlin, Bahnhofstr. 71 Tel. Sei. 40.28. Zuverl. Stadt- u. Postversand wohl nicht — König Ludwig II. hat sie ausbilden lassen — aber ihr Schicksal war tragisch — unbefriedigt —» « Darin also auch dem meinen ähnlich —» « Ach — » sie sah ihn einen Augenblick ungläubig an. «Nun, glauben Sie, es ist ermutigend für einen Mann, wenn ihm eine schöne Frau versichert, er erinnere sie stets an eine alte Tante?! Noch dazu eine Frau, die alle Tantenhaftigkeit sehr abgeschworen hat und hypermodern in ihrer Lebensauffassung und -führung ist —? » Er versuchte ihren Blick aufzufangen, aber vorläufig hatte er wirklich jeden Zauber für sie eingebüsst. «Wissen Sie, was ich glaube, Doktor?» sagte sie nach längerem Stillschweigen und brachte den Wagen in ein sanfteres Tempo, der Stimmung entsprechend. « Ich bin viel zu modern für Sie! Sie brauchten einen Renaissancetyp — Isabella D'Este — obgleich die Briefe, die diese Damen unter einander gewechselt haben, ja fast von heute sein könnten — » « Wie — die haben Sie gelesen —? » «Aus rein historischem Interesse natürlich, » es zuckte um ihren Mund von verhaltenem Lachen, er merkte es nicht — ach, wie hatten Hans und sie sich bei der entzückenden Lektüre amüsiert —! aber das brauchte er ja nicht zu wissen — Was steckte nicht alles in dieser Frau! Diese wunderbare Mischung von Bildung und Sportsgeist — von gesellschaftlichem Takt — denn er rechnete es ihr doch hoch an, dass sie auf dieser Reise ihm widerstanden und sie sich eigentlich jetzt fremder gegenüberstanden als im Anfang — welch eine Repräsentantin für sein schönes Maus würde sie abgeben! Alle Kreise konnten sie bei sich empfangen, allen musste sie eine Ehre sein — und nun, da er sich gerade zu dieser Erkenntnis durchgerungen hatte, sprach sie davon — Fortsetzung folgt.

W9 —1928 AUTOMOBIL-REVUE 15 für den betreffenden Tag richtig funktionieren. Gelegentlich soll dann noch ein Versuch aus zirka 30 km angeschlossen werden. Auf diese Weise lernt, man die wirklich erreichbaren Bremswege des Fahrzeuges bei verschiedenen Strassenzuständen kennen, was vor manchem Unfall behüten wird. Man prägt sich damit ganz automatisch eirC dass bei schlüpfriger Strasse die gleiche Kreuzung langsamer zu befahren ist als bei trockener usw. Vor allern wird die Anpassung der Fahrgeschwindigkeit an die Strassen- und Bremszustände zur zweiten Natur und die Unfallstatistik wird eine gewaltige Senkung ihrer Kurve erfahren. Nicht genug gewarnt werden muss vor der Ansicht, dass die Bremsen sodann gut sind, wenn die Räder einen deutlich sichtbaren Streifen hinterlassen, der aber daher kommt, dass diese blockiert werden. Solche Fahrzeuge erreichen nicht nur keinen kürzeren Bremsweg, sie sind ausserdem steuerlos, solange der Zustand anhält. Wird die Bremse gelöst und neuerdings angezogen, so ist meistens die Zeit verflossen, die zur Verhütung des Unfalles zur Verfügung steht. Auf trockener Strasse sollen die Räder höchstens im letzten Meter des gesamten Bremsweges auf der Strasse etwas rutschen. Am Blockieren der Räder sind abgesehen von den Konstruktionen meist Abnützungserscheinungen schuld, die zu lange durch Nachstellen behoben worden sind, sodass ein allfälliges Anziehen der Bremsen nicht mehr möglich ist. Man vergesse nicht, dass jeder arbeitende Maschinenteil der Abnützung unterworfen ist, auch bei guter Schmierung. Die Bremsen arbeiten aber unter den denkbar ungünstigsten Umständen (keine Schmierung, Eindringen von Strassenstaub, Feuchtigkeit etc.). Für denjenigen, der Anspruch darauf erhebt, sein Fahrzeug in Ordnung zu haben, ist es nicht zulässig, Bremsbänder, Backen und Nocken zu fahren, bis es einfach nicht mehr geht. Er muss die abgenutzten Teile vorher durch neue ersetzen. Es dürfte angebracht sein, an dieser Stelle über die praktisch erreichbaren Bremswege etwas einzuflechten. Von der Reaktionszeit, die jeder mehr oder weniger benötigt, soll hier abgesehen und auch die Lastwagen sollen nicht hinzugezogen werden. Als gut sind die Bremsen anzusprechen, wenn sie auf trockener, ebener, geteerter Strasse folgende Bremswege s km/Std. bremsen turn bremsen in m 1000 15 1.1 0.9 25 3 2 35 6 4 2000 15 2,2 \A 25 G 4 35 12 8 nicht überschreiten. Dabei dürfen die Räder wie schon gesagt höchstens im letzten Meter des Bremsweges blockiert sein. Speziell bei den Zweiradbremsen ist die Belastung über den Hinterrädern von grossem Einfluss. Ist die Bremse bei belasteten Hintersitzen gut, so wird sie bei unbelasteten Hintersitzen in vielen Fällen- hauptsächlich bei leichten Wagen, die Bezeichnung gut nicht mehr verdienen. Die Lenkung. Ein zweiter Punkt, in dem bei der Wagenbehandlung oft gesündigt wird, ist die Lenkung. Die Verkehrssicherheit ist dann einem Fahrzeug abzusprechen, wenn bei stehendem Wagen, am Volant gemessen, der tote Gang 1'12-Uindrehung oder darüber beträgt. Dies ist aber nur ein Grenzwert. Wer seinen Wagen in Ordnung hält, gibt seine Lenkung in die Reparatur, wenn der tote Gang 1'16- Umdrehung des Lenkrades ausmacht. Weniger auffällig, aber ebenso unsicher ist es, wenn verbogene Teile des Lenkgestänges cin- ÜDPniPlfOlli von Autokiihlern, Seneibenranmen, VDI IllunOIII Badkapseln u. and. Bestandteilen. VCI UllDul II von Scheinwerfern etc. 6322 Prompt - Solid - Billig. Carl Erpf, Gaiv. Anstalt, St. Gallen Mflblenstnuse 24 Telephon 2034 Eine Langersehnte Die Schleifmaschine „ Manulix" schient den härtesten Stahl. „Jeder sofort «ein eigener Scbleiler". AaetnWlckiicti scharfe Muser, scharen a. Werkzeuge aller Art Ideale Maschine für alle Berufsarten, den Haushalt, Hotels, Restaurants, Uhrmacher, Mechaniker, Schlosser, Zahnärzte, Schuhmacher Sattler, Landwirte usw. 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Diese Geschwindigkeit hat ausserdem den Vorteil, dass die zurechtgebogenen Teile ziemlich sicher nicht versagen werden. Das beim Biegen deformierte Materiälgefüge, d. h. der gestörte Zusammenhang der kleinsten Materialteilchen, Moleküle genannt, bereitet erst Schwierigkeiten bei stärkerer Beanpruchung. Direkt strafbar ist die Verwendung von gebrochenen und nachher geschweissten Teilen des Lenkgestänges. Das Material besteht an diesen Teilen aus einem sogenannten zähen Stahl. Durch die Erhitzung, wie sie zum Schweissen nötig ist, wird solcher Stahl in seinem innern Aufbau verändert. Er wird spröde, d. h. gegen schlagende Beanspruchung nicht mehr genügend widerstandsfähig. Und nun überlegen Sie sich die Millionen Schläge, die von Steuerungsteilen bei den Strassenunebenheiten aufgenommen werden müssen- Ist die Schweissung als solche auch noch gut ausgeführt, so brechen solche Stücke meist neben der Schweissstelle plötzlich. Und die Wildlinge... Alles, was ich angegeben habe, gilt nicht für die eigentlichen Wildlinge. Diese sind mit Worten nicht zu bekämpfen. Ich verfolgte mit meinen Ausführungen einzig und allein den Zweck bei den Motorfahrzeuglenkern das Verständnis für freiwillige Einordnung in eine straffe Verkehrsdisziplin zu wirken. Tut man das, so bin ich sicher, dass wir die andern Strassenbenützer bald ebenfalls in diese Disziplin einbeziehen können. Mindestens haben wir dann das Recht darauf zu dringen, dass jenes Personal der Polizei, das mit der Verkehrsregelung zu tun hat, sich auch etwas mit den andern Strassenbenützern abgibt. Wird von uns keine Vorschrift übertreten und, wo die Vorschriften nicht ausreichen, nach freiwillig vereinbarten Regeln gehandelt, so haben die Polizeiorgane auch auf einmal wieder Zeit, sich mit andern abzugeben. Es sagten mir doch biedere Pferdelenker: Seit es Automobile gibt, haben wir es schön. Früher wurden wir alle paar Tage wegen irgendetwas gebüsst, heute beachtet man uns gar nicht mehr. Man nimmt die Autler. Versuche es jeder einmal eine Woche lang, sein Fahrzeug nur vom Standpunkt der Verkehrssicherheit für andere durch die Strasse zu lenken. Wenn man dabei noch so weit geht, keine der bestehenden Vorschriften zu verletzen, so wird man erstaunt sein, auf wie viel Fehlern man andere und sich selbst ertappt. Man wird aber auch erstaunt sein, wie beruhigend das Fahren auf die Nerven einwirkt. Eigentlich wollte ich ausführlich auf die Einzelheiten eintreten und auch bestimmte Vorschläge machen- Kaum aber war mein Entwurf so weit gediehen, dass ich mich mehr den Einzelheiten hätte widmen können, so ist mir die illustrierte Autorevue vom Dezember 1927 und die Wochenausgabe vom 10. Januar 1928 zugegangen. In der ersten finden Sie unter «Autochronik» einen Aufsatz über Zürcher Verkehrsprobleme. Sie dürfen unter Wer ganz sicher sein will, für sein gutes Geld einen echten und doch preiswürdigen, feinen und alten Medizinal-Cognac zu erhalten, verlangt von seinem Lieferanten den seit laarzehnten bewährten (Obwohl sich meine Gedanken auf Grund meiner eigenen Beobachtungen unabhängig von Zeitungsnotizen in die geschilderte Richtung bewegten, so zeigt die Uebereinstimmung doch, dass wir an di§ Verwirklichung solcher Aufgaben herantreten müssen. Die Zeit scheint hiezu reif zu sein. Wer macht den Anfang? Zur Hygiene und Psychologie des Boxens, schreibt ein Arzt in der «Frankfurter Zeitung» interessante Ausführungen, die in folgendem wiedergegeben seien, weil die «Boxerbewegung» in den letzten Jahren sichtlich an Boden auch in Europa gewonnen hat und manche über die hygienische und psychologische Seite dieses Sporttypus gar nicht orientiert sind: In den letzten Jahren ist der Boxsport in Mitteleuropa rasch populär geworden; er besitzt eine Anzahl gut trainierter Anhänger und hat der sportärztlichen Wissenschaft Gelegenheit zur Beobachtung und Forschung gegeben. Das Ergebnis dieser Untersuchungen ist nicht nur für den Boxer von Interesse, sondern bietet auch Bemerkenswertes für jeden, dem die Pflege der Leibesübungen Veränderung der Platz- und Strassennamen Wort für Wort auf die Verkehrsverhältnisse am Herzen liegt jeder grösseren Stadt übertragen. In der Der kämpfende Boxer muss in fortwährender, rascher Bewegung sein, infolgedes- zweiten finden Sie einen Aufsatz über die Safety First-Bewegung, der in bestimmten sen werden hohe Anforderungen gestellt an Vorschlägen gipfelt. Diese Richtlinien, gelesen nach der Niederschrift meiner ausgespromuskulatur. Die obere Körperhälfte erfährt die gesamte Körper-, besonders an die Beinchenen Hoffnung, es könnte sich eine Liga eine herkulische Ausbildung, während die der Korrektfahrenden bilden, enthoben mich untere im Verhältnis zu jener etwas zurückbleibt. Die Muskeln des Halses, Nackens, der der Mühe, sie in eigener Form auszuarbeiten. Ich kann sie Wort für Wort übernehmen und Kiefern, Brust und des Bauches bringen es speziell die Punkte 1 und 4 unterstreichen. zu einer staunenswerten Kraft, so dass Knochen und innere Organe sicher geschützt Punkt 2 und 3 sind Selbstverständlichkeiten. Punkt 5 möchte ich schärfer gefasst wissen, sind. Von den Muskeln der oberen Extremltät sind besonders die Deltamuskeln stark nämlich alle Fälle zu melden. Die Sätze lauten: entwickelt. Alle diese dauernden körperlichen Veränderungen treten natürlich erst 1. Absolut korrektes Fahren. 2. Alle Rücksichten sowohl gegen das Publikum wie auch gegen andere Fahrer ausbildung, und zwar nach Jahr und Tag durch eine allgemeine, planmässige Körper- walten zu lassen. ein. Kohlrausch hat bei etwa einem Drittel 3. Verpflichtung zu gegenseitiger Hilfe und von 150 untersuchten Boxern eine starke Sorge und Hilfeleistung an Verunglückten und Opfern des Verkehrs. wirbel dornes gefunden; er führt das darauf Abknickung in der Höhe des sechsten Brust- 4. Beteiligung am Kampfe gegen die Missbräuche, die dem Automobilisten auf seinem ganzen Gewicht vorwerfen darf, zurück, dass der Boxer, da er sich nicht mit dem Gebiet des Verkehrs zur Kenntnis durch scharfes Abknicken der Wirbelsäule gelangen. den Arm und den oberen Brustanteil vorstösst, während er mit Gesäss und Lenden- 5. Diejenigen, die sich solcher Missbräuche schuldig machen, auf die Folgen ihrer partie eine leichte rückgängige Bewegung Handlungen mit aller Entschiedenheit ausführt. Hierdurch werden die äusseren aufmerksam zu machen und besonders Rippenzwischenmuskeln in ihren hinteren schwere Fälle der Zentralstelle des Abschnitten zusammengezogen oder es tritt «Weissen Sterns» mitzuteilen. eine Spannung der Wirbelsäule durch die VERLOBTE FINDEN ,N HUTTWIL EINE DER GRÖSSTEN MÖBEL-AUSSTELLUNGEN DER SCHWEIZ COGNÄC FINE CHAMPAGNE J. FAVRAUD & CIE. CHATEAU DE SOUILLAC Erhältlich durch alle Spezial-Oeschäfte Welche Garage ist die besSe* Unsere Gratisbroäcnure gibt Ihnen Auskunft! Widrner Söhne :: Zofingen geraden Bauchmuskeln ein. Dazu kommt noch, dass der Boxer den Kopf tief zwischen die Schultern steckt, das Kinn gegen den gefürchteten Kinnhaken mit der linken Schultergegend deckt, die den Schlägen besonders ausgesetzte Brust- und Bauchmuskulatur stark anspannt und auf diese Weise die vordere Rumpfwand möglichst verkürzt. Der Boxer stösst mit dem rechten Arm aus einer Haltung, bei welcher die linke Schulter dem Gegner zugekehrt und der linke Fuss vorgestellt ist. Die körperliche Leistung des Boxkampfes besteht in einer schnellen Stoss- und Schlagbewegung der Arme bei gleichzeitiger zweckvoller Mitwirkung des ganzen Körpers und der Beine. Die kampfmässig gesteigerte Intensität bewirkt in kurzer Zeit eine mehr oder weniger beträchtliche Ermüdung des gesamten Organismus. Da es sich meist um gleichwertige Gegner handelt, die einander gegenüberstehen, und deren Brust- und Bauchmuskeln entsprechenden Widerstand bieten, so kommt es verhältnismässig selten zu Verletzungen innerer Organe. Beim «knock out» handelt es sich meistens um einen Schlag gegen den Unterkiefer, seltener gegen den Schädel. Dadurch entsteht nach Somen eine Erschütterung der Bogengänge des inneren Ohres, und zwar auf dem Wege: Unterkieferast, Kiefergelenk-Felsenbein; es werden dann reflektorische Erscheinungen im Bereiche des verlängerten Rückenmarks, des Kleinhirns und der Grosshirnrinde hervorgerufen, so dass eine vorübergehende Bewusstlosigkeit eintreten kann. Merwürdigerweise kann dieser Zustand im allgemeinen als gutartig bezeichnet werden. Bei den wenigen von Kohlrausch berichteten Boxtodesfällen handelt es sich meistens um Gehirnblutungen, die dadurch zustande gekommen sind, dass durch einen gewöhnlich in geradliniger Richtung geführten Stoss gegen den Unterkieferast und Fortleitung auf Unterkiefergrube und Felsenbein die träge Gehirnmasse nach rückwärts in Bewegung kommt und beim Ausgleichen dieser Rückbewegung gegen die Vorderwand des Felsenbeins prallt; eine Gefässzerreissung in der Gegend des Schläfenlappens ist dann denkbar, wenn durch Atempressung eine gleichzeitige Gefässdruckerhöhung besteht. Bei der Untersuchung eines Boxers muss daher der Beschaffenheit des Gefässsystems besondere Aufmerksamkeit geschenkt, die Schonung des Gefässsystems während des Trainings darf nicht mehr ausser Acht gelassen werden, besonders dann, wenn durch Dampfbäder das Gewicht abtrainiert wird. Auffallend gering im Verhältnis zu der star-