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E_1928_Zeitung_Nr.022

E_1928_Zeitung_Nr.022

Ausgabe: Deutsche Schweiz. BERN, mitlUlOCÜ. 1i HflHPZ 1928. Zweite Saton-Nummer Nummer 20 Cts. 24. Jahrgang. — N° 22 ERSTE SCHWEIZERISCHE AUTOMOBIL-ZEITUNG Zentralblatt für die schweizerischen Automobil- und Verkehrs-Interessen ABONNEMENTS-PREISE: Erscheint leden Dienstag und Fnltag Monatlich -Gelbe Liste« Halbjährlich Fr. 5.—, Jährlich Fr. 10.—. Im Ausland unter Portozuschlag, sofern nicht postamtlich bestellt. Zuschlag für postamtlich» Bestellung im ADMINISTRATION: Brettenrainstrasse 97, Bern In- und Ausland 30 Happen. Postcheck-Recbnuniz 111/414 Telephon Bollwerk 39.84 Telegramm-Adresse: Autorevue. Bern Der Genfer Salon Das Programm. Geschäftiges Leben und Treiben herrscht im Ausstellungsgebäude, damit alles für den Eröffnungstag, des 5. Internationalen Automobil-Salons, Freitag, den 16. März bereit sei. Die Stände werden demnächst fertig sein und deren Ausstattung schreitet rüstig vorwärts. Der 1928-Salon wird einen höchst gediegenen Eindruck auf die Scharen machen, die diese schöne Veranstaltung der internationalen Industrie besuchen werden. Nachstehend die Einzelheiten des allgemeinen Progratnmes: Freitag, 16. März. J3 Uhr: Ankunft der Bundesbehörden und anderen Gäste. Bankett im Hotel dos Bergues. 15 Uhr 15: Abfahrt der Wagenreiho nach dorn Salon. 15 Uhr 30: Offiziell« Eröffnung. 15 Uhr 30 bis 17 Uhr 30: Konzert der Kapelle von 20 Musikern unter Leitung von Konservatoriurasprofessor Herrn Gabelle. 16 Uhr: Oeffnung dos Salons für das Publikum. 10 Uhr- Schluss. Samstag, 17. März. 0 Uhr: Oeffnung. Ab 15 Uhr: Ankunft der Teilnehmer an der von der Sektion Genf des S. A. G. organisierten Auto- Sternfahrt. 15 Uhr 30 bis 17 Uhr 30: Konzert. 19 Uhr 30: Diner in der Taverne. Versammlung der Teilnehmer an der Sternfahrt und am Fliegenden Kilometer. 23 Uhr: Schluss. Sonntag, 18. März. 9 Uhr: Oeffnung. 9 Uhr: Eaux-Mortes, Fliestender Kilometer, von Sektion Genf der S. A. C. organisiert. 15 Uhr 30 bis 17 Uhr 30: Konzert. 19 Uhr 30: Soirfe. Diner in der Taverne. Verkündigung der Ergebnisse des Fliegenden Kilometers und der Sternfahrt. 20 Uhr 30 bis 22 Uhr 30: Konzert. 23 Uhr: Schluss. Montag, 19. März. 9 Uhr: Oeffnung. 15 Uhr 30 bis 17 Uhr 30: Konzert. 19 Uhr: Schluss. Dienstag, 20. März. 9 Uhr: Oeffnung. 15 Uhr 30 bis 17 Uhr 30: Konzert. 19 Uhr: Schluss. Mittwoch, 21. März. 9 Uhr: Oeffnung. 15 Uhr 30 bis 17 Uhr 30: Konzert. 19 Uhr:, Schluss. Donnerstag, 22. März. 9 Uhr: Oeffnung, Volkstag. 15 Uhr 30 bis 17 Uhr 30: Konzert. 19 Uhr 30: Diner in der Taverne. Volkstümliche Soiree. 20 Uhr 30 bis 22 Uhr 30: Konzert. Freitag, 23. März. 9 Uhr: Oeffnung. 15 Uhr 30 bis 17 Uhr 30: Konzert. 19 Uhr: Schluss. Samstag, 24. März. 9 Uhr: Oeffnung. 15 Uhr 30 bis 17 Uhr 30: Konzert. 19 Uhr 30: Diner in der Taverne. 20 Uhr 30 bis 22 Uhr 30: Konzert. 23 Uhr: Schluss. Sonntag, 25. März. 9 Ulu-: Oeffnung. 15 Uhr 30 bis 17 Uhr 30: Konzert. 19 Uhr 30: Diner in der Taverne. 22 Uhr: Salonschluss. Eintritt: Fr. 1.50, Armenstouer .inbegriffen. Dauerkarte Fr. 15.—, im Vorverkäufe bei Verkehrsverein, Genf, Place des Berguos, .3, und bei R. Marchand & Cio., Place du Lac 1. Neben dem lauten Rummel um den Salon und den grossen gesellschaftlichen Ereignissen sind die bevorstehende Genfer Sternfahrt und das Kilometerlance nicht dazu angetan, das Herz eines leidenschaftlichen Automobilisten ruhiger schlagen zu lassen. «Genf im Zeichen des Automobils » heisst die Losung. Für eine Woche muss selbst die allgegenwärtige Herrscherin Politik dem Siegeszug des Motors das Feld räumen. Also : auch die Völkerbundsstadt im Zeichen des Automobils! Das Kilometer lance kündet, der verschrienen Rennmüdigkeit zuiq Trotz, eine Beteiligung von. 32 Fahrern an» darunter auch Martin auf Amilear,... der bekanntlich am letzten Kilometer lance die beste Tageszeit fuhr. Man spricht überdies von einem hochpotenten Mercedes-Wagen, der ein gewichtiges Wort mitsprechen wird. Und noch ist die Liste nicht abgeschlossen! Das Zahnräderwerk der Organisation .läuft mit der gewohnten Präzision. Samstag-nachmittag 2.30 Uhr findet die Wagenabnahme statt. Die Wagen kommen in einen streng bewachten geschlossenen Park. Für das Training unter Leitung von Herrn Ernens sind Donnerstag, Freitag und Samstag zwischen 6 und 8 Uhr morgens reserviert. Punkt 7 Uhr werden am Sonntagmorgen die Wagen den Fahrern frei gegeben. 8.15 Uhr geht's in der Startfolge nach Eaux-Mortes, wo die Automobile abermals parkiert werden. Die Piste wird 7.30 Uhr gesperrt, der erste Start erfolgt genau um ST-Uhr, so dass nAt einer Beendigung des Lances um spätestens 11.30 Uhr gerechnet werden kann. Die offiziellen Kommissäre sind: Als Delegierter der nationalen Sportkommission: «Unsere Werke.in China benötigen Ihre Erfindung zu friedlichen Zwecken. Sie soll als Transportmittel im Innern des Landes Herr: A. Töndury, Präsident der Sportkommission der Sektion Zürich; als Delegierter des.Zentralkomitees: Herr T. Walser, Präsident der Sektion St. Gallen-Appenzell; als Delegierter der Sektion Genf und als Rennleiter: Herr A. Chantre, Präsident der Sektion und Präsident der Sportkonimission der Sektjon Genf. Die Startfunktionen haben am Ausgangspunkt gegen Genf die Herren Hofer und Darbellay übernommen, am Ausgangspunkt gesen Chancy die Herren Mallet und Ansermier. Die Tribünen sind dieses Jahr rechts von der Piste, also gegen Norden aufgestellt, wcdurch die Passerelle eingespart werden kann. Daneben befindet sich eine Kantine. Die Zeittafel wird ebenfalls nicht fehlen (diesmal auf der linken Seite). Nach dem Rennen stehen die Wagen im geschlossenen Park der Jury zur Verfügung. Der Gabentisch umfasst, dank der Initiative von Herrn Dr. Köchlin, eine hervorragende Zusammenstellung. 59 Preise winden den Siegern! Das Orgatiisationskoinitce regelte in einer letzten Sitzung vom Montagabend die Details. Das Presse- und Propagandakoniitce hat ganze Arbeit geleistet. Wenn der Wettergott dem diesjährigen Lance eine etwas wärmere und nament'ich trockenere Aufnahme bereitet als vor ein:ni Jahr (die Halbschuhe des Berichterstatters haben sich seither nie mehr erholt!), so kann es nächsten Sonntag nicht fehlen. Die Sternfahrt takt mit den verschiedenen Mechanismen her. Dadurch kann ich den Anlasser, die Schaltung, das Gas, — Volant Licht, Signal, Bremse und wie die Dinger alle heissen, vollkommen beherrschen. Einfach, nicht? — Doch sehen wir uns den Wagen an.» Ueber die breite Treppe steigen sie hinunter... «Auf den ersten Blick» fährt der Professor fort, «ist an diesem Chassis nichts Besonderes zu bemerken. Bei schärferer Beobachtung sehen Sie da, wo sich bei gewöhnlichen Automobilen die Knöpfe des Anlassers und das Volant befinden, diese kleinen schwarzen Kästchen, in die geheime Drähte einlau- verwendet werden. Es handelt sich um die Fruchtbarmachung riesiger Gebiete. — Wird es mit Ihrem Auto auch möglich sein zu fliegen und über das Wasser zu fahren?» «Meine Erfindung öffnet allen Möglichkeiten ein freies Feld.» Sie sind inzwischen an die marmorne Schalttafel herangetreten. Die schmalen Finger des Gelehrten legen sich auf die fortlau- Das weisse Auto Ein Zeitbild aus dem heutigen Chicago, von Felix Vitali. (2. Fortsetzung.) Die Stimme des Professors reisst den Chinesen aus seinen Beobachtungen. ist eingeschaltet. Die Senderöhren fangen fend numerierten Gummiknöpfe. Der Strom «Ich habe mir die interessante Aufgabe gestellt, ein Automobil auf drahtlosem Wege steigen. Ein Griff — und das tiefe Surren fen. Diese Drähte zentralisieren sich in dem stärker an zu glühen. Die Zeiger spielen — zu leiten. Heute früh habe ich meine Arbeit des Automotors hallt durch den weiten Saal. Blechkasten auf dem Trittbrett, der äusserlich dem Werkzeugkasten eines Autos ent- abgeschlossen. Der Versuch ist gelungen.» Heult auf, brüllt, jauhlt — und fällt wieder in «Grossartig, Herr Professor! — Ausgezeichnet! Meine herzliche Gratulation, Herr Hao-Kiu hat den Kopf herumgerissen, mit den komplizierten Mechanismus eines Radioden vollen Brustton zurück. spricht. Aber in seinem Innern finden Sie Professor! Wie sich meine Direktion in Kanton freuen wird! Ausgezeichnet! — Wird heruntergestarrt. Rasend schnell kreisen die zende Lampen.» glimmenden Augen auf das kleine Chassis Empfängers, Spulen, Kondensatoren, blit- Ihre Erfindung auch in der Landesverteidigung eine entscheidende Rolle spielen?» Hand lenkt das Volant, reguliert die Schal- Wortlos liebt der Professor den Mantel vier Reifen in der Luft. Eine unsichtbare «Und die Antentie?» Farrington streifte Hao-Kiu mit einem tung, bedient die Signale! des Ersatzrades ab. Blick aus der gleissenden Hornbrille. «Sie «Well,» sagt Farrington lächelnd, mit einem Griff den Strom ausschaltend. «Alles die Felge. Die Empfangsantenne! Eine Lage fein isolierter Drähte läuft um ist eine furchtbare Waffe. Denken Sie an die Tanks!» sagt er erbleichend. «Gott möge sehr einfach. Durch eine Drehung an diesen «Ein kleiner Scherz, nicht wahr? Der mich behüten, der Menschheit ein neues Knöpfen sende ich die Welle aus, die am Mantel schützt die Antenne prachtvoll. Keinem Menschen würde es einfallen, sie an die- Mordinstrument geschenkt zu haben.» Auto auf die entsprechende Funktion einwirkt. You must know, die verschiedenen ser Stelle zu suchen. » Einen Augenblick lang weichen die grauen Lappen von den Ausren des Chinesen. Wellenlängen stellen einen gesonderten Kon- Der dürre Chinese nagt an den Finger- INSERT1ONS-PREIS: Die achtgespaltene 2 mm hohe Grundzeile oder deren Raum 45 Cts. für die Schweiz; für Anzeigen aus dem Ausland 60 Cts. Grössere Inserate nach SeitentariE, lnseralenschluss 4 Tage vor Erscheinen der betreffenden Nummer Zu den schon in unserer letzten Nummer gemeldeten über 70 Nennungen sind noch weitere hinzugekommen, so von Herrn Ulrich auf Erskine, in Luzern, Herrn Bosson in Genf und weitere mehr. Die Zahl nähert sich erfreulicherweise schon bedenklich der Achtzig. Damit ist erneut der Beweis erbracht, dass die Schweiz wie kein anderes Land Land dazu prädestiniert ist, die Nation cies klassischen Autotourismus zu werden. Die grosse Beteiligung hat die Organisatoren veranlasst, eine kleine Neuerung am Ziel in Genf einzuführen. Die Zeiten der. einfahrenden Wagen werden unter der Kontrolle von Herrn Fuselin von den Chronometreuren Mallet, De la Harpe und Crouzat chronometriert und auf einen kleinen Zettel notiert, der die Polizei- und Kontrollnummer des Wagens trägt. Dieser Zettel wird dem Fahrer ausgehändigt, welcher darauf in die Absperrung einfährt. Erst dort wird nun von den Kommissären der Inhalt des Zettels in die Routenkarten eingetragen, welche dann Herrn Brieger zur Berechnung des Klassements zugestellt werden. Der erste Wagen wird auf 15.25 Uhr erwartet, die- Frist für den letzten läuft um 16.35 Uhr ab. Die Teilnehmer an der Fahrt finden sich abends zu einem Diner in der Taverne des Salons. Die Preisverteilung wird sehr wahrscheinlich in einem reservierten Lokal durchgeführt. Neben der individuellen Prämierung gelangt auch der Wanderbecher zum Austrag, den gegenwärtig die Sektion Waadt besitzt. Die Favoriten für 1928 sind aus der Nennungsliste leicht ersichtlich. Indessen... Göttin Fortyna hat beim Sport gar oft das letzte Wort! v. Der Automobilaussenhandel der Schweiz im Februar 1928. hinfuhr 4,7 Millionen, Ausfuhr 1,5 Millionen Fr. Dass der Ausfuhrwert im schweizerischen Automobilaussenhandel nahezu den dritten Teil des Einfuhrwertes erreicht, bildet — abgesehen von den Hausse-Jahren der Kriegs- Iieferungen — eine höchst unerwartete Erscheinung, die unsere Motorfalirzeugindustrie wieder zu den schönsten Hoffnungen berechtigt. Würde doch die Februarquote einer Jahresausfuhr von 18 Millionen Franken entsprechen. Schon dieser Hinweis mag zeigen, dass das Verhältnis von 1 :3 zwischen Ausfuhr und Einfuhr nicht auf einem zufällig niedrigen Monatswert der Einfuhr beruht, was insofern denkbar wäre, als die forcierte Einfuhr in den letzten zehn Oktobertagen von 1927 auf Monate hinaus sich in einer Import- Verminderung auswirken musste. Wir stehen unmittelbar vor dem Ausgleich: mit 4,7 Mill. Fr. steht die Februareinfuhr 1928 bloss um 65,000 Fr. hinter der Februareinfuhr von 1927 zurück und ist mehr als doppelt so hoch im Werte wie die Januareinfuhr von 1928. Nach der Stückzahl wurden im Februar 1928 sogar beträchtlich mehr Motorfahrzeuge eingeführt als im Februar 1927 (1338:1133), was sich freilich leicht aus dem einen Umstand erklären lässt, dass die Zahl der importierten Motorräder von 438 auf 863 Stück gestiegen ist, während sich die Zahl der Wagen von 695 auf 475 Einheiten verringerte. Schon der Januar 1928 wies einen abnorm hohen Exportwert auf: 1,0 Mill. Fr. Im Februar ist er auf das Anderthalbfache gestiegen und beträgt nahezu das Fünffache des Februarwertes von 1927. In welcher Weise die einzelnen Fahrzeugkategorien dabei beteiligt sind, soll weiter unten vorgeführt werden. Genaue Vergleiche mit der entsprechenden Periode des Vorjahres sind freilich nägeln. «Ausgezeichnet, Professor! — Eine unbedeutende Frage, wenn ich mir erlauben darf: Könnten die kleinen Kästchen nicht auch maskiert werden, so dass Ihr Wagen von einem Serienfabrikat gar nicht zu unterscheiden wäre? » «O why not! Sie können durch die Karosserie verdeckt werden. Ich sehe allerdings keinen Grund dazu.» «Wie aber kann Ihr Wagen dem vorgezeichneten Wege folgen, ausweichen, an bestimmten Orten anhalten, Hindernisse umgehen? » « Nichts Leichteres als das! Sehen Sie die Mattscheibe, die hier in die Wand eingelassen ist? — Well, es ist die Projektionsfläche für drahtlose Bildübertragung. Vorn an meinem Wagen habe ich den Sender eingebaut. Die Umgebung des Autos wird fortwährend gefunkt. Der Wagen selbst erscheint als roter Punkt. — Einen Augenblick! » Die Tafel verfinstert sich. Plötzlich stösst der Chinese einen kleinen Schrei aus. In weissen Linien, scharfgezeichnet wie auf einem Plane, erscheinen die Strassen und angrenzenden Häuser aus der Umgebung des Farrington-Landhauses. Und mitten in der Rundung des hart uinrissenen Saales leuchtet der rote Punkt! «Erkennen Sie die zwei kleinen Körper im Bannkreise des Saales? »