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E_1928_Zeitung_Nr.023

E_1928_Zeitung_Nr.023

Ausgäbe: Deutsche Schweiz. BFRR. FreltöO, 16. März 1928. Dritte Saion-Nummer Nummer 20 Cts.". 2t. Jahrgang. —. N9 23 ERSTE SCHWEIZERISCHE AUTOMOBIL-ZEITUNG Zentralblatt für die schweizerischen Automobil- und Verkehrs-Interessen ABONNEMENTS-PREISE: Enchelnt leden Oleiwtao und FMIMf t Monatlich „Gelbe UUe» Balbjihrlicb Pr. 5—, lährlich Fr. !O.-. Im Ausland unter Portozuschlag, cofern nicht postaratllch bestellt Zuschlag für pottamtliche Betteilung Im ADMINISTRATION: Breltenratnstrasse 97, Bern In- und Ausland 30 Rappen. Postcheck-Kechnuna UI'4I4 Telephon Bollwerk 39.84 •• Telegramm-Adresse: Autorevue, Bern INSERTIONS-PREIS: Die aehtgespaitene 2 mm hohe GruiNlzelle oder deren Raum 45 CU. Jür die Schweiz: für Anzeigen aus dem Ausland 60 CU. Grössere Inserate nach Seitentarif. t .... , , , Inseratenteblu» 4 Tagt vor Erscheinen der betreffenden Nummer (Von unserem Sonderberichterstatter.) Genf, den 16. März 1928. Der Empfang der Bundesbehörden. Es ist kurz vor 1 Uhr. Das dumpfe Rollen des einfahrenden Zuges erfüllt die düstere Halle des Bahnhofs Cornavin — 25 Minuten früher, als letztes Jahr. Zeitgewinn der vorgeschrittenen Elektrifikation! Die Vertreter des Bundes (wir haben sie schon als Gäste des Einweihungsbankette's genannt) verlassen den ' Zug. 'Begrüssung durch Herrn Goy, Vizepräsident des Salons. Das Schwarz' und Weiss der offiziellen Empfänge, Händeschütteln, ein paar Worte, ein paar photographische Aufnahmen und schon steigt man in die sechs harrenden Limousinen ein. Durch die Rüe du Montblanc geht es'an den Neugierigen vorbei' ins Hotel des Bergues zum Eröffnungsbankett 200 Gedecke,.fast ebensoviele schneeweisse Hemdbrüste, peinlich" gerade Scheitel und vornehm gedämpftes Stimmengeflüster. Auf den Tischen, zwischen dem Silber und dem christallenen Glanz der Gläser, die leuchtende Farbenglut der Riviera. Von den Leuchtern über dem "jBfleuchten- preise fjjftsst strahlendes Rot Je? geschäftiger die Kellner eilen ^. desto stfllw. und .stiller wird «s; denn Genf verdankt die Wahl xax Völkerbündsstadt .nicht zuletzt seiner exquisiten Küche.; Und 1 im Des Bergues ist man vei> sorgt! \ ; < , ; Beim Champagner erhebt sich Robert Marchand, und griisst unter dem warmen Applaus mit seinen klugen Augen die Runde. Er Spricht als Organisator und spiritus rectus unseres Genfer Salons, als Mann des grossen Werkes, das alljährlich die Aufmerksamkeit der ganzen Schweiz und des Auslandes auf sich zieht. Rede von Herrn Robert Marchand. Meine Herren! Zum fünften Male hat nunmehr das permanente Komitee des Automobil-Salons das jerosse Vergnügen, sich mit Ihnen im Hotel des Berjrues zusammenzufinden und Ihnen seine Dankbarkeit für das Interesse auszudrücken, welches Sie dem Genler internationalen Automobil-Salon entgegenbringen. Schmerzlich empfundene Abwesenheit. Infolge einer im letzten Jahre durch den Buntlesrat, getroffenen Entscheidung N haben wir dieees Jahr leider nicht die Ehre und den Vorzug, unser Eröffnungsbankett durch den Herrn Bundespräsidenten präsidiert zu sehen. Die stets wachsenden Aufgaben, welche den Herrn Bundespräsidenten beanspruchen, haben ihn genötigt, seine Repräsentationspflichten einzuschränken. Mit seinem Brief vom 1. Februar 1928 spricht uns der Bundesrat sein Bedauern aus. auf seinen frühern Entscheid nicht zurückkommen zu können. Dafür arber eibt er uns gleichzeitig von folgendem Herr Kegierungsrat H. Waither, Vizepräsident des Nationalrates. Entscheid Kenntnis: Um Ihnen einen Beweis des wannen Interesses zu geben, mit welchem der Bundesrat das erfreuliche Wachstum Ihrer Veranstaltung verfolgt,, hat der Bundesrat das'Patronat übeT dieselbe angenommen, und er autorisiert Ihr Komitee, von diesem Entscheid in der Ihnen passend erscheinenden Weise Gebrauch zu machen. Wir drücken dem Bundesrat, unseren, tiefgefühlten Dank aus für das hohe Patronat. das er uns so freundlich zuteil werden lässt, und wir hoffen, dass er auch in den fo genden Jahren uns durch die autorisierte Stimme seines 'Präsidenten oder durch die eines seiner Mitglieder den - Zu- .spruch und die Unterstützung zukommen; lassen wird, deren wir seitens der öffentlichen Behörden bedürfen, um unsere Anstrengungen weiter fortsetzen und zum guten Ende führen zu'können. Ich beeile mich. die Herren Präsidenten und Vizepräsidenten .der eidgenössischen Räte zu begrüssen, .die- uns- die grosse Ehre erwiesen haben, unserer; Einladung Folge zu leisten. "''... . Wir freuen uns, die lebhafte Aufmerksamkeit dieser hochgeachteten Herren in einem Moment konstatieren zu können, in welchem ernste Fragen dem Studium der gesetzgebenden Körperschaften unterliegen. . i . .. (Herr Marchand begrüsst hier die Eingeladenen-, deren Liste wir befreits in letzter Nummer veröffentlicht Haben,) ' Einen ganz besonderen Gruss richte ich auch an die Herren' Vertreter des A.C.S., für die wirksame Beihi fe, welche sie uns jedes' Jabr durch die Organisation der Sternfahrt »afth ßjwif ft»d das -»Kilometer Iami6 leisten.. - . ; - ***: Dapk iueh äem T.O.S., der U.M.S. tin4 = afk*» Organisationen, welche .keine Gelegenheit vojüher- gehen lassen, uns ihre Sympathie zu bezeugen und endlich auch Ihnen, den Herren Pressevertretern, die Sie Ihre Leser so trefflich über die Bedeutung und das Ziel unserer Tätigkeit aufzuklären wissen. Auch Sie, liebe Kollegen und Freunde vom permanenten Komitee dürfen nicht vergessen werden: Goy, Hoffer, Martin, Baezner, Trachsel. um Sie alle zu nennen, Pierro Golay, unser Generalsekretär, der den Lebensnotwendigkeiten und Bedürfnissen unseres Salons so verständnisvoll gegenübersteht und, endlich, Sie alle, hilfreiche Mitarbeiter, die Sie in a!len möglichen Formen und Arten den Erfolg unserer fünften internationalen Automobilund Fahrrad-Ausstellung in Genf haben sichern helfen Dank von ganzem Herzen ! Nur dank Ihrer Anstrengungen und unserer freundschaftlichen Zusammenarbeit werden wir wiederum neuo Erfolge erzielen können. Bedeutung und Auswirkung des Salons. Wenn unsere Ausstellung auch hinsichtlich der Herkunft der ausgestellten Objekte durchaus international ist, so stellt sie darum nicht weniger einen äusserst wichtigen Faktor für die Entwicklung unserer nationalen Industrie dar, die im Rahmen der Möglichkeiten sich mehr und mehr für alles interessiert und anpasst, was auf dem Gebiete des Automobilismus in der Schweiz hergestellt werden kann. Mit Recht kann auch unsere Ausstellung das Verdienst für sich in Anspruch nehmen, in der Schweiz am meisten zur Entwicklung des Automobilismus beigetragen zu haben, dessen glückliche Auswirkungen sich in sehr zahlreichen und sehr verschiedenen Zweigen unserer nationalen Industrie fühlbar machen, indem er Tausenden und aber : Tausenden von Arbeitern Brot schafft, ganz abgesehen'vom der beträchtlichen Erhöhung, die er unseren Zolleinahmen zuteil werden lässt. Es soll-hier keine Diskussion über die Verteilung der r" ••• gewichtigen Zelle eröffnet werden, denen die Treibstoffe unterliegen; wir wissen wie schwierig es ist. eine Formel zu finden, welche derart widerstreitenden Interessen gleichmäfisig gerecht wird. Wir erwarten mit Zutrauen den Spruch der eidgenössischen Räte. Trotzdem ( sei es mir gestattet,. hier den Wunsch, auszusprechen, dass unbeschadet der legitimen.Änsrjrücbe der,zu; diesen. Einnahmen am'meisten beitragenden Kantorie die .Verteilung derart gefasst, werden möge, dass sie im weitmöglichsten Masse zur Verbesserung ,und Ausdehnung des gesamten schweizerischen Strassennnetzes mithilft. ,Ich freue mich, hier dem Verband der schweizerischen Strassen-Fachmänner und besonders den Herren kantonalen und städtir sehen Ingenieuren den Dank der Automobilisten und unserer, ganzen Bevölkerung für ihre, beständigen Anstrengungen und ihre segenspendende Tätigkeit ausdrücken zu können. Es sind die modernen und noch ohne Unterlass verbesserten Methoden des Strassenbaues und Unterhalts, welche die steigende Geschwindigkeit des Verkehrs bei gleichzeitiger, fast vollständiger Unterdrückung der Nachteile erlauben, deren'sich früher die Fussgänger und alle Strassenbenützer beklagten. Dank diesem Fortschritt, den wir nicht genug unterstützen' können, und dank auch einer-Gesetzgebung, der sich unser aller Hoffnungen zuwenden, werden wir Jahr für Jähr der fortschreitenden Entwicklung des Automobilismus beiwohnen können, bis deö'Rätom' In immer grösserör Zahl durch» Wehende FlugeJ ! wieder-netie Probleme stellen..,;WfcJi |che ibri LÖSjing durch die junge Geaeraüoa fias den werden. Die Vertreter der Eidg. Behörden, welche an den Eröffnungsfestlichkeiten des Genfer Salons teilnahmen. Herr Nationalratspräsident Rud. Minger, Schupfen, om Herr Ständeratspräsident E. Savoy, Freiburg. Die Organisation des Salons verträgt weder Amtsschimmel noch grosse Schreibereien; sie ist auch nicht kompliziert. Sio folgt lediglich der geraden und klaren Linie, die ihr vorgeschrieben ist, Stösse vermeidend und die Beiträge der Teilnehmer sorgsam bewahrend. Wenn wir darum manchmal in der Verwendung der für alle gleich geltenden Vorschriften unbeugsam sind, so mögen sich die Herren Aussteller daran erinnern, dass wir Spezialrücksichten keine Rechnung tragen dürfen, sobald sie dem Allgemeininteresse entgegenstehen. Was noch zu tun bleibt Viele werden denken, dass die Aufgabo unseres Komitees nunmehr leicht ist, nachdem wir die Erfahrungen mehrerer von Erfolg begleiteter Jahre besitzen. Sie kennen ohne Zweifel die Beständigkeit unserer Anstrengungen nicht, und Sie haben '•ergessen, in welcher Lago sich Automobilhandel und -industrie in der Schweiz ebenso wie der Kanton Genf befanden, als wir dio Grundlegung dieser neuen Organisation schufen. Die Initiative zur Errichtung des Ausstellungspalastes ist das Werk des permanenten Komitees des Automobil-Salons in Genf; er wurde für unsern internationalen Salon gegründet, und heute ist die Existenz des Genfer Automobilpalastes innig an das Bestehen des jährlichen Automobil-Salons in Genf gebunden. Von neuem mussten wir dieses Jahr über 3000 Quadratmeter provisorischer Anbauten erstellen, die wir mit grossen Unkosten so komfortabel herrichteten als möglich. Trotzdem haben zahlreiche Aussteller die gewünschte Standfläche nicht erhalten können; die Nachzügler mussten sogar ganz abgewiesen werden. Somit ist denn das Problem der Vergrösserunsf des Ausstellungsgebäudes aufs neue in durchaus kategorischer Weise aufgestellt. Ich höre bereits, dio Einwände derjenigen, welche vergessen, dass" man. nicht ernten kann, ohne zu säen,.und die uns'sagen: Ueberstürzen Sie nichts, fahren Sie fort mit den Mitteln, die Sie heute besitzen, warten Sio : einen: günstigeren Moment ab, gehen Sie insbesondere kein Risiko ein etc. Aber unsere Projekte sind durchaus nicht tollkühn. Sie sind'nur die Vervollständigung..der ohne Fehlschüsse zurückgelegten ersten Etappe. Das zukünftige Festgebäude. An Stelle der einfachen Anbauten,' die ebenso kostspielig sind, sehen wir nun eine zweite Halle vor, welche das heutige Gebäude in seiner Breite verdoppeln'wird und : die nicht nur für Ausstellungen, sondern auch zu andern, selbst 'Spprtanläaseü diene'n soll, wie Tennis. Eislauf, Eishockey etc. Die Halle, bei welcher beschere" Rücksicht auf die' Akustik genommen werden