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E_1928_Zeitung_Nr.018

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Ausgabe: Deutsche Schweiz. [j, FF6Ü09, 2. Marz 1928. Nummer 20 Cts. 2t. Jahrgang. — N° 18 ERSTE SCHWEIZERISCHE AUTOMOBIL-ZEITUNG Zentralblatt für die schweizerischen Automobil- und Verkehrs-Interessen ABONNEMENTS-PREISE: Erscheint jeden Dienstag und Freitag Monatlich „Gelbe Liste" HaHijätirllcivl-r. 5.—, jährlich Fr. 10.—. Im Ausland unter Fortozuschlag, -»fern nicht postamtlich bestellt. Zuschlag für postamtlicbe Bestellung im ADMINISTRATION: Itreitenrainstrasse 97, ßcr» hl- und Ausland 30 Rappen. Postcheck-Kechnung .111/414 lelephon Bollwerk 39.8J Telegramm-Adresse: Autorevue, Bern 1NSERT1ONS-PREIS: Die achtgespaltene 2 am hohe Grundzeit od« deren Raum 45 Cts. für die Schweiz; für Anzeigen aus dem Ausland 60 Cts. GrSssero Inserate nach Seitentarif. lusejatensehluss 4 Tage vor Erscheinen der betreuenden Nummer / LJiiSl.l ,.*j OaiK Nun hat auch der Luzerner Grosse Rat eine Automobildebatte hinter sich. Eine Motion von Nationalrat Balmer in Schüpfheini, welche die Obligatorischerklärung der Beleuchtung während der' Nachtzeit für alle Fuhrwerke anregt, wurde, erheblich erklärt. Diese Anregung kommt wahrlich nicht zu iriih. Was man von den Automobilen und Motorfahrzeugen" verlangt, darf sicherlich auch von andern Fahrzeugen gefordert werden. Der Nachtverkehr lässt sich nicht durch Poüzeierlassc einengen oder gar unterbinden. Es gilt, mit der Zeit Schritt zu halten. Unfälle lasseu sich gewiss bis zu 99 % vermeiden, wenn einmal sämtliche Fuhrwerke zu genügender Beleuchtung gesetzlich verpflichtet werden können. Dabei ist nicht gesagt, dass iedem Kinderwagen eine Laterne angehängt werden muss, sofern sich dessen Lenkerin ans Trottoir hält. Eine weitere Motion, begründet durch Herrn Direktor Kurzmeyer (Luzern) betraf die Revision des Aittomobilkonkordates, bzw. den Erlass eines kantonalen Gesetzes im Sinne einer Einschränkung des Nachtfahrverkehrs. Der Kanton Bern beginnt somit mit seinem «berühmten» Dekret bereits Furore zu machen, und was Nationalrat Kägi-mit seiner Motion im zürchcrischen Kantonsrat bezweckte, soll nun auch im luzernischen eingeleitet werden. Geschwindigkeit, Belastung der Lastwagen, Anhängewagen, Arbeitszeit der Chauffeure sollen unter polizeiliches Reglement fallen. Eine Motion Dr. Erny (Nebikon) verlangt sogar Einführung der Luftbereifung für Last- und Anhängewagen. In sehr geschickter Weise vertraten Nationalrat Dr. Winiker (Ruswil) und Direktor Ringwald (Luzern) die Interessen der Automobilisten. Nicht ohne Grund polemisierte ersterer der beiden gegen das scharfe Vorgehen gewisser Kantone, die glauben, durch rigorose kantonale Vorschriften das verworfene eidgenössische Automobilgesetz ersetzen Im Auto. Novellette von Anna Burg. (Fortsetzung.) rrau Jeanne sprach jetzt leiser als zu Anfang. «Können Sie glauben, dass mein Mann, mit dem ich in unauslöslicher Weise verbunden bin, mich in jüngster Zeit mit eifersüchtigen Anspielungen verletzt? Und zwar sind es raffinierte Anspielungen, ungreifbare, denen keine offene Frage beikommen kann. Er macht diese Bemerkungen in einer Art, die mir verbietet, sie anzugreifen; wollte ich Miene machen, dass ich sie verstehe, so würde er dies als ein Schuldbekenntnis betrachten. Ich muss tun, als fühlte ich die Nadelstiche nicht, mit denen er mich quält. Verstehen wäre zugleich gestehen. Das ist der neue Kampf. Wir haben jetzt alles erreicht, was er wollte. Wir haben ein behagliches Dasein, er ist das angesehene Mitglied der Regierung, er hat Namen und Reichtum erreicht. Er sucht sich Feinde, wo keine sind, weil er keine hat, die ihn bedrohen.» Cecile wagte die leise Bemerkung: «Dieser Irrtum wird sich aufklären; die Verstimmung wird vorübergehen.» Jkutt«» nra