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E_1928_Zeitung_Nr.026

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Von Stand zu Stand!

Von Stand zu Stand! Mercedes-Benz. Einer der unbestrittenen 'Erfolge der Automobilfabrikation ist auf dem Stand 11 zu finden. Was sich hier dem staunenden Auge darbietet, ist des weltbekannten Rufes der grossen deutschen Firma würdig. Vor allem erwähnt sei ein blankes 2-Liter-Chassis, dessen Zentralschmierung und andere technische Vervollkommnungen unerreicht schön durchgeführt sind. Zum sichern Starten des Motors auch im kalten Zustand dienen eine besondere Bosch-Spule und Injector. Auf einem derartigen mit automatischer Schmierung ausgerüsteten Chassis finden wir eine wunderbare Conduite-Interieure-Karosserie aus den eigenen Werkstätten der Fabrik. Eine 7plätzige Limousine, auf einem der bewährten 24/100/140-HP-Chassis montiert, erregt die Bewunderung der Kenner. Sie ist in ihrer Eleganz und vollendetem Komfort für den Automobilisten tatsächlich das, was der Pullmanwagen für den Eisenbahnreisenden bedeutet. Das 4plätzige Sportmodell mit 7-Liter-Kompressor vereinigt in sich ebenfalls die Quintessenz der reichen Erfahrungen der Firma, und wird sowohl im Reise-, wie im Stadtverkehr allen Ansprüchen genügen. Der vorzügliche Eindruck wird durch die Gangloff-Karosserie nur noch erhöht. Die sehr niedrige Karosserie wurde von Herrn Schmidt, dem Generalvertreter der Marke Mercedes für die Schweiz, entworfen und dieser elegante Wagen sieht demjenigen ähnlich, den man am Kilometer-Lance allgemein bewunderte. Zu den technischen Vervollkommnungen der 4—16-Liter-Kompressorwagen gehören vor allem die Dewandre-Vakiium-Bremsen, auf der Kurbelwelle gelagerte Schwingungsdämpfer und durch die Abgase erwärmtes Ansaugrohr. Austro-Daimler. Zu denjenigen Marken, welche bei der Zuteilung der Stände nicht mehr berücksichtigt werden konnten, gehört die berühmte Nationalmarke Oesterreichs. Sie war infolgedessen, wie noch mehrere andere, gezwungen, ihr Wigwam unter freiem Himmel ausserhalb der Ausstellung aufzuschlagen. Herr Dir. Lindt, von der Auto-Import-A.-G. Zürich, welche die schweizerische Generalvertretung von Austro-Daimler inne hat, war so freundlich, uns das neueste Erzeugnis dieser Fabrik vorzuführen. Es handelt sich um eine Limousine auf dem Chassis Modell A. D. R., diese in technischer Hinsicht aufsehenerregende rahmenlose Neukonstruktion haben wir erst kürzlich technisch ausführlich beschrieben, so dass wir uns eine nochmalige Schilderung des Chassis erersparen können. Ein wirkliches Wunder der Karosseriebaukunst ist jedoch die Innenlenker-Liinoiisine, ein Originalmodell der Fabrik, die in jeder Beziehung den Erzeugnissen der berühmtesten europäischen Karosseriebauer nicht nachsteht. Von formvollendeter äusserer Linie weist die. innere Ausstattung einen geradezu unerhörten Luxus auf. Auf alle möglichen Annehmlichkeiten der Insassen ist liier Rücksicht genommen, wobei z. B. ein besonderer Schirmständer mit Wasserablauf, die selbsttätig durch Oeffnen der hintern Türen funktionierende Innenbeleuchtung, die Telephoneinrichtung zum Führersitz als kleines Muster dienen mögen. Dabei ist der Preis dieses Luxuswagens konkurrenzfähig und bleibt durchaus im Rahmen der amerikanischen und europäischen Klassewagen. Opel. Opel ist heute unbestritten der grösste deutsche Automobilproduzent. In seinen Werken ist die Serienfabrikation nach Citroens und der Amerikaner Vorbild konsequent durchgeführt, mit Stolz konnte Opel vor kurzer Zeit vermelden, dass der 50tausendste Wagen das laufende Band verlassen hat. Nachdem Opel auf den deutschen Markt mit seinen Volkswagen fast ausschliesslich Beschlag gelegt hat, unternimmt diese Marke nun einen kräftigen Vorstoss zur Eroberung ausländischer Absatzgebiete. In der Tat sind die Opel-Wagen auch im internationalen Sinne durchaus konkurrenzfähig, sowohl was deren Preis als deren Ausführung anbelangt. Mit seinem 10-HP-Sechszylinderwagen zu Fr. 8500 steht Opel in durchaus aussichtsreicher Konkurrenz zu den zahlreichen klei- AUTOMOBIL-REVUE 1928 — nen Sechszylinder-Modellen der französischen Konstrukteure, von denen nur wenige diesen Preis zu unterbieten vermögen. In Konstruktion und äusserer Aufmachung muten die ausgestellten Opal-Wagen durchaus amerikanisch an, sie sind mit allen modernen Neuerungen versehen. Besonders auffällig ist der nach amerikanischem Vorbild schön geschweifte Kühler, welcher zur harmonischen .Linienführung der Pressstahlkarosserien vieles beiträgt. Graham. Der Stand der Graham-Lastwagen zeigt einen Tankwagen, sowie ein poliertes Sechszylinder-Chassis, das die technisch hochgebildete Konstruktion dieser bekannten amerikanischen Marke in allen Einzelheiten verfolgen lässt. Das Chassis besitzt eine ätisserst stark wirkende hyraulische Vierradbremse, die Zündung erfolgt durch Batterie, das Getriebe weist eine neuartige Arretierung des Rückwärtsganges auf, die dem Lenker in vielen Fällen von Vorteil sein wird. Besonders bemerkenswert ist die äusserst sanfte und weiche Lenkung, welche Ermüdung des Fahrers verhütet. Der Name Graham besitzt im internationalen Automobilbau den besten Klang, Graham Brothers sind bekanntlich auch die Schöpfer der neuen Dodge Victory-Six- und Senior- Line-Modelle, deren Stand in der Automobil- Ausstellung stark umlagert ist. Ankauf der Benzintankanlage Kehrsatz durch den Bund. Das stetige Wachstum des Motorfahrzeugverkehres bedingt einen rationellen Ausbau der Tankorganisation unseres Landes. Wir können zwar heute noch nicht von einer eigentlichen Tankorganisation sprechen, denn es bestehen heute erst wenige grosse Tanklager, die dem Landesverkehr, vor allem aber den Anforderungen der Militär- und der Postverwaltung dienen sollen. Ein systematischer Ausbau einer Tankorganisation existiert wohl nur auf dem Papier. Die eidgenössischen Betriebe weisen Jahr für Jahr einen grössern Benzinkoiisum auf. Wir erinnern nur daran, dass die Fliegertruppe allein einen jährlichen Benzinbedarf von 900,000 Liter verzeichnet. Der Motorwagendienst und der Postautodienst verzehren gleichfalls eine bedeutende Menge Benzin. Der Transport nach den Verbrauchsorten nimmt von Jahr zu Jahr grössere Dimensionen an und kann erst datin rationell gestaltet werden, wenn Eisenbahn (mit speziellen Tankwagen) und Auto (ebenfalls mit Spezialtankwagen) für den Transport des Benzins richtig ausgenützt werden. Eine enorme Summe an Transportkosten kann durch eine richtige Transport- und Tank- Organisation eingespart werden. Der Bundesrat fordert nun von der Bundesversammlung für den Ankauf und den Ausbau der Benzintankanlago der Firma Beyer in Kehrsatz einen Kredit von 505,000 Franken. Der Bund war schon einige Zeit Mieter der Kehrsatzer Tankanlagc. Dieselbe wurde 1922 in durchaus moderner Weise, feuer- und explosionssicher, gebaut und ist heute verkäuflich. Die Anlage besitzt eigenen Geleiseanschluss und befindet sich in günstiger Verkchrslagc. Der Bundesrat erklärt, dass die Tankanlage speziell in militärischer Hinsicht für die Fliejjerwaffenplätzo Thim und Lausanne und einige fcWmüssige Flugplätze eine vorteilhafte Lage aufweise. Die Tatsache, dass Militär, Post und Private ständig neue Tankatilagen bauen, berechtigt zu der Forderung, es möchte im Interesse des Landes eine planvolle Tankorganisation vorbereitet werden. Nicht nur der Bund, auch private Benzinbezüger werden von einer systematischen Tankorgauisation profitieren, indem dadurch unser Benzin verbilligt werden kann. Wenn die Militärverwaltung es auf der einen Seite zweckmäßiger findet, Motorfahrzeuge für den Kriegsfall zu requirieren, so müssen wir es als ebenso sinnvoll erachten, die Benzinlagerung und den Benzintransport sowohl für den Frieden als auch für den Krieg zu organisieren. Unserer heutigen verkehrswirtschaftlich orientierten Volkswirtschaft würde damit ein sehr grosscr Dienst erwiesen. Was gedenkt der Bund in dieser Hinsicht zu unternehmen? so. Die Internationale Alpenfahrt bildet Gegenstand einer äusserst lebhaften Diskussion bezüglich der von den Oesterrcicheni geforderten fünfprozentigen Toleranz beim Zylindcrinhalt. Sämtliche Delegierten der übrigen Länder sprachen sich jedoch gegen ein derartig weitgehendes Augezudrücken aus. Die Wiener machten erst etwas böse Miene über den Entscheid und schienen sich sogar mit dem Gedanken zu tragen, ihre Beteiligung abzusagen. Glücklicherweise lenkten sie ein. Sensationell wirkt die Mitteilung, dass nunmehr auch mit einer eventuellen Beteiligung Frankreichs an der Alpenfahrt gerechnet werden kann. Dies hätte zur Folge, dass die Fahrroute neu ausgearbeitet werden müsste, da mit einem weiteren Tag zu rechnen wäre. Wahrscheinlich würde die Strecke Mailand- Turin - Genf - Grosser St. Bernhard - Mailand einbeschlossen, womit das alte Programm aus dem Jahr 1925 wieder vollständig rekonstruiert wäre.: .-•- - ' .-,.::; - ' i DER DURCHSCHLAGENDE ERFOLG ZIELBEWUSSTER EINFACHHEIT LIEGT HEUTE BEI DEN A- Z EI TZ ZÜRICH 8 BERNÄ NIEDER-OMNIBUS UND 5—6 TON LASTWAGEN Gummi - Nagelschutz Einlagen Durch seinen obengesteuerten Motor mit erhöhtem Nutzeffekt, seine bestwirkende und nicht verschmutzende Motor-Bremse, die zugängliche Anordnung d. elektrischen Ausrüstung, weiche Federung u. konkurrenzlose Ritzelhinterachse. BERNA ist VORAN: Der B ERNA-WA GEN vereinigt Lebensdauer, Sparsamkeit mit unbedingter Zuverlässigkeit, Diegetrennte Anordnung von Motor und Wechselgetriebe gestattet große Zugänglichkeit zu Friktions-Kupplung und deren Organen. 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Am Einer der wichtigsten Punkte, die bei der Anschaffung Ihres Autos zu berücksichtigen sind, ist ohne weiteres die Lebensdauer Die praktischen Amerikaner haben in dieser Beziehung sehr interessante Versuche gemacht, deren Resultate wichtig genug sind, um auch den schweizerischen Fahrern bekannt zu werden 31. Dezember 1925 waren auf je 100 in den letzten 8 Jahren in Amerika produzierten Wagen 124,9 Reo registriert und in Gebrauch. Der Ueberschuss bestand also aus Wagen, die älter als 8 Jahre waren. Die Zahlen, welche die Basis für diese Berechnung bilden, sind zusammengesetzt und zur Verfügung gestellt von 2. Pierce Arrow 3. Cadillac 4. Franklin 5. Stearin 6. Locomobile 7. Stutz R. L. Polk & Co., Automobilstatistiker, Chicago und Prof. Griffin von der Universität Michigan „Die Lebensgeschichte von Automobilen 1926". Alle amerikanischen Wagen, welche während der letzten 8 Jahre gebaut wurden oder noch gebaut werden, werden verglichen. Und nicht nur von den letzten 8 Jahren, sondern auch bei 7 und 9 Jahren stand REO oben auf der Die 4 Wagen mit der längsten Lebensdauer 1. REO 124,9 2. PEERCE ARROW 110,1 3. CADILLAC 108 4. FRANKLIN 104,9 Diese 4 Marken - und nur diese - haben erwiesen, eine längere Lebensdauer zu besitzen, als 8 Jahre liste mit der längsten durchschnittlichen Lebensdauer aller amerikanischen Wagen. Es schien uns unmöglich, daß der REO — ein Wagen mäßigen Preises — die kostbarsten Schöpfungen der amerikanischen Automobil' Fabrikation überholen könnte. Wiederholte Kontrolle ergab aber keine einzige Aenderung in diesen Bewunderung erweckenden Zahlen. Vergleichen Sie die Zahlen ~ und vergleichen Sie dann die Preise 1. REO Von folgenden Märken ytfamen die Zahlen verglichen: 8. Paige 12. Velie y B. Packard 20. Willys Knight 24. Auburn 9. Kassel 13. Buick 17. Hudson 21. Jordan 25. Nash 10. Marmon 14. Gase 18. Hupmobile 22. Smdebaker 26. Overland 11. Chandlcr 15. Dodm 19. Davis 23. Peerless 27. Oldsmobile 28. Oakland 29. Chevrolel 30. Moon GENERALVERTRETUNG MjJLltgJOiSSr^ DIE SCHWEIZ: „REO" Personen-Automobile - Lastwagen - Omnibusse Automobilsalon Genf, Stand No. 73 Nicht ein amerikanisches Automobil hat eine längere Lebensdauer als REO —- nicht eines ^5== =5» GEGRÜNDET 19OU