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E_1928_Zeitung_Nr.028

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Ausgabe: Deutsche Schweiz. BERN. Dienstag, 27. März 1928. Nummer 20 Cts. 24. Jahrgang. — N° 28 ERSTE SCHWEIZERISCHE AUTOMOBIL-ZEITUNG Zentralblatt für die schweizerischen Automobil- und Verkehrs-Interessen ABONNEMENTS-PREISE: Erscheint Jeden Dienstag und Frtltag Monatlich „G»lbe Liste" INSERTIONS-PREIS: Die aehtgespaltene 2 mm hohe Grundzeile ode» Halbjährlich Fr. 6 , jährlich Fr. 10.—. Im Aasland unter Portozuschlag, deren Raum 45 Cts. für die Schweiz; für Anzeigen aus dem Ausland 60 Cts. sofern nicht postamtlich bestellt Zuschlag, für postamtliche Bestellung Im ADMINISTRATION: Breitenrainstrasse 97, Bern Grössere Inserate nach SeitentariC. In- und Ausland 30 Rappen, Postcheck-Kechnung 111/414 Telephon Bollwerk 39.84 Telegrsmm-Adress*: Autorevue, Bern lnseratenschlass 4 Taae vor Erscheinen der betreuenden Nummer BEin Posfulai und Die Debatte über die Verteilung des sogenannten Benzinzollviertels ist im Nationalrat für einmal beendet. Ueber drei Punkte herrschen mit dem Ständerat noch Meinungsverschiedenheiten, über die in der nächsten Junisession nochmals zu reden sein wird. Wenn wir auch prinzipiell an unserer berechtigten Forderung mit aller Zähigkeit festhalten müssen, dass der ganze Benzinzoll « auf die Strasse » gehört, so wollen wir doch keineswegs den guten Willen der eidgenössischen Räte verkennen, die ehrlich bestrebt sind, eine der bedeutendsten und folgenschwersten Fragen unserer Wirtschafts- und Verkehrspolitik nach bestem Wissen und Gewissen zu lösen. Es ist ganz unverkennbar, dass ein eingesetzter, stärker betonter föderalistischer Zug dazu beitragen wird, den ganzen Fragenkomplex sinn- und zeitgemäss zu erledigen. Die Benzindebatte hat im Nationalrat viel Rauch und Schall entwickelt, aber zwischenhindurch konnte man immer wieder die Gestalt des Kommissionspräsidenten Joss bemerken, der mit bemerkenswerter Ruhe im Getümmel der Anträge stund und der sich trotz allen Lärms immer wieder Gehör zu verschaffen mochte. Der Erfolg lag •denn auch ganz auf seiner Seite. Mit den Beschlüssen des Nationalrates ist es ein gut Stück verwärts gegangen. Die Frage betreffend Erhebung von Eingangs- bzw. Diirchgangsgebühren an der Schweizergrenze ist eine Angelegenheit für sich, die durch den Antrag des Herrn Nationalrat Keller neu angeschnitten wurde. Wie unsere Leser bereits in der Automobil-Revue lesen konnten, ist er mit einem Antrage Ulimanns unterlegen. Die Frage wäre, wie wir Grund zur Annahme haben, vielleicht wieder für unbestimmte Zeit auf die lange Bank geschoben worden, wenn nicht ein Postulat der Kommission, begründet durch Regierungsrat Joss, dafür sorgen würde, dass der Bundesrat sich neuerdings damit zu befassen haben wird. Das betreffende Postulat hat folgenden Wortlaut: «Der Bundesrat "wird eingeladen, die Frage zu prüfen, ob nicht auf ausländischen Motorfahrzeugen, die sich vorübergehend in der Schweiz aufhalten, .beim Ueberschreiten. der Grenze Eingangsgebüihren zu erheben seien, und wenn ja, der Bundesversammlung Antrag über die Einführung solcher Gebühren vorzulegen.» Es ist nicht das erstemal, dass die Automobil-Revue zum Fragenkomplex Stellung nimmt. Wir verweisen diesbezüglich auf den von kompetenter Seite geschriebenen Artikel «Recht und Gegenrecht» in Nummer 7 des gegenwärtigen Jahrganges. Wir gehen mit Bundesrat Häberlin darin einig, dass die Frage einen Ausschnitt aus dem grossen Verkehrsproblem bedeutet und dass es gilt, bei ihrer Lösung wirtschaftlich und rechtlich zu denken. Was die rechtliche Seite des Problems berührt, so dürfte Artikel 21 des Konkordates bereits vorgearbeitet und wegweisend sein. Dieser Artikel bestimmt, dass die Motorfahrzeuge der sich in der Schweiz aufhaltenden Ausländer von Taxen befreit sind, sofern der Aufenthalt nicht länger als drei Monate dauert und sofern die betreffenden Herkunftsstaaten Gegenrecht halten. Leider Im Kampf um die Existenz. Hinken wir hintendrein? Der Genfer Salon hat dem nicht flüchtig Sehenden nicht nur Schönheit und Kraft enthüllt, sondern ihn auch mit einem Existenzkampfe von erbitterter Härte bekannt gemacht. In der Automobilindustrie ist Europa in schärfsten Wettbewerb mit Amerika getreten. Auf beiden Seiten können wir die ungeheuren Anstrengungen beider Gruppen verfolgen. Wie überall, wird der Stärkere auch in diesem Kampfe Obenausschwingen. Wer aber wird siegen? Eine Frage, die heute zu beantworten verfrüht wäre. Einigkeit macht stark, der Fascistenbündel ist das Symbol für diese Wahrheit. Mit Geschick und Umsicht, wenn nötig mit Diktaturgewalt, hat in Italien Mussolini das Werk einer planmässigen Umstellung italienischer «£••?