Aufrufe
vor 10 Monaten

E_1928_Zeitung_Nr.032

E_1928_Zeitung_Nr.032

Ausgabe: Deutsche Schweiz. BERH, Dienstag, 10. ßpril 1928. Nummer 20 Cts. 24. Jahrgang. - N° 52 ERSTE SCHWEIZERISCHE AUTOMOBIL-ZEITUNG Zentralblatt für die schweizerischen Automobil- und Verkehrs-Interessen ABONNEMENTS-PREISE: Erscheint Jeden Dienstag und Freltao Monatlich .Gelbe Liste" Halbjihrllcb Fr. 5.—, jährlich Fr. 10.—. Im Ausland unter Portozuschlag, »lern nicht postamtlich bestellt Zuschlag für postamtliche Bestellung im ADMINISTRATION: Breitenrainstrasse 97, Der» In- und Ausland 30 Rappen. Postcheck-Rechnung III/414 Telephon Bollwerk 89.84 Telegramm-Adresse: Autoravue, Bern Konkordatsvorschriften über Falirfjewilliyuug und Fahrprüfung. Aus dem Bundesgericht. Eine Automobilistin, Frau Dr. A., hatte für das Jahr 1927 an ihrem damaligen Wohnsitz Glarus eine Fahrbewilligung erhalten, die ihr ohne Abnahme einer Fahrprüfung gewährt wurde, weil sie 1926 in St. Etienne (Frankreich) eine Fahrprüfung abgelegt und gestützt auf diese dort einen Fahrausweis für das Jahr 1926 bekommen hatte. Nachdem sie ihren Wohnsitz nach Bern verlegt hatte, suchte sie daselbst für das Jahr 1928 um die Fahrbewilligung nach, weigerte sich jedoch, die vom Automobilbureau Bern und von der kantonalen Polizeidirektion als nötig erachtete Fahrprüfung abzulegen. Als ihr die bernischen Behörden die Bewilligung erst nach Bestehen einer Prüfung erteilen wollten, richtete sie an das Bundesgericht einen staatsrechtlichen Rekurs, worin sie aus dem Automobilkonkordat von 1914 nachzuweisen suchte, dass jeder dem Konkordat angehörende Kanton die von einem andern Konkordatskanton erteilte Fahrbewilligung ohne weitere Prüfung erneuern müsse. Demgegenüber verwies die Polizeidirektion des Kt. Bern darauf, dass nach Art. 13 des Konkordates ein Bewerber erst dann eine Fahrbewilligung erhalten könne, wenn er eine theoretische und 'praktische -Prüfung bestanden habe; in der praktischen Prüfutig Habe er den Nachweis"'der r> B&fähigung zur Führung eines Motorwagens zu erbrinigen, und zwar habe sich diese Prüfung nach der ausdrücklichen Vorschrift des Art. 13 auch auf die Wagenführuhg in Städten zu erstrecken. Die Grund eines internationalen Ausweises vor- in der Schweiz zu zirkulieren. Für Lewilligung werde gemäss Art. 16 für dieübergehend Dauer eines Kalenderjahres erteilt und habe die Fahrbewilligung des in der Schweiz wohnhaften Schweizers sind nicht die internatio- für das gesamte Konkordatsgebiet Geltung. Dagegen bestehe keine Konkordatsbestimmung, wonach von einem Autofahrer, der ten geltend, hier also das Konkordat. Dieses nalen, sondern die schweizerischen Vorschrif- seinen Wohnsitz in einen andern Kanton verlege, daselbst nicht mehr die Ablegung einer richtig ausgeführt hat, dass die von einem besagt nun, wie die bernische Polizeidirektion Fahrprüfung verlangt werden könne, und die Kortkordatskanton ausgestellte Fahrbewilligung während ährer einjährigen Gültigkeits- Palizeidirektion betrachte es sogar als selbstverständlich, dass eine solche Prüfung vom dauer im ganzen Konkordatsgebiet Geltung neuen Wohnsitzkanton gefordert werden hat, enthält aber keine Vorschrift, wonach dürfe. Die Erfahrung zeige, dass die Prüfung die vom Fahrer in dem einen Kantone abgelegte Prüfung die Wirkung hätte, dass kein nicht in allen Kantonen mit der erforderlichen technischen Genauigkeit vorgenommen werde, anderer Konifcordatskanton mehr das Recht so dass aus solchen Kantonen Motorfahrer hätte, vom Automobilisten vor der Erteilung herkommen, die mit der Führung ihres Wagens nicht genügend vertraut seien. Dies be- verlangen. Es würden auch keine sachlichen einer Fahrbewilligung eine neue Prüfung zu ziehe sich namentlich auf die Bestimmung, Gründe für eine derartige Wirkung der einmal abgelegten Fahrprüfung sprechen, wes- wonach sich die Prüfung auch auf die Wagenführung in Städten zu erstrecken habe: darhalb kein Anlass bestände, die Konkordats- unter seien wohl grössere Städte zu verstehen und im Gebiet einzelner Könkordatskantone seien solche gar nicht vorhanden, so dass eine Prüfung.in dieser Hinsicht gar nicht vorgenommen werden könne. Da nun gerade die stadtbernisehen Verhältnisse an den Fahrer hohe Anforderungen stellen, müssten Fahrer aus Kantonen mit weniger strenger Fahrprüfung einer Kontrollprüfung unterzogen werden können; die Behörden nähmen übrigens dieselbe Befugnis in Anspruch gegenüber bernischen Automobilisten, welche Anlass zu einer solchen Massnahme böten, etwa durch Merkmale von Unsicherheit in der Führung ihres Wagens nach bestandener Fahrprüfung. Im vorliegenden Falle habe die Rekurrentin in Glarus überhaupt keine Fahrprüfung abgelegt, so dass die Vorschrift des Art. 13 gar nicht befolgt worden sei; ausländische Fahrausweise brauchten nicht anerkannt zu werden und würden in Bern nur ausnahmsweise, bei Diplomaten, anerkannt. Die gesetzlichen Vorschriften der einzelnen Länder seien eben verschieden, und die Automobilisten hätten nachzuweisen, dass sie gemäss den an Ort und Stelle geltenden Vorschriften fahren können. Das Bandesgericht (staatsrechtliche Abteilung^ stellte "zunächst fest, dass sich die Re-*. kurrehfin nicht: auf die von ihr gleichfalls erwähnte internationale Konvention von 1909 berufen könne. Diese soll den Automobilisten der Mitgliedstaaten das Recht sichern, auf Das weisse Auto Ein Zeitbild aus dem heutigen Chicago, von Felix Vitali. (Fortsetzung) « Muss ich. Jener Seestrich wird nie von Schiffen befahren. Zu gefährlich. Kliffe. Nur Kundige finden sich aus. Noch eins: Aussenposten hat gestern Abend weisses Boot auf gleicher Höhe gesehen. Fuhr stadtwärts, hatte eine niegesehene Schnelligkeit. Glich einem Auto. Dieses Boot, Schmuggler und, Jacht stehen unter einer Führung: Blackcorners! » « Blackcorners! » « Fragen Sie Mac! » Earl wendet sich nach dem Freunde und sieht erst jetzt das Pflaster an seiner Stirne. Der Advokat lacht. «Ich muss mich entschuldigen, Earl. Das mit meiner Sitzung von gestern abend war Schwindel. In Wirklichkeit verfolgte ich die Spur des Mannes mit dem Overall! » «Und darum hast du mich ins Narihira abgeschaufelt? Das werde ich dir nie vergessen! » heuchelt EarL vorschriften in diesem Sinne auszulegen. Im vorliegenden Falle ist es besonders gerechtfertigt, die Erteilung der Bewilligung vom Bestehen, einer Prüfung abhängig zu machen, weil die Rekurrentin in der Schweiz überhaupt keine Prüfung abgelegt hat, aber auch hievon abgesehen rechtfertigt die Verschiedenheit der Verhältnisse die besonderen Anforderungen des Stadtverkehrs den von der bernischen Polizeidirektion eingenommenen Standpunkt. Der Rekurs wurde einstimmig abgelehnt, und die Rekurrentin wird sich somit der Fahrprüfung zu unterziehen haben, um ihre Fahrbewilligung in Bern zu erlangen. W. Reparatur-Abonnement. Der in Nr. 31 von Dr. M. Krauthammer gemachte Vorschlag, ein Reparatur-Abonnement einzuführen, ist zwar gut gemeint, für die Praxis aber ist mit dem Vorschlag wenig anzufangen. Zunächst muss auf einen erheblichen Irrtum in dem betr. Artikel hingewiesen werden; der Einsender meint, dass die Reparaturen nicht selten in wenigen Jahren «das Mehrfache der Erstehungskosten des Wagens ausmachen »! Diese Behauptung ist reichlich grotesk •— gewiss, es mag Pechvögel geben, die von der Tücke des Objekts derart heimgesucht werden, dass sie mit ihrem Auto nichts Gescheites anzufangen wissen und ^dasselbe jahraus, jahr6m .in Reparatur haben, ©ies ist aber glücklicherweise eine äusserst selten auftretende Erscheinung. Ich bin seit 25 Jahren Automobilist, habe alle möglichen Fahrzeuge in dieser langen Periode benützt, weiss aus zahlreichen Beobachtungen bei anderen Fahrern, was das Normale an Reparaturkosten etwa sein kann. In den letzten Jahren spielt das Konto Reparaturen eine immer günstigere Rolle; etwa zwei Drittel der heute gekauften Wagen sind amerikanischer Herkunft; bei der grossen fabrikaforischen Ausgeglichenheit derselben ist nicht nur Pflege und Unterhalt des Fahrzeuges äusserst vereinfacht und erleichtert, sondern auch die gute Konstraktion und das vorzügliche Material reduzieren die Reparaturen auf ein Minimum. Auch die europäischen Konstruktionen haben in den letzten Jahren eine beispiellose Standardisierung und Vervollkommnung erreicht, das kommt dem Fahrer nicht nur im billigen Anschaffungspreis, sondern auch im Unterhalt zu gut; bei normaler Wartung eines Wagens bilden die Reparaturkosten im Betrieb eine nebensächliche Rolle. «Du wirst mir verzeihen, wenn du vomich gespannt. Aber nichts regte sich. Behutsam umschlich ich den Häuserblock: Lauf der Dinge erfährst. Hör' zu. Du erinnerst dich, dass wir dem Kerl auf den Fersen waren, bis er uns durch seinen Trick in lichtlos, wie verlassen. Die Höfe sind alle Ueberall dasselbe Bild — vermachte Fenster, der Grossgarage an der Clybourne-Avenue durch Bretterwände gesperrt. In einem aber entwischen konnte. Das genügte mir, umsah ich doch noch etwas, das mich interes- das Ende seiner Fahrt zu erraten. Denn an die Clybourne Avenue grenzt Maple Wood, eines der düsteren und berüchtigsten Quartiere der Stadt. Dorthin schlich ich mich gestern abend, verkleidet natürlich. Ich hatte Glück. In einem Seitenhofe eines der dunkelsten Viertel sah ich das Auto des Mannes im Overall. Ich erkannte es an der Nummer. Wie ich mich in dem Hofe etwas umsehen wollte, hörte ich Schritte und hatte gerade noch Zeit, mich hinter einigen Fässern zu ducken, als ein Trupp Männer den Hof durchquerte. Ich sah, wie sie auf einen Holzverschlag zutraten und wie einer aus der Gruppe dreimal hintereinander klopfte. Dann vernahm ich ein kurzes « Black » hinter den Brettern, das mit « Corners» von Seiten der Männer beantwortet wurde. Eine schmale Türe öffnete sich und die Bande verschwand. Vorsichtig schlich ich an die Wand heran und spähte durch eine Lücke. Vor mir lag, halb verborgen von den Schatten der angrenzenden Häuser, ein langer, gewundener Hof. Die Fassaden der Gebäude waren ohne irgend ein Licht, die Fensterladen alle geschlossen, und, wie ich mich später überzeugen konnte, auch vernagelt. Eine geraume Weile lauschte sierte: Einen gewaltigen Autopark! Und mitten drinnen, mattglänzend im spärlichen Lichte: ein niederes weissschimmerndes Tropf enauto! Plötzlich kam ein Kerl die schmale Gasse herunter und rief mir sein «Black» entgegen. Ich antwortete ihm, wie ich es gehört hatte, mit einem leisen « Corners ». Der Kerl blieb stehen und ich drückte mich gleichgültig schlendernd um die nächste Ecke. Wie ich aber ausser Sehweite war, gab ich eilends Fersengeld. In einem Hausgang vor der Einmündung in die Clybourne Avenue streifte ich meine Lumpen von den Kleidern und wollte gerade in die Gasse hinaustreten, als ich das weisse Tropfenauto wie besessen um die Ecke sausen sah. « Das gilt dir, » dachte ich, « der Kerl hat dich sicher davonsatzen sehen.» Ich wartete in meiner Nische der Dinge, die da kommen sollten. Eine halbe Stunde zerrann und ich begann alle Bedenken in den Wind zu schlagen. Da sah ich zwei Typen die Avenue hinaufmarschieren, noch angesteckt von einer animierten Nacht — zwei gute Bürger. Ich schloss mich ihnen unauffällig an. Wir waren schon lachend und plaudernd INSERT1ONS-PREIS: Die achtgespaltene 2 mm hohe Grundzeile oder , deren Raum 45 Ct*. für die Schweiz; für Anzeigen aus dem Ausland 60 Cts. Grössere Inserate nach Seitentnrif. lueratensenluss 4 Tage vor Erscheinen der betreffenden Nummer Ganz abgesehen hiervon ist der Gedanke, j das Motorfahrzeug pauschal in Pflege, Un- [ terhalt und Reparatur zu geben, keineswegs neu; er ist tausendfach in die Praxis übergegangen. In Amerika übernimmt der Garagist die vollständigen Betriebs-, Unterhalt- und Reparaturkosteh ohne weiteres! zu einem Forfait-Preis, der entweder auf die .Kilometerzahl oder auf die Zeitdauer abgestellt ist. In diesem Abonnement eingeschlossen ist. auch die jederzeitige Stellung eines Ersatz-Fahrzeuges, falls eine grössere Reparatur notwendig ist. Auch in Dänemark und in Schweden hat man derartige Einrichtungen, sie werden dort hauptsächlich mit bestimmten Berufs-Gruppen, z. B. Aerzten, Geschäftsreisenden etc., abgeschlossen. Auch hierzulande wäre die Einführung einer pauschalen Vergütung nicht allzu schwierig, nehmen wir z. B. eine bestimmte Type, einen Essex-, Chrysler- oder Fiatwagen oder einen xbeliebigen anderen. Der Vertreter dieser Marke kann ohne weiteres' die normalen Betriebskosten inkl. Reparaturen berechnen und dieselben auch ohne grösseres Risiko mit dem Auramobilbesitzer vereinbaren. Wie stellt sich aber die abnormale Benützung? Wenn einer z. B. ohne genügende, Schmierung oder ohne Wasser im Kühler' fährt oder sonstwie liederlich mit seinenr Fahrzeug. umgeht. Die Kasko-Versicherung' bietet in dieser Beziehung eine sichere Wegleitung,-sie stützt steh auf die Erfahrung von' Jährzehnten. Das Risiko muss ziemlich hoch eingeschätzt werden, deshalb die Verhältnis-* massig hohen Prämien. Aehnlieh müsste^ das Reparatur-Abonnement veranlagt wer-' den. Der Garagist kann sich nicht auf den guten Fahrer einstellen, sondern auf den Durchschnitt plus Zuschlag für allerlei Unvorhergesehenes. Dadurch käme er zu einem ziemlich hohen Ansatz; der tüchtige Fahrer,' der mit seinem Wagen äusserst sorgfältig und vernünftig umgeht, müsste also für den Nachlässigen die Kosten tragen. Ja, wenn die Verhältnisse, unter denen sich der Automobilverkehr abspielt, nicht so individuelle wären, Hesse sich die mittlere Linie verhältnismässig leicht finden, allein unter den heute bestehenden Grundlagen des Verkehrs ist ein Reparatur-Abonnement eine Sache, die vorläufig kaum Aussicht auf Einführung in der Praxis hat. Das beste Rezept ist doch schliesslich nach wie vor eine sorgfältige gewissenhafte Behandlung des Fahrzeuges; ausserdem die Verbindung mit einer seriös geführten me- in die Larrabee-Street gelangt, als wir plötzlich ein hohes Sirren in unserem Rücken vernahmen. Ich konnte mich nur noch umkehren und in die Laternen des weissen Autos starren, als auch schon die Schüsse eines Maschinengewehres um unsere Ohren pfiffen. Ich spürte einen Stich an der Stirne und warf mich zu Boden. Fünf Minuten später erschien die Sanität. Die beiden armen Teufel waren tot. Dann ging es via Leichenhaus nach Hause.» Atemlos ist der junge Farrington den Schilderungen des Freundes gefolgt. Er steht auf und reicht ihm die Hand. « Das hast du alles mir und meinem Onkel zuliebe getan! Bist immer noch der gute Kerl, Mac! » Dann sinken alle drei in tiefes Nachsinnen. « Wir haben jetzt eine wertvolle Spur, » sagt der Advokat langsam. «Erstens wissen wir, dass die Blaokcorners deinen Onkel entführt haben. Das fällt in Zusammenhang mit Hill Cliff's Beobachtungen nicht schwer. Zweitens kennen wir das Quartier der Banditen. Was uns noch fehlt, ist der Ort, an dem dein Onkel gefangen gehalten wird — und der ist am Ende der punktierten Linie auf dem kleinen Plane oder dann in der Nähe zu finden. Und weisst du nun, was es mit dem Auto für eine Bewandtnis hat? » Earl klopft erregt auf die Tischplatte. « Ich ahne es — » « Du hast mir während deines ersten Besuches von der Garage im Hause deines