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E_1928_Zeitung_Nr.037

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Ausgabe: Deutsche Schweiz. BFRit. Freitag, 27. April 1928. Nummer 20 Cts. 24. Jahrgang. — N° 37 ERSTE SCHWEIZERISCHE AUTOMOBIL-ZEITUNG Zentralblatt für die schweizerischen Automobil- und Verkehrs-Interessen Halbjährlich Fr. 5.—, jährlich Fr. 10.—. Im Ausland unter Portoznschlag, sofern nicht postamtllch beiteilt Zuschlag für postamtliche Bestellung Im In- und Ausland 30 Rappen. Postcneck-Rechnung 111/414 •• ABONNEMENTS-PREISE: &uswuchxe In Nummer 28 der «Automobil-Revue» vom 27. März 1928 haben wir darauf hingewiesen, dass die Frage der Eingangs- und Durchgangsgebühren im eidgenössischen Parlamente von Nationalrat Keller in Aarau neu aufgegriffen wurde. Er fand damals lebhafte Unterstützung durch ein Votum seines aargauischen Kollegen, Nationalrat Abt. Die Frage bedeutet einen Ausschnitt aus dem grossen Verkehrsproblem. Die Lösung muss wirtschaftlichen und rechtlichen Forderungen entsprechen. Die rechtliche Seite des Problems ist eigentlich durch Art. 21 des Konkordates bereits festgelegt, der bestimmt, dass die Motorfahrzeuge der sich in der Schweiz aufhaltenden Ausländer von Taxen befreit sind, sofern der Aufenthalt nicht länger als, drei Monate dauert und insofern die betreffenden Herkunftsstaaten Gegenreeht halten. Wie so manch anderer Artikel steht auch dieser wohl auf dem Papier. Eine Verwirklichung in der Praxis hat er bis heute leider nicht gefunden. So mehren sich denn auch* in letzter Zeit die Klagen,an den Grenzgebieten über die nach und nach unhaltbar werdenden Zustände, besonders an "der deutschen und französischen Grenze. Die uns zugekommenen Briefe ergehen sich in nicht gerade schmeichelhaften Anschuldigungen gegenüber unsern Bundesbehörden, die sich bis.jetzt in dieser Angelegenheit rein passiv verhalten hätten. Die betreffenden Schreiben sind sich alle darin einig, dass von.den ausländischen Staaten, ganz besonders von Deutschland, mehr Gegenrecht gehalten werden sollte. Der deutsche Automobilist z. B. könne seine Leute auf Schweizerbahnhöfen abholen, könne mit ihnen ins Innere der Schweiz fahren, ohne einen Rappen bezahlen zu müssen. Deutsche Car-Alpins vollführten Reisen durch die .ganze Schweiz, letzthin an den Ländermatch in Bern, ohne nur einen einzigen Rappen Steuern entrichten zu müssen. Sogar ihr Benzin brächten sie unverzollt in die Schweiz, das drüben 31 Pf. pro Liter, bei uns aber 50 Rappen kostet. Sollte es da- Erscheint Jeden Dienstag und Frritaa Monatlich „G»Ibe Liste" ADMINISTRATION: Breitenrainstrasse 97, Ben; Telephon Bollwerk 39.81 Telegramm-Adnue: Antoram«, Bern gegen einem Schweizer einfallen, seinen nächsten Angehörigen auf dem nahegelegenen Bahnhof über der Grenze abzuholen, so habe er für die Viertelstunde Fr. 1.25 Steuer zu bezahlen. Wenn sich über diese unhaltbaren Zustände besonders die an der Grenze wohnenden Automobilisten empören, so ist dies begreiflich. Ihnen zuerst muss die eklatante Vorzugsstellung auffallen, die Auslänländer gegenüber Schweizern in deren eigenem Lande gemessen. Allein, wir können allerdings die allzu enge Auffassung von Herrn Nationalrat Abt nicht teilen. Man darf das Eine nicht vergessen. Dem Schweizer sind die «metallenen Ausländer» nie ganz unwillkommen gewesen, auch wenn sie sogar «Luxuskäliber» darstellten. Schon in früheren Jahrhunderten wären die Schweizer ohne «ausländisches Metall» gar manchmal brotlos gewesen und kehren die «Metallenen» heute bei uns nicht ein, so strecken viele Tausende von Schweizern ihre Hälse nach ihnen aus. Die Kleinheit unseres Landes und das Fehlen jeglicher Rohstoffe verbietet uns einmal, den «Gernegross» zu spielen. Wir müssen Rücksichten tragen und auf diplomatischem Wege zu erreichen versuchen, was andere sich schlussehdlich mit der Faust holen können. Damit soll jedoch nicht gesagt sein, dass wir alle Ungerechtigkeiten und Auswüchse vom Auslande ohne weiteres einzusacken brauchen. Schon manches Mal hat es uns geschienen, als krümme sich der Rückgrat unserer Behördemitglieder auf internationalem Parkett nur allzu gerne. Mehr Rückgrat wäre dann und wann in entscheidenden Momenten sicher von grösserem Vorteil. Im Ein- und Durchgangsverkehr für Automobile bestehen Auswüchse, die tatsächlich zum Aufsehen mahnen. Sie werden vielleicht dazu angetan sein, dem Bundesrat die Beantwortung des -Postulates Keller zu erleichtern. Da, wo das Ausland Druck ausübt und vor Erheben von Eingangsgebühren nicht ztrrückscheut, sollten auch wir mit den nötigen Gegenmassnahmen antworten. Was z. B. Vorarlberg kann, sollten auch wir tun können. Deutschland, Belgien, Frankreich, Holland, die Tschechoslowakei, plus Polnisch Oberschlesien und Tirol erheben für vorübergehenden Aufenthalt eine Autosteuer. Diesen Staaten gegenüber sollte die Schweiz Gegenrecht halten. Es scheint uns, dass es dem Bundesrate nicht schwer fallen dürfte, einen elastischen Artikel aufzustellen, der unsern Landesinteressen entspricht, den Schweizer Automobilisten vor ausländischen Gebühren befreien und dem Staatsfiskus neue Einnahmen erschliessen könnte. K. Der deutsche Fahrschulzwang. Zur Erwerbung der Führerbewilligung in Deutschland genügt nach den geltenden Bestimmungen die erfolgreich bestandene amtliche Prüfung nicht allein. Es muss gleichzeitig noch der Nachweis geleistet werden, dass der Bewerber mit Erfolg eine der bestehenden, konzessionierten Fahrschulen besucht hat. Gegen diese Vorschrift macht sich nun seit einiger Zeit eine wachsende Opposition geltend. Wenn die Gegner dieser Bestimmung die Institution der Fahrschulen insofern befürworten, als sie doch für viele die einzige Gelegenheit bilden, sich die notwendigen Fahrkenntnisse anzueignen, so trachtet man doch danach, den damit verbundenen amtlichen Zwang zu beseitigen. Ganz abgesehen davon, dass der Besuch solcher Kurse das Budget des Anfängers ganz wesentlich belastet,, sollte doch allen denjenigen, welche anderweitig Gelegenheit haben, ihren ersten Fährunterricht zu nehmen, diesbezüglich auch,freie Hand gelassen werden. Die Vorschrift wird nämlich so strikte gehandhabt, dass selbst bewährte Fahrer, die sich allerdings ihre praktischen Erfahrungen im Ausland oder im Militärdienst angeeignet haben, zum Besuch einer solchen Fahrschule gezwungen sind, wenn sie bei den nach dem Buchstaben verfahrenden Amtsstellen Gehör finden wollen. Man ist nun in massgebenden Kreisen zudem vielfach der Ansicht, dass oftmals bei den konzessionierten Fahrschulen allzu sehr nach dem. Schema F instruiert wird und deshalb mancher trotz bestandenem Examen, auch ohne die mangelnde Erfahrung besonders zu berücksichtigen nicht als eigentlicher Fahrer taxiert werden kann. Dies trifft in manchen Fällen sicherlich zu, da das Autofahren eine Sache der, Begabung ist und die : 'wertigen, verhältnismässig- schnell gejefnteny mechanischen Handgriffe nicht den Ausschlag geben können. Verständlicherweise rücken die betroffenen Unternehmen mit einer Reihe von Gegenargumenten auf, um die Notwendigkeit des Obligatoriums • darzulegen. Man beruft sich vor allem darauf, dass den Schülern nur ganz bewährte Lehrer beigegeben werden, welche genügend Gewähr dafür bieten, dass der angehende Fahrer, trotz seiner anfänglichen Ungeschicklichkeit, den Verkehr nicht über Gebühr gefährdet. Dies könne dagegen von irgendwelchen privaten Fahrlehrern nicht ohne weiteres behauptet werden. Dem gegenüber wird aber den Behörden nahegelegt, dass es leicht möglich sei, entsprechende Vorschriften aufzustellen, damit nur gewissenhafte Leute die Instruktion von Anfängern übernehmen. So könnte z. B. bestimmt werden, dass der Begleiter mindestens seit ein oder zwei Jahren gutbeleumdeter Selbstfahrer ist. Ferner könnte die zeitweise oder dauernde Entziehung der Fahr- und Lehrbewilligung vorgesehen werden, sofern sich der Privatlehrer durch Unachtsamkeit beim Unterricht bei einem eventuell eintretenden mitschuldig machen würde. INSERT1ONS-PREIS: Die achtgespaltene 2mm hohe Grundzeile oder deren Raum 45 Cts. (ür die Schweiz; für Anzeigen aus dem Ausland 60 Cts. Grössere Inserate nach Seltentarif, Useratensehlnss 4 Tage vor Erscheinen der betreffenden Nnmmer Verkehrsunfall Aus Automobilkreisen wird den Behörden ferner nahegelegt, bei der Erteilung der Fahrbewilligung weniger auf das Resultat der bei der Fahrschule abgelegten Prüfung abzustellen, sondern vielmehr den eigenen Prüfungsmethoden vermehrte Aufmerksamkeit zu schenken. Beim Examen soll vor allem festgestellt werden, ob der Betreffende tatsächlich die Kunst des Fahrens beherrscht, in jeder Situation anhalten, wenden und rückwärtsfahren kann. Der Kandidat soll orientiert sein über die Bremswirkung auf trockener und feuchter Strasse und ferner über die Verkehrsvorschriften genau Bescheid wissen. Besondere technische Kenntnisse sind bei der heutigen Vervollkommnung der Autokonstruktion nicht mehr unbedingt notwendig. Einige praktische Handgriffe, wie das Kontrollieren und Nachstellen von Bremsen, die Gegenmassnahmen bei plötzlich auftretendem Vergaserbrand etc. sollten dem Anwärter auf die Bewilligung allerdings bekannt sein. Um zu verhindern, dass der Prüfling sich nur nach oberflächlicher Ausbildung zum Examen melde wird ferner vorgeschlagen, die Gebühren für dessen Wiederholung entsprechend zu erhöhen. Zweifelsohne werden die Vorschläge betr. Aufhebung des Fahrschulzwanges und Reorganisation der Prüfungsmethoden in immer weiteren Kreisen Unterstützung finden. Die Frage ist nur, wie lange es dauert, bis sich, der Jciiwkfällige Apparat der. Verwaltungsbehörden dieser Auffassung anschlle'Sst und entsprechende Massnahmen vorkehrt. Z» Zur Frage autorechtlicher Bildungskurse, die wir in Nr. 34 der «AutomobiURevue» angeschnitten und als Anregung an die E. H. T. Zürich weitergeleitet haben, wird uns gsschrieben: Man hat schon wiederholt bei Gerichtsfällen die Wahrnehmung machen müssen, dass viele unserer Richter mit den wichtigsten Automobil- und Verkehrsproblemen wenig vertraut sind, so dass sie jeweils in zahlreichen Fällen ausschliesslich auf das Gutachten der Experten abstellen müssen. Es scheint, dass es auch in andern Ländern hier nicht besser bestellt ist. So haben kürzlich drei österreichische Automobilverbände, die Aerztliche Kraftwagenvereinigung Oesterreichs, der Oesterreichische Kfeinautoklub und der Tatraklub durch Rechtsanwalt Jellinek eine Eingabe an die Präsidenten des Landesgerichtes für Strafsachen, des Oberlandesgerichtes, des Landesgerichtes für zivile Rechtsstreitigkeiten unddes Bundesministeriums für Justiz gerichtet; worin das Er- hoch. Ein Griff öffnet den Schlag. Der Schatten seines Fusses fällt auf das Trittbrett — da legt sich ein furchtbarer Griff um seinen Hals, er will schreien, aber die Sinne schwinden ihm. «Mabel — in den Wagen! Sie kommen!» Das weisse Auto Earl hilft ihr hinein, springt nach, reisst den Schlag zu, sucht nach der Schaltung — Ein Zeitbild aus dem heutigen Chicago, sein entsetzter Blick haftet am Führersitz : von Felix Vitali. das Volant fehlt! ! 13. Fortsetzung) Aber ehe er noch irgendein Wort hervorgestossen, setzt sich der Wagen lautlos, wie «Ich befürchte es. Sie kämpfen immer noch. Man hat uns die Gefangennahme der von Geisterhand berührt, in Bewegung... Bande zu früh gemeldet. Zu den unsern ! • • • Dass du auch mitkommen musstest! — Still!» Die Türe zum unterirdischen Schalterraum «Horch, dort! Ein Mensch — sieh nur. Er öffnet sich. will über den Hof. Sind das nicht Wagen dort « Ist der Wagen fort ? » drüben ? » Der weissgekleidete junge Mann lässt die « Es muss der Autopark der Blackcorners Finger über die mattglänzenden Hartgummiknöpfe der riesigen Schalttafel spielen. sein ! — Und dort — ha, siehst du — dort drüben — ich täusche mich nicht — nein — « Allright Sir. Vor zehn Minuten.» das weisse Auto ! » Tex Higgins Blick haftet an der erleuchteten MUchtafel, der Projektionsfläche für « Earl — der dort will fliehen !» «Ich muss den Wagen in unsre Hand bekommen !» Punkt seinen Weg durch das Gassengewirr drahtlose Bildübertragung, auf der ein roter Hao-Kius Augen durchglühen das Dunkel. zeichnet. Prüfend streifte er um den mattschillernden «Ein Glück, dass wir den Hauptsender Leib des Wagens. Zieht die Uhr und presst schützen können. In einer Stunde ist die Hilfe den Kopf gegen die kalten Backsteine der da. So lange müssen wir uns noch halten. Hofmauer. Mit einem Fluche rafft er sich Melde den Start der neuen Wagen*!» auf,, schlägt den Kragen seiner Fliegerjacke Auf der Kommandostelle der Marine schrillt das Telephon. Cliff turnt ärgerlich von seinem Barsessel. «Hallo, Captain Cliff. Morning, Kommissär Row. — Feuer einstellen ? Bedaure, unmöglich, absolut unmöglich. Habe Beweise — oh yes — Admiral Deans weiss. War Angriff auf Police Head quarters geplant! — Wie — hallo ! Vollmachten hin, Vollmachten her ! — Gibt es nicht, Sir. Keinen Fall ! Schicken Sie mir in halber Stunde den Zuchthausschlüssel. Ist so weit dann •— oh yes, Sir!» Etwas unsanft fliegt der Hörer in die Gabel zurück. «Hol mich dieser und jener. Kerl soll mir heut keinen Strich durch Rechnung machen — heute nicht! Halunke hat verdammten Schlotter. Sache geht ihm an den Kragen. — What about, wer schiesst da draussen ? » In drei langen Sätzen ist der Gewaltige bei der niedern Bartüre, versetzt ihr einen gutgezielten Fusstritt und stürzt ins Freie. Wilde Rufe schlagen ihm entgegen. Ein hoher, eisiger Ton liegt in der Luft. Unten, tief unten an der schnurgeraden Gasse rast der weisse, geschmeidige Stahlbau eines Wagens, blendende Lichtlohen brechend, aufblitzend im Wiederscheine der glastigen Bogenlampen. Atemlos stürzt Mac auf den Freund zu. « Der Schuft ist durchgebrochen! Weiter oben hat er zwei Matrosen überfahren! Ehe wir wussten, was geschehen, war der Teufelswagen mitten in unsern Reihen! » Hill Cliff wischte sich die Stirn. «An der Dreihundertfünfündsiebzigsten kani er heraus. Der breite Rolladen, an den wir uns umsonst herangemacht hatten — die Bande operiert dort mit Flammenwerfer — schnellte plötzlich hoch und gab der weissen Kiste die Bahn frei. Zwei Menschen hockten drin, das ist alles, was ich sah !» Die Gasse herauf schleppen vier Matrösen einen sich wie toll gebärdenden Gefangenen. Die vier haben alle Mühe, den Riesen vorwärts zu treiben. « Meschugge — ganz rein meschugge — Jim keine Blackcorner — Jim schwarze Diener von M. Farrington ! Jim helfen — sofort helfen müssen ! » Mac kann einen Ruf des Erstaunens nicht unterdrücken. Hastig stürzt er auf die se!tsame Gruppe zu. ««Hallo —wo kommst du her, um alles in der Welt? Wo steckt Earl ? » Dem armen Jim bleibt der Atem in der Kehle stecken. «Bindet ihn los ! » Die vier Matrosen, blickten auf Hill Cliff. Einer rapportiert: «Fanden ihn in dem äussern Hof des Blackcorner-Blocks. Nähe des Wagenparks. Strich verdächtig herum!» « Losmachen ! » befiehlt Hill Cliff. Der Schwarze ist vollständig erschöpft.