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E_1928_Zeitung_Nr.038

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des ersten Wagens, in

des ersten Wagens, in den nassen Morgen hinaus. Aber diese Fahrt bekam uns trotzdem recht übel. Das sonst so schonsame Schutzglas war zur Hälfte herausgeschlagen, und nun peitschte uns der kalte Regenwind unbarmherzig in die empfindlichen Gesichter. Auch lief die Strasse nun meist niederwärts, der Wagen sauste dahin, und mit alledem steigerte sich unser Ungemach auf den höchsten Grad. Um so aufrichtiger wandten wir nun unsere Bewunderung dem Chauffeur zu, der da mit beispielloser Gleichmütigkeit Wind und Wetter und jede Unannehmlichkeit in Kauf nahm. Jetzt ward uns klar, dass auch der Alltag dieses Mannes seine grossen Opfer forderte und eher ein Kampf denn ein tändelndes Spiel auf weichem Sitz war. Mehr und mehr 'kam in uns ein Gefühl liebender Hochachtung auf, und gerne hätten wir dem schlichten Manne unsere Gewogenheit mit einem warmen Händedruck kundgetan. Ja, nach und nach fanden wir alles an ihm gut, und wer konnte wissen, vielleicht war auch sein sonderbares Benehmen von gestern gar nicht so übel gemeint. Gewiss, wir waren entschlossen, zu Ende «der Fahrt anit einem grossmütigen Trinkgeld nicht zu kargen. Aber da (geschah etwas, was wir nicht voraus in Rechnung genommen hatten. Eine halbe Wegstunde vor dem Ziel wurde vor einem Land-Cafe Halt gemacht, und wir verfügten uns in den Schankraum zu ebener Erde — die beiden Chauffeure, ein Riese von einem Kohlenschaufler, Rolf und ich. Aber was war das nun? Die Chauffeure lehnten an den Wänden herum, einsilbig, stumm, als ob sie mit Ungeduld auf etwas warteten. Hin und wieder redeten sie halblaut zueinander oder blickten zu uns her oder schüttelten die Köpfe. Wir unsrerseits hielten ebenfalls zurück, noch unschlüssig, was eigentlich zu tun sei. Da fiel ein Wort, und — es ging mir wie ein Blitz durch den Kopf. Das also war es! Ich hatte am Morgen gesagt: « ... ce que vous prenez » und damit sagen wollen: «... was Sie verlangen ». Aber der Chauffeur, der ein besseres Französisch verstand, als ich es sprach, hatte es anders gehört. Ce que vous prenez — das war in seiner Sprache ein Imbiss, ein Vesper... gut! Und während ich noch diesem prächtigen Witz nachsann und Rolf die Sache zu verstehen gab, war den Dreien der Geduldsfaden endlich gerissen, und sie setzten sich an den Tisch und machten ihre Bestellung. Bei 'Gott, die lieben Kerle assen gut und lange! Und sie tranken gut und viel! Und sie nötigten uns freundlich, auch mitzuhalten, und bestellten von neuem und immer wieder. Im Verlauf dieses vormittägigen Gelages fragte ich Rolf einmal, wie es denn um seine Ferse stehe. «Heil, schon ganz heil; und ich verspüre grosse Lust, zu marschieren,» erwiderte er. « Und deine Zehe? » «Auch heil, ganz heil!» sagte ich, und mein Auge wanderte über die leeren Sehinkenplatten vor uns auf dem Tisch. Die Chauffeure erhoben sich, gestatteten, dass wir zahlten, und kurbelten die Motoren an. Aber auf ihre herzliche Bitte, nun gleich wieder einzusteigen, erklärten wir lachend, dass wir da eigentlich so gut wie am Ziele seien. Freilich, bis Marseille war es noch weit; aber wenn wir an diesem Tag schon bankerott gingen... Montierböcken in langen Reihen, Kisten voll Werkzeug, Autobestandteile, ein wirres Durcheinander von Naben, Ketten, silberglänzenden Metaillabfällen: die Wiege der weissen Wagen. Am Ende der Halle kehrt sich der Neger um. Der Raum scheint keine weiteren Türen zu haben. « Die Sendestätion ist im Nebengebäude? » Der Neger bejaht. Earl zwingt das unruhige Flackern semer Augen in seinen Blick. « Und der alte Professor? » Die Hand des Schwarzen deutet auf den Boden. Der junge Farrington erblasst. «Unter uns!» Wieder nickt der Blackcorner und zeigt über die Schulter in die linke Ecke der Halle. Jetzt erst entdecken Earl und Mabel eine matte Stahlplätte — eine Falltüre. Sie steigen in den dunkeln Schacht hinab. John Whiteman irrt durch seine Villa. Seine Schritte geistern durch die Gänge, verhallen in den Räumen, treppauf, treppab. Stunden dauert dieses Schreiten. Es ist wie das Pochen eines schlechten Gewissens. Die drei Diener in der Hall stecken scheu die Köpfe zusammen. i« Ist wieder verrückt...» « Betrunken... > «Holt sich noch den Tod. Seit Miss Mabelä Heirat ist's ein Irrenhaus! » «War wieder Gesindel da, diese Nacht. Bootleggers. Der Sekretär ist um zwei fort. Durch den Park! > *Er ist dabei!» « Der Alte? » .«Ich mache jeden Tip: Blackcorner!» »Psss....! Maul zu! Geht's dich an — he! Die sportlich wertvollsten Augenblicke eines Motorsportrennens ergeben sich ohne Frage bei den Rennen in den Kurven. Hierbei kommt die Fahrtechnik und die Fahrkunst der Rennteilnehmer in besonderer Weise zum Ausdruck. Sehr viele Rennen auf Bahnen oder Strassen Averden in den Kurven entschieden. Der Fachmann, der ein Renneu an einer besonders starken Kurve verfolgt, wird sich über die Gewinnaussichten der einzelnen Rennfahrzeuge und ihrer Führer orientieren können bei der Beobachtung, wie die Kurve genommen wird. Es ist deshalb auch nicht verwunderlich, dass sich die meisten Zuschauer einer Rennveranstaltung — sofern sie nicht offiziell an anderen Punkten der Strecke Aufstellung genommen haben — eine Kurve zur Verfolgung und Beobachtung des Rennens auswählen, weil sich hier die interessantesten Phasen und die höchste Kunst der Fahrer bemerkbar machen. Besonders bei Strassenrennen bietet das Kurvenfahren ganz erhebliche Schwierigkeiten, weil die Kurve nicht, wie bei einer sorgfältig vorbereiteten Bahn, einem (gesteigerten Renntempo entsprechend gebaut und vorbereitet ist. Mit tJrS*,___ Ba ~ % _k^kf Töl 1 R Beliebtes Weekend und Tourenziel. — Küche und Keller von trllZflallfsrilOT« I Cl. U altem Ruf. - Fliessendes Wasser. - Garage. 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Sie haben sich getäuscht!» Der Erschöpfte im Sessel schüttelt langsam den Kopf. «Sie sass neben dem jungen Engländer. Der Wagen raste auf zwei Meter Distanz an mir vorüber!» John Whiteman stöhnt. «Er will sie vernichten — die Bestie! — Mabel!» Harris Moore richtet sich mühsam auf. «Wir müssen sie retten, Mr. Whiteman! Das weisse Auto war nach der Insel bestimmt!» «Nach der Insel?» «Ja, denn es trug das gelbe Schlusslicht!» «Und auch Tex Higgens ist nach der Insel entflohen! Sie fällt in seine Hände!» John Whiteman stürzt an die Wand, •schmettert ein Bild zu Boden, öffnet eine geheime Tapetentüre — reisst ein Telephon AUTOMOBIL-REVUE 1928 — N°38 Von Alfred Nauck. VITZNAU I Cl. *r Nähe Rigibalinstation. — la Küche und Keller. — Speise-Terrasse. k Toi OA Nähe Ortsgarage. - Geeignete Räumlichkeiten für !y I Cl. iU Vereine und Gesellschaften T«! Q *7 ganz 1. Ranges — Fliess. Wasser u. Privatbäder - Garage • I Cl. / mit Boxen - Orchester - Motorboote - Tennisplätze. 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Die Ziffern auf dem Schaltbrett kreisen. Rote Lampen glühen auf. — Der Kontakt ist da! * Eine gewundene Treppe führt Earl und Mabel in die Tiefe. Der Neger gleitet lautlos voran. Der Engländer verfolgt jede seiner Bewegungen. Endlose Gänge nehmen sie auf. An hun* derten von Türen schreiten sie vorbei. Am Ende eines jeden Ganges befindet sich eine schwarze Kabine. Vor einer grauen Stahltüre hält der Führer inne. «Hier.» «Oeffiie!» Earls Revolver hebt sich. Wortlos drückt der Nigger auf einen Knopf. Die dicke Stahlplatte versinkt. «Vorwärts — zwei Schritte vor mir her!» herrscht der junge Farrington mit metallischer Stimme. Der Blackcorner gehorcht wie ein Hund. «Halte dich dicht hinter mir, Mabel. Die Türe bleibt offen.» Sie überschreiten die Schwelle. Vor ihnen liegt ein fensterloses, von einer schwachen Lampe erhelltes Gemach. Dichte Rauchschwaden 'lagern an der niedern Decke. Allüberall, in den Ecken und an den Wänden entlang stehen Flaschen und Kisten. Ueber einem Tische kauern vier Männer beim Kartenspiel. dem Wachsen der Geschwindigkeit steigert sich auch erheblich die Gefahr, die zu einem Schleudern des Fahrzeuges, einem Umschlagen führen kann. Bei dem Nehmen einer Kurve wirkt sich die sogenannte Zentrifugalkraft aus, die sich zusammensetzt aus dem Gewicht des Fahrzeuges, dem Krümmungsradius der Kurve und der Geschwindigkeit, in der sich das Fahrzeug befindet. An dem Gewicht und dem Radius kann naturgemäss nichts geändert werden. Es gibt nur zwei Möglichkeiten für ein Rennfahrzeug, das Nehmen einer Kurve in grösster Sicherheit vorzunehmen: einmal die Geschwindigkeit zu verringern, und zum anderen das Gewicht des Fahrzeuges möglichst weit nach der dem Kurvenmittelpunkt zu geneigten Seite zu verlegen. Von der Geschwindigkeitsreduzierung wird naturgemäss im Rennen nur unter ganz besonders erschwerenden Umständen Gebrauch gemacht, weil jeder Zeitverlust die Gewinnaussichten beschränkt. Dagegen wird das Gewicht durch manchmal ausgesprochene Akrobatenkunststücke des Beifahrers in möglichst günstiger Weise nach dem Kurvenmittelpunkt zu verlegt. Besonderes leisten hierin Fahrer in Beiwagenmaschinen, di« manchmal geradezu lebensgefährliche Kunst* stucke ausführen. Allerdings spielt hierbei eine Rolle, um welche Art Kurve es sich handelt. Beiwagen-Rennmaschinen, die den Beiwagen auf der Hinken Seite haben, nehmen Linkskurven ohne grössere Umstände, weil der Zug der Maschine das Fahrzeug selbsttätig in die gewünschte Richtung drückt. Allerdings kommt es dabei auch vor, dass sich der Beiwagen leicht hebt. Der Mitfahrer muss sich also nach links herausbeugen, um dem entgegenzuwirken. Wesentlich anstrengender für den Führer ist das Nehmen von Rechtskurven. Die Maschine zieht nach der entgegengesetzten Seite, wodurch das Vorderrad nach der Seite ins Rutschen kommt. Dafür ist aber ein Umschlagen des Beiwagens bei dem Durchfahren von Rechtskurven nicht so leicht zu befürchten. Für den Motorradrennfahrer ist die Kurvenfahrt sehr oft schwierig und gefährlich. Die Kurve wird stark nach innen genommen, weil man bei hoher Geschwindigkeit doch stets mit einem mehr oder weniger erheblichen Abgleiten aus der Kurve rechnen muss. Das Durchfahren einer Linkskurve auf der äussern rechten Seite ist durchaus falsch und gefährlich. Eine Rechtskurve wird bis höchstens Mitte der Strasse genommen. Ueber den Scheitelpunkt hinaus wird nach rechts 'aussen weitergefahren. Besonders interessant ist die Beobachtung, in welcher Weise unsere anerkannten Meisferfahrer die einzelnen Kurven durchfahren. Man kann wohl sagen, dass sich jeder Fa'hrer seine eigene Kurventechnik entwickelt hat, die grundsätzlich sich immer gleich bleibt, in der Ausführung jedoch je nach den gegebenen Verhältnissen verändert wird. Allerdings ist die Durchführung der Technik nicht immer möglich, weil es bei den Rennen manchmal unvorhergesehene Hindernisse oder Schwierigkeiten gibt, die die Anwendung der sonst vielmals bewährten Kurventechnik ausschliessen. Es spielt hier das Wetter eine bestimmende Rolle, dann auch der Zustand der Kurve selbst, wenn erst mehrere Rennfahrzeuge diese «•Hands up!» donnert Earl. Ein schallendes Gelächter antwortet. «Inspektion! Hähähä», gröMt eine rotborstige Schlächterphysiognomie. «Der Higgens soll mir doch den Buckel runter. — Rauf und runter, rrrauf und rrr... unter, hähähäl Her kommst, Milchgesicht! Sauf!» «Sauf!» hallt's im Chor. «Ruhe!» «Blase mir, du mir — hup!» grunzt ein ellenlanges Gerippe mit hängenden Tropfaugen. «Unser Kleiner — hup, brennt uns beim Hi — Himmel nicht durch — hup!» Und einem wirrhaarigen Alten auf die Schulter klopfend: «Prosit, old son — prosit!» Die scharfgeschnittenen Züge des Alten verziehen sich zu einem kindischen Grinsen. «Prosit — Chit», lallt er mit schwerer Zunge. «Onkel!» ruft Earl voll Entsetzen. Unsicher hebt der Wirrhaarige seinen grossen Kopf, blinzelt den Engländer misstrauisch an. Die Spielkarten entfallen seiner Hand — Stück für Stück. «Guck, Glut», sagt er unsicher, «das ist jetzt mein Neffe, der kleine Teufelsbub. Ein hübscher Junge, on earth! — Boys, trinken wir auf seine Gesundheit!» Die Schlächterphysiognomie, der Tropfäugige und der Kahlköpfige, Nummer vier am Tisch, setzen gröhlend die Flaschen an. Mit hartem Griff packt Earl den Professor. «Vorwärts!» Der alte Farrington wirft einen traurigen Blick auf die Spielkarten, die in den Weinlachen auf dem Tische schwimmen. «Fort — fort von hier?» (Fortsetzung folgt)

NO 38 — 1928 •passiert haben. Unsere grossen Fahrer nehmen selbst die schwierigsten Haarnadelkurven mit einer ausgesprochenen Weichheit, einer Eleganz, die die Schwierigkeiten nicht erkennen lassen. Die Kurve fügt sich dabei yölllg selbstverständlich in die Rennstrasse ein, wobei es kaum zu einem Vermindern der Geschwindigkeit kommt. Andere Fahrer wiederum gehen mit einer geradezu beängstigenden Gefährlichkeit in die Kurve hinein, nehmen diese zu scharf, geraten ins Schleudern und bringen sich dadurch um ihre Gewinnchancen. Auf offenen Strassenrennen sind manche Kurven von einer ganz ausserordentlichen Schwierigkeit. Erst kürzlich ist es bei einem sehr schweren Rennen auf einer Bergstrasse gegeben. Die Heirat soll bereits nächsten Monat stattfinden. Sinclair Lewis will seine Hochzeitsreise durch England mit einer Autokarawane machen, die er selbst führen will, während sich seine zukünftige Frau um die Verpflegung und andere häusliche Angelegenheiten kümmern soll. Später wollen sie nach Amerika zurückkehren und sich irgendwo an der atlantischen Küste ein Heim gründen. neurastheniaohen Zuständen, hysterischer Eeizbarkeit. Schlaflosigkeit, wirkt Bahnhofstrasse 108 beim Hauptbahnhol Prompter Versand Erstklassige Zimmereinrichtungen und Einzelmöbel beziehen Sie am vorteilhaftesten direkt durch die Die Dame, ihr Wagen und ihre Kleidung. Von Hilde Pribram. Ein schwieriges Thema! Es lässt sich naturlich vieles darüber sagen, doch möchte ich hier nicht zu ausführlich werden. Die heutige Zeit hat die Frau umgewandelt'. Sie ist sportlich, selbständig und auch selbststeuernd geworden. Die Zahl der selbststeuernden Frauen wird täglich grösser. Nicht nur, dass man mehr Damen sieht, die mit ihrem Wa- in der Stadt und auf der Landstrasse .vorgekommen, dass ein Wagen bei demgen Nehmen einer Kurve, die gerade über ein fahren, es fällt einem nicht mehr so stark Gewässer führte, das schwache Geländer auf, eine Dame am Volant zu sehen, und die durchbrach und abstürzte. Schuld an sol-weiblichchen Unfällen hat auch manchmal die unzu- auch grösser geworden. Welchen Wagen soll Beteiligung an Konkurrenzen ist längliche Kurvenmarkierung. Wenn auch sich eine Dame wählen? Für eine Frau ist grosse Rennen vorher von den Teilnehmern ein hübsches zweisitziges Coupe oder Kabriolet das beste. Es passt nicht für eine genügend vorbereitet werden, wobei insbesondere die Rennstrecke selbst sorgfältig Dame, einen grossen, schweren, offenen Wagen oder eine Limousine zu fahren. Ein vier- studiert wird, so kommt es doch vor, dass in der Hitze des Gefechts an besonders bis sechssitziger Wagen sieht meist ungeschickt aus. Eine Frau hat die Pflicht, schweren Punkten die gebotene Vorsicht ihren ausser acht gelassen wird. Das gilt in Sonderheit für ausserordentlich lange Rennstrecken, die von den Rennfahrern bei ungenügender Vorbereitung nicht vollkommen in allen Einzelheiten erfasst worden sind. Für die Veranstalter von Rennen erwächst noch im Hinblick auf die Tatsache, dass in jüngst vergangener Zeit manche Unfälle'in den Kurven vorgekommen sind, die Pflicht, für weitgehendste Sicherung und Markierung Sorge zu tragen. Ein völliges Absperren der Kurvenbahn bis hinter die Weggrenzung ist Wagen ebenso wie ihre Kleidung in Einklang mit ihrer Person zu bringen. Die mittelstarken Wagen mit einer indifferenten, unauffälligen Farbe sind für eine Dame am geeignetsten. Eine Frau ist am elegantesten, wenn sie einfach, aber sehr gut und korrekt gekleidet ist. Genau so ist es mit dem Wagen. Ihr Wagen darf auffallen durch die Schönheit seiner Form, nie aber durch Extravagance. Wie soll nun die Kleidung sein? Zum grössten Teil muss man es natürlich dem Geschmack der einzelnen überlassen. In der Stadt hängt die Kleidung von den Unternehmungen ab. Am Vormittag wird die Dame selbstverständlich und notwendig. Es ist immer damit zu rechnen, dass bei dem Herausschleudern von Fahrzeugen aus dem Kur- wohl meist nur Besorgungen machen, auch nur zu ihrem Vergnügen spazieren fahren! yenradius Fahrzeuge in die Zuschauermassen Dazu passt immer ein gut gearbeitetes Tailormade, ein Complet oder ein Jumperkleid eindringen können, wie das ja auch schon vorgekommen ist. Aus diesem Grunde ist ein mit Sportmantel und Schal. Fährt die Dame Zurückhalten unbeteiligter Zuschauer von besonders gefährdeten Kurvenplätzen Gebot am Nachmittag zum Five-o'clock oder zum privaten Tee, so passt auch dazu ein elegantes Complet oder ein Nachmittagskleid der Veranstalter. Naturgemäss gilt diese Forderung speziell bei Kurven, die in gleicher mit Pelzmantel oder sonst einem schicken Höhe mit der Rennstrecke liegen. Das ist aber Mantel. Für Touren natürlich nur Sportdress. bei Rennen auf offenen Strassen nahezu die Entweder Jumperkleid oder, wenn es kleidet, Regel. auch eine hochgeschlossene Bluse, Schlips mit Rock und sportlicher Jacke, Trenchcoat oder leichter Staubmantel. Im offenen Wagen ist die Kleidung sehr abhängig vom Mit der Autokarawane auf die Hochzeitsreise. Wetter. Eine Dame kann auch sehr gut einen In Rom wurde die Verlobung des amerikanischen Schriftstellers Sinclair Lewis mit kappe. Aber Vorsicht dabei! Es steht nicht Overall tragen mit Baskenmütze oder Auto- Miss Dorothea Thompson offiziell bekannt- jedem, eigentlich nur grossen und schlanken Figuren. Auch soll eine Dame nie ein Lokal in Hosen betreten. Es ist eine Kleinigkeit, aus dem Overall zu schlüpfen und in weiblicher Für die autofahrende Dame empfiehlt de Neuville, Zürich Eingang Bahohofstrasse 37 Entresol seine DAUERWELLEN .ei Nervosität Dr. O. Sammefs Nervocalntin sehr beruhigend und nervenstärkend Centralopotheke Zürich Möbelfabrik munsingen. E. UIYTTEHBACH JHadame Kleidung dazustehen. Für die Kleidung gilt also dieselbe Regel wie für den Wagen, nie auffällig und extravagant; den individuellen Noten, gegen die an sich nichts einzuwenden ist, muss immer die Zweckmäßigkeit abzulesen sein. Man muss sie nur zu bebandeln wissen. Dass die guten Bewohner von Marseille, diese gewohnheitsmässigen Aufschneider und Fabulisten, sich niemals ändern werden, beweist folgende authentische Geschichte. Im vergangenen Jahr© kam der französische Dichter Jean Giraudoux nach Marseille. Als er sein Auto in eine Garage führte, hatte er das Vergnügen, einen Dialog mitanzuhören. «Mein Auto! Mein Auto! Um Gottes Willen, mein Auto!» rief eine erregte Stimme. Haben Sie es repariert? Ich muss sofort — im Augenblick —, ohne Verzug muss ich abreisen.» «Das Auto steht zu Ihrer Verfügung,» antwortete eine andere Stimme. «Es ist wieder in Ordnung.» Da beruhigte sich der erste Sprecher: «Gut- Ich werde also am Nachmittag wiederkommen und abreisen.» «Sehr wohl, mein Herr. Bis dahin werde ich alle Schäden festgestellt und repariert haben. Seien Sie also, bitte, ohne Sorge.» Also tausend Franken musste der Automobilist zahlen, mit dem du kollidiertest! Was hast du mit dem Geld gemacht ? Ich habe mir einen wirklichen Occasionswagen damit angeschafft! AUTOMOBIL-REVUE AUSSTATTUNG IHRER WOHNUNG zirka 12 Sorten, nur das Beste von rein Eier und Naturbutter hergestellt. Makrönli, Waffeln, Haselnussbiskuits, Baslerleckerli usw.,versend. in Büchsen von 2 kg gegen Nachnahme v. Fr. 10.— franko. Wer einmal bezogen, bestellt wieder! A. 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Aus fünf und sieben bildet sich das babylonische Zahlensystem nach der Formel 5 X (5 + 7) = 60. Und aus dieser Sechzig wird dann, sechsmal genommen (Radius als Sechseckseite), die Gradeinteilung des Kreises, ebenso wie die Tageseinteilung des Jahres. Es entsteht das runde Sonnenjahr von 360 Tagen. Die Differenz zwischen diesem und dem wirklichen Sonnenjahr ist wieder die heilige Zahl 5 (die Zahl der sogenannten Epagomenen). Alle Völker, die sich frühzeitig und eingehend mit Astronomie beschäftigt haben und die jetwa in. der geographischen Breite von Babylon liegen oder von Babylon gelernt haben, haben die Fünf als besonders heilige Zahl. Im alten China gab es 5 Elemente, 5 Hauptfarben, 5 wichtigste Zahlen, 5 wichtigste Körperteile. Der Islam kennt die fünf Zeiten des Gebets, das Amulett der «Chamsa» (5 Finger) gegen die Dämonen; Lampen und Ketten und sonstige zusammengesetzte Gegenstände sollen 5 Teile oder ein Vielfaches von 5 aufweisen, die Kaaba ist von Adam mit Steinen gebaut worden, die die Engel von fünf Bergen holten. Die steinerne Hand der Alharmbra in Snanip.n- ist ja allgemein bekannt. Die sonnige Fünf spielt in Amulettform als Mittel gegen den bösen Blick auf der ganzen Welt, eine grosse Rolle. Im Orient sagt man: «Fünf komme in Eure Augen!» als Abwehrformel gegen feindliche Machenschaften. Die Albleitung der Bedeutung der Fünf ist aber nicht stets astral, oft kommt sie von den fünf Fingern der Hand allein her, die, zusammengeballt, die krafterfüllte Faust darstellen. Oft sind auch beide Ableitungen zusammen wirksam gewesen, so zum Beispiel, wenn im Buch der Richter und imi Buche Josua von den Chamuschim, der Fünfer-Kampfschar, geredet wird. Dagegen ist die Einteilung in fünf Bücaer Mosis wohl auf astrale Analogien zurückzuführen. Die altmexikanische Mythologie kennt fünf Weltalter (die Wassersonne, die Jaguarsonne, die Feuerregensonne, die Windsonne und die Erdbebensonne). Der altmexikanische Kalender zeigt die «grosse Periode» von 260 Tagen, die in fünf mal 52 Abschnitte eingeteilt ist. Die Fünf findet ihre Ergänzung in der noch bedeutsameren Zahl 7. Aus fünf and sieben wird das auch, vonruns nofeh