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E_1928_Zeitung_Nr.034

E_1928_Zeitung_Nr.034

Ausgabe: Deutsche Schweiz. BERü, Dienstag, 17. April 1928. Nummer 20 Cts. 24. Jahrgang. — N n 34 STE SCHWEIZERISCHE AUTOMOBIL-ZEITUNG Zentralblatt für die schweizerischen Automobil- und Verkehrs-Interessen ABONNEMENTS-PREISE: Erscheint Jeden Dienstag und Freitag Monatlich „Gtlbe List*" Halbjährlich Fr. 5.—, jährlich Fr. 10.—. Im Ausland unter Portozuschlag, sofern nicht postamtlich bestellt Zuschlag für postamtliche Bestellung im ADMINISTRATION: Breltenralnstrasse 97, Bern In- und Ausland 30 Rappen. Postcheck-Rechnung HI/414 Telephon Bollwerk 39.84 Ttelegramm-Adreue: Autorevue, Bern Der Automobilaussenhandel der Schweiz im Jahre 1927. Einfuhrwert 78,4 Will. Fr. Ausfuhrwert 5,2 Will. Fr. O Wir haben bereits im Januar nach unsern eigenen Zusammenstellungen über die Aussenhandelsbewegung im Jahre 1927 summarisch und provisorisch berichtet. Die amtliche Jahresstatistik ist nun dieser Tage erschienen, und in gewohnter Weise möchten wir gerne eine ausführliche Darstellung geben. Wenn der Leser die sonstige Ausführlichkeit vermisst, so ist dies nicht unsere Schuld. Wer sich auch nur oberflächlich mit derartigen Fragen befasst, wird sich erinnern, dass die Verzollung der Motorfahrzeuge vom November 1927 an auf einer ganz andern Basis als früher erfolgte. Eine einheitliche Darstellung der Gruppen im Vergleich mit den Zahlen des Vorjahres Hess sich schon im November und Dezember 1927 nicht geben. Dasselbe gilt für das ganze Jahr 1927 und wird auch bis und mit Oktober des Jahres 1928 der Fall sein. Ausscheiden lassen sich bloss die beiden Motorradgruppen und anderseits als Einheit sämtliche Wagengruppen, wobei dem Berichterstatter noch das Vergnügen zuteil wird, in den letzten Monaten von 1927 die Flugzeuge aus der Ganzjahresstatistik auszuscheiden, da in dieser — der Himmel weiss warum — die Kategorie 914 h (Flugzeuge) mit den Automobilen vereinigt wird. Es Hesse s!ch überhaupt ein längeres Kapitel schreiben darüber, wie launenhaft der statistische Pegasus der Zollverwaltung in der Gruppierung seit der •handelsamtlichen Ausscheidung der Motorfahrzeuge (d. h. seit 1906) ausgeschlagen hat. Für die ersten zehn Monate von 1927 liess sich ein höherer Einfuhrwert feststellen als für die ersten zehn Monate von 1926, dem bisherigen Rekordjahr. Das alber lediglich deshalb, weil vor dem 1. November, da der neue Zolltarif in Kraft trat, eine zehntägige Karenzfrist gewährt und in den letzten zehn Oktobertagen 1927 ein wahrer Run auf die Zollämter ausgeführt wurde. Dann aber stand der November 1927 weit unter dem Durchschnitt, und die Einfuhrquote für den Dezember 1927 brachte seit Jahren überhaupt den niedrigsten Monatswert. Wie vorauszusehen war, blieb infolgedessen der Jahreswert von 1927 hinter dem d£S Rekordjahres 1926 zurück : 78,4 gegen 80,3 Millionen Franken. Immerhin weist 1927 seit der Führung einer Statistik den zweithöchsten Einfuhrwert auf, mit rund 3 Millionen Franken mehr als in dem sich zunächst anreihenden Jahre 1920. Die Ausfübjr des Jahres 1927 weist gegenüber dem 'Verjähre eine erfreuliche Steigerung auf, nachdem sich die Werte der ersten elf Monate beider Jahre ziemlich die Wage gehalten hatten. Dann aber schuf ein ganz exorbitanter Ausfuhrbetrag im Dezember 1927 (der höchste Monatswert seit Jahren) für den Jahresabschluss einen beträchtlichen Ueberschuss gegenüber 1926, ohne dass freilich die Jahresquote von 1927 auch nur den fünften Teil der Rekordausfuhr von 1915 erreicht (28,7 Millionen Franken). Betrachten wir vorerst die Einfuhrbewegung im Jahre 1927. Um die folgenden Tabellen verständlich zu machen, müssen wir die genaue Kategorieneinteilung vorausschicken : a) Motorzwei- und -dreiräder ohne Lederüberzujr: h) andere (also solche mit Lederüberzwr): c) Automobile und Chassis im Stückgewicht von weniger als 800 kg; 3) Automobile und Chassis im Stückgewicht von 800 bis und mit 1200 kg; e) Automobile und Chassis im Stückgewicht von 1200 bis und mit 1600 kg; f) Automobile und Chassis im Stückgewicht von mehr als 1600 kg; g) Karosserien aller Art für Automobile: h) Elektrokarren; i) Traktoren ohne Karosserio. Fassen wir sämtliche Gruppen zusammen, so ergibt sich für die Einfuhr 1927 folgendes Bild: Eine Anregung an die E. T. H. Zürich. Das Automobilwesen wird heute noch von vielen als eine Welt für sich betrachtet. Weite Kreise des Volkes glauben sich mit ihm nicht befassen zu müssen, die Mehrzahl der amtlichen Stellen war bis zum heutigen Tage der Auffassung, an ihm vorbeisehen zu können. Und doch ist der Automobilismus in den letzten zwei Jahren sprunghaft angewachsen und scheint diesem Anwachsen in der Zukunft noch kein Ziel gesteckt zu sein. Das Automobilwesen dringt je länger je mehr in den Volks- und Wirtschaftskörper eines jeden Landes ein. Die Zahl der Automobilbesitzer wächst beständig an, die Zahl der Lastwagen nimmt rapid zu. Das Auto ist bereits heute zum unentbehrlichen Verkehrsinstrument geworden, das im Laufe der Zeit Lebens- und Arbeitsgewohnheiten in radikalster Weise umzugestalten fähig ist. Die ersten Strahlen des Zeitalters des Automobils erleuchten bereits unser ganzes Wirtschaftsleben. So ist der Automobilismus heute schon keine Welt mehr für sich, sondern bildet einen integrierenden Bestandteil unseres Wirtschaftskörpers. Das Gesetzwesen allerdings, das die ganze neue Welt regelt, steht erst in den Anfängen. Eifrig sucht man heute nach Verkehrsgesetzen und nach Lösung der mannigfaltigsten Probleme. Nicht nur der Autolenker hat sich heute mit Fragen des AutomobUismus zu beschäftigen,-^ der Strassenfachmann, der Verwaltungs-,- mann, der Polizeifachmann, der Rechtsanwalt, der Richter, das Behördemitglied, sie alle werden sich in wachsendem Masse mit Fragen des Motorfahrzeuges zu befassen haben. Die meisten dieser Köpfe nehmen zum Auto noch eine sehr eigenartige Stellung ein. Wenn diese auch durchwegs nicht als feindlich bezeichnet werden kann, so dürfte sie doch zum mindesten als sehr unabgeklärt gelten. Meistens ist diese schiefe Einstellung dadurch verursacht, dass die betreffenden Amtsstellen vom Automobilwesen zu wenig verstehen, dass es für sie ein fremdes Gebiet geblieben ist, wofür sie später das nötige Verständnis nicht mehr aufzubringen vermögen. Und doch gibt es eine Menge Probleme und Fragen, über die Staatsanwälte, Richter, Polizeibeamte zu plädieren und zu urteilen haben, ohne dass sie vorher Gelegenheit gehabt hätten, sich in die weitschichtige Materie während ihres Hochschulstudiums einzuarbeiten. In der Hochschulbildung dieser Funktionäre klafft gewiss eine bedenkliche Lücke und niemand wäre besser geeignet, diese Lücke auszufüllen, als unsere eidg. J Deutschland Oesterreich Frankreich Italien Belgien Holland Grossbritannien Spanien Dänemark Schweden Tschechoslowakei Ungarn AufeficimisclieForfMIduHgskiii'se. Einfuhr 1927. a b c—i ab c—i a b c—i a b c—i a b c—i a b c—i a b c—i a b c—i a b o-i a i. a b «—i b o—i ert jn Fr. Zusammen 264.496 30 829 4.2t6 745 4.512.070 36.424 4.500 519.917 550.841 514.698 36.262 18.444952 18.895.912 62.511 6.994 13.788.991 13.858.496 926.590 16.164 1.450.512 2.393.266 3.170 28.363 31.533 3.166759 106.383 854.902 4.128.044 88 45.425 45.513 109 109 6.891 6.891 290 290 15 15 technische Hochschule in Zürich, die zweifellos über Fachleute genug verfügt, um in Form von autotechnischen Fortbildungskursen den betreffenden Organen das ihnen heute noch fehlende, aber notwendige Rüstzeug zu vermitteln. Wir sind gewiss, dass diese Fortbildungskurse, die übrigens bereits von der technischen Hochschule Dresden mit grösstem Erfolge durchgeführt wurden, auch bei uns hohen Anklang fänden und die segensreichsten Folgen zeitigen würden. Wir möchten deshalb unsererseits nicht verfehlen, diese Frage als Anregung dem Lehrkörper und Rektorate, sowie dem eidgenössischen Schulrate der E. T. H. zur wohlwollenden Prüfung zu unterbreiten. Unsere E. T. H. hat auf allen technischen Gebieten anerkannte Pionierdienste geleistet und ist bahnbrechend vorangegangen. Ein neuer, bedeutender Wirkungskreis öffnet sich ihr: Verwaltungsleute und Juristen in Wissenszweige einzuführen, die enge mit der Technik des Automobilwesens in Zusammenhang stehen, sie bekanntzumachen mit technischen Fragen des Automobils, mit Fragen aus dem Gebiete der Strassenbau- und Verkehrswissenschaft, mit Fragen somit ganz allgemein, welche der Rechtspflege die Grundlage in Beweissicherungen und ähnlichen Massnahmen zu liefern haben. Wir verhehlen uns die Schwierigkeiten zur Durchführung solcher Kurse keineswegs. Wir wissen auch zum vornherein, dass ein wenige Tage dauernder Kurs nicht ein umfassendes Wissen wird vermitteln können, v/äre er auch noch so glänzend organisiert und stünden noch so hervorragende Dozenten zur Verfügung. Aber auch ein über das gewöhnliche Mass hinausgehender Einblick in den gesamten Fragenkomplex dürfte doch zweifellos dazu geeignet sein, der juristischen Praxis und damit der Allgemeinheit zu dienen. Eine gute Orientierung sichert bei der Abhörung von technischen Sachverständigen ein systematischeres Vorgehen und erleichtert das Studium fachtechnischer Artikel und Schriftsätze. Der Nutzen für die Allgemeinheit dürfte nicht ausbleiben. Gerade die eidgen. technische Hochschule hat sich, ihres Ursprunges und ihrer Aufgabe bewusst, immer wieder in uneigennützigster Weise der Gesamtheit des Volkes zur Verfügung gestellt. Sie wird ihren guten Willen, dem Ganzen zu dienen, mit der Durchführung solcher technischer Automobillehrkurse aufs Neue und in vorteilhaftester Weise bestätigen. K. Kanada Vereinigte Staaten Einfuhr 1927 Einfuhr 1926 b — c—i 106.340 106.340 a 318 731 b 19 541 c—i 33.610.596 33.948.868 a 5.283 467 b 220 673 c—i 72.920.048 78.433.188 a 5.158 571 b 339.008 c—i 74.823.918 80.321.497 Abnahme der Einfuhr 1.888.309 Nach der Stückzahl weisen die einzelnen Kategorien folgende Ziffern auf: Einfuhr 1927 Stück a 4.683 f 84 c—i 11.350 Einfuhr 1926 Stück 4.327 285 10.361 16.117 14.973 Wenn in den beiden ersten Monaten von 1928 die Vereinigten Staaten dem Wert nach mehr importierten als alle übrigen Länder zusammen, so dominiert im Jahresabschluss 1927 ebenfalls die amerikanische Industrie, jedoch bloss mit 44 Prozent der Gesamteinfuhr. Zum ersten Mal nehmen die Vereinigten Staaten in der Jahresstatistik von 1925 die erste Stelle ein, wenn auch nur mit einem unbedeutenden Plus gegenüber Frankreich. 1926 erreichte das amerikanische Kontingent INSERTIONS-PREIS: Die achtgespaltene 2mm hohe Grundzelle oder deren Raum 45 Cts. für die Schweiz; für Anzeigen aus dem Ausland 60 CU. Grflssere Inserate nach Seitentarif. Inscratensohlnss 4 Tage vor Erseheinen der betreffenden Nummer bereits 37 Prozent, und wenn für 1927 44 Prozent registriert werden, so kann woM ohne Risiko phrophezeit werden, dass am Ende von 1928 die Amerikaner mit mehr als 50 Prozent zu Buche stehen werden. An zweiter Stelle folgt 1927 Frankreich mit 24 Prozent (1926 30 Prozent), vor Italien mit 18 Prozent (1926 18,4 Prozent) und Deutschland mit 6 Prozent, das 1926 mit 2 Prozent bloss im sechsten Rang gestanden war. Den fünften Platz nimmt England ein mit 5 Prozent (1926 ebenfalls 5 Prozent), vor Belgien mit 3 Prozent (1926 2 Prozent) und Oesterreich mit 0,7 Prozent (1926 1 Prozent). Bei den übrigen Ländern handelt es sich um unbedeutende Zufallswerte. Bemerkt zu werden verdient, dass die englischen Lieferungen zu vier Fünfteln aus Motorrädern bestanden, wie denn überhaupt drei Fünftel der nach der Schweiz eingeführten Motorräder aus England stammen. Vom gesamten Einfuhrwert entfallen 7 Prozent auf die Motorräder und 93 Prozent auf die verschiedenen Wagenkategorien, deren Position im einzelnen sich nicht erkennen lässt, da die Aenderung des Zolltarifs die Zusammenfassung sämtlicher Wagenkategorien bedingte. An der Automobilausfuhr waren. 40 Länder beteiligt, wozu noch eine Kategorie «Verschiedene Länder» kommt. Die genauen Zahlen lauten : Ausfuhr 1927. Wert in Fr. Zusammen Deutschland a 139.003 c—i 146.651 285.654 Oesterreich a 24.624 c—i 123.379 149.003 Frankreich a 75.595 b 204 c—i 77.033 152.832 Italien a 11.940 c—i 191.477 203.417 Belgien a 960 c—i 137.903 138.863 Holland a 3.010 c—i 64.783 67.793 Grossbritannien a 2.677 c—i 737.519 740.196 Spanien a 32.701 b 450 c—i 1.595.142 1.628.293 Portugal c—i 46.875 46.875 Dänemark a 2.932 c—i 3.418 6.350 Norwegen c—i 262 262 Schweden c—i 2.193 2.193 Polen a 16.540 b 1.395 c—i 12.690 30.625 Tschechoslowakei a 24.238 b 1.776 c—i 160.141 186.155 Ungarn a 34.861 c—i 3.245 38.106 Bulgarien c-r-i 1.999 1.999 Rumänien c 4.600 c—i 36.370 40.970 Russland c—i 10.000 10.000 Aegypten c—i 900 900 Algerien c—i 1.928 1.928 Marokko a 1.800 c—i 3.352 5.152 Südarfika a 970 c—i 6.006 6.976 Westafrika a 595 c—i 10.000 10.59J Ostafrika a 5.920 5.920 Mesopotamien c—i 10.910 10.911 Britisch-Indien o—i 1.406 1.406 Straits-Settlements a 1.200 Niederländisch-Indien c—i a 752 17.850 1.952 c—i 3.644 21.494 Philippinen o—i 711 711 China c-4 1.296 1.296 Japan c—i 69.413 69.413 Vereinigte Staaten c—i 50.070 50.070 Kolumbien c—i 35.310 35.310 Venezuela a 775 775 Brasilien a 2.150 o—i 941500 943.650 Uruguay o—i 4.085 4.085 Argentinien a 5.200 o-ii 100 615 105.815 Chile c—i 171.523 171.523 Bolivia o—i 10.334 10.334 Australischer Bund c—i 69.604 69.604 Verschiedene Länder a 478 o—i 1.006 1.484 Ausfuhr 1927 a 411.619 a 3.825 o—i 4.845.445 8.260.889 Ausfuhr 1926 a 166.578 b 9.030 e—i 4.197.015 4.372.623 Zunahmt der Ausfuhr 888.26«