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E_1928_Zeitung_Nr.042

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Zum Ausbau des st.

Zum Ausbau des st. gallischen Strassennetzes In der Sitzung vom 10. Mai hat der Grosse Rat des Kantons St. Gallen eine Motion erheblich erklärt, die sich mit der Verbesserung und dem Ausbau des kantonalen Strassennetzes befasst. Die Motion wurde allerdings bereits im November 1927 eingereicht. Begründet wurde sie durch Herrn Grossrat Weyermann-Tobler, der ihr folgende Fassung gegeben hat: 1. Ueber die Aufstellung eines generellen Programmes betreffend dio weitere Verbesserung des kantonalen Strassennetzes, eventuell mit Einbettig von neuen Strassenzügen (Automobilstrassen); 2. über dia bezügliche Finanzierung durch Aufnahme eines Anleihens, dessen Verzinsung und Amortisation aus den Erträgnissen der Automobilgebühren und des Anteils aus dem eidgenössischen Benzmzollviertel erfolgen soll. Dass bei der Begründung der Motionär u. a. das Schneckentempo der Beratungen in Bern betreffend die Verteilung des Benzlnzollvtertels kritisiert, begreifen wir. Auf die Motion selbst möchten wir bis zur Vernehmlassung des Regierungsrates selbst noch nicht eintreten. Auf alle Fälle ist sie sehr begrüssenswert, da mit dem bisherigen System nichts zu erreichen ist. Der Antwort von Regierungsrat Riegg nach zu schliessen, ist die st. gallische Regierung bereitem kantonalen Strassennetz Wandel zu schaffen und es den modernen Verkehrsanforderungen anzupassen. Bereits liegt ein Programm des Kantonsingenieurs vor, nach welchem dem Departement allerdings mindestens zwei Millionen jährlich zur Verfügung gestellt werden müssten, damit in acht bis zehn Jahren nur das Notwendigste durchgeführt wäre. Ohne Zweifel werden die St. Galler den ihnen zukommenden Anteil aus dem Benzinzollviertel vollständig zur Verbesserung ihres Strassennetzes zu verwenden haben. Wir geben ohne weiteres zu, dass diese Summe zur Bewältigung dieser grossen Aufgabe zu klein ist und dass solange, als die Gelder des Benzinzolles unverständlicherweise in den Bundesfiskus fliessen, die Kantone mit einer geschickten Anleihepolitik auszukommen trachten müssen. Wenn auch zuzugeben ist, dass die Automobilisten von der Strassenverbesserung namhafte Vorteile ziehen werden, so möchten wir die Frage noch offen lassen, ob gerade sL durch eine Erhöhung der Automobiltaxen unbedingt stärker belastet werden müssen. Erfreulich wäre es natürlich, wenn der Kanton St. Gallen dazu käme, auch dem Problem eigentlicher Automobilstrassen näher zu treten. Der Kanton, der sich heute immer noch in einer bedenklichen Wirtschaftskrise befindet, hat alles Interesse, durch den Ausbau seiner Verkehrswege seinen darniederliegenden Handel und Verkehr nach Kräften zu beleben. So wie wir den St. Galler kennen, der sich immer durch initiativen Geist und Wagemut auszeichnete, wird er auch sein ihn vor eine neue Situation stellendes Verkehrsproblem grosszügig und geschickt lösen. K. AUTOMOBIL-REVUE ms - w 42 Rund um den Vierwaldsfäftersee Die Internationale Alpenfahrt Ein schöner Tag der Sektionen Basel, Waldstätte und Zürich des T. C. S. Die ganze Woche durch war es so kalt, dass der Atem wie eine weisse Wolke in der Luft hängen blieb. Es brauchte in der Tat ein gutes Mass Gottvertrauen, so ein sonnenheischendes Ding wie eine Bluestfahrt auf einen Eisheiligen anzusetzen Doch um auf Meister Busch zu klopfen: Erstens kommt es anders und zweitens als man glaubt... und wer wagt, gewinnt! Davor musste selbst Servazius, der Zweite im Bunde der seltsamen Heiligen, der den letzten Sonntag regierte, wenn auch grollend, den Rückzug in die schattigen Bergschlünde antreten. Der Samstag wundervoll -s- der Sonntagmorgen wie er auf der letzten Seite eines amerikanischen Romans steht. Das war ein Freuen, durch das blühende Land zu fahren, durch das jungfräuliche Grün der Wälder und Felder ! Auf jedem begegneten Gesicht stand etwas von Bravheit und stiller Zufriedenheit. Mit Schmunzeln registriert man, wie einem aus einem alten Bauernhaus ein blitzsauberer Bubikopf nachguckte ! Ja, ja, wir Schweizer sind doch ein lustiges Völklein landauf, landab .. Luzern! Die Einfahrt ist recht seltsam durch die schmutzigen, schattigen Häuser, den schneeweissen Hotelpalästen entgegen. Am Bahnhofplatz ein Rummel wie in der dicksten Hochsaison. Vor dem Wagenpark schlendern zwei bekannte Gestalten, und ihren Gesichtern sieht man es an, dass sich der Tag gut angelassen hat: Herr Helmlin, Präsident der Sektion Waldstätte, der Spiritus rector des Arrangements, und Herr Fehr, Präsident der Sektion Zürich. Es ist eine stolze Wagenparade, die man da abschreitet, Basler- und Luzernerwappen. — so rund, vierzig aus dem Limmatathen. Der T. G. S.-Dampfer « Schiller » schaukelt zuunterst an der Schifflände auf den Wellen und steckt in seinem schönsten Flaggengewand. Auf der Fallbrücke protzt ein ganzer Stab van helvetischen Marineuniformen. Herr Dönni, der liebenswürdige Kassier der Sektion Waldstätte, entbietet mir einen herzlichen Willkommgruss. Vom Deck wehen die Klänge der hellbehosten Jazzkapelle und vermengen sich mit dem wilden Orgelgebraus der farbenfrohen Budenstadt, die am Ufer von einer Menge Volks umlagert ist. Nach dem akademischen Viertel im Quadrat hofft man den letzten T. C. S.ler an Bord zu haben und lichtet nach einem sonoren Pfiff die Anker. Menschen — den Neid der Besitzlosen im Gesicht — stehen winkend am Ufer. Die knallige Bluse der Dame mit dem Riesenleib leuchtet herüber, ferner und ferner schallt das Jahrmarktsgedudel — wir wenden den Blick dem See zu. Ein steifer Wind fegt über Deck. Die Sonne hat sich hinter langfetzigen Wolken verkrochen. Ein zärtlicher Blick streift den Regenmantel am Arm. Doch es sollte nicht soweit kommen.., Hallelujah — hacken die Maximjazzer, und ihre Haare flattern mit den Wimpeln um die Wette. Die Paare beginnen sich zu finden und kreiseln über die Planken. Ich bummle durch das Schiff. Man hat das Gefühl, unter eine grosse, lustige Familie geraten zu sein. In dem Restaurant sitzen einige Herren Papas nach altem Schweizerbrauch beim dampfenden Kaffee und klopfen ihren Jass. In einer Ecke lauschen Herr Präsident Helmlin, Herr Dönni und Herr Dr. Tilgenkamp den Schnur, ren des seefesten Kapitäns, währenddessen Herr Fohr seine Frau Gemahlin, Frau Dr. Tilgenkamp und ein weiteres Autlerpublikum als chevaleresker Die vereinigten Kreiseisenbahnräte der S. B. B. gegen die Autokonkurrenz. In Bern werden am 24. Mai die vereinigten Kreiseisenbahnräte der S. B. B. zusammentreten und an der Tagung die Autokonkurrenz, sowie die Massnahmen besprechen, die in nächster Zeit dagegen ergriffen werden sollen. An der Tagung nehmen auch die Mitglieder des Verwaltungsrates der S. B. B. und die General- und Kreisdirektoren teil. Als Referenten figurieren die Herren Gene- D E U T 5 C H L A N D Conferencier über die historische Vergangenheit der Waldstätte auf dem laufenden hält. (Nicht ohne dass die Mundwinkel ununterbrochen in Bewegung sind 1) Drei Dialekte schwirren durcheinander — es ist eins nahrhafte Kost. Die Basler sind eifrige Bewunderer unserer schönen Innerschweiz; ihre Gläser klettern auf jeden Grat. Ich komme mir ganz klein vor: jeder hat eine Karte auf dem Schoss. Der freundliche Herr dort am Kiel ist Herr Zoller und gleich daneben Herr Thüring mit seinen charmanten Töchterchen. Indessen pflügt der Dampfer unentwegt durch historischo Wasser. Weggis taucht auf und wird aus lauter Pietät angefahren (es war natürlich nur eine Scheinlandung, weil der Herr mit der grauen Tellerkappe so frenetisch winkte — und doch nicht Herr Ruckstuhl war I). Das Schifferdörfchen Vitznau grüsst aus den Bäumen; Brunnen zieht vorüber mit seinen majestätischen Hotels — Sisikon — die Tollsplatto — Flüelen. Die Berge sind silberweiss, die Hänge bis tief in die Wälder hinunter bizarr überpudert. Dio Häupter des Buochser- und Stanserhorns schauen unendlich erhaben, aber mit verzeihender Gemütlichkeit auf unsere vollverfrachtete Arche Noah herunter. Welch ein Schauen über dieser leiebtbewegten See, die winzigen Schiffchen mit winkenden Armen, die felsigen Buchten, über denen ein erster sommerlicher Hauch wie eine Ahnung liegt ... Ein niedliches Intermezzo lenkt unsere Blicke wieder dem Leben auf dem Schiffe zu. Der kleine Sohn Herr Helmlins überreichte Frau Fehr und Frau Zoller einen liebevoll gebundenen Blumenstrauss. Man weiss nicht, soll man sich mehr an der galanten Aufmerksamkeit oder an dem treuherzigen Gesichte des Kleinen freuen. Warmen Beifall ernten die Zürcher mit einigen forschen Schweizerliedchen, die, non plus ultra, von der Filmkamera Herr Dr. Tigenkamps in die moderne Chronik unserer Zeit eingetragen werden. Vor Flüelen dreht die «Schiller» in stolzem Bogen bei. Brrr... ein echt innerschweizerisches Gegenwindchen blast dem Saxophonbläser die Puste vom Mund weg und die ganze tanzende und naturbewundernde Familie unter Dach. Man erinnert sich plötzlich, dass einem der Schöpfer einen Magen beschert hat und stürmt mit zäher Beharrlichkeit das Büffet und die leider schon beschwerten Stühle. Und während der Dampfer dem Rütli, der Axenstrasse und dem Schillerstein (er heisst so, weil die goldenen Buchstaben darauf so schillern!) einen vertrauten Gruss hinüberruft — klappern im Bauche des braven Schiffes die Gabeln und die Zähne, beides zwecks Befriedigung eines unverfälschten Autlerhungers. Wilde Jazzklänge reissen mich aus der Betrachtung des braunverwetterten Hauses an der Treib, ein herrliches Baudenkmal aus bewegter Zeit. Ein Sonnenband weist uns den Heimweg. Tanzend, lachend, froh und unbeschwert bringt uns das Schiff nach vier unvergesslichen Stunden nach Luzern zurück. Abschiednehmend klingen noch einmal dio Gläser zusammen — dann fliegen die Taue zur Landungsbrücke. Es war ein festlicher Tag, ein genussvolles Schauen und frohes ungezwungenes Beieinandersein, ein gemeinsames Erleben, das seinen Zweck — dio T. C. Sler Basels, Zürichs und der Waidstätte einander näher zu bringen — in schönster Weise erfüllt hat. Der organisierenden Sektion Waldstätte gebührt hiefür der herzlichste Dank. Vit. raldirektor Dr. Schrafl und Dr. V.Scherrer, Basel. Wir sind auf die neuen Massnahmengespannt. lt. Eine Aarebi'iicke für Bremgarten. Bremgarten, das auf einer Halbinsel der Aare liegt, soll durch eine Brücke an Stelle der Fähre mit der Tiefenau und mit Bern verbunden weiden. Vorgesehen ist eine Holzbrücke, die genügend breit und genügend stark sein muss, damit sich auf der Brücke zwei Zehntonnen-Lastwagen kreuzen können. Die Holzbrücke, einschliessüch der Zufahrtstrassen, soll auf Fr. 120,000 zu stehen kommen. lt. (12.—17. August) stellt dio grösste internationale) touristische Veranstaltung des Jahres dar. Ihre Organisation liegt in den Händen der A. C. von Deutschland, Italien, Oesterreich und der Schweiz^ Ohno aiif dio Ncnnungsbedingungen nochmals näher einzutreten — wir haben darüber periodisch berichtet und seinerzeit auch das Reglement veröffenti licht — sei nachstehend die detaillierte Fahrroutp veröffentlicht: DIE FÜNF ETAPPEN. Erste Etappe (12. August). km fcm Mailand Ueberjrag 190,0 Como 44,4 Oberalppass (2048 Meter) 11,0 Lugano 30,1 Disentis 21,8 Bellinzona 30,7 Ilanz 29,3 Biasca 21,1 Flims 10,2 Airolo-St, Gotthard Chur 21,2 (2112 m) 37,7 Tiefencafetel Julier Hospenthal 23,0 (2287 m) 26,1 Andermatt 3,1 St. Moritz 48,0 Uebertrag km 190,0 Total km 358,2 Zweite Eiappe (13. August). St. Moritz Uebertrag 183,7 Pontresina 7,2 Caldaro 44,2 Poschiavo 31,9 San Lugano (1100 Tirano 17,2 m.). Predazzo 46,3 Tresenda 10,0 Canazei 28,3 Aprica (1118 m.) Passo di Sella Edolo 29,2 (2218 m.). Ponte Tonalo (1184 m.), AH'Isarco 37,0 Cis 71,2 Bolzano 26,2 Mendola (1460 mj Merano 29,0 Uebertrag km 183,7 Total km 377,7 Dritte Etappe (14. August). Meran Uebertrecg 209,5 Spondigna 47,7 Nassereith 16,4 Stilfser-Joch Leermoos 19,4 (2759 m.) 27,0 Griesen 11,4 Ofenpass (2155 m.). Garmisch 12,5 Zernez 40,0 Oberau 8.5 Martinsbruck 33,6 Saulgrub 20.8 Pfunds 11,8 Weilheim 31,9 Landeck ' 29,9 Starnberg 25,5 Imst 19,5 München 22,4 Uebertrag km 209,5 Total km. 378,3 Vierte Etappe (15. August). München Uebertrag 211,6 Höhenkirchen 20,0 Brück im Pongau 7,0 Bad Aibling 29,7 Lend 20,2 Rosenheim 11,4 St-Johann 14,9 Endorf 14,8 Ranstadt 28.5 Seebruck 15,0 Tauern Pass 22,0 Traunstein 15,5 Mauterndorf 17,0 Teisendorf 14,5 Saint - Michael in Reichenhall 18,9 Lungnau 10,0 Mellek 11,1 Katschberg Höho 6,0 Steinpass 2,1 Bennueg 5,5 Lofer 12,4 Gmünd 16,5 Oberweissbach 9,7 Spittarl am Drau 15,0 Saralfelden 15.,5 Paternion 15,5 Zeil ara See 15,0 Villach 21,3 Uebertrag km 211,0 Total km. 405,2 Fünfte Etappe (16. August). Villach Uebertrag 203,7 E. St. Ossiach 15,7 Brück a. Mur 15,5 Feldkirchen 11,7 Kapfenberg 4.5 Reichenau 27,6 Mürzzuschlajj S8.0 Turracherhöhe 7,8 Semmerine 13.4 Predlitz 20,4 Schottwien 11,0 Murau 22,0 Gloggnitz 5,1 Scheifling 23,5 Neunkirchen 12,7 Judenburg 26,5 Wiener Neustadt 17,0 Knittelfeld 16,0 Traskirchen 23.7 Leoben 32,5 Wien 19,6 Uebertrag km 203,7 Total km. 364,2 Total der Kilometer: 1883,600 Feldkirchen AA\\rtch4n.i9 3 T A L I A D 10 » SO «9 50 60 70 10 flo 100 km

N'42 — «Ein interessantes Urteil». Iu Nr. 39 der Auto-Revue wird unter diesem Titel der Leser zum lesen und staunen eines Urteils des Bezirksgerichts Baden vom 7 Februar 1928 und des Bestätigungsurteils des aargauischon Obersra'icbts aufgefordert. Da die beiden Urteile in diesem Artikel eine vernichtende Kritik erfahren, habe ich mir die Akten angesehen und stelle nun folgendes fest: Das Bezirksgericht und das Obergericht haben ihr Urteil auf die Depositionen zweier unbefangener Zeugen abgestellt, welche übereinstimmend ausgesag haben, dass das Automobil des Beauzeigton innerorts, das zulässigo Maxhnaltcmpo von 18 km bedeutend überschritten habe. Die beiden Zeugen haben die Geschwindigkeit auf über 40 km geschätzt. Sie stützten ihre Aussagen auf die Vergleichung des Tempos mit der Geschwindigkeit zweier anderer Automobile, welche unmittelbar nach dem Beanzeigten die Stelle passierten. Der eine Zeuge hat zudem seine Schätzung auf die vom Beanzoigten in einer Sekunde zurückgelegte Strecke abgestellt. Es wird wohl niemand bestreiten können, dass auch Nichtautomobilisten ohne Stoppuhr in der Lage sind, ein Tempo von 18 km und 40 km voneinander zu unterscheiden. Wenn der betreffende Automobilist mit höchstens 18 km Geschwindigkeit gefahren wäre, so hätten die beiden Zeugen an •diesem Tempo sicher keinen Anstoss genommen und sio wären auch nicht mit Kot bespritzt worden. Im Artikel mag mit vollem Recht autorechtlichen Bildungskursen gerufen werden, aber man wird wial keinen Richter für so naiv halten, dass er .•iwei einwandfreien Zeugen das Urteilsvermögen dafür abspricht, ob ein Automobilist mit 18 km oder 40 fcm fährt. Der Boanzeigte ist wegen Ueberschreitung der zulässigen Maximalgeschwindigkeit von 18 km und weil die Passanton durch sein Auto mit Kot beworfen worden sind (dies werden die Zeugen wohl auch ohne automobiUcciinische Kenntnisse haben bezeugen könen!) durch das Gerichtspräsidium mit einer Geldbusse von Fr. 30.— und Fr. 17.— Kosten bestraft werden. Da der Beanzeigte gerichtliche Verurteilung verlangte, mussto sich das Bezirksgericht mit diesem Falle beschäftigen und nachher auf erhobene Beschwerde auch das Obergericht. Die gesamten Gerichtskosten inklusive Busse betragen Fr. 124.90. Der Beanzeigte hat daher nur diesen Betrag und nicht « Fr. 314.90 auf den Laden legön» müssen. Es steht ausser Zweifel, dass an der betreffenden Stelle eine höhere Geschwindigkeit als 18 km erlaubt sein sollte. Der Richter ist aber an das Gesetz gebunden. Die dem erwähnten Urteil zuteil gewordene Kritik ist daher unbegründet. Dr. Rene Löwin, Baden. Obiger Erwiderung haben wir gerne Raum gewährt, um uns vor dem Vorwurf der Einseitigkeit zu bewahren. Wir möchten unsere Antwort kurz folgendermassen zusammenfassen: Ob die Zeugen wirklich « unbefangen » waren, bleibe dahingestellt. Zugegeben wird, dass die Zeugen die Geschwindigkeit bloss geschätzt haben. Ein genaues Resultat konnte somit nicht ermittelt werden. Erfahrungsgemäss ist es nun sehr schwer, Schnelligkeiten schätzungsweise zu eruieren. Versuche anlässlich der autorechtlichen Bildungskurse an der technischen Hochschule Dresden haben ergeben, dass die Schätzungen 30 bis 50 % von der genau ermittelten Geschwindigkeit abwichen. Dass der betreffende Automobilist die 18 Kilometer überschritten, ist leicht möglich. Ebenso möglich ist, dass die Geschwindigkeit während einer Sekunde 18,75 bis 19,32 Kilometer betragen hat. Dass zufälligerweise die zwei Zeugen mit Kot bespritzt wurden, hängt sicherlich nicht einzig vom Tempo des Fahrers ab, sondern auch vom Zustand der Strasse. Der Fall passierte an einem Tage, da es in Strömen goss und da es wohl möglich war, dass die aufgeweichte und durchnässte Strasse, vielleicht mit etwelchen Pfützen versehen, Kot von sich geben konnte ! Sei dem, wie ihm wolle. Auf alle Fälle hätten die Richter die Pflicht gehabt, die betreffenden Zeugen vorzuladen und ihr Urteil nicht nur auf Annahmen zu stützen. Da wir übrigens neben Richtern auch Anwälte haben, so musste der betreffende Automobilist zu den Fr. 124.90 Gerichtskosten dem Herrn Anwalt noch Fr. 200 auf den Laden legen, was die von uns zuerst angegebene Summe ausmacht. Wir gehen mit Herrn Dr. Lewin darin einig, dass sicherlich an der betreffenden Stelle eine höhere Geschwindigkeit als 18 Kilometer erlaubt sein sollte. Im übrigen aber huldigen wir der Auffassung, dass da, wo ein Gesetz veraltet, es in erster Linie Sache unserer kompetenten Richter und Juristen ist, an die Revision veralteter Rechtsfesseln heranzutreten. K. Ein Schweizer Gewinner des Gran Premio di Messina. Probst (Bern) auf Bugatti, stürzt den Rekord. Eine hervorragende Leistung stellte der junge und bekannte schweizerische Fahrer Probst aus Bern am letzten Sonntag beim Austrag des Gran Premio di Messina auf, wo er gegen ein Lot gewiegtester internationaler Asse nach einem glänzenden Ringen als Sieger hervorging und einen neuen absoluten Rekord schuf. Probst errang seinen prächtigen Sieg auf dem gleichen Bugatti- Rennwagen, den die Gräfin Einsiedel an der Targa Florio fuhr. Die Kunde von der glänzenden Leistung unseres Landsmannes, die ihm den ausgesetzten Preis von 50,000 Lire Die Strasse ist kein Spielplatz mehr, sie gehört dem Verkehr! In den zeitgemässen Verkehrsordnungen (es ist also nicht von schweizerischen die Rede!) werden die Kinder durch einschneidende Bestimmungen von der Strasse gewiesen. Der Aufenthalt und das Spiel im Freien sind aber für die Stadtkinder nötiger denn je. « Oeffnet die Turnplätze! », lautet daher die Devise, unter der die Bernische Polizeidirektion anlässlich der Beratung der Verkehrsordnung beschloss, die städtische Schuldirektion um Oeffnung der Turn- und Spielplätze für die Stadtjugend zu bestimmten Tageszeiten anzufragen. — Die Schaffung von Spielplätzen ist eine Aufgabe, welche die volle Unterstützung der breiten Oeffentlichkeit und vor allem der Automobilisten verdient. Das Luganeser Kamelienfest von diesem Frühjahr sehliesst mit einem Defizit von 15,000 Franken ab, — Folgen des zweifelhaften Wetters oder helvetische Festmüdigkeit? Der Grosse Rat von Freiburg hat zum Studium der Frage, ob die Freiburger Hängebrücke von Corbieres nicht durch eine starre Brücke ersetzt werden könne, einen Kredit von Fr. 20,000.— bewilligt. Die Verwirklichung dieses Projektes würde für den Automobil- und im besonderen für den Lastwagenverkehr eine grosse Erleichterung darstellen. Ueber den Ozean kommt die Meldung, dass ein American Girl einen neuen Weltrekord aufgestellt hat, indem sie in 87 Minuten einen Herrensocken strickte. — Endlich einmal ein vernünftiger Ausfluss amerikanischer Rekordwut! in Kanada auf je zehn, in Neu-Seeland auf je Die internationale Kriminalpolizei, die be-12kanntlich die letzten technischen Neuerungen je 43, in Argentinien auf je 44, in England in Australien auf je 16, in Frankreich auf in ihren Dienst nimmt, überträgt neuerdings auf je 45, in Dänemark auf je 53 und in Belgien auf je 60 Bewohner. Fingerabdrücke auf drahtlosem Wege. Es xi. eintrug, wird sportkreisen aufgenommen ID-ui.:roli. die AUTOMOBfL-REVUC in schweizerischen Automobilmit freudiger Ueberraschung werden. Kesselbergrcnncn 1928. Die Ausschreibung für das Kesselbergrennen ist vom Bayer. Automobil- Club (A. v. D.) soeben herausgegeben worden. Das Rennen findet am Sonntag den 10. Juni statt. Zugelassen sind Sport- und Rennwagen. Die Veranstaltung ist durchgeführt nach dem Internationalen Sportgesetz der A. J. A. C. R. -Ä-\xto"fc>x7ille hat sich infolge seiner von Paul Daimler geschaffenen hervorragenden Konstruktion, durch seine vornehme Linie und seine Fahreigenschaften den ihm gebührenden Rang unter den Wagen erster internation. Klasse gesichert. Die an allen internationalen Ausstellungen sich anschliessenden Erfolge des HORCH 8 bringen seine hervorragende Stellung deutlich zum Ausdruck. Der HORCH 8 wird in die Schweiz eingeführt durch handelt sich um ein System, bei dem die verschiedenartigen Linien durch Chiffern gefunkt werden. Der Londoner Polizei gelang es dadurch bereits, einen aus New York stammenden Verbrecher zu identifizieren. Auf dem Pariser Flugplatz Le Bourget ist ein Denkmal zu Ehren der Flieger Nungesser und Coli enthüllt worden. Ford hat mit dem Bundesstaat Para in Brasilien einen Vertrag auf 50 Jahre unterzeichnet, wonach der Automobilkönig auf dem betreffenden Staatsgebiet riesige Gummiplantagen anlegen kann. — Fords Freund, der grosse Erfinder Edison, hat seine Mitarbeit bei der Erzielung einer eigenen Gummiproduktion zugesagt und bereits interessante Versuche mit Weinreben durchgeführt. Im Monat April Automobile durch mehr, als im Vorj beförderte die Bahn 720 den Gotthard — rund 100 ahre. Der englische Schatzsekretär Churchill beabsichtigt, in Grossbritannien eine Knopfsteuer einzuführen. Die Folge ist, dass die Londoner Schneiderfirmen bereits knopflose Kleider auf den Markt bringen. In den Vereinigten Staaten verkehren nicht nur Personen- und Gepäck-, sondern neuerdings auch Geldbriefpost-Flugzeuge. — Was wir durchaus entbehren können! Amerika steht mit 22 Millionen Automobilen an der Spitze aller Länder. In den U. S. A. kommt auf je fünf Personen ein Automobil, Teilnahmeberechtigt sind für Automobile die Inhaber der Internationalen Lizenz aller Nationen. Der grosse Schnelligkeitspreis von Tunis (3. Juni), xvelcher vom ortsansässigen A. C. organisiert wird, findet auf dem Circuit von Bardo über 40 Runden (320,020 km) statt. An Preisen sind über 70 0OO Fr. ausgesetzt. v. Barcelona—Genf lauten Start und Endziel der am 25. Juli vom R. M. C. von Katalonien organisierten touristischen Regelmässigkeitsfahrt. v nder Unser neuer Roman: Sir Michaels Abenteuer. Die bewegten Schicksale der Chicagoer Groteske «Das weises Auto», dessen Happy End wir in letzter Nummer brachten, zogen wie ein atemraubender Film an uns vorüber. Mit dem Frühling sind die Tage der sonntäglichen Autoausflüge ins Land gezogen. Beim Picknick auf der blühenden Wiese am Waldesrand vertieft sich die Autlerfamilie gerne in die «Automobil-Revue». Während der Vater, die Stummelpfeife im Mundwinkel, die volkswirtschaftlichen Probleme studiert oder sich die technischen Winke auf sein Merkblatt schreibt, vertieft sich die Mutter gerne in jenen Teil, der sich unter dem schwarzen Strich befindet. Da wir wissen, dass das Feuilleton vor allem der Frau gehört, haben wir uns bei der Auswahl des neuen Stoffes keine Mühe und Sorgfalt kosten lassen, eine amüsante Lektüre zu finden. Und nun mögen «Sir Michaels Abenteuer» mit all ihren launigen und mit feiner Ironie die Schwächen gewisser Gesellschaftskreise zeichnenden Einfälle uns gefangen nehmen! Es ist so recht ein Roman, der unseren Leserinnen und Lesern Freude bereiten wird A. C. S. SEKTION ST. GALLEN-APPENZELL. Zuverlässigkeitsfahrt vom 17. Mai. Am diesjährigen Auffahrtstag wird die Sektion St. Gallen-Appenzell ähnlich wio letztes Jahr eine Zuverlässigkeitsfahrt durchführen. Die Mitglieder sollen wiederum unbekümmert der Wagenmarko die Möglichkeit haben, erfolgreich zu konkurrieren ohne besondere Vorbereitungen. Die erst beim Start bekannt werdenden Routen führen in der Hauptsache durch das hügelige Appenzellerland, das gegenwärtig im schönsten Blueste prangt. Von der Schwanenbrücke bis nach Stein ist eine Kilometerprüfungsfahrt mit stehendem Start vorgesehen. Anschliessend fahren, die Wagen auf 6 verschiedenen Strecken dem gemeinsamen Endziel, Kurhaus Oborwaid zu, wo dem gemeinsamen Mittagessen der Konkurrierenden und Nichtkonkurriercnden die Preisverteilung und einige gemütliche Stunden mit Tanz folgen werden. Gleichmässiges und zuverlässiges Fahren mit Einhaltung eines vorgeschriebenen DurchsehniUstempos von 28 km pro Stunde werden für dio Rangierung den Auspchlag geben. Irgend eine Nennung der Wagenmarken findet nicht statt. Das Nenngeld pro Wagen beträgt Fr. 5.— und ist mit der Anmeldung spätestens bis zum 15. Mai an das Sektionssekretariat zu senden. Der Start erfolgt für alle Teilnehmer beim Gasthaus zum Schwanen vor der Gmündertobelbrücke, wo der Start zur Kilometerprüfungsfahrt ist. Die Teilnehmer aus der Stadt melden sich dort um 9 Uhr, die auswärts wohnenden Teilnehmer um 9.30 Uhr. Dort erfolgt auch die Bekanntgabe der Strecke. Während der Zuverlässigkeitsfahxt werden Kilometer- und Tourenzähler überklebt. Die vorgeschriebene Strecke ist in zwei Etappen eingeteilt. Für jede Etappe wird die beanspruchte Zeit durch Kontrollposten festgestellt, und dio Durchschnittsgeschwindigkeit berechnet. Jeder Vio Kilometer mehr oder weniger als 28 km Durchschnitt wird mit einem Punkt belegt. Bei der Kilometerprüfung vor Stein erhält der schnellste Wagen 0 Punkte, jeder folgende Wagen '/io Punkt dazu. Das Verfehlen eines Kontrollpostens wird mit 20 Punkten belegt. Die Summe aller Punkte ist für die endgültige Rangordnung massgebend. Erster wird derjenige, der am wenigsten Punkto aufweist. Wer zur vorgeschriebenen Zeit nicht am Start erscheint oder bis 12 30 Uhr nicht durchs Ziel fährt, fällt ausser Konkurrenz. Als Preise sind vorgesehen: Jo ein Preis für dio 10 besten Resultate sowie ein Spezialdamenpreis. Alle übrigen Konkurrenten erhalten eine kleine Erinnerungsgabe. Für das Jahr 1928 hat der Vorstand der Sektion St. Gallen-Appenzell folgendes Programm beschlossen: Mai: Zuverlässigkeitsfahrt; Juni: Besichtigung der Zeppolinwerft und des neuesten Luftschiffes in Friedrichshafen; Juli: Bergprüfungsfahrt Rheineck-Walzenhaüsen-Lachen (reservier) für Sektionsmitglieder); Aug./Sept.: Arlbergfahrt; Oktober: Sauserfahrt; November: Klubball. E. B. AUTOSEKTION WALDSTAETTE DES T.C.S. Dem Wunsche zahlreicher Mitglieder entsprechend und gemäss einem Beschlüsse der letzten General-, Versammlung hat der Vorstand beschlossen, Freitag, den 8. Juni 1928, eine Fahrt nach Arbon zum Besuch der Saurerwerke zu veranstalten. Die S trecko Luzern-Zürich-Winterthur-Frauenf old-Arbon misst zirka 150 km und erfordert zirka 4 Stunden Fahrzeit. Mitglieder, denen das Frühaufstehen nichts ausmacht, starten um 4 Uhr morgens, die übrigen habon im Verlaufe- des Donnerstag hinreichend Zeit, um in Musso nach Arbon zu gelangen. — Da dio Fabrikanlagen ausgedehnt und räumlich ziemlich auseinander liegen, sind 4 Stunden nicht zu reich bemessen, um einigermassen einen Ueberbluk über diesen wichtigen und erfolgreichen Zweig unserer Schweizerindustrie zu gewinnen. Die Zeit von 8—12 Uhr ist dem Besuch der verschiedenen Abteilungen der Saurerwerke gewidmet. Rückfahrt nachmittags, einzeln oder in Gruppen, nach Vereinbarung. Diese Veranstaltung kann selbstverständlich nur durchgeführt werden, wenn sieh eine genügende Anzahl Teilnehmer meldet. Anmeldungen bis Dienstag, den 5. Juni abends beim Aktuar, Dr. R. Zeiger, Augenarzt, Tel. 31.50, Luzorn. korr.— AUTOSEKTION TESSIN DES T.C.S. Die Generalversammlung findet Sonntag den 20. Mai, 15 Uhr, in Ligornetto bei Caldelari statt. Tagesordnung: Jahresbericht. Statutarisches, Anlässe 1928, Reduktion des Jahresbeitrages. An die Generalversammlung sehliesst sieh der Besuch des Museums Vela auf Kosten der Sektionskasso au. 19 Uhr: Bankett im Restaurant Golonno in Ghiasso. xi.