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E_1928_Zeitung_Nr.044

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Verkehrssicherheit und

Verkehrssicherheit und dem Willen zu einem geordneten Verkehr überhaupt. Die Institution einer Schweizer Verkehrswoche, wie sie kürzlich in der A. C. S. Sektion Montagnes Neuchäteloises nach ausländischem Muster angeregt wurde, vermag der Förderung des Strassenverkehrs und der Erziehung der Strassenbenützer zu einem korrekten Verhalten einen starken Impuls zu geben. Die Durchführung einer Verkehrswoche ist bei aktiver Beteiligung der Behörden, der Verkehrsverbände, der Schulen, der Verkehrspolizei, der Presse, sowie aller Interessenten eines straff geregelten Strassenverkehres gedacht. Alle übrigen Strassenbenützer hätten sich den Erfordernissen der Verkehrswoche zu unterziehen. Die Behörden bereiten für die Zeit der Schweizer Verkehrswoche besondere Erlasse vor, die für ein paar bestimmte Tage eine straffe Organisation des Strassenverkehrs in Verbindung mit praktischem Verkehrsunterricht durch Organe der Verkehrspolizei vorsehen. In den Schulen halten die Lehrer oder Verkehrsfachleute Vorträge und Demonstrationen über die dringendsten Verkehrsregeln. Die Lehrer führen dann die Schüler zu besonderen Uebungen in den Strudel des Verkehrs. In den Cinema laufen vor der Verkehrswoche und während derselben Filme über den Strassenverkehr. Die Tagespresse und die Fachpresse lenken die Aufmerksamkeit des Publikums durch Spezialartikel auf die Forderungen und den Sinn einer Verkehrswoche. Originelle Plakate propagieren durch illustrative Beispiele die unumgänglichen Verkehrsregeln. In der Verkehrswoche sollten die Strassenbenützer und die Verkehrsinteressenten mit allen Mitteln an die Erfordernisse des intensiven Strassenverkehres und an die Disziplin auf der Strasse erinnert werden. Die Finanzen zur Durchführung einer Verkehrswoche wären durch Subventionen von Behörden und Verbänden, sowie durch den Verkauf von Verkehrsfibeln, Marken oder dergleichen aufzubringen. Als Erfolg der Schweizer Verkehrswoche kann auf der einen Seite ein zweckmässigeres Verhalten grosser Volkskreise im Strassenverkehr erwartet werden, anderseits vermag diese Institution einer einheitlichen gesetzlichen Regelung des Strassenverkehrs in der Schweiz, vorerst aber besonders in den Städten, den Boden zu ebnen. Eine durchgreifende Gesetzgebung des Strassenverkehres Ist Ja allerdings bereits Im Werden. Ueberall sind Ansätze vorhanden. Die Schweizer Verkehrswoche wäre Imstande, diese Ansätze zu konzentrieren und den zahlreichen Bestrebungen einen gemeinsamen, kräftigen Impuls zu geben. go. « Volkswirtschaftliche Interessen ». In den «Republikanischen Blättern» vom 19. Mai dieses Jahres beschäftigt sich ein Einsender mit unserm Artikel « Volkswirtschaftliche Interessen», der in Nummer 33 der « Automobil-Revue » vom 13. April erschienen ist. Der Mann kommt demnach mit seiner Entgegnung reichlich spät. Zudem sind seine Ausführungen derart demagogisch gehalten und von keiner Sachkenntnis beschwert, dass wir es füglich unterlassen können, auf seine vagen und zum Teil unwahren Behauptungen einzutreten. Dies um so mehr, als der betreffende Einsender aus Vernehmlassungen geschöpft zu haben scheint, mit denen wir uns bereits kürzlich befasst haben, Eines sei immerhin noch hervorgehoben. Qewiss kostet der Strassenunterhalt heute bedeutend mehr denn früher, aber an die Kosten tragen die Automobilbesitzer in Form von persönlichen Steuern, von Automobilsteuern und von Erhöhungen des Benzinpreises durch den Benzinzoll ein Wesentliches bei, so dass die Behauptung widersinnig ist, die Fussgänger hätten den grössten Teil des Strassenunterhalts zu bestreiten. Aber es gibt bekanntermassen Köpfe, die unbelehrbar bleiben, und mit einem solchen haben wir es im zitierten Blatte zweifellos zu tun. -t. « Nein, danke vielmals. Ich will ein eigenes haben — eines von den lauten und übelriechenden. > « Um Gottes willen! » «Ich dachte, alle Barone hätten die.» « Los denn, > sagte der Onkel mit ergebener Stimme. « Es ist dein Genick, nicht meines. Vergiss aber bitte nicht, dass wir In unserer grossen Stadt eine Geschwindigkeitsgrenze haben und dass Picadiily nicht die Prärie ist. Festina lente usw.» « Verlass dich auf mich,» lachte Mike und griff nach dem Speck und den Eiern. Hier stoppte die Unterhaltung. Wenn Sir Michael Hunger hatte, Hess er verdammt nicht mit sich spassen. Also blieb ihm auch für Erbschaften und Automobile keine Zeit. (Fortsetzung folgt.) Für Autotouren beachten Sie Seite 15. AUTOMOBIL-REVUE StreifLicliter Ein Schutzdamm gegen die amerikanische Automobilkonkurrenz soll durch ein europäisches Auto-Kartell aufgeworfen werden. Die Initiative hiezu geht vom italienischen Ministerpräsidenten aus. Frankreich, das wie Italien unter dem Druck der amerikanischen Invasion leidet, steht einer europäischen Trustbildung sympathisch gegenüber. Die deutsche nationale Konzentrationsbewegung der Automobilindustrie darf als Anzeichen dafür genommen werden, dass sich auch Deutschland dem Gedanken eines Zusammenschlusses nicht verschliesst. Anlässlich der nicht ganz freiwilligen Abreise des vielgenannten Prinzen Carol aus England kam es zu einer interessanten Fuchsjagd. Der Prinz, der sich die anhänglichen Journalisten und Detektive vom Leibe schaffen wollte (begreiflicherweise!), schickte in einem geschlossenen Automobil, das über und über mit Koffern verstaut war, einen seiner Freunde von Oakhurst Court nach dem Hyde Park. Während sich Presse und Hermandad von dem tiefverschlossenen Auto nasweisen Hessen, fuhr Carol mit seinem ganzen Hofstabe direkt nach Dover. Der erste grosse italienische Automobilsalon ist letzte Woche in Mailand eröffnet worden. Die imposante Schau, an der neben der italienischen Industrie auch das Ausland, namentlich Amerika stark vertreten ist, zeigt ausgesprochen kommerziellen Charakter. Wenn auch der italienische Salon vom kommerziellen und propagandistischen Standpunkte aus als ein der Mailänder und der euiheimischen Industrie würdiger Salon angesprochen werden darf, so kommt ihm doch, technisch betrachtet, begrenzte Bedeutung zu. Seit dem 15. Mai kann von Zürich, Basel und Genf aus direkt mit Warschau telephoniert werden. — Und von der Bundesstadt aus? * Im letzten Jahre ereigneten sich in Bern 590 Strassenverkehrsunfälle, wovon in 325 Fällen Personen verletzt wurden. In aller Fälle war ein Automobil in den Unfall verwickelt. Betrug die Zahl der Todesfälle 1926 neunzehn, so sank sie im Jahre 1927 auf vier herunter. Leider brachte das erste Quartal 1928 jetzt schon fünf Todesfälle. Ein sogenannter Tramzug verkehrt seit Mitte Monat auf der Strecke Basel-Olten, Der Zug setzt sich aus Gepäck- und Personenwagen zusammen, deren Türen automatisch vom Führerstand aus geschlossen werden können. * Eine Verkehrszählung an der Dufourstrasse in Zürich (Teilstück Fröhlichstrasse- Paulstrasse) ergab von 14 Uhr bis 19 Uhr folgendes Resultat: Es passierten 625 Personenautomobile, 196 Lastwagen, 92 Motorräder, 2 Traktoren, 60 Pferdefuhrwerke, wovon von den letztern — wie uns der Statistiker versichert — die Hälfte Hochzeitfuhren waren. Von 14 bis 16 Uhr zirkulierten genau 100 Personenauto pro Stunde. Um 19 Uhr hatte die Zahl bis 175 Wagen in der Stunde erreicht. Unsere Bundesbahnen befinden sich In einem guten Betriebsjahr: Der April verzeichnet nach dem günstigen Resultat des ersten Quartals ebenfalls einen Betriebseinnahmenäberschuss von 12,779,000 Franken (1,3 Millionen mehr als im gleichen Monat des Vorjahres!). Dieses als glänzend zu bezeichnende Betriebsergebnis resultiert aus einer starken Steigerung des Personenverkehrs und — was hervorgehoben sei — einer weiteren Belebung des Güterverkehrs. — Wie stellt sich dieses Resultat zur vielgeschmähten Autokonkurrenz? Ist es nicht gerade eine Bestätigung dafür, dass der immer im Zunehmen begriffene Autoverkehr auf die Bahnen nur verkrhrsbefruchtend wirkt? Die neue 4^prozentige Anleihe der Bundesbahnen in der Höhe von 150 Millionen ist mit 174 Millionen Franken (92 Mill. Konversationsanmeldungen, 82 Mill. Barzeichnungen) beträchtlich überzeichnet worden, xi. Der Bahnübergang bei Melchenbühl. Wir haben bereits in der letzten Nummer der A.-R. kurz von jenem Unfall berichtet, der am letzten Montagabend, um 18 Uhr 50, einem von Gümligen nach Bern fahrenden Berner Automobilisten, beim Bahnübergang Melchenbühl, an der Worbstrasse, zwischen Muri und Gtimligen, zugestossen ist und wobei die Insassen des Wagens, der vom Zug ergriffen und auf die Seite geschleudert wurde, wie durch ein Wunder ohne schwerere Verletzungen davongekommen sind. Der Wagen dagegen ist schwer beschädigt worden. — Die Ursache dieses Zusammenstosses ist auf den Umstand zurückzuführen, dass die automatischen Barrieren sich erst schlössen, als der Wagen bereits auf dem Geleise war und vom Zug erfasst wurde. Der Augenschein durch die Behörden hat stattgefunden. Wie aus der obenstehenden Photo deutlich hervorgeht, bildet diese Barriere eine nicht gross genug einzuschätzende Gefahr für die Automobilisten. Wenn man auf der Strasse von Gümligen nach Bern fährt, kann der Automobilist den von Muri herkommenden Zug erst fast in dem Moment erblicken, wo er mit dem Wagen auf der Höhe der Barriere ist. Das links der Strasse, beim Bahnübergang und nahe am Bahntrac6 gelegene Haus nimmt durch einen den vorgelagerten Garten umgebenden hohen Pflanzenzaun die Sicht auf den von Muri herkommenden Zug. Wenn nun, wie es am letzten Montag vorkam, die automatische Barriere sich zu spät schliesst, dann ist ein Unglück, das viel schwerere Formen annehmen kann, als es glücklicherweise diesmal der Fall war, unvermeidlich. Wir haben am Mittwochnachmittag, anlässlich des Augenscheines, bei den angestellten Versuchen selbst feststellen können, dass sich diese automatischen Barrieren viel zu langsam und zu spät schliessen. Die Behauptung des Zugführers, Wonach er das Automobil schon 29 Meter vor dem Ueberfahren der Barriere erblickt hätte, ist nicht glaubhaft, sonst hätte es ihm im Anblick der drohenden grossen Gefahr doch möglich sein müssen, den Zug auf diese relativ lange Strecke noch stoppen zu können. Und dass die Barriere etwa gar rechtzeitig zuging, wird im Ernst wohl niemand zu behaupten wagen, sonst wäre sie vom Automobil auf alle Fälle beschädigt worden. Dass sie sich erst hinter dem Auto, nach dem erfolgten Zusammenstoss, schloss, kann nicht bezweifelt werden, und ein Bild von den Umständen, welche den Zusammenstoss verursachten, konnte man an der Unfallstelle leicht rekonstruieren. Man sollte sich behördlicherseits endlich darüber klar sein, dass eine grosszügige gründliche Beseitigung der vielen lauernden Geiahren bei Bahnübergängen eine dringende und zwingende Notwendigkeit Ist. Die Massnahmen, die man bisher ergriff, genügen, wie uns dieser Fall wieder deutlich zeigt, nicht, indem sie ihren Zweck nur mangelhaft erfüllen. R. Zum obigen Fall erhalten wir von einem Abonnenten noch folgende Zuschrift: « Zirka 15 Minuten nach dem Auto-Üngrack vom letzten Montag abend war ich auf der Stelle erschienen. Grotesk erschienen mir die Aussagen der Bahnangestellten, die behaupten wallten, der Automobilist sei in die geschlossene Barriere bineingefakren, nachdem nachgewiesen werden konnte, nn Robert Hofmann f Vizepräsident des A.C.S. N*4i Am letzten Freitag starb in La Tour-de- Peilz Robert Hofmann. Die Sektion Waadt und das Direktionskomitee des A. C. S. er« leiden durch den Tod von Robert Hofmann einen bedeutenden Verlust. Der Verblichene, der seit dem Jahr 1923 der Sektion Waadt angehört, spielte im vergangenen Jahre in der Entwicklung des A. C. S. eine hervorragende Rolle. Am 26. Juni 1927 wurde er in Chur In richtiger Erkenntnis seiner juristischen Bei gabung in die Statutenkommission des A.C.S. gewählt. Herr Kofmann hat sich einen ansehnlichen Teil seiner umfassenden Kennt-» nisse als Präsident des «Komitees der Schweizer im Ausland » erworben. Ein grosses Mass von Erfahrungen, eine klare und weitsichtige Auffassung und die Qabe vollkommener Objektivität in Verbindung mit einer entschiedenen Zielsetzung befähigten Herrn Hofmann zur delikaten Arbeit der Statutenrevision, die für den A. C. S. von so! grundlegender Bedeutung für die nahe Zukunft ist. Trotzdem seine Gesundheit zur Zeit dieser Tätigkeit sehr zu wünschen übrig Hess, scheute er sich nicht, lange Winterreisen zu unternehmen und an mühsamen Sitzungen angestrengter Beratungen aktiv teilzunehmen. Am 25. Jan. erlitt er an einer Sitzung der Statutenkommission in Bern einen Schwächeanfall, der ihn viel UeberwhM dungskraft kostete. Hofmann ergriff aber nach kurzer Zeit der Erholung wieder das Wort, um das begonnene Expose* zu vollen-i den. Trotzdem er schon einige Zeit um seia Schicksal gewusst, hat er nach aussen bin von seinen Leiden nichts merken lassen. Eine liebe Familie und ein gediegenes Helm Hessen ihn die Welt von der heitern Seite erleben und gaben ihm auch die innere Widerstandskraft zur Ueberwindung seiner Ge-* mütsdepression als Folgen seines Leidens. Herr Hofinann musste, 48 alt, zu früh aus dem Leben scheiden. Das Direktionskomitee des A. C. S. wird die fruchtbringende Mitarbeit seines geschätzten und geliebten Vizepräsidenten in ehrendem Andenken bewahren. Die Redaktion der «Automobil-Revue» entbietet der geehrten Trauerfamilie ihr herzliches Beileid. Herr Hofmann ist gebürtiger Zürcher, Er wuchs in Paris auf und lebte sich später im Waadtland ein. Seine industrielle Laufbahn musste er (Baumwoll- und Seidenindustrie) aus Rücksichten gegen seine Gesundheit abschliessen. Herr Hofmann war als Autorität in Finanzfragen bekannt. Er begleitete die Schweizer Delegation als Experte an die erste Internationale Finanzkonferenz in Brüssel. Im weiteren unterstützte er durch seine Arbeit verschiedene internationale Fürsorgeorganisationen (speziell nahm er sich der moralischen Unterstützung der Schweizer im Auslande an). In der Neuen Helvetischen Gesellschaft präsidierte er die Kommission für die Schweizer im Auslande. An den Trauerfeierllchkelten war der A. C. S. durch die Herren Stadler und Devaud vom Zentralkomitee vertreten. dass die Barriere keine Sparen von Beech&digani aufwies, noch das Automobil. Selbst auf dem Dach des Autos war nicht eine einzige Spur des Tou« cbierens TOrhanden. Seither muas loh von Mitreisenden vernehmen, da*s der Wagenführer dieses unglüßklichen Zuges mit aniaserordentlioher Ge-< schwindigkeit gefahren sei, und so passiert es jeden Tag. dass der Zug (vom Mu-ri her kommend) die Strasse kreuzt, nachdem die Barriere nooh halb geöffnet Ist. Da ich Bewohner bin Ton GümUgen und diese Kreuzung fast täglich passiere, kann ich obige Ausführungen nur bestätigen. Vor sirka drei Wochen hätte mich diese Bahn ebenfalls erfasst bei der Straaaenkreumtng vls-a-vis de* Güterschuppens, wenn ich nicht durch Geistesgegenwart den Wagen mit Vollgas nooh hinüber* gebracht hatte. Der Wagenführer hatte absolut kein Warnsignal gegeben. Heute, nach dem Unfall vom teteten Montag, wird nun gehörnt, dasa es direkt auffällig ist, aber es ist fferrShiilich von kurser Dauer. Ihr Artikel betreffend Solothurn-Babn hat micK besonders gefreut; fch kann nur bestätigen, dass M immer nooh Organe gibt, die die Erkenntnis noch nicht erfasst haben, dass die Bahn in erster Linie für daa Publikum da ist und nicht umgekehrt >

Normen für die Anstellung von Chauffeuren. Der Verband Schweiz. Motorlastwagenbesitzer teilt mit: Die von unserem Verband mit der Schweizerischen Berufs-Chauffeur-Vereinigung vereinbarten, beiliegenden Normen für die Anstellung von Chauffeuren und ständigen Mitfahrern sind nunmehr beidseitig von den zuständigen Generalversammlungen vollinhaltlich genehmigt worden. Wo nicht bereits Arbeitsverträge Ihrer Berufsgruppe mit dem Personal bestehen, empfehlen wir Ihnen dringend die Anwendung dieser Normen bei der Einstellung von Fahrpersonal. Andauernd wird bei eidgenössischen und kantonalen Behörden das Verlangen nach einer gesetzlichen Regelung der Arbeitsbedingungen für beruismässiges Chauffeurpersonal gestellt. Dem Bundesrat ist in neuester Zeit unter dem Drucke der Bahnen die Schaffung eines Spezialgesetzes nahegelegt worden. Wir stehen jedoch auf dem Boden, dass dies einen Eingriff in das Selbstbestimmungsrecht sowohl der Geschäftsinhaber als des Personals bedeutet, und es Sache der freien Vereinbarung zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer bleiben soll, das Arbeitsverhältnis gegenseitig unter sich zu regeln. Die Normen bieten die beste Handhabe zu einer gangbaren und anständigen Ordnung nach heutigen sozialen Begriffen und sollten daher in weitestgehendem Masse zur Anwendung kommen. Sie ermöglichen es zudem, sich den verschiedenartigen beruflichen Sonderheiten anzupassen, insbesondere auch den anderen Arbeitsverhältnissen in der Stadt und auf dem Lande. Es liegt im Interesse unserer Mitglieder, wenn sie diesen Normen nicht nur in ihrem eigenen Betriebe Eingang verschaffen, sondern deren Anwendung auch in ihren Bekanntenkreisen empfehlen. Sonderabdrücke sind jederzeit bei unserer Geschäftsstelle beziehbar. Die nach § 11 vorgesehenen speziellen Betriebs- und Fahrvorschriften sind derzeit noch nicht fertiggestellt, werden aber nach nunmehriger Genehmigung der grundlegenden Normen demnächst ebenfalls auf dem Wege einer gemeinsamen Verständigung zur Ausarbeitung gelangen. Die Bröckenfrage von Koblenz. In Laufenburg fand am Auffahrtstage eine öffentliche Versammlung zur Besprechung der Koblenzer Brückenfrage statt, die von den Vertretern der Verkehrsvereine des aargauisehen Laufentals und von Laufenburg, sowie von Vertretern der Stadt Laufenburg selber beschickt war. Die Vertreter der Bezirke Zurzach und Laufenburg beschlossen den Bau einer Aarebrücke Kohlenz-Felsenau ca befürworten, •während der Vertreter von Koblenz als einziger die Rheinbrücke Koblenz-Waldshut verteidigte. In einer Resolution wurden Regierungsrat und Grossrat des Kantons Aargau aufgefordert, zur Ausführung des Baues sobald als möglich ein Dekret zu erlassen. lt. Tourenzähler sowie die Geschwindigkeitsmesser find überklebt worden. Für die endgültige Rangordnung war die Summe aller Punkte massgebend. Erster wurde derjenige, der am wenigsten Punkte aufwies. Gegenüber der letztjährigen Kilometerprüfung auf der nämlichen Strecke haben sieben Fahrer die beste Zeit des letzten Jahres geschlagen. In der Kilometerprüfungsfahrt wurden folgende Resultate erzielt: 1. Paul Müller, Rheineck 58 km 2. Frau Lisel Lumpert, St. Gallen 54,5 3. Präs. T. Walser, Herisau 52,9 4. Kaspar, St. Gallen 50,7 5. Hans Häne, St. Gallen 50,7 6. F. Klaiber, St. Gallen 49,3 7. Kurt Eugster, St. Gallen 47,3 8. A. Grunewald, St. Gallen 43,3 9. Hans Eisenhut, Gais 43,3 ÄUTOMOBTL-REVire Bahn und Benzin oder die siamesischen Zwillinge. 10. Ad. Frei, Herisau 42,8 km 11. Alfred Bonaria, St. Gallen 40,4 12. Ernst Kretz, St. Gallen 40,0 13. Jean Willi, St. Gallen 39,1 14. Ernst Grossenbacher, St. Gallen 38,2 15. Rieh. Haudenschild, St. Gallen 36,7 16. J Mattes, St. Gallen 36,7 17 Jules Widler, Herisau 30,3 18. Otto Wild, Rorschach 36,3 19. Viktor Eberle, Gossau 363 20. Alb. Aeple,'St. Gallen 36,0 21. Sylv. Schaffhauser, Gossau 35,6 22. Frau E. Huber, St. Gallen 34,6 23. a) Karl Germann, St. Gallen 34,1 b) Werner Beck, St. Gallen 34,1 24. Frl. Eis. Baumann, Wattwil 32,7 25. C. Weyermann jun., Lichtensteig 32,4 26. Ad. Reiter. St. Gallen 31,5 27. Rob. Endtner, Heiden 30,0 km 28. Frau Dr. M. Lutz, RoTschach 28,6 » 29. F Rohrmann, St. Gallen 21,8 » Anschliessend an diese Kilometerprüfung folgte die Zuteilung der Routen: Route 1 führte über Stein, Haslen, Teufen, Buhler, Sand, Trogen, Ruppen, Altstätten, Mohren, Reute, Oberem, Heiden, Wolfhalden, Lachen, Walzenhausen, Haslerrank, Thal, Buchbexg, Wienachten, Grub, Eggersriet, Neudorf nach Oberwaid. Die 2. Route führte über Stein, Haslen, Teufen, Speicher, Speicherschwende, Rehetobel, Grub, Wienachten, Buchberg, Thal, Haslerrank, Walzenhausen, Lachen, Wolfhalden, Heiden, Oberegg, St. Anton, Trogen, Waid, Rehetobel, Zweibrücken, Krontal nach Oberwaid. Die 3. Route führte über Stein, Hundwil, Zürchersmühle, Urnäsch, Bächle, Hemberg, Wattwil, Lichtensteig. Loretto, Oberhelfenswil, Necker, Brunnadern, Peterzell, Dicken, Schwellbrunn, Herisau, Abtwil, St. Josephen, Spiessegg, St. Gallen nach Oberwaid. Die 4. Route führte über Stein, Hundwil, Walästatt, Brisig, Schwellbrunn, Dicken, Peterzell, Hemberg, Wattwil, Lichtensteig, Wasserfluh, Brunnadern, Necker, Mogeisberg, Nassen, Wolfertswil, Egg, Baldenwil, Herisau, Winkeln, Abtwil, St. Josephen, Spiessegg, St. Gallen nach Oberwaid. Die Rangliste in der Gesamtbewertung ist folgende: 1. Traugott WalseT, Herisau 0,2 Punkte 2. Jean Willi, St. Gallen 4,2 3. E. Grossenbacher, St. Gallen 8,3 4. Hans Häne, St. Gallen 8,4 5. Fr. Klaiber, St. Gallen 11,5 6. F. Rohrmann, St. Gallen 14,8 7. Caspar, St. Gallen 17,3 8. Frau Dr. M. Lutz, Rorschach 18,7 9. Ad Reiter, St. Gallen 20,5 10. G. Germann, St. Gallen 21,2 11. Alfred Bonaria, St. Gallen 22,0 12 Paul Müller, Rheineck 24,0 13. A. Grunewald," St. Gallen 24,7 14. H. Eisenhut, Gais 26,8 15. Frl. Elsi Baumann, Wattwil 31,3 16. Otto Wild, Rorschach 34,7 17 Werner Beck, St. Gallen 35,2 18. Jules Widler, Herisau 36,6 19. Frau M. Huber, St. Gallen 38,1 20. Curt Eugster, St. Gallen 41,6 21. Weyermann jun., Lichtensteig 42,4 22. Alb. Aeple, St. Gallen 44,9 23. Rob. Endtner, Heiden 57,6 24. Ernst Kretz, St. Gallen 60,1 25. Ad. Frei, Herisau 60,9 26. Viktor Eberle, Gossau 67,8 27. J Mattes, St. Gallen 72,5 28. Rieh. Haudenschild, St. Gallon 88,4 Die verschiedenen Routen betrugen in ihrer Länge 74—78 km. Bemerkenswert ist die Tatsache, dass kein Fahrer über 28 km hinaus gefahren ist, sondern mit Ausnahme des ersten Preisträgers, der genau 28 km Durchschnitt einhielt, alle unter dieser Geschwindigkeit gefahren sind. Am Bankett im Saale des Kurhauses Oberwald konnte Herr Präs T. Walser seiner grossen Freude über den guten Verlauf der Veranstaltung Aus* druck geben. Mit Spannung wurde die Verkündigung der Resultate durch Herrn Emil Lumpert, Präsident der Sportkommission, erwartet. Ein reichhaltiger Gabentisch, bei dem jeder Teilnehmer sich etwas aussuchen konnte, bereitete mannigfache Freude. Eine flotte Tanzmusik sorgte für frohe Tanzunterhaltung. Die Tanzpausen wurden ausgefüllt mit stark applaudierten Liedern und Cou-i plets zur Laute und humoristischen Einlagen, sowie gediegenen musikalischen Vorträgen. E. B. Mitteilung. Das Sekretariat der Sektion St. Gallen-Appenzell des A.G.S. teilt mit, dass am 10. Mai 1928 zwischen Dietfurt und Bütschwil ein Raserverad sich unvermerkt von einem fahrenden Wagen gelöst habe und heute bei der Kantonspolizei St. Gallen vom Eigentümer in Empfang genommen werden kann. A. C. S. SEKTION BERN. Pfinflstfahrt. Die Sportkommission hatte ursprünglich die Absicht, als Pfingstausflug eine Fahrt an den Bodensee vorzuschlagen. Verschiedene Gründe, wie lange Fahrt in bekannter Gegend, Ueberfüllte Hotels am Bodensee etc., haben uns bewogen, den ersten Plan aufzugeben. An dessen Stelle treten wir, wie bereits in letzter Nummer gemeldet, eine Fahrt in ein wenig bekanntes, aber sehr interessantes Gebiet an und dazu einige Kleinigkeiten, die die Tour angenehm und unterhaltend gestalten werden. Das Programm lautet: Pfingstsonnfag, den 27. Mai 1928: Bern, Le Pont, am Lac de Joux, und zwar Bern, Murten, Payerne, Estavayer le Lac, Yvonand, Yverdon, Orbe, Romainmotier, Vaulion, Le Pont. Total 114 km. 13 Uhr Mittagessen in Le Pont; dann Fahrt über den Marchairuz nach Montreux, und zwar Le Pont, Le Brassus, Col de Marchairuz, Giniel, Aubonne, Allamand, Morgcs, Lausanne, Montreux. Total 90 km. Pfingstmontag, den 28. Mai 1928: Mit Motorboot nach Evian; 11 Uhr Mittagessen in Evian. Rückfahrt nach Montreux. 14 Uhr 30 Ankunft in Montreux; dann Fahrt über Blonay, in die Gegend von Chätel St-Denis, dort Narzissenfest des Berner A. C. S., nachher Heimkehr über Bulle, Fribourg, Bern. Total 90 km. Die ganze Tour wird einzeln gefahren. Der Vorschlag ist derart ausgearbeitet, dass er auch nur teilweise mitgemacht werden kann. — Wer am Sonntag abgehalten ist, kommt erst am Montag zur Motorbootfahrt und umgekehrt. Th. A.C.S. SEKTION ST. GALLEN-APPENZELL. Die am 17. Mai zur Ausführung gelangte Zuverlässigkeitsfahrt brachte trotz des nicht einwandfreien Wetters einen vollen Erfolg. Es meldeten sich zum Start beim Gasthaus zum « Schwanen » vor der Gmündertobelbrücke 30 Wagen für die Konkurrenz. Die Kilometerschnelligkeitsprüfung von der Gmündertobelbrücke nach Stein mit stehendem Start wickelte eich programinässig ab. Darauf wurden die Konkurrenten durch das Los in vier Gruppen mit verschiedenen Fahrstrecken und Endziel Kurhaus Oberwaid eingeteilt. Bei der Kilometerschnelligkeitsprüfung erhielt.-der schnellste Wagen 0 Punkt, jeder folgende Wagen 1/10 Punkt dazu. Für die vorgeschriebenen Routen war eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 28 km einzuhalten. Jeder 1/10 km. mehr oder weniger als 28 km Durchschnitt wurde mit 1 Punkt belegt. Die Kilometer- und Cigareites I TH Boitcblcuc FrrßO *Botte rougcFrlr AUTOSEKTION GLARUS DES T. C. S. Unsei Vorstand war nicht schlecht beraten, trotz «Servaz» seine erste Frühldngstour ins Zugerländli am vergangenen Sonntag zu wagen. Wenn auch mit Hitzschlages nicht gerechnet werden inusste, begünstigte uns auf der ganzen Fahrt und speziell am Nachmittag ein herrliches Frühlingswetter. Eine stattliche Zahl von Wagen sammelte sich am Treffpunkt vor dem Hotel Speer in Rapperswil, und bald ging's in angemessenen und staubfreien Abständen im gemütlichen Sonntagstempo dem Zugerländli zu. Eine schöne Abwechslung der sonst bekannten und gewohnten Route brachte uns die gesperrte Strasse über den Hirzel, indem dadurch ein vielen noch unbekanntes Gelände via Menzingen zu Gesichte kam. In voller Blütenpracht standen die Hunderte von schneeweissen Kirschbäumen da, und manch einem mag das Wasser im Munde ziusammengölaufen sein, wenn er sich an das Schlussprodukt dieser Bäume erinnerte. Einen schönen Anblick bot von Menzingens Höhen der ruhig eingebettete Zugersee mit seinem historischen Städtchen ZUT Flanke. Ein gutes Mittagessen im bewährten «Ochsen» wartete unser, woselbst der Präsident, Herr Landrat Jakober, alle er* schienenen Freunde, Freundinnen und Gäste recht herzlich willkommen hiess. Einige Tänzchen erwärmten dann auch unsere Stimmung und anderes mehr — was indessen nicht überflüssig war —, und bei strahlender Nachmittagssonne ging's dem herrlich geäegenen Aegeri zu. Angenehme Erinnerungen aus dem ertiabon gelegenen Waldhedm mitnehmend, galt noch ein kurzer Besuch einer historischen Stätte, dem wundervollen Morgarten-Schlachtdenkmal. Im Scheine der Abendsonne ging's via Rothenturm (innerorts mit 5.379 km gefahren) heimwärts. Einen überaus angenehmen Aufenthalt bereitete uns noch unser Mitglied Herr Dolder im «Bären» in Lachen, indem eT mit Unterstützramg seiner Frau Gemahlin bei Speise, Trank und nett geheiztem Saale auch noch für einige gemütliche Tänzchen sorgte. Nur zu früh kam der Schluss unseres schönen Tages. Denn immer, wenn's am schönsten ist, muss man gewöhnlich weg! Auf Wiedersehen ein andermal! A. Seh. AUTOSEKTION NEUENBURG DES T. C. S. Am Pfingstsonntag führt die Sektion ihre traditionelle Fahrt zum Besuch der Narzissenfelder von Blonay durch. Der Start zu der fröhlichen, von einem Picknick inmitten der blühenden Pracht gekrönten Fahrt, ist auf 8% Uhr, Place Piaget, in Neuenburg angesetzt. Jti