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E_1928_Zeitung_Nr.052

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AUTt>MOBTL-REVUB

AUTt>MOBTL-REVUB 1928 — No 52 Kugellagerwerke J.Schmid-Roon,A.-G.,Ocrlikor» ua/ages meconiciens CHARRON, 16 GV, coupe limousine, 6 pl., vert et noir, int. cuir noir, eclairage et demarrage Bosch, 1 roue de secours, garnie. Fr. 2000.— MINERVA, 16 CV, 4 cyl., coupe landaulet, 6 pl., Interieur drap gris, peinture verte, 5 roues monfees, dclairage Scintilla. Fr. 2000.— LORRAINE-DIETRICH, 15 CV, 6 cyl., conduite interieure, 4-5 places, interieur drap gris, peinture brune, 5 roues garnies. Fr. 4000.— DODGE, 15 GV, 4 cyl., coupe limousine, 6 places, strapontins face ä la route, interieur drap gris, peinture noire, une jante secours. Fr. 3300.— LORRAINE-DIETRICH, 12 CV, carr. transformable 4/5 places, syst. Beehr, interieur cuir noir, 5 roues garnies, peinture bleu-vert, pare-chocs av. signofil, projeeteur lateral. Fr. 5000.— LORRAINE-DIETRICH, 15 CV, B 3/6 No 121,544 carr. transformable Bsehr, 4/5 places, peinture havane, freins sur les 4 roues, 5 roues garn., etat de neuf. 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Erste Hilfe bei Gesundheifs-Sforungen während der Reise. Eine Reise, besonders eine Erholungsreise, wird unternommen, ohne dass man meistens an irgendwelche, gegebenenfalls eintretende Gesundheitsstörungen denkt; und gerade wenn man von senem dauernden Wohnsitz entfernt ist, wirkt eine sonst gering belastende Gesundheitsstörung ziemlich unangenehm, .weil man in fremder Umgebung all der kleinen Hilfsmittel beraubt ist, weichein der dauernden Wohnung leicht zu beschaffen oder schnell zur Hand sind. Es ist daher wohl angebracht, in diesem Zusammenhang einige Gesundheitsstörungen vom allgemeinen Gesichtspunkt aus zu besprechen. Wenn ein Unbehagen sich bemerkbar macht, so ist es immer gut, zuerst die Körpertemperatur mit einem Fieberthermometer unter der Achselhöhle zu messen. Ein solches Thermometer bleibt in der Achselhöhle so lange liegen, bis es nicht mehr steigt, d. h. man liest nach etwa zehn Minuten die gemessene Körpertemperatur ab und steckt das Thermometer wieder in die Achselhöhle für die Dauer von etwa zwei Minuten, um zu sehen, ob es nicht mehr steigt. Steigt das Quecksilber noch, so misst man gerade zur Zeit des Fieberanstieges und muss infolgedessen das Thermometer noch eine Zeitlang liegen lassen und zwischendurch nachsehen bis ein weiteres Steigen der Temperatur nicht mehr angezeigt wird. Besteht eine Körpertemperatur von über 37,2 Grad Celsius, so ist es immer empfehlenswert, den Arzt aufzusuchen, damit dieser den Grund der Temperaturerhöhung feststellt. Um bei fieberhaften Zuständen eine Verschlimmerung nach Möglichkeit auszuschliessen, ist es notwendig, das Bett zu hüten. Durch diese Vorsichtsmassnahmen kann in vielen Fällen eine Erkältungskrankheit rasch Erledigung finden, welche durch lange- Vernachlässigung zu einer lebensgefährlichen Krankheit ausarten kann. Bei fieberhaften Zuständen soll die Beköstigung so sein, dass sie Verdauungskanal und Herz möglichst wenig belastet, sie ist daher flüssig oder flüssigdünnbreiig. Während die Flüssigkeiten ohne Nährstoffgehalt als durststillendes Mittel in Betracht kommen, kann Suppen und Milch je nach Bedarf J RITTEN PIANOS ZÜRICH Tonuollendetste Instrumente in relatio massiger Preislage RAMSPECK Sir Michaels Abenteuer. von Dr. med. Max Grunewald. Roman von K. 0. R. Browne. Copyright 1928 by Georg Müller, Verlag, München. (Fortsetzung vom Hauptblatt.) Fünftes Kapitel. An der Landstrasse, die nordwärts aus London herausführt, sass auf einem Tor in einem Heckenzaun ein Herr in einem Touristenanzug in Nachdenken versunken. Der Ausdruck seiner angenehmen Züge deutete Unzufriedenheit mit der Welt an, die in seinem Fall auch ganz gerechtfertigt war. Denn Mr. Georg Cherry ging es augenblicklich schlecht. In vielfältiger Weise ein bewundernswerter Charakter, dieser Mr. Cherry. Er war ein grosser, schlanker, gut gebauter Mann von ungefähr 30 Jahren, von militärischer Haltung und auffallend aristokratischen Zügen. Die durchdringenden dunklen Augen, das energische Kinn, die Adlernase — all das erzählte von einem vornehmen und ellenlangen Stamm. Hier, hätte ein geübter Physiognomiker gesagt, hier ist einer, dessen Ahnen sich bei Agincourt schon ausgezeichnet haben. In welcher Annahme sich der geübte Physiognomiker gewaltig geirrt hätte. Tatsächlich waren Mr. Cherrys Vorfahren Inhaber einer gutgehenden Fisch-Auskocherei, Butter, Mehl oder Eigelb zur Erhöhung des Nährwertes zugesetzt werden. Eine vorübergehende Unterernährung ist fast stets mit in den Kauf zu nehmen, sie kommt aber wenig in Betracht, weil der Gewichtsverlust durch den Krankheitsprozess viel erheblicher ist, und weil dieser Gewichtsverlust zur Zeit der Genesung durch entsprechende Beköstigung leicht wieder eingeholt wird. Während in kurzdauernden, vorübergehenden Krankheitsfällen eine mangelhafte Nahrungszufuhr ohne Schaden ertragen werden kann, 'würde bei chronischen fieberhaften Erkrankungen eine mangelhafte Nahrungszufuhr den Körperzustand gefährden; hier kann eine richtige Beköstigung den schädigenden Einfluss der Krankheit sowie die Krankheitsursachen beseitigen und auf diese Weise wesentlich zur Gesundheit beitragen. Eine bekömmliche und leicht verdauliche Speise geben die Eier des Störs ab, der sogenannte Kaviar, welcher freilich bei gewissen Erkrankungen, z. B. der Nieren, nur in ungesalzenem Zustande genossen werden darf. Die fettarmen Fische, wie z. B. Hecht, Schellfisch, Zander, Karpfen, Forelle, Schleie usw. sind für die Krankenbeköstigung gut brauchbar. Von Fleischsorten ist das Fleisch junger Tiere (Tauben, Hühner, Kälber) am leichtesten verdaulich. Rohes, geschabtes Fleisch verdient, wenn es frei von Krankheitskeimen ist, den Vorzug vor gekochtem oder gebratenem; gebratenes Fleisch wiederum ist dem gekochten deshalb überlegen, w r eil in dem Kochfleisch durch Auslaugung ein Verlust der schmeckenden Substanzen stattfindet. Den Erhältungsbedarf des Kränken kann man etwa um ein Drittel niedriger einschätzen als denjenigen des Gesunden, weil infolge der Bettruhe und der Ausschaltung fast allef willkürlichen Muskelarbeit die Wärmeerzeugung entsprechend geringer ist; bei Genesenden muss man aber bedenken, dass die Verbrennungsprozesse nicht langsamer, sondern intensiver als in der Norm ablaufen und muss dementsprechend die Ernährung reichicher und gehaltvoller gestalten und dem wiedererwachenden Appetit anpassen. Bei Vergiftungserscheinungen durch Nahrungsmittel oder Medikamente ist die möglichst sofortige Entfernung des Giftes aus dem Magen von besonders grosser, praktischer Bedeutung, weil auf diese Weise verhindert wird, dass die Giftstoffe in die tieferen Verdauungswege und auf diese Weise in den Blutkreislauf gelangen. Die Entleerung des Magens erfolgt entweder durch Erbrechen oder durch Magenspülung. Erbrechen kann man erregen durch Trinkenlassen lauwarmen Wassers mit etwas zerlassener Butter oder durch Kitzeln im Hals mit einer Feder oder durch Hineinstecken eines Fingers in den Hals. Soll ein Brechmittel eingegeben werden, so muss es ein schnellwirkendes sein wie z. B. schwefelsaures Kupfer oder Einspritzung von salzsaurem Apomorphin. Erbrechen kann aber verhängnisvoll werden, wenn ein Gift genommen wurde, welches die Magenwand ätzt und brüchig macht, so dass beim Brechen durch starke Anstrengung der Bauchpresse der Magen zum Bersten kommt und eine meist tödlich verlaufende Bauchfellentzündung entsteht; ebenso dürfen starkwirkende Brechmittel nicht mehr gegeben werden, wenn die das Erbrechen vermittelnden Organapparate gelähmt sind. Weit wirksamer als durch Erbrechen werden durch eine Magenspülung alle an der Magenwand haftenden Giftpartikelchen entfernt, zumal dem für die Ausspülung verwendeten lauwarmen Wasser in Menge von drei Viertel bis einem Liter ein entsprechendes Gegenmittel hinzugefügt werden kann oder Aufschwemmungen von Holzkohle, Eiweisswasser oder Milch an die Stelle des Wassers treten können. Unter den Vergiftungen durch Lebensmittel sind von praktischer Bedeutung die Wurstvergiftung, deren Erreger der Bacillus botulinus (botulus=Darm, Wurst) ist, welcher auch in Schinken, Fleisch, Fisch, Käse und in Gemüse (Bohnensalat) gefunden wird. Ferner die sogenannte Fleischvergiftung, welche eine, von Tier zu Mensch und Mensch zu Tier übertragbare und beim Menschen als Paratyphus bezeichnete Infektionskrankheit ist. Bei der Wurstvergiftung macht sich eine Trockenheit der Mundschleimhaut bemerkbar, Trockenheit der Zunge, des Rachens, Unterdrückung der Speichelabsonderung, Trockenheit der Nasenschleimhaut, Versiegen der Tränenabsonderung, Abwesenheit von Schweiss. Die Haut fühlt sich kühl an und ist bisweilen eigentümlich pergamentartig. Am Munde sieht man geschwürige Bildungen undjm Hals© Entzündungsprozesse; die Stimme ist heiser, dazu treten Sehstörungen, Schlingbeschwerden und Beeinträchtigung deutlichen Sprechens. Fieber pflegt zu fehlen. Das Auftreten der sogenannten Fleischvergiftung, welche tierischer Herkunft ist, erfolgt entweder unter den Erscheinungen des Magen- und Darmkatarrhs (Appetitlosigkeit, Uebelkeit, Erbrechen, Leibschmerzen, Durchfälle, Kopf-. Kreuz- und Gliederschmerzen, Ohnmächten und Hautausschlägen) oder in der typhösen Form, 'bei welcher das Vergiftungsbild beherrscht wird von Erbrechen, Durchfällen, Reisswasserstühlen, sehr schmerzhaften Wadenkrämpfen und niedrigen Körpertemperaturen. In beiden Fällen ist ärztliche Hilfe unbedingt und möglichst schnell notwendig. Die bei Unfällen im Verkehrsleben entstehenden Verletzungen sind meist sogenannte Quetschrisswunden, d. h. durch Einwirkung stumpfer Gewalt, wie sie z. B. beim Ueberfahrenwerden eines Körperteils durch Eisenbahn- oder Lastwagen zustande kommt, erfährt die Quetschwunde, die durch Einwirkung schwerer Gewalten entstanden ist, seitliche Risse. Am empfindlichsten sind die Quetschwunden an nervenreichen Körpertei- weiter zurück verschwand der Stammbaum im schützenden Dunkel der Zeiten. Das vornehme Auftreten ihres Sprösslings, das sie immer wieder in Staunen versetzte, war das Resultat langer und sorgfältiger Uebungund streng auf Aeusserlichkeiten beschränkt. Mr. Cherrey lebte von seinem Verstand, und da dieser von ausgezeichneter Beschaffenheit war, lebte er recht gut. Er verdiente sein Leben durch verschiedene Mittel, von denen aber keines anständiger Art war. Er war ein geborener Lügner, ein glänzender Schwindler und ein recht geschickter Fälscher. Die Karten gehorchten ihm wie er wollte, und in der Bauernfängerei hatte er wenige seinesgleichen. Er war ein Meister in allen kleinen Schwindeleien, die der Polizei bekannt sind, und noch in einigen anderen, die er selbst erfunden hatte. Wenn es ihm besonders schlecht ging, verschmähte er sogar einen gelegentlichen Taschendiebstahl nicht — aber darauf war er nicht stolz. Kurz und gut, Mr. Georg Cherry war ein tadelloses Exemplar des Mannes, der sich auskennt. Für so jemanden ist natürlich die äussere Erscheinung eines Herzogs von unschätzbarem Wert. Man sagt zwar, dass wir in einem demokratischen Zeitalter leben, indessen ist es noch immer eine Tatsache, dass der «Herr Graf» sich unter Vorwänden Geld ausleihen oder Kredit verschaffen kann, die den Mann aus dem Volke unfehlbar ins Gefängnis bringen würden. Diese Schwäche der menschlichen Natur nützte Mr. Cherry weidlich aus. Im Erwerben von teuren und pfändbaren Gegenständen, die er nicht die Absicht hatte zu bezahlen, war er Meister, seine Art, ihm gänzlich Fremde dazu zu bringen, vollständig wertlose Schecks als Zahlung anzunehmen, war bewunderungswürdig; während seine blosse Anwesenheit jedem Badehotel einen vornehmen Anstrich verlieh, auch wenn er seine Rechnung nicht bezahlte. Ali dies und noch mehr vollführte er mit Hilfe einiger gut gearbeiteter Anzüge, einer vornehmen Aussprache und einer Sammlung von Visitenkarten, welche seine intime Kenntnis des Hofkalenders verrieten. Nun war zwar Mr. Cherry ein sehr geschickter Mann in seinem Fache, aber alles kann man nicht vorsehen und es gab Zeiten, wo die Sache schief ging. In solchen Augenblicken pflegte er sich schleunigst in ländliche Gegenden zurückzuziehen, um dort das Vorübergehen des Sturmes abzuwarten. Er liebte die erzwungene Zurückgezogenheit nicht, denn mit dem Landleben wusste er nicht viel anzufangen, doch ertrug er diese Schicksalsschläge gewöhnlich mit der heiteren Ruhe, die eine seiner einnehmendsten Eigenschaften war. Aber gegenwärtig wurde seine Verstimmung über die erzwungene Untätigkeit durch die Tatsache erhöht, dass seine eilige Abreise von London ihm nicht Zeit gelassen hatte, etwas für seine Finanzen zu tun. Wie er so dasass und brütete, enhielt seine Tasche nur elf Schilling und vier Pence in gangbarer Münze und eine mehr als zweifelhafte Fünfpfundnote. len, wie z. B. Fingern, Lippen, Zunge, Brüste warze, äusseren Geschlechtsteilen und Aftergegend. Abgesehen von der provisorischen Blutstillung kommt bei der durch Laienhand zu leistenden ersten Hilfe lediglich das Bedecken der Wunde mit keimfreier Gaze in Betracht, oder, wo diese nicht zur Verfügung steht, mit frisch gebügelten bzw. geplätteten Wäschestücken. Eine Berührung der Wunde mit den Fingern ist unter allen Umständen zu vermeiden, Kleider dürfen nicht ausgezogen werden, sondern man muss sich durch Austrennen oder Aufschneiden der Kleidungsstücke Zugang zur Wunde verschaffen. Bei einem Notverband, der in der Eile und aus dem Stegreif schnell angefertigt werden! muss, ist es nötig, sich mit einfachen Dingen zu helfen, welche der Mensch mit sich führt oder unmittelbar zur Hand hat. Oft ist es nötig, einen Verband auszudenken, wie ihn der Augenblick eingibt. Beim schmerzhaften Beinbruch kann man z. B. als Stützschien© einen Stock oder einen Regenschirm verwenden, welchen man an das gebrochene Bein mit Hosenträgern oder Tüchern befestigt, oder man bindet das verletzte Bein an das gesunde an. Ein Stützverband für den gebrochenen Arm lässt sich dadurch improvisieren, dass man die gebrochene Extremität an den Rumpf anlegt, den Rock nach oben umschlägt und mit einigen Sicherheitsnadeln wie ein Armstütztuch (eine Mitella) befestigt. Jedes Stück Holz, Pappe oder Bandeisen, welches einigermassen geeignet ist, lässt sich zur Schiene biegen und benutzen; ebenso kann man Halme zu Bündeln von 4—6 Zentimeter Dicke zusammenbinden und im Notfall als Schiene gebrauchen, oder mit einer aus Halmen geflochtenen Matte wird ein gebrochenes Bein ganz eingehüllt oder breit geschient. Liegt der Verletzt© Automobil-Koffer Lager und Spezialanfertigungen Piknik-Körbe Leder-Kissen Alle übrigen Lederwaren und Reise- Artikel in grösster Auswahl AIFREB) HMIE) FEINE LEDERWARENu. REISEARTIKEL SPEISERGASSE 11 «Etwas muss geschehen», sagte Mr. Cherry, während er übellaunig auf den Verkehr der Landstrasse stierte, «und zwar rasch». Er zündete sich eine Zigarette an und rauchte nachdenklich und seine Augen folgten neiderfüllt den Autos, die in kurzen Zwischenräumen an ihm vorbeisausten. Der Anblick all dieses Reichtums auf Rädern verlieh seiner gegenwärtigen unangenehmen Situation noch besonderen Nachdruck. «Hol dich der Teufel!» sagte Mr. Cherry: zu einem gepäckbeladenen Rolls - Royce. «Und dich auch», fügte er von Herzen .hinzu, als ein formloses, füchterlich lärmendes Etwas in einer Wolke von Staub vorüberflog, über eine Unebenheit des Bodens schwankte und ihm den Mund voll Staub zurückliess. «Strassen-Schwein!» sagte Mr. Cherry giftig, und dann «Hallo!» Denn als sich die Staubwolke ein wenig verzogen hatte, lag in der Mitte der Strass© ein Handkoffer auf. Mit. seiner Beute beladen kletterte er über das Tor, blickte vorsichtig um und setzte sich hinter die Hecke, um seinen Fund zu untersuchen. An dem Henkel 1 des Koffers war im Lederrahmen ein Zettel befestigt. «Fairlie,» las Mr. Cherry, «Kings Fortune, Little Hurstover, Hertfordshire.» Hm. Nette Adresse. Er zog einen Bund Schlüssel von verschiedener Grosse und merkwürdiger Konstruktion aus der Tasche, doch bedurfte er ihrer nicht, denn der Koffer war unversperrt. (Fortsetzung folgt.)