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E_1928_Zeitung_Nr.052

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18 AUTOMOBIL-REVUE —

18 AUTOMOBIL-REVUE — REVUE AUTOMOBILE 1928 - No 52 Ermüdung Geistige Abgespanntheit STADTHOF- POST HOTEL ZÜRICH Schönster Ausflugsort für Automobiltouren. Prächtige Lage Prima Küche und Keller. Bäder zu jeder Tageszeit aus der weltbekannten Schwefelquelle. — Freie Besichtigung der Mineralwasser - Abfüllung: Lebende Forellen. Poulets. Selbstge!. Butter-Küche. Vorzügliche Weine. Schöner Gesellschaftssaal. Jägerstübli. Schöne Zimmer. Massige Preise. Q. Minall I. Illastr. Preist. Nr. 51 gratis a. versohl, varlangsn 1 -Geschürt P. HÜBSCHER 0-1027 im Seefeld) "Was geschieht, -wenn der Führer eines in voller Geschwindigkeit fahrenden Automobils ein Hindernis auf der Strasse erblickt ? Nur wenn man sich diese Frage klar zu beantworten sucht, erkennt man die gewaltigen Gefahren, die das Autofahren in sich birgt. Ein englischer Physiologe beschreibt die Vorgänge, die sidi beim Fahrer abspielen wie folgt: Zunächst bildet sidi auf der Netzhaut ein Bild des vor dem Auto auftauchenden Hindernisses. Der Sehnerv überträgt das Bild in die oberen Gehirnzentren, wo auf Grund der Meldung ein Beschlus« geiasst wird. Dieser wird den motorischen Zentren übermittelt, die mit Hilfe der Nerven auf die Muskeln des Führers einwirken und die sweckmässigen Bewegungen auslosen. In einem normalen Körper werden alle diese Vorgänge in einer Fünftelsekunde vollzogen. Diese kleine Zeitspanne wird die „Reaktionszeit" genannt. Nun sind wissenschaftliche Experimente gemacht worden, um festzustellen, -wie die versdiiedenen Reiz- und Betäubungsmittel auf die Länge der Reaktionszeit einwirken. Dabei erwies es sich, dass JU ünltelsekuncM eine Dosis Alkohol, die 1 Vi dl Whisky entspridit, die Reaktionszeit verdoppelt und verdreifacht. Aber nidit nur der Alkohol ist für den Automobilisten sehr gefährlich, sondern auch der Kaffee und Tee wegen des darin enthaltenen Co ff eins, denn diese Droge ruft ähnliche nervöse Störungen hervor. Das bedeutet, das« nadi dem Genuas von wenigen Gläsern Wein, resp. Tassen Kaffee, der Autofahrer zwei oder gar drei Fünftelsekunden braudit — statt einer —, um gegen die drohende Gefahr zu reagieren. Bei einer als massig zu bezeichnenden Geschwindigkeit von 35 km legt aber ein Auto in zwei Fünftelsekunden mehr als 3,8 m zurück. Sehr oft ist das Hindernis erst auf drei bis vier "Wagenlängen tu. erkennen, besonders in Kurven oder Strassenkreuzungen. "Vfenn nun der Autoführer unter der Wirkung eines guten „Trunks* auch nur eine W^agenlänge verloren hat, kann der winzige Zeitverlust — die Fünftelsekunde — das Leben kosten... Kaffee Hag schont Herz und Nerven, er ist coffeinfrei und von hervorragender Güte. lel. 1U4 gekelterte Weine. Gesellbildet die groitte Gefahr für den Autofahrer. D«r vorsiehtige Fahrer wird darum keine Gelegenheit unbenutzt lauen, sieh seine geistige Frische zu bewahren. Viele Fahrer kennen die guten Eigenschaften der Porsanose-Tabletten und nehmen auf ihren Touren, Je nach Bedarf, mehrmals täglich 2-3 Tabletten alt Energie- und Kräftespender. Probieren Sie auch» Sie werden überrascht sein, wieviel mehr Freude und Genius Sie haben, wit Sie stets frisch u. spater ohne Kopf» weh sich noch Ihrer Autoreise erfreuen können. FmaMst-TaMttttn fcllt Jtfe ApttlMk« a Fr. *M vtrritfe. ris-ä-vis Hauptbahnhot Hau* n. Banges, renoriert 1927, 140 Betten. Fliessendes Wasser, Lifts, Zentralheizung, Amt* telepüon, LichtsignaL • Grosses Cafe-Restaurant im HoteL Telephon Gebr. Oo$el Hotel: Selnau 97.90 Restaurant: Selnau 97.92 BADLOSTORF bei ÖLTEN • • • • • • In freundlicher Empfehlung: Der neue Besitzer: Hotel Ochsen Hotel Zugerhof — Hotel Löwen Küsnacht Hotel Falken Gumm Dofldien, Fromm's wa en nach 34p* tb Toi. Sein. Ml 59 Frey. Rendez-Tons der Auto» mobilisten. Butterküohe. np i 1Ayl Stete leb. Fische. Selbtt- TW* i HA scüaftasäle, tfarage. Tel. 73 Mitel. A.O.S. u. 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Statt der sonnengedörrten, staubbedeckten Vegetation der Lombardei säumen jetzt saftige Bergwiesen voll der schönsten Blumen die vorzügliche Strasse, umkleidet das matte Grün der Lärchen manchen nackten, grauen Felsenhang. Blendend lugt schon da und dort ein Schneefeld über einen kühnen Grat. Höher und weiter spannt der in der Ebene stumpf gewordene Blick sich, die herrliche Bergnatur zu fassen, die in ihrer ganzen Klarheit und Reinheit immer voller sich entfaltet. Scheinbar endlos schrauben sich die enger werdenden Strassenserpentinen, unermüdlich zieht der Gleichtakt der Zylinder Wagen und Insassen empor, an rauschenden Bächen vorbei, durch scharfe Haarnadelkurven, über wegspritzenden Schotter, bis endlich ein Schild uns entgegenwinkt «Col du Simplem: Attitüde 2008 metres». Bis zur Sohle des Rhonetals, 1300 Meter tief, fällt der Blick, lässt zwischen sich überschneidenden, lärchenbestandenen Hängen mikroskopische Häuschen erkennen — Brig — führt an der gegenüberliegenden Wand des Rhonetals empor zu einer Kette kühnster Gipfel in strahlendem Schneegewand — den Riesen des Berner Oberlandes. Auf der stets gleichmässig vorzüglichen Strasse gleiten wir bergab, lassen, die Sommerstrasse benützend, die Winterstrasse rechts in ihren interessanten Lawinenschutzgalerien liegen. Langsam versinken die Gipfel der Berner Alpen, dafür schieben weiter und weiter die Kujissen der Berge sich auseinander, den Blick ins dunsterfüllte Rhonetal freigebend. Auf der steilen Strasse zwischen den alten Häusern von Brig knirschen die Bremsen zum letzten Mal, bevor sie die Räder freilassen zum raschen Lauf- die schnurgeraden Strecken des Rhonetales abwärts. Unser Wagen frisst die Chaussee zwischen den Pappelreihen in sich, während die Schatten der Dämmerung langsam das Tal füllen. Weit ausholend streichen in der grossen Kurve die Scheinwerfer kurz über die Burgen von Sion, um dann wieder entlang den Mauern der Weingärten weiterzuhuschen. In Villeneuve empfängt uns der ruhige Wellenschlag des Lac Leman — und abeben die ernste Silhouette Chillons sich von dem fernen Lichtnebel der Uferstädte abhebt, tritt bleicher Schein über den schwindelnd hohen Kamm der Dents du Midi, rollen wir in vollem Mondlicht weiter nach Montreux, durch eine Landschaft, die mit vollstem Recht u den schönsten dieser Erde gezählt wird. Slmmental. Wenn man vom Thunersee herkommt, sei es nun über Wirnmis oder Reutigen, und durch den Engpass der Simme zwischen Simmenfluh und Burgfluh durchfährt, ist man gespannt, was für eine Szenerie sich nun röffnen werde. Enttäuscht wird man sicher nicht sein, denn sonnige Hänge, heimelige Dörfer mit braungebrannten Häusern, ein freundlicher Talgrund eröffnen sich unserem Blick. Ein Bild, zu dem die Berge ringsum den schönsten Rahmen bilden. Bei Latterbach zweigt eine Strasse ab, hinauf ins Diemtigtal nach Diemtigen, dem Rotbad und der Grimmialp. Die Talstrasse selber führt weiter nach dem schmucken Erlenbach und Weissenburg, von wo ein Strässchen zum prachtvoll von Wald umgebenen Weissenburg-Bad führt. Wer kennt sie nicht alle, die hübschen Simmentaler Dörfer, Boltigen, Welssenbach, weisimmen, St. Stephan und schliesslich Lenk, die sich als Ferienorte schon längst einen Namen gemacht haben und die als Ausflugsziele immer und immer wieder gewählt werden. Von Zweisimmen erreicht man in kurzem die Wasserscheide zwischen Simme und Saane, über welche man ins Saanenland gelangt. Schwer wird nur die Wahl ob man talaufwärts nach Gstaäd, Lauenen, Gsteig oder talabwärts nach Rougemont und Chäteau-d'Oex fahren will. Wer alles auf einen Schlag haben will, der fahre über Gstaad, Gsteig und den Col du Pillon nach Ormontdessous. Von dort über den Col des Mosses nach Chäteau-d'Oex, Saanen und beschliesse die Rundreise wieder in Gstaad. L.