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E_1928_Zeitung_Nr.059

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N° 59 III. Blatt BERN, 13 Juli 1928 Das Sfrassenwesen im Kanton Graubünden Nach einem Vortrag von Herrn I. Einleitung. Mit 11.151 Ja gegen 10.093 Nein, also mit einem bescheidenen Mehr von 1058" Stimmen, hat das Bündnervolk am Sonntag, den 20. Februar 1927 das neue Strassengesetz angenommen. Dieses neue Gesetz, welches durch den Kleinen Rat des Kantons Graubünden am 1. Januar 1928 in Kraft gesetzt wurde, hat die Uebernahme des Unterhaltes sämtlicher Pass- und Talstrassen durch den Kanton zur Folge, womit Hand in Hand eine Entlastung der Gemeinden durch den Kanton und die endgültige Regelung des Automobilverkehrs im Gebiet Alt-Fry-Rätiens geht. Dieser Tag bildet einen Markstein in der Geschichte des bündnerischen Strassenwesens. II. Römische Strassen in Rätien. Der alte Rätische Freistaat, der heutige Kanton Graubünden, hat jahrhundertelang im grossen Völkergetriebe eine bedeutende Rolle gespielt. Er verdankt dies seiner geographischen Lage, welche ihn zum Durchgangstor des internat Personen- und Wagenverkehrs zwischen deutschen und welschen Landen für so lange bestimmt hatte, als dieser Verkehr gezwungen war, sich auf Wegen und Strassen zu bewegen, d. h. der Bergpässe zu bedienen. Solange dies die normale Beförderungsweise war, solange musste Graubünden ein vielumworbenes Ländchen bleiben, Graubünden mit seinen vielen herrlichen Bergpässen und seiner zähen wettergestählten Bevölkerung, welche fähig und bereit war, die Pässe jederzeit gegen die Unbilden der Witterung sowohl, als auch allfälligen feindlichen Eingriffen gegenüber freizuhalten. Gegenüber anderen Pässen in den Zentral- und Westalpen besassen die bündnerischen den Vorzug, dass sie nicht aus tiefliegenden Talgründen direkt schroff in die Höhe steigen, sondern von einem bewohnten und wirtlichen Hochland aus, in einer relativ geringen Steigung, die Gebirgseinschnitte, d. h. die Passeinsattlungen bewältigen konnten. Es steht ausser Zweifel, dass die zur Sommerzeit leicht begehbaren Uebergänge zwischen den einzelnen Talschaften des Berglandes schon in der vorgeschichtlichen Zeit dem Lokaiver- Regierungsrat Huonder in Chur. kehr der Ureinwohner gedient haben. Es sind besonders diejenigen über den Bernhardin, Splügen, Septimer, Julier, Lukmanier und Greina, wo stellenweise vollkommen intakt gebliebene Strassenstrecken Zeugnis ablegen, von der Einsicht und dem Zielbewusstsein des römischen Militärstaates. So findet man denn, dass die Römerwege in unserem Gebirge mit erstaunlicher Ortskenntnis sich dem Terrain anpassten, die Lawinenzüge vermieden, die Sonnenseite wählten und vor allem das, den Bau und noch mehr den Unterhalt so sehr belastende Anschneiden der Abhänge, vermieden, wozu noch eine, in festem Verband hergestellte Fahrbahn trat. Die Bernhardinstrasse weist solche wohlerhaltene Strecken noch an verschiedenen Orten auf, so auf den oberen Terassen des Schamserberges, auf dem Bernhardin selbst, namentlich aber zwischen Sufers und Splügen, wo der Römerweg, über den vor 2000 Jahren die Militärtransporte und der regelmässige Postenlauf des Weltreichs sich bewegten, heute noch von der Holzfuhre des Landmanns befahren wird. Die Strasse hat hier überall eine Breite von 1,5 m konnte also nur für Fussgänger und Saumtiere benutzbar sein. Das gleiche gilt für die Splügen- und Septimerstrasse, an denen sich wohlerhaltene Strecken finden. Hier, wie auf der Julierstrasse haben die guterhaltenen Ueberreste eine Breite von 2,7 m. Geschichtlich lässt sich der Beweis erbringen, dass die bündn. Berge schon von den Römern für den Verkehr zwischen Süd und Nord fahrbar gemacht und benützt wurden. Der römische Geschichtsschreiber Strabo (geb. 33 nach Chr.) schrieb: Kaiser Augustus (geb. 33 v. Chr.) unter dessen Regierung die Strassen in Rätien verbessert worden seien, habe den Pass der Salassier, Monte Ceni und den Okra in den illyrischen Alpen (Balkan) fahrbar gemacht. Eine angeblich dem 3. Jahrhundert entstammende römische Militärkarte, die sog. Peutingersche Tafel, erwähnt zwei getrennte Strassenzüge, die vom Comersee über Chur an den- Bodensee führen. Der eine derselben, unser heutiger Splügen. führte von Chiavenna über Chur nach Augsburg. Von Chur abwärts führte sie über die Luziensteig dem rechten Rheinufer entlang an den Bodensee. Wenn auch die Peutingersche Tafel von einem Strassenzug über den St. Bernhardin nichts erwähnt, so darf dennoch mit ziemlicher Sicherheit angenommen werden, dass auch dieser Pass den Römern bekannt gewesen und von ihnen begangen worden ist. (Es heisst sogar, Kaiser Konstantin sei im Jahre 396 mit einem Heer über diesen Berg gezogen,; um die Allemannen zu bekriegen.) Der zweite Strassenzug auf der Peutingerschen Tafel ist ohne Stationenangabe eingezeichnet und gibt lediglich die Gesamtentfernung vom Comersee bis Chur an. In einem etwa V/2 Jahrhundert später erschienenen, also etwa dem letzten Viertel des 4. Jahrhunderts entstammenden römischen Reisehandbuch, dem sogenannten Itinerarium Antonini, ist die Septimer- und Julierstrasse wieder aufgeführt und zwar diesmal mit Angabe der Stationen : Summo lacu, Muro, Tinetione, Curia, woraus auch der Schluss gezogen werden kann, dass sie jungem Datums ist als die Splügenstrasse. Die Julierstrasse weist ebenfall eine Breite von 2,70 m auf und wand sich von Bivio aus in verschiedenen Kehren nach der Höhe des Julierpasses hinauf. Hier stehen rechts und links des Weges zwei uralte steinerne Säulen, die sogenannten «Julsäulen», nach einer Version dem Sonnengott Jul geweiht, nach einer andern dem Julius Cäsar gewidmet. Diese Strasse ist, gleich den übrigen römischen Strassen, gepflastert. Aus ihrer Breite von 2,70 m darf also geschlossen werden, dass es eine Fahrstrasse war. Dies sind die römischen Strassen in Rätien, denen eine erhöhte Bedeutung inbezug auf den Transitverkehr zwischen dem Süden und Norden Europas nicht bloss zur damaligen Zeit, sondern während des ganzen Mittelalters hindurch zukam. Zweifellos wurden aber noch andere schon zur Römerzeit angelegt, oder wenigstens begangen, so der Lukmanier und die Greina. Nach Lothmann (Geschichte Tirols) soll ebenfalls schon zur Zeit des Drusus, also vor Lbejnahe 2000 Jahren, eine Strasse im Aniuss an den Julierpass durch das Enga- 59 III. Blatt BERN, 13 Juli 1Q28 din hinunter nach Finstermünz und Meran geführt haben. III. Das Strassenwesen im Mittelalter. Unter der Herrschaft der Römer stand beim Bau der Strassen das militärische Interesse im Vordergrund, und mit den reichen Mitteln und dem weiten Blick einer starken Regierung erfolgte ihre Anlage nach einheit-* liehen Plänen, wobei die Anwohner des Pas-* ses mitzuwirken hatten. Mit dem Verschwinden des Weltreichs wurden die Bergstrassen nur noch gelegent-i lieh benützt, und an die Stelle der Zentralisation und der technisch hochgebildeten Behörde traten die Anwohner der Passstrassen, womit nicht nur die Einheitlichkeit der Anlage, sondern auch der notwendige Unterhalt verloren ging. Von keinen mittelalterlichen Kaisern, selbst von Karl dem Grossen nicht, ist ein eigene licher Wegbau ausgegangen, wenn schon die deutschen Kaiser die Wichtigkeit der Alpenn Übergänge vollauf gewürdigt haben. Die Sep-i timer und Julierstrassen wurden zu Reichs* strassen erhoben und der Bischof von Chur, der «allzeit getreue Vasalle», wurde zum Wächter derselben eingesetzt. Mit dem mächtigen Aufblühen des Handels der norditalienischen Städte Genua, Mailand und Venedig wurde auch der Warentransport über die bündnerischen Pässe ein immer in-» tensiverer. Mitte es 14. Jahrhunderts begegnet man schweren Klagen der Kaufleute über den ungenügenden, ja lebensgefährlichen Zustand der Septimerstrasse. In der Folge versuchte man den schwierigsten Teil der Splügen* route — die Viamala — auszubessern, damit dieselbe mit dem Septimer in Konkurrenz treten könne. Dem wusste aber der damalige Bischof von Chur den Riegel zu stossen. Um dem Bedürfnis gerecht zu werden, beauftragt der Bischof von Chur im Jahre 1387 den Bergellischen Edlen, Jakob von Castel-i mir, mit dem Ausbau der Septimerstrasse von Tinzen bis Plurs und verpflichtet ihn zum Unterhalt derselben gegen entsprechen* des Weggeld. Bis in die erste Hälfte des 16. Jahrhun* derts war nun der Zustand dieser Strassen ein besserer, indem namentlich die mittler* 1 Alles was Sie von einem guten Pneu verlangen: Hohe Kilometerleistung Absolute Sicherheit Elegante Ausführung ist vereint in dem Schweizer pneu! UNION BANCAIRE INDUSTRIELLE ET COM- MERCIALE S. A. Ihr Lieferant vermittelt auch « PALLAS-CORD > Eigenfabrikat der AM tengesellsdiaf f R. & E. Huber Schweiz. Gummiwerke, Pfäffikon-Zürich Automobil welche Ihnen den Ankauf jeder beliebigen Marke üon Automobilen, Lastwagen und Traktoren zu den uorteilhaftesten Bedingungen ermöglicht. Provisionen von 4% bis Elektr. Lidit nlasseranlaoen mm • • System „BOSCH" oder „EIJtflANN" Vertretung für die Schweiz der „Norlh-Easl-Fabrikaie in Rodiesler" Umänderung und Reparaturen an bestehenden Anlagen. — Modernste und beste Abbiendvorrichtungen. — Kostenlose und unverbindliche Beratung durch bewährte Facbleute. — Ständiges Lager in» Magnetapparaten, Lichtmaschinen, Anassero, Scheinwerfern, Akkumulatoren, elektr. 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