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E_1928_Zeitung_Nr.051

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U Unsere amüsante Seite

U Unsere amüsante Seite cher Weise auf sein Auto. Er fuhr wie der leibhaftige ... auf finnisch heisst es: perkele. Da es ein offenes Auto war, so flog ich immer höher in die Luft und musste darauf achten, immer wieder ins Auto zurückzufallen. Nach einigen Stunden war ich schon ziemlich sicher und fand Vergnügen an der Sache. Nach sechs Stunden aber merkte ich ein leichtes Unwohlsein in demjenigen Körperteil, auf den ich immer wieder zurückfiel. Durch das Schütteln kam ich auf eine Idee, sonst wäre ich wohl kaum darauf gekommen. Als ich an den wiederholten und energischen Kontakt des Sitzes mit meinem Kör- Automobilistische Erlebnisse eines Schweizers in Nordeuropa, von C.E.W. (1. Fortsetzung) Ich reiste wieder in die Imatragegend und per dachte, fiel mir ein, dass man diese Energie vielleicht ausnützen könnte. Ich habe im Völkerbünde ergehen. Da es bei uns kein musste ich mich über den Einfluss Finnlands setzte mich zuerst einmal unter ein Gepäcknetz, um zu probieren. Nach einigen Kilometern stieg ein freundlicher Mann ein una Freund Gammelbom und ich werden das Pa- das Alkoholverbot äussern. Als ich der An- jetzt einen Apparat dafür konstruiert. Mein Alkoholverbot gibt, musste ich mich über legte sorgfältig eine mittelgrosse Kiste aus tent zusammen ausnützen. Wir glauben, sicht huldigte, derartige Alkoholika, wie man schönem Birkenholz in das Gepäcknetz. Wir dass man in kurzer Zeit, um die Erfindung sie hier bekommt (ich dachte an das Routenauto!), sollte man verbieten, entstand ein fuhren weiter, sagten zusammen «Hoppla» noch mehr nutzbar zu machen, nur noch und sahen einander' freundlich und teilnehmend an. Ich erreichte bald das Gepäckten Strassen wird man extra Löcher spren- Seite und sagte: «Nimm das schnell zurück. Strassen mit Löchern bauen wird. In die glat- Gemurmel. Gammelbom nahm mich auf die netz. Bei einem guten Sprung schlug ich so gen. Auf diese Weise werden die Passagiere Du machst ja dich und mich unmöglich.» stark an die Kiste, dass der Boden krachte. das Ihrige zur Fahrt beitragen. Es wird sich Ich nahm es schnell zurück und zum Zeichen, dass es mir ernst war, trank ich ein Man hörte ein Klirren. dann auch besser lohnen, Gäste einzuladen. Der Mann sah mich plötzlich sehr unfreundlich an. Es begann zu tropfen. In den kann, zu messen, kaufte ich ein Messband. Das «Was machen Sie hier in Finnland,» fragte Um die Energie, welche man so gewinnen Glas Whisky. * Menschen- und Stallgeruch mischte sich ein Ende davon befestigte ich an einem Knopfe mich ein anderer Journalist. Gammelbom neuer Duft. Die Passagiere schnupperten auf dem Hintern meiner Hose, die Rolle am Sitze des Autos. Wenn ich nun sprang, so rollte munter und ihre Mienen sahen immer vergnüglicher drein. Aus dem Netze fielen immer mehr Tropfen. Ein Mann fing sie mit der Hand, schleckte daran und strahlte über "das ganze Gesicht; ein anderer machte es nach und schmunzelte. Sie lobten die gute, starke Ware. Bald hatte der Besitzer alle hier nicht eingehen. Flaschen verkauft. So wurde aus dem Unglück ein gutes Geschäft. meine Sprünge messen zu können. Ich sprang Es war für mich eine grose Genugtuung, Er offerierte mir daher auch einen Zug aus nämlich immer höher und immer eleganter. der Flasche, welche er herumgab. — Ich Im Sommer fuhr ich mit meinem Freunde glaubte wie eine Glühbirne auszusehen, mit einem weissglühenden Draht vom Munde bis zum Magen. Mein Gesicht verzog sich; ich musste husten und wurde rot. Der Mann lächelte freundlich und sagte: «Der Herr ist gewiss Ausländer». Da lachten wieder alle Passagiere. Ich hörte weiter hinten sagen: « ... Die können froh sein, dass sie kein Verbot haben; die halten ja nicht einmal einen richtigen Schnaps aus.» Eines Tages lud mich mein Freund, der bekannte Direktor Gammelbom, in freundli- lek und de» das Messband ab. Eine kleine Einrichtung stoppte es am extremsten Punkte. Auf diese Weise konnte ich meine Sprünge genau messen. Mit 60 kg multipliziert bekam ichm'kg usw. Auf das Technische der Sache will ich Gammelbom an ein Scheidungsfest der Frau Oberst Skalström, nach L. Wir waren eingeladen, weil wir zur Partei der Frau Oberst gehörten. Gamelbom war auch ein wenig mit ihr verwandt: Seine dritte Frau war nämlich die zweite Frau Oberst Skalström gewesen, und die jetzige geschiedene Frau Oberst war einmal mit dem ersten Manne der jetzigen Frau Gammelbom verheiratet. Das war das erste grosse Fest, welches ich in Finnland mitmachte. Alle Leute fragten mich der Reihe nach: «Wie fühlen Sie sich in Finnland?» «Was machen Sie hierin Finnland?» «Wann reisen Sie wieder fort von Finnland?» Ich versuchte, nicht langweilig zu sein und erzählte jedermann etwas anderes. Da es ein grosses Fest war, so gab es auch einige Journalisten; so gut wie in andern Ländern müssen sie eben auch hier ihre Zeitung mit etwas füllen. Da ich ein Ausländer war, wurde ich interwiewt und photographiert. Da unser Land ein Touristenland ist, musste ich mich über Finnland als Touristenland aussprechen. Da man bei uns Käse produziert, musste ich über Finnland als Milchproduktionsland dozieren. Da bei uns der Völkerbundssitz ist ÄUTOMOBIL-REVUE 1928 Bälh £n3&*Si»c»i»ti: mischte sich nun in die Sache und half mir in liebenswürdiger Weise, damit ich mich nicht wieder blamieren sollte. Er erzählte von meinen interessanten Messungen und erklärte, dass meine Erfindung auf den Automobilismus im Norden umwälzend wirken werden. «Heute ist der Doktor 1 m 92 cm hoch gesprungen; ist das nicht eine glänzende Leistung?» schloss er seinen Vortrag. Der Journalist war sehr interessiert. Am anderen Tage stand in der Zeitung unter «Sport», fett gedruckt: «Schweizer Doktor springt im Auto 1 m 92 cm. Neuer Sport mit grossen Zukunftsmöglichkeiten in Finnland.» Darunter erkannte ich mein Bild. Ein längerer Artikel gab über meine Person Auskunft. Am folgenden Tage kamen mehrere Journalisten zu mir. Ich musste mich über die Zukunft des neuen Sportes aussprechen, sowie über sein jetziges und zukünftiges Verhältnis zum Alkoholverbotgesetze. Ich gab dem neuen Sporte den Namen «Bilhopping> (Automobil = schwedisch: bil; springen = hoppa). Am anderen Morgen las ich alles in der Zeitung. Am Nachmittage kamen noch mehr Journalisten. Sie fragten mich nach dem Weltrekord in Bilhopping. «Wie gross ist er?» «Im 97 cm.» (Auf dem Heimwege vom Scheidungsfeste war ich nämlich 1,97 m gesprungen.) «Wo wurde er aufgestellt?» «In Finnland.» «Hurrah ! Hurrah!...» «Von wem?» «Von mir.» «Es lebe der Bilhoppingchampion!» Alle nahmen ihre Taschenflaschen heraus. 51 Aus der Brustgegend, aus der Bauchgegend, aus der Seite, aus der Kreuzgegend und von weiter unten kamen Flaschen von allen möglichen Formen und Formaten. Es gab Cognac, Whisky, Aquavit, Sherry Brandy, usw. Ich musste mit jedem einen sogenannten Skal trinken. Beide heben zu diesem Zwecke das Glas, schauen einander darüber hinweg scharf in die Augen, trinken und schauen einander dann wieder in die Augen, um die Wirkung zu konstatieren. Nachdem ich allen auf diese Weise in die Augen geschaut hatte, musste ich wieder von vorne anfangen. Als ich ihnen nicht mehr in die Augen sehen konnte, legten sie mich auf ein Sofa und Hessen mich in Ruhe. i Am anderen Tage stand gross auf der ersten Seite: Der Rekord in Bilhopping wurde in Finnland aufgestellt.» Am gleichen Tage besuchte mich der schwedische Konsul. Er triefte vor Liebenswürdigkeit und begann mich zu loben. Hierauf lobte er Schweden und im besonderen die Schweden. Dann holte er eine Flasche aus irgend einer Tasche und trank mit mir einen Skal. Er schaute mich eine Zeitlang an, trank wieder einen Skal und lobte dann wieder eine halbe Stunde lang die Schweden. Als er glaubte, meine Achtung sei hoch genug gestiegen, machte er die Finnen herunter. Hierauf verglich er die beiden Völker und trank wieder einige Skale. Er legte mir nahe, nach Schweden zu kommen und dort meine segensreiche Tätigkeit fortzusetzen. Wenn etwas Rechtes in der Welt gemacht würde, so würde es von einem Schweden gemacht; wenn ich etwas leisten wolle, so müsse ich eigentlich' Schwede werden. «Sehen Sie unsere Schwimmer, Boxer, Skifahrer, Physiker und andere Sportsleute, überall haben wir das Beste. Sie wissen doch, dass Lindbergh ein Schwede ist? Den Mann, welcher die besten Segelboote konstruiert, haben wir uns von Finnland angeschafft. Jetzt ist es aus mit den finnischen Siegen im Segelsport. Kommen Sie zu uns, wir haben viel Geld füri Sport. Was hat Ihnen Finnland zu bieten?») Ich sagte ihm, dass ich mich in Finnland sehr wohl fühle. «Und das Verbot?» erwie-* derte er. «Ist das etwa angenehm? Bei .uns gibt es zwar Restriktionen; aber das nimmt man nicht so genau. Bei uns bekommen Sie viel mehr Alkohol als hier.» Da ich noch! vom vorhergehenden Tage krank war, bekam ich Angst vor noch mehr Alkohol und schlug ab. . ;...,. ., ,.. Fortsetzung fotet. DELAGE -Ersatzteile liefert prompt H. 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N°5t - 1028 Das amerikanische Strassenwesen. Währenddem man im allgemeinen über das gutausgebaute und weitverzweigte Strassennetz amerikanischer Städte durch die bereits vorhandene Literatur genügend orientiert ist, besteht noch vielfach eine unklare Vorstellung über den Stand, die Verwaltung und Organisation der amerikanischen Ueberlandstrassen. Bedingt durch den immer mehr um sich greifenden Autofernverkehr und (weiterhin angeregt durch die Diskussion und den Bau von eigentlichen Autostrassen, ist die Frage der hauptsächlich dem Autoverkehr dienenden Strassen überall in den Vordergrund gerückt. Es mag deshalb von Interesse sein, über den Stand dieser Strassen in den Vereinigten Staaten Nordamerikas zuverlässige Angaben zu besitzen und sich ein genaues Bild über das dortige Strassenbauwesen machen zu können. Dr. Ing. Ph. A. Rappaport hat steine auf Grund örtlicher Beobachtungen und Erfahrungen gemachten Erhebungen in einer Publikation*) zusammengefasst, in welcher er sich mit dem Strassenbau und ferner mit dem Motorfahrzeugverkehr selbst befesst. Seinen Ausführungen zufolge unterscheidet man in den Vereinigten Staaten: 1. Staatsstrassen, im allgemeinen Strassen von besonderer Wichtigkeit, sog. first class roads. 2. Zwischengerneindliche Strassen, local roads, die wiederum unterteilt sind: a) Strassen zweiter Ordnung, durch die Kreise unterhalten. b) Strassen dritter Ordnung, durch die Bezirke unterhalten. Der Bund, der im Landwirtschaftsministerium eine zentrale Stelle für Strassenwesen, das sog. bjireau of Public Roads besitzt, unterstützt nnn den Bau ganz bestimmter Strassen, indem er den baupflichtigen Instanzen (meistens die einzelnen Bundesstaaten) Subventionen ausrichtet. Dagegen baut die Bundesbehörde selbst keine Strassen. Zur Kontrolle über die Verwendung und zur Verteilung der Subventionen ist im erwähnten Departement .des Landwirtschaftsministeriiims ein Chefingenieur verantwortlich, der wiederum von zahlreichen Unterabteilungen für Strassenbauverwaltung, Stras- * DE. Ing. Ph. A. Rappaport: Das Netz der Hauptkraftwagenstrassen in den Vereinigten Staarten von Nordamerika. 1927, Verlag der Studiengesellschaft für Automobilstrassenbau. Charlottenburg. senbauforschung etc. unterstützt wird. Das gesamte Gebiet des Bundes ist zur besseren Uebersicht in zwölf Distrikte eingeteilt, die je unter Oberaufsicht" eines Distriktingenieurs stehen, der dem Chefingenieur für richtige Durchführung der vom Bund subventionierten Strassenbauten verantwortlich ist. Nach Dr. Rappaport verfügt Amerika über rund 2,700,000 Meilen Landstrassen, von denen gegen 90 Brozent auf die zwischengemeindlichen Strassen und nur zehn Prozent auf die Staatsstrassen entfallen. Aus den 280,000 Meilen Staatsstrassen ist ein besonderes Netzt von Hauptverkehrsstrassen von einer Ausdehnung von rund 180,000 Meilen ausgeschieden worden, dessen Ausbau vom Bund subventioniert wird. Aus diesen sog. arterial highways ist im Einvernehmen mit den Staaten eine weitere Auswahl getroffen worden, die 80,000 Meilen besonders wichtiger Strassenzüge umfasst, das unter dem Sammelbegriff United States Highway System fällt. Dieses Spitzennetz enthält die allerwichtigsten Ueberlandrouten, insbesondere die Verbindungen zwischen Atlantischem und Pazifischen Ozean und wird deshalb vom Bund in ganz besonderem Masse unterstützt. Während die Subventionen für die übrigen vom Bunde unterstützen Strassen sich auf 40 Prozent der Umbau- und Neuerstellungskosten belaufen, richtet er für das Spitzennetz bis zu 60 Prozent der Ausgaben aus. Von dem gesamten Strassennetz sind nun noch 130,000 Meilen reine Erdstrassen ohne Oberflächenbehandlung, während 144,000 Meilen eine solche durchgemacht haben, so dass also auch in Amerika, entgegen einer vielfach noch in Europa herrschenden Auffassung, bezügl. Strassenbau noch manches vorzukehren ist. Ueber den vom Bund unterstützten Ausbau orientiert nachfolgende Zusammenstellung, die illustriert, welche Oberflächenbehandlung die im Jahre 1926 umgebauten oder neuerstellten Strassen erfahren haben: Erdstrassen 2161 Meien Kiesstrassen 3274 « Wassergebundener Macadam 58 « Asphalt-Macadam 553 « Asphalt-Beton 179 « Portland Zementbeton 2464 « Von den Strassen mit Oberflächenbehandlung machten demnach die Betonstrassen weitaus den grössten Anteil aus, dagegen war noch im Jahre 1926 der Bestand an Strassen ohne „ Oberflächenbehandlung ein ÄUTOMOBTL-REVUE bedeutender. Rappaport leitet aus obiger Liste nun den Satz ab, dass man in Amerika bei den ungeheuren Distanzen immer noch grossen Wert auf eine erste Einrichtung einer Strasse, als Verbindung der in grossen Entfernungen von einander liegenden menschlichen Ansiedlungen, legen muss, während der Ausbau zu einer für Motorfahrzeuge geeigneten Strasse erst in zweiter Linie folgt. Die Zuteilung der Subventionen erfolgt jährlich, nachdem die Strasseningenieure dem Bureau of Public Roads gemeldet haben, welche Strecken sie auszubauen gedenken. Die Höhe der jeweiligen Unterstützung hängt natürlich vor allem von den dem Bunde für diese Zwecke zur Verfügung stehenden Mittel ab. Von den Leistungen der Bundesverwaltung kann man sich allerdings ein Bild machen, wenn man hört, dass pro 1926 rund 90 Millionen Dollar an Subventionen gezahlt worden sind. Für die Art der Ausführung einer Strasse ist der erwartete Verkehr massgebend, wobei zwischen schwach, mittel und hoch belasteten Strassen unterschieden Wird. In der Ausführung unterstützt der Bund mit Vorliebe Betonstrassen, was aus obiger Zusammenstellung leicht ersichtlich ist. Die übliche Breite der Hauptverkehrsrouten wird auf 6 Meter, d. h. zwei Fahrspuren festgelegt. Die grösste Breite, die nur in der Umgebung grösserer Ortschaften angelegt wird, beträgt 12 Meter oder vier Fahrspuren. Auf alle Fälle beschränkt sich die Hilfe des Bundes auf maximal 50 000 Dollar pro Meile 1609 Meter). Für die Strassen des Spitzenrietzes wird ständig eine Anlage ohne Kreuzungen mit Bahnlinien angestrebt. Grosser Wert wird auf die Trassierung der Strassen verlegt, zu grosse Steigungen, besonders auf kurze Strecken, kleine Radien etc. werden sorgfältig vermieden. Mit dem Gedanken, Strassen für den ausschliesslichen Gebrauch von Motorfahrzeugen zu bauen, können sich die amerikanischen Strassenbehörden nicht befreunden. Dagegen wird grundsätzlich ein mittlerer Fahrdamm für den Motorfahrzeugverkehr angelegt und dieser je nach dem Bedarf in verschiedener Breite gehalten. Als wichtig für den Verfasser und als nachahmenswert für europäische Verhältnisse betrachtet er die beim amerikanischen Strassenwesen sich deutlich kennzeichnende Tendenz einer Betonung bestimmter Strassenzüge zwecks Ausbaues eines Strassennetzes von besonderer Bedeutung, sowie die Erzielung eines innigeren Zusammenhanges zwischen Motorfahrzeugwesen und Strassenbau. Z. Das Strassenwesen Deutschlands. Vom 20. bis 22. Juni 1928 fandet in Dresden die Hauptversammlung der Studiengesellschaft für Ajutomohilstrasenfoaai statt, wofür folgendes Programm in Aussicht genommen ist: 20. Juni. Sitzungen der Arbeitsausschüsse für: 1. Planung, 2. Verkehrsregelung, 3. Steinstrassen, 4. Aspheltstrassen, 5. Gesetzgebung und Finanzierung, 6. Wissenschaftliche und praktische Stxassenbauforschiing. Um 18 Uhr. folgt eine Sitzung des Vorstandes und um 20 Uhr 30 ein Geselliger Abend im BelvMere in Dresden. 21. Juni: 9 Uhr 30 Mitgliederversammlung, 10 Uhr 30 Oeffentlicho Tagung mit folgenden Referaten: Die Aufgaben der Landstrassenverwaltungen, Referent: Dr. Hermann, Berlin. Geopolitische Faktoren beim Ausbau des deutschen Hauptstrassennetzea. Referent; Prof. Obst, Hannover. Finanzierungsproibleme von Deutschlands Verkehr, Referent: Staatssekretär z. D. Dr. Hirsch, Berlin. Der Vorschlag mm Netz der deutschen Haupt* stressen, Referent: Dr. Rappaport, Essen. Dynamische Strassenwextung, Referent: Prof^ P, Langer. Aachen. Das Landstrassenbauproblem, Referent: Mini-« sterialrat Dr. Speck, Dresden. 22. Juni: Vormittags Besichtigung der Ausstellung «Die technische Stadt» in Dresden. Nachmittags: Besichtigung diverser Strassenkonstruktionen, Zu den öffentlichen Tagungen und Besiclitigungsfaihrten sind auch ausländische Interessenten willkommen. ' s. Eine thurgauische Betonstrasse. Wie uns vom fcant. Strassenm&pektorait bestätigt wird, sollen auch im Thrjrgau praktische Erfahrungen über die Betonstrassen gesammelt werden, indem vorerst ein Versuchsstück von umgefähr einem halben Kilometer Länge in Beton angelegt wird. Von deT Seestrasse zwischen Rorsehaoh und Arban soll die auf Thurgiaueriboden liegende Strecke zwischen Steinacb und Arbon eine Beton-Oberflächenbehandlung erfahren. Die massgefoende Gemeindebehörde von Arbon hat bereits ihre Zustimmung zum Projekt erteilt. Der vorgesehene zweischichtige Betonbelag mit Eisenarmierung, der eine 16 cm starke Schiebt ergibt, wird unter der Bauleitung der Portland E. G. Zürich, ausgeführt werden. Die Exstelkmigskosten sind noch niedriger als fcei Ausführung in Kleinsteinpflästerung. Interessant sind zudem noch die; von der Baufinma übernommenen Garantieverpflich-* tungen, wonach wahrend einer Reihe von Jahren dem Strassendepartement keine Kosten aus eventuell notwendig werdenden" Ausbesserungen entstehen. Z. Auch ein Standpunkt. Als er und sie gerade auf dem Bahnhof ankamen, dampfte der Zug aus der Halle. Empört bemerkte er: « Hättest du nicht so schrecklich mit dem Anziehen getrödelt, wären wir nicht zu spät zum Zuge gekommen. > «Und wenn du nicht so schrecklich gehetzt hättest, dann, brauchten wir nicht so lange auf den nächsten zu warfen»,.gab sie zur Antwort. Wirtschaftlich Betriebssicher Dauerhaft Kräftige Chassis mit Leergang-Federung und modernem 6-Zylinder-Motor. INTERNATIONAL H AR VE ST ER COMPANY A,G. ZÜRICH, Hohlstrasse 100 Zu verkaufen LIMOUSINE schöner 6-Plätzer, mit Verdeck, Ia, Steiger und Tourenwagen, tadellos ausgerüstet. Es würde auch 2/4-PIMtzer an Zahlung genommen. Näheres durch Th. Furier, Bergli, Zofingen. Tel. 134. 35935 BENZ TORPEDO, 8/20 PS grosser 6/7-Plätzer, mit nur tl Steuer-PS, elektr. 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