Aufrufe
vor 5 Monaten

E_1928_Zeitung_Nr.057

E_1928_Zeitung_Nr.057

12? ÄUTOMOBII^REVUE

12? ÄUTOMOBII^REVUE 1928 - No 57 Juristischer Sprechsaal Anfrage 649. Ausschalten eines Lastwagens aus dem Verkehr. Ich habe einen neuen Chauffeur eingestellt. Dexeeilbe musete mir Abnahme der Fahrprüfung mit meinem Lastwagen in die Hauptstadt fahren. Die Prüfum© hat er aber bestanden, doch die Fahribewüligiung "wnirde ihm nicht a/ussehändigt. Der ikantonale Experte schaltete mir den Lastwagen vom Verkehr aus, da er folgende Mängel aufweise: 1. Abblendung an den vorderen Lampen ungenügend; 2. Stihkisslicht defekt; 3. Handgas regulieren; 4. Kupplung nicht in Ordnung; 5. beide Ketten eind ausgelaufen; 6. Poulie an Ventilator ersetzen, da der Riemen abspringt; 7. beide Nummern auffrischen. Der Experte verlangt in seinem Schreiben, dass der "Wagen nach erfolgter Renovation wieder vorgeführt werden sollei Ich möchte Ihnen folgende Fragen zur Beantwortung vorlegen: 1. Hätte die Fahrbewiligung nach bestandener Prüfung dem Chauffeur nicht ausgehändigt werden sollen? 2. Hat der kantonale Experte das Recht, mir den Wagen aus dem Verkehr auszuschalten? 3. loh habe im Sinne, die Mängel am Wagen zu beheben, aber ioh kann natürlich nicht alles genau nach den Anordnungen des Experten ausführen. Die Abblendutag am Wagen ist noch dieselbe, wie sie vor zwei Jahren vom gleichen Experten geprüft wurde. Es ist mir nichts bekannt, dass diese Bdeuchtungsart im Kanton Aarga/u nicht zulässig ist. 4. Bin ich verpflichtet, den Wagen nach, erfolgter Revision dem Experten noch, einmal vorzuführen? H. K. in M. Antwort: Ein Motorwagen wird erst dann zum öffentlichen Verkehr zugelassen, wenn dessen Eignung durch den kantonalen Aiutomobiiexperten geprüft worden ist. Die Prüfungetkosten fallen zu Lasten des Wageneigentüimörs. Der Wagen kann jederzeit durch den Experten kontrolliert und aus dem Verkehr ausgeschaltet werden. Die Fahribeswllligung wird dem Geprüften, in der Regel sofort nach, bestandener Prüfung ausgehändigt. Da die Fahnbewilligung auf den Träger lautet, hat dieselbe mit dem Fahrzeug, auf dem die Prüfung Gestanden wurde, keine Beziehung. Immerhin vermuten WIT, dass der Experte, der wahrscheinlich weiiss, daiss der neue Chauffeur auf Ihrem Wagen fahren muss, den Geprüften nochmals dT&nnehmen will, wenn der Wagen revidiert ist, in der Annaihme, dass sie die Reparaturen unverzüglich anordnen werden. Das Konkordalt verlangt von einem Automobil vor allem Betriebssicherheit. Die meisten der genannten Mängel sind geeignet, die Betriebssicherheit Ihres Wagens zu vermindern. Wir empfehlen Ihnen, übrigens nicht nur im Interesse der Betriebssicherheit, sondern auch im Interesse der WdrtschafiÜÄchikeit, die (genannten Reparaturen ausführen zu lassen. Die Reparaturen 3. 4, 5 sind speziell dazu geeignet, den Betrieb öknoaniischer zu gestalten. In verschiedenen Kantonen werden in letzter Zeit di© AlbblendunigsvoTschriften schärfer gehandhabt oder gar neue. Vorschriften aufgestellt aus dier richtigen Erkenntnis, dass Unfälle nicht nur Ibei zu schwachem Licht, sondern auch bei zu starkem licht eioh ereignen. Wenn auch der gleich« Experte vor ewei Jahren den Wagen für gtut befunden, hat. so kann er denselben heute doch vom Verkehr ausschalten, denn der wachsende Verkehr bedingt immer schärfere Vorschriften an die Betriebssicherheit der Motorfahrzeuge. Sie ßind vex~ pflichtet, den Wagen nach erfolgter Reparatur wieder -dem Experten vorzuführen. = Anfrage 650. Automobilsteuer be! Umzug von einem Kanton in den andern. Im Januar 1927 erneuerte ich bei der Motorfahrzeugkontrolle Graubünden die Verkehrsbewilligung für mein Auto. Zufolge Heirat verlegte ich mein Domizil von Chur im April a. p. nach Seebach-Zürich und wurde im September letzten Jahres von der Zürcher Motorfahrzeugkontrolle verpflichtet, die Zürcher Kontrollnummer zu lösen und die Taxe hierfür, rückwirkend auf 1. April 1927, zu bezahlen. Der Kassierer der Zürcher Motorfahrzeugkontrolle betonte bei Entgegennahme des Geldes ausdrücklich, dass Chur zur Rückerstattung des Betrages von % Jahre verpflichtet sei, und gab mir nachträglich, als Chur sich weigerte, dies zu tun, den Rat, mein Recht im Rekursverfahren beim Schweiz. Bundesgericht in Lausanne zu suchen. Da ich befürchtete, dass die Kosten hierbei den streitigen Betrag event. übersteigen konnten, richtete ich am 14. Mai eine bezügliche Anfrage nach Lausanne, erhielt darauf aber leider einen nichtssagenden Bescheid. J. R. in S. Antwort: Nach den Bestimmungen des Kon-, kordates erfolgt der Bezug der Automobilsteuer für das Kalenderjahr, und nicht etwa abgestuft nach der Zeit, während welcher der Wagen im Verkehr ist. Immerhin wird die Steuer, wenn unter den Kantonen Gegenrecht gehalten wird, bei Verlegung eines Wagens von einem Kanton in einen andern bis Ende des alten Kalenderjahres im neuen Bestimmungskanton nicht bezogen, wenn der Nachweis erbracht ist, dass die Steuer im Herkunftskanton bezahlt worden ist. .In den Kantonen, die dem Konkordat angeschlossen sind, wird in der Regel Gegenrecht gehalten. Der mehrfache Bezug der Automobilsteuer durch die Kantone entspricht aber nicht der Auffassung des Bundesgerichtes. Dasselbe hat bereits einmal entschieden, dass die Auto-, mobilsteuer nicht gleichzeitig für ein und denselben Wagen durch verschiedene Kantone erhoben werden darf. Die Automobilsteuer wird grundsätzlich in dem Kanton geschuldet, wo das Fahrzeug seinen Standort hat. Wird aber nun während des Jahres der Standort gewechselt, so hat eine proportioneile Verteilung der Automobilsteuer stattzufinden. Das geschieht nun aber nicht in der Weise, dass die Steuerberechnung etwa nach Tagen erfolgt, sondern vielmehr nach Quartalen, d. h. das Fahrzeug muss im neuen Kanton mindestens 3 Monate seinen Standort haben, bevor dieser letztere zum Steuerbezug berechtigt ist. Die 3 Monate werden nach Kalenderquartalen berechnet und nicht vom Tage der neuen Standortannahme an, arlso vom 1. Januar bis 31. März, 1. April bis 30. Juni etc. Es ergibt sich hieraus, dass der Kt. Graubünden Ihnen unbedingt die bezahlte Steuer für % Jahre zurückzuvergüten verpflichtet ist. Wenn er dies nicht tut, können Sie ihn durch das Bundesgerieht hiezu zwingen, sofern Sie sofort nach Aufgabe des Kantons Graubünden im neuen Wohnsitzkanton die Verkehrsbewilligung gefasst haben. Was die Kosten des Verfahrens vor Bundesgericht anbelangen, so werden diese voraussichtlich die Kosten der Verkehrsbewilligung nicht übersteigen. *, Anfrage 651. Rückerstattung der Steuer. Diesen Sommer werde ich einen meiner Wagen an ein Hotel in Graubünden mit Chauffeur vermieten für ca. 10 Wochen. Kann ioh in diesem Falle erstmals eine Bewilligmng für 1 Monat lösen zu Fr. 40.— und nach Ablauf dieser Frist eine zweite Bewilligung, oder bin ich unibedingt verpflichtet, den Wagen nach den dortigen Bestimmungen ab 1. Juli für 3 Monate zu versteuern? Wie hoch kommen die Steuern im Kanton Graubünden und würde mir eventuell der Aarg.au einen Teil der hiesigen Steuern zurückvergüten? B. A. Antwort: Der Kanton Grambünden verlangt für auisserkantonale Fahrzeuge eine SpezialSteuer. Personenautomobile zahlen für längern Aufenthalt: für ein- oder mehrmalige Einreise mit Aufenthalt bis zu einem Monat Fr. 40.—, für einen Aufenthalt von 3 Monaten Fr. 100.—. Die Ausstellung der bündnerischen VerkehTsbewilügung an ausserkantonale Motorfahraeugbesitzer erfolgt in der Regel durch die Einreisekontrollposten. Es steht Ihnen frei, die bündnerische VerkehrsihewilLigung sofort für drei Monate ziu lösen oder einzelne Bewilligungen je für einen Monat zu beziehen. Wenn Ihr Mietvertrag ein sofortiges Einlösen einer dreimonatigen Verkehrsibewilligung zulässt, so resultiert für Sie ein kleiner finanzieller Vorteil. Steht Ihr Auto ein volles Quartal, d. h. vom 1. Juli bis 30. September, in Graubünden in Miete, so können Sie vom »argauischen Automohilbureau die Rückerstattung einer Quartalsteuer verlangen. Sie stützen sich dabei auf den bundesgerichtlichen Entscheid vom 18. Februar 1918 über Doppelbesteuerung durch zwei Kantone. = Anfrage 152. Erlaubte Platzzahl auf Gesellschaftswagen. Wie verhält es sich dieses Jahr mit der Fahrt über Furka—Grimsel ? Letztes Jahr erliess der Kanton Wallis eine Verfügung, wonach nur Wagen für 18 Personen über die Furka?— Grimsel fahren durften; der Kanton Bern erlaubt die Fahrt nur nach einer Spezialbewilligung der Polizeidirektion. Wie steht es nun dieses Jahr mit dem Kanton Wallis ? Laut einer Nachricht im « Motorlastwagen » von hier hat der Kanton Wallis die Durchfahrt wieder nur bis höchstens 18- Plätzer erlaubt. Nun hört man hier, dass Gesellschaftsautobesitzer sogarr Abmachungen mit Vereinen für Ausfahrten bis 30 Personen machen. Was gilt nun und was ist erlaubt oder nicht, ist es am besten, wenn man fährt ohne zu fragen oder ist wirklich ein Erlass der Regierung vom Wallis da ? F. R. in U. Antwort: Als Ergänzung zum Automobilkonkordat von 1914 wurde im Jahre 1922 ein Reglement erlassen und von einer Mehrheit von Kantonen, so auch von Bern und Wallis, genehmigt, in welchem speziell der Verkehr von Autoomnibussen und Lastautomobilen mit Personenbeförderung geregelt wurde. Dieses Reglement bestimmt, dass die Zahl der Mitfahrenden 30 nicht übersteigen darf. Gestützt hierauf ist gesetzlich die Maximalzahl der Mitfahrenden auf 30 bestimmt. Die Platzzahl ist in der Verkehrsbowilligung des Wagen« eingetragen. Es wäre nun denkbar, dass für Gebirgsstraissen gewisse Einschränkungen gemacht werden müssen. Nachdem aber die Automobile der Eidg. Post mit "mehr als 18 Passagieren fahren, liegt kein Grund vor, private Unternehmer, deren Wagen geprüft und denen die Verkehrsbewilligung für diese Wägen ausgestellt worden ist, anders zu behandeln. Die vorhandenen ge- 4 setzlichen Vorschriften lauten zu Ihren Gunsten, es sei denn, dass irgendwelche speziellen Vorschriften für Grimsel und Furka bestehen, wovon uns hierseits nichts bekannt ist. Immerhin würden wir Ihnen empfehlen, vor Ausführung einer Fahrt mit 30 Personen vorerst bei der Polizeibehörde in Meiringen und Brig vorsichtshalber anzufragen, ob irgendwelche das interkantonale Reglement betr. den Verkehr von Autobussen und Lastautos mit Personenbeförderung vom 23. Februar 1922 abändernde oder einschränkende Vorschriften erlassen worden seien oder bestehen würden. Wird diese Frage mit nein beantwortet, so sind Sio dann sicher, dass Sie gemäss Art. 3, Ziff. I, Iit f mit 30 Personen fahren dürfen. * Verzollung von Benzin. Diese Rrage wurde in Nr. 55, Sprechsaal 419, behandelt und schreibt uns ein Leser zu der Angelegenheit noch folgendes: Diese Frage war für mich gerade dieser Tage aktuell, weil ich durch das deutsche Zollausschlussgebiet bei Schaffhausen fuhr. Das gab mir Anlass, mich bei der Tit. Oberzolldirektion in dieser Sache zu erkundigen. Von dieser Auskunft erlaube ich mir, Ihnen zuhanden des Leserkreises Kenntnis zu geben, weil diese Auskunft vollständiger ist als die oben erwähnte Antwort. Richtig ist, dass Benzin im Bezinbehälter (Reservoir) des Wagens zollfrei ist; es wird von allen Schweiz. Zollämtern unbeanstandet zollfrei durchgelassen. Benzin in Reservekannen dagegen ist zu verzollen. Soweit deckt sich die mir gegebene Auskunft mit Ihrer oben erwähnten Antwort. Weiter« kommt nun aber hinzu, dass gerade das erwähnte Zollausschlussgebiet bei Schaffhausen eine Ausnahme macht. Zollfrei ist auch hier der Tankinhalt, sofern kein Benzin in diesem Zollausschlussgebiet gekauft (Jestetten, Lottstetten). Benzin, das in diesem Zollausschlussgabiet gekauft wurde, ist dagegen zu verzollen zu 15 Rappen per gekauften Liter. Die Versuchung, dort Benzin zu kaufen, ist natürlich gross, weil der Liter dort bloss 27 Rappen kostet, statt wie bei uns 55 Rappen. Es sind denn auch zahlreiche Zapfsäulen mit dem angeschriebenen Preise an der Strasse, die zum Kaufe einladen. Dort gekauftes Benzin muss natürlich beim Schweizerzoll angegeben werden, ansonst sehr leicht ein Zollvergehen daraus entstehen könnte mit all den unangenehmen Folgen und Kosten. Der Automobilist darf aber auch ruhig den Schweizerzoll zahlen, weil er immer noch ein gutes Geschäft macht und immer noch 13 Rappen am Liter verdient gegenüber Einkauf in der Schweiz. Die Zollbehörden begründen diese Ausnahme damit, dass von den schweizerischen Benzinverkäufern an der dortigen Grenze diesbezüglich reklamiert wurde. Der zollfreie Benzinkauf im Zollausschlussgebiet hatte einen Umfang angenommen, der sie direkt schädigte-, und zum Vorgehen zwang. Dies zur Vervollständigung und Orientierung der Automobilisten, die diesen Zipfel befahren. J. L. Die Montreux-Berner-Oberland-Bahn schliesst für das Jahr 1927 mit einem Aktivsaldo von 294 526 Franken ab gegenüber 212 539 Fr. im Vorjahre. Die Bahn, ist in der Lage, eine 5%ige Dividende auszuschütten, t. DER NEUE STANDARD SIX Modell 1928, 10/45 PS Er ist das Produkt der Beachtung aller neuzeitlichen Konstraktions-Ergebnisse und praktischen Erfahrungen. Der Wagen, der dem verwöhntesten internationalen . Geschmack Rechnung trägt, der alle Nachteile bisheriger Marken vermeidet und alle Vorteile und letzten Errungenschaften im Automobilbau in sich schliesst. Die Arbeit genauester und höchstentwickelter Konstruktion hat ihn gezeitigt, die grosszügige, von Grund auf durchgeführte Umstellung, bei höchster Präzision, ausnahmslose Verwendung vorzüglichen Materials ermöglicht. Central-Chassis-Schmierunq, Hydraulische Vierradbremsen, von verblüffender Wirkung, Oelfilter, Luftfilter, Thermostat etc. etc. Wir beginnen mit der Verkaufs-Organisation bezlrks- und kantonsweise und suchen tüchtige, kapitalkräftige Alieinvertreter auf allen Plätzen der Schweiz. Man wende sich direkt an ADLER-AUTOMOBILE A.G., Zürich Telephon Sei, 97.46 Hafnerstrasse Nr. 24 EAYON-VBRTBETEBt BERN: Albert Peyer, Sonanzenstrasse 4u HERZOQENBUCHSEE: Fritz Hasler. DU BEN DORF :E, Schaff roth. HEDlNQEN:P.QläUIi, HERISAU: O. Erny. Garage. OUTEN: Max Moser & Cie, x Automobile. Der neue Typ Imperial Alles was Sie von einem guten Pneu verlangen: Hohe Kilometerleistung Absolute Sicherheit Elegante Ausführung ist vereint in Pallas-Cord dem Schweizerpneu! Ihr Lieferant vermittelt auch «PALLAS-CORD Eigenfabrikat der Aktiengesellschaft R. &E. Huber Schweiz. Gummiwerke, Pfäffikon-Zürich Chromiert u. deshalb rostfrei Eleganz, Gesdunack und Zuverlässigkeit In hööister Vollendung Komplett mit Originalbeschlägen f. sämillcne amerlhan. und europäischen Wagen URANIA-ACCESSOIRES M. ESCHLER, ZÜRICH Tel. S. 9764/65 - Uraniastr. 14

No 57 _ 1928 Zum Kapitel Schülerreisen auf Automobilen *. Von den verschiedenen Erziehungsdepartementen, dte unter dem Einiluss der Bahnkreise stehen und denen daher die Schulreisen mit Autos ein Dorn im Auge sind, gibt es kaum eines, das den Mut aufbrächte, .offen . herauszusagen, welche eigentlichen Grunde es zu einem teilweise oder ganzen Verbot gegen Schulreisen mit Autos veranlasst haben. Alle hüllen ihre diesbezüglichen Weisungen in das Mäntelchen der christlichen Nächstenliebe und behördlicher Vorsorglichkeit und verweisen auf die grossen Gefahren (!), die .eine Schulreise per Auto in sich birgt, währenddem die Eisenbahn doch so zuverlässig, sicher und das einzig wahre Beförderungsmittel für Schulen sei. Man will aber dennoch den Schein wahren und erklärt zum Beispiel wie die st. gallische Schulbehörde: «Man wolle zwar kein Verbot erlassen, rate aber sehr von Autofahrten ab». In einem Nachsatz freilich schaut der Pferdefuss schon heraus, indem bestimmt wird, dass für die der Erziehungsbehörde direkt unterstellten Anstauten, wie Kantonsschule, Seminar etc. das eigentliche Verbot gelte! Die weitere Forderung, die Lehrerschaft soll sich vorgängig einer Autofahrt, sofern doch eine solche beschlossen werde, über die Zuverlässigkeit von Fahrzeug und Chauffeur und über eine genügende Versicherung erkundigen, ist noch die einzig verständliche, wenn freilich auch sie zum Teil noch als überflüssig erscheint. Die gesetzliche Versicherungspflicht sorgt schon für die hotwendige diesbezügliche Sicherstellung und man findet kaum einen Gesellschaftswagenbesitzer, der nicht von sich aus noch ein Uebriges dazu täte. Die Gesellschaftswagenunternehmer wissen auch, dass mit der von ihnen gebotenen Verkehrssicherheit das Geschäft steht und fällt, denn ein fahrlässig verschuldetes Unglück würde genügen, um dem Betreffenden ein für allemal das notwendige Zutrauen der Reiseinteressenten zu entziehen. Wie unkonsequent ein solches Verbot übrigens ist, ergibt sich aus einer Einsendung an die St. Galler Presse, worin es heisst: «Für einen Car-Alpinwagen mit 30 Sitzplätzen zahlt der Inhaber die Versicherungsprämie für ein© Versicherungssumme von 300,000 * Siehe auch Revue. Artikel in No. 66 der Automobil- Franken. Dazu kommen die kantonale Steuer, welche rund 1000 Franken beträgt, und endlich noch 25 Prozent Zuschlag für Gesellschaftsfahrten. Die letzteren beiden Abgaben fallen dem nämlichen Staate zu, der die im Autotransportwesen Beschäftigten durch derartige Verbote in ihrem gewerblicchen Fortkommen schwer schädigt.». Ja, das ist es eben. Der Automobilist ist vor allem da zum Zahlen und wenn der Staat das Geld hat, dann ist er noch recht, um die zahlreichen Verkehrseinschränkungen jeder Art in Empfang zu nehmen. Im übrigen wird immer mit der eminenten Gefahr der Autoreise geflunkert. Wir stehen gerade jetzt in der Hochsaison für Schulausflüge, wovon, trotz allen fadenscheinig begründeten Verboten, noch manche mit dem Auto unternommen werden. Hat die Presse bis heute auch nur einen Unfall schweizerischer Schulkinder bei einer Autofahrt melden können, der diese behörd- Man entschuldigt sich. Die «Automobil-Revue» hat den nicht begreiflichen Standpunkt der Erziehungsbehörliche Verängstigung einigermassen begründen würde? Was mit den Vereinen, den den punkto Schülerreisen auf Automobilen höheren Schulen, Fachverbänden, militärischen Kursen, was mit den verschiedenen Im Interesse der Schüler und des Unterrich- in verschiedenen Artikeln kritisch beleuchtet. Fraktionen der eidgenössischen Räte, die ihre tes musste sie diese einseitige Stellungnahme, bedingt durch Werbe- und Zirkular- Vergnügungs-, Besichtigungs- und Studienfahrten mit dem so gefährlichen Auto maschreiben der Bundesbahnen, verurteilen. chen? Sie alle empfinden keine Bedenken gegen eine Fahrt im Gesellschaftswagen und auch die Schulbehörde hätte wohl keine, wenn sie selbst zu den Geladenen zählen würde. Aber dort, wo man selbst etwas mitzureden hat, da will man ä tout prix die Bemühungen der Eisenbahnen unterstützen. Das Thurgauer Erziehungsdepartement ist AUTOMOBIL-REVUE in seiner diesbezüglichen Vernehmlassung noch am ehrlichsten. Es erklärt sich in einem Rundschreiben nicht als kompetent, ein derartiges Verbot zu erlassen, glaubt aber dennoch, «die Verantwortung für allfällige Unfälle» ablehnen zu müssen. Ja, wie steht's denn, wenn gar einmal bei einer Eisenbahnfahrt (auch schon dagewesen) etwas passieren sollte? Uebernimmt dann die Erziehungsbehörde die Verantwortung und was nützt diese überhaupt, wenn das Unglück geschehen ist? Die Phrase mit der Verantwortung ist also nicht allzu tragisch zu nehmen. Wenn also die Thurgauer Erziehungsbehörde kein Verbot erlässt,. so empfiehlt sie doch auch die Eisenbahnen und erläutert diese Stellungnahme mit dem erfreulichen und einzig dastehenden offenen Bekenntnis «es handle sich dabei nicht in erster Linie um die Mithilfe dei; Erziehungsbehörden bei der Ausschaltung einer für die Bahnen unbequemen Konkurrenz». Wir nehmen gerne davon Notiz, dass es'den Thurgauern nicht in erster, sondern wahrscheinlich nur in zweiter Linie um die Abdrosselung des Autoverkehrs zu tun ist, aber man ist doch nun unzweideutig darüber orientiert, auf was es allen diesen Erziehungsbehörden ankommt. Sie erreichen damit aber nur zwei mehr unerfreuliche Dinge, indem sie auf diese Weise manche ihrer eigenen Steuerzahler schädigen, die Gewerbefreiheit unterbinden und hauptsächlich der Jugend einen wirklichen Genuss, die prächtigen Landschaften unserer engeren Heimat dadurch kennen zu lernen, dass man mitten in die Landschaften unserer nicht nur daran vorüberfährt, vorenthält. Z. Nun folgt die erste Entschuldigung. Das st. gallische Erziehungsdepartement teilt mit, dass es nach den Beispielen der Unterrichtsdirektionen anderer Kantone auf die Gefahren aufmerksam machte, die auf Schülerreisen mit Automobilen verbunden sein können. Es betont besonders, dass ihm zu seiner Vernehmlassung «das unbestreitbar vorhandene Risiko einer Fahrt mit vielen Schülern in einem grossen Gesellschaftsauto, auch wenn es sich beim Fahrer um einen durchaus zuverlässigen Mann handelt und das Fahrzeug sich in Ordnung befindet» wegleitend gewesen sei. Diese Begründung wackelt auf beiden Füssen. Denn, nicht wahr, jedermann übernimmt beim Reisen ein Risiko, mache er die Reise zu Fuss, per Bahn oder mit dem Automobil. Ein gewisses Gefahrenmoment ist nicht auszuschalten. Hätte zufälligerweise eine st. gallische Schule nicht auf demBähnli gewesen sein können, bei welchem letzthin der Einsturz einer kleinen Brücke genügte, um ein Todesopfer und mehrere Schwerverletzte zu bedingen? Hat die st. gallische Erziehungsdirektion und mit ihr alle andern Schulbehörden Kenntnis von den in letzter Zeit sich mehrenden Eisenbahnunfällen und sind sie gewillt, derowegen Schulreisen per Bahn zu verbieten? Wir glauben kaum, denn es wäre wirklich zu läppisch. Mit dem gleichen Rechte aber dürfen Eltern, Lehrerund Schüler verlangen, dass je nach dem Projekt der Reise das Automobil in deren Dienst gestellt werden darf. Auf jeden Fall werden sich unsere Schüler in einem bequemen und sichern Autobus in gleichem Masse an «Leib und Seele» stärken können, wie Behörden, die zu ihren eigenen Ausfahrten das Automobil nur ungerne umgehen. -t St.; Gallen Solothurn Solothurn Ihurgtu Waadt Zürich Zürich Zürich Zürich Zürich Zürich Zürich Zürich Zürich Zürich Zürich Zürich Zürich Zürich Zürich Zürich Gesperrte Strassen Kanton Strecke Bemerkungen Graubünden Sb Gallen Mastrils Staatsstrass« !n Steinach. Uznacfc Staatsstrasse vom Sägebächlein bis «Sonne« Uzoa* berg Kantonsstraise BUMrist-Lohn und obere Hanensteinatrassa, Strasse Balsthai- Holder bank in Balstbai u. LftDgenbrnok Hundartteken (Frauenfeid)-Matzingen EantonHtniiM Lausanne-Bern Kilchberg: Böndlerstr. ZelUTösatalatraawv. Kollbrunn-ZeUarbtoh Alfoltern toiZürich Wehntalerstause Zwillikon Rorbaa Strasse Andelfingen —Alten—Marthalen bei der eisernen Tbnrerbrücto Dletümn Obfelden Langnau, Dorfstr.- Rtischlikom Alte Landstraise. Thalwil, alte Land' strasse T. Oeggensbtihl bis Grenze Oberrieden Borgen tu Hlrzel Wädenswll, • Oberdorf* atr. tu Eintrachtstr. Freienstein, Irchelst. Setb&ch Kollbrunn-ESnilsmühle Ab 15. Juni wegen verstSrkuiigsarbeiten der Tardisbrücke bei Mastrils bis zirka Mitte August gesperrt. Ab 21.Mal blfl Mitte Juli Umleitung: Goldacn-Tübach • Obenteinachj Lastautomobile mit über 7,5 Tonnen Gesamtgewicht haben über Hörn« Tübaoh-Obersteinach zu fahren. Vom 6. Juni bis Mitte JuUj Siehe Umleitungstafein. Ab Anfang Juni für «M 3 Monat». Ab Juni für c*; 3 Monate? Siebe ümleitungstaieto. Ab 6; Jon! für oa. 6 Wochen. Umleitung siehe Kafeln. Ab 7* Jmn bia «af weite« ret twiaoben Vereyres und Byeni. Umleitung: Syens, La Bapez, Us< Bieres. Bis Ende Juli Von A"f» n g Juni b!a caj Ende Juli. Im Dorfe Kollbrunn von ca. Mitte Juni bis Mitte JuU. Von ca. Mitte Juni bis End« Augost. Bis Ende August; Bis zirka Mitte Juli: Ab 15. Juni bis zirka Ende Jxiiu Wegen Neubau der Lim« mat- o. Kanalbrücke bia zirka finde November; In Unterlunnern bis caj 15. Juli, in Tonisen bis ca. 15. August. Ab 10. JuU bis zirka Ende August. Bis zirka Ende August; Bis zJka Mitte Juli. Bis zirka 10; JuU; Bis zirka 15. Juli; 13 Bis zirka Mitte Juli« Ab Ende Juni bis zlita 15. Juli. Bis degan Ende Angoafc komfortabel Innenlenker, Weymann, 4 Plätzer AGENTEN: Freibnrg: Garage WALTER, Düdingen Waadt: Maison JAN, 10, Terreanx, Lausanne Wallis: Le*on RAlttONY, Grand Garage des Alpes, Martigny Neuenburg: Eng. de COÜLON, Gortaillod Solothurn: Hermann FASLER, Garage, Grenclien Basel und Aargan: Fanl HAAS. St. Johannring 183, Basel Bern: Ernst FANKHAÜSER, Lagerweg 12, Bern Zürich und übrige Ostsehweiz: E. BAUMBERGE 11, Löwenstrasse 17, Zürich Tessin: AMERICAN-AUTO-Co., Tia Bernardino Lnlni. Locarno Haupf Vertreter: Theo Sarbach - Geneve METROPOL -GARAGE Rue d'Italie, 6 RÄMI5TR.14 Einfache Anwendung! Grösste Präzision gewährleistet t Verlangen Sie Prospekf über das Hirfto- Sysfem Yom Generajverfrefer für die Schweiz HUBER&BROCHER ZÜßlCH TELHQTt7Q.98/99