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E_1928_Zeitung_Nr.069

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einen Wagen gestellt

einen Wagen gestellt haben, leistete der Fanrer Stuber, welcher in einer Wasserrille einen Bruch des Federbolzens erlitten hatte, das Menschenunmögliche, dass er fast in zweistündiger fieberhafter Arbeit mit Hilfe seines Beifahrers den Schaden behob und seine Fahrt auf Leben und Tod fortsetzte und knapp vor Torschluss Meran erreichte. Resultate der zweiten Etappe, MARKENTEAMS. Klasse B (5 bis 8 Liter). Minimalzeit 6 :04 : 00. Studebaker-Mannschaft, Totzeit 18 :84; 00. Klasse C (3 bis 5 Liter). Minimalzeit 6 :04:00. Mannschaft SUnson- Siipra, Tolalzeit 18:25:00; Mannschaft Hansa, Tptalsdt 18:45:00; Mannschaft Hupmobile, Totalzeit 19:10:00; Mannschaft La SalJe (nur 2 Fahrer) 6:04; 00 und 6:04:00, verlor Richard Sina 5 Mannschaft Merrti^i (nur 2 Fabror) 6: 04: 00 und 6:04:00. Klasse D (2 bis 3 Liter). Mannschaft Adler I, Totalzeit 18 ; 57; 00; Mannschaft Adler II ebenfalls in Minimalzeit; Mannschaften Bre.nnabor und Chevrolet ebenfalls in Minimalzeit. Klasse E (1500 cem bis 2 Liter). Mannschaft 0, M. 18:57:00: Mannschaft Minerva 18: 5i7 :00; Mannschaft "Wanderer (nur 2 Fahrer) 6:19 ; 00 und 6:19; 00. verlor Alex. Grau müller. EINZELFAHRER. Klasse B (6 bis 8 Liter). Witticb (Mercedes-Benz). Von 2solnay (Graf und Stift), Kralsheiraer (La? Seile), alle in Miuimalzeit 6:04:00. Klasse C (3 bis 5 Liter). Guüleaume (Steyr), Orst (Hansa), Hinterleitner (Jlupmobile), alle in Minimalzeit 6:04:00; Frau Gocht (Frotoa) 6 : 26 :00, Klasse D (2 bis 3 Liter). Bitzy (Austro-Daimler), Graf PototzkT (Austro- Palmler), Strazza (Lancia), Deilmann (Augtxo- Bairaler), Koch CStandard'Six), Wiethaus (Austro- Pa-imler), Ryffel (Peugeot), Vaccarossi (Lancia), alle in Minimalzeit 6 :19 :00; Boerio (Fiat) aufgegeben. Klasse E (1500 ccm bis 2 Liter). Hirt (Mercedes), Bally (Talhot), Kotte (Sunson- Supra), Frau Kotto (SimsQn*Supra), all© in Miniraalzeit 6 :19 ; 00 ; Sabbadini (Itala) 6,: 26 : 00; Bruce (A. G.) und « A. B, > (Citroen) aufgegeben. Klasse F (1100—1500 ccm). Schmidt (Talbot), Reichstein (Brennabor), Schiaffino (Alfa Bomeo), Baragiola, alle in Mimmalzeit 7:04:00; Lettich (Fia-t) in 7:83:00; Grieger (Brennabor) 8:25:00, Nicht angekommen: Mazier (Q,M.), Frau Lotte Bahr (Steyr), Yan iWersch (Brennabor). Klasse G (750—1100 com). Crespi (Fiat), Cornaggio (Fiat), Msäimi (Fiat), Sthanzal (Zbrojovka), Karger (2brojovka), alle, in Minimalzeit 7 :04:00; Frau Witzmemn (Grofry- Sport) 7:44:00. Die dritte Etappe. Wiederum Tagwacht in aller Hergottsfrühe. 361 Kilometer Fahrt liegen bis Belluno vor uns. Zwei Bergpässe gilt es zu bewältigen: den Mendelpass und den Passo della Madonna di Campigljo, angesichts der prachtvollen Brentagruppe, Zweimal geht es auf schmalen, enggewundenen Strassen bis gegen 1500 Meter hinauf, Wenn bei beiden Pässen das Erklimmen einerseits verhältnismässig leicht zu bewältigen ist, so haben anderseits Fahrer und Bremsen bei den Talfahrten eine Monsterarbeit zu leisten, Grosse Wage», die hier an einer Kurve zweimal anzusetzen haben, sind keine Seltenheit« Im Sarqatal und über Trient nach Levico machen sich gerade Strecken rar. Was Wunder, dass nur geniale Virtuosität am Volant die vorgeschriebenen Höchstgeschwindigkeiten einzuhalten vermag. Erst im Suganer- und Piavetal ist die Strecke frei zu forschem Tempo. Trotz der Fahrt leiden wir unter einer geradezu höllischen Hitze. Mailänder Erinnerungen! Nur dass hier auf die erquickende Orangeat der kleinen Bar im Palazzo dello Sport verzichtet werden muss... Die Ausscheidungen. Von den 68 gestarteten Konkurrenten erreiche« 65 um Etappenort Belluno. Wiederum ist unter den drei Ausgeschiedenen ein Schweizer und, was um so härter trifft, ein weiterer Mann unserer nationalen Martini- Equipe : Gacon, Die fortwährenden Störungen in der Benzinzufuhr haben unsern tapfern Verteidiger der Landesfarben, der sich durch seine Siege, an schweizerischen Bergrennen einen Namen gemacht hat, im kleinen Oertchen Riva zur Aufgabe gezwungen. Der letzte Martinifahrer ist somit Casper. Wünschen wir ihm ebenso viel Glück, als seine beiden Markenkameraden Pech hatten! Weiter ausgeschieden ist Pototki auf Austro-Daimler' durch Getriebebruch. Desiderius (Austro- Daimler) havarierte mit einer Mauer, konnte aber nach erfolgter Reparatur das Rennen wieder aufnehmen, Wer der dritte Ausgeschiedene ist, kann bezeichnenderweise am Abend nicht in Erfahrung gebracht werden. In Belluno. Nach den Hotelpalästen von Lugano und Meran bietet das kleine Städtchen mit seinem einzigen repräsentativen Hotel ein merkwürdiges Bild. Viele, wenn nicht die meisten der Fahrer müssen mit Privatquartieren vorlieb nehmen. Nicht ohne sich nur murrend in die «beschränkte Lage» zu fügen.,Zum ersten Mal hat man den Eindruck von einer organisatorischen Pleite. Die Streckenbewachung und -markierung tagsüber war jedoch vorzüglich. Kurz : Belluno bietet sein Möglichstes, und wenn auch manch einer sein Nachtquartier in einer währschaften Loggia aufgeschlagen hat mit Wäsche und goldenen Maiskolben als Szenerie, so wird ihm das, voausgesetzt, dass das Bett gut war, seinen Schlaf nicht weiter beeinträchtigen, sintemalen er sich rühmen darf, italienische Campagna-^Romantik genossen zu haben. Die Ankunft zeigte das übliche Bild: Als Erster kam Morandi (0. M.) ein mit 1 St. 36 Min. Vorsprung auf die minimale Zelt. Das Mannschaftsklassement bleibt unverändert: zwei Adler-, ein Brennabor-, das 0, M.- und Minerva-Team haben die Bestzeit innegehalten. Von den v.ry. zerrissenen Mannschaften konkurrieren noch Casper auf Martini, Guillaume und Lohmann auf La Salle (Sina ist bekanntlich ausgeschieden). Atmer und Mader auf Wanderer (Graumüller ebenfalls ausgeschieden). Allgemein erregt die glänzende Haltung der Teams, namentlich von O. M., Studebaker, Hupmobile, Minerva, La Salle, Adler, Chevrolet und Brennabor Aufsehen, Bei den Einzelfahrern behaupten sich unsere beiden Schweizer Konkurrenten Ryffel auf Peugeot und Sabatini auf Itala vorzüglich. Hervorgehoben zu werden verdienen des weitern : Dr. Krailsheimer auf Mercedes-Benz, Hoylos auf Saurer, der Steyrwagen von Paul von Guillaume, der Hupmobilewagen von Hinterleitner, weiter Radice auf Lancia, ebenso der ganz vorzügliche Lanciafahrer Strazza, dann von Egan- Krieger auf Brennabor und die sich prächtig haltenden Fiat- und Austro-Daimler-Wagen. Nächtlicher Bummel. Der Parkplatz in Belluno befindet sich in der Caserma d'Angdo, Naeh dem offiziellen Empfang durchbummle ich den Park, Da lie- JUüienisQh.Q Priester, dio im eigenen Wagen zur StilfsQrjochhöho fuhren, um der Durchfahrt der AlPenfahrer betauwohnen. Die, bekannte englischo Fahrerin Bruco (A. G.), deren W&geu voa einem Auto der Fahrtlcitung gerammt wurde. Die. Ankunft in Heran. ÄUTOMOBTt^REVUE 1929 Die Alpenfohrt im Bilde Auf der Stüfserjoch-Passhöhe, Rechts von Egan-Krieger auf Brennabor. (Sämtliche Aufnahmen: Automobil-Revue.) gen sie, die braven Renner, die in drei Tagen Täler und Bergrücken im Eilztigstempo bewältigt haben. Die Kotflügel, das Schuldbuch des Automobilisten, erzählen mancherlei von den Strapazen der Reise. Wenige, sehr wenige, die keine Spuren aufweisen. Ab und zu stehen wir vor einem Wagen, dessen Stunden gezählt sind. Vielleicht, dass er morgen oder übermorgen schon stecken bleibt, vielleicht aber auch, dass er die Fahrt noeli •beendet — lange wird er sie kaum mehr überleben... Die Dameirfahrerinnen haben sich bis zur Stunde glänzend geschlagen. Eine Begebenheit, die des Humors nicht entbehrt und uns an die Zustände in unserm lieben Schweizerland erinnert, sei noch zum Schlüsse berichtet: Mehrere Konkurrenten wurden an einem Niveauüberganig sage und schreibe eine halbe Stunde lang blockiert. Glücklicherweise gelang es ihnen, die abgestohlene Zeit aufzuholen. Resultate der dritten Etappe. MARKEN-TEAMS. Kategorie 8000 ccm. Mannschaft Studebaker, Totalzeit 22 :09 :00. Kategorie 5000 ccm. Ex-aeguo: Mannschaften Simson-Supra, Hansa und Hupmohilc, Totalzoit 22 ; 09 :00; Mannschaft La SaJJo aählt noch zwei, Mannschaft Martini noch einen Fahrer. Kategorie 3000 ccm. Ex-aequo: Mannschaften Adler I und II, Breunabor, Ghevrolot, Totalzeit 23:06:00. Kategorie 2000 ccm. Mannschaften 0, M. und Minerva 23 :06 :00; Mannschaft Wanderer zählt noch zwei Fahrer. EINZELFAHRER. Kategorie 8000 ccm. Ex-aequo: Wittich (Mercedes), Von Zsolnay (Graf und Stift), Krailsheimer (La Salle), Etappenzeit ? : 23 : 00. Kategorie 5000 ccm. Guilleaumc (Stoyr), Sporkost (Hansa), Hinterloitnor (Hupmobilo), alle in 7: 23 :00; Frau Gocht (NAG Protos) 7:57:00. Kategorie 3000 ccm. Ex-aequo: Strazza (Lancia), Deilmann (Austro- Dainüer), Koch (Standard-Six), Wiethaua (Austro- Daimler), Ryffel (Peugeot), Vacearossi (Lancia), allo in 7 :42 : 00; Bitzy (Austro-Dairoler) 7 :56 :00, Kategorie 2000 ccm. Ex-aequo: Bally (Talbot), Kotto (Sirason-Supra), Frau Kotte (Simson-Supra), Hirt (Mercedes), Sabatini (Itala), alle in 7:42:00, Kategorie 1500 ccm. Ex-aequo: Schmidt (Talbot), Reichstein (Brennahor), Schiaffino (Alfa Romeo), Baragiola (Alfa Romeo), alle in 8:36:00; Grieger (Brennabor) 8:49:00. Kategorie 1100 ccm. Ex-aequo: Grespi (Fiat), Comaggia (Fiat), Mariani (Fiat), Sthanzal (Zhrojovka), Karger (Zbrojovka), alle, in 8 :86 :00; Frau Witzmann (GroXri- Sport). Und die vierte Etappe. WM Von Belluno, nach einer in drückender Enge schlecht verbrachten Nacht, führt das Rennen weiter naeh dem auf österreichischem Gebiet gelegenen Villach (392 Kilometer), somit die längste Etappe der Aipenfahrt! Talauf, talab zieht sich die Strecke über ein© Reihe Bergpä'ssc — zweiten Ranges, verglichen mit Simplon, F»rka, Grimscl, Stilfserjoch, erstklassig und durchaus ebenbürtig, was den Kurvenreichtum anbelangt. Ceredapass (1500 m Höhe), Rollpass (1936 m) und Pordoipass (2240 m) lauten die Hauptaufgaben des Tagespeiisums. Schwierige Fahrt, ausserordeutliche Anstrengungen, und doch verhältnismässig wenige, die aufgegeben haben. Die Zollformalitäten finden reibungslose Abwicklung. Die Quartier Verhältnisse in Villach sind, Gott sei Dank, bessere als in Belluno, was nach der gewaltigen Tagesarbeit auch dringend nottut. Ueber den Pressedienst hört man nach wie vor nichts allzu Schmeichelhaftes. Es dauert unglaublich lange, bis man überhaupt weiss, wie die Namen der aus dem Rennen Geworfenen lauten, von Details gar nicht zu reden. Für die letzte Etappe Villach-München (340 km) starten noch ca. 60 Fahrer. Es ist vorauszusehen, dass diese letzte Etappe, die weiter keinerlei nennenswerte Anforderungen stellt, sich zu einem eigentlichen Schlussspurt gestalten wird. Ein Unfall der beiden Schweizer Bally und Schmidt. Unter den fünf Ausgeschiedenen befindet sich leider wiederum ein Schweizerwagen, so dass das Grüpplein unserer Landsleute auf sieben Konkurrenten zusammengeschmolzen ist. Ausgeschieden sind bis heute Bütikofer auf Martini, Gacon auf Martini und nun neuerdings Oskar Bally auf Talbot mit Richard Schmidt als Beifahrer. Bleiben also von den Schweizern noeh im Rennen! das vollständige Hupmobile - Team mit Nigg, Kessler und Stuber, Eduard Casper auf Martini, als letzter Mann seines Teams, und Häuser (Chrysler), Ryffel (Peugeot), Sabatini (Itala). Bally und Schmidt schieden infolge eines Unialles aus. In PocoJ, kurz vor, dem Winterkurort Cortina d'Atnpezzo, fuhr "der Talbotwagen unmittelbar nach einer Kurve in eine Kiesgrube. Durch den Anprall wurde der Wagen aus der Bahn geworfen stürzte, sich zweimal überschlagend,

IM» ft» — 928 Nachklänge zur Luzerner Schönheitskonkurrenz Im Anschluss an die Veranstaltung vom vergangenen Samstag erhielten wir eine beträchtliche Anzahl Zuschriften, die sich vielfach auch kritisch zu dem Anlass äussern. Es würde zu weit führen, wollten wir sie alle in extenso wiedergeben, weshalb es genügen möge, die hauptsächlichsten Punkte, welche meistens gleichzeitig von verschiedener Seite aufgegriffen wurden, zusammenzufassen. Die Zusammensetzung des Preisgerichtes scheint manche wenig befriedigt zu haben. Nicht, dass man einzelnen Mitgliedern der Jury irgendwelche Vorwürfe machen wollte, da sie alle wohl nach bester Ueberzeugung ihrer sehr heiklen Aufgabe walteten. Allein man bezweifelt ob Herren, welche in ihrem Berufe mit dem Automobilfach keine Berührungspunkte haben, die nötige Erfahrung besitzen, um nach einheitlichen Gesichtspunkten und Richtlinien die einzelnen Wagen zu beurteilen, oder ob sie nicht viel mehr einfach von ihrer persönlichen Geschmacksauffassüng geleitet wurden. Sicher gehören in eine solche Jury Leute vom Fach: Carrossiers, Maler, Dekorateure, Kunstgewerbler, die ein geübtes Auge für jedes Detail haben und sich nicht kurzerhand von einem günstigen Gesamteindruck beeinflussen lassen. Einen Wettbewerb unter Fachleuten anderer Richtung wird man kaum durch Autoindustrielle und Autogewerbler beurteilen lassen, sondern führende Vertreter der nämlichen oder zugewandter Branchen bestimmen. Wenn bei Beurteilung des Gesamteindruckes Eleganz und Zweckmässigkeit des. Kostüme« mit berücksichtigt werde«, dann handelt es sich, nach andern uns zugegangenen Korrespondenzen, nicht mehr um die reine Schönlieitskonkurrenz der Wagen, sondern um eine erweiterte Modeschau, bei welcher erst recht individuelle Geschmacksauffassung und Empfänglichkeit eine bedeutende Rolle spielen. So sind verschiedene Einsender überzeugt, dass beim Hauptdefile manchem Wagen die Gutpunkte eher wegen der wirklich eleganten Insassen zugesprochen wuf* den, während schlechthin erstklassige Karroserien bei «einfacher Besetzung» im Klassement zurückblieben. Die Zweckmässigkeit -der Kleidung: schien zudem hinter den bunten Farben und augenfälligen Details zurückzutreten, sodass ruhigeren Wagennuancen geschmackvoll angepasste Tenues zu wenig Beachtung fanden. Für Teilnehmer, die von auswärts kamen und mit Passagieren an der Konkurrenz teilnahmen war es übrigns kein Leichtes mit der Toilette gerade das für den Augenblick Passende mitzubringen. Es war nicht bekannt, dass im Falle ungünstiger Witterung gedeckte Hallen für die Vorführung, zur Verfügung ständen, weswegen manche in der Toilette etwas zurückhielten und dementsprechend gegen die duftigen, heiteren Sommerkleider anderer Teilnehmer im Rückstand blieben. Wenn die Zweckmässigkeit wirklich mit berücksichtigt werden sollte, dann ist es, einigen Zuschriften entsprechend, nicht recht verständlich, wieso Wageninsassen in farbigen Jockey-Blusen und ebensolchen Mützen vor der Jury Gnade fanden. Bezüglich der Wertung" der Farbenharmonie melden sich ebenfalls einige zum Wort, da diese der Auffassung sind» es sei den bunten Farbenkombinationen eine allzugrosse Bedeutung beigemessen worden, während diskretere Farbtöne, deren Gesamtwirkung aber von Fachleuten als erstklassig gewertet wurden, weniger Beachtung fanden, weil sie vielleicht im Moment das Auge nicht derart faszinierten. Jede Farbe hat ihre Berechtigung, wichtig ist nur die Feststellung, ob sie am rechten Ort und zum geeigneten Modell angewendet wurde. ' Laut den vorliegenden Berichten sollen bei Beurteilung der Innenausstattung Führersitze als unbequem bezeichnet worden sein. Bei der modernen Verstellbarkeit, von Sitz, Rücklehne, Lenkstange usw. ist es jedem Fahrer mÖglch, seine Sitzgelegenheit internationale Alpenfahrt (Schluss von S. 2) Böschung hinunter. Bally wurde aus dem Wagen geschleudert, Schmidt unter dem zertrümmerten Vehikel begraben. Die erste Hilfe wurde den Verunfallten durch einen römischen Chirurgen zuteil, der in Tofano in den Ferien weilt. Schmidt musste ins Spital nach Cortina d'Ampezzo übergeführt werden, ebenso Bally, dessen Verletzungen jedoch leichterer Natur sind. Der Beifahrer Schmidt hat einen dreifachen Bruch des rechten Beines erlitten, Bally eine Schulterverrenkung und den Bruch zweier Rippen. Letzterer ist jedoch nach Einrenkung der Schulter bereits aus dem Spital entlassen worden., Der ganze Unfall ist verhältnismässig glimpfig abgelaufen, haben es die beiden Fahrer doch nur der Vorsehung zu danken, dass sie bei dem schrecklichen Sturze mit dem Leben davon gekommen sind. Der Talbotwagen von Bally galt als aussichtsreicher Konkurrent. Vit. so einzurichten, dass sie sich ganz seiner Grosse und Statur anpasst. Es kann deshalb nur dann über die Zweckmässigkeit und Bequemlichkeit geurteilt werden, wenn berücksichtigt wird, dass die gewählte Anordnung eben nur für den ganz besonderen Fall getroffen worden ist. Will ein in der Grosse ganz verschiedener Führer den Sitz einnehmen, wird er ihn als unbequem empfinden, doch kann ja, dank der raffinierten Ausstattung- der einzelnen Wagen* diesem Unbehagen rasch abgeholfen werden. Von anderer Seite wird die Gruppierung der Wagen beanstandet. Durch die Einteilung nach Zahl der Sitzplätzen und nach dem Karrosserietyp wurden Marken mit den bedeutendsten Unterschieden im Preis zusammengewürfelt. Es ist deshalb klar, dass eine Reihe von Wagen in geringerer und mittlerer Preislage keine Erfolgsaussicht hatten gegen Luxuswagen der obersten Preisklassen, da auf dieser Basis eine Vergleichsmöglichkeit, kaum besteht. So sorgfältig der mittler© Wagen in der Ausstattung sein mag, so wird er naturnotwendig immer hinter dem Luxuswagen zurückstehen. Vermisst wurde, wie in unserem Dienstagfbericlit bereits erwähnt, auch die Einteilung nach Spezial- und öriginalkarrosserie, da unter diesem Gesichtspunkt manche von Fabriken gelieferte Serien* karrosserien eher eine entsprechende Würdigung hätten finden können. Weiterhin wird gerügt, dass in einer Gruppe alle 6 Konkurrenten mit Preisen ausgezeichnet wurden, während eine andere niit nahezu 30 Bewerbern sich mit 5 Preisen begnügen musste. im übrigen ist aufgefallen, das nirgends Wagen eine gleiche Punktzahl aufwiesen und damit ex aequo einen J^ang hätten teilen können, Es ist doch sehr wohl möglich, dass bei ein-, heitlicher Beurteilung sich gleiche Punktzahlen ergeben, was bei der Klassierung gewiss AUTOMOBIL-REVUE XANT eher de« Tatsachen entsprochen hätte, als wenn einzelne Marken unberücksichtigt blieben, nur um andern einen unbestrittenen ersten' oder zweiten Platz zuweisen zu können. Bei der Würdigung all dieser berechtigten Einwände ist freilich nicht zu übersehen, dass es sich in Luzern um eine erste derartige Veranstaltung handelt und die Aufgabe der Jury bei der grossen'Zahl der gemeldeten Wagen keine leichte war. Wir zweifeln aber nicht, dass diese Konkurrenzen sich später wiederholen werden, sodass anzunehmen ist dass die Organisatoren von jeder Kritik für spätere Gelegenheit gerne Notiz nehmen. Es darf nicht unberücksichtigt bleiben, dass eine solche Konkurrenz nicht nur ein gesellschaftliches Event ist, sondern mit ihr auch bedeutende kommerzielle Interessen verknüpft sein mögen, sodass ein Fehlurteil von weittragenderen Konsequenzen ist, als dies gemeinhin angenommen wird. Wenn deshalb nicht zur Diskreditierung einzelner Marken beigetragen werden soll und weitere Veranstalter auch künftighin mit der Teilnahme der Vertreter rechnen wollen, dann wird ein sorgfältiges, zum Voraus genau festgelegtes System, der Beurteilung zu Grunde gelegt werden müssen, das individuelle Auffassung und Liebhabereien möglichst ausschaltet, Salzbergrennen (8.—9. September). Der bayrische A. G. führt auch dieses Jahr auf der 3,3 kiu langen Stragse Berchtesgäden (571 Meter), Obersalzberg (971 Meter) sein alljährliches Salzbergreunen durch. Das Reglement ist soeben herausgekommen. Die Strecko weist durchschnittliche Steigung von 12%, an den steilsten Stellen von 19 bis 27% auf, Dein : eigentlichen Rennen, das mit prächtigen Preisen dotiert i.sf, geht eine Sternfahrt nach Bertesgaden V^oraua. Meldungen an den Ä. G. von Bayern, Mün- " ; chen, bis zum 30. August. Nachnennungen bis zum 1. September. Boitcblcuc nrßO'Boite rouQieFrl o Dr. Willy Blerbauni, der bekannte Redakteur der «N. Z. Z.» feiert soeben sein 253ähriges Jubiläum an dieser Zeitung. Die «Automobil-Revue» darf mit ihrem Glückwunsch an den Jubilar daran erinnern, wie diese 25. Jahresfeier auch vom automobilistischen Gesichtspunkt aus zu werten ist. Willy Bierbaum hat die Bedeutung des Automobils als Sport- und Verkehrsmittel schon vor Jahrzehnten richtig eingeschätzt, er war dem Motorfahrzeug ein begeisterter Schrittmacher in der Presse. Das Sentiment für das Automobil ist zweifellos Bierbaum'- sches Familiengut, denn bekanntlich hat auch sein berühmter Bruder, der leider allzu früh verstorbene Schriftsteller Otto Julius Bierbaum in seinem prächtigen Buche «Vom empfindsamen Reisen im Automobil» diesem Verkehrsmittel das erste literarische Denkmal gesetzt. Schon bei Gründung unseres Blattes durften wir Willy Bierbaum als hochwillkommenen Mitarbeiter begrüssen, seine ausgezeichneten Schilderungen über automobilistische Begebenheiten und Anlässe zählten in ihrer herzerfrischenden Lebendigkeit mit zu dem Besten, was wir jemals unsern Lesern unterbreiten konnten. Willy Bierbaum ist dem Automobil all die Jahre, hindurch treu geblieben, für seine fabelhafte journalistische Lebendigkeit und Anhänglichkeit an das Automobil spricht am deutlichsten die Tatsache, dass der Jubilar, der heute seinen 25jährigen Ehrentag in Zürich feiern sollte, die Strapazen der fünftägigen Internationalen Automobil-AIpenfahrt als Berichterstatter seines Leibblattes auf sich nimmt. Wenn vor Jahrzehnten schon die mässgebende Schweizerpresse — was damals keineswegs so selbstverständlich war — dem Automobil gegenüber einen so verständnisvollen, weitblickenden Standpunkt einnahm, so darf Dr. Bierbaum hieran ein besonderes Verdienst in Anspruch nehmen; er war es, der für dieses Verkehrsmittel in seinem grossen Blatt manche Lanze brach, als das Automobil noch in den Kinderschuhen steckte und sich seine Geltung in der schweizerischen Tagespresse mühsam erkämpfen musste. Dr. Bierbaum ist auch eines der ältesten Mitglieder der Sektion Zürich des A.C.S., an deren üedeinen er von jeher tatkräftigen Anteil nahm. Hunderte von Automobilisten landauf, landab werden sich unseren herzlichen Glückwünschen an den trefflichen Schilderer des Automobilwesens freudig anschliessen. W* LEHUCN AUS AUTO-UNFÄLLEN Das grässliche Unglück bei Feldkirch, wobei ein Personenzug: in ein Automobil hineinfuhr und fünf Personen tötete, ist wieder einmal eine Folge unübersichtlicher Bahnübergänge. Allerdings traf den verunfallten Lenker des Automobils ein schweres Verschulden, als er sah, dass der Barrieren-Wärter die bereits herabgelassenen Schranken wieder liochzög, um ein dazwischen eingeengtes Pferdefuhrwerk noch durchzulassen, wobei der betreffenden Barrierenanlage nach sich beide Barrieren gleichzeitig hoben, versuchte der Autler ebenfalls «noch durchzukommen». Die Automobilisten dürften doch nachgerade wissen, dass jede Barriere, einerlei, ob offen oder geschlossen, schärfste Aufmerksamkeit und Ueberleguug erfordert; bei Wiederaufzieheii einer ganz oder teilweise geschlossenen Barriere muss der Automobilist durch eigene sichere Wahrnehmung selbst feststellen, ob das Passieren des Geleises eine Qefahr in sich schliesst. Niemals darf der Automobilist in derartigen Fällen das Geleise überfahren, wenn er nicht durch weite, ungehinderte Sicht sich überzeugen kann, dass noch kein Zug im Heranfahren ist. Die Unterlassung dieser selbstverständlichen Sicherung hat diese schwere Katastrophe bei Feldkirch verschuldet. A Das Vorfahren auf schmaler Bergstrasse hatte einmal wieder aufs Neu© einen Unfall zur Folge. Auf dem Bergsträsschen nach der Lüdernalp im Emmental, eine Strecke, auf der Vorfahren und Kreuzen grösste Vorsicht erfordert, wollte ein angehender Autler mit einer Lernfahr-Bewilligung einem andern Fahrzeug vordrängen, wobei ein Wagen über das Bord stürzte. Man kann nicht scharf genug gegen die rücksichtslose- Unsitte des Verfahrens an» ungeeigneter Stelle auftreten; vielfach gerade wie in vorliegendem Falle, sind es Hitzköpfe, denen das ABC automobilistischen Anstandes und Kenntnisse abgeht. A Auch ein Opfer der Mode. Ein kleiner Junge weint bitterlich, weil er im Gedränge sein Mutti verloren hat. JEin Schutzmann nimmt sich seiner an. «Warum aast du dich denn nicht an Mutters Rock festgehalten ?», fragt er den kleinen Mann. « Ach, Herr.Schutzmann », antwortet der Junge, «ioli wollte schon, aber soweit hab' ich nicht hinaufreichen können! »