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E_1928_Zeitung_Nr.067

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strassen, wie überhaupt

strassen, wie überhaupt schärfstes Augenmerk auf das gute Funktionieren der Bremsen zu richten und in zweiter Linie niemals ein starkes Gefälle zu befahren, ohne die zweite, nötigenfalls sogar die erste Uebersetzung einzuschalten. In diesem Zusammenhang mag auch noch daran erinnert werden, dass der Fahrer bei sehr starkem Gefälle entweder die Benzineinfuhr abstellen soll oder, wenn hierzu vom Führersitz aus keine Möglichkeit ist, muss wenigstens die Zündung ausgeschaltet werden. Die Erfahrung hat wiederholt gezeigt — wir erinnern an den vor einigen Jahren an der Furka passierten schweren Unfall — dass manchmal versehentlich in der Aufregung im Befahren komplizierter Bergstrecken das Gaspedal statt des Bremspedales berührt wird. Wenn in einer engen Kurve an einem Bergabhang das Fahrzeug infolge einer falschen Bewegung auch nur um einen Meter aus der gewollten Bahn bewegt wird, so kann dies die schwersten Folgen nach sich ziehen; ist die Zündung abgestellt oder die Benzinzufuhr unterbrochen, so hat die versehentliche Berührung des Gaspedales keine nachteiligen Folgen, Das «Versagen» der Lenkung. Bei mehreren Unfällen der letzten Zeit wurde von einem «Versagen» der Lenkung gesprochen; wir selbst hatten Gelegenheit, kürzlich ein verunfalltes Fahrzeug zu besichtigen, wobei der Fahrer getötet und eine zweite Person schwer verletzt wurde. Auf einer unserer bestunterhaltenen Strassen ohne Ablenkung wurde das Fahrzeug plötzlich im Tempo von 50—60 km aus seiner Richtung abgedreht, kam ins Schleudern, wobei sich der Wagen überschlug. Es handelte sich um einen älteren, mittelschweren Wagen, dessen Lenkmechanismus sich in einem höchst vernachlässigten Zustand befand; vom Lenkstock bis zum Vorderachsschenkel hatte der ganze Mechanismus sehr starkes Spiel. Die ganze Lenkungsvorrichtung war vollständig ausgeleiert, die Schubstange der Lenkung drehte sich in losen Bolzen, mit einem Wort, eine sträfliche Vernachlässigung eines höchst wichtigen Organes. Jeder tüchtige Mechaniker hätte die Lenkvorrichtung für 60—80 Franken in einen betriebssichern Zustand bringen können; statt dessen riskierte der Lenker auf diesem Fahrzeug sein eigenes Leben und dasjenige seiner Fahrgäste. Gerade auf die Lenkvorrichtung muss der Fahrer das schärfste Augenmerk richten; wie häufig konstatiert man insbesondere bei älteren Wagen, dass die Lenkung bedenkliches Spiel zeigt. Statt diesen Zustand sofort zu beheben, wird das Fahrzeug weiterhin benützt, bis früher oder später eine Katastrophe eintritt. Auch der Zustand der Bereifung kann insbesonders bei Fahrten in kurvenreichem Gebiet eine verhängnisvolle Rolle spielen. Wie häufig weiss der Fahrer, dass der eine oder andere Pneu bald « aus dem letzten Loch » pfeifen wird; statt ihn frühzeitig zu beseitigen, wird er weiter benützt, ohne zu bedenken, dass ein Platzen der Pneus in einer engen Kurve schweres Verhängnis nach sich ziehen kann. Automobil und Bauernschaft. Wir wissen sehr wohl, dass wir dem Bauern sein Pferd nicht ganz nehmen dürfen. Der Pferdezug kommt dem Landmann noch in mancher Hinsicht sehr zustatten; es wäre einseitig, dies verkennen zu wollen. Die Pferdezucht-Genossenschaften unseres Landes geben sich die grösste Mühe, nicht nur dem Bauernstande, sondern auch der Landesverteidigung ein wertvolles, kräftiges Pferdematerial zuzuführen. Allein je länger je mehr stellt sich doch das Automobil zum Vorteile des Produzenten in seinen Dienst. Gerade in den heutigen Zeiten, da der Bauer nur noch mit Mühe die nötigen Arbeitskräfte finden kann, ist er auf den Motor angewiesen. Als Traktor spielt er in der Bearbeitung des Bodens und der Einbringung der Saaten schon eine ganz bedeutende Rolle. Noch weit wichtiger aber ist seine Verwendung als Transportmittel. Es geht heute um die Wiedereroberung des inländischen Marktes. Wer früher auf dem Platze, wer vorteilhafter seine Frucht zum Verkaufe anbieten kann, der trägt den Erlös heim. Das Automobil, sei es im Dienste des Einzelnen oder der Genossenschaft, ermöglicht der Bauernsame de entlegendsten Dorfes, ihre Produkte rechzeitig, frisch und unverdorben auf den Markt zu bringen. -t. DIE FRAGE DER STRASSENVERBESSERUNG beschäftigte auch die letzte Einwohnergemeindeversammlung von Laufenburg. Die Gesamtkosten de vom Gemeinderat vorgeschlagenen Projekte sind au 250.000 Franken veranschlagt. Lanfenburg hätte an diese Kosten 165 000 Franken zu bezahlen, während der Staat 85 000 Franken, zu tragen hätte Dies« Vorlage, der man oppositionslos zustimmte, wurdi noch durch einen Antrag, die Rheinbrücke mi einem Mexphdtbelag zu versehen, ergänzt. — ey. Wir geben im Nachfolgenden in kurzen Zü- :en einen Umriss der organisatorischen Struktur der nunmehr mustergültig vorbereiteten Fahrt: Leitung. Die Oberleitung liegt in den Händen von Herrn Castagnetto (A. C. Italien). Die vier Sportskommissäre der beteiligten Länder ind: A. Mercanti für Italien; C. O. Fritsch für Deutschland; B. Mauldner für Oesterreich und Jules Decrauzat, Präsident der Sportskommission des A. C. S., für die Schweiz. Technische Kommission für die Schweiz: Herr E. C. Brieger. Kl. B C C C c c D T> D E E Studebacker Martini La Salle Siroson Supra HupmoLiil Wanderer Chevrolet Brennabor 0.1 - Minerva Wagenabnahme. 8. bis 11. August: Von 9 bis 12 Uhr und von 14 bis 18 Uhr, im Palais des Sports in Mailand. Start. 12. August: 4 Uhr morgens in Mailand. Adler-Standard Adler-Standard ccm- Inhält 5798 5798 5798 4380 4380 4380 4324 4324 4324 4960 4960 4960 3108 3108 3108 4400 4400 4400 2916 2916 2916 2916 2916 2916 1954 1954 1954 2800 2800 2800 2990 2990 2990 2000 2000 2000 2000 2000 2000 Slart- Nr. 3 4 56789 10 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 23 24 25 26 27 28 29 30 31 32 34 35 36 37 38 39 Max Voots G. Allerdist H. Hoffmaim Ed. Casper Buttikofer J. Gacon Sporkhorst W. Janig Ed. Horbe Carl v, Guilleaumr Rieh. Sina G. Hohmann K. Kappler G. Kimpel Gf. Kainein Ch. Nigg J. Kessler H. Stuber Frau Lil. Roehrs Frau Elsa Vollbracht Frau Ant. Strassmann Otto Loehr A. Dewald H. Coenen H. Atmer M. Mader Graumüller F. Poensgen Islinger H. Morath Ob.-Ing. Niedlich F. Backasoh F. Lehnert Morandi Coffani Masperi L. Roger van Parys E. Goujon Klasse Marke Start-Nr. Name des Fahrers A Hispano-Suiza 40 Keillet B Minerva 41 K'orman James B Mercedes-Benz 42 Wittich B Hispano-Suiza 43 Norman Wegmann B Graef & Stift 44 Fritz von Zsolnay B A.C. 45 Bruce B Mercedes-Benz 46 Haimo Schlutius B Mercedes-Benz 47 Dr. Krailsheimer G Saurer 48 Edgard Hoylos G La Salle 49 Richard Schuh G N.A.G.-Protos 50 Frau M. Gocht G Bentley 51 Best Dalison G Steyr 52 Paul von Guilleaume G Chrysler 53 Oskar Hauser G Hansa 54 E. W. Sporkhorst G Hupmobile 55 Hinterleitner D Lancia 56 Radice D Austro-Daimler 57 Desiderius D Austro-Daimler 58 Pototky D Lancia 59 Strazza D Austro-Daimler 60 C. Deilmann D Lancia 61 Walter Hessel D Standard-Six 62 Hans Georg Koch D Lancia 63 Bosco D Austro-Daimler 64 Dr. E. Wiethaus D Austro-Daimler 65 Frau E. Reiche! D Austro-Daimler 66 De Ginski D Peugeot 67 Mic Ryffel D Fiat 68 Boerio D Austro-Daimler 69 Dr. Ing. Carl Imhof D Lancia 70 Vaccarossi E O.M. 71 Max Giorgini E Mercedes-Benz 72 A. Hirte iun. AUTOMOBIL-REVUE 1928 —NO 67 (Siebe auoh: schweizerische Automobilwoche, Seite 1} Startordnung und Startnummern. Teams. < / ß. Bahr F Alfa 89 Canestrini F Brennabor Z. 90 H. von Wersch F Alfa-Romeo 91 Schlaf fino F Alfa-Romeo 92 Baragiola G Fiat 93 Crespi G Fiat 94 Cornaggia G Fiat 95 Mariani G Zbrojovka 96 Soffer G Zbrojovka 97 Sthanzal G Grofri Sport 98 Ada Witzmann G Zbrojovka 99 Karger. Unsere nationale Martini-Equipe startet also als zweite Equipe mit Startnummer 4,5 und 6. Strecke. Eine detaillierte Beschreibung der Strecke ist in den letzten Nummern erschienen. Wir resümieren die fünf Tagesetappen kurz: 12. August: Mailand, Domodossola, Simplon, Brig, Hospenthal, St. Gotthard, Bellinzona, Lugano (366 km). 13. August: Lugano, Gomo, Monaggio, Sondrio, Stilfserjoch, Meran (296 km). 14. August: Meran, Bozen, Mendel, Madonna di Gampiglio, Storo, Riva, Trient, Primolano, Belluno (361 km). 15. August: Belluno, Agordo, Primör* Rollepass, Vigo, Canazei, Pordoijoch, Falzaregopass, Cortina, Toblach, Lienz, Kötschach, Hormagor, Villach (391 km). 16. August: Villach, Spittal, Katschberg, St. Michael, Tauernpass, Salzburg, Rosenheim, München (345 km). Die Fahrt führt also über insgesamt zirka 1760 km. Zoll, Die Formalitäten sind dank dem Entgegenkommen der Zolldirektion auf ein Minimum beschränkt. Streckenmarkierung. Vierecktafeln mit gelben Pfeilen in der Fahrtrichtung auf blauem Grunde. Chronometrierung. An jedem Etappenort durch die offiziellen Zeitnehmer der Clubs. Markierung der Fahrzeuge. Warnung. Der Kanton Wallis hat Plakate anschlagen lassen, welche die Bevölkerung ersuchen, zur Zeit der Durchfahrt der Konkurrenten die Strassen zu keinerlei verkehrshindernden Transporten zu benützen. Anderseits hat der A. C. S. ein dreisprachiges Gesuch drucken und den Fahrern aushändigen lassen, mit der ausdrücklichen Bitte, das Ortstempo zu massigen und auf die Bewohner Rücksicht zu nehmen. Desgleichen wird auf die Postautomobile zwischen Gletsch und Realp aufmerksam gemacht. Die Post ist übrigens von der Durchfahrt der Internationalen Alpenfahrt avisiert Da die Wagen schon um 7 Uhr morgens in Gletsch sein werden, kann eine Begegnung mit einem diensttuenden Postauto umgangen werden. Auch auf der GotthaTdseite sind Anstalten getroffen worden, einem Minimum von Car Alpins zu begegnen. In I-ugano, 4«nZtel der .ersten Tagesetappe, werden die Wagen in $er Morel-Garage parkiert. Das .offizielle Bureau befindet sieh im Hotel Lloyd. Start zur zweiten Etappe. 4 Uhr morgens in Lugano. Die letzte schweizerische Kontrollstelle wird in Chiasso passiert. Es folgen die vier ausländischen Etappen. Ziel. In Ramme rsdorf, am Eingang zur Stadt München. Wagenpark auf der Theresienwiese. Preisverteilung, 17. August in den Räumen des Bayrischen; A. C. im München Preysing-Palais. Wahrscheinliche Durchfahrtszelten. Für diejenigen, die sich für die Durchfahrt der Konkurrenten der Internationalen Alpenfahrt interessieren, können folgende Durchfahrtszeiten, allerdings ohne Garantie, angegeben werden : Simplon Brig Gletsch Furka Hospenthal Gotthard Airolo Bellinzona Lugano 6.00 Uhr 6.30 » 7.30 » 8.00 » 8.30 » 9.00 » 10.00 » 12.00 » 13.00 > Der Kampf gegen die Geschwindigkeit ist das ungeeignetste Mittel zur Hebung der Verkehrssicherheit. Das ist kein faules Ei, sondern eine bedeutungsvolle Erkenntnis der Verkehrspolizei in den Grossstädten. Den Verfechtern unserer Ortshöchstgeschwindigkeiten klingt dieser Erfahrungssatz übel in den Ohren. Der Kampf gegen die Geschwindigkeitsbegrenzung leistet der Verkehrssicherheit keine Dienste, er lenkt die Aufmerksamkeit vom Kernpunkt des Sicherheitsproblemes ab und verursacht höchstens endlose Debatten in den Gemeindebehörden. Was versteht man im Volk unter Schnellfahren? Kurzerhand: Uebertreten der örtlichen Höchstgeschwindigkeiten, die zwischen 30 und 8 km variieren. Höchstgeschwindigkeiten festsetzen bedeutet für den Automobilisten leeres Stroh dreschen, sie bekämpfen heisst eine Seeschlange erstechen. In den Köpfen der Verkehrsanalphabeten spukt ein Glaubensatz, der sich unter dem Einfluss automobilfeindlicher Berichterstattung erhärtet hat: «Autoraserei ist die Ursache aller Verkehrsunfälle ». Dieser Satz ist durchaus irreführend. Aus langen Erfahrungen im Beurteilen von Verkehrsunfällen behaupten wir frank und frei, dass rund zwei Drittel aller Verkehrsunfälle aus mangelhafter Fahrkunst und der Missachtung der Verkehrsregeln entspringen. Wer sich die Mühe nimmt, an Hand von genauen Unfallberich- Weisse Nummer auf schwarzem Grund und Fanion mit Startnummer, die vier Clubwappen der organisierenden Länder und eine Tafel an der Rückseite des Wagens mit Aufschrift: ten den Einfluss der Geschwindigkeit auf «Coupe Internationale des Alpes das Unfallereignis festzustellen, gelangt zum 1928». Ergebnis, dass die Geschwindigkeit in der Bergtaxen. Mehrzahl der Fälle eine sekundäre Rolle Die Kantone Wallis und Tessin verzichten spielt. Hauptschuld trägt in der Regel in entgegenkommender Weise auf jegliche schlechtes Fahren, ungenügende Geistesgegenwart und Verletzung der Verkehrs- Erhebung. Der Kanton Uri hat eine Reduktion gewährt. regeln. Ein versierter Fahrer vermag auch Streckendienst. bei grosser Geschwindigkeit seinen Kopf beieinanderzubehalten und richtig zu kombinie- Er wird auf dem schweizerischen Abschnitt durch die zuständige Kantonspolizei ren, während ein phlegmatischer oder nervöser Fahrer im Schneckentempo die unsin- besorgt. Namen der Kontrolleure. nigsten Zusammenstösse verschulden kann. Sowohl die Namen der Kontrolleure als Was tut not? Die Verkehrssicherheit lässt sich nur erhöhen, wenn die Behörden ihre auch dieselben der Kommissäre längs der Hebel bei der Fahrprüfung ansetzen. Von Strecke werden den Fahrern schriftlich ausgehändigt, mit Angabe der Telephonstatio- einem ausgelernten Fahrer muss neben der Fahrkunst, der Kenntnis der Verkehrsregeln nen. auch verlangt werden, dass er ein hohes Mass Sanitätsdienst. von Geistesgegenwart sein eigen nennt. Die Die genannten Telephonstationen stehen sichere und rasche Reaktionsfähigkeit ist bei jeweils mit einem auf Pikett gestellten Arzte jeder Geschwindigkeit massgebend. Komplikationen und unerwartete Begegnungen sind in Verbindung. Benzindepot. beim heutigen Verkehr nicht zu vermeiden. Sowohl «Shell» wie «Standard-Oil» haben Unanständiges und planloses Fahren darf übersichtliche Bekanntmachungen veröffentlicht, die über den genauen Ort der Statioren. Wiederholung der Fahrprüfung wäre nicht verwechselt werden mit schnellem Fahnen informieren. Sie gelangen an jeden Fahrer zur Verteilung. samer als irgend eine für unanständige, rücksichtslose Fahrer wirk- Busse.

N Ü 67 - 92» AU'iOMOblL-KbVUE Die Wirkung des Alkohols auf die Reaktionsfähigkeit des Fahrers ist verheerender als man gemeinhin annimmt. Chronischen Alkoholikern muss die Fahrbewilligung entzogen werden, angetrunkene Fahrer gehören ebensowenig ans Lenkrad. Es gibt genügend drastische Mittel, ihnen eine Wiederholung unmöglich zu machen. Entscheidend für die Verkehrssicherheit ist aber stets die Durchführung der Fahrprüfungen durch die behördlichen Organe. Hohe Reaktionsfähigkeit, Geistesgegenwart und sichere Fahrtechnik bilden die Elemente einer richtigen Prüfung. Wird auch die Gesinnung des Autofahrers nicht ausser acht gelassen, wird man nachher den Fahrer selbständig fahren lassen können, ohne ihn durch schematische Geschwindigkeitsgrenzen beengen oder gar verwirren zu müssen. Der Kampf gegen die Geschwindigkeit holt seine Waffen aus der Rüstkammer des Spiessbürgers, der in stillem Selbstgefallen Wasser ins Meer trägt. Mit unsern Geschwindigkeitsgrenzen lässt sich die Verkehrssicherheit nicht erhöhen. Grossstädte, mit einer Verkehrsdichte, die unseren Verhältnissen spottet, sind in den letzten Jahren dazu übergegangen, das Schnellerfahren im Interesse der Verkehrssicherheit zu fördern. Bei uns hegt man die Auffassung, dass das Gefahrenmoment mit wachsender Dichte und mit höheren Geschwindigkeiten zunehme. Ein Beispiel mag daher die Erwägungen der grossstädtischen Verkehrspolizisten erläutern. In einer Stadt setzen sich jede Minute 100 Auto in Bewegung. Sie brauchen bei einer Geschwindigkeit von 12 km pro Stunde 10 Minuten, um eine Strecke von 2 km zu fahren. Bis die ersten 100 Wagen ihren Ort erreicht haben, sind insgesamt 1000 Wagen unterwegs. Halten die Wagen die maximale Geschwindigkeit von 12 km ein, wird es ihnen bei der entstehenden Verkehrsdichte nicht möglich sein, die Strecke in der berechneten Zeit abzufahren. Sie benötigen vielmehr bei einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 8 km rund-15 Minuten. Die Verkehrsdichte wächst daher auf 1500 Wagen an. Gestattet man aber eine Höchstgeschwindigkeit von 45 km, so wird die mögliche Durchschnittsgeschwindigkeit auf 24 km zu stehen kommen. Ein Wagen wird daher für seine 2 km Fahrstrecke statt 15 Minuten nur 5 Minuten benötigen. Die Wagenfrequenz sinkt dabei von 1500 auf 500 Wagen hinunter. Die Verkehrsdichte reduziert sich auf ein Drittel . M - .. Fortschrittliche Städte haben aus diesen Erwägungen Konsequenzen gezogen und erlauben in ihrem Stadtbann Geschwindigkeiten von 45 km und mehr. Im weiteren überlassen sie die Bestimmung der Geschwindigkeit der Fahrkunst und dem Gefühl des Automobilisten. Gefährliches Verhalten und unanständiges Fahren kann ein gewiegter und gut ausgebildeter Verkehrspolizist dennoch erkennen und ahnden, ohne dass eine Höchstgeschwindigkeit ihm dazu einen Massstab bieten muss. Und das Erfreuliche ist das: Städte mit hohen Geschwindigkeitsgrenzen weisen eine sinkende Unfallziffer auf. Zusammenfassend stellen wir fest: Das Automobil ist ein sehr zuverlässiges Verkehrsmittel, das hauptsächlich der Beschleunigung des Verkehrs zu dienen hat. Mehr als 90 Prozent aller Automobilisten verwenden ihren Wagen beruflich. Schreibt man Höchstgeschwindigkeiten nach dem Schema unserer Ortsvorschriften vor, wird der Autoverkehr seinem Zwecke entfremdet. Der Kampf gegen die Geschwindigkeit erreicht das Gegenteil von dem, was man von ihm zu erwarten pflegt. Die Verkehrssicherheit lässt sich nur durch eine Umgestaltung bzw. Verschärfung der Fahrprüfungen fördern und nicht durch Höchstgeschwindigkeiten. lt. Psychologie und Automobil. Bei einer Psychologen-Tagung in Hannover wurde dem modernen Verkehrsmittel, dem Kraftwagen wie dem Fahrer, ganz besondere Beachtung gezollt. In interessanter Weise versuchten Fachgelehrte, wie Prof. Dr. Ach, Qöttingen, Prof. Dr. Marbe, Würzburg und Prof. Dr. Poppelreuter, Bonn, die Ursachen der stetig zunehmenden Verkehrsunfälle von dem Standpunkt eder Psychologie zu erklären. Der Hauptredner der Tagung, Prof. Dr. Ach, führte u. a. aus, dass mit dem wirtschaftlichen Kampf der Allgemeinheit das Temperament des Einzelnen sich mehr und mehr in der Richtung des Sanguinikers auswirke. Die lange Dauer des Krieges, der mehr und mehr zunehmende Kampf um das tägliche Brot hat die Nerven zermürbt, denn die Hälfte aller Fahrer zählt heute zu den Schnellerregbaren, die zum Hasten neigen. Sind derartig veranlagte Personen auch Führer eines Automobils, so wird ihre Beherrschung und Selbstdisziplin auf die Dauer der Fahrt verk ringert, d. h. sind solche Fahrer mit ihrem Wagen erst einige Stunden unterwegs, so verlieren sie mehr oder minder das Vermögen, den Grad der erreichten Geschwindig- Infernafionale Sctaönheifskonkurrenz für Automobile in Luzern. Die Meldungen für die am nächsten Samstag den 11. August stattfindende internationale Schönheitskonkurrenz haben einen alle Erwartungen übertreffenden Erfolg gezeitigt. Schon am ersten Termin wies die Teilnehmerliste 70-Konkurrenten aus mehreren Ländern auf. Donnerstag mittag war die Zahl laut telephonischer Mitteilung auf 95 angestiegen; inzwischen werden es wohl bis zum zweiten Nennungsschluss an die Hundert geworden sein. Ueber 30 Wagenmarken sind vertreten, denen sich noch gegen 20 Karosseriefirmen anschliessen. Die schönsten und neuesten Wagen aller Typen werden vor der Jury auffahren. Für Automobilliebhaber wohl ein Bild, das sich in unserem Schweizerlande noch selten darbot. Programm : Das offizielle Programm ist noch nicht erhältlich, indessen können folgende Anhaltspunkte gegeben werden : 8.30 Uhr : Vorprüfung der unbesetzten Wagen durch die Jury. Bei guter Witterung auf dem Concours Hippique Areal keit abzuschätzen. Und wer häufiger fährt, ohne dass, ihm ein Unfall zustösst, glaubt seiner selbst und seines Wagens ganz sicher zu sein. Nun ist aber der, der ein geschickter Fahrer ist, noch nicht ein vorsichtiger Fahrer. Daher ist das erste Gebot eines Automobilfahrers die Erziehung zur Selbstbeherrschung. Diese kann nicht durch eine Unzahl von Vorschriften und Gesetzen oder durch Strafen, wie die Fahrscheinentziehung, beigebracht werden, sondern allein die Selbsterziehung des Fahrers hat hier einzugreifen. Es gibt Psychologen, die behaupten, in sehr vielen Fällen wäre die Nervosität nur eine Einbildung und mit starkem Willen lasse sich diese Am Samstag: (Siehe auch: Eine schweizerische Automobilwoche, Seite 1). an der Halde, bei ungünstiger Witterung in der grossen Festhalle am Bahnhofplatz. 14.30 Uhr : Vorführung der besetzten Wagen. Bei günstiger Witterung auf dem National- und Spittelerquai, bei ungünstiger Witterung in der grossen Festhalle am Bahnhofplatz. 21.30 Uhr : Preisverkündigung und Verteilung anlässlich des grossen Balles im Grand Hotel National. Die gemeldeten Fabrikate: Deutschland: Mercedes-Benz, Opel, Stoewer, Horch. Frankreich: Delage, Farman, Morris-Leon Bollee, Hispano-Suiza. Italien : Isotta-Fraschini, Lancia, Itala. Oesterreich: Steyr. Schweiz: Martini. U. S. A.: La Salle, Cadillac, Auburn, Lincoln, Willys Knight, Graham-Paige, Buick, Chrysler» Packard, Durand, Reo, Studebaker, Nash, Erskine, Marmon, Stutz, Hupmobile, Duesenberg. Erscheinung eindämmen. So soll auch der Automobilfalirer den festen Willen mitbringen, seinen Wagen mit Vorsicht, Ueberlegung und Selbstbeherrschung zu fahren. Zur Beurteilung der Automobilunfälle ist die Kenntnis des technischen und des psychischen Bremsweges erforderlich. Prof. Dr. Ach führte als Experimentalpsychologe aus, dass ein mit 35 km/Std. durchaus zulässig schnell fahrender Kraftwagen bei wirksamer Vierradbremse und bei guter physischer Beschaffenheit des Fahrers erst bei einer Bremsstrecke von mindestens elf Metern zum Stehen gebracht werden kann. Diese Strecke bezeichnet man für gewöhnlich mit dem Namen «technische Bremsstrecke». Zwischen dem Augenblick aber, in dem der Fahrer die Notwendigkeit zum Bremsen erkennt und dem Augenblick, in dem er nach allgemeinem psychologischen Gesetz auf diese Erkenntnis reagiert, liegt noch die psychische Bremsstrecke. Je nach dem Qrade der persönlichen Geistesgegenwart wird diese Strecke um den Bruchteil von Sekunden länger oder kürzer sein, zum mindesten aber eine halbe Sekunde betragen müssen. In dieser Zeit werden aber die Räder bei einer Geschwindigkeit von 35 km/Std. den Wagen fünf Meter vorwärts bewegen. Nehmen wir also den Fall an, dass in einer Entfernung von 12 m vor dem mit einer Geschwindigkeit von 35 km fahrenden Wagen an der Seite der Strasse ejn Kind spielt, und dieses gerade in dem Augenblick, als der Wagen sich auf 11 m genähert hat, ~ über die Strasse zu laufen versucht, so muss Schwere East Für schwere Transporte kommt der Tirestonc 0um Dipped Reifen in Frage. Das Firestone Gum Dipping- Verfahren gibt dem Reifen ausserordentliche Elastizität und verhindert übermässige Erhitzung und Ermüdung der Cordlagen. Dieser Pneu hält alle Weltrekorde sowohl für Sicherheit wie für Kilometer-Leistung. Probieren Sie einmal diese stark gebauten Gum JDipped LASTWAGEN - REIFEN Strasse theoretisch der gebremste Wagen genau vor dem in der Fahrrichtung befindlichen Kinde halten bleiben. Also kann der geistesgegenwärtige Fahrer erst nach 5 m Fahrt die Bremse in Tätigkeit bringen, da sein Geist) eine Zeit von einer halben Sekunde gebrauchte, um das Gefahrenmoment zu erkennen. Rechtlich wäre also zu folgern, dass für einen Unfall, der sich innerhalb der psychischen und technischen Bremsstrecke ereignet — also innerhalb 11 Meter — vor der Unfallstelle gerechnet, der Fahrer überhaupt nicht verantwortlich gemacht werden könnte. So der Psychologe! Prof. Dr. Poppenreuter sprach die Ansicht aus, dass man keinen Menschen tadeln dürfe, der nicht zu den acht Prozent derjenigen Menschen gehöre, denen die Natur die für den Automobi'lführer allerdings wertvolle Gabe der Geistesgegenwart verliehen habe, denn Rechtsgrundsatz muss sein, dass man von keinem Menschen mehr verlangen könne, als er herauszugeben imstande sei. Nach Prof. Dr. Poppelreuter ist das moderne Autofahren eine «Konfliktlösung», bei der zwei miteinander nicht übereinstimmende Anforderungen vereinigt werden müssen, nämlich Sicherheit und Geschwindigkeit. Wie der Fahrer den Widerstreit überwinde, offenbar© gerade seine Individualität. Nach den psychoexperimentellen Beobachtungen kann man nahezu unveränderliche einfache Fahrertypen annehmen. Der Eine fährt von Anfang an schnell mit dem stillen Vorsatz, langsamer zu fahren, wenn es nötig sein solle. Das ist der Fahrer, der leicht Unfälle hervorruft. Der Andere fährt verhältnismässig langsam ab, entschlossen, eine mittlere Geschwindigkeit möglichst beizubehalten. Das ist der zuverlässige, vorsichtige Fahrer. Die Typen bleiben sich auch auf Befehl und bei sich auflehnendem Vorsatz annähernd gleich. Geistesgegenwart ist eine Begabung wie das Dichten und Malen, die eben nicht allen Menschen gegeben sein kann und die nur Gabe von wenigen Prozent der Menschheit ist. Autocus, DIE COPPA ABRUZZO. Die im Verlaufe des automobilsportlichen Meetings auf dem Circuit vom Pescara am letzten Sonntag a-usgetragene über 375t km für die höheren Kategorien und über 255 km, für die niedere Kategorie führende Veranstaltung litt unter der infernalischen Hitze. Die beste Zeit des Targes fuhr Foresti auf Bugatti mit einem Stundenmittel von 101,074 km, was den seinerzeit von Chieregato aufgestellten Rekord bedeutend über« trifft. Foresti, der mit erstaunlicher Regelmässig-* keit rundete, räumte auch mit dem schnellsten; Rundenrekord auf. Die Alfa-Romeo-Wagen und Maserati hatten nicht ihren besten Targ. Balestrero auf « La Salle > und auf «Salmson» hielten sich gut. Die Resultate: Bis 1100 ccm : 1. Fagioli (Salmson), 3 Std 02' 29" ; 2. Biondetti (Salmson), 3 Std. 16' 01" % ; 3< Lettieri (Fiat 509), 3 Std. 25' 29". Bis 2 Liter: 1. Bona (Alfar-Romeo). 3 Std. 53' 25" ; 2. D'Ippolito (Alfa-Romeo). 3 Std. 54' 06" %. Ueber 2 Liter: 1. Foresti Giulio (Bugatti) 3 Std. 47' 05"; 2. Garagnani (Bugatti), 4 Std. 01' 08" ; 3. Chic-egato (Alfa-Romeo), 4 Std. 01' 53" %i 4. Balestrero (La Salle), 4 Std. 16' 52" %. v. Die Coppa Acerbo, welche letzten Sonntag über 510 km zum Austrag gelangte, wurde von Gampari, auf Alfa Romeo, mit einem Stundenmittel von 109.8 km in 4:38:34 3 /5 gewonnen. Die schnellste Runde fuhr Campari mit 121,9 Stundenkilometern.., Arcangeli und Materassi siegten in der 1% Liter- Klasse, auf Talbot, in 4:46:08 (Stundenmittel 106.9 km). v. Das Damenrennen von Brooklands wurde mit 200 Yards Vorsprung eine sichere Beute von Miss Maconohie, auf Amilcar (Stundenmittel 152,5 km)^ Zweite Missis Dykes, auf Alvis, Dritte Missis Martin, auf Riley. v. Kessler startet. Die Beteiligung Kesslers an dem am 9. September auf der Monza-Bahn ausgetragenen Grossen Preis von Europa ist nunmehr gesichert. Kessler wird, wie Campari, auf Alfa Romeo starten. v, Automobilismus in Japan. Man kennt die Japaner als unternehmungslustiges, fortschrittliches Völklein. Die Fortschritte der abendländischen Kultur haben sie sich rasciii anzueignen gewusst. Eine blühende Industrie zeugt heute von ihrer Intelligenz und rascher Anpassungsfähigkeit. Auch das Automobil hat in Japan unerwarteten Eingang gefunden. Die Zahl der Automobile betrug im Jahre 1924 rund 25,000. Sie ist im Jahre 1927 auf 52,000 gestiegen, womit der Kulminationspunkt noch lange nicht erreicht sein dürfte. Die Hauptlieferanten Japans sind gegegenwärtig die Vereinigten Staaten, Frankreich, England und Italien. Aber auch auf dem Gebiete der Automobilindustrie bemüht sich Japan, selbständig zu werden. Es bestehen im Lande bereits vier Automobilfabriken, die zusammen 350 bis 400 Wagen herstellen, ei* Geschichten, die wahr sein könnten. Madame kauft ein: ein viertel Meter Spitze, ein halb Meter Seidenstoff, zwei Druckknöpfe, eine Stoffblume, eine kleine Agraffe. Der Verkäufer wikkelt alles zusammen und fragt: «Madame machen sich wohl ein Ballkleid?»