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E_1928_Zeitung_Nr.062

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14 die

14 die bemerkenswertesten Verfahren herausgegriffen werden. Als solches sei die Diamantdreherei besonders hervorgehoben. Zahlreiche Bestandteile des Horchmotors werden nach der Bearbeitung mit dem gewöhnlichen Drehstahl auf Drehbänken mit diamantbesetzten Stählen fertigbehandelt, wodurch höchstmögliche Genauigkeit erzielt wird. Kurbelwellenzapfen, Pleuellager usw. erhalten auf diese Weise eine Oberfläche, wie sie nicht vollkommener gewünscht werden kann. Anstelle der Schleifmaschinen mit rotierenden Schmirgelscheiben werden zum Ausschleifen der Zylinderbohrungen sogenannte Honingmaschinen verwendet, deren auf- und abgehende und zugleich sich drehenden Werkzeuge den Zylinderwandungen in einem Arbeitsgang Hochglanzpolitur verleihen. Horch betreibt dieses Verfahren, das ziemlich vereinzelt dasteht, mit grösstem Erfolg. Welche Bedeutung der höchstmöglichen Präzision und dem feinen Lauf des Motors beigemessen wird, zeigt ferner die rigorose Ausbalancierung aller rotierenden und hin- und hergehenden Teile. Auf speziellen Maschinen lassen sich z. B. Ungleichmässigkeiten der Kurbelwellenmassenverteilung bis zu Grammbruchteilen hinunter feststellen und korrigieren. Nicht weniger streng ist die Kontrolle der rotierenden Teile des Hinterachsantriebs, so der Kardanwelle, der Kardangelenke usw. In schalldichten Kabinen werden ferner die Getriebe und Hinterachsbrücken auf geräuschlosen Gang hin kontrolliert, und kein Aggregat kommt auf die Einbaulinie, bevor es nicht ganz einfandfrei ist. Dass man sich sogar die Mühe nimmt, die Bremstrommel auf der Innenseite genau zentrisch zu schleifen und zu polieren, erwartet wohl nicht mancher Automobilist. Es zeigt sich aber, dass die Horchwagen dadurch ausserordentlich weich und « mit Gefühl» bremsbar sind und dass die Schleudergefahr infolge des feinen und absolut gleichmässigen Anpackens der Bremsen sehr vermindert wird. Zugleich handelt es sich dabei noch um Dewandre-Vakuum-Bremsen mit ihrer bekannten «fingerleichten » Bedienung. Dreizehn Bremsbänke dienen in einem andern Teil der Fabrik zur Prüfung der Motorleistung, die mindestens. 65 PS betragen muss. In diesem Reich herrscht ein Hüne, der wie ein Arzt inmitten des Getöses mit einem Hörstab Motor für Motor abhorcht und AUTOMOBIL-REVUE — REVUE AUTOMOBILE 62 - 1928 1 A nfoiliitirt Tf j"iHwfcviVk.rfcA-«tlwvi4'i-i'n*v 2. Teilansicht vom Chassis-Montageband. je nach seinem Befund seltsame Runen auf die betreffenden Exemplare malt, Zeichen, die vielleicht ganze Kapitel Sprache ersetzen und die nur seinen Mitarbeitern verständlich sind. Ein weiterer, mit einer riesigen Dynamo verbundener Bremsstand, auf dessen Rollen ein ganzes Chassis steht, gestattet eine Kontrolle unter den Bedingungen, wie sie später auf der Strasse vorkommen. Auch werden hier die Bremsen «eingelaufen», damit sie sich « gesetzt» haben, bevor der Wagen dem Kunden übergeben wird. Pie ganze Produktion, die gegenwärtig ca. 15 Wagen pro Tag beträgt, aber der Nachfrage bei weitem nicht genügt, ist nach amerikanischem Muster eingerichtet. Jeder Arbeiter hat nur eine ganz bestimmte Arbeit zu verrichten. Jeder Teil läuft auf einer bestimmten Linie. Wenn eine Anzahl Teile zu einer Gruppe montiert werden, laufen diese Linien zusammen, und alle diese Gruppenlinien münden schliesslich in der «assemblingline». So kommen auf der einen Seite der «assembling-line» die Hinterachsen auf Schienen herangerutscht, auf der andern die Vorderachsen, von oben senkt sich der Chassisrahmen herab, weiter vorn ist eine Haltestelle für den Motoreinbau usw. Und alle diese Einzelteile haben sich an einen « Fahrplan » zu hallten, damit sie ihren Anschluss nicht verpassen, aber auch nicht warten müssen. Am Schluss steht man vor einem funkelnden Achtzylinderwagen mit allen nur erdenklichen Vervollkommnungen, einem Fahrzeug, das trotz seiner verhältnismässig niedrigen Steuerleistung von 17,2 PS eine verblüffende Rasse und Steigfähigkeit an den Tag legt und dabei trotz unübertrefflicher Qualitätsausführung zu einem erschwinglichen Preis erstanden werden kann. Der deutsche Meisterkonstrukteur Baurat Daimler, der Schöpfer dieser Type, hat mit seinem Werk die Marke Horch zu den ersten Automarken der Weltproduktion heraufgehoben. Der deutsche Wagen galt seit jeher als höchst dauerhaft. Dass die Horchwerke nun auch Rasse und Eleganz mit dieser Dauerhaftigkeit zu verbinden verstanden haben, werden viele Automobilisten unseres und des übrigen europäischen Automobilmarlctes hoch zu schätzen wissen. LUFTFRACHT- schnellster und sicherster Transport! ERSATZTEILE ALLER MARKEN IN WENIGEN STUNDEN! Rolls Royce Daimler Whlppet Willys Knlght Morris Austin Lincoln Ford Chrysler Bulck Cadillac La Salle Oldsmoblle Chevrolet Pontiac Oakland Hansa Lloyd Stoewer STETTIN ^ F. N. Minerva Nagant Impärla Horch Zwlckau Benz-Gaggenau Mercedes-Benz Hlspano-Sulza Daläge Panhard Citrogn Amflcar Salmson Bailot Talbot Hotchklss Voisln Lorraine Peugeot Renault rar man Delaunay-Belleville LA DE CHAUX FONDS Mercedes-Benz *§Av> N. S.U. —^#v> Berliet La Buire Rochet-Schneider Cottln-Desgouttes Steyr Austro-Dalmler Austro-FIat BASLER LUFTVERKEHR A.-G. FLUGPLATZ BASEL-BIRSFELDEN ff BALAIR"S.A. Bäloise pour la Navigation aerienne TELEPHON SAFRAN 31.OO und 31.83

&r. 62 — 1928 AÜTOMOBIL-RETÜE — REVUE AUTOMOBILE iiiiiipiil^lili^^P :feSv : 8- x a>*i;i;ä'^;S»S;SS:;^ix;"::;V;yi^;fJ i|||^^lill|i|ill|| WI^S^^K^^mS^11^^^^^