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E_1928_Zeitung_Nr.062

E_1928_Zeitung_Nr.062

immer der Rhone entlang

immer der Rhone entlang ins Gomser-Land, den Gletschern zu, bald sind im obersten Wallis die letzten Strassenschleifen überwunden, die Ebene vor dem Rhone-Gletscher tut sich auf; in leuchtender Augustglut zeigt sich der gewaltige Gletscher, vom Galenund Dammastock umstellt. Die gewaltigen Kehren und Schleifen der Furkastrasse winden sich an der steilen Bergwand hinauf; seit den Unfällen der letzten Jahre sind die schlimmsten. Kurven bedeutend ausgeweitet und gesichert worden. Vorbei an Belvedere gehts zur 2431 m hochgelegenen Passhöhe, der Blick ins weite Urserental weitet sich, drüben grüssen die Höhen um den San Gottardo herum. Der Abstieg hinunter nach Realp bietet keine Schwierigkeiten, bei Hospental grüssen die Fahrer die junge Reuss und in schlanker Rechtskurve wird die breite Strasse über den Gotthard erreicht. Nachdem mit dem Furkapass der dritthöchste fahrbare Alpenübergang überwunden ist, ist der Anstieg auf der durchwegs 6 m breiten, gut erhaltenen Gotthard-Strasse eine Spazierfahrt; die Steigungen sind massig, schon taucht Lombardis Hospiz mit dem Seelein auf; rastlos geht es weiter, durch die gewaltigen Kehren des Val tremola hinunter zur Festö Airolo, durch die dunkle Schlucht des Dagio Grande, immer weiter hinein ins Livinental, nach Faido. Das Ge- sichtsfeld, noch ein letzter kräftiger Anhieb wenn die Organisation möglichst frühzeitig an die und mit dem Gefühl der Erleichterung wird Hand genommen und die Propaganda anfangs biet der Kastanien und Reben wird in lan-beger Fahrt durchfahren, nach Biasca öffnet päischen Hochstrassen erreicht. Vor demdringend eine baldige Abklärung. Bekanntlich hat Punkt 2756 die oberste Stelle aller euro- kommenden Jahres mit aller Macht einsetzen kann. Aber auch noch ein anderer Punkt verlangt sich das Tal des Ticino, bald tauchen die Strassendenkmal angesichts des prächtigen sich schon beim Klausenrennen 1927 die Flachstrecke auf dem Urnerboden in einem ziemlich Beilenzer Burgen auf, rasch wird die Hauptstadt des Kantons durchzogen und schon drüben Imkerhand von der Dreisprachenspitze neuerbauten Hotel Stelvio ein kurzer Halt; schlechten Zustand befunden, so dass dort einerseits keine Höchstgeschwindigkeiten erzielt werden nimmt die Strasse ihre Steigung dem Monte her erblickt man in dem riesigen Trümmerhaufen des ehemaligen Hotels noch einen zu eventuellen Unfällen bestand. Da eine Instand- konnten und andererseits dortselbst die Möglichkeit Ceneri zu. Noch ein letzter Blick hinüber zur Madonna, die von Orselinas Höhe herübergrüsst, die schöne Strasse, die massige tigen Passhöhe. men werden können, dürfte es angezeigt sein, wenn stummen Zeugen der Kämpfe auf dieser wichstellung dieses Teilstückes wohl nur durch den Kanton Uri als Meistinteressierten wird vorgenom- Steigung bringt mächtig voran, man äugt Der Abstieg durch die Dutzende nie endenwollender Schleifen und Windungen nach der den in Betracht fallenden Behörden des Kantons sich der A. G, S. oder das zu bestellende Organisationskomitee nun in möglichst kurzer Zeit mit nach Lugano mit seinem leuchtenden Seespiegel, dem Ziel der ersten schwierigen Ostseite vollzieht sich jetzt, nachdem die Uri in Verbindung setzt, damit die Arbeiten noch Kurven so prächtig ausgebaut, die Strasse dieses Jahr ausgeführt werden können. s. Tagesetappe und bewillkommnet die Höhen des Monte Bre und San Salvatore. Im gastlichen Tessiner Hauptquartier sind die Strapazen der sonnigen Fahrt bald vergessen. Die zweite Tagesetappe verbindet Lugano mit Meran. Wenn die Kalenderheiligen mit ihrem hitzigen Treiben den August ebenso auszeichnen wie den Juli» so gibt's Schweiss, viel Schweiss, Die Fahrt dem Luganersee entlang über den Melider Damm hinunter an den Comersee bildet eine prächtige Ouvertüre schönster Landschaften. Die lebhafte Industrie in der Stadt Voltas wird in früher Morgenstunde beobachtet, hinüber geht's auf die östliche Seeseite nach Lecco, dort dem herrlichen Ufer entlang Haine tropischen Wuchses; die meist gute Strasse macht all die Windungen und Buchtungen des langgestreckten Comersees mit. Die Kolonne zieht dem Veltlin entgegen. Nach Colico öffnet sich das Tal der Adda, links und rechts nichts wie Rebberge, wo der feurige Veltliner seiner heurigen Reife entgegenschmort; der 28er wird es an Sonne und Gold dem berühmten 21er gleichtun, die Fahrer werden, wenn sie den Jahrgang später durch die Kehle giessen, in Reminiszenzen dieser Alpenfahrt schwelgen. Aber auch das unendlich lange, heisse Veltlin nimmt einmal ein Ende. Sondrio ist längst vorüber; von links her sucht man beim Taleinschnitt vor Tirano einen Blick auf die Berninagruppe zu werfen. Mählich geht es zunächst bergan, bald steigt die Strasse kräftiger; Bormio, das alte Worms der Eidgenossen, taucht schon in beträchtlicher Höhe auf und nun beginnt der Anstieg zur höchsten Passstrasse Europas. Höher und höher klettert die Strasse, die Landschaft nimmt Hochgebirgs-Charakter an; drüben mündet die Strasse vom Umbrailpass her in die Stelviostrasse ein; immer weitere, mächtigere Schleifen und Kurven, die Strasse ist vorzüglich, die Steigungen machen von dieser Seite nicht allzu viel zu schaffen. Bald taucht das weisse, breite Massiv des Ortler ins Ge- bedeutend verbreitert und in gutem Zustand Das Tatra-Bergrennen (19. Aug.), das zum erstenmal im Jahre 1927, unter dem Protektorat des Auto- ist, ohne Komplikationen. Bald ist das bekannte Trafoi mit seinen Hotels erreicht, durchs Suldental erreicht die Kolonne die Etsch bei Spondigna. Hier geht's durch echt Tiroler Land, durch Dutzende von heimeligen, gemütlichen Dörfern; es ist Andreas Hofers Geburtsland, das die Fahrer durchziehen. Bald taucht das sonnige Meran auf, oben von der Höhe grüsst Schloss Tirol. Die Fahrer gönnen sich in dem gastfreundlichen Weltkurort ein paar Ruhestunden vor weiterer strapaziöser Fahrt durch die Höhen der Do'*" lomiten. AUTOMOBIL-REVUE 1928 (Schluss folgt.) Sportliches Das Junior Car Club-Rennen über 200 Meilen, das letzten Samstag auf dem Autodrom von Brooklands zum Austrag gelangte, wurde von Caimpbell auf Delage mit mehr als 8 km Vorspramg vor dem Zweiten gewonnen (Stundenmittel 126,075 kau). Resultate: 1. Campbell (Delage), 2 St. 34 Min. 42 Sek.; 2. Beyston (Bugatti 1500 cmc), 2 St. 46 Min.; 3. Don (Lea Francis), 2 St. 55 Min. 1100 cmc. 1. Ballo (Amilcar); 2. Scott (Amilcar). Um das Klausenrennen 1929. Als das Klausenrennen vom A. C S. für das Jahr 1928 abgesagt worden war, wurde dieser Meldung die Zusicherung mitgegeben, dass das so grosse internationale Bedeutung errungene wichtigste Bergrennen des Kontinents, nächstes Jahr wieder ausgefahren werden soll. Da der internationale Automobilsportkalender jeweils von der A. I. A. G. R. anfangs November jedes Jahres aufgestellt wird, wird der A. G. S. somit noch vor seiner nächsten Winterdelegiertanversammlung, welche wohl erst anfangs Dezember stattfindet, einen vorläufigen Beschluss durch seinen Zentralvorstand fassen lassen müssen. Es ist wohl im Interesse des A. G. S. und unseres ganzen Landes, wenn das Klausenrennen 1929 wiederum ausgefahren und auf den Internationalen Automobilsportkalender des nächsten Sommers gesetzt wird. Das Rennen hat im Laufe der letzten Jahre im In- und speziell auch im Ausland, grösste Beachtung gefunden und dürfte auch die sich dieses Jahres verschiedenerseits und besonders bei den Fabriken geltend gemachte Rennmüdigkeit etwas gehoben haben. Umso wichtiger aber dürfte es sein, mobilclubs von Polen, vom Krakowski Club organisiert worden ist, wird im Jahr© 1928 als grosses, internationales Rennen ausgeschrieben. Die verschiedenen Konkurrenzen werden nur von Amateuren bestritten, haben auch deshalb ihren ganz eigenen Charakter. Der Start, 21,5 km von Zakopane entfernt, liegt nahe der tschechoslovakischen Grenze, an der Abzweigung der Strasse nach Jaworzyna (Tschechoslovakei). Die Rennstrecke besitzt eine Länge von 7 km und weist im allgemeinen eine Steigung von 370 m auf. Die ersten 2 km sind geradlinig und fast ganz eben Mit einer scharfen Kurve setzt die Steigung ein, um fortwährend zunehmend an der rechten Seite des Tales empor zu führen. Mittlere Steigung 4 %, maximale 6 %. Das Rennen wird nach einem den Vorschriften des A. I. A. G. R. entsprechenden Reglement gefahren. No 62; Die Konkurrenten starten in den üblichen Rennund Sportwagen-Kategorien. Die beste Leistung des Tages wird mit einem Pokal, dem «Grossen Preis der Tatra» belohnt, die Kategorie- und Klassensieger erhalten Ehrenpreise, alle Teilnehmer dagegen Erinnerungsplaketten. V. Der Grosse Preis von San Sebastian (25. Juli) zählt zu den interessantesten der noch bevorstehenden Rennen dieser Saison. Die Beteiligung steht insofern unter besonderen Bedingungen, als der A. G. von Guipuzcoa nur diejenigen Rennfahrer zulässt, welche eine persönliche Einladung der Organisatoren besitzen. Die zwölf Namen der ausgewählten Fahrer bürgen dafür, dass der Grosse Preis von San Sebastian eine der spannendsten Rennveranstaltungen des Jahres bildet, findet doch darin die erste Phase des grossen Duells Mercedes-Bugatti vom Nürburgring seinen ""Fortgang, Nachstehend die Namen der Fahrer: Robert Benoist, Weltchampion 1927, Divo, Loufs Chiron, Klausensieger 1927, Graf Brilli-Peri, Minoia, Williams, Lehou, Jannie Jennky (alle acht auf Bugatti Zweiliter), Zehender, Biancas (beide auf Bugatti 2300 cm 3 ), Garacciola (Mercedes) und Michel Dore (La Licorne). V. Der touristische Grenzdienst des T. C. S. Herr Generalsekretär James Quinclet, der Initiant und Organisator des ersten touristischen Hilfs- und Auskunftsdienstes an der genferischen Grenze (s. Nummer 61 der «A.-R.») hat bereits einen zweiten Erfolg zu verzeichnen. Sowohl der schweizerische Zollposten von Lysbüchel, als auch derjenige von St. Louis an der französischen Grenze erklärten sich, nach einlässlichen Besprechungen, mit der Errichtung einer Auskunftstelle einverstanden und begrüssten die Idee auf's lebhafteste. Die Beamten sind bereits engagiert und auch das Chalet ist beinahe beendet. Die Eröffnung des Dienstes an der Basler Grenze wird also nur wenige Tage auf sich warten lassen. Wir freuen uns, dass die glückliche und für den Autotourismus befruchtende Initiative des T. C. S. auch in Basel erfolgreich war, umsomehr als sämtliche Automobilisten, ohne Unterschied ihres Verbandes und ihrer Nationalität von den Auskunftstellen jederzeit Gebrauch machen können. Wie wir erfahren, hat der am letzten Montag eröffnete touristische Grenzdienst von Perly bei Genf ein beachtenswertes Debüt genommen, das die Notwendigkeit der neuen Institution bekräftigt. Nicht weniger als 120 Auskünfte sind in der kurzen Zeit von den beiden Beamten erteilt worden. Der touristische Grenzdienst wird seine Arbeit nicht nur auf die Erteilung von Auskünften und! Durchführung von Wechselgeschäften beschränken, sondern auch Statistiken der die Grenze passierenden Automobile etc. führen. f. V. La coupe öes JHpes München]5 (ILuqanol: Sta p e ( Etappe :Longueurd'etaPpe. .-Länge der Etappe. 43 : Xilorr\e/re/, Kilometer. A SCHWEIZ nouveau pareours neueÄlrecKe v > / V "A \ \ DEUTSCHLAND 0E5TERREJCH Ä^torg IM Tauern 3 Tauernhme ITAUA.

G2 »28 Zuverlässigfceifsfahrf Appenzell des T. C. Gerade sonnt äglicih-d:estlich waren unsere Gefühle nicht, als es am Sonntag morgen vor dem ersten Hahnenschrei galt, sich auf den Weig nach St. Gallen eu begeben, um rechtzeitig für die auf 6 Uhr 30 morgens festgelegte Besamunlung der Wagen am Startplatz zu erscheinen. Allein die Veranstaltung gestaltete sich so erfreulich und die Fahrt durchs St. Galler- und Appenizellerland war derart genussxeich, dass wir nur allzubald alle Nebenumstände vexgassen und für den frühzeitigen «Effort» reichlich entschädigt wurden. Inmitten der noch schlummernden Stadt wurde es bald recht lebhaft, versammelten sich doch die angemeldeten Fahrer recht pünktlich auf dem Tonhalleplatz, wo ihnen vom Siportpräsidenten. Herr 0. OFierz, nodh die letzten Instruktionen und guten Ratschläge erteilt wurden, währenddem eifrige Kommittierte die Motorhauben plombierten und den so hilfreichen KilometeTziähler dicht überklebten, sodass der Fährer anstatt den üblichen Ausschlag des Zeigers nur den platonischen Text: «Durchschnitt 25 Jsm» vom Sprifczbrett ablesen konnte. Daizsu wurden nodh die Uhren sorgfältig reguliert nach den von der Firma Tremp & Riebe in liebenswürdiger Weise eur Verfügung gestellten Chronometern, galt es doch bestimmte Fahrzeiten auf die Sekunde genau einzu- (halten, sodass die richtig gehende Uhr EUT wichtigen Voraussetzung wurde. Bunkt 7 Uhr startete als erster der Wagen des Sportpräsidenten, in "welchem auch wir, mit Chronometern, Kartenmaterial und Distanztab eilen reichlich ausgerüstet, als Passagier die prächtige Rundreise miterlebten. In Abständen von 2 Miniuten, folgten alsdann die übrigen 29 Konkurrenten, alle mit Hemiberg als erstes Etappenziel, das auf tüchtigen Umwegen zu erreichen war. Die ganze Route "war in zwei Seiktoren, nämlich St. Gallen- Bemberg und Hemberg-Winkeln. unterteilt, wobei für die ganze Fahrt ein Durchschnittstemipo von 25 ikan einzuhalten war. Sollte dieser wegleitenden Vorschrift nachgelebt resp. «nachgefahren» werden, ^50 nruS'Ste die erste Etaippe von 75,9 km in 3 St. 2 Min. 10 »Sek., die Schlussetappe von 29,6 km in 1 'St. 11 Min. 3 Sek. zurückgelegt werden. Für jede Verspätung oder zu frühe Ankunft wurde pro Sekunde ein Strafpunkt angekreidet, deren Zahl natürlich für die Rangordnung ausschlaggebend sein sollte Man konnte zwar auch noch auf verschiedene weitere Arten Strafpunkte ernten, so z. B. wenn eine der obligatorischen Kontrollstellen nicht passiert wurde, und es war wirklich dafür gesorgt, dass das Dossier der Fahrer nicht ohne weiteres strafpunktfrei blieb. Die Auswahl der EU befahrenden Teilstrecken war sehr geschickt getroffen worden, indem einerseits die grossen Heeresstrassen möglichst gemieden wurden und anderseits einige jBecht beträchtliche Berg- und Talfahrten eingeschaltet #aren, die, abgesehen vom gebotenen landscbaft- -lichen Reiz, an die Zuverlässigkeit von Mann und Maschine — und auf die kam es eben an — ansehnliche Anforderunigen stellte. So fuhren wir also wohlgemut über Goldach naoh St. «Annaschloss hinauf. Von dort führte der Weg in starker Steigung nach Landen, wo sich elben der Kontrollposten häuslich eingerichtet hatte, um recht gründlich und gewissenhaft seiner Aufgabe zu obliegen. .Leider lagerte über dem ©odensee ein feiner Mortgensdhleier, der uns zwar den Ausblick auf die im ersten Sonnenstrahl liegenden Städte Rorschach und Arbon nicht vereitelte, dagegen wie ein Vorhang vor dem ganzen deutschen Ufer hing. Ueber Grub ging's weiter nach Heiden, dessen schmucke Häuserzeilen versonnen auf die zeitberechnenden und distanzenkontrollierenden Sportleute herunterblickten, die in kurzen Abständen durch die schmuk- Jcen Gassen fuhren. Bergan zog sich der Weg nach Oberegg, wo wir ein schmales und kurvenreiches Bergsträsschen einschlugen, das uns zur Höhe von St. Anton •emporführte. Tief unten im Tal breitet sich die Rheinebene aus, und wir Hessen den Blick frei und ungehemmt in die weite Talfläche streifen, vergassen darob aber keineswegs, uns beim zweiten Posten in St. Anton bemerkbar zu machen. Bald haben wir die Höbe des Ruppen erreicht und wenden uns nun nach Trogen, um auf der unvermittelten Strassenabzweigung via Weissegg nach Bühler zu kommen. Im Hintergrund hebt sich das Säntismassiv teilweise aus dem Nebeldunst heraus, dessen Anblick uns für einen Augenblick den eigentlichen Zweck unserer Reise ganz vergessen lässt. In Bühler passieren wir den 3. Posten, wenden uns naoh Teufen, überqueren die prächtige Schwanenbriüoke und fahren in Stein ein. womit genau die ersten 50 Kilometer erledigt waren. Ein kurzer rechnerischer Ueberschlag ergibt, dass wir beinahe über einen halbstündigen Zeitvorsprung verfügen, den unser Gewährsmann absichtlich erstrebte, um für eventuelle unfreiwillige Halte bei Pannen etc. eine Zeitreserve zu besitzen. Viele der Mitkonkurrejiten teilten- ihre Etappen nach dem gleichen Gesiohtspumkte ein, wobei dann allerdings derartige Zeitgewinne entstanden, dass manche trotz eines extremen Schneckentempos für die Endstrecke gegen Hemberg hinauf um kostbare Sekunden, ja sogar Minuten zu früh bei der Zeitkontrolle passierten, was unerbittlich mit Strafpunkten quittiert wurde. Andere wieder, meistens Optimisten, hatten sich einen sorgfältigen Fahrplan ausgearbeitet, dem das Durchschnittstempo von 25 km zugrunde lag und das den Betreffenden ermöglichte, quasi nach jedem Kilometer festzustellen, ob Zeittabelle und Fahrzeit übereinstimmten. Freilich war dann für Pannen keine Zeit vorgesehen, sodass ein heimtückischer Plattfuss das ganze rechnerische (System ohne weiteres über den Haufen hätte werfen können. Der Sportpräsident, der uns übrigens auf der ganzen Fahrt ein liebenswürdiger und ortskundiger Cicerone war, fuhr also, wie so manche andere, mit Zeitvorsprung gen Hundwil. von da weiter über Waldstatt, mach Urnäsch, wo wir einer weiteren Kontrolle unsere Referenz erwiesen. Von der ßchwanizbrücike an galt es nun in maximal 5-Kilometertempo sich nach. HembeTg blnaufzusahlängeln, wollten wir den unbenötigten Zeitvorsiprung wieder ausmerzen. Wieder wurden Chronometer konsultiert, Distanzen geschätzt, gerechnet, beraten, aber o weh: das Etappenziel lag hinter einer tückischen Kurve versteckt, sodass niemand Wegstrecke und theoretisch benötigte Zeit in Einklang zu bringen vermochte. So holten auch wir uns. aller Sorgfalt Eum Trotz, eine Ladung Strafpunkte, die wir bei einem kurzen Frühstücfcsfrass in Hemberg mit weiteren inzwischen angerückten Leidensgenossen lebhaft debattierten. Alsdann ging's hinab nach Peterszell, mit dem festen Vorsatz, bei der Fahrt durchs Ziel die ebengemachten Erfahrungen eu verwerten ... und weitere Strafpunkte zu vermeiden. Die ETweite Etappe über Briunmadern-Moigelsiberg-DegeTSiheim und Herisau gab noch ordentlich zu schaffen, der Sektion Sf.Gallen- S. vom 22. Juli 1928. galt es doch, in der noch kurzen zur Verfügung stehenden Zeit die eingeschaltete Hemberger Pause wieder aufzuholen. Es hatte sich neben den Offiziellen am Ziel in Winkeln bereits eine Anzahl Schaulustiger eingefunden, die Gelegenheit hatten, den verschiedensten Endspurts (beizuwohnen. Wir z. B. zählten zu jenen, die wiederum durch Schneckentempo aufgesparte Zeit vergeuden mussten, andere aber kamen 'mit Schmiss von Herisau iierab, um in der auslaufenden geraden Strecke noch möglichst manche Sekunde vor dem Ziel aufzuholen. So war man Zeuge der verschiedenartigsten Bemühungen, um das Resultat noch zu verbessern, bis mit kleiner Verspätung auch der letzte Fahrer das Zielband überquert hatte. Bei einem wohlverdienten Schluck Wein und angeregtester Unterhaltung wurden die Erlebnisse u&d Fährnisse des Tages eifrig nochmals besprochen, wobei festgestellt werden konnte, das-s Herr Tobler als einziger das Geschick hatte, eine Zeitikontrolle in fehlerfreier Zeit izu passieren. Alle übrigen sammelten an beiden Orten mehr oder weniger zahlreiche Strafpunkte, deren endgültiges Quantum im Laufe des Nachmittags vom Sportkomitee in sorgfältiger Berechnung eruiert wurde. Das Mittagsbankett im Kurhaus (zur Oberen Waid vereinigte eine grössere Gruppe von Automobilisten und Komanittierten, worunter sich aueih die Mitglieder des MoborfahreT-öluibs St. Gallen befanden, die in sportfreundlicher Weise den Kontrolldienst besorgt hatten. Herr Präsident Knecht begrüsste in einer kurzen und um so markanteren Ansprache die frohe Gemeinde und gedachte neben anderen erschienenen Gästen auch des Vertreters der «Automobil-Revue». Mittlerweile war der Gabentisch einer eingehenden Würdigung unterzogen worden, die um so .berechtigter war, als zahlreiche vom Club und von weiteren Gönnern gespendete schöne Preise ihrer Bestimmung harrten. So gefielen neben den Clubtoechern vor allem auch die von den Whippet- Vertretungen von Zürich und St. Gallen gestifteten Speziaipreise für Whippetfahrer, die sich übrigens in ansehnlicher Zahl an der Konkurrenz beteiligt hatten. Die Sportkommission konnte feststellen, dass sämtliche Teilnehmer die vorgesehenen Kontrollen passiert hatten und einzig ein Fahrer gezwungen war, wegen Kerzendefekt die Motorhaube zu öffnen und sich auf diese Weise weitere Strafpunkte zuzog. Recht bemerkenswert ist das Resultat des Siegers, Herr Burk, der eich bei der ersten Kontrolle nur einen, bei der Scbiussstelle nur drei Strafpunkte holte... und dies obwohl er mit Startnummer 13 bedacht worden war! Die Abergläubischen mögen sich bei ihm nach dem beilsamen Einfluss der mysteriösen Dreizehn erkunidigein! Die von Herrn Fienz bekanntgegebene Rangliste ergab für die erstem 15 Konkurrenten folgende Resultate: 1. Heinrich Buitk, St. Gallen 2. Hans Tobler, Wolfhalden 3. I. BischofbeTger, St. Gallen 4. EmU Niederer, 'Wolfhalden 5. J. Tobler, St. Gallen 6. A. Locher, Altstätten 7. I. Haelg, St. Gallen AUTOSEKTION AARGAU DES T. C. S, Wir laden hiermit unsere Mitglieder zur Teilnahme an der Engelberg-Fahrt auf Sonntag den 29. Juli nächsthin höfl. ein. Sammlung der Fahrtteilnehmer auf der Allmendstrasse bei Luzern (Brünig-Route), Sonntag vormittags 8% Uhr. Von hier Weiterfahrt nach Engelberg. Hier nach Wahl Mittagessen in einem Hotel oder Picknick auf der Gerschnialp. Von hier ist Gelegenheit geboten, mit der neuen Schwebebahn nach Trübsee zu fahren. — Heimfahrt von Engelberg nach Uebereinkunft. Zur Belebung dieser Fahrt wird zwischen dem Sammelpunkt und Engelberg bei der Hinfahrt eine kleine Geschicklichkeitsprüfung eingeschaltet, an welcher sich sämtliche Mitgliederwagen beteiligen können. Die Aufgabe wird vor der Abfahrt auf der Allmendstrasse jedem einzelnen Fahrer bekannt gegeben. Die drei besten Leistungen werden mit je einem silbernen Gobelet ausgezeichnet. Wir zählen auf recht zahlreiche Beteiligung an dieser schönen Fahrt. Persönliche Einladungen erfolgen nicht — Bei zweifelhafter Witterung erteilt die Telephonzentrale Aarau Sonntag früh Auskunft über Ausführung oder Nichtausführung der Fahrt. AUTOSEKTION WALDSTÄTTE DES T. C. S. Unsere Fahrt ins Berner Oberland vom letzten Sonntag kann in jeder Beziehung als gelungen betrachtet werden. Begünstigt vom denkbar schönsten Reisewetter, versammelten sich um 6 Uhr morgens beim Clublokal Hotel Engel in Luzern zirka zehn Wagen. Die Fahrt in der Morgenfrühe, in dem unvergleichlich schönen Gebiet der Innerschweiz, war tatsächlich ein Genuss. Rasch waren die sanft ansteigenden Höhen des Brünigpasses überwunden und damit das Gebiet unserer heutigen Ausfahrt, das Berner Oberland, erreicht. Von Lauterbrunnen führt ein idyllisches Strässchen am Fusse senkrecht abfallender Felsmassen einige 100 m weit nach den Trümmelbachfällen, dem ersten Ziel der heutigen Exkursion. Nach der Besichtigung der interessanten Fälle huschten die Wagen mit den Luerner Farben den anmutigen Ufern des Thunersees entlang, die einen über Spiez, andere über Hilterfingen, und trafen sich wieder vor dem « Bären » in Oberdiessbach. Hier hatte H. Läderach-Lanz ein ebenso gediegenes wie preiswertes Mahl gerüstet. Herr Präsident Helmlin begrüsste die zirka 50 Anwesenden und machte schon jetzt aufmerksam auf die demnächst zur Ausführung kommende Fahrt ins Elsass. Als man sich um die dritte Stunde wohlgestärkt und erfrischt von den Sitzen erhob, hatte sich inzwischen die Sonne hinter grossen, schwarzen Wolken zurückgezogen und Hess ahnen, dass es heute noch etwas absetzen werde. Vorbei an behäbigen Bernerhäusern, aus welchen stattliche Bernermeitschi freundlich grüssten, gelangte man über Langnau und E scholzmatt nach Schupf heim, wo uns ein grossartiger Empfang zu teil wurde. JLddö CUTli^ Infolge der Super- Six-Konstruktion größte Ausnützung in der Kraftübertragung und weicher Gang Ä3JJ& 1TS€ATilFvW l £» im Benzinverbrauch (durch eine patentierte Hudson-Erfindung), wie siekeinWagen gleicher Größe und Gewichts je erreicht hat. COACH, öplätzig, 12,500 SEDAN, 5 „ 13,000 COUPE, 2/4 „ 12,500 ROADSTER, 2/4pl., 13,000 AUTOMOBIL-REVUE 4 Strafpunkte 7 9 27 28 32 8. H. Richli, St. Gallen 9. G. Portmann, St. Gallen 10. Paul Halter ,Wil 11. Jules Widler, Heräsau 12. G. Knecht, Wil 13. Otto Fierz, St. Galen 37 Strafpunkte 42 > 47 > 48 > 56 58 » 14. Henri Karrer, St. Gallen 74 15. I. Schmidlin, St. Gallen 78 Bei rassiger Tanzmusik und angenehmer Unterhaltung klang der erfolgreiche Tag harmonisch aus, der dank einer glänzenden Vorbereitung durch den Sportpräsidenten und seine Getreuen, sowie einer einfachen, aber tadellos funktionierenden Organisation einen so gelungenen Verlauf nahm. B. Super-Six Schönheit in Form, Farbe und Ausrüstung. Die Hudson-Mofor-Car-Company hat die grösste Sechszylinderproduktion der Welt Auf kurzem Chassis Fr. BASEL • ZÜRICH - BERN Probefahrt und Prospekte unverbindlich. Auf langem Chassis Fr. LANDAU, Sedan, 5pl. 14,500 VICTORIA, Coupe 14,500 SEDAN, 7plätzig 16,500 TORPEDO, 7pl. 14,000 Im geräumigen Saal des Hotel Adler entwickelte sich, rasch eine gemütliche Stimmung. Zu den fünfzig Teilnehmern der Fahrt stiessen noch vierzig Mitglieder aus dem Entlebuch, unter Führung von Herrn Franz Josef Muther und ca. dreissig Mann aus Willisau, unter der bewährten Leitung unseres Vorstandsmitgliedes, H. Schürch, Gemeindeammann von Willisau. Letztere trugen alle ihr Wahrzeichen, das Ringli mit den rotgelben Farben, im Knopfloch, und beschenkten ausserdem die! ganze TGS-Familie mit Ringli, ein ebenso an-j genehmes wie sinnreiches Geschenk, wollten sie doch offenbar mit Band und Ring andeuten, wie fest sie in Freundschaft und Treue mit uns zu-j sammenhalten wollen. H. Helmlin verfehlte nichtjj den überaus freundlichen Empfang bestens zu ver-j danken, im Besonderen dem Organisator H. Franzi Josef Muther und dem Männerchor Schüpfheimj dessen zahlreiche und ausgezeichnete Darbietungen! ungeteiltes Lob fanden. Unter dem Tafelmajorat von Herrn Dr. med. Studer, mit seinem unverwüstlichen Humor, bildete sich eine animierte Stimmung, zu welcher die launigen Reden der Herrn Gemeindeschreiber Unternährer und Gemeindeammann Schürch nicht wenig beitrugen. Auch die Tanzlustigen kamen vollauf zu ihrem Recht. Ob auch draussen Blitze zuckten und der Donner krachte, und der Hagel die benachbarten Höhen mit einem weissen Mantel bedeckte, im Adlersaal war nichts hiervon zu merken. Als gegen Einbruch der Nacht das Wüten der Naturgewalten nachliess, dachte man so allmählich an Aufbruch, der sukzessive vollzogen und an die Heimfahrt, die etappenweise ausgeführt wurde. Dr. Z- ' AUTOSEKTION BERN DES T.C.S. In dei letzten Freitags-Sitzung wurde die Grimselfahrt auf} Samstag und Sonntag, den 4./5. August festgesetzt^ Abfahrt von Bern zirka 1 Uhr. Treffpunkt in Thun: gegen 2 Uhr. Ankunft in Meiringen gegen 4 Uhr» ! daselbst Besichtigung der Grimselausstellung, eventj Spaziergang in die Aareschlucht, gemeinsames Nachtessen und gemütlicher « Hock » mit den Mitgliedern der Ortsgruppe Meiringen. Sonntag, deni 5. August, morgens 7 Uhr, Abfahrt gegen die Grimsel, Besichtigung der Grimselbauten unter Führung, der Organe der Oberhasli-Werke, nach Belieben Spritzfahrt auf die Passhöhe. Mittags 1 Uhr: MÜT tagessen bei Mitglied Landry in der Handeck öden Picknick, nachmittags Rückfahrt nach Meiringen^ Abschiedstrunk und Heimfahrt nach Belieben. Genaues Programm folgt nach Verständigung mit der Direktion der Oberhasli-Werke. In der gleichen Sitzung wurde die Bcrgchilbi auf Grimmialp angesetzt auf Sonntag, den 19. Aug. Hinfahrt nach Belieben, Picknick auf einer schönen! Matte oder nach Wunsch Mittagessen im Hotel, nachmittags Tanz und Ghilbibetrieb unter Regie des Chefs des Geselligen. Ländlermusik von fünf Mann, Freilichttheater und japanisches Feuerwerk USWJ Heimfahrt gegen Abend nach Belieben mit Zwischenhalt bei unseren Thuner Freunden. Im Studium begriffen ist eine Lampionfahrt zu Ehren der « Saffa » mit mindestens 50 Wagen, wen bei Fr. 1000.— als Preise ausgesetzt werden sollen; 1 die Fahrt würde voraussichtlich auf Samstag, den 25. August vorgesehen werden. Weitere Mitteilungen folgen später. — Neuaufnahmen: 20 Mitglieder^ A.C.S. SEKTION ZÜRICH. Als nächste Veranstaltung ist am 12. eventuell 19. August 1928 eine Picknickfahrt zum Nussbaumerseelein in Aussicht genommen. Dieser Anlass stand bereits auf dem Programm des letzten Jahres, musste dann aber der ungünstigen Witterungsverhältnisse wegen auf das Jahr 1928 verschoben werden. Der idyllische Picknickort am vielerort ziemlich unbekannten Nussbaumerseelein bei Stammheim dürfte die Mitglieder wohl zu besonders zahlreichem Besuch der Veranstaltung veranlassen. Nachdem die Sektion am 27. Juni 1928 ihr 2000. Mitglied aufnehmen konnte, hält der Mitgliederzustrom nach wie vor in sehr erfreulicher Weise an. In den letzten drei Wochen wurden nicht weniger als 48 Neuaufnahmen verzeichnet und beträgt nun der Mitgliederbestand bereits 2051. Die besondere Pflege, die die Zürcher Sektion des ACS in den letzten drei Jahren der Autotouristik gewidmet hat, in Zusammenhang mit dem zweckdienlichen Ausbau des Touristenbureau, hat beste Früchte getragen und in den ersten 6K Monaten der Sektion eine Rekordmitgliederzunahme von 229 Mitgliedern eingebracht. Das Touristenbureau wird in immer stärkerem Masse, speziell auch von Auslandsautomobilisten, in Anspruch genommen. Ausser einer bemerkenswerten Erhöhung der Zahl der ausgestellten Triptyks ist besonders eine sehr rege Inanspruchnahme des Itinerairedienstes zu erwähnen. Die Zahl der ausgestellten Itineraires hat sich im laufenden Jahr gegenüber der nämlichen Zeitperiode des Vorjahres mehr als verdreifacht. — Die vom 25. August bis 2. September 1928 zur Durchführung gelangende Dolomitenfahrt ist bereits bis auf den letzten Punkt organisiert und dürfte ein besonderes Event der Sektionschronik bilden. Die Verkehrskommission hatte sich an der letz-< ten Sitzung im speziellen mit einer Eingabe an die Bauverwaltung I der Stadt Zürich zu befassen,, welche sich an die Sektion Zürich des A. G. S~ mit dem Gesuche gerichtet hatte, ihr all diejenigen, Strassen, Plätze, Kreuzungen etc. zu nennen, die in den kommenden Jahren eines Ausbaues odeis einer Verbesserung bedürfen und deren neue Baulinien daher schon in nächster Zeit festgelegt werden sollten. s. Arbeltszeit am Volant. Wie so manch anderes, wird auch die Mo« tion Bratschi allem Anscheine nach nicht soi heiss gegessen, wie sie eingebrockt wurde. Wie wir vernehmen, besteht im Bundesrate nicht die Absicht, auf die Frage der Arbeitsregelung der Chauffeure einzutreten, bevor man über das Schicksal der Verkehrsinitiativo nähern Bescheid weiss. Diese wird in der September-Session von den Räten diskutiert werden und erst die kommende Volksabstimmung über diese Initiative wird über alle mit unserem Verkehrswesen in Zusammenhang stehenden Fragen richtunggebend sein. Sollte die Arbeitszeitfrage der Chauffeure wie auch der privaten Führer dem Justizdepartement zur Erledigung Überbunden werden, so wird letzteres diese nur als integrierenden Bestandteil eines neuen Automobilgesetzes in Angriff nehmen. Es dürfte somit Jahresfrist vergehen, bis die ganze Angelegenheit erneut in Fluss kommen wird. K. $