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E_1928_Zeitung_Nr.068

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organisee par l'Automobile-Club d'Allemagn« La voiture HUPMOBILE 6 Cyl. nouveau type «of Century» strictement de serie vient de se placer au rang d'honneur dans la Course nationale des Alpes 1928, organisee par TAutomobile-Club d'Allemagne. Dans ce parcours tres difficile de 3000 km de routes accidentees: Monsieur Heinz HINTERLEITNER qui conduisait la voiture Hupmobile 6 cyl. s'est classe magnifiquement en gagnant: 1. La 2. La 3. La pstitß medmlle de rHufoinolHlHiDb d'nilemagne. coupe d'hoieor de nftMUKUi dllemagne mt plaqnette ör de la Course du Heidi et des Hlpes. mödaillg d'or. foules ^^^fiM Agences dans tous /es cantons. A^ence generale: s. A. Agence Suisse centrale Zürich

Seuzin aus Wasser, Keine Produkte unseres Planeten nahmen bisher im Wirtschaftleben der Menschen eine grössere Bedeutung ein, wie Kohle und Oel. Um sie geht der internationale Streit der Meinungen, sie sind das Blut der Wirtschaftsorganismen, sie regeln die Konjunktur wie kein anderes Produkt, sie bedeuten Wohlstand und Aufstieg der Völker, sie bedingen Verkehr und Vervollkommnung der Technik. Die Industrien Europas und Amerikas wurden gross durch die Kohle, Amerika speziell durch das Oel. Je mehr sich Industrie und Wirtschaft ausbreiteten, desto mehr wuchs auch der Anspruch an diese wertvollen Produkte und mit ihm die Angst um ihre Erhaltung und höchstwirtschaftliche Ausnützung der Kohle und des Oels. Unter den bedeutendsten Erfindungen der letzten Jahre marschieren diejenigen, welche sich mit der sparsamen Ausnützung der Kohle befassen. Fernheizwerke, Ferngaswerke, Kohlenstaubfeuerung, Höchstdruck - Dampflokomotiven, chemische Aufteilung der Kohle, VerÖlung der Kohle u. a., ailes dieses sind Massnahmen, welche in erster Linie darauf abzielen, die sinnlose Verschwendung des schwarzen Diamanten durch Verbrennen auf dem Roste, wie sie jahrzehntelang skrupellos betrieben wurde und dadurch ungeheure, in die Milliarden gehende Werte an Nationalvermögen vergeudet wurden, zu beseitigen. Anders ist es mit dem Oel. Eines Tages wird sich ein Versiegen der Quellen bemerkbar machen. Amerika ist in ernster Sorge um den gewaltigen Zufluss an Petroleum, der den einzigartig dastehenden Aufstieg seiner Automobilindustrie bedingte und im Verlaufe eines Jahrzehnts ganz erheblich nachlassen 1 wird. Dass mit dieser Besorgnis um den Lebensquell einer grossen Industrie das Suchen nach neuen, billigen Energiequellen, welche das Oel ersetzen können, einhergeht, liegt auf der Hand. Mannigfaltig sind denn auch diese Versuche, einen Weg zn finden mit Hilfe der Chemie ein neues Verbrennungsprodukt zu schaffen, welches dem Naturprodukt vollwertig ist. Das Kohlenöl wird die Menschheit nicht retten vor der grossen Energienot. Denn auch die Kohlenvorräte schwinden in Europa, besonders in den alten Industrieländern England und Deutschland» immer mehr. Die Idee, den heute so notwendigen Automobilbrennstoff künstlich herzustellen, beschäftigt die Chemie in hohem Masse. Seit dem Augenblick, wo es gelang, die Kohle mit Hilfe von Wasserstoff zu verölen und wo die Erkenntnis sich Bahn brach, dass Petroleum und Benzin mit ihren verschiedenen Abarten nichts anderes sind wie Kohlenwasserstoffe, kam auch der Gedanke auf, diese hochwertigen Brennstoffe auf chemischem Wege künstlich herzustellen, und zwar aus dem Wasser. Man erinnerte sich wieder des- Von Anton Lübke. sen, was schon Thaies von Milet 600 V. Chr. sagte, dass das Wasser das Grundprinzip aller Dinge sei. Im Sommer des Jahres 1781 ka der Engländer Cn^endish durch Versuche zu dem Ergebnis, dass bei dem Verbrennen von Wasserstoff und Sauerstoff Wasser, und nur dieses allein, gebildet wird. Lavoisier, der bekannte Reformator der Chemie, erweiterte diesen grundlegenden Versuch noch dahin, dass er aus dem so gebildeten Wasser den Wasserstoff wieder gasförmig abschied und den Sauerstoff in einer Verbindung mit Eisen festhielt. Seitdem es gelang, das Wasser elektrolytisch zu zersetzen, spielt der Wasserstoff in der Technik eine grosse Rolle. Ohne den Wasserstoff wäre kein Luftschiff erfunden und keine VerÖlung der Kohle. Erst als letztere gelungen war, gelang es auch, den Wasserstoff grosstechnisch herzustellen und zwar aus der Kohle selbst. Bisher war es stets mit grossen kostspieligen Schwierigkeiten verknüpft, Wasserstoff grosstechnisch herzustellen. Auch bestand keine Möglichkeit, den hochexplosiblen Wasserstoff für Kraftzwecke zu benutzen., Alle Versuche erwiesen sich als für die Praxis nicht geeignet. , Die Erfinder rasteten jedoch nicht,' imme| und immer wieder zu versuchen,, das ungei wertete Wasser Kraftzwecken dienstbar, zu machen, und zwar ohne die umständliche Ver? bindung mit der Kohle. Es sind auf diesem Gebiete in der letzten Zeit recht beachtliche Versuche unternommen worden, und die Chemiker sprechen sich heute schon darüber aus — beispielsweise Prof. Dr. Fischer im Jahre 1924 auf der Weltkraftkonferenz in London — dass der Zeitpunkt kommen wird, wo wir Benzin aus Wasser gewinnen, wie wir heute in grossem Masse den wertvollen Stickstoff aus der Luft gewinnen. Die gewaltigen Fortschritte, die man auf dem Gebiete der Atomzertrümmerung gemacht hat und die Erkenntnis, dass das letzte Endprodukt aller Materie das Wasserstoffatom ist, gibt uns für die Zukunft Perspektiven von unendlicher Weitsicht. Im Jahre 1924 machte bereits eine Nachricht die Runde durch die Presse, in der mitgeteilt wurde, dass der französische Sorbonneprofessor Charles Henry einem vollkommen neuen Verfahren der Energiegewinnung aus dem Wasser auf die Spur gekommen sei, und zwar durch die Aufteilung des Wassers. Henry sagte, dass es überall in der Natur Stoffe gebe, die den Ablauf gewisser chemischer Produkte ausserordentlich beschleunigen; sie selbst werden dabei nicht irgendwie bemerkbar angegriffen. Die Stoffe nennt man Katalysatoren. Professor Henry sagt nun, dass es in der Natur derartige Katalysatoren geben müsse, welche den bei gewöhnlicher Temperatur langsam verlaufenden Zerfall des Wassers in seine beiden Bestandteile Wasserstoff und Sauerstoff dermassen beschleunigen, dass man die entstehenden Gase in einem Explosionsmotor zum Antrieb von Automobilen u. s= w. verwenden könne. Der «Matin» sprach seinerzeit, als er diese Mitteilung brachte, schon von einem Jahrhundert des Wassers. In gewissem Sinne ist der Wassermotor ja schon Wirklichkeit geworden und zwar für die Luftschiffahrt. Es ist bekannt, dass der in Friedrichshafen zur Zeit im Bau befindliche neue grosse Transozeanzeppelin nicht mehr, wie seine Vorgänger, mit Benzin betrieben wird, sondern durch Kohlenwasserstoffgase. Wenn man bedenkt, dass der Amerikazeppelin auf seiner Fahrt über den Ozean seinerzeit 30,000 kg Benzin mitnahm, dass der Verbrauch eine stete Erleichterung des Schiffes bedeutet und ferner durch die Mitnahme derartig grosser Benzinmengen eine grosse Gefahrenquelle entstand, so kann man sich vorstellen, dass durch diese Neuerung auf dem neuen Luftschiff ein ausserordentlicher Vorteil errungen ist. Die Gase sind in besondern Zellen untergebracht, von wo aus sie in die besonders konstruierten Motoren geleitet werden. Die Gase sind nicht nur gering explosibel, sondern vermindern bei ihrem Verbrauch auch nicht die Nutzlast des Schiffes. In Deutschland beschäftigen sich seit einiger Zeit eine Reihe Erfinder sehr eingehend mit der Gewinnung von Energie aus der chemischen Aufteilung des Wassers. Zu nennen wären hier der Fabrikant Hausmeister in Göppingen, Dr. ing. J. E. Noeggerath, Professor Coehn in Göttingen u. a. Unsere chemischen Kenntnisse vom elektrisierten Wasser gehen dahin, dass sich durch diese Beeinflussung der flüssige Agregatzustand in den gasförmigen verwandeln und diese umgewandelte Form natürlich einen viel grössern Raum beansprucht als das flüssige Wasser, Der spezifische Gewichtsunterschied zwischen dem flüssigen schweizerische und internationale Sonntag, 19. August 192ö in I. Preis II. Preis III. Preis IV Preis V Preis VI. Preis VII. Preis von Freibnrg, Internationales Flachrennen, von Neuenburg, Internationales Trabfahren. VOm Gurten, Hürden rennen. Für Pferde aller Länder. VOm Kursaal, Campa$ne»Reiten. Für Gefreite und Soldaten. VOn Bern, Steeplediase. Für Offiziere und Herrenreiter. VOn SolOthurn, lagdreifen. Für Unteroffiziere. der Eidgenossenschaft, Offiziers-Jagdrennen. Totalisator Bealnn 14 Uhr 30 = Rennmusik Automobilpark auf dem Rennplatz Innere Piste Schweiz. Rennverein Bern Sir Michaels Abenteuer. Roman Ton K. 0. R. Browne. Copyright 1928 by Georg Müller, Verlag, München (Fortsetzung vom Hauptblatt.) In diesem kritischen Augenblick kam, sehr ärgerlich für Mr. Moon, der in den Ausflüssen seines kindlichen Humors schwelgte, aus dem Hause die lange Gestalt Mr. Bytheways. Mr. Cherry, der im nächsten Augenblick reif für die Zelle eines zum Tode Verurteilten gewesen wäre, hätte vor Erleichterung beinahe gejauchzt. Das Willkommenslächeln, mit dem er den Hausherrn begrüsste, war so überwältigend liebevoll, dass es sogar Mr. Bytheway überraschte. «Ah, da sind Sie ja!» sagte er. «Ich muss mich entschuldigen, Sie so lange allein gelassen zu haben, aber ich hatte mein Kragenknöpfchen verloren — das heisst, ich glaubte es verloren zu haben, aber es war mir nur den Rücken herabgerutscht, und sobald ich mich setzte, bemerkte ich es. Ah, das ist die Tischglocke.» «Würden Sie mir wohl gestatten,» sagte Mr. Moon, «an meinen Bestimmungsort zu telephonieren, um meinen Unfall mitzuteilen?» 4, «Gewiss, gewiss. Mit Vergnügen, natürlich, gehen wir hinein.» Sie gingen hinein. Mr. Cherry mit auffallender Bereitwilligkeit, denn wahrlich, er bedurfte der Stärkung! Das Tischgespräch war anfangs wenig animiert. Mrs. Bytheway, durch den neuen Zuwachs aus der guten Gesellschaft — denn jedem Leser der Salonnachrichten musste der Name Joseph Pargiter Moon bekannt sein! — etwas aus dem Gleichgewicht gebracht, war von dieser unerwarteten Ehre ganz verwirrt. Auch hatte die Sorge für die Bereicherung des Menüs sie bisher gehindert, mit dem neuen Gast mehr als ein Dutzend Worte zu wechseln — und seine Höhlenmenschen-Erscheinung tat ein übriges, sie noch mehr zu verwirren. Sie fühlte, dass sie ein wenig Zeit brauche, ihre Eindrücke zu ordnen. Auch ihr Gatte war ziemlich schweigsam, denn er fürchtete ihren Zorn wegen des Unfalls. Sie hatte sich zwar bisher nicht darüber geäussert, aber voraussichtlich würde sie später so manches Unangenehme darüber zu sagen haben, denn solche Sachen schickten sich in ihren Augen für einen Gutsbesitzer nicht. Ausser natürlich, sie empfand die Gegenwart von Mr. Joseph Pargiter Moon als reichen Ersatz. Auch Mr. Cherry war weniger gesprächig als sonst, denn das Plauderstündchen mit Mr. Moon lag ihm noch in den Gliedern und er hatte das Gefühl, auf dünnem Eis zu stehen. Der neue Gast war offenbar ein geschwätziger Narr, und Mr. Cherry hatte die Empfindung, es wäre gut zu gehen, solange er noch einen guten Abgang habe, ehe der echte Sir Michael von seinem Hiersein erfuhr. Dennoch fiel es ihm schwer, ein so vielversprechendes Abenteuer, aus dem er bisher nur einige gute Mahlzeiten und ein wenig Bargeld geerntet hatte, aufzugeben. Mr. Moon aber sprach wenig, weil er damit beschäftigt war, seine Hausfrau einzuschätzen. Mike gewährte das Anhören der Unterhaltung der andern bei solchen Gelegenheiten mehr Befriedigung als eigene Teilnahme daran und ausserdem beklagte er tief die Einführung, die Anne Kent vorschrieb, ihre Mahlzeiten allein einzunehmen. Harald aber schwieg wie immer bei Tisch, denn da hatte er eine andere Verwendung für seinen Mund. Also war das Mal in seinen Anfangsstadien durchaus nicht von einem Aufschwung der Geister belebt; erst als der Wein kam, wurde die Atmosphäre eine wärmere. «Wirklich, ein seltsamer Zufall, Mr. Moon», sagte Mrs. Bytheway. «Gestern stiess mein Auto den armen Sir Michael nieder und heute fährt Herbert in Sie hinein! Ich hoffe nur, dass der Unfall Ihre Pläne nicht gestört hat.» «Durchaus nicht», erwiderte Mr. Moon höflich. «Ich bin am Weg zu Freunden auf der andern Seite der Grafschaft und habe ihnen eben telephoniert, dass ich morgen komme.» «Hoffentlich,» sagte Mrs. Bytheway schelmisch, «werden Sie und Sir Michael nicht jedermann erzählen, dass es unsere Gewohnheit ist, die Leute mit unsern Autos niederzurennen, Denn das ist es wirklich nicht. Aus dem bärtigen Antlitz Mr. Moons traf sie ein strahlendes Lächeln. «Ich kann Sie versichern,» sagte er mehr liebenswürdig als klar, «dass es wirklich dafür gestanden ist und sicher wird Sir Michael dasselbe sagen. Wie, Sir Michael?» «Was — Ach ja, natürlich», sagte Mr. Cherry. Er war zerstreut, denn er hatte eben etwas bemerkt, das ihn weit mehr interessierte als irgend etwas anderes. Das erste Beginnen aller weiblichen Wesen, die plötzlich zu grossen Reichtümern kommen, ist, einen Teil dieser Reichtümer — seine Grosse hängt vom Charakter ihrer Gatten ab — für persönlichen Schmuck auszugeben, und Mrs. Bytheway machte darin keine Ausnahme. Die Sammlung ihrer Juwelen war hauptsächlich durch ihre Grosse, ihren Marktwert und ihrer fast ausnahmslosen Geschmacklosigkeit bemerkenswert, und heute, zu Ehren dieses aussergewöhnlichen Anlasses, schien sie alles angelegt zu haben. Halsbänder, Ohrringe, Broschen, Anhänger, Ringe — alles war da. Mrs. Bytheway funkelte geradezu, bei jeder ihrer Bewegungen klingelt© und raschelte es; sie ansehen, hiess fast geblendet werden. Mr. Cherry, der sich in diesen Dingen gut auskannte, schätzte sie auf beiläufig viertausend Pfund. Unklares Sehnen durchdrang ihn, das mit jedem Augenblick weniger unklar wurde. Eine Frage zitterte auf seinen Lippen, aber die Gegenwart dieses Kerls von einem Sekretär verbot ihm, sie auszusprechen, denn dem würde er sich um, keinen Preis verraten. In diesem Augenblick kam ihm Mr. Moon unerwarteterweise zu Hilfe. Diesem hervorragenden Porträtmaler, der seit einer Weile seine Hausfrau studierte wie ein Bakteriologe eine neue und interessante Mikrobe, beugte sich nun vor und richtete artig das Wort an sie. «Sie haben da eine ausserordentlich schöne Brosche, Mrs. Bytheway, wenn ich die Bemerkung erlauben darf. Italienisch, aus dem achtzehnten Jahrhundert, wenn ich nicht irre.» (Fortsetzung folgt.)