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E_1928_Zeitung_Nr.068

E_1928_Zeitung_Nr.068

sich unsere Leser ein

sich unsere Leser ein eigenes Urteil bilden; wir veröffentlichen demnächst eine illustrierte Beilage, die einen unmittelbaren Eindruck der vorgeführten Wagen vermitteln wird. Für heute beschränke ich mich darauf, aus dem Defile unübertrefflicher Eleganz das zu nennen, was nach der Fülle des Gebotenen im Gedächtnis haften geblieben ist. Wo es soviel Schönheit zu beschreiben gilt, ist das Wort ein ärmlicher Vermittler. Ein Aristokrat unter den Autos eröffnete den Reigen: Herr Werner Rkch (Zürich), auf Packard (Karosserie Packard). Sport und Sommer lautet die Devise. Bemerkenswert der prächtige Kühleraufsatz. Mme. Tatiani Soldati (Lugano) führte einen prachtvollen Bugatti-Wagen vor (Karrosserie Chiattone, Lugano), dessen Farben auf das raffinierteste mit der gewählten Toilette zusammen harmonierten. Einen fabelhaften Eindruck hinterliess die schwarzgelbe Schwalbe des Aufourn (Karrosserie Auburn) der Garage Orell Füssli-Hof Zürich, ein Sportwagen, der seine 177 km Stundenmittel leistet. Die Fahrer, dem Tempo angepasst, in schneeweissem Renndress. Mme. Raymond Fris (Prangins) defilierte mit dem schönsten Wagen des letzten Genfer Salons, dem langgezogenen Mercedes S, der von Gangloff nach den Entwürfen von Direktor Muff ausgeführt worden ist. Die Firma Schlotterbeck (Basel) wartete insgesamt mit nicht weniger als fünf Wagen auf: einen prachtvollen, amerikanisch feudalen Stutz- Sportwagen (Karrosserie Stutz), einen ebenbürtigen Stutz-Tourenwagen, den in Anlehnung an die vornehmsten Amerikaner gebauten Horch-Cabriolet, dessen Anblick durch das verführerische Lächeln eines hübschen Girls vergoldet wurde, einen geschlossenen Horch-Allwetterwagen (beide Originalkarrosserien) und schliesslich einen geschlossenen vierplätzigen Hudson (Hudson), dessen Insassen im schneeweissen Tennisdress einen meisterhaften Kontrast zu der schwarzen vornehmen Karrosserie bildeten. Zwischenhinein konkurrierte die Stadt Luzern mit einem Spritzenwagen (Elektrokarren), der punkto Zweckmässigkeit sicherlich seinen Preis verdient hätte (... bei der Hitze !). Fräulein Martha Bräutigam (Berlin) zeigte sich in einem Duesenberg, dessen Karrosseriebezug aus Schlangenleder von der Fabrik Alpina in Gümligen stammt. Als Sonderheit ist ein Richtungszeiger im « back » des Wagens zu melden. Herzlichen Beifall fand der Fiat-Six 520 (Fiat), aus dessen Fond zwei kleine reizende Mädchen winkten. Nun war die Reihe am La Salle der Grand Garage Zürich A.-G. (Karrosserie Fisher), der so hübsch war wie die anmutige Insassin, was sehr, sehr viel sagen will. Grossen Beifall fand der rassige Marmon-Wagen der Agence Americaine, Zürich (Karrosserie Murray). Eine distinguierte Note gab der Lincoln der Garage Orell Füssli-Hof, Zürich (Karrosserie Lincoln), dessen silberbroncierter Duco-Anstrich einen wunderbaren Glanz aufwies und die vornehme Linie des Wagens aufs vorteilhafteste betonte. Mit einem roten Lenkrad und einer Ladung roter Mädchenlippen wartete Guido Mancini (Luzern) auf Lancia auf. Der Minerva von Herrn Dr. N'ägeli, Zug (Karrosserie Tüscher) war ganz auf elegante Linie eingestellt. Den offenen Wagen folgten die geschlossenen. Baronin von Mosch (Zug) startete siegessicher ein Lancia-Cabriolet. Während zum Seitenfenster ein kostbarer Schosshund herausblickte und sich das Spiessrutenlaufen gefallen liess, pendelte im Rückenfenster sein ausgestopftes Ebenbild. Die Fahrerin, welche am. Volant des Nash Standard Six (Karrosserie Nash) eass, liess es sich, obwohl ihr (Führerschein ertt ein Tag alt war, nicht nehmen, die Lorbeeren für ihren prachtvollen Wagen der Firma S. A. Perrot, Duvat & Gie., Genf, zu ernten. Theodor Kündig (Zürich) hatte das Verdeck seines Durant 65 Six (Hayes-Hunt) hinten geöffnet, auf seine Weise die Anpassungsfähigkeit seines Cabriolet an die Witterungsverhältnisse demonstrierend. Die beiden Steyr der Grand Garage Zürich A.-G. (Karrosserie Steyr), wovon der eine offen, der andere geschlossen, verkörperten den Touren-Reisewagen, wie er für unser Land als ideal bezeichnet werden kann. Während der eine blaue Wagen direkt zum Five o'clock Tea zu fahren schien, wusste die Insassin des zweiten, dass ein süsses Frauenlächeln mitzuzählen pflegt. Der Minerva von Charles R. Brupbacher (Zürich) löste ein allgemeines Ah aus. Die Linienführung stempelte ihn zu einem der vornehmsten Konkurrenten. Von zarter Damenhand gebändigt, stoppte der Mercedes-Benz von Eugen Albert (Zürich), Karrosserie Gangloff, vor dem Tisch der Richter. Die Karrosserie schimmerte in gedämpftem Gelb. (Dass das rechte Vorderrad einen Nagel hatte, haben wohl weder die Jury noch die Insassen bemerkt f d. h. letztere später schon!) Der Auburn der Garage Orell Füssli-Hof (Zürich) repräsentierte dit einzige amerikanische serienmässig hergestellte Allwetterkarrosserie. (Bei der Startnummer schien etwas nicht zu stimmen !) Marcel Addor (Zürich) auf Studebaker (Karrosserie Gangloff) paradierte mit einem schnittigen Ramseier-JSunbelverdeck die junge Dame, wie die N'achachtung des allgemeinen Geschreis «Türen auf!» offenbarte, mit ebenso stilvollen Beinen. Hermann Graber (Wichtrach) führte einen wundervollen Avions-Voisin vor, das Erzeugnis seiner Karosseriefabrik. Edel gezogene Linien, becpiemer Koffer, gediegene Farben — ein vielbewunderter Wagen. (A propos Türen öffnen: Könnte nicht inskünftig ein besonderer Funktionär dafür bestimmt werden ? Die Ruferei und die Kletterübungen der Insassen über die Polster, fielen aus dem Rahmen der Veranstaltung.) Herr A. Ruckstuhl, Karossier (Luzern), verschaffte durch seine drei vorgeführten Wagen einen Cadillac Coupe Aerable, den durch seine Frau gefahrenen Delage Aerable Monobloc und die cremerote Martini-Limousine mit raffinierter Innenausstattung einen nachhaltigen Eindruck von der Eleganz und dem hohen Standard seiner künstlerischen Werkstätte. Es folgte der feudale Hispano-Suiza von Mrs. Norman Ross, Barcelona. Frau Mignon Wohnlich (Zürich) auf Berliet (Karosserie Berliet) vermittelte mit ihrem Wagen 'ein Bild entzückenden Farben- und Linienspiels, demonstrierte auch gleichzeitig den modernsten Bubikopf und einen grasgrünen Papagei (wie abergläubisch die moderne Frau doch ist I). Frau Direktor Ilse Schoch-Gysi, von der Autag Zürich, fuhr einen blau-gelb getönten Hupmobile-Wagen (Karosserie Murray) — eine Zierde des Defiles. Das Interieur beherbergte das Milieu einer Dame von Welt, was sich nicht zuletzt in der Selbstverständlichkeit ausserte, womit die bildhübsche zweite Insassin den Zigarettenrauch durch die Lippen kräuselte. (Die Damen — sie tanzten nebenbei bemerkt, ausgezeichnet — besassen einen äusserst intelligenten Hund. Solange die Aufmerksamkeit der Jury dem Wagen zugewendet war, präsentierte er sich, wie es sich gehört, von vorne. Als aber die Herren vom grünen Tisch ihre Aufmerksamkeit dem nachfolgenden Wagen zuwandten, erlosch auch das Interesse des Hundes, was er durch ein promptes Rechtsumkehrt bekundete !) Eine der luxuriösten Karosserien repräsentierte zweifelsohne Mme. L. Brichet, Genf, auf Morris Leon-Bollee (Karosseriewerke F. Brichet, Genf). Der Wagen war mit den letzten Chikanen ausgerüstet: Rollverdeck, Verkleinerungsglas als Rückfenster, Kombination von Rad- und Kofferverschluss, Samtpolsterung. Der fahrbare Salon! Der Reo Flying Cloud Six (Karosserie Hayes Hunth) von F. Diggelmann, Zürich, verkörperte die vornehme Zurückhaltung der High Life Eleganz. Frau Jeanne Notz, Bern, auf Martini (Karosserie Gangloff, Genf) hielt als Repräsentantin unseres Schweizerwagens der starken ausländischen Konkurrenz mit Leichtigkeit die Stange. Die sprichwörtliche helvetische Schwerfälligkeit wurde mehr als Lügen gestraft. Was auch die Dame anbetrifft! Der dunkle Graham Paige von Adolf Bo'hner, Luzern (Garosserie Graham Paige) war prachtvoll bequem gebaut. Walter Lienhard, unser nationaler Matchschütze beteiligte sich auf Nash Standard Six an der Parade. Lautlos, von einem eleganten, blassen Jüngling gefahren, von zwei Damen mit dem Glutblick des Südens begleitet, rollte der Isotta Fraschini von Giacianto Motta, Mailand, vorüber. Eine schwarze Limousine mit gelbem, die Linie betonendem Strich — ein Adliger unter den Wagen. Diejenigen, die in ihm den Sieger sahen, sollten sich nicht getäuscht haben. Georg Binkert, Zürich, auf Willys Knight (Original- Karosserie), ein gedämpft brauner Wagen, dem man sich bei jedem Wetter anvertrauen wird. Der von einer Dame gefahrene Packard von Werner Risch, Zürich, (Karosserie Packard) schimmerte im zarten Wechselspiel von schwarz und grau und fiel allgemein durch seine langezogene Linie auf. Der Hispano-Suiza von Dionisotti, Lausanne, (Karosserie Brichet, Genf) war vom Schönheitsstandpunkte etwas vom Bestechendsten. 0. F. A. Bally, Zürich, defilierte in einem Talbot, dessen schwarzer Aussenanstrich mit dem silbernen Ton des Interieurs seltsam harmonisch zusammenspielte. Soweit die rein persönlichen Eindrücke eines stillen Beobachters. Es sei wiederholt: Auf eigenem Geschmack basierend, ohne auf das Urteil der Jury in irgendwelcher Weise einzutreten. Der Vorführung der besetzten Wagen folgte ein Corso sämtlicher Teilnehmer durch die dicht belebten Strassen der Stadt. Der Ball. Man kam aus drei Gründen : erstens der im Verlaufe des Abends stattfindenden Preisverteilung, zweitens des Tanzens, drittens der Toiletten und ihrer Trägerinnen wegen. Standen doch über dem ganzen Tag die goldenen Lettern : Schönheitskonkurrenz «...für Automobile » laut Programm. Wer aber hatte den Begriff nicht erweitert, ja erweitern müssen ! Die prachtvollen Räume des Grand Hotel National waren überfüllt. Man tanzte in drückender Enge. Das vielköpfige Orchester hatte den südlich-exotischen Einschlag, der den modernen Rhythmen jenes Unnachahmliche des Aufpeitschend-Gebändigten gibt. Internationale Highlife, ein Sprachenbabel. Bestechende Toiletten, hauchartig fallend^ lange Spitzenkleider, abgetönte Farben. Blendende Schultern, Geschmeide. Um Mitternacht sprühen Stimmung und Frauenlachen. Kampf um drallgefüllte Ballone, neckisches Wattekugelgeplänkel. Stehlampenlicht, Sekt und Hummer an kleinen runden Tischen. Die Preisverteilung ohne Preise. Das soll kein Witz sein — Gott bewahre! Die bestellten silbernen-viergoldeten, silbernen und bronzenen Plaketten waren nicht eingetroffen; eine Mater war im letzten Aug-enblick in die Brüche gegangen. Nun wird die Post im Laufe dieser Woche die Zustellung der Auszeichnungen übernehmen müssen. Das betrifft, wie gesagt, lediglich die Plaketten — die Speziaipreise wurden überreicht. Die Preisverteilung, eingeleitet durch ein würdigendes Wort von Herrn Präsident J. Bucher, wurde von Herrn Zentralpräsident A. Dufour vorgenommen. Schlussbetrachtungen. Ich möchte unter meinen Bericht keinen Schlusspunkt setzen, ohne den Herren Charles Brügger, J. Baumeier und Joss. Gloggner für die der Presse freundlichst erteilten Auskünfte zu danken. Der Veranstaltung war, wie Herr Zentralpräsident A. Dufour in seiner Schlussrede betonte, ein durchschlagender Erfolg beschieden. Dies ist um so höher zu werten, als es sich um einen ersten Versuch handelte. Die zukünftigen Schönheitskonkurrenzen werden noch da und dort einen Ausbau bringen. So wäre es meines Erachtens angebracht, Serien und individuelle Karosserien getrennt zu werten. Die mondäne Note könnte dadurch gesteigert werden, dass die Konkurrenten vor der Jury ihren Wagen verlassen, um, wie dies z. B. in Wien und Baden-Baden geschehen ist, ihre Toiletten zu präsentieren. Dies zwei kleine Anregungen im Interesse einer Veranstaltung, der in unserem schweizerischen Automobilkalender noch eine führende Rolle zukommen wird. Der Luzerner Erfolg verbürgt es. Vit. (Resultate siehe Seite 3.) Eine recht gefährliche Kreuzung für Automobile befindet sich in Biel, beim Restaurant Bellevue, wo die Reuchenettestrasse und die Solothurnstrasse zusammenstossen. Schon verschiedentlich sind an jener Stelle zum Glück nicht schwer verlaufene Unfälle passiert. Es wäre aber dringend zu wünschen, dass man an dieser unübersichtlichen.Kurve leicht sichtbare und des Nachts gut beleuchtete Warnungstafeln, die auf diese gefährliche Kreuzung aufmerksam machen, anbringen würde. Hoffentlich wird diesem Wunsche Rechnung getragen, bevor ein neuer, vielleicht tötlicher Unfall passiert! ey, AUTOMOBIL-REVUE 1928 — NO 68 (Eigene Berichterstattung.) Von der Höhe des Simplons tauchten wir in die glühende Hitze der lombardischen Ebene hinunter. In fliegender Hast erreichten wir im Wagen des Sportspräsidenten des A. C. S. und seines Sekretärs das hastig fiebernde Getriebe der oberitalienischen Metropolis. Italien hat die Organisation der Fahrt mit grosser Geste an die Hand genommen. Vier Tage waren für die Wagenabnahme eingeräumt worden, zwei hätten genügt, denn wie immer fanden sich die meisten Konkurrenten zur letzten Stunde ein. Das Abwägen fand in zwei gewaltigen Hallen der Mustermesse statt. Herr Mercanti, der italienische Kommissär, übertrug seine Funktionen Signor Momo, da er sich an der Alpenfahrt unter dem Decknamen «Fratre Ignoto» persönlich beteiligt. Die dei Kommissäre der übri- Sechszylinderwagen präsentieren sich in feuerroter Farbe mit funkelndem Kühler und dem Schweizerkreuz auf den Ersatzpneus. Die Fahrer der aus Genf gemeldeten amerikanischen Hupmobile-Equipe, das zweite offizielle Team der Schweiz, tragen den weissen Rennfahrerdress mit Schweizerwappen. In sausendem Tempo ging es in den aufhellenden Tag hinein. Die endlos scheinende Gerade der Autostrada forderte ihre- ersten Opfer. Die Studebacker-Equipe verfehlte iri Gallarate den Weg und verfuhr sich gegen Varese zu. Die dabei verlorenen 60 Kilometer waren nicht mehr einzuholen. Hauser auf Chrysler hatte Schwierigkeiten mit seinem Vergaser, was ihm jede Aussicht raubte, Lugano in der Normalzeit zu erreichen. Kurz nach Sesto Calende havarierte Schlutius auf Die schweizerische Hupmoibile-iEquipe. Startnummer lö Nigg, 17 Kessler, 18 Stulber. (Photo lAiutomo'hil-iRevuie.)! gen Organisationsländer, Herr Jules Decrauzat für die Schweiz, assistiert von Herr Ingenieur Brieger, Herr Consul Fritsch für Deutschland, assistiert von Herrn Zettritz, Herr Mauldner für Oesterreich, wohnten der Abnahme bei. Mitten in die Vorbereitungsarbeiten traf aus Oesterreich die Trauermeldung ein, dass Herr Friedrich, der Generalsekretär des A. C, plötzlich gestorben sei. Die Sportkommissäre sandten ein Beleidtelegramm. Die abgenommenen Wagen entsprachen bis auf einen den Anforderungen des Reglementes. Ohne Auseinandersetzungen ging es allerdings nicht ab. Wenn man nämlich sah, was da alles als Tourenwagen serviert wurde, musste man sich wirklich fragen, ob es nicht einmal möglich wäre, ein Reglement auszuarbeiten, das sich gegen die vielen Tricks der Konkurrenten zu schützen weiss. Dies trifft besonders für die Markenequipen zu. Anderseits muss man sich wirklich fragen, ob der Masperi. einer der drei Fahrer der italienischen 0. iM.-tE

1^68 — 1928 AUTQMOBIL-REVUC sondergleichen für Karosserie. Bremsen und Fahrkunst. Die Ankunft in Lugano. Eine nach Tausenden zählende Menge drängte sich bei der Ankunft der Konkurrenten in den Strassen Luganos, dem Ziel der ersten Tagesetappe. Als Erster tauchte unter dem Beifall der Menge der Lancia- Fahrer Strazza auf. Unmittelar darauf erreichten die drei O.M.-Fahrer das Ziel. Wagen auf Wagen folgte. Die Chronometrierung der Zeiten besorgte Herr E. Brieger, der offizielle Chronometreur des A.C.S. Von 85 Fahrern erreichten 80 das Ziel. Somit hätten am ersten Tage schon allein fünf Konkurrenten aufgegeben. Nachstehend die Rangfolge und Angabe der gefahrenen Zeiten für den ersten Tag. Resultate der ersten Etappe: Mailand—Lugano (363 km). Markenmannschaften: Klasse B (5000—8000 com): Minimalzeit 0:05. Mannschaft Studebaker, Wargeu 1, 2, 3. Zeiten: 7:51, 8:20, 7,37. Klasse G (3000—5000 cem): Minimalzeit 7:25, Minimalzeit 9:05. ex aequo: Mannschaften: Han^a, "Wagen 7, 8, 9. La Salle, Wagen 10. 11, 12, Hupmbiole Wagen 16, 17, 18, alle in Minirnalzeit. Es folgen die Mannschaften Simson Supra mit Wasjcn 13, 14, 15 mit den Zeiten 7:54, 7:40 und 7:52, und Martini (leider nur mit 2 Wagen) 4 und 6 mit der Zeit 7:25. Der dritte Wargen (5) ist wegen Kolbendefekt auf der Strecke geblieben. Klasse D (2000—3000 cem): Minimalzeit 7:44, Maximalzeit 9:34. ex aequo Mannschaft Adler mit Wagen 22, 23 und 24, und Mannschaft Brennabor mit Wagen 31, 32, 33, alle in Minimalzeit. Mannschaft Adler mit Waagen 19 und 20. Der Wagen 21 wurde durch einen Konkurrenten angefahren und kam aussei- Maximarizeit an. Ein Kommissär setzte den Wagen wieder ins Rennen ein. Klasse E (1500—2000 cem): Minirnalzcit 7:44, Maximalzeit 9:34. ex aequo: Mannschafft Wanderer Wagen 25, 26, 27, Mannschaft 0. M. Wagen 37, 38, 39. Alle in Minimalzeit. Einzelfahrer: Klasse B (5000—8000 cem): ex aequo: Nr. 42 Wittich (Mercedes), Nr. 44- von Zvsolnay (Gräft und «Stift), Nr. 47 Kralsheimer (Mercedes), alle in Miniinalzeit 7:25. Nicht pla-ziert: Nr. 41 Normann auf Minerva, der ausser Maximalzeit ankam, und Schlutius auf Mercedes, Nr. der in eine Mauer fuhr. Klasse G (3000—5000 cem): ex aequo: Nr. 49 Schuh auf La Salle, Nr. 52 Guillaume auf La Salle, Nr. 54 Sporkhorst auf Ha-nsa, Nr. 55 Hinterleitner auf Hupmobile, alle in Minimalzeit. Folgen Frau (Jochs auf Nag Proton 7:30 und Nr. 53 Häuser auf Chrysler 8:54. Letzterer hat aufgegeben. Klasse D (2—3 Liter) : ex-sequo : Nr. 57 Bitzy euf Austro-Daimler; Nr. 58 Graf Pototzky auf Ausfro-Daimler; Nr. 59 Strazxa »uf Lancia; Nr. (»0 Dnihnann auf Austro-Daimler ; Nr. 62 Koch auf Standard; Nr. 64 Wiethaus auf Austro-Daimler ; Nr. 67_ Ryffel a-uf Peugeot; Nr. 68 Frato. Ignoto auf Fiat '520 (der bekannte italienische Sportsmann Mercanti) ; Nr 70 Vaccarossi auf Lancia in iMinimalzeit 7 :44. Frau Reichel auf Austro-Daimlei aufgegeben. Klasse E (1500 cem—2 Liter) : ex-sequo: Nr. 75 Sabbartini auf Itala; Nr. 77 Bally auf Talbot; Nr. 79 Kotte auf Simson-Supra; Nr. 80 Frau Kotte auf Simson-Supra; Nr 45 Bruce auf A. G., alle in Minimalzeit 7 :44. Folgt Hirt auf Mercedes Nr. 72 in 7 : 51 ; Nr 82 A. B. auf Citroen 8: 18. Klasse F (1100—1500 cem) : ex-sequo : Nr. 85 ßchmid auf Talbot; Nr. 86 Greyn auf Brennabor ; Nr. 87 Mazier auf O M. ; Nr. 88 Bahr auf Steyr ; Nr 91 Schiaffino auf Alfa-Romeo; Nr. 92 Baragiola* auf Alfa-Romeo, alle in Minimalzeit 8:39. Folgen Nr. 84 Egan-Krieger auf Brennabor 9 : 04; Nr. 90 Wersch auf Brennabor 9 : 10; Nr. 81 Lettich auf Fiat in 10 : 14. Nicht angekommen Nr. 83 Biella auf Alfa-Romeo. Klasse G (750—1100 cem) : ex-aequo : Nr. 93 Crespi auf S.A.N., Nr. 94 Cornaggio auf Fiat; Nr. 95 Mariani auf Fiat; Nr. 97 Stohanzl aruf Zdrojovka; Nr. 99 Karger auf Zdrojovka, alle in Minimalzeit 8 : 39. Ferner Nr. 98 Frau Witzmamn auf Goffri in 10 : 21. Nicht angekommen Nr. 96 Soffier auf Zdrojovka. Beste Zeit der Etappe: Nr. 92 Baragiola auf Alfa-Romeo in 6 : 05 Stunden. Lugano begann den Empfang der Fahrer der Internationalen Alpenfahrt als eigentliche Feier. Ein ungeheurer Verkehr brandete in den Gassen. Die Stadtväter hatten eine Proklamation erlassen, worin das Publikum gebeten wurde, die Strasse den Alpenfahrern freizuhalten. Abends fand ein Empfang durch'Herrn A. Dufour, den Zentral Präsidenten des A. C. S., im Hotel Lloyd statt. Die Organisation der Fahrt auf der schweizerischen Strecke wurde allgemein als mustergültig bezeichnet. Gestern Montag folgte die zweite Etappe mit Ziel in Meran, heute früh sind die Konkurrenten nach Belluno gestartet. Die beiden letzten Etappen führen von Belluno nach Villach und von Villach nach München, wo die Internationale Alpenfahrt 1928 ihren Abschluss findet. (Weitere Berichte folgen.) Die Postautolinie Nesslau-Buchs wurde während der Zeit vom 16. Ms 22. Juli letzthin von 3065 Reisenden benutet. Gegenüber der gleichen Zeit des Vorjahres (2882) bedeutet das eine Zunahme von 183 Personen. Die Toggeniburger-Route figuriert im Verzeichnis der schweizerischen Alpenposten, uater 24 Linien, während der genannten Zeit im dritten Rang. Im eisten Rang steht wieder Maloja mit 4290 Passagieren. -^-ey. Am letzten Automobilmarkt in Ölten, der am 6. August abgehalten wurde, waren 6 Lastwagen, 21 Personenwagen und 3 Motorräder, also total 30 Motorfahrzeuge aufgeführt. Vom frühen Vormittag bis in den Nachmittag hinein herrschte ziemlich reges geschäftliches Leben. Der nächste Markt ist auf Montag, den 3. September nächsthin, angesetzt. ! —*ey, Die Resultate der Luz einer idiönheifskonkurrenz Klasse 1—2 Sitze Klasse 2: über 2 Sitze Klasse 1: 2—3 Sitze Klasse 2: 4—6 Sitze Klasse 1: 2—3 Sitze Klasse 2: 4—6 Sitze Klasse 1: Bis 4 Sitze Gruppe A: Sportwagen Wagen 1. Garage Orell Füssli-Hof, Zürich Auburn 2. Mme. Tatiana Soldati, Lugano Bugatti 1. Mme. Raymond Fris, Prangins Mercedes S. 2. C. Schlotterbeck, Basel Stütz Offene Touren wagen Gruppe B: 1. Arnold Weinmann, Zürich 1. Garage Orell Eüssli-Hof, Zürich 2. C. Schlotterbeck, Basel 3. Agence Americaine, Zürich Gruppe C: Schliessbare Wagen. Bis und mit 8 PS 1. Grand Garage .Zürich A. G., Zeh. 2. Grand Garage Zürich A. G., Zeh. Ucbor 8 PS 1. C. Schlotterbeck, Basel 2. S. A. Perrot, Duval & Cie., Geneve 3. Baronin von Mosch, Zug 1. Marquise d'Angelo di Bertolino, Paris 2. Ch. R. Brupbacher jr., Zürich 3. C. Schlotterbeck, Basel Opel Lincoln Stutz Marnion Steyr Steyr Horch Nash Stand.Six Lancia Delage Minerva Horch Gruppe D: Wagen iiiit weicher Bespannung Bis und mit 8 PS 1. Mme. E. Strebel-'Willmann, Luz. 2. Frl. Alice Koch, Zürich 3. Grd. Garage Zürich A. G., Zeh. Ueber 8 PS 1. Hermann Graber, Wichtrach 2. Frau Tildy Ruckstuhl, Luzern 3. Otto Ulrich, Luzern Mercedes-Benz Alfa, Romeo . Steyr Avions-Voisin Delage Erskine Gruppe E: Geschlossene Wagen 1. Giacinto Motfca, Mailand Isotta Fraschini 2. Frau Joanne Not/,, Bern Martini 3. Fritz Spiess, Zürich Graham-Paige 4. Max Jäggli-Mariotti, Winterthur Cadillac 5. Michel Dionisotti, Lausanne Hispano-Suiza 1. C. Baehler, Meggen Isotta Fraschini 2. Grd. Garage Zürich A. G., Zürich Cadillac 3. Walter Doepfner, Luzern La Salle Karrosserie Auburn Chiattone, Lugano Gangloi'f, Genf Stutz Opel Lincoln Stutz O-iginal Steyr Steyr Original Nash Original Gangloff S. A. Genf Gangloff, Zürich Steyr Graber, Wichtrach A. Ruckstuhl Gangloff Original Gangloff, Genf Graham-Paige Cadillac Brichet, Genf SPEZIALPREISE Best beurteilter Wagen mit ausländischer Polizeinummer: Start Nr. 62: Giacinto Motta, Mailand Isotta Fraschini Original Best beurteilter Wagen mit schweizerischer Polizeinummer, exkl. Luzern: Start Nr. 16: Garage Orell Füssli-Hof, Zürich Lincoln Best beurteilter Wagen eines Mitgliedes der Sektion Luzern: Start Nr. 79: C. Baehler, Meggen Isotta Fraschini Best beurteilter Wagen, von einer Dame gefahren: Start Nr. 5: Mme. Raymond Fris, Prangins Mercedes S Best beurteilter Wagen mit Zürcher Polizeinummer: Start Nr. 16: Garage Orell Füssli-Hof, Zürich Lincoln verzichtet, da Stifter, zugunsten des Nächstfolgenden: mStart Nr. 32: Ch. R. Brupbacher jr. Zürich Minerva Best beurteilter Wagen sämtlicher Gruppen: Starfc Nr. 62: Giacinto Motta, Mailand " . Isotta Fraschini Zudem, erhält jeder Teilnehmer eine ErimierungsniedaiBb. ' Giuseppe Sala, Mailand Original Original Gangloff, Genf Original Die glänzendste Kombination alles Outen und Schönen der Automobübaukunst offene und geschlossene 6-Cyhnder- Automobile schon für • l Original Klasse 2: über 4 Sitze 1. Mrs. Norman Ross, Barcelona Hispano Suiza Original Klasse 1: bis 4 Sitze Klasse 2: über 4 Sitze Original ARD L'ARISTOCRATE AMERICAINE Fr. 19.750.- mit Rabatt bei direktem Netto-Kassa-Kauf ohne Tauschgeschäft WERNER R'ISCH, ZÜRICH PACKARD-SPEZIALGESCHÄFT A S K T H E M A N W H O O W N S O N E f Direktor Otto Moser, Pfäffikon. Soeben wird uns die Trauerbotschat vom unerwartet rasch erfolgten Hinscheide von Herr Direktor Otto Moser, Pfäfiikon. Der Verstorbene war seit 1907 in der Direktion der Aktiengesellschaft R. & E. Huber, den schweizerischen Gummiwerken in Pfäffikon tätig und war wegen seiner Qeschäftstüchtigkeit. steten Liebenswürdigkeit und aufrechten Sinnes sowohl bei Arbeitern und Angestellten als auch im weiten Kreis seiner Geschäftsfreunde gleicherweise beliebt und geschätzt. Er war der eigentliche Pionier und Schöpfer der schweizerischen Pneufabrikation. Seit seinem Eintritt in die Firma R. & E. Huber setzte er, seine Energie und ein erprobtes Organisa-; tionstalent für die Schaffung einer eigenen' Fabrikatiorrsabteilung für Vollgummipneus ein und vermochte trotz der zahlreichen; schweren Hindernisse sein Werk zu erfolgreicher Blüte zu bringen. Die Abhängigkeit] vom Ausland für die Rohmaterialien, das gänzliche Fehlen eines qualifizierten Arbeiter-- Stammes, der benötigten Spezialmaschinen waren Probleme, deren Lösung einen zielbewussten, unermüdlichen Schaffer erforderten. Die Pneuabteilung hielt fabrikationstechnisch und bezüglich der Produkte ständigen Schritt mit dem Ausland und als die ersten Versuche mit luftgefüllten Pneumatiks gemacht wurden, da stellte sich auch der Pfäffikoner Betrieb zum Teil auf die neuen Typen und Methoden ein, deren Vervollkommnung Herr Dir. Moser mit allen ihm zu Gebote stehenden Mitteln förderte. Wenn heute die Produkte der schweizerischen Pneuindustrie sich einer berechtigten Popularität erfreuen, so ist dies zu einem grossen Teil das persönlich© Verdienst des Verstorbenen. Seine Familie erleidet einen unersetzlichen 1 , herben Verlust und auch in der Unternehmung, der er so lange Jahre treu gedient hat, hinterlässt er eine Lücke, welche nicht so leicht wird ausgefüllt werden können. Wir versichern die Trauernden auch an dieser Stelle unseres aufrichtigen Beileides. B. AUTOSEKTION AARGAU DES T. C. S. Infolge zweifelhafter Witterung wurde die auf 29. Juli 1928 festgesetzte Witterung wurde die auf 29. Juli 1928 verschoben und somit unglücklicherweise vom Regen in die Traufe versetzt. Zur festgesetzten Zeit versammelten sich auf der Allmendstrasse in Luzern 18 Wagen. Wie schon früher verraten wurde, beabsichtigte der Vorstand, in die projektierte Ausfahrt durch das Einschieben einer Regelmässigk einfahrt etwas Abwechslung zu schaffen, den drei besten Resultaten winkte jö eine kleine Anerkennung in Form einer silbernen Gobelet. Der Start fand in Hergiswil ßtatt. Es wurde die Aufgabe an die Fahrer gestellt, die 28 km lange Strecke von Hergiswil bis Engelberg in der Zeit zu durchfahren, das einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 21,5 km entsprach. Das Durchschnittstempo, mit welchem die gesamte Strecke zu durchfahren war, wurde den Konkurrenten erst je 3 Minuten vor dem Start mitgeteilt, welche Zeit von den Fahrern und seinen Begleitern durch eitriges Rechnen und Studieren benützt wurde. Zur Verkomplizierung wurden die Zeiten auf der Hälfte der zu befahrendeu Strecke kontrolliert. Infolge des dichten Nebels, welcher sich aruf der Höhe von Engelberg lagerte, bemerkten die meisten Fahrer die Zielfahne erst in einem Abstand von ca. 20 m. Da den Fahrern ein Anhalten der Wagen bei Zielsicht ni^cht gestattet war, hatte zur Folge, dass die Strecke ohne jede Ausnahme in zu kurzer Zeit abgefahren wurde* Als der letzte Wagen durchs Ziel fuhr, war auch die Mittagsstunde bald angerückt. Leider mussten die vollgestopften Rucksäcke, die für die Picknickfahrt so reichlich mit allen Güten gespickt waren^ der schlechten Witterung wegen in den Wagen zurückgelassen werden. An Stelle des Picknicks wurde uns im Hotel Bierlialp ein gutes und reichliches Mittagessen serviert, in dessen Verlaufe die er-* zielten Resultate, welche unsere Regelmässigkeitsfahrt gezeitigt hatte, mitgeteilt wurden. Es sind dies die folgenden glücklichen Preisgewinner: I. Preis: Herr A. Ehret, Brugg, II. Preis: Herr W. Merz. Reuss-Brugg, III. Preis: Herr W. Erne, Brugg. Dem Leser wird es auffallen» darss alle drei Preise Mitgliedern aus Brugg und Umgebung zugekommen sind. Als Aufklärung diene ihm, dass sich Brugg und Umgebung bei allen diesjährigen Veranstaltungen mit 60—70% Teilnehmer beteiligt hatte. Es ist bedauerlich, dass die übrigen vielen Klub-Mitglieder des übrigen Kantonteils unseren Veranstaltungen nicht mehr Interesse entgegenbringen und sich nicht zahlreicher ari denselben beteiligen. — Um 4 Uhr verliessen wir Engelberg. Die Heimfahrt fand in Luzern und Villmergen eine angenehme Unterbrechung, sodass die bis zum letzten Moment vollzählig durchgehauenen Mitglieder aus Brugg und Umgebung punkt 12 Uhr zu Hause anlangten. Somit hat die Engelbergfahrt trotz der verhältnismässig schlechten Witterung sämtlichen Teilnehmern frohe und gemütliche Stunden gebracht. Es darf heute schon verraten werden, dass in nächster Zeit eine weitere Veranstaltung in Form einer Schnitzeljagd durchgeführt wird. Es ist zu wünschen, dass sich an dieser Veranstaltung recht viele Klub-Mitglieder mit ihren Angehörigen beteiligen werden. Z. St. Moritz im Zeichen des Automobils. Ueber den gewaltigen Verkehr, der in den gegenwärtigen Tagen der Hochsaison durch St. Moritz flutet, gibt die nachstehende Statistik sprechende Aufschlüsse. Am Samstag den 4. August passierten von morgens 6 Uhr bis abends 8 Uhr die nachfolgenden Vehikel den Postplatz von St. Moritz: Personenautos 1951, Lastautos 54, Postautos 99, Motorräder 186, Velos 605, Einspänner 362, Zweispänner 108, Vierspänner 8, Lastfuhrwerke 767, total 4140 Fahrzeuge. Wenn auch viele dieser Vehikel den Platz zwei und mehrere Male passierten, so zeigt sich doch, was für enorme Ausmasse der sommerliche Verkehr, der durch St. Moritz flutet, wieder hat.