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Campus Vorschau Frühjahr 2018

Das neue Buchprogramm von Campus im Frühjahr 2018.

Über Jahrzehnte

Über Jahrzehnte tabuisiert, rückt die Verfolgung homosexueller Männer in der NS-Diktatur erst in jüngster Zeit ins Blickfeld einer breiteren Öffentlichkeit. Woran es bislang mangelte, waren überregionale Untersuchungen, die einen Überblick über Alltag und Verfolgung Homosexueller im »Dritten Reich« geben. Alexander Zinn legt nun eine Studie vor, die eine neue und umfassende Sicht auf dieses dunkle Kapitel der deutschen Geschichte ermöglicht. Im Fokus stehen nicht nur das Verfolgungsprogramm der Machthaber, das sich immer weiter radikalisierte, sondern auch die Rolle von Polizei, Justiz und Bevölkerung sowie – nicht zuletzt – die der Betroffenen selbst. Mit überraschenden Ergebnissen: So klafften Anspruch und Wirklichkeit der Verfolgungspolitik oft eklatant auseinander. Denn nicht immer erwiesen sich die Behörden als die »willigen Vollstrecker«, als die man sie heute meist sieht. Und auch die Bevölkerung arbeitete dem Verfolgungsapparat in weit geringerem Maße zu, als bislang oft unterstellt. Alexander Zinn, Dr. phil., ist Soziologe und Historiker. Menschen, die die Existenz eines Gottes verneinen, sahen sich in der gesamten Geschichte Europas Verfolgungen ausgesetzt. Atheismus war hier vor allem eine Konfrontation mit der christlichen Lehre. Angesichts zunehmender weltweiter Verfolgung nichtreligiöser Menschen in der Gegenwart wirft dieser interdisziplinär und interepochal ausgerichtete Band den Blick auf den gesellschaftlichen Umgang mit Atheismus zwischen dem Mittelalter und dem 20. Jahrhundert. Wo liegen die Wurzeln der Diffamierung von »Gottlosen«? Gab es theologische oder juristische Grundlagen, »Gottesleugner« zu verurteilen und zu bestrafen? Welche Formen der sozialen Exklusion übte man aus? Wie reagierten die Betroffenen auf die Prozesse, die Verbrennung ihrer Schriften und den Entzug ihrer Rechtsfähigkeit? Und wie gingen die Gesellschaften außerhalb Europas, etwa in Indien oder Ostasien, mit dem Thema Unglauben um? Susan Richter vertritt den Lehrstuhl für die Geschichte der Frühen Neuzeit an der Universität Heidelberg. Alexander Zinn »Aus dem Volkskörper entfernt«? Homosexuelle Männer im Nationalsozialismus Ca. 580 Seiten, gebunden, 14 x 21,3 cm D 39,95 €, A 41,10 €, CH 48,70 Fr.* Warengruppe: 556 ISBN 978-3-593-50863-4 Auch als E-Book erhältlich Erscheinungstermin: 12. April 2018 Backlist Zinn Susan Richter (Hg.) Verfolgter Unglaube Atheismus und gesellschaftliche Exklusion in historischer Perspektive Ca. 300 Seiten, kartoniert, 14 x 21,3 cm D 39,95 €, A 41,10 €, CH 48,70 Fr.* Warengruppe: 559 ISBN 978-3-593-39060-4 Auch als E-Book erhältlich Erscheinungstermin: 8. März 2018

campus Geschichte 56 57 Wissenschaftliche Reihe des Fritz Bauer Instituts Jurist, Remigrant, jüdischer Intellektueller, Sozialdemokrat Fritz Bauer ist als der Staatsanwalt in die Geschichte der Bundesrepublik eingegangen, der den Auschwitz- Prozess initiiert und in einer Vielzahl weiterer Fälle die Verfolgung von NS-Verbrechen in die Wege geleitet hat. In Büchern, Aufsätzen, Zeitungsartikeln, Interviews und Reden in Hörfunk und Fernsehen reflektierte er die gesellschaftliche und politische Lage der Bundesrepublik in der Nachkriegszeit. Daneben formulierte er ein kriminalpolitisches Programm, in dem er Ziel und Zweck des Strafrechts grundlegend infrage stellte. Bauer hat in diesen Schriften oft Positionen bezogen, die für seine Zeit ungewöhnlich waren; zugleich zeigen sie, wie eng er dem Denken seiner Zeit verbunden war. Sie gewähren Einsicht in Diskussionen der frühen Bundesrepublik und führen eindrucksvoll vor Augen, wie sich Bauer als Jurist, Remigrant, jüdischer Intellektueller und Sozialdemokrat einmischte und Gehör verschaffte. So eröffnen seine »Kleinen Schriften« aus heute meist unzugänglichen Zeitungen und Zeitschriften, den Blick auf die Brüche in Bauers Biografie, auf Exil und Remigration als Schlüsselerfahrungen. »Ein Humanist und Demokrat … ein Visionär des Rechtsstaats« Heribert Prantl, SZ Fritz Bauer (1903 – 1968) war eine der bedeutendsten Persönlichkeiten im Kampf für die juristische Ahndung der NS-Verbrechen in den 1950er- und 1960er-Jahren in Deutschland. Von den Nationalsozialisten ins Exil getrieben, kehrte Bauer 1949 nach Deutschland zurück und setzte sich als hessischer Generalstaatsanwalt für die Demokratisierung des Landes ein. Er hatte wesentlichen Anteil am Zustandekommen des Eichmann-Prozesses, war maßgeblicher Initiator des Auschwitz-Prozesses in Frankfurt am Main (1963 – 1965) und strengte ein Verfahren gegen Beteiligte am »Euthanasie«-Programm an. Erste umfassende Edition der Schriften Fritz Bauers in zwei Bänden Aufsätze, Reden, Interviews 50. Todestag von Fritz Bauer am 1. Juli 2018 Herausgegeben im Auftrag des Fritz Bauer Instituts von Lena Foljanty und David Johst Fritz Bauer Kleine Schriften Wissenschaftliche Reihe des Fritz Bauer Instituts, Band 32 Ca. 1600 Seiten, gebunden, in zwei Teilbänden, 17 x 24 cm D 78,– € A 80,20 € CH 95,20 Fr.* Warengruppe: 557 ISBN 978-3-593-50859-7 Auch als E-Book erhältlich Erscheinungstermin: 7. Juni 2018

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