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E_1928_Zeitung_Nr.064

E_1928_Zeitung_Nr.064

; Ausgabe tj>eutsche Schweiz* BFFIf, Oiensiao, 31. Juli 1928. Nummer 20 Cts* 2t. Jahrgang. — N° (4 SCHWEIZERISCHE AUTOMOBIL ZEITUNG Zentralblatt für die schweizerischen Automob ABONNEMENTS-PREISE: Erscheint Jeden Dienstag und Freitag Monatlich „Gelbe Liste** Halbjährlich Fr. 5.—, jährlich Fr. 10.—. Im Aasland unter Portozuschlag, ADMINISTRATION: Breitenrainstrasse 97, Dero Sofern nicht postamtlich bestellt. Zuschlag für postamtiiche Bestellung im In- und Ausland 30 Rappen. Postcheck-Rechnuna III/414 Telephon Bollwerk 39.84 Telegramm-Adresse: Autorevue. Bern INSERT1ONS-PREIS: Die achtgespaltene 2mm hohe Grundzeile oder deren Raum 45 Cts. für die Schweiz; für Anzeigen aas dem Ausland 60 Cts. Grössere Inserate nach Seitentarif. Inseratonsehluss 4 Tage vor Erscheinen der betreffenden Nummer Und da* Auio! werden Sie die Mine springen lassen, nehme ich an? Verzeihen Sie meine Neugierde, aber, es interessiert mich begreiflicherweise.» «Das hängt davon ab —,» sagte Mike, so undurchdringlich es ihm möglich war. Eine kurze Pause entstand. «Es scheint mir,» sagte Mr. Cherry dann in einem Tone, als sei er der Wahrheitsapostel und Mike das verirrte Schaf, «dass da nicht alles ganz richtig ist. Sie kommen daher und sagen, Sie wissen, dass ich nicht Fairlie bin, aber Sie werden es niemandem erzählen. Das ist ja riesig Heb von Ihnen, aber es schaut mir etwas verdächtig aus.» «Das ist schon möglich,» sagte Mike. Mr. Cherry zündete sich nachdenklich eine Zigarette an. Nun die Gefahr einer augenblicklichen Biossstellung geschwunden schien,» war er wieder vollständig Herr seiner selbst. Mikes Haltung war ihm rätselhaft und er bemühte sich, ihr auf den Grund zu kommen* Nun ist es für unredliche Menschen bezeichnend, dass sie beim geringsten Anlass auch bei anderen Unredlichkeit vermuten, und wenn ein Mann wie Mr. Cherry nach Gründen sucht, so sucht er instinktiv nach schimpflichen. Warum, fragte sich Mr- Zur Frage wirtschaftlicher Fortbildungskurse an der eidgenössischen technischen Hochschule. Vor kurzem durchlief ein « Mitgeteilt» die Tagespresse, wonach vom 22. bis zum 28. Oktober dieses Jahres ein wirtschaftlicher Fortbildungskurs für Ingenieure aus der Praxis an der eidgenössischen, technischen Hochschule durchgeführt werden soll. Das Programm soll Referate umfassen über be- •triebswissenschaftliche, privatwirtschaftliche und volkswirtschaftliche Fragen. Leitende Persönlichkeiten im schweizerischen Wirtschaftsleben und Dozenten der Hochschulen werden Vorträge halten. Die betriebswissenschaftliche Vortragsreihe konzentriert sich vor allem auf die Probleme der industriellen Kraft- und Wärmewirtschaft, der Organisation, der Produktion, der Wirtschaftlichkeitskontrolle usw. Die privat- und volkswirtschaftlichen Vorträge bezwecken, den Ingenieur in die wirtschaftlichen Voraussetzungen seiner technischen Arbeit einzuführen, die kaufmännischen Probleme der Unternehmung, die Vertriebsmethoden, die Absatzorganisation, die Kreditpolitik der Notenbanken, die Kartell- und Konzernbildung in ihrer Bedeutung für die Industrie ihm näher zu erläutern. Die Durchführung solch wirtschaftlicher Fortbildungskurse an unserer höchsten Hochschule ist sicher aufs Lebhafteste zu begrüssen. Es ist sicherlich nicht zu früh, wenn auch unsere Hochschulen mit dem Leben stärkern Kontakt nehmen. Mit der einseitigen wissenschaftlichen Ausbildung ist es heute nicht mehr getan. Der Ingenieur hängt in der Luft, wenn er in betriebswissenschaftlichen, sowie auch verkehrstechnischen Fragen nicht Bescheid weiss. Das Fundament unseres wirtschaftlichen Lebens bildet der Verkehr. Kapitel über Verkehrswesen sollten deshalb unserer Auffassung nach bei wirtschaftlichen Fortbildungskursen unserer Techniker nicht fehlen. Die Rolle des Automobils in der schweizerischen Volkswirtschaft ist heute eine derart bedeutende, dass sie näherer Erörterung wert ist. Zudem existiert im volkswirtschaftlichen Betrieb unseres Landes keine Erwerbsgruppe von gleicher Wichtigkeit, wie diejenige, welche der Automobilverkehr zur Folge hat. Leider ist man sich in weiten Kreisen unseres akademischen Standes über die grossen Zusammenhänge zwischen Automobil und Volkswirtschaft zu wenig klar. Es ist dringend wünschbar, dass unsere Techniker und Ingenieure sich mit dieser Materie eingehender befassen, und wir betrachten es als ^ne der wichtigsten Aufgaben der E. T. H.> sich mit diesem volkswirtschaftlichen Problem, mehr als bisher im Interesse des schweizerischen Erwerbslebens zu befassen. Wir leben dabei der angenehmen Hoffnung, •• Die Glocken schwingen über die Gauen des Heimatlandes. Des Tages Arbeit ist geleistet Um die Höhenfeuer sammelt sich die Jugend, Lampionzüge durchleuchten die Dorfstrassen, von den Rednerkanzeln herab erklingt das Wort von Vaterland und Schweizertum. Gemeinsam begehen die Schweizer den Gedenktag ihres Landes. So ist es recht. Das gemeinsame Vaterland soll von seinen Bürgern gemeinsam gefeiert werden. Ist jener Autler deshalb ein Outsider, der dem Menschenschwarm entflieht, seinen Motor in den Abend hinein singen lässt und hinausfährt an einen stillen Ort der kornreifen Landschaft, um einmal allein Zwiesprache zu halten mit seinem Vaterlande ? Um sich im Augenblick, da tausend Lichter Höhen und Täler erleuchten, Rechenschaft zu geben, was ihm sein Land bedeutet und wie er sich zu ihm einzustellen hat? Der Wagen hält, der Motor ist abgestellt, die Hände haben vom Volant gelassen. Das Land liegt offen in seinem ganzen Reichtum da. Die Bergriesen haben ihr leuchtendstes Kleid über sich geworfen, der Jura blaut am westlichen Horizont, während auf den Kuppen des Mittellandes kraftstrotzende Tannenharste gen Himmel wuchten und in den Tiefen unten goldene Felder den Menschen ihre reife Frucht entgegenbieten. Das ist deine Heimat, die Du lieben musst, weil die Kraft dieser Erde ,auch in Dir mäch-h tig ist, und was in Dir blüht und reift HeimaU gedanken sind. Das ist die Heimat, die du achten sollst, da sie Dir Kraft gegeben, um Dein Ich zu bilden, auf dass Du stolz und hoch dastandest, wie die Bäume des dunkelnden Waldes. In ihr findest Du so viel Schönheit, Kraft und Treue, dass auch dein Herz die Ueberfülle hat. Das ist die Heimat, der du vertrauen musst. Auch du musst dich leiten lassen von ihren Kräften, muss dich ihnen dass bei den massgebenden Männern unserer eidgenössischen technischen Hochschule die « bahnamtliche » Auffassung von der lästigen Konkurrenz der Automobile noch nicht Platz gegriffen hat... K. Eine Anregung. Ein Beitrag zum Kapitel «Zusammenarbeit zwischen Eisenbahn und Automobil». Wem die Zeichen des anwachsenden Verkehrs auf der Landstrasse noch zu wenig deutlich sind, der lasse sich durch die genauen Zahlen der Statistik über den rapiden Aufstieg des Autotourismus belehren. Unsere kleine Schweiz ist nicht mehr nur punkto Eisenbahnverkehr die sogenannte Drehscheibe Europas, sondern wird in steigendem Masse auch zur Drehscheibe des Automobtfverkehrs. Registrierte die schweizerische Ober- Amm^mmmA anvertrauen, bis sie das Tiefste und Beste in Dir geweckt und zum Lichte geführt haben. Das ist die Heimat, an die Du glauben sollst. Sei dankbar und demütig, wenn sie sich Dir in Grosse und Liebe offenbart und werde nicht missmutig, wenn sie sich Deinem trotzigen Herzen verschliesst. Glaube an sie. Arbeite auf den Aeckern und in den Werkstätten Deiner Heimat im Schweisse Deines Angesichtes, forsche und suche, aber verzage nicht, so werden Dir auch nach schweren Mühen die Erntetage reichen Segens beschieden sein. Und diese Heimat sollst Du nie vergessen, sondern Dich immer tiefer in die Güte und Gnade ihrer Erde versenken, und den Goldadern nachschürfen, wo sie leuchtend zu Tage treten. Je tiefer Du dringst, desto mächtiger wird Dein Gewinn sein und Du wirst die Fülle haben Jahr und Tag. So das Sinnen dieses Mannes. Die Augustglocken sind verstummt. Den Klang hält er in seiner Seele und in seinem Herzen fest, er will auch fürderhin seinem Lande gegenüber demütig und dankbar sein. Gleich dem Korn, das stolz zur Höhe strebt, sich aber in demütiger Dankbarkeit zur Erde senkt, wenn es Schwere und Reife fühlt. Der Wagen eilt dem Tale zu. Der Mann, der am Volant steuert, hat ein köstliches Erlebnis hinter sich. Er ist selber ein Stücklein Heimai geworden. Erfüllt von der Kraft seiner Erde, will er weiter dienen im Dienste seiner Familie, seiner Mitmenschen, seines Vaterlandes. Auf zahlreichen Fahrten hat er die Schönheiten seines Landes kennen gelernt, nie aber ist ihm dessen Kraft so bewusst geworden, als an diesem Abend, da er bei verstummten Motore stille Zwiesprache mit seiner Heimat gehalten. Die Alten, in dessen Gedenken der heutige 1. August steht, sollen dabei nicht vergessen sein. * K. zolldirektion im Juni 1927 an eingefahrenen Tourenwagen 8478, so ist diese Zahl im Juni 1928 auf total 10,089 Wagen angestiegen. Die Zahl der die Schweiz besuchenden oder sie durchfahrenden Automobile wird in den Monaten Juli, August und September gewiss eine noch weit grössere sein. Ganz sicher dürfte das Ziel tausender Wagen das südliche Italien bilden, ist doch die altgermanische Sehnsucht nach südlichen Gefilden sowohl im heutigen Deutschtum als auch bei uns Deutschschweizern immer noch lebendig. So war es auch wohl ein kluger Gedanke der schweizerischen Bundesbahnen, den Autotransport durch den Gotthardtunnel entweder per beschleunigte Beförderung oder per Frachtgut zu organisieren. Die Transporttaxen für beschleunigte Beförderung sind allerdings hoch genug und jeder Autler, der nicht auf Goldreifen fährt, wird sich die Ausgabe zweimal überlegen müssen. Zur billigen Frachtgutbeförderung aber stehen ihm bloss zwei Gelegenheiten zur Verfügung: morgens früh um 6.45 Uhr oder dann abends um 17.33 Uhr ab Göschenen. Es ist begreiflich, dass die beiden weit auseinander liegenden Fahr-. gelegenheiten von den meisten Automobili» sten nicht benutzt werden können. Besonders die Abgangszeit um 6.45 Uhr von Göschenen ist für den Automobilisten aus der West-, Nord- und Nordost-Schweiz nur schwer erreichbar. Die Abgangszeit am Abend dürfte* reichlich spät angesetzt sein. Dieser Umstand führt dazu, dass jeweils zahlreiche Autos umkehren und die S.B.B, das Nachsehen haben« So möchten wir im Interesse de Autotourismus als auch der schweizerischen Bundesdesbahnen 'etztern die Anregung unterbreiten, es möchte die Transportmöglichkeit des Automobils durch den Gotthard dahin erleichtert werden, dass solche bei nächstbester Ge* legenheit zu Frachtgutansätzen durch den Tunnel befördert werden könnten. Dieses Entgegenkommen von Seite der Bundesbahnen dürfte ohne Zweifel eine steigende Frequenz nach sich ziehen und für die S. B. B« zu einer beträchtlichen Einnahmequelle werden. Es wäre begrüssenswert, wenn unsere*; automobilistischen Verbände sich mit diesem Frage ebenfalls beschäftigen würden. Wie wir glauben annehmen zu dürfen, wer* den die zuständigen bahnamtlichen Behörden den Gedanken mit Wohlwollen prüfen, t Auto und Strasse im Kanton Aargau Auch die aargauische Regierung hat es nicht unterlassen, ihr spezielles Augenmerk: auf die Verbesserung und Modernisierung? des kantonal-aargauischen Strassennetzes zu richten. Ein Kanton, dessen Verkehrsleben von grosser Tragweite ist, weiss die Bedeu« tung der Strasse richtig zu schätzen. Als; Grenz- und Durchgangskanton musste den Aargau in dem Augenblicke auf eine raschere Instandhaltung seiner Strassen Bedacht nehmen, da das Automobil neben der Eisenbahn in den Mittelpunkt des Verkehrs trat. Für die Instandstellung der Strassen wurde deshalb im Dezember 1924 ein erstes diesbezügliches Dekret ausgearbeitet, dasfüij die moderne Umgestaltung der hauptsächlichsten Verkehrsadern namhafte Aufwendungen vorsah. Die Ausführung ist dabei dem Staate nicht allzu schwer geworden, da die Mittel zum grossen Teile vom Automobil und vom Benzinzollerträgnis bestritten wer-* deii konnten. Im gleichen Masse wie diö Ausgaben der Autostrassen, hoben sich die Einnahmen aus den Autogebühren, wie wir einer Aufstellung im «Aargauer Volksblatt» entnehmen können. Danach betrugen die Einnahmen an Autogebühren: A Sir Michaels Abenteuer. Roman von K. O. R. Browne. Copyright 1928 by Georg Müller, Verlag. München. (22. Fortsetzung) «Woher wissen Sie —», begann er und hielt zu spät inne. Mike winkte leicht abwehrend. «Diese Sachen erfährt man eben so. Nein, nein» — als Mr. Cherry wieder reden wollte — «ersparen Sie mir Ihre Beteuerungen, bitte. Nachdem die Tatsache nun endgültig festgestellt ist, dass Sie das nicht sind, wofür Sie sich ausgeben, bleibt jetzt nur mehr übrig zu erfahren, was Sie eigentlich sind.» Mr. Cherry, der die angeblich unbritische Eigenschaft befass, zu wissen, wann er geschlagen war, gewann mit einiger Anstrengung seine gewöhnliche Selbstbeherrschung zurück. «Nun, nun», bemerkte er leichthin. «Das ist ja recht unangenehm. Darf ich fragen» wieso Sie all dies wissen?» «Sie dürfen fragen. Ich weiss all dies, weil ich Sir Michael Fairlie kenne.». Mr. Cherry fuhr abermals zusammen. «Zum Kuckuck hinein! Da soll einen gleich der Teufel holen! So ein verdammtes Pech —». Er brütete eine Weile über diese Widrigkeit des Schicksals; dann fragte er neugierig: cSieht er mir gar nicht ähnlich?> «Gott sei Dank, weder moralisch noch physisch.> Ein plötzlicher Gedanke durchfuhr Mr. Cherry, dessen Hirn deshalb, weil das Spiel verloren schien, nicht aufgehört hatte zuarbeiten. «Wenn Sie Fairlie kennen, haben Sie ja gestern schon alles gewusst. Warum haben Sie es nicht verraten?» Nun war es an Mike, verlegen zu werden. Denn wenn er es recht überlegte, wurde es ihm klar, dass er auch jetzt noch flicht wünschte, es zu verraten. Er sah, dass er in dem Bestreben, diesen Betrüger zu erschrecken, nun in eine etwas schwierige Situation geraten war, denn wenn es auch keinen stichhaltigen Grund gab, den Kerl nicht öffentlich bloßzustellen, hatte er augenblicklich doch gar keine Lust dazu. Seit dem gestrigen Abend hatte er mit Anne nur ein paar hastige Worte wechseln können, da die junge Dame seit Mittag auf einem Auto-Ausflug mit Mrs. Bytheway, Mr. Cherry und der kleinen Violet gewesen war. Wenn Mike jetzt die Tatsache enthüllte, würde das im Hause Bytheway einen solchen Aufruhr verursachen, dass es seine Werbung ernstlich behindern konnte. Sobald er als der echte Sir Michael enthüllt dastand, war es höchstwahrscheinlich, dass er keine Gelegenheit mehr bekommen würde, mit seiner Herzensdame allein zu sprechen. Auch würde in diesem Fall der Betrüger ungestraft entkommen, denn die Bytheways würden kaum die Polizei herbeirufen und ihre Leichtgläubigkeit eingestehen. Was sehr bedauerlich wäre, den wer sich einen würdigen Namen für einen unwürdigen Zweck ausborgt, verdient eine ganz ausgesuchte Strafe. Während er so überlegte, fühlte er plötzlich Mr. Cherrys durchdringenden Blick auf sich gerichtet, was seine Verlegenheit noch steigerte. «Weil — ah — weil — ich meine Gründe hatte,» erwiderte er endlich nicht sehr überzeugend. «So, so,» sagte Mr. Cherry. »Aber jetzt