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E_1928_Zeitung_Nr.072

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—'arcourir les grandes

—'arcourir les grandes routes dans une voiture canfortable 1 Traverser des pays nouveaux! Visiter des villes remplies de Souvenirs hisforiques! Se prelasser aujourdhui au bord de la «Grande Bleue» et demain gravir l'etroite route en lacets qui vous procurera de saines emoh'ons, puis, enfin, sur ia haufeur, contempler avec ravissement un panorama uniquel Mais, void que Ie vent se leve; quelques gouttes tombent d'un ciel qui s'assombrit de plus en plus et void subifement le froid auquel l'on ne s'attendait guere. Automobilistes, mes amis, lorsque vous prenez votre envol, prenez aussi vos precauüons: n'allez pas gäter une belle randonnee par une imprudence. Ä ce propos que pourrions-nous vous proposer de mieux que de prendre avec vous un «Argyll» ? Nous ne connaissons rien de plus confortable pour voyager en auto: c'est non seulement le manteau de l'homroe chic et elegant, c'est surtout par excellence, Ie manteau de l'automobiliste. Son tissu. est une merveille de souplesse et de solidite. Sa forme est si bien comprise que vous ne serez gene en aucun moment dans vos mouvemenfs, ni comme cela arrive si frequemment, ä la hauteur des genoux. Avec l'«Argyll> vous vous sentez ä. votre volant aussi a l'aise qu'en leger costume d'ete. — Chic, distingue, ä deux rangs de boutons, «Argyll» classe immediatement 1'homme qui le porte. Etant Ie seul representant en Suisse des manteaux Aquascutum Ltd. de Londres je me ferai un plaisir de vous envoyer catologue et prix sur demande. JACQUET, CHEMISIER GEN£VE ZÜRICH BERLIN 2, rue du Rhone Bahnhofstrasse 12 Friedr. Ebertstr. 7 E MARELLJ MARELLI-Horn der letzte Fortschritt in elektrischen Signalhörnern. Gibt einen weittragenden harmonischen Ton. ohne zu erschrecken. Für 6 und 12 Volt lieferbar. Generalvertretung für die Schweiz: Hilfiker & Co., Bern Beundenfeldstrasse 31 Telephon Bollwerk 26.9O avec les aveptisseups opdinaipes... mit gewöhnlichem Signalhorn ...

Ruth Eider, die hübsche, junge Amerikanerin, die bekanntlich im vorigen Jahre den Ozean beinahe überflogen hätte, konnte nicht umhin, nach dem Muster anderer Berühmtheiten, ihre Denkwürdigkeiten für die Mitund Nachwelt aufzuzeichnen, ehe sie im raschen Wechsel der Tagessensationen in Vergessenheit geraten ist. Die Memoiren wirken erfrischend durch die Ursprünglichkeit und die Offenherzigkeit, mit der die schöne Ruth über ihren ärmlichen Anfang und ihre zahlreichen Liebesabenteuer berichtet. Als die Fliegerin nach ihrer Rückkehr mit Triumph in New-York einzog, wurde sie von der Menge mit dem echt amerikanischen Zuruf «Oh, you Ruth!» empfangen. Derselbe Ausruf dürfte den Lippen manchen sittenstrengen Puritaners entfahren, der die offenherzigen Bekenntnisse des «fliegenden Backfisches» liest. * Mit 18 Jahren: Verheiratet, geschieden — wieder verheiratet. Ruth Eider kam, wie die wienerische Presse zu berichten weiss, in einer kleinen Provinzstadt im Südstaate von Alabama in einem Heim zur Welt, in dem stets Ueberfluss an Geldmangel herrschte. Vater war oft arbeitslos, die Mutter kränklich und die acht Kinder mussten oft hungern. Es war nicht einmal Geld für das Kino da, was in Amerika die äusserste Grenze von Armut bedeutet. Bald musste Ruth in einer Nachbarstadt ein© Laufstelle mit zwölf Dollars in der Woche annehmen. Da sie hier nicht vorwärts kam, verheiratete sie sich im Alter von siebzehn Jahren mit einem um zehn Jähre älteren Jüngling. Bereits nach acht Monaten stand sie als geschiedener Backfisch da. Nach vergeblichen Versuchen, eine gute Stellung zu finden, reiste sie zu einer Tante nach Panama, wo sie zarte Beziehungen zu einem jungen Agenten namens Lyle Womak anknüpfte und ihn bald darauf heiratete. Nach längeren Irrfahrten mit ihrem Gatten Nummer zwei musste Ruth eine Stellung bei einem Zahnarzt mit dem fürstlichen Lohn von 17 Dollars wöchentlich annehmen. Von diesem Einkommen lebten die jungen Leute zwei Jahre lang in einem winzigen Zimmer. Kein Wunder, dass das abenteuerlich veranlagte Mädchen bald auch ihres zweiten Gatten überdrüssig wurde, der ihr den erträumten Luxus nicht bieten konnte. Sie spähte daher nach neuen Bekanntschaften aus und hatte das Glück, den Fliegerhauptmann George Haldemann kennen zu lernen, der sie ofopOzean. zu ihrem ersten Flug mit in die Lüfte mitnahm. Dem ersten folgten viele andere und schliesslich überredete sie ihn, ihr «für das Geld, das sie von den Wirtschaftsausgaben ersparte,» Flugunterricht zu geben. Als sie zum erstenmal allein aufsteigen durfte, stand ihr Beschluss, über den Atlantischen Ozean zu fliegen, unerschütterlich fest. Zuerst lachte man über die wahnsinnigen Pläne der niedlichen jungen Frau, als aber dann das Lindbergh-Fieber ausbrach, begann man einzusehen, dass bei dem Geschäft etwas zu verdienen sei und einige reiche Plantagebesitzer in Florida interessierten sich für die Pläne Ruths. Das Flugzeug «American Girl» wurde für ihre Rechnung gebaut und ihr Lehrer, Kapitän Haldeman, erhielt den ehrenvollen Auftrag, seine Freundin zu begleiten. Das Vabanque-Spiel eines kleinen Girls. Nun war der Wendepunkt im Leben der ehrgeizigen Miss eingetreten. Sie nahm wieder ihren Mädchenamen an, denn, wie sie in ihrem Buche erklärt, «machen es verheiratete Frauen in der ganzen Welt so, wenn sie ins Geschäfts- oder Berufsleben eintreten. Mein Mann,» so fügt sie hinzu, «hat ja an meinen Flügen keinen Anteil, so dass ich nicht einsehe, warum er vor das Licht der Oeffentlichkeit gestellt werden sollte». Die Familie war überzeugt, dass Ruth vollkommen irrsinnig geworden sei, als sie die Stellung bei dem Zahnarzt kurzerhand kündigte. Es war tödlich langweilig, so schreibt sie, immer mit Leuten zusammen zu kommen, die voövihKjh Zähnen sprachen; 4ind am Te- zeuges, dass sie verloren waren, wenn nicht ein Wunder geschehe. Aber gerade dieses Wunder traf ein. Ein holländisches Flugzeug tauchte zum Glück gerade auf, als die Maschine in der Nähe der Azoren niedergehen musste. Das Flugzeug verbrannte lephon.- j Auskünfte/ zu geben, * während die jährend der^Bergüng'sversuche, aber die Flieger setzten im Schiff die Reise nach Europa ganze Welt voller Abenteuer und Dollars lockte. Nicht einen Augenblick, so erklärt fort. Ihre Reisekasse betrug nur 72 Cents, sie, wurde ich in meinem Entschluss schwankend. Hier bot sich eine Gelegenheit, als grenzenlos und die Heldin des beinahe ge- aber in Lissabon waren die Huldigungen erste- Frau, die über den Ozean flog, Berühmtheit zu erlangen, der Armut zu entge- weisser Bluse und einer Mütze herum, die lungenen Fluges stolzierte in Pumphosen, hen, die Körper und Seele aufzehrte, dies der Schiffskapitän ihr geliehen hatte. Dann war meine Chance, alles andere bedeutete gelang es* den beiden,' ein Junkers-Flugzeug nichts. Als Haldeman und seine Ruth im zu leihen und nach Madrid zu fliegen, wo sie September vorigen Jahres auf dem Flugfeld Gäste des amerikanischen Gesandten waren. bei New-York landeten, umschwärmten die «Die spanische Regierung zeichnete mich Reporter das Flugzeug, «ich wurde photographiert und ausgefragt und am nächsten nen toll vor Begeisterung zu sein. Es war durch einen Orden aus und die Leute schie- Tage stand mein Bild und Namen auf der wie ein Traum für das unbedeutende Mädchen aus Alabama, das nur Armut, Entbeh- ersten Seite aller Zeitungen». Endlich war ich mehr als eine «blosse Null». Nun wird rung und Langweile gekannt hatte.» keiner mehr wagen, mir eine Stellung mit Von Madrid ging der Flug nach Paris, wo 17 Dollars wöchentlich anzubieten. die Ozeanflieger mit einer Begrüssungsrede «unter Applaus und Knallen von Sektkorken» empfangen wurden. Die Volksmenge füllte Mit 72 Cents nach Europa. Trotzdem die Wetteraussichten so schlecht wie möglich waren, stieg man auf, denn Ruth fürchtete, dass eine Konkurrentin ihr zuvorkommen würde. Als das Oel zu Ende war, wussten die beiden Insassen des Flugdie Strassen, von Fenstern und Erkern hingen Girlanden, man warf Blumen und Hess die «amerikanische Midinette» hochleben. Der Handelsmanister Bokanovsky küsste Ruth auf die Stirn, während die hervorragendsten Kenner der französischen Flugwelt Die Frau am Volant. .; Um Himmelswillen, Robert, jetzt habe ich vergessen, den Benzinhahn zu schliessen! zusahen. Denkt euch, so bemerkt die Verfasserin, dieses Bild als Gegensatz zu den anderen in dem kleinen Frovinznest in Florida, wo ich in weisser Schwesterkleidung umherlief, mit Baumwolle und Kneifzange hantierte und von früh bis spät am Telephon Auskünfte Zürich am See Eil ü Esplanade Tabarin - Bar Concert felnataa Qbfuvutif" Sir Michaels Abenteuer. Roman ron K. 0. R. Browne. Copyright 1928 by Georg Müller, Verlag, München. (Fortsetzung vom Hauptblatt.) Für einen verliebten jungen Mann mag es nicht viele Aufgaben geben, die ihm weniger liegen als die, sich um mangelhafte Abzugsrohre zu bekümmern, und Mike hatte mit unverfälschter, wenn auch unpassender Freude die übellaunige Mrs. Gizzard mit Rheumatismus zu Bett liegend angetroffen und durchaus unfähig, sanitäre Massnahmen mit der nötigen Ruhe zu besprechen. Nachdem er ihr einen unaufrichtigen Wunsch für ihre baldige Genesung ausgedrückt, war er mit höchster Eile nach Lindleyhaus zurückgekehrt, fest entschlossen, ehe der Tag eine Stunde älter wurde, das Geheimnis von Annes Unfreundlichkeit zu enträtseln. Melancholisch pfeifend, wie er bei tiefem Nachdenken zu tun pflegte, erreichte er die Terrasse und näherte sich gerade der Bibliothekstüre, als eine merkwürdige Bewegung im Zimmer sein Auge fesselte. An der Wand der Bibliothek, in der Nähe des Fensters und dem Kamin gerade gegenüber hing nämlich schräg ein grosser Spiegel, der jedem, der quer über die Terrasse herkam, die andere Seite des Zimmers deutlich zeigte. Auf diese Art konnte'Mike die elegante Gestalt Mr. Cherrys beobachten, wie er etwas mit der Kohlenkiste machte und rasch von dieser weg zur Mitte des Kamins sprang. Mike begann neugierig zu werden. Es gab ja keinen Grund, warum der Mensch nicht mit der Kohlenkiste spielen sollte, wenn ihm so etwas Spass machte, aber im August war doch eine Kohlenkiste ein nutzloses und langweiliges Gerät. Es schien Mike, dass hier etwas nicht ganz richtig sei. Wenn auch seine erste Sorge war, sich mit Anne auszusprechen, durfte er doch seine offenbare Pflicht in bezug auf diesen Verkörperer alter Namen nicht vernachlässigen. Er steckte daher ein fröhliches Lächeln auf und trat ins Zimmer. Bei seinem Anblick verfinsterte sich Mr. Cherrys Gesicht, denn der Kerl von einem Sekretär war der letzte, den er in diesem Augenblick zu sehen wünschte. «Ich dachte, Sie seien ausgegangen», sagte er kurz. «Ich war aus,» gab Mike offen zu, «aber jetzt bin ich wieder zurück.» Pause. Mike zündete sich eine Zigarette an und sank mit einem zufriedenen Seufzer in den bequemsten Stuhl. «Ich schreibe eben Briefe», bemerkte Mr. Cherry anzüglich. Mikes Augen überflogen den Schreibtisch, wo das unbefleckte Löschpapier, das geschlossene Schreibzeug und die allgemeine Unberührtheit gegen eine solche Tätigkeit zeugten. «Das sehe ich», erwiderte er ruhig. Wieder eine Pause, während Mike Rauchringe zur Decke emporblies und Mr Cherry ihn nervös von der Seite ansah. Selten war ihm jemand so zuwider gewesen, wie der Sekretär in diesem Augenblick. Sah der Tölpel nicht, dass er ihm ungelegen kam? Mr. Cherry vergass ganz, dass er vor kurzem noch geschworen hatte, Mike nicht aus den Augen zu lassen, und zerbrach sich den Kopf, wie er den unwillkommenen Gefährten los werden könnte. «Haben Sie keine Arbeit?» fragte er. «Arbeit?» wiederholte Mike träumerisch. «Was ist das? Es hat einen unangenehmen Klang. Doch, zum Kuckuck!» Er setzte sich plötzlich auf. «Vielen Dank, dass Sie mich erinnern, lieber alter Genosse meiner Schmach! Freilich habe ich Arbeit. Briefe, Briefe für Mrs. Bytheway zu schreiben. Dringende Briefe über Abzugsrohre und Briefmarken. Ich wette, Sie wissen nicht, was eine schwarze dreieckige Kap ist. Wenn Sie am Schreibtisch nichts mehr zu tun haben, lassen Sie mich hin. «Ich bin aber noch nicht fertig», sagte Mr. Cherry bissig. «Und Sie täten auch besser, schleunigst zu verduften!» Er tat einen Schritt auf den Schreibtisch zu, aber Mike kam ihm zuvor und Hess sich in den Stuhl dort nieder. «Nun, nun!» sagte er sanft. »Lassen Sie Ihre schimimen Leidenschaften nicht die Oberhand gewinnen! Es sieht beinah so aus, als ob Sie sich um meine Gesellschaft nicht reissen würden.» «Tu ich auch nicht!» «Nun, dann wenden Sie sich 1 zur Rechten, da werden Sie eine Türe bemerken. Sobald Sie diese durchschritten Jiaben, sind Sie von meiner Gegenwart befreit. Aber wenn Sie mich jetzt entschuldigen wollen — ich muss wirklich schauen, mit meiner Korrespondenz weiterzukommen, «Hören Sie —» «Wie», fragte Mike ohne aufzublicken, «schreibt man «Verkörperung»?» Erstickte Wut zwang Mr. Cherry, zu schweigen. Die kostbaren Minuten flogen dahin; jeden Augenblick konnte die Familie zurückkehren, und wenn einmal Mrs. Bytheway das" Haus mit ihrer Gegenwart füllte, mochte der Teufel wissen, wann er dazu) kam, die Schmuckkassette aus der Kohlenkiste zu holen. Für seine Pläne aber war es von grösster Wichtigkeit, dass er sich schleunigst auf den Weg machte. Er hatte vorgehabt, von seiner Hausfrau eilig Abschied zu nehmen und ihr zu erklären, dass unerwartete Familien-Unannehmlichkeiten ihn telephonisch nach London berufen hätten, wodurch er sich einen guten Abgang sicherte. Er verfluchte den dienstbaren Geist, dessen Eifer ihn von seinem Zimmer ferngehalten;' wäre dieser nicht gewesen, so läge die Schmuckkassette jetzt wohlverwahrt in seinem Koffer. Vorübergehend kam ihm der Gedanke, dass er im schlimmsten Fall den Sekretär einweihen, ihm einen Anteil an der Beute bieten und sich so seiner Hilfe versichern könnte, doch liess er ihn sofort wieder fallen. Er hatte nie mit irgend jemanden geteilt und würde jetzt nicht damit anfangen, ausserdem hasste er den Tölpel. Aber wie ihn aus dem Zimmer bringen, ohne seinen Verdacht zu erregen? ^Fortsetzung folgt).