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E_1928_Zeitung_Nr.073

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gen wären Polizeikontrollen nicht möglich. Not kennt kein Gebot, und es gibt viele Fälle, da niemand an Geschwindigkeitsüberschreitungen Anstoss nimmt, wenn deren Zweck begründet werden kann und die Geschwindigkeitsübertretung nur dann begangen wird, wenn sie die öffentliche Sicherheit nicht gefährdet. Der Arzt wird nicht bestraft, wenn er nachweisen kann, dass er in einem Notfall schneller gefahren ist als ihm das Gesetz erlaubte (wobei der Tierarzt natürlich dem Arzt gleichgestellt ist, die Red.). Immerhin geht eine solche Fahrt auf Verantwortung des Führers und es darf nur da schneller gefahren werden, wo es die Verhältnisse erlauben. Im übrigen darf nur mit der nach Lage der Umstände gebotenen Geschwindigkeit gefahren werden.» Wenn das erwähnte Gutachten die Einschränkung macht, es dürfe die Geschwindigkeitsübertretung in Notfällen nicht Selbstzweck sein, so ist dies sehr begreiflich und tut der Weitsichtigkeit der Auffassung keinen Abbruch. Der Chef der Motorfahrzeugkontrolle weist mit Recht darauf hin, dass die erhöhte Geschwindigkeit eben nur dann einen Zweck habe und verantwortet werden könne, wenn der Arzt, Feuerwehrsmann oder Krankenwärter damit auch das gewollte Ziel erreicht. Wird durch die grössere Geschwindigkeit ein Unfall verursacht, der das eigene Fahrzeug mit aufhält, so wird anstelle einer beschleunigten Beförderung an einen bestimmten Ort eventuell eine recht tragische Verspätung verursacht, die gerade verhütet werden wollte. Es ist erfreulich, dass sich massgebende Instanzen von einer abstrakten Paragraphenreiterei losmachen konnten und eine sinngemässe Interpretation der zeitlich überlebten Verkehrsgesetze anstreben. Wenn fortschrittliche Auffassungen gerade in einem der verkehrsreichsten Kantone sich Bahn brechen, dann darf erwartet werden, dass weitere Stände diesem Beispiel folgen. Hoffentlich wird auch eine kommende eidg. Gesetzgebung den Richtern eine grosszügigere Stellungnahme in derartigen Fällen ermöglichen und zu diesem Zwecke nicht nur die überlebte Geschwindigkeitsvorschrift modernisiert, sondern auch die Ausnahme des Notfalles ausdrücklich vorgesehen. B. Die Weltproduktion an Automobilen Im laufenden Jahre. Das amerikanische Handelsdepartement in Washington hat auf Grund der ihm aus dem Auslande zugegangenen Berichte, eine Zusammenstellung der mutmasslichen Automobilproduktion in der ganzen Welt für 1928 veröffentlicht. Nach dieser beziffert sich die ganze Automobilerzeugung für das laufende Jahr auf 4,84 Millionen Personen- und Lastkraftwagen, was einer Produktionssteigerung von 690,000 Wagen oder rund 16 Prozent gegenüber 1927 entsprechen würde. Die amerikanische Produktion allein wird auf vier Millionen Stück angesetzt, was eine Mehrfabrikation von ca. 605,000 Wagen ergäbe. Ueber die schätzungsweise Bedeutung der Automobilherstellung in einzelnen Ländern pro 1928 orientierten folgende, der erwähnten Bekanntmachung des Washingtoner Handelsdepartementes entnommene Zahlen: Voraussichtlich© Produktion 1928 4 000000 Wagen Amerika Kanada 200 000 Frankreich 200000 Deutschland 91000 Italien 55 000 Oester reich 11500 Belgien 8 200 Produktion des Vorjahres 3 395 000 Wagen 179 500 » 190 000 72 000 » 54000 8 700 » 6 500 > Schweiz 1600 1500 In wieweit diese mutmasslichen Ergebnisse für die diesjährige Fabrikation zutreffen, kann zurzeit noch nicht festgestellt werden. Zudem scheinen uns einige der Angaben nicht ganz den Tatsachen zu entsprechen. Die für die schweizerische Produktion angegebenen Zahlen sind beispielsweise übersetzt. Nach sachkundiger Schätzung betrug die letztjährige Fabrikation insgesamt acht hundert Wagen und dürfte dieses Jahr vielleicht das erste Tausend erreichen. Die Zahl der in Italien hergestellten Wagen ist dagegen sehr wahrscheinlich zu niedrig angegeben. Auf alle Fälle war die letztjährige Produktion bedeutender und dürfte sich annähernd mit derjenigen Deutschlands gedeckt haben. Sonst werden die Daten ziemlich den tatsächlichen " Verhältnissen entsprechen, was umso eher anzunehmen ist, als die offiziellen amerikanischen Statistiken in der Regel sehr sorgfältig angelegt werden und gerade dem Handelsdepartement gewöhnlich ein reiches und akkurates Material über die ausländischen Wirtschaftsverhältnisse zur Verfügung steht. Immerhin sind die Zahlen schon deshalb interessant, als sie doch ein gutes Bild von der Bedeutung der Automobilindustrie in den einzelnen Ländern geben und einen Begriff darüber vermitteln, in welchem Masse die verschiedenen Nationen zur Weltproduktion beitragen. Z. Der englische Strassenzensus. London, August 1928. Letzte Woche war ein Heer von 15,000 Mann auf ca. 5000 Beobachtungsposten im Strassennetz von ganz Grossbritannien verteilt, um den diesjährigen Strassenzensus, die grosse Verkehrszählung durchzuführen. Seit 1925 ist dies wieder die erste grosse Zählung, welche das Verkehrsministerium organisiert. Der Verkehr wird zu diesem Zweck während einer ganzen Woche von morgens sechs bis abends 10 Uhr an all den Zählorten registriert und zwar wird der Verkehr in beiden Richtungen berücksichtigt, wobei zur Erleichterung der Ausarbeitung gleich bei der Erhebung eine Unterteilung für Automobile, Motorräder, Omnibusse, Tramways und Fahrräder gemacht wird. Das so gesammelte Material wird den Verkehrsbehörden reichliche Unterlagen für die Lösung mancherlei Aufgaben geben. Vor allem dienen die Ergebnisse der Bauverwaltung, welche ihr Arbeitsprogramm für die kommenden Strassenbauten entsprechend gestalten wird. So wird z. B. die Zählungergeben, welche Strassenzüge den grössten Durchgangsverkehr aufweisen und deshalb bezüglich Ausbau und Unterhalt ganz besonders berücksichtigt werden müssen. Die Art der Frequenz der einzelnen Routen, die Stauungen an bestimmten Punkten werden statistisch ebenfalls erfasst, sodass die Baubehörde entscheiden kann, wo Strassen- und Brückenerweiterungen wünschbär sind, wo an Strassenkreuzungen bauliche Aenderungsn vorgenommen werden müssen und an welchen Stellen eine Traceänderung vorteilhaft wäre etc. Die Auszählung und Auswertung des gesammelten Materials wird mehrere Monate in Anspruch nehmen, dafür aber den betreffenden Instanzen wertvolle Fingerzeige für eine möglichst zweckmässige Verwendung der ihnen für Strassenbauzwecke zur Verfügung gestellten Mittel geben. bi. Eisenbahn und Autobus. Es ist begreiflieh, das die Eisenbahnen das Aufkommen der regelmässigen Autobusbetriebe nicht AUTOMOBIL-REVUE 1328 — NO 73 gerne sehen, In dem Augenblicke, da die Autobusse in modernster Form und Ausstattung und mit allem Kömfort versehen einen regelmässigen Fahrplandienst aufnehmen, können sie zu einer nicht zu unterschätzenden Gefahr für die Eisenbahnen werden. Die französischen Eisenbahnen glauben bereits eine Beeinträchtigung ihrer Einnahmen durch den Autobustransport spüren zu können. TJm dem unerquicklichen Wettbewerb ein Ende zu bereiten, hat deshalb der französische Minister der öffentlichen Arbeiten ein Projekt ausgearbeitet, das die gegenseitige Konkurrenzierung aus der Welt schaffen will und dafür ein Bündnis zwischen,den beiden vorsieht. Nach dem Projekte soll ein Transportdienst eingerichtet werden, der eine Zusammenarbeit zwischen Eisenbahn und Autobus zur Grundlage hätte, und der unter der Kontrolle und der finanziellen Leitung der Eisenbahn-Gesellschaft stünde. Wie weit sich dieser Plan realisieren lassen wird, ohne die Autonomie der Autobustransportgesellschaften zu beeinträchtigen, ist eine Frage, die jedenfalls noch nicht gelöst ist. Ist man so in Frankreich mehr auf Frieden gestimmt, so scheint es, dass es in England zu einem offenen Kriege zwischen Bahn und Autobus kommen wird. Die vier grössten englischen Eisenbahngesellschaften beabsichtigen, um dem Autobus den Boden unter den Rädern zu entziehen, die Wochenendfahrkarten ganz beträchtlich im Preise zu reduzieren und hoffen damit, einen ersten entscheidenden Schlag gegen die rivalisierenden Autobusgesellschaften zu führen, -ei- Americau Automobile Association. Diese grösste Automobilisten-Vereinigung, welche heute über ungefähr 900,000 Mitglieder verfügt, gibt bekannt, dass sich ihr bis heute nicht weniger als 1065 Automobilclubs angeschlossen haben. Die 7 Amerikanische Automobile-Association, die sich in keiner Weise mit dem Automobilsport befasst, hat ihr Haupttätigkeitsgebiet auf die Touristik und den Schutz der Automobilisten auf dem Gebiete der Gesetzgebung, des Rechtsschutzes und des Versicherungswesens verlegt. Die Die drei siegreichen Wagen vom Berner Lampionkorso ft:aa.i*ÄWAtyitSsS!«Sä Die mit dem I. Preise bedachte venezianische Gondel von Ritz-Tours; Der m wundervollen Farben leuchtendp Rokokostrauss von Herrn Hüfiker, Generalvertreter der Magneti Marclli, welcher den zweiten Preis erhielt. Die originelle Laterne, «Vivo la femmc», auf dem rassigen Stutz von Herrn Schlotterbeck, dören ulkige Silhouetten vom Zeichner unseres Blattes ausgeführt wurden. American Automobile Association besitzt heute rund 4000 Touristikbureaux, welche im Laufe des Jahres 1927 Tourenbeschreibungen für 12,000,000 Automobilfahrten abgegeben haben. Ausserdem wurden unzählige Automobil-Führer und -Karten an die Mitglieder verkauft, so dass sich die Einnahmen aus diesem Touristikdienst der American Automobile Association im Jahre 1927 auf über 650,000 Dollars stellten. Es handelt sich bei diesem Touristikdienst der Amerikanischen Automobile Association wohl um die grösste Reiseagentur der Welt, welche über eine vorbildliche Organisation verfügt und in der Lage ist, den Mitgliedern ein Maximum von Vorteilen zu bieten. s. Die Automobilbussen in Frankreich. Die französischen Behörden haben eine neue Verordnung erlassen, die sich im speziellen mit der Erhebung der ausgefällten Polizeibussen befasst. Die bezüglichen Vorschriften sehen was folgt vor: 1. Zum sofortigen Einzug der ausgesprochenen Polizeibusse sind nur die Polizeimannschaften, die sich speziell mit dem Strassenverkehr zu befassen haben, befugt. 2. Die Zahlung der Busse durch den Automobilisten ist fakultativ, sie bezweckt nur die Vermeidung der gerichtlichen Verfolgung des Automobilisten. 3. Der die betreffende Busse einziehende Polizist hat über die vereinnahmte Summe den gebüssten Automobilisten eine Quittung auszuhändigen, die gleichzeitig als Protokoll über die verfügte Busse dient. 4. Der zu bezahlende Betrag ist pauschal festgesetzt auf frz. Fr. 75.— für Bussen im Betrage von Fr. 1.— bis Fr. 5.—, auf Fr< 100.— für Bussen von Fr. 6.— bis Fr. 10.— und auf Fr. 150.— für Bussen über Fr. 10.—* IXU&N AUS AUTO-UNFÄLLEN Hornissen und Auto. Dieser Tage ist in der Nähe von Ueberlingen am Bodensee ein; schwerer Unfall passiert; ein Autobus mit 18 Insassen wurde von einem Hornissenschwarm überfallen. Bei der Abwehr verlor der Chauffeur die Herrschaft über den Wagen, er fuhr an einen Baum; das Auto wurde stark beschädigt und die meisten Insassen wurden zum Teil schwer verletzt. Bienen* Wespen und besonders Hornisse» können den Automobillenker in schwere Gefahr bringen; raschgehende Personenfahrzeuge können sich dieser Gefahr in den meisten Fällen durch rasche Flucht entziehen, da die Angreifer bei raschem Tempo schon allein durch den entstehenden Luftzug am Stechen verhindert werden. Ganz; anders, wenn ein langsameres Fahrzeug in einen solchen Schwärm gerät; in diesem Fall ist es sicher richtiger, das Fahrzeug überhaupt zum Stehen zu bringen. Es ist besser, eine Anzahl Insektenstiche in Kauf zu nehmen, als, wie im Vorfall bei Ueberlingen, das Leben der Fahrgäste durch Sturz oder Zertrümmerung des Fahrzeuges zu riskieren. N Zur bernischen Praxis in der Erteilung von Fahrbewilligungen. Vom Sekretariat Bern des Autogewerbe- Schutzverbandes werden wir um Aufnahm© folgender Mitteilung gebeten: Wie sehr es not tut, dass die Automobilfahrer und das Autogewerbe sich zusammenschliessen, zeigt folgendes Vorkommnis jüngsten Datums: Exn in Frankreich wohnender Schweizer, Chauffeur von Beruf, will seine Ferien in der Schweiz verbringen. Für seine beabsichtigte Ferienfahrt kauft er sich bei einer Berner Firma einen Wagen und entrichtet prompt seinen Obolus an den Staat in Form der Steuer. Um nun seine Ferienfahrt antreten zu können, sucht er beim kantonalen Automobilbureau in Bern um Bewilligung nach, die geforderte Fahrprüfung sofort ablegen zu können. Dabei hat er das Pech, seine französische Fahrbewilligung in Frankreich zurückgelassen zu haben. Immerhin kann er seinen Beruf als Chauffeur durch seine Logitimationspapiere nachweisen. Wenn schon das Erfordernis, als Berufsfahrer mit zehnjähriger Fahrpraxis nochmals eine Fahrprüfung ablegen zu müssen, widersinnig erscheint, so wirkt das weitere Verhalten des Automobilbureaus geradezu lächerlich: Dem Gcsuchsteller wird die Antwort zuteil: «Es kann keine Rede davon sein, dass Sie die Fahrprüfung sofort ablegen können, Sio müssen zuerst eine Lornfahrbewilligung lösen und erst nach drei Wochen können Sie sich zur Prüfung melden.» Soweit die tatsächlichen Feststellungen; an welchen die auf Intervention bei einer übergeordneten kant. Behörde nachträglich erteilte Bewilligung: nichts ändert. Man fragt sich nun wirklich, was sich die Herren des Automobilbureaus dabei denken, einem schweizerischen Berufsfahrer, der dem schweizerischen Hände] einige Tausend und dem Staato einige Hundert Franken zuhält, solche Kostproben des gehegten und gepflegten Bureaukratenzopf.es zu servieren. Sie rechnen sicher damit, dem AutoJ mobilismus, welchem letzten Endes auch sio ihr Brot verdanken, grosse Dienste zu leisten, wenn solcher Praxis Vorschub gewährt wird. Wir Autofahrer haben das grösste Interesse* das.q ein schweizerisches Verkehrssrestz geschaffen wird, welches auo.h mit solchem Bureaukratisraus reinster Rasse radikal aufräumt. S.

iN ü *3 - 1 28 Die Autavia der Sektion Bern des A. C. S. 15. September 1928 in Thun. Wie schon angekündigt, organisiert die Sektion Born des A. C S. gemeinsam mit der Ortsgruppe Bern der Avia eine militärisch-sportliche Konkurrenz, die als geschlossene Veranstaltung zur Durchführung gelangt. Deren Reglement .ist dieser Tage erschienen. Die Avia startet insgesamt mit zwanzig Flugzeugen, so dass, dank einer geschickten Ausarbeitung des Reglementes, welches zwei Automobile pro Flugzeug vorsieht, 40 Wagen an der interessanten und spannenden Veranstaltung teilnehmen können. Die Aufgabe für jede aus einem Flugzeug und zwei Wagen bestehenden Equipe lautet wie folgt: In einem genau bezeichneten Kartenraum (1-100 000, Blatt Bern) befinden sich zwei Kömmandoposten und eine Meldesammelstelle, die den Konkurrenten unbekannt sind. Das Flugzeug hat die Lage dieser drei Posten auszukundschaften und sie nach erfolgter Landung den beiden Automobilbesatzungen zu melden. Die Automobile fahren auf dem kürzesten Wege zur Meldesammelstelle, übernehmen -dort je eine Meldung, um sie dann dem bestimmten Kommandoposten zu überbringen. Die Klassifizierung erfolgt selbstverständlich nach der Zeit. Als Wertung gilt die Spanne zwischen dem Start des Flugzeuges und der Ablieferung der Meldungen an den beiden Kommandoposten. Die Meldesammelstelle wird durch ein grosses, auf dem Boden ausgelegtes Kreuz bezeichnet, die beiden Kommandoposten durch ein Doppel-T. Programm: 14 Uhr: Auslosen der Startreihenfolge und Abgabe der Startnummern in der Flughalle. 14 Uhr 30: Befehlsausgabe und Auslegen der Zeichen 15 Uhr: Erster Start. 18 Uhr 30: Schluss der Autavia. 22 Uhr 30: Preisverteilung im Kasino Bern. Die Hälfte der angekommenen Equipen erhält als Preis den A. C. S.-Becher. Die Preise sind so vorgesehen, dass jeder Teilnehmer gesondert seinen Teil erhält Sämtlichen Leerausgehenden wird die Autavia-Plakette überreicht. Anmeldungen sind bis zum 8. September, 18 Uhr, dem Sekretariat der Sektion Bern des A. C. S., Breitenrainstrasse 97, Bern, einzureichen. Nenngold: Fr 20.— pro Flugzeug und Automobil (Postscheckkonto III 737). Das Riesengebirgs-Rennen (26. August). Eine Bergprüfung mit stehendem Start gelangte bei idealem Rennwetter zum Austrag. Am Starte fanden sich ausnahmslos Serienwagen ein. Die beste Zeit des Tages fuhr Haipaus auf Mercedes-Benz; an zweiter Stelle landete der Mercedes-Benz-Wagen des Freiherrn von Jungenfeld. Resultate: Rennwagen bis zu 2000 ccm, im Alleingang: Landolf Rhode, Breslau (Amilcar), 4: 15. — Sportund Tourenwagen, bis 500 ccm: 1. Bernh. Dzierson, Oberschreiberhau (Hanomag), 5:46,2; 2. Willi Liebau, Hirschberg (Hanomag), 6: 16. — Ueber 500 bis 1100 ccm: 1. Ernst Birnbaum, Falkenburg (Amilcar), 4:27,4; 2. Wolfram Schreiter, Breslau (Dixi), 4:46. — Ueber 1100 bis 1500 ccm: 1. Fritz Richter, Nimptsch (Wanderer), 5 :30. — Von 1500 bis 2000 ccm: 1. Oskar Schlimme, Falkenberg (Dürkopp), 4:24; 2. Dr. Karl Bannasch, Oels (Simson- Supra), 4:31; 3, Wilh. Korn, Waidenburg, (Simeon-Suprä), 4:52. — Von 2000 bis 3000 ccm: 1. Freiherr v. Jungenfeld, Breslau (Mercedes-Benz), 4:12; 2. Max Riedel, Waidenburg (Chrysler), 4: 21,3; 3. Alfr. Schneider, Breslau-Brockau (N.A.G.), 4:34,1. — Ueber 3000 ccm: 1. Kurt Haipaus, Breslau (Mercedes-Benz), 3:40,1; 2. Otto Knauer, Hirschberg (Mercedes-Benz), 4 : 54. v. Die Coppa Ciano, welche letzten Sonntag bei Livorno zum zweiten Male zum Austrag gelangte, wurde eine sichere Beute von Razzauti auf Alfa Romeo, welcher die 225 km lange Strecke in 2 Std. 47' 44 3 /s", d. h. mit einem Stundenmittel von 80,481 km bewältigte und damit einen neuen Rekord schuf. Zweiter wurde Pastore auf Maserati in 2 Std. 49'21 2 / 5 ". Weitere Resultate: 3. Cortese (Itala) in 2.51'38". 4. Biondetti (Salmson) in 2.54'51" 4 /5. 5. Rosa (O. M.) in 2.58'8" 2 / s . 6. Ghizzi (Lancia) in 2.59'40". 7. Morandi (O. M.) in 3.2'22'\ 8. Benini (Alfa Romeo) in S.TW^ 9. Bernardi (O. M.) in 3.9'30". 10. Pini (Fiat 509) in 3.33'49'\ 11. Arzüla (Fiat) in 3.34'57". 12. Peri (Chiribiri) in 3.43'45". 13. De Marchis (Fiat) in 3.4616". Die schnellste Runde wurde von Pastore (Maserati) mit einem Stundenmittel von 83,043 km gefahren. V. Rekordtag in Arpajon. Die vom Motocycle von Frankreich veranstalteten Rekordtage in Arpajon begannen mit den Wettbewerben über einen Kilometer und eine englische Meile bei fliegendem Start, die jedoch wegen einsetzenden starken Regens vorzeitig abgebrochen werden mussten. Zahlreiche neue Welt- und internationale Rekorde waren die Ausbeute des ersten Tages. Die absolut beste Zeit des Tages erzielte in der Rennwagenklasse bis zu 1500 ccm der Franzose Morel (Amilcar) mit Geschwindigkeiten von 210,770 über den Kilometer bzw. v 210,218 über die Meile. Die Siegerliste zeigt folgendes. Bild: Rennwagen: Bis 1100 ccm: Morel (Amilcar) 17'08 = 210,770 Std.-Km.; 11*56 = 210,218 Std.-Km. — Bis 3000 ccm: Walthour (Bugatti) 21'29 = 169,093 Std.-Km.; 34'60 = 167,446 Std.-Km. Caracciola, Sieger am Col des Monfets. Letzten Sonntag veranstaltete die Sektion Ghamonix ein Bergrennen am Col des Montets, das über 3 km führte (3 % Steigung). Die zahlreichen Kurven stellten grosse Anforderungen an Fahrer und Maschine. Der Held des Tages war Rudolf Caracciola, der auf seinen Mercedes-Benz nicht nur Klassensieger wurde, sondern überdies den bestehenden Streckenrekord bedeutend verbesserte. Als glänzende Leistung ist die Fahrt des Berner Probst auf Bugatti zu werten, welcher die beste Zeit der Sportwagen fuhr und seiner Kategorie ebenfalls einen neuen Streckenrekord gab. Resultate: Sportwagen: Kat. 1100 ccm 1. Carpano (Amilcar) 3:12,4; Kat. 2000 ccm 1. Probst (Bern) auf Bugatti 2:38,6 (beste Zeit der Sportwagen und Streckenrekord); Kat. 3000 ccm 1. Baratelli (Bugatti) 3:06,8; Kat. 5000 ccm 1. Locot (Voisin) 3 :29,8. Rennwagen: Kat. 1100 ccm 1. Dumont (Amilcar) 2:51,2; Kat. 1500 ccm 1. Foc (Bugatti) 2:41,8; Kat. 5000—8000 ccm 1. Caracciola (Mercedes) 2:30,2 (beste Zeit der Rennwagen und Streckenrekord), v Risch auf Packard (Zürich) fährt die beste Zeit der Tourenwagen. Kasper auf Martini und Strittmatter-Zug auf Bugatti Klassensieger. Letzten Sonntag wurde auf der bekannten, sieben Kilometer langen Rennstrecke, welche von Langen über Stuben zur Passhöhe führt, das zweite nationale Arlberg-Rennen zum Austrag gebracht.. Dem eigentlichen Wagenrennen ging ein Motorradrennen voran, aus dem der Fahrer Müllbacher auf Sunbeam in einer Zeit von 5'37" (Stundenmittel 74,8 km) als Sieger hervorging. Das Rennen für Automobile vereinigte neben Oesterreichern und Deutschen namhafte Schweizerfahrer am Start. Unser Zürcher Fahrer Risch, auf Packard, fuhr mit 6' 34,3" AÜIUMubiL-KhVÜti Werner Bisch, Zürich, auf Fackard, stellte am Arlbergrennen die beste Zeit der Tourenwagen auf. Das Arlberg-Rennen. die beste Zeit sämtlicher Tourenwagen. Seine prachtvolle, unser Land ehrende Leistung gegen die starke ausländische Konkurrenz trug ihm den Ehrenpreis ,des Tiroler Automobilclubs ein. Von den österreichischen Marken siegte der Steyr. III von Brero in 7' 58,3". Die beste Sportwagen-Zeit sicherte sich ebenfalls Steyr,. und,zwar mit Frau Klingler am, Volant, Die beste Zeit der Rennwagen und * beste Tageszeit notierte Stuck auf Austro Daimler mit 4'48%". Besonders hervorgehoben sein, ausseraem die Klassensiege des Alpenfahrers Kasper auf Martini und des Zugers Strittmatter auf Bugatti. , Die Strecke befand sich in ausgezeichnetem Zustand. Die Organisation klappte vorzüglich. Das Rennen fand sowohl bei der Bevölkerung als auch bei der Regierung grösste Beachtung und weitestes Entgegenkommen. Ueber 10,000 Zuschauer wohnten dem spannenden Austrag bei. Als besonders erfreuliche Tatsache ist festzuhalten, dass die Rennfahrer und Besucher auf ihrer Hin-und Rückfahrt zur Rennstrecke durch keinerlei lästige Kontrollen verärgert wurden, wie dies leider vielfach anlässlich schweizerischer Automobilrennen der Fall ist. Alles in allem ein erfolgreicher Tag mit prächtigem Sport. Nachstehend die Resultate (merkwürdigerweise ist keine vollständige und offizielle Rangliste erhältlich): Tourenwagen. 1500 ccm: 1. Brevo (Steyr), 7' 58,3". 2 Liter: 1. Schaffei (Bugatti), 6' 40". 3 Liter: 1. Poetsch (Austro-Daimler), 9' 36". 5 Liter: 1. Casper (Martini), 7' 9.1". üeber 5 Liter: 1. Risch (Packard), 6' 34,3" (beste Zeit der Touren wagen). Sportwagen. •1100 ccm: 1. Loeffler (Grofri), 8* 42''. -^ ? 1500 ccm: 1. Mme. Vogel (F.N.), 7' 43" * : 5 Liter: 1. Klingler (Steyr), 6' 8". ANTHIA >oitebleue Kr ßO *Boite rougcFrlr Rennwagen. 2 Liter: Strittmatter (Bugatti), 5' 45". 3 Liter: 1. Stuck, auf Austro-Daimler, 4' 58 4/5" (beste Zeit des Tages). 5 Liter: 1. Anwander (Steyr), 5» 18 3/5". Vi Am Kilometer-Ianc6 von Rimini fuhren Arcangeli (Bugatti) und Corradi (Bugatti), ersterer mit einem Stundenmittel von 153,194 km, letzterer mit 150 km, die besten Zeiten. v. Dreissig Nennungen für den Grossen Preis von Europa. Die Nennungsliste für den am 9. September in Monza stattfindenden Grossen Preis voa Europa ist dieser Tage durch die Meldungen von, Brilli-Peri, Williams und Probst bereichert worden* Die Beteiligung des jungen schweizerischen Fan-» rers Probst (Bern), dessen Sieg am sizilianischen, Rundrennen noch in frischester Erinnerung ist* wird in Automobilsportkreisen unseres Landes freu-* dige Aufnahme finden, starten nun doch mit Kessler (Alfa-Romeo) zwei Schweizer zu diesem schärfsten, Bahnrennen. Wie wir in dieser Nummer berichten, feierte Probst am letzten Sonntag einen schönen Sieg am Col des Montets. Man darf mit Recht au| das Abschneiden unserer beiden bewährten schweii zerischen Rennfahrer gespannt sein. Ein Blick auf die Nennungsliste zeigt, dass Talbot, Maserati, Bugatti und Belage durch starx« Equipen vertreten sind. 1. Talboi Materassi 2. Talbot Arcangeli 3. Talbot Brilli Peri 4. Talbot X 5. Maserati Maggi 6. Maserati Borzacchini 7. Maserati Maserati Alf, 8. Alfa-Romeo Campari 9. Alfa-Romeo Kessler 10. Bugatti d'Ahtze 11. Gosette Spec. Ghica Cantao, 12. Bugatti, Chiron 13. Bugatti Drouet 14. Bugatti Blacque Belaiy 15 Bugatti Lepori 16. Bugatti Tonini 17. Bugatti Biancas 18 X X 19. Bugatti Stefanelli 20. Bugatti Gilera 21 Maserati Fisauli 22. Delage Ajmini 23. Delage Serboli 24! Delage Ceratto 25. Bugatti Nenzioni 26. Bugatti Probst 27. Bugatti Williams. Wie wir in letzter Stunde vernehmen, haben sicB auch Foresti, Rosti und Nuvolari zur Meldung ente schlössen. Die N'ennungsliste ist damit auf 30 Teil« nehmer angewachsen. Der Fahrer Lepori, auf Bu« gatti, ist ebenfalls Schweizer. r. Wie sind wir gegen die Haftpflicht versichert? -ew- Mit grossem Interesse habe ich den Artikel in Nr. 70, von E. Lutz, Flawil, gelesen. In weiten Kreisen der Automobile sten herrscht tatsächlich eine bedeutende Unsicherheit, ja, eine eigentliche Beunruhigung« In dieser Sache, tnuss etwas geschehen. Selbst dem tüchtigsten und zwerlässigsteiT Fahrer kann einmal' irgend eine unglückliche Ver* kettung von Zufällen aller Art zum Verhängnis werden. Kein Mensch ist ohne Fehler, auch der Richter nicht, auch nicht die Experten der Versicherungsgesellschaften; ih« nen allen kann, trotz bester Absicht, ein Urteilsfehler unterlaufen, wieviel mehr noch ist der Fahrer dieser oft durch äussere Um-* stände aller Art verursachten Möglichkeit ausgeliefert. Für den besten Zeugen und den besten Richter ist es zuweilen schwierig festzustellen, wo das grobe Selbstverschulden beginnt und wo es aufhört. Im Zeitalter des dichten Schnellverkehrs auf der Strasse sollte der Autofahrer nicht auf das Wohlwollen des Richters oder der Versicherungsgesellschaft allein sich stützen müssen. Man weiss ja aus Erfahrung, dass Missverständnisse, Unkenntnis und Uebelwollen da und dort mitspielen. A. C. S. und T. C. S. sollten in dieser Frage unbedingt gemeinsam einen ernsten Versuch zur Abklärung unternehmen. Die Mitglieder wären den Verbandsleitungen dafür ausserordentlich dankbar. i f Robert W. d'Everstag. Montag . morgen erlag in Bern R. W, d'Everstag einem Schlaganfall. Der Tod ereilte den 48jährigen am Arbeitstisch. Der Journalismus verliert in dem Hingeschiedenen einen^ seiner hervorragendsten Vertreter, der Sport, vornehmlich der Automobilismus, das Flugwesen und der Turf, einen seiner unerschrockensten Verteidiger und Bahnbrecher. D'Everstag war der geschätzte und federgewandte Bundesstadt-Korrespondent der «Suisse», des «L'impartial» und der «Feuille d'Avis de Neuchätel». Seine unerschrockene Meinung hat seinem Namen zu einem Ansehen verholfen, das weit über lokale Grenzen hinausgeht. Seinen letzten grossen Kampf focht er für die Sicherung des eidgenössischen Militärflugwesens, dessen Opfer sein Freund Cartier geworden. ' Robert W. d'Everstag war ein langjähriger und hochgeschätzter Mitarbeiter der «Automobil-Revue». Seiner Initiative ist die Idee des Weissen Sternes zu verdanken, jener werdenden Organisation der Automobilisten im Zeichen der Selbstdisziplin zur Sicherung des Verkehrs. Seinem Kopfe entstammte auch der Gedanke der Organisation einer Ver« kehrswoche zur Propagierung des Safety First. Wir werden unserem beliebten Mitarbeiter ein treues Gedächtnis wahren, v.