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E_1928_Zeitung_Nr.074

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III. Blatt der „Automobil-Revue In diesen Tagen, da die Saffa ihre Tore geöffnet hat, die Frauen zum ersten Male in der schweizerischen Geschichte ihr Wirken und Schaffen im öffentlichen Leben, aber auch im stillen, verborgenen staatserhaltenden Walten am heimischen Herde offenbaren, ist es mehr denn je um die Begriffe der Emanzipation und der modernen Frau laut geworden. Das heutige freidenkende Mädchen mit seinen Ansichten über Liebe und Leben, die durch die Brille der Grossmutter betrachtet, den zulässigen Rahmen gesprengt haben, das unbedenkliche Ablehnen jeder Tradition gegen das Risiko des Selber erfahrenwollens, ist ein Problem von brennendstem Interesse. Wir haben im «Autler-Feierabend» den Versuch unternommen, Repräsentantinnen des modernen heranwachsenden Fräuentums zu vermitteln. Der Frau am Volant folgte Ruth Eider, ' die erste Frau, die einen Ozeanflug finanzierte, ihn mitmachte ' und ihre Tat als Befreiung motivierte. Heute sei versucht, auf Grund eines Werkes des bekannten englischen Dichters Michael Arien (Verlag Kurt Weller & Co.; Leipzig), der durch sein feinfühliges Erfassen des heutigen Fraaentypus bekannt geworden ist, das Leben, Lieben und Denken einer modernen ervosität neurasthenischen Zuständen, hysterischer Reizbarkeit, Schlaflosigkeit, wirkt DR. 0. SAMMETS ervocaimin sehr beruhigend und nervenstärkend Central-Apotheke Zürich BAHNHOFSTRASSE 108, beim Hauptbahnhof. Prompter Versand. Engländerin aufzurollen. Auch hier handelt es sich um keine Symbolisierung, sondern um ein Extrem — wenn wir diesen Ausdruck gebrauchen wollen — ein Extrem allerdings hervorgegangen aus den Nöten und Strömungen unseres Zeitalters und daher nicht zuletzt doch von allgemein charakterisierender Bedeutung. Der Korapromis ist stärker als der Wille« Venetia ist ein Mädchen, das ohne Mutter, von einem gleichgültigen Vater nur selir oberflächlich betreut, * heranwächst und eine Schönheit wird. Natürlich ist sie selbständig geworden, aber sie hat dadurch nicht anjinnerer Sicherheit gewonnen. Sie lebt in ihr^m grossen, einsamen-Hause'und fürchtet sich. Zwar nicht wie die'jungen Mädchen' von Anno dazumal vor den einsamen, dunklen Räumen in der Villa,faber,.was.noch schlijnmer ist, vor dem grossen Erlebnis, dem sie sich schon im voraus nicht gewachsen fühlt. $ie ist sinnlich ' und klug,- skeptisch und unerfahren zugleich, sie .verzettelt und spart sich doch-auch wieder auf, kurz, sie ist, wie sie ihr Dichter nennt, ein'Kompromiss. Kompromiss aus dem Jahrhundert des Sportes, des Flirtes und der Politik und dem der grossen Leidenschaften. Was die Politik betrifft, so begnügt sie sich übrigens mit einem ihrer männlichen Vertreter, dem Abgeordneten Serie, einem alternden Mann, der die junge Geliebte für sich' behalten' will" und mit einer von der Rednertribüne entliehenen Rhetorik verteidigt. 'Gegen wen? Gegen das Schicksal." Es naht in der Gestalt eines; jungen Dichters Savile, der von Venetias' Schönheit und ihrem intellektuellen Charme noch einmal den zulangenden Armen der Blasiertheit entrissen wird. Savile verliebt sich sterblich in das Mädchen und sie liebt ihn wieder, so sehr, dass sie sofort bereit ist, Serie zu opfern. Aber wieder ist das Kompromiss stärker als Venetias Wille. Savile kommt nicht davon los, dass Venetia Serles Geliebte war und stösst sie von sich, als Serie ihm bei einer Aussprache erklärte, es gebe Dinge, Grenzen, Frauen, über die ein Mann in seinem Leben nicht mehr hinauskomme. Er, Serie, würde keinen Gefallen mehr an anderen Frauen finden können und diese Tatsache verbittert Savile die Hingabe Venetias so sehr, dass er ihr den Abschied gibt, nur einen Tag nachdem sie in seiner Villa verliebt und glücklich waren. Und Venetia erkennt, wie recht sie hatte, sich vor dem Erlebnis zu fürchten, wie richtig der Instinkt war, der sie davor warnte, sich zu bekennen, offen auf die Seite eines Mannes zu treten und den Boden des Kompromisses zu verlassen, auf dem allein sie heimisch war. Venetia heiratet Raphael, den überspannten Sohn des Zeitungskönigs Townleigh, und Serie bleibt ihr erhalten. Ihr Kompromiss, zu dem die Ehe Savile mit einer ungeliebten Schauspielerin tritt. Prächtige Gestalten in diesem Buche sind übrigens dieser dumme Junge Raphael, der Miss Füller, die spätere Gemahlin und frühere Angebetete des alten Townleigh, mit seinen tollen Liebesanträgen bis in die Garderobe verfolgt und der, halb von Minderwertigkeitsgefühlen gepeinigt, halb bramarbasierend den Kampf auch mit dem Vater aufnimmt; ferner der Vater selbst, der Jude und Lord, trinkfroh, voll seigneuraler Einfälle und schlechter Erziehungsmethoden, der seine Kinder, eines nach dem anderen verliert und sich in späte Die Zufahrtsstrassen aus der ganzen Schweiz sind ersichtlich Führer iür Automobilfahrer, offizieHe Ausqabe des Weisheit des Alters hinüberpokuliert. schliesslich Messenger, der gute Freund und Journalist, und Vardom, der kühlhöfliche Vater Venetias. - Zu viel Skeptik in der Liebe. Michael Arien als Sittenschilderer, als der Chronist des heutigen London, schreibt ein führender Literat im «Neuen Wiener Journal», hat vor Galsworthy vor allem die bunte Lebendigkeit seiner Darstellung vor-* aus, dann aber auch seine kleinen psychologischen Weisheiten, mit denen er die- Dialoge würzt. Seine Liebesszenen haben mit* reissenden Schwung, machmal beinahe französische Leichtigkeit. Und selbst wenn er politisiert, nimmt er das nicht so ernst wie Galsworthy es tut. Politisiert wird aber natürlich auch bei Arien. Doch wenn Venetia zum Beispiel ihre Erfahrungen über Küsse zum besten gibt, dann lodert echtes Feuer. «Der erste Kuss», sagt sie, «ist nie der richtige. Er dient nur dazu, zwischen Aiiiier-Aiisfiugsziele aus der MMsciweiz in O. R. Ti O. S. Hotel Schwanen ERSTKLASSIGE KÜCHE* KONZERTE Kurhaus u. Bad „Waldegg Wagners Prima Küche und Keller. Lebende Forellen. Spezial-Menua bitte vorausbestellen. Telephon Gelterkinden Nr. 44. 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Auch hatte Mrs. Bytheway, in deren Natur es lag, weder ein Geheimnis, noch ihre Selbstbeherrschung bewahren zu können, wenn es darauf ankam, sich bei mehr als einer Gelegenheit in ihrer Gegenwart über das Geheimfach ausgelassen. In weniger als einer Minute war die Schmuckkassette ihrem ursprünglichen Heim wiedergegeben, das Fach wieder geschlossen, das Zimmer leer und Miss Kent stieg zum zweitenmal die Treppe hinab. Als. sie die Halle erreichte, öffnete sich die Tür der Bibliothek und Mr. Bytheway trat heraus, seinen Sekretär auf den Fersen, Bei ihrem Anblick drängte sich Mike vor und kam mit hoffnungsfrohem Gesicht auf sie zu. — «Hören Sie!» sagte er drängend, «ich muss —» Anne schaute ihn an. Es gibt viele Arten, wie ein Mädchen einen Mann anschauen kann; diese hier war eine der weniger angenehmen. In diesem Blick lag etwas, das Mike innehalten Hess, als habe er einen Schlag ins Gesicht erhalten, zerschmettert stand er da und starrte sie an. Miss Kent ging gelassen weiter... «Heute nachmittag,» sagte Mr. Bytheway, der nie etwas bemerkte, was ihm nicht auf dem Präsentierteller dargereicht wurde, «möchte ich, dass Sie mir helfen die neuen Marken sortieren — das heisst natürlich, wenn meine Frau Sie nicht braucht — doch das hätte sie schon gesagt — ja, gleich nach dem Lunch.» Und damit ging er. Mike antwortete nicht, denn sein Interesse an Marken war augenblicklich nicht vorhanden. Je mehr er von Annes unbegreiflicher Feindseligkeit sah, desto weniger gefiel es ihm, und an allen Anzeichen nahm diese Feindseligkeit von Stunde zu Stunde zu. Dieser Blick ...! Mikes Gesicht nahm einen entschlossenen Ausdruck an; kein Mädchen durfte ihn so ansehen, ohne Rechenschaft darüber zu geben. Er musste Anne sofort aufsuchen und ihr eine Erklärung entreissen. Er tat einen entschlossenen Schritt vorwärts und hielt plötzlich inne, sich der Schmuekkassette erinnernd. Die konnte er nicht in ihrem gegenwärtigen Versteck lassen, wo jeder Witterungswechsel durch das Herausholen der Regenschirme zu ihrer Entdeckung führen konnte. Er seufzte und wandte sich zum Ständer zurück. Draussen auf der Terrasse sprachen Mrs. Bytheway und Mr. Cherry von Obst und dessen Pflege. Das heisst, das Sprechen besorgte Mrs. Bytheway, denn Mr. Cherry war ganz ausgefüllt von dem Wunsche, in der Bibliothek zurück zu sein. Auch drückte der Korb ausgesuchter Früchte, den ihm Mrs. Bytheway angehängt hatte, seinen Arm höchst schmerzhaft. «Natürlich,» sagte Mrs. Bytheway, indem sie dem Hause zuging, «werden Ihre Gärten viel grossartiger als diese sein, Sir Michael.» Mr. Cherry schenkte ihr einen Bruchteil seiner Aufmerksamkeit. «Gärten?» fragte er. «In Kings Fortune — so ein romantischer Name ist das, finde ich. Wissen Sie, Sir Michael, Sie haben uns gar nichts von Ihrer Ranch in Kanada erzählt. Das ist doch so interessant!» Mr. Cherry war ganz Aufmerksamkeit. «Meine Ranch?» fragte er vorsichtig. Mrs. Bytheway wurde schelmisch. «Heute früh, als ich die Gesellschafts-Wochenchronik überflog, fand ich eine Notiz über Sie. «Sir Michael Fairlie,» hiess es, «der nach dem Tode seines Onkels, Sir Richard Fairlie, dessen Erbe antritt, ist von seiner Ranch in Kanada zurückgekehrt, um seinen Wohnsitz in Kings Fortune, Hertfordshire, aufzuschlagen.» Sie müssen uns vom Wildwest erzählen, Sir Michael!». «Ja, ja,» sagte Mr. Cherry. Er begann zu bedauern, dass er nicht mehr vom Leben auf kanadischen Farmen wusste. «Diese Pfirsiche,» sagte er ablenkend, «sind wirklich prachtvoll!» «Ja, nicht wahr?» entgegnete Mrs. Bytheway, indem sie die Hallentür öffnete. «Ich finde immer, ein Pfirsich ist —» Sie hielt inne und riss die Augen auf. Mr. Cherry, der ihr über die Schulter blickte, tat desgleichen. Und mit Recht, denn in einem Winkel der Halle benahm sich der neue Sekretär entschieden merkwürdig. Beim ersten Anblick konnte man glauben, dass er irgendeinen alten Volkstanz mit dem Schirmständer als Partner üben wollte, denn er hielt dieses geschmacklose Möbel fest an seinen Busen gedrückt und schaute in seine Tiefen, als stünde dort die Lösung aller Lebensrätsel. Dann schüttelte er es wieder heftig' und schaute neuerlich, dann stürzte er es um, was keineswegs leicht war, und klopfte fest darauf. Um ihn verstreut lagen auf dem Boden fünf Regenschirme, zwei Sonnenschirme, ein© Hundspeitsche, vier Spazierstöcke und eine Reitgerte. Seiner Zuschauer unbewusst, stellt© er nun den Schirmständer näher, sank auf die Knie und begann die Schirme jeden einzelnen leidenschaftlich zu beuteln. Er war noch damit beschäftigt, als Mrs. Bytheways Stimme gänzlich unvorbereitet an sein Ohr schlug, worauf er einen grossen Satz nach rückwärts machte, was auf den Knien durchaus nicht leicht zu bewerkstelligen ist. ;«Mr. James! Haben Sie etwas verloren?» (Fortsetzung iolgtl