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E_1928_Zeitung_Nr.077

E_1928_Zeitung_Nr.077

Mehr Sicherheit auf der

Mehr Sicherheit auf der Strasse!*) Unter diesem Titel meldet sich ein Nicht- Automobilist in einer Zürcher Tageszeitung zum Wort, wobei er Betrachtungen über die Zunahme der Verkehrsunfälle und deren Ursache anstellt. Seine Ausführungen gipfeln in der Forderung, es seien die bestehenden Konkordatsvorschriften, die den heutigen Bedürfnissen noch völlig genügen, strikte nach ihrem Wortlaut anzuwenden, wodurch «die Zahl der Verkehrsunfälle in einem Jahr um mindestens 80 Prozent zurückgingen ». Obwohl dem Betreffenden bereits im nämlichen Blatt von einem Automobilisten geantwortet wurde, so möchten wir doch auf seine Ausführungen nochmals zurückkommen, da sie einiger Ergänzungen und Berichtigungen bedürfen. Der Einsender zitiert eingangs die dem Geschäftsberichte der Stadt Zürich, sowie dem Jahresbericht der kantonalen Polizeidirektion entnommenen Angaben über die letztjährigen Verkehrsunfälle und stellt fest, dass es die Stadt «glücklich soweit gebracht habe, dass im Durchschnitt sechs Verkehrsunfälle auf den Tag kommen». Nach den Zürcher statistischen Mitteilungen ereigneten sich im Jahr 1927 insgesamt 851 Unfälle mit Personenverletzungen, was einem Tagesdurchschnitt von 2,3 Unfallereignissen entspricht. Von den Kollisionen, die nur Sachschaden verursachen, können wir, so bedauerlich auch diese an und für sich sind, in diesem Zusammenhang wohl absehen, da Drittpersonen ja dadurch nicht in Mitleidenschaft gezogen werden. Wenn die auf dem Gebiete des Kantons und der Stadt Zürich registrierenden Verkehrsunfälle nun gewiss in einer nicht zu übersehenden Weise angestiegen ist, so darf aber auf keinen Fall ausser Acht gelassen werden, dass gleichzeitig auch die Zahl der neu in den Verkehr gekommenen Fahrzeuge und diejenige der zum Fahren berechtigten Personen bedeutend zugenommen hat. Es ist nun leider eine für alle Länder feststehende Tatsache, dass die Unfälle mit der wachsenden Verkehrsdichtigkeit zunehmen. Um aber die Frage, ob das Motorfahrzeug resp. dessen Führer im Laufe der Zeit wirklich verkehrsgefährdender geworden ist, zu entscheiden, müssen nicht absolute Ziffern, sondern Verhätftniszahlen herbeigezogen werden. Es scheint uns, als ob die vom engl. Verkehrsministerium angewandte Methode, festzustellen, wieviel Fahrzeugführer auf 1000 Unfälle entfallen, die geeignetste ist. Vergleichen wir die für den Kanton gelieferten Zahlen auf dieser Basis, so ergibt sich folgendes Bild: 1926 1927 Zahl der Unfälle auf 1000 Motorfahrzeugführer: 44 46 Leider reichen die statistischen Erhebungen nicht weiter, als auf das Jahr 1926 zurück, so dass weitere Daten nicht zur Verfügung stehen- Schon die beiden obigen Ergebnisse vermögen jedoch darzutxm, dass die Zunahme an Unfällen tatsächlich nicht eine derartig alarmierende ist, wie eine oberflächliche Betrachtung der absoluten Zahlen vermuten lässt. Auf die städtischen Verhältnisse kann nicht eingegangen werden, da bis heute eine einwandfreie Statistik der vorhandenen Motorfahrzeuge fehlt. Wenn übrigens der Einsender glaubt, dass die Unfallziffern der Grossstädte im Verhältnis sich bedeutend günstiger stellen, so sei nur London, dessen Verkehrsregelung und Verkehrsdisziplin sicherlich der unsrigen überlegen ist, als Beispiel angeführt. Im Bereich der Weltstadt, der sogenannten Metropolitan Police Area, ereigneten sich im Jahr 1926 im Durchschnitt täglich 126 Unfälle mit Personenverletzung oder 283 Unfälle überhaupt, d. h. mit Schaden für Personen oder Material. Die Ergebnisse pro 1927, welche noch nicht bekannt sind, *) Siehe Leitartikel A. R. No. 76. Sie, Bruderherz», sagte Mike, und schüttelte ihn von rechts nach links, «warum, nachdem Sie sich die Mühe gegeben haben, Ihre Hausfrau von ihrem Eigentum zu befreien, Sie ihr dasselbe wieder zurückgegeben haben?» «Aber ich hab's doch nicht zurückgeben», sagte Mr. Cherry zornig und ohne zu überlegen. «Lassen Sie meinen Arm los!» Er wand sich vergeblich. «Denken Sie nach, Bruderherz! Wir wissen, dass Sie es genommen haben. Was wir wissen wollen, ist, warum Sie es zurückgaben.» «Ich begann Mr. Cherry wütend. Er wurde durch einen plötzlichen Lärm im Hause und das unerwartete Erscheinen Mrs. Bytheways im Haupteingang unterbrochen. Sie kam mit höchster Geschwindigkeit näher und war offenbar eine Beute verheerender Erregung; ihr Gesicht war blau, ihre Augen traten noch mehr hervor als sonst, und während sie sich nun lawinenartig herumwälzte, fuchtelte sie mit den Händen in der Luft und stiess unheimliche halberstickte Laute aus. Es war wirklich ein schreckenerregender Anblick. (Fortsetzung folgt.) Sie haben von der selbständigen Automobilstrasse gehört, dieser neuen Verkehrsmöglichkeit, welche heute gemäss allgemeiner Entwicklungstendenzen des Automobilverkehrs, auch in unserem Lande als begrüssenswert, in wenigen Jahren vielleicht als dringend notwendig erscheint. Wenn wir uns zum Ziele gesetzt haben, einen gangbaren Weg zu deren praktischen Verwirklichung zu suchen, so bedürfen wir zu diesem Zweck vor allem Ihrer Mitwirkung, indem Sie uns an Hand der in dieser Nummer aufgeführten Fragen Ihre Meinung über die selbständige Automobilstrasse mitteilen. Es kostet Sie einen kurzen Brief, unserer Sache, welche auch die Ihre ist, erweisen Sie damit aber grosse und wertvolle Dienste, welche wir kaum missen können. In unserer Zeit ist es nicht möglich, eine solche Strasse auf Kosten der Oeffentlichkeit zu erstellen, der Benutzer selbst wird deshalb durch die Entrichtung der Benützungstaxe dafür aufkommen müssen. Die Bindung des Automobilfahrers an eine solche Strasse ist denn auch viel enger als dies bei unsern heutigen Strassen der Fall ist; es wird in jeder Beziehung eine eigentliche Strasse der Automobilfahrer sein! Ihnen vor allem gebührt denn auch ein erstes Wort! Die Autompbilstrasse ist wohl vornehmlich Ihre Sache, aber doch nicht ausschliesslich Sie, besonders diejenigen, die schon Erfahrungen mit selbständigen Automobilstrassen gemacht haben, erweisen bei der Beantwortung unserer Umfrage auch der Umfrage auch der Oeffentlichkeit einen Dienst; denn es handelt sich darum, dem Verkehr in möglichst vollkommener und zugleich wirtschaftlicher Weise zu dienen. Wir sind überzeugt, dass durch sie ein neuer Schritt nach vorwärts getan wird, dass Wirtschaft und Kultur eine Belebung davon erhoffen dürfen. Halten wir den Drang eines modernen Verkehrsmittels nach Vervollkommnung nicht auf und lassen wir die Vorteile gerade unserem Lande zugute kommen! Automobilfahrer der Schweiz, setzt Eure private Initiative neben die unsrige und helft mit, durch die gewissenhafte Beantwortung unserer Umfrage an einem Werk bauen, das einst gleich gute Früchte abwerfen - kann,' wie alle früheren Neuerungen des Verkehrs, es immer getan haben'. Initiativkomitee für eine Automobilstrasse Bern—Thun. werden kaum merklich unter diesem Durchschnitt stehen, so dass also die mit 200 angegebene Zahl für London bei weitem nicht ausreicht. Wenn wir nun dafür zum Teil den Mangel an Disziplin bei den Fussgängern verantwortlich machen, so stehen wir mit dieser Auffassung nicht etwa vereinzelt da. Schon verschiedentlich sah sich die städtische Polizeibehörde veranlasst, die Aufmerksamkeit des Publikums auf diesen Umstand zu lenken und lesen wir beispielsweise in einer der betreffenden Veröffentlichung folgendes: «Das unvorsichtige und sträfliche Verhalten des Publikums, Strassen und Plätze zu überschreiten, ohne dem Fafarzeugverkehr die nötige Aufmerksamkeit zu schenken, hat verschiedentlich zu Unglücksfällen geführt. » Dabei verschliessen wir uns aber keineswegs der unerfreulichen Tatsache, dass auf Seiten der Motorfahrzeugführer ebenfalls in manchen Fällen gesündigt wird, wobei gerade mehr jugendliche Elemente oder stadtungewohnte Fahrer es oftmals an der notwendigen Sorgfalt fehlen lassen. Es wird nach wie vor zu unseren Aufgaben gehören, diese Elemente, soweit sie durch das Mittel der Presse erreichbar sind, auf das Verwerfliche ihrer Fahrweise aufmerksam zu machen. Es darf auf alle Fälle nicht einseitig auf die Strafprozesse hingewiesen werden, um damit die Behauptung, es fehle den Fahrern in vermehrtem Masse an der notwendigen Disziplin, zu illustrieren. Die Verfahren, welche mangels einer Schuld des Fahrers eingestellt werden, kommen eben der Oeffentlichkeit gar nicht zur Kenntnis und da Verfehlungen der Fussgämger gerichtlich nicht geahndet werden, fehlen auch darüber irgendwelche Anhaltspunkte. Wir halten es in dieser Beziehung vielmehr mit einem Ausspruch des verstorbenen Polizeivorstandes Hoehn, der gelegentlich eines Referates feststellte, « dass es mit blossen gegenseitigen Vorwürfen nicht getan ist, da es auf beiden Seiten rücksichtsvolle und einsichtige Leute, aber auch sehr unbequeme Querulanten und Unbelehrbare .gibt. Es muss deshalb beidseitig der Sinn für Ordnung und Disziplin im Verkehr systematisch gefördert und entwickelt werden.» Entschieden falsch orientiert ist aber der Einsender, wenn er glaubt, dass die Konkordatsvorschriften mehr als genug für die Sicherheit der Fussgänger sorge, und bei deren ÄUTOMOBTl -REVUE 1928 Hulomobllstrcisse Bern-Ihun Aufruf an alle Automobilfahrer unseres Landes! Beantworten Sie bitte folgende Fragen: 1. Sind Sie befriedigt von Ihrer Fahrt auf den oberitalienischen Automobilstrassen? Betrachten Sie sie als ein einmalig zu befahrendes Kuriosum oder würden Sie sie ständig benützen? 2. Sind Sie überzeugt, dass die Ihnen durch die Automobilstrasse verursachten Vorteile- und Annehmlichkeiten die entrichtete Taxe aufwiegen? 3. Welche Vorteile und Annehmlichkeiten der Automobilstrasse schätzen Sie ganz besonders? 4. Was stellen Sie nach Ihren Erfahrungen auf den oberitalienischen Automobilstrassen für strassenbau- und verkehrstechnische Anforderungen an eine schweizerische Automobilstrasse? 5. Erhoffen Sie als Besitzer eines Personenwagens oder Motorrades von einer Automobilstrasse Bern—Thun in erster Linie geschäftliche oder persönliche Vorteile? 6. Welche Benützungstaxe würden Sie für die Strecke Bern—Thun ungefähr als angemessen erachten, wenn Ihnen alle Vorteile und Annehmlichkeiten geboten würden, die man von einer Automobilstrasse erwarten darf: Vollkommene, breite, geradlinige, kreuzungslose und steigungslose Fahrbahn; einheitlicher Verkehrsrhytmus und Möglichkeit der Erzjelung höchster Geschwindigkeiten; Umfahrung der Siedlungen, wesentliche Gefahrenverminderung, landschaftliche Schönheit, direkte ökonomische Vorteile durch Zeitgewinn, Schonung des Wagens, Ersparnis an Betriebsstoff und Bereifung usw.? a. für Ihren Lastwagen? b. für Ihren Personenwagen? c. für Ihr Motorrad? Die Antworten sind an die Geschäftsstelle des Initiativkomitees für eine Automobilstrasse Bern—Thun in Bern, Spitalgasse 34, zu richten. * Die Redaktion der Automobil-Revue hat dem Gesuch, obigen Aufruf in ihren Blatte zu veröffentlichen, gerne Folge gegeben. Die Anstrengungen des Komitees stossen auf allgemeines Interesse und verdienen unterstützt zu werden. Die Beantwortung der Fragen dürfte dem Komitee die gewünschte Orientierung geben. strikten Innehaltunig, speziell bei genauer Beobachtung des 18-km-Tempos im Stadtinnern, die Zahl der Unfälle um wenigstens 80% zurückgehen würde. Es muss vorab festgestellt werden, dass für Unfälle im Stadtbereich die Geschwindigkeitsübertretungen gar nicht die Hauptursache darstellen. Unrichtiges Verhalten bei Strassenkreuzungen, falsches Fahren in Kurven, Unübersichtlichkeit der Strecke durch Gebäude. Bäume oder Strassenbahnen, Schlüpfrigkeit . der Strasse, ungenügende Beleuchtung der'Unfallstelle etc. sind Gründe, die vielfach zu Unfällen führen, wovon die erstgenannten allerdings auf das Konto der Fahrer zu buchen sind. Von den Verfehlungen durch Fussgänger, Radfahrer und Fuhrleuten wollen wir dabei ganz absehen. Leider besteht zur Erhärtung dieser Tatsache in der Schweiz nirgendswo das notwendige statistische Material. Wenngleich wir uns hüten wollen, für alles und jedes das Beispiel des Auslandes zu zitieren, weil die dortigen Verhältnisse nicht ohne weiteres zu den unsrigen in Parallele gesetzt werden können, so sei doch in Ermangelung einheimischer Angaben an die sehr bemerkenswerte Statistik der englischen Safety First Association verwiesen, auf die unser Londoner Korrespondent in Nummer 55 der Automobil-Revue näher eingetreten ist. Es herrscht nämlich auch im aufgeklärten England heute noch unter dem Publikum die Ansicht vor, die Mehrzahl der Verkehrsunfälle sei auf übersetzte Geschwindigkeit der Fahrer zurückzuführen Die Vergleiche von über 600 durchgeführten Gerichtsfällen wegen Verkehrsunglücken mit tödlichem Ausgang haben ergeben, dass 36 Prozent aller Fälle zu Lasten der Fahrer gehen, während 64 Prozen der Vorkommnisse Ursachen festgestellt wurden, die der Fahrer keineswegs beeinflussen konnte. Wichtig ist nun, dass ganze 12,9 Prozent der Kollisionen durch Geschwindigkeitsexzesse veranlasst wurden, wobei daran erinnert sei, dass das Maximaltempo für innerort in England auf 32 km festgelegt ist und London überhaupt keine Limite vo r - schreibt. Selbst wenn die Verhältnisse bei uns nicht halb so günstig liegen, so darf doch unbedenklich behauptet werden, dass auch in unseren grösseren Schweizerstädten keine 50 Prozent der Unfälle durch Geschwindigkeitsübertretungen, sondern vielmehr durch mancherlei andere Ursachen veranlasst werden. Dabei darf übrigens nicht übersehen werden, dass eben schon ein Tempo von 20 km nach der Gesetzesvorschrift eine Ueber-i tretung des mit 18 km im Konkordat verankerten Geschwindigkeitsmaximums dar-! stellt und der Richter eben an die Bestimmung gebunden ist, wenn gleich die Praxis einwandfrei ergeben hat, dass dank der grossen Vervollkommnung der Automobilkonstruktion heutzutage ein Tempo von 30 km ebenso wenig verkehrsgefährdend ist, wie die anno 1914 auf 18 km festgelegte Maximalschnelligkeit. Eine strikte Beobachtung der 18 km Grenze würde aber dennoch nicht den mutmasslichen Errolg zeitigen, weil nicht das Tempo, sondern vielmehr die sehr rasche Zunahme der städtischen Verkehrsdichtig-* keit die Häufung der Unfälle gefordert - hat.. Dieser unabänderlichen Tatsache muss sich der Fussgänger nun wohl oder übel anpassen, da eine Beschränkung des motorisierten Strassenverkehrs undenkbar ist. Je mehr aber die Fahrbahn von Fahrzeugen beansprucht wird, umso mehr wird sich der Passant an bestimmte Regeln halten müssen, die heut© zwar bereits in Verordnungen festgelegt sind, denen aber auch nur zum Teil nachgelebt wird, da keine Sankionen für deren strikte Befolgung verbürgten. Solange diese Vorschriften nicht von jedem Einzelnen eingehalten werden und er aus Unachtsamkeit oder Absicht das Gefahrenrisiko auf sich nimmt, dann ist er gegen Verkehrsunfälle auch dann nicht gefeit, wenn sich der Automobilverkehr auf ein 18 km Tempo beschränken würde, weil eben die Geschwindigkeit nur eine der Unfallsursachen, und dabei eben nicht die häufigste, darstellt. Bern—Murten. No 77 (Schluss folgt.) Man schreibt uns: Der grösste Teil dieser Strecke befindet sich in einem katastrophalen Zustand; lediglich die Strecke von Frauenkappelen—Mühleberg ist neuzeitlich in Stand gesetzt. Schon von der Ausfahrt der Bundesstadt an gewinnt man eine Kostprobe schlimmster Strassenverfassung; Loch an Loch, teilweise bis zu 20 cm Tiefe, setzen Fahrer und Fahrzeug zu. Auf einzelnen Strecken sind durch den starken Verkehr tiefe Falirrillen in die Strasse gerissen; wer in dieselben hineingeworfen wird, hat die grösste Mühe mit heiler Haut wieder herauszukommen. Kurz, die Strasse befindet sich in einem Zustand, der zu dem schlimmsten gehört, was die schweizer Landschaft an derartigem Reizen dem Automo-f bilisten bietet. Dabei handelt es sich um die wichtigste Durchgangsstrasse des ganzen Landes, nämlich um die Nord-Süd-Hauptader. Von Schaffhausen bis Zürich ist die Strasse in glänzender Verfassung. Nachdem das Teilstück Winterthur—Kempttal seiner Vollendung entgegengeht, ist die Strasse mustergültig. Von Zürich über Baden, Lenzburg, Kölliken, Kreuzstrasse, Herzogenbuchsee, Kirchberg, Bern ist sie ebenfalls mit geringen Ausnahmen tadellos beschaffen; von Murten über Payerne, Moudon, Lausanne, Nyon, Genf ist sie gleichermassen vorzüglich. Die ganze Nord-Süd-Strasse von weit über 300 km Ausmass wäre in ausgezeichnetem Zustand, wenn die ca. 20 km zwischen Bern und Murten ordentlich fahrbar wräen. Es ist einfach unverständlich, dass mit der gründlichen Instandstellung dieses Strassen-« teiles solange zugewartet wurde; vor Jahren haben die bernischen Automobilisten eine 10 prozentige Extra-Steuer auf sich genommen, um die beschleunigte Korrektur der wichtigsten Strassen zu ermöglichen, statt dessen geht es neuerdings mit den bernischen Strassen-Reparaturen merkwürdig langsam. Aehnlich wie die Verwahrlosung auf der Bern— Murtenstrecke ist es nämlich auch am Thunersee; die linksufrige Durchgangsstrasse ist nur teilweise' durchgeführt, ein halbes Dutzend Kilometer vor Interlaken hört plötzlich die Herrlichkeit auf; auf dem rechten Ufer ist die Ausfahrt von Thun nach Hilterfingen, Oberhofen ebenfalls in einem bedenklichen Zustand, sie schreit dringend nach Abhilfe; auch die Strasse am Brienzersee ist in sehr schlechtem Zustand. Vor einigen Jahren ging der Kanton Bern mit seinen Strassen-Verbesserungen mustergültig voran, im ganzen Land herum rühmte man die bernischen Strassen. Tausende von Automobilisten besuchten unsere Gegenden vor allem den schönen Strassen zuliebe. In den letzten zwei Jahren hat sich das Blatt leider gewendet, während andere Kantone ihre Strassen in grossem Umfang verbessern, sind wir Berner in den in diesem Fall ganz ungeeigneten alten Tramp von anno dazumal zurückverfallen, trotz 10 prozentigen zumal zurückverfallen, trotz 10 prozentiger Steuererhöhung und trotzdem der Kanton Bern wie wenig andere ein grosses volkswirtschaftliches Interesse am touristischen Automobilverkehr hat. G. H. Schaue weit über den Kühler hinweg, dann löst sich Jedes Verkehrshindernis, bevor du in der Klemme bist.

2* Sern/Muri Allmendingen AUTOMOBIL-REVUE Generelles Projekt der Antosfrasse Bern-TJum Oben: Längenprofil; unten: Uebersichtsplan. Thun M-575m / \ & S \ o> M-575fl» Dorfplate lanqenprofil alte Strasse—•< Oberwlchlrach Niederwichtrach lopgenprofil Autostrasse Die Automobllstrasse Bern—Thun. Dieses Projekt begegnet in den beteiligten Kreisen grösstem In.teresse; deshalb bat die Sektion Bern des A. C. S. Herrn Ingenieur Nyffeler, einen der Hauptförderer dieser neuen Automdbüstiasse, eingeladen, den Mitgliedern hierüber nähere Mitteilungen zu machen. Herr Nyffeler hat bereitwilligst zugesagt, am Montag, den 1. Oktober, 20 Uhr, ein Referat mit Lichtbildern im Gluiblokal der Sektion zu halten, sodass die Berner Automobilisten bald einmal Gelegenheit finden werden,. sich über Anlage und Ausführung einer Schweizer Aiutomobilstrasse ein eigenes Urteil ziu bilden. A A. C. S. SEKTION BASEL hat beschlossen ihre diesjährige Horbstfahrt auf den 23. September auszuschreiben. Sie führt auf einer später durch Zirkulär bekannt zu gebenden Strecke ins Emmental nach Affoltern (Hotel Löwen), von wo das Soldatendenkmal auf der Lueg besucht werden soll. Auf dem Programm steht ferner noch die Ballonfuchsjagd in Verbindung mit der Sektion Basel des Schweizerischen Aero-Glub. Sollte deren Durchführung nicht mehr möglich sein, so wird an deren Stelle eine Zuverlässigkeitskonikurrenz treten, für die als Zeitpunkt etwa Mitte Oktober in Betracht käme. Der Herbstball, der diesmal nach der Mustermesse verlegt wird, ist auf den 17. November angesetzt. Weiber enthält das Programm das traditionelle Si. Niklaus-Essen im Glublokal Hotel «Univers» am 8 Dezember (Samstag) in Verbindung mit einem Lichtbildervortrag von Dr. Th. Gubler. Zur Generalversammlung werden die Mitglieder Ende Januar ins «Univers» einberufen werden. — Die Mitglieder werden noch besonders auf eine Verkehrsbeschränkung aufmerksam gemacht, die von der Verwaltung des Bürgerspitals mit dem Polizeidepartement vereinbart wurde und durchaus gerechtfertigt erscheint. In Tag und Nacht sichtbaren Tafeln wird am Petersberg zwischen der Hebelstrasse und der Predigerkirche um Ruhe gebeten Uöberdies werden an beiden Endstellen nachts um 12 Uhr automatische offizielle Verbotszeichen eingeschaltet, die für die Stunden von Mitternacht bis morgens 5 Uhr die Durchfahrt auf der Strecke verbieten. Fehlbare werden unnachsiehtlich gehüsst werden. (•) A. C. S. Sektion Zürich. Die Vogesenfahrt, die in den Tagen vom 21. bis 23. September 1928 zur Durchführung gelangt, scheint sich zu einer besonders interessanten und genussreichen Veranstaltung ausizufwachsen. Der Automobile-Club d'Alsace hat es sich zur besondern Aufgabe gemacht, die Zürcher Clubkollegen aufs beste zu empfangen und ihnen im Elsass eine möglichst gastfreundliche Aufnahme zu sichern. Dank seinen Anstrengungen hat nun das Programm verschiedene Bereicherungen erfahren und präsentiert sich nun dasselbe wie folgt: 21. September: Fahrt Zürich, BötzbeTg, Basel, St. Louis, woselbst Empfang durch die Vertreter des Automobile-Club d'Alsace, die die Fahrtteilnehmer auf ihrer ganzen Reise durch das Elsass begleiten werden. Alsdann Weiterfahrt St. Louis. Batzenäieim. Mülhausen (woselbst offizielle Besichtigung der Stadt), Thann, Moosch (Mittagsstation im berühmten Hotel de France). Der Nachmittag sieht die Fahrt von Moosch auf der Route des Gretes über Markstein, Gol du Herrenberg. Col de la Schlucht, Münster, nach Golmar vor. Dortselbst offizielle Besichtigung der Stadt, Nachtessen im bekannten Restaurant des Tetes und — Weinprobe der Elsässer Weine. 22. September: Fahrt Colmar durch die alten eleässischen Orte Ammersehwihr. Kaysersberg, Ri- cruewihr, Ribeauville, Bergheim, hinauf zur Haut- KcenigsbouTg, die besichtigt werden kann, und dann über Selestat, Ejpfig, Andlau zum prächtig gelegenen Kurort Hohwald, wo Mittagsrast gemacht wird. Nachmittags Fahrt Hohwald, Ste. Odile, Obernai, Strasshurg. Nach der Ankunft dortselbst Besuch der Foire^Esposition und nach dem Nachtessen Konzert im Garten der Orangerie und offizieller Empfang mit Ehrenwein durch das Syndikat d'Initiative de la Vilie de Strasbourg. 23. September: Besichtigung von Strassburg und; Empfang durch Bürgermeister Peirotes von Strässburg, nachher Weiterfahrt über Kehl-Offenburg- Biberach-Haslach-Hausach nach Triberg (Mittagsrast) und von hier über Villingen, Donaueschingen, Sohaffhausen zurück nach Zürich. Für die erste Hälfte Oktober, d. h. am 7. oder 14. Oktober, plant die Sektion Zürich des A. G. S. die Abhaltung einer Gymkhana (Geschicklichkeitsprüfung) auf dem Kasernenplatz in Biilach. Das Reglement dürfte demnächst erscheinen und werden die Aufgaben so gestellt, dass dieselben speziell -auch auf das Zweckmässige der Veranstaltung Rücksicht nehmen. Der Anlass wird nicht öffentlichen Die glänzendste Kombination alles Outen und Schönen der Automobübaukunst KARD L'ARISTOCRATE AMERICAINE offene und geschlossene 6-Cylinder- Automobile schon für Fr. 19.750.- mit Rabatt bei direktem Netto-Kassa-Kauf ohne Tauschgeschäft WERNER RISCH,ZÜRICH PACKAR D.SPEZIALGESCHÄFT S K T H E M A N W H O O W N S O N E Charakter tragen, um eine möglichst grosse Zahl von Clubmitgliedern zur Abgabe ihrer Anmeldung bewegen zu können. s. Vom Genier Salon. Wie wir erfahren, hat das Organisationskomitee Herrn Cretenoud, den hauptamtlichen Sekretär des A. C. S., Sektion Genf zum Adjunkten des Generalsekretariates gewählt. Die Sektion Genf verliert damit eine hervorragende Kraft, die erfreulicherweise jedoch dem Automobilismus erhalten bleibt. SPORTLRCÜ Vom Semmenng-Rennen. Dieses Rennen kommt nächsten Sonntag, den 16. dies zum Austrag. Den Semmering-Rekord hat Caracciola inne. der die 10 km und die durchschnittliche Steigung von 4,2%, sowie die Höhendifferenz von 418 m in 6 Min. 40,7 Seik. bezwang. Zum bevorstehenden 16. Rennen haben sich u. a. angemeldet Caracciola auf Mercedes- Benz, Prinz Esterhazy, Graf Vay, Graf Zichy und Frankl auf Bugatti. sowie Stuck auf seinem 3 Liter- Austro-Daimler. —ei— IflElD&JN&EN Einheitliche Verkehrsvorschriften. In Solothurn begann gestern unter dem Vorsitz von Regierungsrat Ferdirand von Arx (Solothurn) eine zweitägige Konferenz der kantonalen Baudirektoren, an der ausser 18 kantonalen Baudirektoren und 17 Kantonsingenieuren die Bundesräte Haab und Häberlin teilnehmen. Die Konferenz nahm in dieser ersten Sitzung Referate entgegen von Kantonsingeniour Kirchhofer (St. Gallen) über einheitliche Strassensignalisierung für den Tages- und Nachtverkehr, von Ingenieur Ammann, Sekretär der Geschäftsstelle für Strassenfachmänner (Zürich), über die Verbesserungen der Strassen bei Kreuzungen mit Bahnen auf Geleisehöhe und über die Beseitigung der Niveauübergänge, sowie endlich von Ingenieur Hunziker, Direktor der Eisenbahnabteilung im eidg. Eisenbahndepartement, über die Sicherung der Niveauübergänge. Hierbei unterrichtete der Referent über eine Vorlage des Eisenbahndepartementes zu einer Verordnung über die Signalisierung der Niveau-Kreuzungen der Eisenbahnen mit öffentlichen dem Automobilverkehr dienenden Strassen. Nach diesen Referaten, die eine rege Diskussion auslösten, fand eine Besichtigung der Signalisierungsanlagen für den Nachtverkehr statt, die von verschiedenen Firmen in der Stadt Solothurn sowie an den Strassen Solothurn-Biberist und Solothurn-Zuchwil aufgestellt worden waren. -t Aufhebung der Sirassensperre. (Älitget.) Nachdem di9 Strassenausbauarbeiten auf der oberen Hauensteinstrasse Balsthal—Langenbruck vollendet sind, wird die Strasse ab Mittwoch den 12. September dem Fahrverkehr wieder geöffnet. Während der Korrektion des Dorfbaches im Strassengebiet in Qberbuchsiten, sowie während des Ausbaues der Dorfstrasse in Oensingen vom 12. September (bis Mitte Oktober ist der Verkehr auf genannten Strassenstrecken erschwert. Von einer Verkehrsumleitung wird Umgang genommen. Im Interesse des durchgehenden Autoverkehrs selbst, wie zur Erzielung einer möglichsten Verikehrsentlastuug auf genannten Strassenstrecken wird empfohlen, für den direkten Autoverkehr, insbesonders für den Lastwagenverkehr Solothurn- Olten und umgeucehrt, während genannter Zeitdauer die Route über Herzogenbuchsee-Murgenthal-Aarburg zu benützen.