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E_1928_Zeitung_Nr.080

E_1928_Zeitung_Nr.080

Ausgabe: Deutsche Schweiz. BFFH. Diensiao, 25. septemoer 1928. Nummer 20 Cts, 24. Jahrgang. — N° 89 JE# MS. KB ü, SLS Zentrafblatl für die schweizerischen Automobil ABONNEMENTS-PREISE; Erscheint Jeden Dienstag and Freitag Monatlieb «Gelb« Lbte** Halbjihrnch Fr. 5.—, jährlich Fr. 10.—. Im Ausland unter Portoznschlag, »fern nicht postamtlich bestellt, Zuschlag für postamtliche Bestellung im ADMINISTRATION: Breitenrainstrasse 97, Ben? In- und Ausland 30 Rappen. Postcheck-Rechmrag m/414 Telephon Bollwerk 39:84 Teleeramm-Adress«: Autorovue, Bern INSERTiONS-PREIS: Die achtgespaltene 2 mm hohe Grondzeile oder deren Raum 45 Cti. für die Schweiz; für Anzeigen aus dem Ausland 60 Cts. Grössere Inserate nach Seitentarif. tnseratonsehlnss 4 Tage vor Erseheinen der betreffenden Nummer Der Weltbestand an Automobilen ist nicht leicht festzustellen. Man weiss, dass die Statistiken sich jeweils einer Sache erst dann annehmen, wenn sie nach ihrer Ansicht bedeutungsvoll geworden ist. Es brauchte einegewisse Zeit, um der heutigen Generation die Bedeutung des Automobilwesens in unserer Volkswirtschaft klar zu machen. Erst das «Koloiwienfahren» der Automobile brachte uns allen zum Bewusstsein, in welch steigendem Mass das Automobil sich zum unentbehrlichen Verkehrsmittel emporgearbeitet hat. Die statistischen Untersuchungen können sich deshalb nur auf die letzten Jahre erstrecken und werden immer noch grossen Schwierigkeiten begegnen, da die Berichterstattung an vielen Orten noch sehr zu wünschen übrig lässt und man nur zu oft auf Schätzungen abstellen muss. Immerhin ist man zu greifbaren Zahlen gelangt, die mit aller Deutlichkeit die volkswirtschafliche Bedeutung des Automobils für die Menschheit erkennen lassen. Herr Zivilingenieur E. S. Oelsen in Charlottenburg hat es in verdankenswerter Weise unternommen, eine übersichtliche Zusammenstellung des heutigen Weltbestandes an Automobilen in der «Adac- Motorwelt» zu veröffentlichen. Wir halten uns im folgenden an seine Zahlen und! Feststellungen. Im Jahre 1922 konnte für die ganze Welt ein Automobilbestand von 14,6 Millionen Einheiten festgestellt werden. Davon hatten die Vereinigten Staaten allein 13,1 Millionen oder 89,5 Prozent inrae. In Europa zählte man auf davon Belgien Dänemark Deutschland Finnland Frankreich Griechenland Grossbritannien. Irland, Freistaat Italien • • • Niederlande Norwegen Oesterreich Polen Portugal . . . . Rumänien . . . Sowjet-Union. • Schweiz . . . . Schweden . . . Spanien Tschechoslowakei • • • 1 256,9 1. Januar 1924 45,0 42,2 100,3 1,5 352,3 4,0 469,5 10,5 45,0 14,6 10,1 10,7 8,0 9,0 7,5 16,7 35,0 45,0 6,9 Last» wagen 408,9 12,0 51,7 0,8 92,6 0,8 173,4 5,5 30,0 3,9 2,8 3,6 2,0 0,6 2,3 6,3 8,0 8,0 2,3 Gesamt 1 665,8 57,0 42,2 152,1 2,3 444,8 4,8 642,9 16,0 75,0 18,5 12,9 14,3 10,0 9,6 9,8 14,0 23,0 43,0 53,0 9,2 den 1. Januar 1922 rund 1,230,000 Personenund Lastwagen, somit 8,42 Prozent de gesamten Weltbestandes. Die steil ansteigende Kurve der Zahlen in den letzten Jahren beweist mit aller Eindringlichkeit nicht nur die ungeheure Zunahme an Automobilen, sondern zugleich die ungeheure Intensität des heutigen Wirtschaftslebens. Bereits am 1. Januar 1928 zählte man 29,6 Millionen Einheiten an Automobilen. Das bedeutet eine Zunahme von rund 15 Millionen Wagen in sechs Jahren. Berücksichtigt man, dass alljährlich etwa 17 Prozent an Wagen ausser Betrieb gesetzt werden, so ist es klar, dass die absolute jährliche Zunahme noch höher liegt, als es die Zahlenreihen schildern können. Von den 29,638,535 Automobilen des Jahres 1928 entfallen .24,757,198 Einheiten auf Personen- und 4,245,147 Einheiten auf Lastwagen. Die übrigen rund 600,000 Wagen verteilen sich auf Omnibusse und Spezialwagen. In den letzten fünf Jahren ist eine Totalzunahme von 168 Prozent zu verzeichnen, ohne dass damit der Bestand der Vereinigten Staaten mit eingezählt wäre. Der hohe Prozentsatz beweist, dass nicht nur Amerika, sondern auch andere Länder ihren Verkehr äusserst stark motorisiert haben. Vergleichen wir die Erdteile untereinander^ so zeigt sich in auffallender Weise, dass Afrika für die letzten Jahre die rapideste Entwicklung aufzuweisen hatte. Dann folgen Australien, Asien und schliesslich Europa. Diese Reihenfolge ergibt sich natürlich nur 1 611,1 1. Januar 1925 58,4 32,0 158,9 4,4 460,0 4,1 567,7 21,0 65,0 20,0 15,0 9,8 9,2 9,0 7,0 22,0 49,0 60,0 8,9 535,6 34,3 10,5 60,0 1,6 115,0 1,4 203,2 4,5 35,0 14,0 6,0 5,1 4,2 0,7 2,3 7,0 13,0 10,0 3,5 Gesamt 2 146,7 92,7 42,5 218,9 6,0 575,0 5,5 770,8 25,5 100,0 34,0 21,0 14,9 13,4 9,7 9,8 15,0 29,0 62,0 70,0 12,4 1 656,3 1. Januar 1926 50,3 41,0 185,0 7,1 429,0 5,0 570,0 24,9 73,0 31,5 16,5 10,7 10,1 10,1 9,0 24,2 52,1 60,0 10,0 738,1 41,4 13,1 85,0 3,0 250,0 2,3 227,5 6,0 32,0 14,0 7,7 6,0 2,8 2,4 3,0 6,9 19,2 6,0 4,5 Gesamt 2 511,1 92,7 60,2 275,0 12,0 720,0 9,0 810,9 32,0 111,7 51,8 25,7 17,3 14,6 13,5 13,0 18,5 37,4 80,5 76,0 17,3 im prozentualen Verhältnis zum Vorjahr. Rein zahlenmässig" steht Amerika an der Spitze, ihm folgen Europa, Australien, Asien und Afrika. Die Tabelle gibt uns folgenden Aufschluss: ~ Erdteil I 1927 ] 1928 I Z " h abs. j % Amerika . 23 430 660 I 24 814 323 1 383 663 öT Europa . . 3 102 769 3 615 377 510 608 16,2 Australien 517 856 633149 115 293 22,0 Asien ... 295 i77 348 496 53 019 18,0 Afrika . . 187 476 229 190 48 714 27,0 Welt . . . 27 534 238 | 29 645 535 | 2111297 | 7,7 Recht interessant ist auch eine Klassifizierung des Automobil-Weltbestandes. Sie zeigt, das heute noch der Personenwagen an der Spitze fährt, zeigt aber auch, dass in Europa heute schon auf 2,5 Personenwagen ein Lastautomobil entfällt, wogegen in Amerika das Verhältnis etwa 7 :1 besteht, wie folgende Zusammenstellung deutlich macht: Klasse Amerika Europa Austral. Asien Afrika 21512392 2296 913 522 337 255 486 170 070 3160486 890 527 110 812 58 575 24 747 30492 112 142 2 857 Per« w?gen Lastwagen Omnibusse *) Keine Angaben zu ermitteln, sind unter Personenwagen enthalten. 2 204,7 1. Januar 1927 53,3 59,2 218,0 12,1 585,0 7,1 754,3 29,3 104,9 40,0 21,1 12,4 12,3 12,8 9,9 9,6 38,2 75,0 81,5 20,0 801,4 43,0 16,1 95,0 4,2 280,0 2,5 248,4 6,0 30,0 21,0 8,8 7,8 3,0 2,7 3,6 9,4 7,3 21,3 10,5 6,5 Gesamt 3 102,8 97,3 76,8 319,0 17,7 891,0 11,2 1 023,7 35,6 138,2 64,1 30,2 20,6 16,7 15,7 15,9 21,1 47,6 99,2 97,9 27,1 2 296,9 1. Januar 1928 62,0 66,1 298,6 17,6 668,0 11,0 807,1 36,1 113,0 47,1 24,0 15,7 14,4 15,0 11,5 10,0 44,0 81,6 97,5 22,9 Hervorgehoben sei, dass 1926 auf je 71 Menschen ein Automobil entfiel, währenddem im Jahre 1928 ein Automobil bereits auf 64 Personen trifft. Welche Zunahme hat der Automobilbestand in den verschiedenen Erdteilen, ganz besonders in deren wichtigsten automobilistischen Ländern erfahren? Europa verfügte am 1. Januar 1924 über 1,256,936 Personen>- Personenwagen Personenwagen Lastwagen Personenwagen Lastwagen Personenwagen Lastwagen Personenwagen Lastwagen 890,5 34,0 18,0 123,7 6,0 292,0 3,8 309,5 8,1 45,0 26,9 9,1 9,5 3,3 5,0 6,5 12,5 8,0 26,7 12,5 10,0 Gesamt 3 615,4 100,0 83,1 422,3 25,3 960,0 17.3 1 219,5 44,3 165,0 74,0 33,1 25,2 18,9 20,0 18,8 22,5 63,0 110,5 110,0 33,9 wagen und 408,853 Lastwagen. Die Gesamtzahl erhöhte sich 1925 um 28,9 Prozent und erreichte die Stimme von 2,146,678 Wagen. Im Jahre 1926 stieg diese Zahl auf 2,511,096, was eine Zunahme von 17 Prozent ausmacht In diesen Zahlen kommt die Wirtschaftskrise der damaligen Zeit zum Ausdruck, eine geringe Zunahme der Personenwagen, eine bedeutendere an Lastwagen. Mit dem Jahre 1927 beginnt Europa langsam auf zuschnaufen. Die Wirtschaftsfesseln fallen, die allgemeine Wirtschaftskonjunktur bessert sich. Auf den 1. Januar 1927 kann eine Zunahm© von 23,7 Prozent verzeichnet werden. Die Gesamtzahl an Automobilen ist auf rund drei Millionen gestiegen, um am 1. Januar 1928 einen Bestand von 3,615,377 Wagen (2,296,913 Personenwagen und 890,527 Lastwagen) zu erreichen. Die prozentuale Zunahme betrug allerdings nur 16,2 Prozent. Sie dürfte vielleicht mit der damaligen Einstellung der Produktion der Fordwerke in Verbindung gebracht werden. Die grosse Tabelle gibt einen klaren Ueberblick über den Bestand an Wagen in den meisten Ländern Europas, -t. Im % OH grau cü^m S$auasfts^srB i^B*Brra Es dürfte auch unser© Leser im heutigen Augenblicke, da auch bei uns in vermehrtem Mass© über den Strassenlärm geklagt wird, interessieren, welche Massnahmen grosse Städte getroffen haben, um gegen das Uebel wirksam vorzugehen. New York, das eine Einwohnerzahl von rund 6 Millionen Menschen besitzt, hat folgende Massnahmen getroffen : In unmittelbarer Nähe von Krankenhäusern ist der Verkehr von Last- und Lieferwagen untersagt. Für Motorfahrzeuge ist der Gebrauch von Signalhörner, Zwitscherpfeifen und sonstigen Signalvorrichtungen, soweit diese durch den Exhaustor in Funktion gesetzt werden, verboten. Das Verbot trifft auch ander© Signalvorrichtungen, die ungewöhnlich laute und schrille Töne von sich geben. Gegenüber Verhaltungsweisen, die Ruhe, Gesundheit oder Sicherheit einer grosserer Zahl von Menschen stören, schädigen oder in Gefahr bringen, sind besondere Gesetze und Verordnungen erlassen worden. Diese Massnahmen, die sich gegen den Strassenlärm richten, haben sich nach Aussage des Polizeipräsidenten der Stadt, alle sehr gut bewährt. London, eine Stadt von 4,615,000 Einwohnern geht nicht so weit, wie New York. Die Polizeiorgane strafen nur unnützen Lärm. Di© Gemeinderäte der innern Stadtgemeinden Sir Michaels Abenteuer. Roman roo K. O. R. Browne Copyright 1028 by Georg Müller. Verlas. München. (37. Forteetarcma) Mr. Bytheway macht© beschwichtigende kleine Gebärden. «Ach, weisst du, mein© Li©b©, du wolltest doch absolut, dass ich einen Sekretär habe und ich dachte — ich brauche ja eigentlich keinen, weisst du, obwohl natürlich — und dann bleiben sie doch nie lange, nicht? Also dachte ich, Mr. James würde es gerade so tun wie ein anderer » «Ein Stallknecht!» «Aber», sagte Mr. Bytheway entschuldigend, «er ist wirklich ein höherer Stallknecht. Ueberhaupt etwas Besseres.» Mrs. Bytheway wandt© sich langsam, schwerfällig, unentrinnbar Mike zu. Ihr Auge war nicht mehr kalt, aber noch viel hervorstechender und mass ihn vom Kopf bis zu den Füssen. «Und was», fragt© sie fürchterlich, «haben Sie zu sagen?» «Ein© Menge, Erstens » «Antworten Sie nicht!» herrschte ihn Mrs. Bytheway unlogischerweise an. «Sie haben sich hier unter falschem Vorwand eing©schliechen und das werden Sie büssen!» Di© Geduld von Sir Michael Fairlie, sechstem Baron in der Ahnenfolge, war auch nicht besonders haltbarer Qualität und begann schon recht fadenscheinig zu werden. Obwohl Mike nichts weniger als ein Snob war, so war er doch nicht gewöhnt, wie ein beurlaubter Zuchthäusler, den man beim betrügerischen Würfeln ertappt hat, behandelt zu werden, und es ärgert ihn. Aergerte ihn so, dass er tatsächlich beinahe zersprang. Er sprach kurz und scharf. «Falscher — Vorwand — einen Schmarren! Mr. Bytheway bot mir die Stelle an und ich nahm sie. Das ist alles!» «Das ist nicht alles», sagte Mrs. Bytheway, «Sie — ein Stallknecht — haben sich uns aufgedrängt und für einen Sekretär ausgegeben!» «Ich sagt© Ihnen doch, dass ich kein Stallknecht bin!» «Also, was sind Sie?» Auf diese Frage fand Mik© nicht gleich eine Antwort. Wenn man es recht betrachtete, was war er? Augenblicklich fiel ihm keine richtig passend© Beschreibung seiner selbst ein, und während er noch überlegte, ertönte die vornehm sprechende Stimme Mr. Cherrys. Der letztere hatte diesem packenden kleinen Drama mit tiefem Interesse gelauscht und sich daran geweidet. Ihm war es wunderschön offenbar, dass der Sekretär nun so drinnen sass, dass nur ein Wunder ihn erretten konnte. Dieser Pfuscher, dieser Stallknecht, der aus einem Landwirtshaus herkam, hatte geglaubt, dem erfahrenen Weltmann Georg© Cherry über zu sein! Nun würde er, wie schon Bessere vor ihm, die Vergeblichkeit solchen Strebens erkennen. Der Giftstachel war ihm gezogen, er konnte jetzt sagen und beschuldigen, was und wen er wollt©, niemand würde ihn anhören. Es schien Mr. Cherry an der Zeit, mit dem armen Schlucker ein Ende zu machen. «A propos», bemerkte er sanft, «hat sich die Schmuekkasette schon gefunden?» Mrs. Bytheway fuhr herum. Die letzten Ereignisse hatten die Schmuckkas©tt© fast aus ihren Gedanken verdrängt. «Nein», sagte sie bitter. «Es wird noch gesucht, und wenn sie sie nicht gefunden haben, lasse ich di© Polizei holen. Die lass© ich übrigens auf j©den Fall hol©n!» fügt© sie, Mike ansehend, bissig hinzu. «Ah!» sagte Mr. Cherry leise. Nun kann diese einfache Silbe sehr verschiedene Bedeutungen haben, und die Bedeutung, di© Mr. Cherry ihr verlieh, verursachte Mrs. Bytheway, ihm einen raschen Blick zuzuwerfen. Sein Auge hielt das ihr© ein paar Sekunden lang fest, dann glitt es zur Seite und heftete sich auf Mike. «Ah!» sagte Mr. Cherry ganz leise. Eine kleine erschrockene Pause folgte. «Oh !» sagte Mrs. Bytheway. Einen Augenblick zögerte sie noch; dann durchschritt sie mit elefantenmässiger Eile das Zimmer und drückte auf die Klingel. «Nun,» sagte sie grimmig, «werden wir sehen!» Mike starrte Mr. Cherry an, als sei er ein widerliches Reptil. Da er viel scharfsichtiger war als Mr. Bytheway, war ihm die Bedeitung jenes «Ah!» nicht entgegangen und die Frechheit dieses Gauners, der seine Stelle einnahm, machte ihn zuerst sprachlos. Aber nicht lange. Er tat einen langen Schritt vorwärts und funkelt© Mr. Cherry wild an. «Geben Sie acht, Sie alter Gauner!» sagt© er. «Geben Sie s©hr, sehr acht, sonst wird Ihnen etwas Unangenehmes passieren. Etwas sehr Unangenehmes!» (Forteetzung siebe im Autler-Feierabend)