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Gibt es drei Begriffe, die enger miteinander verwandt sind? Die Mode wechselt wie die Launen einer vergötterten oder verwöhnten Frau (was nämlich zweimal dasselbe ist), die Launen wechseln mit der Mode, die Mode mit dem Wetter — nur das Wetter nicht mit der Mode. Zittert die schlankgewachsene Blondine mit dem Pagenkopf eines Boticelli voll prickelnder Unruhe, ihren entzückend enggeschnürten seidigen Regenmantel spazieren zu führen, brennt eine unbarmherzige Sonne vom wolkenlosen Himmel und wenn nach langen faden Regentagen das junge Herzchen in rasender Sehnsucht nach Farben — den Farben einer duftigen Sommertoilette natürlich — zerfliesst, rauscht eintönig und monoton der Regen vom grau in Grau verhangenen Himmel. Und die Launen? Sie begleiten alle Sprünge des Thermometers, denn für welche Evastochter sind Toileftenfragen nicht Fragen des körperlichen und geistigen Wohlbefindens? Der Frühling bringt mit seinen Sehnsüchten und Ostereiern eine jubelnde Farbenfreudigkeit der Kleider, die hinter den leuchtenden Blumenaugen in Wald un Feld nicht zurücksteht. Das erwachsene Minnespiel der Natur berauscht uralten Gesetzen gemäss die wintersportmüde leichtsinnige Jugend bis hinauf in den Stand ehrbarster Repräsentanten, gesunden Menschentums. Neues Lebensbewusstsein, wilder Schöpferdrang, noch wildere Tollheiten überwinden den Katzenjammer eines durchtanzten Winters. Wehe der Sonne, die hinter Wolkenmauern lagert, wenn sich Köpfchen und Hand nach dem koketten Spiel mit dem Sonnenschirm sehnt... Der Sommer ist ein unverbesserlicher Sportsfanatiker geworden: zwei Drittel des Autokoffers sind mit Sportdresses vollgepfropft. Tennis, Golf, Jachting, Baden und Flirten (soll einer sagen, dass dies kein Sport PIANOS Tonuollendetste Instrumente in relativ massiger Preislage RAMSPECK geworden ist!), und neuerdings auch Amerikas letzter Schrei: das Bogenschiessen —: Kostüme! Kostüme! Sagte doch eine gefeierte Film-Diva dereinst: «Nicht auf das, wie man einen Sport beherrscht kommt es an, sondern auf das, wie man dabei aussieht. Der Herbst, Uebergang zum Winter, bevorzugt den Zug jener bizarren Dekadenz, die sich wohl nirgends überzeugender ausdrückt, als im letzten farbenberauschenden Verglühen der fallenden Blätter. Höchste Schönheit vor dem Tode... Ein grosser Modeschöpfer — vielleicht war es PoireU vielleicht eine der tausend ungenannten Midinettes der Lichterstadt — hat jenes strahlende Rotbraun entdeckt, das aus dem fahlen Grün der geborstenen Kastanienschale hervorlugt. Tatsache ist, dass Herbst für Herbst Maron für, wenn auch kurze Zeit, en v^ogue ist. Kombinierungen mit Beige, Schwarz und Dunkelblau bis tief in die Farbenskala verwandten Nuancen, sind von glücklichstem Wurf. Die Mode steht im Zeichen des Kontrastes, benötigt aber dessen ungeachtet jenen warmen Bindeton, der im Kastanienbraun sein Ideal findet. Daneben bleibt Blau immer kleidsam und geniesst wie Schwarz, seit langem eine unerschütterliche Stellung. Bei Dinertoiletten finden wir nach wie vor die roten Tönungen, namentlich bei den immer •mehr, .aufkommenden Spitzen. Grün . beherrscht, obwohl es wie keine Farbe an den Typus und die Grazie der Trägerin höchste Anforderungen stellt, also niemals von jedermann getragen werden kann, seinen Platz im Spiegelschrank der Dame. Stoffe mit Blütengruppen werden von der Pariserin gegenwärtig bevorzugt. Nie fehlt ein entzückender Gürtel, welcher der Erscheinung der herbstlich gekleideten Grazie die heitere Note verleiht. Dies ist das Bild, dem sich die Dame zu den Tees dieser Saison repräsentiert. Und der Winter? Neben dem seine eigenen Wege gehenden Sport werden die Abendtoiletten die meisten schlaflosen Nächte, Verspätungen, Streitigkeiten in Modeatelie^s lind Misstimmung zwischen Ehegatten bereiten. Eins ist sicher: Perlenbesticktes Material wird im kommenden Winter tonangebend sein. Was die Farben anbelangt, so werden die für den Teint so vorteilhaften Bastelltöne den Sieg davon tragen. Die Grundfarbe fällt hiebei auf das «Rosa», das als Nuance der ganzen lichterstrahlenden Toilette die meist getragene Farbe sein wird. Vit. S>&e Fahvi dev Sieben. Von Karl Lütge. Die liebenswürdige Wirtin hob die Tafel auf. «Nun folgt für die Herren noch eine Ueberraschung! Eine Autofahrt zum Rhein!» Die Herren waren begeistert, die Damen enttäuscht. Aber sie sollten eine Dampferfahrt unternehmen. Alles war wohlgeordnet. Als die Herren das Auto besteigen wollten, stellte es sich heraus, dass sie mit dem Wagenführer sieben Personen sein würden. Daran war für die Mehrzahl der Herren nichts Auffälliges. Nur der Schlesier Jessen zuckte zusammen und rief: «Sieben? Sieben im Auto! — Ausgeschlossen!» Die vorzügliche Stimmung verflaute sichtlich unter dem Eindruck der heftig ablehnenden Bemerkung Direktor Jessens, der erklärte: «Sieben im Auto ist ausgeschlossen! Ich habe da zu schlimme Erfahrungen. Sieben ist eine noch ärgere Unglückszahl als Dreizehn —» Dr. Kandel, der Veranstalter der Fahrt, erbot sich darauf, zurückzutreten. Allein dem widersprach man und vesuchte den Schlesier, Direktor Jessen, umzustimmen. Der wortkarge Hamburger Kätge hielt sogar einen kleinen wissenschaftlichen Vortrag zu diesem Behuf: «Die Sieben ist keineswegs eine reine Unglückszahl, lieber Herr Kollege! Die Sieben erscheint vielmehr symbolisch in einer doppelten Funktion und ist bei ihrer Doppelnatur, also gut und böse, ebenso eine sogenannte «böse Sieben» wie eine Glückszahl. Das zeigt dass wir von sieben fetten und sieben mageren Jahren sprechen, und beweist die Bevorzugung von Lotterielos-Nummern, die in der Sieben ungeteilt aufgehen. Uebrigens — ganz unter uns — in jeder doppelt gesetzten dreistelligen Zahl geht die Sieben ungeteilt auf. Nehmen Sie zweimal eins, eins, eins nebeneinandergestellt, oder zweimal eins zwei, drei oder sonst eine Zahl — » Die Herren unterbrachen lebhaft. «Vollkommen überzeugt.» So bestieg man den Wagen. Als letzter stieg, mit schweren Zweifeln kämpfend, Direktor Jessen ein und nahm sich den letzten Platz auf dem hinteren Polster. Dann zog der Wagen an, humpelte erst etwas und fuhr darauf in schöner Kurve zur Rheinstrasse hinab. Der Fond des Wagens hatte drei Sitzreihen zu je zwei Plätzen. Auf den beiden ersten sassen die Vettern Dr. Kandels, die aus dem nahen Koblenz nach Poppard gekommen waren; auf den mittleren Sitzen fanden sich Dr. Kandel und der Hamburger zusammen, auf den letzten Direktor Jessen und Dr. Bergk. Der Hamburger sprach noch über die Siebenzahl, während Dr. Bergk dem schweigsamen Jessen die Schönheit des Rheintals im Gebiet des rheinischen Nizza pries. Direktor Jessen blickte unentwegt geradeaus zum Wagenführer, der den schweren, etwas ausgefahrenen Wagen sicher meisterte. Die unverkennbar angstvolle Missvergnügtheit des Schlesiers hatte für den Frankfurter Dr. Bergk beinahe Erheiterndes, und er wollte gerade eine diesbezügliche scherzhafte Bemerkung tun, als Direktor Jessen plötzlich aufsprang und sich über die vor ihm sitzende Herren stürzte. «Jessen — Sind Sie wahnsinnig?» Der kleine, schmächtige Fünfziger, Dr. Bergk, versuchte den Schlesier zurückzuziehen. «Lassen Sie los,» keuchte dieser wütend und trat rücksichtslos um sich. Der Wagen fuhr auf einem schnurgeraden, ebenen Stück Landstrasse hinter Hirzenach. Bei der nächsten Biegung der Strasse wurde die Bahnlinie gekreuzt, und es ging dicht an den Strom hinunter. Dr. Bergk hatte dies dem Schlesier gerade erzählt. Jessen zwängte sich zwischen den vor ihm sitzenden Herren hindurch und hatte im Nu den Wagenführer bei den Schultern gepackt. Alles das ging blitzschnell, während der schwere Wagen staubwirbelnd über die Strasse stob. Die fünf Herren im Auto waren aufgesprungen. «Er ist wahnsinnig! Helfen Sie doch bitte, meine Herren», rief Dr. Kandel. Je mehr sich die Herren mühten, den offensichtlich Irren von dem Wagenführer abzuhalten, um so grösser wurden dessen Anstrengungen, sich der hindernden Fäuste zu erwehren. Er warf seinen Körper hin und her und in wilder Verzweiflung mit den Füssen um sich. Die grosse Kurve kam. Geradeaus ging es direkt in den Rhein. Direktor Jessen verdoppelte seine Anstrengungen — und hatte endlich mit kurzem Ruck den Wagenführer zur Seite geworfen. Der lag, ohne sich zu rühren, und das Auto hielt wenig darauf mit bremsendem Schleifen hart am Strässenränd. Direktor Jessen warf sich herum und stand rasch aufrecht in der Vorderreihe zwischen den Sitzen der beiden Vettern Dr. Kandels. Er hatte ein verzerrtes, unkenntliches Gesicht. Die Hände fuhren zum einschnürenden Kragen und darauf zur genässten Stirn. «Lieber Kollege Jessen», versuchte Dr. Kandel, der sich halb erhoben hatte, den zweifellos Kranken zu beruhigen. Die übrigen Herren sassen in erschüttertem Schweigen und beobachteten mehr oder minder offen den unglücklichen Freund. Der fuhr zusammen bei den mitleidsvollen Worten. Sein Blick fand die Fremdheit im Wagen. Er presste die Lippen aufeinander und ballte die Fäuste. Dann lachte er etwas und presste mühsam heraus: «Bitte, lassen Sie mich aus dem Wagen!» «Aber, bester Direktor Jessen —» «Wir müssen uns wohl um den Toten kümmern», schnitt Direktor Jessen alles weitere ab und sprang aus dem Wagen. Nun fuhren die Herren von ihren Sitzen hoch. «Der Chauffeur?» Jetzt erst sah man, dass der Wagenführer Sir Michaels Abenteuer. Roman ron K. 0. R. Browne. Copyright 1928 by Georg Müller, Verlag, München, (Fortsetzung vom Hauptblatt.) Mr. Cherry hob die Augenbrauen höflich erstaunt. «Ich wüsste nicht » Ein Pochen an der Tür unterbrach ihn. Die Tür öffnete sich und es erschien die erzbischöfliche Gestalt des Dieners in ihrer stattlichen, unbeweglichen Haltung. «Gnädige Frau haben geklingelt?» «Stooply», sagte Mrs. Bytheway kurz, «Sehr wohl, gnädige Frau.» Die Tür deutend. Dieser Rat wurde mit vollständigem schloss sich Schweigen aufgenommen, Mr. Bytheway Mike schaute Mrs. Bytheway an und bezwang sich mit übermenschlicher Anstren- Mr. Bytheways Unteriefer fiel einwenig blickte auf Mr. Cherry und zurück auf Mike. gung, nicht so mit ihr zu sprechen, wie sie herab. Und Mr. Cherry hob die Augenbrauen und lächelte dazu in aufreizender es verdiente. " «Was meinen Sie eigentlich mit diesem Weise. Vorgehen?» fragte er. «Dieser liebenswürdige Gauner», sagte Das hervorstechende Auge triumphierte über ihn. «Wenn ein Stallknecht», erwiderte Mrs. Bytheway, das verabscheute Wort betonend, «sich unter falschem Vorwand in mein Haus drängt und dann mein ganzer Schmuck verschwindet, bin ich berechtigt, Schritte zu unternehmen!» Mike öffnete schon den Mund, um hitzig zu erwidern, überlegte es sich aber und .schwieg. Seine Gedanken flogen. Nachdem es nun an den Tag gekommen war, dass er kein Sekretär sei, gab es offenbar nichts für ihn, als »durchsuchen Sie das Zimmer von Mr. James!» Mike stiess einen durchdringlichen Wutschrei aus und wadte sich um . «Verflucht!» begann er hitzig. ein volles, offenes Geständnis. Er fühlte den leidenschaftlichen Wunsch, sich Mr. Cherry zu langen und ihn gründlich zu bearbeiten; je eher also diese Idiotin von einer Frau «Sehr wohl, gnädige Frau» sagte die unbewegte von der Schurkerei seines Stellvertreters Stimme. «Wonach, gnädige Frau?» Mehrere Personen sprachen gleichzeitig. «Oh, Hermione — ist das nicht ein wenig —» überzeugt wurde, desto früher kam er in Mikes Hände. Was Anne betraf — nun, mit der musste er sich später auseinandersetzen. «Wenn Sie wissen wollen, wo Ihr Schmuck «Hören Sie » ist » sagte er. «Nach, was immer Sie finden, Stooply! Drei Paar Augen hefteten sich auf ihn. Wenn Sie etwas finden, bringen Sie es mir!» ! «Fragen Sie ihn», sagte er, auf Mr. Cherry Mike, «ist nicht Sir Michael Fairlie. War es nie. Wird es nie sein.» Wenn er erwartet hatte, dass diese Mitteilung Sensation erregen würde, wurde er enttäuscht. «Wirklich ?» sagte Mrs. Bytheway mit fürchterlichem Sarkasmus. «Und wieso wissen Sie das?» Mike mächte eine dramatische Pause. «Weil», sagte er, «ich es bin.» Der hauptsächlichste Nachteil von Bomben ist, dass, wenn sie nicht explodieren, sie gar keinen Effekt machen. Diese hate so wenig Effekt, als sei sie nie geschleudert worden; weniger als ein feuchter Feuerwerkskörper, der in einen Eimer Wasser fällt. Mrs. Bytheway schaute Mr. Cherry verwirrt an ; Mr. Cherry schüttelte mit einem Lächeln der Verständnislosigkeit den Kopf und Mr. Bytheways Unterkiefer fiel noch ; tiefer. «Weil Sie was sind?» fragte Mrs. Bytheway nicht recht verstehend. «Sir Michael Fairlie», erwiderte Mike, etwas gedrückt durch die Aufnahme seiner Erklärung. Das Schweigen wurde durch ein Lachen Mr. Cherrys unterbrochen — ein nachsichtiges, vornehm klingendes Lachen. «Also das», sagte Mr. Cherry, «ist wirklich gut. Sie sind also Sir Michael Fairlie?» «Das bin ich.» «Schön. Und was bin dann ich?» «Das weiss ich nicht, aber darauf werde ich bald kommen. Scottland Yard würde mir vermutlich dabei helfen können.» Mr. Cherry schüttelte den Kopf wie zu den harmlosen Phantasien eines unheilbar Schwachsinnigen, schaute Mrs. Bytheway an und lächelte. Man hatte das Gefühl, dass er an seine Stirne getippt hätte, wenn er nicht so ein vollendeter Gentleman wäre. «Nun», sagte Mrs. Bytheway, «auf mein Wort, so ein Frech — —» «Ich bin Sir Michael Fairlie», wiederholte Mike beharrlich. «Sie werden es früher oder später glauben müssen, also ist es besser, Sie glauben mir gleich. Dieser sogenannte Gentleman hier hat meinen Handkoffer gestohlen, als dieser von meinem Auto herabfiel. Der Brief, den Sie sahen, war mein Brief.» «Ausgezeichnet!» murmelte Mr. Cherry. «Sehr sinnreich ausgedacht. Aber es stiinmt nicht ganz damit überein, dass Sie ein Stalle knecht waren, wie?» (Fortsetzung folgt,)