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E_1928_Zeitung_Nr.080

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Locarno SroniS Hotel

Locarno SroniS Hotel Anerkannt das Haas mit schönster and rahigsterL&ge am Lan« gensee. Einziges EoteJ mit eigenem Strandbad. Ruderboote, Flosse, Tennis, Garage. Orig. Tessiner Weinstube. Aosstahtsr. Restaurationsterr. Zimmer von Fr.5.- an, Pensionspr. Fr. 13.« bis Fr. 18.-. Prosp. d.d. Direktion J. Kleiner. AUTOMOBIL-REVUE 1928 — N° 80 BßHNHOFSTR. 52 spät. Ueberdies würde ich mir auch jetzt noch gar nichts zutrauen. Siehst du, das ist das Alter. Ich weiss nicht, warum ich mich hinreissen Hess, dir das alles zu sagen.» Leon Leribier schwieg einen Augenblick und fügte dann hinzu: «Und Ancelin hasst mich... Welche Unterschiedlichkeit. Er weiss nicht, was er mir verdankt. Nur darum, weil ich Therese geheiratet habe, ist er das geworden, was er ist... Hätte er sie geheiratet, dann hätte er es so wenig zu etwas gebracht wie ich. Therese hätte ihrem Gatten nie ge^ stattet, im Leben etwas anderes vorzustellen, als eben ihren Gatten. Auf Wiedersehen, mein Lieber, heute nachmittag beim Bridge.» Mister Leribier kehrte in sein Hotel zurück. Mister Varzile ging in das seine, als er von Andre Ancelin angesprochen wurde. «Mein lieber Freund.» sagte ihm letzterer mit beinahe hartem Tone. «Sie würden mich verpflichten, wenn Sie mich nicht ansprechen würden, wenn Sie mit Monsieur Leribier sind. Dieser Mann hat das Unglück meines Lebens verursacht, indem er mir seinerzeit ein junges Mädchen geraubt hat, das ich leidenschaftlich liebte, das ich nie vergessen habe, das die einzige Liebe meines Lebens war... ohne sie ist das, was man die Erfolge meiner Karriere bezeichnet, vergiftet, durch den Schmerz; Erfolge, o ja, aber verringert durch die Qual eines herzzerreissenden Schmerzes. Hand in Hand mit ihr, für sie, hätte ich die Welt aus den Angern gehoben...» Die Zufa hrtsstrassen Führer für aus der ganzen Schweiz si Automobilfahrer, offizielle nd ersichtlich in O. Ausgabe des T. C. R. Wagners S. vis-a-vis Bahnhof und Volksgarten. Klublokal u. Touristikbureau des A. C. S. Glarus Telephon 27. Besitzer: K. Höhn. f^'ähe Post u. Bahnhof. Schöne steführte Küche. Qualitätsweine, stelle. Mitglied des T. C. S. Gasthof und Metzgerei zum Bären (beim Regierungsgebäude). Neu renoviert. Gutbürgerliches Haus. Selbstgeführte und gepflegte Küche. Gesellschaftssaal. Eigene Garage. Telephon 1.27. F. Fröhlich & Sohn. Gutbürgerliches Haus. Auto-Garage.Telephon 48. Bequeme Autohaltstelle. R. Qrob-Wlld. Cafe-Restaurant z. Waage Soignierte Spezialitäten-Küche. Lebende Forellen, Wildbret, Mungenliedli« — — Ideale Autöhaltestelle. Telephon 153. H. Stüssi, Küchenchef. Bekannt gut gepfleg Familie Altbekanntes, gutbürgerliches Haus, Garage. Gesellschaftssaal. Telephon 19* C. Blumer. Bekannt vorzügliche Vereinssaal. Tel. 14. Zimmer. Selbst- Ideale Autohalt- C. Graf. ===== Telephon 186 ===== Renomitn. Haus. Zimmer mit fliessendem Wasser Mitglied des T. C. S. J. Stüssi, Küchenchef. 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Der Frau blieb nichts mehr übrig, wie Trauer über ihre entschwundene Jugend anzulegen und sich mit ihrem Elend abzufinden. Mit der Schönheit war es vorbei, Liebe gab es für sie nur mehr in der Rückerinnerung. Wäre ihr der Wunsch «-gekommen, noch einmal die Süssigkeiten der Liebe gemessen zu wollen, ein Blick in den Spiegel hätte genügt, die Arme zum Verzicht zu zwingen... Die Pariser Zeitung «L'Intransigeant» hat sich jetzt an eine Anzahl von Schriftstellern und sonstigen Künstlern mit der hübschen Frage gewandt: «Wie alt würde heute die Frau von dreissig Jahren sein?» Und die Antworten zeigen, dass wir heutzutage den Spiegel gründlich eines Besseren belehrt haben! Es gibt keine einzige Frau von dreissig Jahren mehr, der ihr Spiegel bewiese, dass es mit ihrer Macht vorbei sei. «Die Frau von dreissig Jahren ist nichts anderes wie ein von Balzac gewählter Titel,» ruft der berühmte Romanschriftsteller Henry Bordeaux aus! «Es hat immer Frauen gegeben, die lange, und solche, die nur kurze Zeit Gefallen erregt haben.» Und gar der Bildhauer Dourdelle meint: «Ich kenne heutzutage Grossmütter, die bezaubernd sind, deren «Akt» so fehlerlos geblieben Ist, dass ihre Enkel sie beneiden können.» Jean Giraudoux gibt in anderer Form demselben Gedanken Ausdruck: «Es gibt Frauen, die ihr ganzes Leben jung bleiben, und solche, die es nie gewesen sind!» — Auch Rachilde glaubt an die Macht des Gefühls und hält es für einen Jungbrunnen: «Die Frau, die nicht zu lieben aufhört, bleibt jung!» meint sie. Der kategorische und originelle Paul Morand rückt der Angelegenheit forsch an den Leib und bürdet der modernen Frau kurzerhand zwanzig Jahre auf: «Das Alter, das den dreissig Jahren von damals entspricht? ...Fünfzig! Wie die Tropensonne leuchten die Frauen noch um Mitternacht. Wir leben in einem Zeitalter, wo die Frauen lustig in ihr Grab springen!» — Monsieur Henri Rotiert ist von bestrickender Galanterie. Selbst in der Höflichkeit geht er bis an die äussersten Grenzen. Der geistreiche Anwalt wagt den Ausspruch, dass Balzac, wenn er heute noch lebte, ein Meisterwerk über die Frau von siebzig Jahren schreiben würde. Wohingegen Marcel Prevost, der Onkel von Francoise, erklärt: «Unser Zeitalter ist das des jungen Mädchens. Die Moden sind für sie gemacht. Ein junges Mädchen kommt mit ihren kurzen Röcken, ihrem kleinen Schirm, ihrem Hütchen daher und sieht bezaubernd aus; die Mutter, die sie begleitet und zwanzig Jahre mehr zählt, würde in derselben Aufmachung wie für einen Kostümball angezogen wirken.^ «wnD^E i&a HO (Judge) Kostümball! Was für ein harter Schlag! Aber es kommt noch schlimmer: «So ist nach hundert Jahren der Moment wieder da, wo aus ganz anderen Ursachen die Vergoß terung der Jugend aus der Frau von dreissig Jahren eine «reife» Frau macht.» Der Fahrer beträgt sich auf der Strasse so, wie er wünscht, dass sich der andere betragen soll. Das Schimpfen mit dem Verkehrspolizisten gehört zu den schwersten Verkehrsstörungen. Die Strasse ist für den unachtsamen Fussgänger feindliches Gebiet. Wer sich dem sichern Tod aussetzen willr läuft die Fahrbahn einer verkehrsreichen Strasse entlang. Es ist keine verlorene Zeit, wenn man ein Kind lernt, wie es in das Tram ein- und aussteigen soll. Habt ein Nachsehen mit alten Leuten und nehmt es ihnen nicht übel, wenn sie sich den heutigen Verkehrsverhältnissen ungerne anpassen wollen. Gegen fixe Ideen ist kein Kraut gewachsen. Sichere Bremsen und vorschriftsmässige Beleuchtung sind Garantien für sicheres Fahren. Besuchen Sie das reizende »Idyllisch gelegene Muotathal MUOTATHAL GASTHAUS z. POST Altbekanntes und bestgeführtes Haas mit prima Küche und Keller Fremdenzimmer Tel 5 Peter Gwertler. GASTHAUS z. HiRSCJtlJEßi Empfehlensw. Liandsasthof, prima Fischküche. Sehensw Münzsammlung 1 u Altertümer. Ge«chw. Betschard. GASTHAUS z. OCHSEN Metzgerei, gute Küche und Getränke. Gastzimmer Gesellschaftssaal. Karl HeSnze. GASTHAUS SOAiNE Fremdenzimmer. Gute Verpflegung. Grosser, neuer Gesellschaftssaal Alois Imhof. GASTHAUS WILHELM. XELL Gute Küche, reelle Getränke. Am Fusse des Kienzinassea. Telephon 26. B. Imliof-Gwerdrv. 1SISTHÄL GASTHAUS SCHÖNENBODEN empfiehlt Mittagessen. Feine Weine. Logiergeiegenneit. Endstation des Postautos. 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WS* - 92S ®TkAT von Siegfried Herzog. Herr Stadtrat Urian Schwibbogen vereinigte in seiner ebenso gewichtigen wie wichtigen, daher in jeder Beziehung ansehnliohen Person die gegensätzlichen Eigenschaften eines Junggesellen, eines Herrn des Fleisches und eines geschworenen Gegners des Zölibats, dhne jedodh bisher gegen dessen Grundgedanken verstossen zu haben. Gegner hatte er keine. Diese seltene, immerhin auffallende, jedoch nicht wegzuleugnende Tatsache ging offenkundig aus der soeben stattgefundenen Wahl hervor, welche den tatkräftigen, zieütbewussten Dreissigjährigen einmütig in den obersten Rat seiner Vaterstadt berief, die es, genau genommen, gar nicht war. Die Herkunft des Neugewäüilten war in tiefes Dimkel gehüllt, die Person seines Vaters gewissermassen sagenhaft, denn auch die ältesten Weiber mit den berühmtesten Gedächtnissen und geübtesten Zungen konnten nur erzählen, dass der Vater vorhanden gewesen sein musste, eine Behauptung, die mit Rücksicht auf die unbestrittene Gegenwart des Sohnes nicht widerlegt werden konnte. Dünkelhafte und oberflädhliche Menschen betrachten eine ungewisse Herkunft als Makel. Die Mitbürger des Gewählten waren, ihn und sich selbst ehrend, anderer Ansicht. Dem durch die Kanzäeiluft ausgetrockneten iiagestolzen Notar UrLn war es beschieden, auf einem seiner allabendiliohen Spaziergänge durch die winkelige Altstadt unter einem sehr massig beileuchteten Schwibbogen auf ein am Boden liegendes Kleiderbündel zu stossen, das keines war, sondern eine junge Mutter und deren Neugeborenes, welches durch Quaökende Töne Verwahrung gegen den unerquicklichen Aufenthaltsort einlegte. Einigermassen erstaunt, knipste der Herr Notar seine Taschenlampe. Ihre Strahlen glitten über die zusammengebrochene Gestalt und blieben auf Gesichtszügen haften, die Herr Urian von seiner amtlichen Tätigkeit frier allzu gut kannte, verging doch fast kein Tag, an dem er nicht den letzten Willen eines Sterbenden beurkundete. Von den schmerzhaft verzerrten Lippen der Verglimmenden, zu welcher sich der Notar hinuntergebeugt hatte, lösten sich mühsam die Worte, um zu erklären, dass sie durch einen Fehltritt zu Falle gekommen wäre, woran Herr Urian keinen Augenblick gezweifelt hatte, um so mehr, als Ursache und Wirkung auch ohne Bestätigung zu erkennen waren. Daran, dass die Verscheidende auf dem schmalen, schiefansteigenden, hochbordigen Gehsteig ausgeglitten und dabei fehlgetreten war, dachte der Herr Notar nicht, um so weniger, als die Art des Fehltritts nichts daran ändern konnte, dass ein junger Erdenbürger unter dem Schwibbogen immer kräftiger schrie. Noch nie in seinem Leben war Herr Urian so ratlos gewesen, wie in dem Augenblick, in welchem zwei auf der Runde begriffene Hüter der öffentlichen Ordnung sich in das Dunkel unter dem Bogen schoben, seinen Bericht entgegen, den brülelnden Jun- KUßHAUS Prachtvolle Aussicht auf Zugersee. Stets lebende Forellen. Qualitätsweine. Autopark. Telephon 20. Bes. F. Moser. PRQNTO Valenl (famäorsteät DER GARAGETOR-STELLER dev Ihnen Freude macht Keiu8 eingedrückten Kotflügel mehr Sicherer Schntz aespri Windstösse OSender: ElSlib W * ft/«A btStfCULAva ti hk'ZEÜGB ZÜRICH ÄUTOMOBIL-RjEVUE gen und die still gewordene Mutter in ihre Obhut nahmen. Herr Notar Urian zog aus diesem Vorkommnis die Lehre, in Zukunft bei den,! abendlichen Spaziergängen die Schwibbogen zu meiden. Der jahrelange Einfluss ik:r Kanzleiluft hinderte ihn aber nicht, für die Unterbringung des elternlosen Findlings,' bei einem ehrsamen Ehepaar, dem das Schicksal den Kindersegen versagt hatte, Sorjge zu tragen. Auch späterhin kümmerte er sich von Zeit zu Zeit um den Jungen, ohne sich jedoch ihm mehr als unbedingt notwendig war zu nähern. Notar Urian war ein ausgesprochener Kinderfeind, was ihn aber nicht hinderte, vor seinem Abieben das Waisenkind zum einzigen Erben seines beträchtlichen Vermögens einzusetzen. Besagtes Würmchen hatte augenblicklich nur Verlangen nach Milch, nicht nach Geld und Gut, abgesehen davon, dass ein solches Begehren vorläufig noch zwecklos gewesen wäre, denn der Herr Notar lebte noch und starb daher erst später, immerhin zu richtiger Zeit für den Erben. Dieser war unterdessen mit Rücksicht auf seine Geburtsstelle unter dem Namen Schwibbogen in die Bücher der Stadt eingetragen und von dem Herrn Pfarrer zu Ehren des Notars auf den Rufnamen Urian, getauft worden. Ebenso wunderlich wie seine Namen war der Werdegang ihres Trägers. Sein Pflegevater war ein einfacher Mann, desseii Beruf darin bestand, den Eingang von Menschen und Tieren zu überwachen, denn er war Pförtner des städtischen Schlachthauses. Von ihm stammte die Kenntnis von Menschen und Tieren, durch welche sich Urian Schwibbogen einen Platz an der Sonne erringen konnte. Meister Martin war in seiner Art ein Weiser, der auf den ersten Blick jeden Ochsen, jedes Schwein und jedes Schaf des Tier- und Menschenreiches auf ihren wirklichen Wert abzuschätzen verstand. Aufgeblasenheit war ihm ein Greuel. In seinen Ausdrücken war er ein wenig derb, traf aber immer den Nagel auf den Kopf. « Wenn der Ochs,» pflegte er zu sagen, «aufgeblasen ist, hat er entweder Wasser im Bauch oder im Kopfe; im ersten Falle ist er ein Rindvieh, im zweiten überdies ein Mensch.» Bei den Tieren forschte er nach dem vorgeschriebenen blauen Gesundheitsstempel, ohne welchen sie keinen Einlass in das ihm zur Obhut anvertraute Gebiet fanden, bei den Menschen nach dem Sauberkeitsstempel in den Augen. Den meisten fehlte er; diese grüsste er mit unverständlichem Knurren und kaum angedeutetem Lüften seiner verblichenen' Sammetkappe. Den anderen stand er gerne Rede und gab bereitwillig Austounft über Umfang und Güte des Auftriebs, iüber die engere Marktlage und über sonstige Wahrnehmungen, die für den Fachmann wertvoll waren. Sein Urteil galt bei den Kennern, sogar bei Ephraim Bindegewebe, dem König aller Viehhändler. Martin und Bindegewebe waren sich durch einen Messerstich näher gekommen, den ein betrunkener Viehknecht dem ihn zurechtweisenden Pförtner versetzen wollte; auf halbem Wege fiel das Messer zu Boden, gleich darauf auch der Trunkene, denn der Knotenstecken, den Ephraim Bindegewebe immer mit sich führte, pflegte immer ganze Arbeit auszuführen. Ephraim war es, der durch seine Verbindung mit dem Notar den kleinen Urian Schwibbogen in das Pförtnerhaus steuerte. Seitdem verging fast kein Tag, an dem sich Herr Ephraim um das Wohlbefinden des Kleinen erkundigte, war er doch selbst Vater eines Jungen und verstand demnach etwas vom Kleinkindervvesen. Frau Martin, deren Glück mit dem Tage erblühte an dem ihr der Urian in die Arme gelegt wurde, hatte anfangs vor der Kleinkinderwissenschaft des Herrn Bindegewebe uneingeschränkte Hochachtung, die leider am vierten Tage brüchig wurde, als Herr Ephraim dem Säugling eine Kirsche in das Mäulchen stecken woite. Aus Kleinurian laufen konnte, bekam er das haarlos gewordene Schaukelpferd des kleinen Bindegewebe. Nach und nach wanderten alle Spielsachen des Viehhändlersohnes in das Pförtnerhaus, in welchem dieser bald selbst heimisch wurde. Die Freundschaft der Knaben nahm in der Schulzeit an Innigkeit zu und weiterte sich darin, dass Urian alle Feinde des kleinen Max Bindegewebe verprügelte, wogegen dieser die Wertschätzung der Lehrer für Urian zu erhöhen trachtete, indem er dessen schriftlichen Arbeiten als Pate zur Seite stand. In der freien Zeit wurden die beiden Jungen freiwillige Lehrlinge des Viehhandels und prägten sich alle Kniffe und Erfahrungen ein, die sie dem Handelsgebaren von Vater Ephraim -ablauschen konnten. Aus die Jungen das vierzehnte Lebensjahr erreicht hatten, waren sie ihm bereits wertvolle Gehilfen geworden, wie wertvoll, erkannte er erst, als es zur Trennung kam, an welcher er und der alte Martin schwerer litten, als die Jungen selbst. Urian begann seine Lehrzeit hinter dem Hackstock einer Fleischerei, Max auf einem dreibeinigen wackeligen Hockstuhl eines " (Fortsetzung S, 24.) verschafft durch ifhro Farbensyinphonie unvergesslichfi) Eindrücke stiller Schönheit auf deni Wege za den hoch.- alpinen Natur-Szej lerien. Wer. noch nicht hat ausspannen können» wer jetzt Ze41 hat, kommt sehr gut auf seine Rechnung«, Man sag!, dass Reise-Gottes met3 ifaje Touren erst im SpätBomuter und Heybgt machen, seift 25 Jahren aber nie ohne O. R. Wagners Führer für Automobiltahrer, das automobilistisclie Reisehandbuch der Schweiz offizielle Ausgabe des T. C. S., kostet nur 4f> C- Abonnenten erhalten 20 Prozent Rabatt l£ Ifii Verlag: Automobil-Revue, Bern