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E_1928_Zeitung_Nr.084

E_1928_Zeitung_Nr.084

vielversprechend©

vielversprechend© Prospekte auf kleinen Tischen bereit, die Neugierigen rasch und' anschaulich mit den Sensationen der Marke vertraut zu machen. Der Verkäufer selber erteilt in stolzer aber höflicher Haltung Auskünfte über all das, worüber der Laie oder der gewiegte Autotechniker Bescheid zu wissen wünscht. Die verschiedenen Interessenten drängen sich in den Stand hinein, um den Motor und das Chassis auf alle Details einer kritischen Probe zu unterziehen. Und während in den braunbekleideten Wandelgängen sich der Salonbesucher gütlich tut, werden noch die allerletzten Stände eingeräumt, denn am Freitag erscheint der Präsident der Republik — wer bis dann nicht fertig ist, verscherzt sich die Gunst des Publikums. Grau und düstern hatte sich der frühe Morgen des Eröffnungstages angekündigt, aber schon gegen Mittag strahlte die Sonne so dass mancher Konstrukteur in die Ver- kommt, mit einem Sprung vom durch die prächtigen Glasdächer in diesuchung weiten Hallen und liess die Dekorationen m den buntesten Farben schillern. Prächtig erhellt, hängen nun die weiten Stofflächen (nach römischem Muster) über den automobilen Kostbarkeiten des Salons. Eine gleissnerische Lichtfülle funkelt über die eleganten Karosserien letzter Schöpfung. Schon beim ersten Rundgang fällt eine Scheidung der ausgestellten Wagen in amerikanische und europäische, sowie in Luxus- und Gebrauchiswagen auf. Die letztgenannte Einteilung tritt in diesem Salon zum ersten Male auf. Amerikanische und europäische Konstrukteure haben voneinander viel gelernt. Die Amerikaner zeigen Geschmack und Sinn für Feinheiten in der Konstruktion und Vorführung von Motor und Chassis, während die Europäer ihre Wagen durch hervorragende Karosserien und Vermehrung der Zubehörteile, allgemein aber durch einen erhöhten Komfort in ein gediegenes Licht stellen. Ein flüchtiger Ueberblick lässt uns eine Reduktion der Preise für Nutzwagen erkennen. Frankreich, das durch 57 Marken vertreten ist, hat auf rund neunzehntel aller Wagen eine Preiserniedrigung eintreten lassen, und hat dabei den Standard seiner Qualität beibehalten. Die kleinen Wagen mit einem noch kleinern Motor, dessen Steuerpflicht sich in der untersten Zone der Ansätze bewegt, werden immer zahlreicher. Auch der Mann aus dem Volke, der bis.anhin den Kauf und den Unterhalt eines Autos als Unmöglichkeit ansah, wird sich bald ein Auto anschaffen können, ohne den letzten Rappen auf den Ladentisch legen zu müssen. Das Vordringen des Automobiles in die weniger kaufkräftigen Volksschichten wird damit wirksam gefördert. In der Klasse der Gebrauchswagen von 11—17 PS. mit einem Zylinderinhalt von 2—3 Lit. ist hingegen ein leichtes Anziehen der Preise festzustellen. Als Gegenwert bietet der Konstrukteur eine luxuriösere Karosserie oder eine erweiterte Ausrüstung mit Zubehörartikeln oder ein erhöhtes Leistungsvermögen des Motors. Zahlreiche Karosserien von feinen Wagen finden sich vor, die einen geradezu blendenden Aufwand aufweisen. Daneben konstatiert man eine ungewöhnliche Zunahme der Sportwagen, die ein progressiv wachsendes Ansehen gemessen. Mehrere neue Marken sind mit einem Sportwagen im Salon vertreten, wieder andere Fabriken, die sieh noch vor kurzer Zeit mit der Herstellung von Tourenwagen begnügten, führen nun auch Sportmodelle, mit oder ohne Kompressor, vor. Die Halle ertönt von den Klängen des schneidigen Orchesters und lässt den Beschauer so recht ahnen, was der Salon in der automobilen Welt zu bedeuten hat. Konstrukteure und Karossiers haben sich eine Ehre daraus gemacht, am «Salon» eines ihrer besten Produkte auszustellen, denn was am Pariser Salon Anerkennung gefunden hat, wird in ganz Europa Eingang und Anklang finden. La. des Sekretärs nötig, aber er hatte keine Ahnung, wo er jetzt weiter suchen solle. Er war so überzeugt davon gewesen, dass die Sachen in diesem Zimmer seien, dass seine Einbildungskraft auf kein anderes Versteck verfiel. Er war aufs höchste erbittert. Und während er noch in tiefen Gedanken dastand, drang ein Geräusch an sein Ohr, das sich schüesslich als Mrs. Bytheways Stimme kundtat. «Sir Michael! Sir Mi —chaeÜ» Mr. Cherry fuhr zusammen, fluchte und war mit Blitzesschnelle im Gang draussen. Nicht um eine Sekunde zu früh übrigens, denn im nächsten Augenblick tauchte Mrs. Bytheways Gesicht auf der Stiege auf. Mr. Cherry bemerkte, dass das Gesicht gerötet war; es war ein erregtes und befriedigtes Antlitz und schien freudige Nachrichten zu verkünden. (Fortsetzung siehe im Autler-Feterabend) Technische Betrachtungen. Vor allem ist eine Zunahme der Sechs- und Achtzylindermotoren zu konstatieren. Den letztjährigen Salon nannten wir den Salon der Sechszylinder. Diese Entwicklung hat sich dieses Jahr, wie wir bereits früher vermuteten, durchaus bestätigt. Der Sechszylinder hat sich durch eine geschmeidige Gangart und durch ein sicheres Funktionieren beim Publikum grosse Chancen gesichert. Der Sechszylinder gewinnt an Boden zum Teil auf Kosten der Vierzylindermotoren^ Aber auch der Achtzylindermotor gewinnt zusehends an Verbreitung. Zahlreiche Fabriken, die bisher nur Vierzylinder oder dann noch Sechszylinder herstellten, befassen sich nun mit der Fabrikation von Achtzylindermotoren. Tatsächlich sind die Differenzen in der Funktionsweise zwischen dem Sechszylinderund dem Achtzylindermotor ziemlich gering, Sechszylindermotor zum Achtzylindermotor überzugehen. Die Erfahrung aber zeigt, dass sich die Achtzylindermotoren, deren Herstellungskosten hauptsächlich wegen den Schwierigkeiten in der Herstellung längerer und grösser dimensionierter Motoren grösser sind, nur für luxuriösere Wagen eignen. Vielfach sind die Sechszylindermotoren ebenso gut ausbalanciert, wie z. B. Achtzylindermotoren in Linie. Die momentane Entwicklung wird sich sehrwahrseheinlich bald stabilisieren und die Konstrukteure von Sechs- und Achtzylindermotoren zu paarweisem Zusammenarbeiten drängen. Der Sechszylindermotor wird bei einer Kundschaft mittlerer Klasse am ehesten Anklang finden, während die Achtzylindermotoren für die Luxuswagen höchster Leistungsklasse reserviert bleiben. Interessant ist die Tatsache, dass die Konstrukteure für den Automobil- wie für den Flugzeugbau Achtzylindermotoren bauen, die einen Zylinderinhalt von 1—15 Liter aufweisen. Die Magnetzündung, die bereits letztes Jahr einen Rückgang zu verzeichnen hatte, bestätigt dieses Jahr ihre Rückentwicklung. Unter amerikanischem Einfluss wird nicht nur für die Maschinen der grossen Leistungsklasse, sondern auch für Kleinwagen das System der Batteriezündung verwendet. Die Batteriezündung liefert für das Starten und bei Langsamlauf einen kräftigern und wärmern Funken als die Magnetzündung. Man hat übrigens bereits versucht, die beiden Systeme zu kombinieren, indem man den Magneten als Hilfsorgan bei Verwendung hoher, Tourenzahlen heranzieht. In der Konstruktion der Wechselgetriebe haben sich wesentliche Aenderungen vo' zogen. Zum ersten Mal sieht man auf dem Pariser Salon viergängige Wechselgetriebe mit einem dritten Gang auftauchen, der eoenso geräuschlos funktioniert wie der viorte Gang. Der dritte Gang ist in erster Linie als Stadtgang gedacht, während der vierte Gang für schnelle Fahrten über Land reserviert bleibt. Der Vorderradantrieb verzeichnet im Salon Fortschritte, indem weitere Modelle sich den neuen Antrieb aneigneten. Es ist in naher Zukunft eine starke Vermehrung dieser Antriebsart zu erwarten. Das gleiche ist auch für die Aufhängung unabhängiger Räder zu sagen. Die Zylinderinhalte. Die Herstellung der Wagen lässt sich einteilen in die Konstruktion von Nutzwagen mit geringerem Zylinderinhalt, sowie in die Konstruktion von Touren- und Luxuswagen von grösserem Zylinderinhalt. Es tauchen im Salon wiederum neue 5-PS-Kleinwagen auf, die mit einem Einliter-Motor ausgerüstet sind. Diese Liliputmotoren sind dank ihrer hohen Tourenzahl kräftig genug, alle Hindernisse zu überwinden, die sich in unserm Mittelland ergeben mögen. Die 5-PS-Chassis erlauben sogar den Aufbau von Vierplätzerkarosserien. Durch diese Anordnung kommt der Fabrikant zahlreichen Wünschen aus den Kreisen der Kundschaft mit den allerbesehsidensten Ansprüchen entgegen. Im Salon werden Sechszylindermotoren mit Zylinderinhalten zwischen 1,5 und 3 Leiter vorgeführt. Ihre Leistungsfähigkeit und ihre Konstruktion sichern einen angenehmen und ökonomischen Betrieb. Die französischen Konstrukteure haben sich unter dem Einfluss der amerikanischen Konkurrenten entschlossen, Sechszylindermaschinen mittleren Zylinderinhalts zu recht bescheidenen Preisen auf den Markt zu werfen, um ihre Existenz zu sichern. Durch die Herstellung von grossen Serien versuchen sie die, bedeutende Preisdifferenz gegenüber ähnlichen Modellen wieder wett zu machen und der Krise zu steuern. Eine Flut von Sechszylinderwagen wird nun auf den Markt geworfen und damit andern Konstrukteuren Kopfzerbrechen verursacht, denn die Preise sind in einzelnen Fällen so tief gehalten, dass man sich wirklich fragen muss, wie viel der Fabrikant noch verdient. Erstaunlich ist die Tatsache, dass sich die Kosten der Automobile nur verdreifacht ÄUTOMOBTL-RFVUE 1928 — haben, während sich der Lebensstandart gleichzeitig verfünffacht hat. Die Sportmodelle. Die Torpedokarosserien verlieren zusehends an Boden, während gleichzeitig die Innenlenkerkarosserien und das Cabriolet einem bedeutsamen Aufschwung entgegensehen. Für Sportfahrer und Tourenfahrer sind die beiden letztgenannten Karosserien gegenwärtig die beliebteste Lösung. Ihre Chassis sind ausserordentlich tief gehalten, manchmal erwecken sie sogar den Eindruck, für Sportwagen allzu tief gebaut zu sein. Die grosse Mehrzahl der Motoren der Sportmaschinen sind durch zwei Nockenwellen obengesteuert und zudem mit Kompressoren ausgerüstet. Ihre Leistungsfähigkeit hat sich in bedeutendem Masse erhöht. Zahlreiche Konstruktionsdetails,, die bis anhin zur Domäne der Tourenwagen gehörten, sind nun in die Konstruktion der Sportwagen herübergenommen worden. Technisch wunderbare Lösungen findet man hauptsächlich bei den Maschinen kleinen Zylinderinhalts. Wir erkennen z. B. bei Sechs- oder Achtzylindermotoren mit einem Zylinderinhalt von 1100 cem sieben- bis neunfach gelagerte Kurbelwellen. Ihre Motoren zeichnen sich durch hohe Tourenzahlen und eine beträchtliche Leistungsfähigkeit aus. Da das Gewicht dieser Wagen aber ziemlich gross ist, verschlingen dieselben mehr Brennstoff, als man sich sonst gewohnt ist. Die Brennstoffkonsumation spielt aber bei den Liebhabern dieser Marken nur eine sekundäre Rolle. Die Luxusmaschinen. Sie bilden einen wesentlichen Teil der Ausstellung, da sie vor allen andern Wagen darauf angewiesen sind, in Paris mit Erfolg vertreten gewesen zu sein. Eine ganze Anzahl von Wagen und Chassis zeichnen sich durch eine ausserordentlich hohe Leistung und eine Geschmeidigkeit aus, die ihresgleichen sucht. Das hohe Anziehungsvermögen dieser Wagen der allerobersten Klasse ermöglicht dem Fahrer, den Schalthebel fast ausser Acht zu lassen. In dieser Kategorie finden wir ein unbestreitbar schönes Cabriolet Grand Sport auf einem Mercedes-Chassis Modell S montiert. Wir erwähnen diesen Wagen als typisches Musterbeispiel für die Vereinigung verschiedener Konstruktion- u. Geschmackstendenzen von Wagen höchster Klasse u. Leistungsfähigkeit. Der Motor besitzt einen enormen Zylinderinhalt und ist mit einem Kompressor versehen. Ein hoher Brennstoffverbrauch ist bei diesen Anforderungen nicht zu umgehen. Der Wagen überwindet aber alle Hindernisse in unsern Geländeverhältnissen beinahe spielend. Eine Ausrüstung des Wagens, die den letzten Anforderungen gerecht werden will und die tiefe Lagerung von Chassis und Karosserie verleihen ein durchaus modernes Aussehen. Wir zitieren dieses Modell, weil es verschiedene Tendenzen sowohl im Bau des Motors als auch in der Gestaltung der Karosserie mit ihrem Komfort in sich vereinigt. Erster Augenschein. Ueber den Hauenstein kommend, befuhren "wir am Samstagabend bei unserer Einfahrt nach Basel den Kilometer-Lance. Die bereits abgesteckte Strecke war ein verhältnismässig schmales Strassenstück; der beidseitige Anlauf — er varierte zwischen 800 und 900 m — war für den westlichen Start durch eine Kurve abgebogen und wies für den östlichen eine spürbare Steigung auf. Der Kilometer selbst zeigte eine "kleine Abweichung vom geraden Kurs; der Strassenbelag war gut, die Oberfläche vielleicht etwas zu stark gewellt. Momente, die grosse Anforderungen an Mann und Maschine stellen, also einen spannenden Austrag erwarten Hessen. Basel im Zeichen des Rennens. In Basel herrschte ein auffallend starker Verkehr. Man spürte die Anziehungskraft der äusserst sehenswerten internationalen Bureaufachausstellung. Von den Plakatsäulen, in den Cafes, überall prangten die Affichen des Hardrennens. Ein originell maskierter Tramwagen warb für den baslerischen Motorsporttag. Die von zielsicherer Hand mit viel Geschick organisierte Propaganda in der Presse und auf der Strasse sollte denn auch für den Sonntag nicht ohne Wirkung bleiben. Basel war am Renntage früh aus den Federn. Mit dem vom Empfangskomitee liebenswürdig zur Verfügung gestellten Wagen des Herrn Hartter sausten wir gegen Birsfelden, vorüber an Trüppchen marschierender Sportentusiasten, an Radfährern, Tatternden Motorrädern, gefüllten Tramways. Der Schauplatz des sportlichen Austrages bot ein prächtiges Bild. Der Zuschauerraum war in einem mehrmetrigen Abstande von der Piste getrennt. In kurzen Abständen stand die Streckenpolizei. Ueberall Trupps von Sanitätssoldaten. Zur Freihaltung der Strecke war eine besondere Boschhornanlage geschaffen worden. Der gesamte Absperrdienst hinterliess in seiner reibungslosen Abwicklung einen vorzüglichen Eindruck und dürfte für manches Rennen als Muster dienen. Das Publikum hielt strenge Disziplin. Bei den Tribünen, die sich in der Mitte der Strecke befanden, wurden wir von Herrn Thüring, dem Präsidenten des Empfangskomitees, auf das liebenswürdigste begrüsst. Herr Direktor Wever, der Chef der Pressekommission,, gab .uns alle nur Der rein ästhetischen Seite wird im modernen Karosseriebau in hohem Masse nachgelebt. Wir verzeichnen recht sehenswerte Fortschritte in der Auswahl der Stoffe und des Holzes, in der Form der Kotflügel und der Koffern, im Einbau der Fenster und der Türen und in der Wahl der Hilfsorgane und Zubehörteile. Zahlreiche Konstruktionseinzelheiten, die sich sozusagen in die neuen Karosserie eingeschnitten haben, gehen dem Auge bei einer raschen Besichtigung verloren. Kleine Stichproben beweisen uns, dass besonders bei Luxuswagen, die nicht jedes Jahr neue Modelle auf den Markt bringen, an minutiösen Vervollkommnungen alles Er^ denkliche geleistet wird. -lt. Der wahre Bureaukrat. (Korr.) Kürzlich wurde in Frauenfeld ein Automobilist von der Autokontrolle angehalten und nach der Fahr- und Verkehrsbewilligung gefragt. Det Automobilist ist gleichzeitig auch Motorradfahrer und hat seine Verkehrsbewilligung, aus einem Nachbarkanton stammend, im Gewand für das Motorradfahren aufbewahrt und kann deshalb nur den Internationalen Fahrausweis, lautend auf seinen Wagen und auf seinen Namen, vorweisen. Die beiden kontrollierenden Beamten sind uneinig darüber, ob der Internationale Fahrausweis als Fahrausweis gelten kann. Der Mann wird entlassen, weil er den gültigen Internationalen Fahrausweis schlechterdings nicht bekommen kann, ohne den gültigen internen Fahrausweis bereits zu besitzen. Der Nachweis, dass er im Besitze des geforderten Ausweises ist, war also erbracht. Bald aber kommt vom Bezirksstatthalter in Frauenfeld ein Bussenzettel, eben weil der interne 1 Fahrausweis fehlte. Funktionäre, denen nicht mehr soviel Logik zugemutet werden kann, sind zu bedauern. Es lässt sich offenbar rechtlich, wenn der Buchstabe allein sprechen darf, nicht viel dagegen machen, doch ist zu hoffen, dass unser Zeitalter allmählich von solchen spitzfindigen Beamten werde. NO 84 befreit A.XL& dorn. Inlialt : Die Rakete als Motor, von Dr. P. Stucker. — Was tanzt man diesen Winter? — Wer sind die Autoschlächter? — Der Autokauf. — Verräterische Vererbung. — Ein Autorennen auf der Via Aemilia. — Blätter aus einem zerrissenen Tagebuch. — Das Sportkostüm. — Bei der Motorwagenfabrik Berna A.-G. auf Besuch. — Der Auspuff. SPORT VOM SONNTAG: Der Kilometer-Lance in der Hard CT. Oktober) wünschenswerten Angaben und bemühte sich,-unermüdlich wie er ist, um einen unmittelbaren Kontakt mit der Veranstaltung. Bahn frei! Ein leichter Nebel lag noch über den Wipfeln: des Hardwaldes, als nach der für den routinierton Rennbesucher bekannten und gern verziehenen Verspätung das Auto mit der weissen Fahne das Rennen eröffnete. Unmittelbar darauf fegte das erste Motorrad — neben den Wagen starteten über 60 Motorräder der Basler Clubs — in vielversprechendem Tempo über die Bahn. Mit donnerndem Auspuff folgten sie sich, zwischen die zwei wie irrsinnig drehenden, tanzenden Räder veTkrallt, wobei Ton und Tempo das Eingreifen der höheren Klassen verrieten. Nachdem die Hin- und Rückfahrt in rascher Folge beendet war — für die Zeiten des Lances wird bekanntlich das Mittel aus den beiden Starts gezogen — waren die Wagen an der Reihe. 10 000 Zuschauer. Inzwischen hatte sich die Menschenmenge längs der Piste gewaltig verdichtet. Die Besucherzahl wird mit zehntausend nicht zu hoch geschätzt. Die Tribünen, wo Herrn Thürings HuimoT für « Zwischenaktmusik » sorgte, waren ffut besetzt — wenn man auch nicht gerade den Eindruck erhielt, dass die Baslerinnen im allgemeinen Frühaufsteherinnen' sind. (Zur Berichtigung: am Vorabend war in der Mustermesse Oktoberball.) Die Sport- und Tourenwagen. Ein Hanomag eröffnete — das ist nun geradezu traditionell geworden — friedlich bullernd, aber in ganz vorzüglicher Zeit, den Reigen. Dann Schlag auf Schlag wie im Film: der rassige Amilcar von Buol, Boillat auf S.M., Gysin auf Amilcar, hierauf Birkenmaier auf Opel, Kiefer auf Amilcar, Spinnler, auf Mathis, Dennler auf Wanderer, der junge vielversprechende Fahrer Haas auf Amilcar, dann Blattner auf dem schnellen O.M., Hauser und Krattinger, beide auf La Buire, Dr. Fischer, Sportpräsident der Adac-Sektion Lörrach, auf einem schnittigen Mercedes, Vuille, von der Sektion Freiburg: des T. C. S., auf Bugatti-Spori, der mit 111,801 km die beste Zeit aller Amateure fuhr. Weiter Obrist auf Mathis, die drei siegreichen Ford-Wagen der Autavia Basel, die einen vorzüglichon Eindruck hinterliessen, Klein auf Erskine, Klebert auf EssoJt, der Tourenwagen vom Fiat-Vertreter Villa in Basel.

der ein ausgezeichnet ausgeglichenes Rennen lieferte, Moser auf Hudson, Herr Levaillant, der verdiente Präsident der Sektion Basel des T. G. S., mit seinem prächtigen Hupmobil, schliesslich Hert auf Buick, und Landmesser, der Vertreter der Magneti Marelli, der mit 104,347 km die beste Zeit der Experten erzielte, ebenfalls auf Buick. Insgesamt starteten bei den Touren- und Sportwagen 26 Fahrer. Höchst bedauernswert war das Pech des Martini-Wagens von Berli, der im ersten Lauf einen ganz bestechenden Stil an den Tag legte, leider aber zum zweiten Lauf nicht mehr vom Start ging. Ueber die Leistungen orientiert die Resultatliste. Die Rennwagen. Die Spannung steigerte sich, als die bekannte Genfer «Kanone» Sarbach in der freien Klasse einen 1100-ccm-Amllcar-Rennwagen über die Strecke jagte. Das von ihm erreichte Mittel von 128,113 km kann aber keineswegs als Höchstleistung des weissen Renners betrachtet werden. Wie sich Herr Sarbach äusserte, war er durch ein ausgelaufenes Lager empfindlich handicapiert. Immerhin ist seine Leistung die beste Tageszelt. Huber auf Chiribiri- Rennwagen fiel mit 91,603 km stark ab. Flugzeug gegen Auto. Diese propagandistisch a fond ausgewertete Attraktion war in der Tat der spannendste Moment des Tages. Nicht nur der Tatsache wegen, dass eich hier, wahrscheinlich erstmals, Flug- und Automotor in einer sportlichen Konkurrenz gegenübertraten, sondern schon allein deshalb, weil bei diesem Rennen wirklich die höchsten Tagesgeschwindigkeiten gefahren wurden. Der Austrag zerfiel in drei Starts: Erst mass sich der Chiribiri gegen einen deutschen 20-PS-Daimler-Benz-Sporteindecker, wobei das Flugzeug einwandfrei gematcht wurde. Dann kam die grosse Sensation: Der junge Basler Haas trat mit seinem 1100-ccm-Amilcar gegen Oblt. Koepke an, der mit einem Flugzeuge des Flugplatzes Basel die Fehde aufnahm. Das doppelte Rennen zu Lande und in der Luft war ein hinreissender Anblick. Tief über den Köpfen der Zuschauer raste das Flugzeug in irrsinnigem Tempo über die Strecke, während der Amilcar die Strasse förmlich in sich frass. Das Geheul der Motoren verschlug einem fast den Atem. Haas erreichte die hervorragende Zeit von 163,640 km, eine Leistung, die auf der Piste nur durch den Motorradfahrer Garmine überboten wurde, der den Kilometer mit eioem Stundenmittel von 165,989 km «bodigte». Carmine fuhr im ersten Lauf sogar 183 km, was als die höchste Geschwindigkeit angesprochen wird, die von einem Motorrad im Lance je erreicht worden, ist. Pilot Koepke siegte, wie vorauszusehen waa\ gegen Haas mit einem Mittel von 213 km. Im Start hatten sich selbstverständlich Unregelmässigkeiten gezeigt, da das genaue Losgehen ein Dii\g der Unmöglichkeit ist. — Neben den beiden Wajgen mass sich auch ein Motorrad gegen den König der Luft. Der Erfolg. Sportlich gewertet brachte der Grossporttag der Sektion Basel des T.G.S. einen schönen Erfolg. Weifin auch dieses Jahr die Zahl der Sport- und Rennwagen keine grosse war und man anderseits Wagen vom Start gehen sah, die ein weidlich gemütliches Rennen fuhren, so ist nicht zu vergessen, dass es sich um einen Anfang handelt. Bei jedem Anfang gilt es zu lernen. Eines aber braucht die Sektion ^ Basel des T.G.S. nicht mehr zu lernen, das kann si& schon: ein Rennen organisieren! Es ist uns eine Freud© zu Wiederholen, wie mustergültig alles geklappt hat. Die Rennleitung unter den Herren Zollet, dem unermüdlichen Sportpräsidenten, und R. Levaillant, das technische Komitee unter Herrn E. Stocker, die Zeitmessung unter den Herren Dr. Clar und Weissenborn, die Streckenpolizei unter Herrn Reif, die Finanzierung unter Herrn Zeller, die Sanität — glücklicherweise war ihre Mühe umsonst — unter Herrn Gruber, nicht zuletzt das Sekretariat, das Herr P. von Arx besorgte, alles, aber auch alles klappte wie aus einem Guss. Um zwei Uhr vereinigte ein Bankett Gäste, Organisatoren und Pressevertreter, von Herrn Präsidenten Rene Levaillant, der die Bedeutung des Tages in kurzen Worten würdigte, herzlich begrüsst, im Stadtkasino, allwo auch der reiche Gabentisch stand. Abends sechs Uhr fand die Preisverteilung statt. Die von Herrn Stocker verkündeten Resultate lauten wie folgt: Tourenwagen: Kat. 500—750 cem: 1. Goether (Hanomag) 53,2 = 67^69 Std.-Km. Kat. 750—1100 cem, Klasse A: 1. Boillat (Amiloar) 43,6 = 82,569 Std.-Km.; Klasse E: 1. Buol Rob. (Amilcar) 39,4 = 91,371 Std.-Km. Kat. 1100—1500 cem, Klasse A: 1. Kiefer (Amilca-r) 41,8 = 86,124 Std--Km.; 2. Spinnler (Mathis) 43,8 = 82,192 Std.-Km. Klasse E: 1. Haas Paul (Amilcar). 38,7 == 93,02 Std.-Km.; 2. Dennler (Wanderer) 59,6 = 60,403 Std.-Km. Kat. 1500—2000 cem.. Klasse A: 1. Blatuner (O.M.) 38,00 = 94,737 Std.-Km.; 2. Hauser (La Buire) 41,4 = 86,957 Std.-Km.; 3. Krattiger (La Buire) 42,8 = 84,112 Std.-Km.; 4. Dr. Fischer (Mercedes 44,8 = 80,357 Std.-Km.; Klasse E: 1. Obrist (Mathis) 41,4 = 86,957 Std.-Km.; 2. Autavia Basel (Ford) 43,4 = 82,949 Std.-Km. Klasse 2000—3000 cem, Klasse A: 1. Klein (Erskine) 38,3 = 93,994 Std.Km.; 2. Klebert (Essex) 46,5 = 77,419 Std.-Km.; Klasse E: 1. Autavia Basel (Ford) 36,4 = 98,901 Std.-Km.; 2. A. Villa (Fiat) 37,1 = 97,035 Std-Km.; 3. Autovia Basel (Ford) 38,0 = 94,737 Std.-Km. Kat. 3000—5000 cem, Klasse A: 1. Moser (Hudson) 33,7 = 106,842 Std.-Km.; 2. R. Levaillant (Hupmobile) 34,9 = 103,151 Std.-Km.; 3. Hert (Buick) 36,4 = 98,901 Std.-Km.; Klasse E: 1 Landmesser (Buick 34,5 = 104,347 Std.-Km. Sportwagen: Kat. 750—1000 cem, Klasse A: 1. Gysin (Amilcar) 40,6 = 88,67 Std.-Km.; Klasse E: 1. Birkenmaier (Opel) 38,3 = 93,994 St.-fcm. Kat. 1500—2000 cem, Klasse A: 1. Vuille (Bugatti) 32,2 = 111,801 km. Rennwagen: 1. Sarbach (Amilcar) 28,1 =128,113 Std.-Km.; 2. Huber (Chiribiri) 39,3 = 91,603 Sti-Km. Beste Tageszeit: Sarbach (Amilcar) 128,113 Std.-Km. Beste Zeit Amateure: Vuille (Bugatti) 111,801 StcL-Km. Beste Zeit Experten: Landmesser (Buick) 104,347 Std.-Km. "X Konkurrenz Flugzeug-Rennmaschine: 1. Dir. Koepke 213,529 Std.-Km.; 2. Haas (Amilcar) 163,640 Std.-Km. Beste Tageszeit mit Flieger: Paul Haas (Amilcar) 163,640 Std.-Km. Vit. Fuchsballonjagd. Grau dämmert der Äforgen herauf, leichter Regen rieselt hernieder, während das Barometer gestiegen ist. Soll man? Soll man nicht? Die Telephon-Zentrale sagt: « Ja ! » Also doch? « Ja, die Fuchsballonjagd findet statt», so lautet die Mitteilung der telephonischen Auskunftsstelle, und auf diese sozusagen amtliche Bestätigung hin rüstet man sich — etwas misstrauisch zwar — zur Mitwirkung. Und in überraschender Weise ergibt sich, dass die veranstaltenden Vereine, der Ostschweizerische Verein für Luftschiffahrt und der Schweizer Touring-Club, Auto-Sektion Zürich, mit der Wahl des Tages recht gehabt haben. Allmählich hat der Himmel, der schon ziemlich bald ein helleres Antlitz gezeigt, seine Wolkenschleier zerrissen. Mittlerweile sind die « Offiziellen » eingetroffen, sie geben ihre Weisungen und schauen nach allem. Besonders der Präsident der Sportkommission, der bekannte Präsident des Schweizerischen Aero-Clubs, Oberst Messner, ist unablässig tätig und überall, wo etwas zu regeln ist. Auch unbeteiligtes Publikum strömt in Scharen herzu. Etwas später als vorgesehen kurz nach H12 Uhr erst, kann endlich der mit der roten Bauchbinde gezierte «Fuchs», der dem Ostschweizerischen Verein für Luftschiffahrt gehörende Ballon « Uto » abgelassen werden. Führer (wenn man so sagen darf, wo eigentlich der Wind führt) ist Oberstleutnant Gerber, dem es im Mai bei der Fuchsballonjagd gelungen ist, seinen Korb so rasch vom Ballon loszuknüpfen, dass kein verfolgender Automobilist zuvor den Wimpel abreissen konnte; er hat damit als Erster den Silber-Pokal gewonnen, der nun, da er Wanderpreis ist, verteidigt werden muss. Die Musikkapelle, die das lange, stundenlange Harren ein wenig zu verkürzen sucht, bläst einen Tusch, und sanft gleitet der < Uto» in die Weiter und weiter, um den Runensee herum — und dann treffen wir Leute, die lächelnd verkünden, dass wir zu spät gekommen sind. Immerhin: bis hin zu dem Ballon wollen wir doch noch kommen. Da — hinter einigen Bäumen fast versteckt Gymkhana In Bülach. — sinkt eine gelbe Hülle langsam in sich zusammen: der Ballon gibt seinen Gasgeist auf. VonBülach durchgeführte Geschicklichkeitsprüfung für Die Zürcher hatten ihre am 7. Oktober 1928 in einem Wimpel ist natürlich schon lange • nichts Automobile auf eine besondere Basis gestellt. Einmal hatte man Zürich verlassen, .um die Veranstal- Luft hinaus. Er steigt ziemlich rasch, scheint eine mehr zu sehen. Drei haben den Ballon gerade in Weile in der Nähe bleiben zu wollen, besinnt sich Empfang genommen, als er sich herniedersenkte, tung ohne jedes grosse Drum und Dran auf dem aber dann eines Besseren und lässt sich von einer so berichtet man uns, und jeder hat ein Stück vom sich hiefür ausgezeichnet eignenden Kasernenplatz Strömung in nord-östlicher Richtung mitnehmen. Wimpel ergriffen, und jeder will der Sieger sein. in Bülach durchzuführen und zum andern hatte Inzwischen ist auch schon «Helvetia» in denEs muss dabei etwas rauh zugegangen sein, denn, die unter dem Vorsitz von Herrn Fritz Frey, blauen Himmel hinein nachgefolgt, und in kurzen wie am späten Abend nach einer Sondersitzung der Zürich, stehende Sportkommission der Sektion Zürich des A. G. S. die zu bewältigenden Aufgaben Abständen folgen sie alle, sechs Verfolgerballons, Kommission mitgeteilt wurde, die drei in Betracht deren Aufgabe in erster Linie darin besteht, dem kommenden Konkurrenten sind wegen unsportsmässigen Verhaltens disqualifiziert worden. täglichen Verkehrs Rücksicht genommen wurde. derart ausgewählt, dass speziell auf Uebungen des « Fuchs » möglichst nahe zu kommen und in möglichster Nähe von ihm zu landen. Es mochten sich bis Nachmittags wohl gegen Der letzte Ballon schwebt oben in der Luft. Die Jagd ist zu Ende. Was der Fuchsballon 100 Automobile auf dem weiten Kasernenareal in Man sieht schon, dass der Wind in den verschiedenen Schichten sehr verschiedene Richtung hat, bringen. Oberstleutnant Gerber hat es in der Tat verwaltung (Herr Hauptmann Wettstein), in zuvor- geleistet hat, ist erst viel später in Erfahrung zu Bülach eingefunden haben, das von der Kasernen- denn die Ballons verteilen sich unerwartet stark. verstanden, seinen Ballon am weitesten weg zu lenken. Bei Alpthal im Kanton Schwyz ist er endlich war. kommender Weise zur Verfügung gestellt worden Während der « Uto » anfangs in nordöstlicher Richtung davongegangen war, kehrt er bald, in grösserer gelandet, und zwar punkt 4 Uhr, also in der allerletzten zulässigen Minute. Aber es hat ihm nichts Die Startliste wies gegen 50 Konkurrenten auf, Höhe, zurück; er schlägt fast genau südliche Richtung ein; sollte er doch noch das Schwyzerland er- genützt, dass er so weit fortgepflogen ist. Denn worunter einige «illustre» Namen von Fahrern, die man schon bei verschiedenen Rennen gelesen hatte. reichen wollen, wie vorher als mutmassliches Ergebnis verkündet worden ist? Nun lässt man die spürt und ihn auch erreicht, ehe er noch seinen Herr Hans Kleiner jun. hat ihm am besten nachge- Bald herrschte reger Sportbetrieb, der Reithalle ent-> lang stellten sich die «fiebernden» Konkurrenten Korb abknöpfen konnte. Damit ist er der Gewinner 53 verfolgenden Automobile hinaus: ihre Aufgabe besteht darin, einem der Ballons möglichst auf den Fersen zu bleiben, und wenn er landet, ihm den Wimpel vom Korbe zu reissen, ehe der Korb vom Ballon abgeknüpft ist. Daneben haben sie auch noch die Aufgabe, auf etwaige Luftmeldungen der Ballonführer aufzupassen und diese aufzufinden. Zunächst wendet sich alles limmatabwärts. Aber noch in Schlieren selbst wird der erste Halt gemacht. Der Wind scheint nun die meisten Ballons aus der ursprünglich nördlichen Richtung nach Süden davonführen zu wollen. DER NEUE AUTOMOBIL-REVUE Exklusiver Import für die Schweiz : Auffallend früh entzieht sich der « Fuchs » den platze des « Uto » entfernt, unweit Einsiedeln, herabgekommen. Drittklassierter Ballon ist der « Le- Blicken der meisten Verfolger durch die Flucht in eine gerade aufkommende dünkte Wolke hinein. Der Himmel mag wissen, wo er aus dem Schleier wieder herauskommt! Später zeigt sich dann, dass er als Erster, der aufgestiegen ist, auch am meisten forttragenden Wind bekommen hat; sein Führer hat verstanden, ihn jeweilen in die richtige Höhe zu bringen. So steuert er tatsächlich geradenwegs auf das Schwyzer Ländli zu, während die meisten Ballone sich loyal ungefähr an die Kantonsgrenzen zu halten scheinen. Es naht die Zeit, da gelandet werden muss, denn von 4 Uhr an soll kein Ballon mehr in der Luft sein. Aber wo werden die nun herunterkommen? In der Stadt kann man doch nicht landen ! Ausser « Zürich » und « Pollux » scheint nun auch noch die schwarz bewimpelte «Thuna» ausgerechnet der Stadt zuzustreben. Nun, uns bleibt nichts übrig, als uns in möglichster Nähe zu halten. Da nimmt die « Zürich» einen kleinen Anlauf, sie steigt, so sieht es von unten aus, wieder in die Höhe und schwebt nun etwa auf das rechte Seeufer zu. Also von der Höh© der Flunterner Allmend ihm nach! Am Dolder vorbei geht es gegen die Höhe von Witikon, da es einmal so scheint, dass der Ballon wieder mehr gegen den Höhenzug abgetrieben würde. 4 Uhr ist längst vorüber, und immer noch schwebt < Zürich > ungefähr südwärts. Durch den Tobel der Trichtenhauser Mühle hindurch geht die Verfolgung. des Wander-Pokals geworden, der ihm dann abends feierlich übergeben werden konnte. Eine etwas sensationelle Landung hat sich schliesslich der bereits mehrfach erwähnte Ballon « Pollux » geleistet: er ist buchstäblich noch auf stadtzürcherischem Boden gelandet, und zwar ziemlich auf der Höhe des Zürichberges. Die Gärten dort haben nun freilich das Nachsehen, denn es ist viel zertrampelt worden. Nach dem « Uto » hat die « Helvetia » die beste Fahrt gemacht. Sie ist nur 5,2 km vom Landungs- ACHT ZYLINDER zum Preise eines in Linie SECHS /ZYLINDERS Der Wagen der den Anforderungen seiner Zeit voll und ganz genügt Sedan 5 pl. Fr. 14,900.— GENCE /\MERICAINE.S.ÄC GENF AARAU BASEL St. GALLEN ZÜRICH man », der bei Gottschalkenberg die feste Erde wieder berührt hat, 11,4 km vom « Uto » entfernt. Die übrigen vier Ballone sind zu spät gelandet und scheiden somit aus dieser Konkurrenz aus ; ihre Reihenfolge wäre : K 8 von der Luftschiffer-Abteilung in einer Entfernung von 21,3 km von der Landungsstelle des «Uto»; «Zürich» (29,9 km), « Thuna » (30,3 km) und « Pollux » (37,7 km). Die Preisträger unter den automobilistischen Verfolgern sind die Herren Hans Kleiner jun., der den «Uto »-Ballon abgefangen hat, Kramer (Helvetia), E. Muhl (Leman) und Günthardt (Pollux). Die « Thuna » und « K 8» sind zwar nicht abgefangen worden, aber da sie erst nach 4 Uhr gelandet sind, so können sie doch nicht als Sieger gelten. Meldetaschen sind gefunden worden von den Herren Kleiner, Siegfried, Bodmer, Brunschwig, Stabe! und dem am Sonntag abend noch nicht mit Sicherheit erkannten Träger der Nr. 43. Am Abend versammelten sich die Teilnehmer und die Organisatoren im Hotel Baur-en-ville, wo dann in später Stunde, nachdem noch ein Protest erledigt worden war; Herr Fehr, der Präsident der Autosektion Zürich des Touring-Clubs. die Preisverteilung vornahm, wobei er mit besonderer Freude feststellen konnte, dass der silberne Pokal, der den Wanderbecher darstellt, diesmal vom Touring-Club gewonnen worden ist. Im übrigen galt der Abend der Geselligkeit, und ein jeder nahm davon die Erinnerung an einen recht gelungenen Tag mit. Ve. auf, die in Hast nochmals das Programm der Hindernisse durchmemoriorten, die Offiziellen gaben die letzten Weisungen und losten die Reihenfolge der Fahrer aus, derweilen der offizielle Ghronometreur, Herr Th. Beyer, seine Chronometer bereitstellte und den Garageschlüssel für den ersten Konkurrenten bereitlegte. Die zu nehmenden Hindernisse waren von Herrn E. Ammann am Vorabend im Kaseraenrayon hübsch bereitgestellt -worden. Gleich links fand sich, die mankierte Garage, aus der der Konkurrent ausfahren inusste; dann ging's im Bogen herum zur gefürchteten Wippe, es folgte die Rückwärtsfahrt zum Arretde>rstrich, der genau mit den Hinterrädern anzufahren war, dann ein Meiner Lauf zum Ball-« werfen, wo es galt, drei markierte Verkehrspolizisten zu treffen. Hatte man diese Strapazen glücklich hinter sich, so fuhr man hinüber zum Längsparkieren zwischen zwei stehende Automobile, wo weder Wagen noch Trottoir angefahren werden, durften und deir Abstand der Räder vom Trottoirrand höchstens 15 cm betragen durfte. Viel Spass bot dann das Schieben eines ca. 1,5 m hohen Ballons durch ein «Goal», denn die Sache war wirklich nicht so leicht, wie sie auf den ersten Blick aussah. Die anschliessende Längsstrecke von ca. 100 im wurde dann im Höchsttempo genommen, bis — man plötizlich den Längsbalken von 15 cm Breite vor sich sah, der mit den beiden Rädern einer Seite zu befahren war. Das Passieren eines Viehgatters bildete den Sohluss der Konkurrenz, wo dann der offizielle Ghronometreur wieder die Zeit stoppte. Die Strafpunkte wurden einmal auf Grund der gefahrenen Zeit zuerkannt, dann je nach dem mehr oder weniger erfolgreichen Absolvierung der verschiedenen Konkurrenzen. Die ganze Veranstaltung bot eine frohe, gesellige Note. Die amüsanten Momente bereiteten den Zu-* schauern viel Spass, und wenn gar ein berühmtes «As» beim einen oder andern Hindernis «scheute», so fand dies bei der zahlreichen Zusohauermeng© besonderes Interesse. Auch drei Damen hatten sich zur Konkurrenz eingefunden, und der Kampf war eTwartungsgemäss überall kein leichter. Der Bü-* lacher Musdikverein erfreute die grosse Automobilistengemeinde mit ihren Weisen, und für das leibliche Wohl hatte der Kasernenwirt durch ein kaldes Büffets bestenst gesorgt. Mit einer kurzen Mittagspause zog sich die Veranstaltung bis gegen 17 Uhr hin. und bedauerten wohl verschiedene der Zuschauer, ihre Anmeldung seinerzeit nicht abgegeben zu haben. Sieger der Konkurrenz wurde Herr H. Fromm. Winterthur, mit 294 Punkten, den Damenpreis holte sich Fräulein Kaufmann, Winterthur, mit 403 Punkten. Von, den 46 gestarteten Fahrern erreichten 45 das Ziel; einer schied wegen Kupplungsdefekt aus. Abends fand man sich zur Preisverteilung im Grand Hotel Dolder in Zürich ein, wo Herr Frey die Resultate bekanntgab und den Siegern hübsche Gobelets überreichte. Ein geselliges Tanzvergnügen beschloss den geselligen Abend. Nachstehend die ersten Resultate: 1. H. Fromm, winterthur 294 Punkte 2. M. Hintermann, Zürich 309 » 3. L. Boedecker, Zürich 314 > 4. H. Gübelin, Zürich 325 * 5. Schwarz, Zürich 327 » 6. Dr. J. Karrer, Zürich 340 » ex-aequo mit Nr. 7 2.J. Meier, Zürich 340 » ex-aequo mit Nr. 6 8. W. Naegeli, Winterthur 356 » 9. W. Jenny, Zürich 369 > 10. J. Frey, jun., Zürich 370 > 11. E. Friedrich, Bülach 379 » 12. H. Sutz. Zürich 380 » 13. H. Büchler, Zürich 387 > 14. F. Herzog, Zürich 389 » 15. A. HawelsM, Zürich 402 » 16. Frl. J. Kaufmann, Winterthur 403 > 17. E. Boettcher, Zürich 409 » 18. F. BTaun, Zürich 417 » 19. A. Weber, Zürich 432 » 20. Heinr. Hürlimann. Zürich 439 >: