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E_1928_Zeitung_Nr.083

E_1928_Zeitung_Nr.083

Zum Fallenbetrieb im

Zum Fallenbetrieb im Kanton Bern. Wir haben in Nummer 81 der «Automobil- Revue» ein Interview veröffentlicht, bei welchem Herr Polizeidirektor Stauffer seinen Standpunkt über das Kantrollwesen im Kanton Bern niederlegte. Leider laufen bei uns fast täglich Klagen ein über den im Kanton Bern praktizierten Fallenbetrieb von Seite der Polizeiorgane, die mit den Aeusserungen ihres Chefs in teilweisem Widerspruch stehen. Wenn schon der Automobilist kontrolliert werden muss, so hat er wenigstens das Recht, dass diese Kontrolle anständig durchgeführt werde und sie nicht zur eigentlichen Automobilfalle herabsinke. Leider mehren sich die Klagen über diesen Punkt derart, dass gegenwärtig nicht mehr von einer Kontrolle, sondern von einem eigentlichen Automobilfallenbetrieb gesprochen werden muss. Gegen dieses, jeglichem Recht hohnsprechende Vorgehen, das nur noch als schamloser Beutezug auf den Geldsäckel der Automobilisten bezeichnet werden muss, erheben wir schärfsten Protest. Wir sind dazu umsomehr berechtigt, als wir ie und je die Automobilisten zu anständigem und korrektem Fahren angehalten haben. Durch Dörfer und Ortschaften soll vernunftgemäss und muss nach den bestehenden Vorschriften, solange diese einmal in Kraft erklärt worden sind, gefahren werden. Wir sind auch überzeugt, dass mit wenigen Ausnahmen jeder Autler sich eine Ehre daraus macht, die in den Ortschaften vorgeschriebenen Tempi innezuhalten. .Dagegen fällt jede Berechtigung zur Kontrolle dahin, wenn sie in unfairer Weise an Orte hin verlegt wird, wo die Kontrolle eben zur Falle werden muss. Die neueste Praxis der Polizeiorgane verlegt nun aber ihre Kontrolle weniger in die Dörfer selbst, als an die Grenzen der Gemeinden, an steigende Strassen oder in die Nähe von Verkehrsschranken, die den • Automobilisten zu schnellerem Fahren zwingen. So wird, um nur ein Beispiel zu erwähnen, eine Kontrolle beim Bahnübergang vonDelsberg durchgeführt, in der Weise, dass ein Polizist sich direkt hinter dem Barrierenhäuschen, der zweite in 200 Meter Entfernung gegen Delsberg zu postiert hat. Was passiert? Das Automobil fährt gegen die geschlossene Barriere. Es hält an, die Barrieren gehen in die Höhe, der Automobilist, im Glauben, die Barrierenwärterin wolle ihm eine Gefälligkeit erweisen, indem sie den Durchgang kurz vor dem Herannahen des Zuges freigibt, beeilt sich, die Eisenschienen so rasch als möglich zu passleren und kommt damit mit Leichtigkeit über eine Geschwindigkeit von 30 km hinaus. Der Streich ist gelungen. Die Folge: Eine Anzeige, der betreffende Automobilist sei mit über 38 km gefahren und die Busse, gestützt auf eine sogenannte Kontrolle ohne Stoppuhr! Wie uns gemeldet wurde, soll ein gleiches System in Moutier zur Anwendung kommen. Dieses Gebaren der bernischen Polizeiorgane kann nun nicht mehr als Kontrolle, sondern muss tatsächlich als ein schikanöser, auf die Dauer nicht mehr zu ertragender Fallenbetrieb bezeichnet werden. Es ist daher höchste Zeit, dass die verantwortlichen Behörden ihre Unterinstanzen zur Vernunft ermahnen und durch ein Verbot diesem nicht mehr zu rechtfertigenden Strassenraub ein Ende bereiten. Sollte dies nicht der Fall sein, so müssten die Automobilisten eben zur Selbsthilfe schreiten, was für das ganze wirtschaftliche Leben des Kantons Bern von schwerwiegenden Folgen sein könnte. Es bleibt immerhin zu hoffen, dass die automobilfreundliche Berner Regierung endlich zum Rechten sehen wird. K. Motorfahrzeugverkehr im Kanton Glarus. Aus dem Kapitel «Motorfahrzeug- und Fahrradverkehr» des Abschnittes Baudirektion im regierungsrätlichen Geschäftsbericht, umfassend den Zeitraum Mai 1927 bis Mai 1928 entnehmen wir u. a. folgendes: Die Einnahmen aus dem Motorfahrzeugverkehr betrugen letztes Jahr netto Fr. 107,828.90 und aus dem Fahrradverkehr Fr. 8,747.50, total Fr. 116,576.40 gegenüber Fr. 95,400.— im Vorjahr und Fr. 70,000.— im Budget. (Es wäre wünschbar, wenn je weilen in der Rechnung die Bruttoeinnahmen (Steuern und Taxen) und die Ausgaben für Verwaltung, Anschaffungen, Schilder' oder dgl. ausgeschieden würden, um ein noch besseres Bild vom Umsatz herzustellen.) Im Bestand der Motorfahrzeuge ist im Jahre 1927 wiederum eine aufgehalten hatte. Mit Staunen sah Anne Mrs. Bytheway die Tür der Stiefelkammer öffnen, sah Mr. Cherry mit einer Drehung des Handgelenkes seinen Gefangenen hineinbefördern, die Tür "zuschlagen und versperren und den Schlüssel unauffällig in die Tasche stecken. (Fortsetzung folgt.) RF» ÄUTOMOmi -REVUE ?£ klagten für die Hälfte des nachgewiesenen Schadens ergab, gelangte das Gerieht zur gänzlichen Abweisung der Klage. Nach der bundesgerichtlichen Rechtssprechung kann erhebliche Vermehrung eingetreten; die Zahl der Automobile ist auf 292 und diejenige der Motorräder auf 151 gestiegen, sodass es heute auf 78 Einwohner ein Motorfahrzeug trifft. Der Motorfahrzeugverkehr über den Klausen ist im Jahre 1927 gegenüber dem Vorjahre erheblich zurückgegangen, was wohl auf die schlechte Witterung jenes Jahres zurückzuführen ist. Die neuen erhöhten Gebührenansätze bewirkten aber trotzdem eine Mehreinnahme. (Die Frequenz im laufenden Jahre, d. h. der nun zu Ende gehenden Fahrsaison für die Bergstrassen, wird wiederum wesentlich günstigere Zahlen ergeben). Die Regelung des Automobil- und Fahrradverkehrs macht weitere Fortschritte. Die Justiz- und Polizeidirektorenkonferenz hat den Kantonsregierungen seinerzeit eine Reihe von Empfehlungen, die sich auf die Motorfahrzeuge beziehen, in einem Berichte ihrer Studienkommission zur Einführung unterbreitet. Die glarnerische Regierung hat diesen Bericht mit den zahlreichen wertvollen Vorschlägen bereits einer Prüfung unterzogen und zum Beispiel der angeregten gegenseitigen Meldung von Bestrafung wegen Uebertretungen der Konkordatsvorschriften Folge 1 gegeben. Einem Vorschlag des eidgenössischen Postdepar t tements über Erhebung einer Zuschlagsgebühr für ausländische Gesellschaftswagen, weche die Schweiz befahren, hat der Regierungsrat zugestimmt. Diese Zuschlagstaxen fallen ganz den Kantonen zu. Für einen Wagen, der von Bilten her kommt und den Klausen passiert, wird der Kanton einen Anteil von Fr. 10.90 für je eine Fahrt erhalten. Auch an der von der eidgenössischen Polizeiabteilung einzuführenden Verkehrsunfallstatistik hat die Regierung ihre Mitarbeit zugesagt. Mit den Kantonen.Aargau und ; Schwyz sind Vereinbarungen getroffen worden, um bei: Handänderungen von Motorfahrzeugen die für das betreffende Jahr ausgestellten Ausweise ohne weitern Gebührenbezug gegenseitig anzuerkennen. Fortwährend grosse Aufmerksamkeit wird dem Strassenwesen gewidmet. Die Verbes- em H^^KB^US Aus dem Bundesgericht. Aaaf«> nämlich der Versicherte, sofern ihm die S.U. V.A.L nicht ihre Ansprüche abgetreten hat, einen für den Unfall haftbaren Dritten nur soweit auf Schadenersatz belangen, als der von dem Dritten zu vertretende Schaden die eistungen der Versicherungskasse übersteigt. Dies bedeutete im vorliegenden Falle, dass der Chauffeur nur soweit haftete, als der von ihm zu ersetzende Schaden den Kapitalwert der von der S.U.V.A.L geleisteten Rente überstieg. Nun betrug aber dieser Kapitalwert über S600 Franken, während der vom Beklagten zu ersetzende halbe Schaden bloss 7576 Franken erreichte. Die Klage wurde demnach im Hinblick auf das Kranken- und Unfallversicherungsgesetz abgewiesen. Die obere Genier Instanz und das Bundesgericht (I. zivilr. Abteilung) haben die Klage ebenfalls gänzlich abgewiesen, jedoch aus anderen Erwägungen, die dem Rechtsgefühl wohl eher einleuchtend erscheinen. Sie waren der Auffassung, dass der Unfall allein auf das Verschulden des Radfahrers zurückzuführen sei. Allerdings wäre der Autoführer nicht nur nach dem Genfer Reglement, sondern auch nach allgemeiner Vorsichtsregel verpflichtet gewesen, vor dem Verlassen der Privatgutes und der Einfahrt in die öffentliche Strasse ein Signal abzugeben. Indessen kommt diese Unterlassung nicht als Ursache des Unfalles in Betracht, weil sich der Unfall erst ereignete, als der Wagen schon in langsamem Tempo einige Meter weit auf die Strasse hinaus gefahren war, das vor der Ausfahrt abgegebene Signal also den Radfahrer vermutlich nicht gewarnt hätte, der erst nachher in raschem Tempo eintraf. Dass dieser rasch gefahren ist, ergibt sich schon aus der Wucht des Zusammenstosses. Sein schweres Verschulden besteht ab.er namentlich darin, dass er sich gar nicht darum kümmerte, ob die Strasse vor ihm frei sei und die vor ihm liegende Strecke nicht übersah, während er beim Beobachten der elementarsten Vorsicht den Zusammenstoss mit dem stillstehenden Auto leicht vermieden hätte. Die Klage ist also deswegen abzuweisen, weil das Verschulden des Beklagten, wenn von einem solchen überhaupt gesprochen werden kann, keine der Ursachen des Unfalles bildet, der allein der schweren Fahrlässigkeit des Klägers selber zuzuschreiben ist. — Würde aber ein Mitverschulden des Beklagten angenommen, so wäre es auf keinen Fall schwerer als dasjenige des Klägers und dann träfe die Erwägung zu, welche die erste Instanz zur Abweisung der Klage geführt hat. A. W. serung des Strassennetzes marschiert. Die von den Landsgemeinden 1922 und 1924 beschlossenen Korrektionen von Kantonsstrassen sind innerhalb den vorgesehenen Bauzeiten vollendet worden in einer "Gesamtlänge von 10,84 Kilometer und mit einem Kostenaufwand von 1,2 Millionen Franken, sodass sich die durchschnittlichen Gesamtkosten für Korrektion und Belag per Meter Strassenänge auf Fr. 110.— stellen. Namentlich bei den neuern Korrektionen wurde im Prinzip auf Vollständigkeit und Richtigkeit bis in alle Details des Strassenbaues gehalten, von der Erwägung und Erwahrung ausgehend, dass die richtige Ausbildung der Details wesentich zur Verminderung der spätem Unterhaltskosten beiträgt und überhaupt ein integrierender Bestandteil des modernen Strassenbaues bilden muss. Ueber den weitern Ausbau der Ueberlandstrassen und der Dorftrassenstrecken, die bezüglichen Projekte und Kreditbewilligungen durch die diesjährige Landsgemeinde wurde seinerzeit bereits berichtet. L. ÄutomobH-Strassen. In der Sektion Bern des Automobil-Club hielt Herr Marcel Nyffeler am Montag abend einen interessanten Vortrag mit Lichtbildern über das Thema «Die Erfahrungen der oberitalienischen Automobilstrassen und ihre Nutzanwendung auf eine erste Schweiz. Automobilstrasse von Bern nach Thun.-» Der Referent verfügt über ein umfassendes photographisches und statistisches Material über die oberitalienischen von Mailand ausgehenden Sonderstrassen für Motorfahrzeuge und hat sich durch sorgfältiges Studium auch einen gründlichen Einblick in das interessante Verkehrsund Wirtschafts-Problem automobilistischer Sonderstrassen an Ort und Stelle verschafft, sodass er, wie wenig andere, ein Urteil darüber besitzt, wie sich die italienischen Erfahrungen in unserm Lande verwenden lassen. Im zweiten Teil seiner Darlegungen hat Nyffeler die Zweckmässigkeit und Notwendigkeit von Sonderstrassen für den zunehmenden Automobil-Verkehr in unserm Lande, insbesondere den starken Verkehrs-Fluss zwischen Bern und Thun mit Höhepunkten bis annähernd 2000 Motorahrzeuge täglich untersucht. Das Projekt einer Automobil-Strasse Thun—Bern ist dem Zeitungsleser aus früheren Darlegungen bekannt; die günstigen Verhältnisse des vorgesehenen Trace rechtsufrig direkt der Aare entlang, die heutige Ueber- e ms 81 lastung der bestehenden Staatsstrassen, das zweifellos starke Anschwellen des Verkehrs auf dieser Strecke in späteren Jahren weisen auf den Bau dieser Automobil-Strasse in überzeugender Weise hin, geben der Rentabilität des Projekts auch einen tragbaren Untergrund. Darüber hinaus läge es im Interesse der gesamten schweizer. Volkswirtschaft, wenn für unsere heimischen Verhältnisse durch Bau einer solchen Strasse die Versuchsstrecke für das ausserordentlich bedeutsame Problem, das den grossen Wasserwirtschafts-Plänen unseres Landes an Bedeutung kaum nachsteht, geschaffen würde. Ein zahlreiches Auditorium von Automobilisten und Verkehrs-Interessenten folgte den Ausführungen mit grossem Interesse und schloss sich einstimmig einer vom Vize-Präsidenten des Automobil-Club, Herrn Oberst Marbach vorgelegten Resolution an, die folgenden Wortlaut hat: Die an der Monatszusammenkunft vom 1. Oktober anwesenden Mitglieder der Sektion Bern des A. C. S. haben mit grossem Interesse Kenntnis genommen von den Ausführungen des Herrn M. Nyffeler über das Projekt einer Auto-Strasse Bern—Thun, sie sind der Ansicht, dass die bestehende Staatsstrasse den Anforderungen des gesteigerten Verkehrs in keiner Weise genügt und dass eine Korrektion und Verbreiterung der Staatsstrasse wegen der hohen Kosten, welche diese verursachen wurde, nicht durchführbar ist, dagegen haben sie die Ueberzeugung gewonnen, dass das von Herrn Nyffeler vorgelegte Projekt allen Anforderungen gerecht wird und dass dessen Verwirklichung im Interesse der Verkehrssicherheit, nicht not für die Automobilisten, sondern für alle Strassenbenützer, sowie auch für die Anwohner der Staatsstrasse, von grösstem Nutzen wäre, daher erklären sie sich bereit, dem vorgelegten Projekt und allem, was dazu dient, dessen Verwirklichung herbeizuführen, ihre moralische Unterstützung zu gewähren. Zum Anschluss an obige Resolution möchten wir alle Automobilfahrer, welche die Oberitalienischen Automobilstrassen kennen ersuchen, folgende Fragen zuhanden des Initiativkomitees zu beantworten: 1. Sind Sie befriedigt von Ihrer Fahrt auf den oberitalienischen Automobilstrassen?' Betrachten Sie sie als ein einmalig zu befahrefldes Kuriosum oder würden Sie sie ständig benützen? 2. Sind Sie überzeugt, dass die Ihnen durch die Automobilstrasse verursachten Vorteile und Annehmlichkeiten die entrichtete Taxe aufwiegen? 3. Welche Vorteile und Annehmlichkeit der Automobilstrasse schätzen Sie ganz besonders? 4. Was stellen Sie nach Ihren Erfahrungen auf den oberitalienischen Automobilstrassen für strassenbau- und verkehrstechnische Anforderungen an eine schweizerische Automobilstras3e? 5. Erhoffen Sie als Besitzer eines Personenwagens oder Motorrades von einer Automobilstrasse Bern—Thun in erster Linie geschäftliche oder persönliche Vorteile? 6. Welche Benützungstaxe würden Sie für die Strecke Bern—Thun ungefähr als angemessen erachten, wenn Ihnen alle Vorteile und Annehmlichkeiten geboten würden, die man von einer Automobilstrasse erwarten darf: Vollkommene, breite, geradlinige, kreuzungslose und steigungslose Fahrbahn; einheitlicher Verkehrsrhytmus und Möglichkeit der Erzielung höchster Geschwindigkeiten; Umfahrung der Siedelungsn, wesentliche Gefahrenverminderung, landschaftliche Schönheit, direkte ökonomische Vorteile durch Zeitgewinn, Schonung des Wagens, Ersparnis an Betriebsstoff und Bereifung usw.? a. für Ihren Lastwagen? b. für Ihren Personenwagen? c. für Ihr Motorrad? Die Antworten sind an die GeschäftssfeiW des Initiativkomitees für eine Automobilstrasse Bern—Thun in Bern, Spitalgasse 34, zu richten. Eine Internationale Automobllwcche In St. Moritz. Die Schweiz wird nächstes Jahr um eine grosse, internationale Automobilveranstaltung reicher sein. Und zwar ist es das Automobilneuland Graubünden, das 1929 mit einem grosszügigen Automobilmeeting aufwarten will. Wie wir vernehmen, hat die Sektion Graubünden des A. C. S. die Nationale Sportkommission des A. C. S. wissen lassen, dass sie beabsichtige, vom 14. bis 18. August 1929 in St. Moritz eine internationale Automobil-Woche abzuhalten. Dieselbe soll sich aus einer internationalen Sternfahrt, aus einer Schön-heitskonkurrenz für Automobile, einem Kilometerrennen auf der Strasse Samaden- Punt-Muraigl bei Pontresina, einer Bergprüfungsfahrt Pontresina-Bernina-Hospiz und einer Geschicklichkeitsprüfung zusammensetzen, somit aus fünf verschiedenen Konkurrenzen, die ebenso abwechselnden wio interessanten Sport versprechen. Die Initiative der Graubündner Sektion des A. C. S. wird wohl allerorts mit besonderem Beifall begrüsst werden. Die Schweiz erhält dadurch ein Automobilmeeting von internationalem Gepräge, wie man solche Meetings schon seit Jahren in Wiesbaden, Nizza, Baden-Baden, La Baule, Cannes, San Remo mit grösstem Erfolg durchgeführt und die sicherlich eine grosse, internationale Sportswelt im Engadin zusammenführen wird. Es

Hfl 81 — 02* hat sich schon diesen Sommer erwiesen, dass das schöne Hochtal immer mehr zu einem wichtigen Zentrum des internationalen Autotourismus wird und sich dort Hunderte und Tausende von Autos Rendez-vous geben. Das in Aussicht genommene Datum der Veranstaltung scheint sehr glücklich gewählt. Bekanntlich ist das nächstjährige internationale Klausenrennen für die Tage des 10. und 11. August 1929 in Aussicht genommen. Vier Tage später würde die internationale Automobilwoche in St. Moritz beginnen und werden wohl die meisten der am Klausenrennen teilnehmenden Auslandsfahrer die Gelegenheit gerne benützen, um auch die Engadiner «Wettbewerbe zu bestreiten. Die Sektion Graubünden wird nichts daran fehlen lassen, um dieser ersten Austragung ihrer Automobilwoche eine einwandfreie und grosszügig arrangierte Organisation zu sichern. Sie besitzt ja in ihren Engadiner Clubmitgliedern bewährte Helfer, die ihr Organisationstalent schon bei zahlreichen Pferderennen und Wintersportveranstaltungen unter Beweis gestellt haben. Es ist zu wünschen, dass die Nationale Sportkommission des A. C. S. den Antrag der Sektion Graubünden auch zum ihrigen macht und so mithilft, unserm Lande eine automobilsportliche Veranstaltung grossen Rahmens zu sichern, die für die Zukunft sehr interessante Resultate und Erfolge verspricht, s. S POPT1BCHES Am Sonntag: Rennen in der Hard. Soeben erhalten wir die Meldung, dass an dem am Sonntag, den 7. Oktober in der Hard, bei Basel stattfindenden Automobil- Rennen ausser der interessanten Renn-Konkurrrenz noch mit einer besonderen Sensation aufgewartet wird. Während dem Rennen gelangt gleichzeitig eine Schnelligkeits-Konkurrenz zwischen Flugzeug und Automobil zum Austrag. Ein Kampf dem man mit Spannung folgen wird. Der Besuch der Veranstaltung dürfte auch * für die vielen auswärts Wohnenden sich umso lohnender gestalten, da sich dabei eine gute Gelegenheit bietet, am Nachmittag die zur gleichen Zeit in Basel eröffnete, äusserst sehenswerte, Internationale Bureaufach- Ausstellung in der Mustermesse zu besichtigen Die Einteilung erstreckt sich auf die üblichen drei Klassen: Tourenwagen, Sportwagen und Rennwagen. Amateure und Experten starten getrennt. Bereits sind eine Anzahl prominenter Fahrer angemeldet; die genauen Startlisten werden jedoch erst Freitag vorliegen. Die Beteiligung umfasst rund 70 Motorräder und etwa 30 Automobile. Der Beginn des Rennens ist auf 7 Uhr festgesetzt; um 6% Uhr wird die Strecke gesperrt. Mit besonderer Sorgfalt sind von den verschiedenen Kommissionen die einzelnen Programmpunkte vorbereitet worden, um einen möglichst reibungslosen Ablauf der Veranstaltung zu gewährleisten. Um dem Publikum ständig die gefahrenen Zeiten zeigen zu können, werden Zeittafeln verwendet, die längs der Streck© Aufstellung finden. Programm: Freitag, 5. Oktober, 20M Uhr: Ausgabe der letzten Instruktionen. Samstag, 6. Oktober, 14 Uhr: Abnahme der Wagen und Ausgabe der Instruktionen an die Fahrer bei der Wirtschaft «zur Radrennbahn» in Birsfelden. Sonntag, 7. Oktober, 6K Uhr: Absperrung der Rennstrecke, Empfang der Ehrengäste. 7 Uhr: Beginn des Rennens. 10 UHr: Schnelligkeitskonkurrenz zwischen Flugzeug und Automobil. Schluss des Rennens gegen Mittag. 14 Uhr: Bankett im Stadtkasino. 16 Uhr: Preisverteilung. Organisation. Rennteitung: Rosette weiss-schwarz; Empfangskomitee: Rosette weiss-rot; Technisches Komitee: Rosette gelb; Chronometrage: Rosette rot; Polizei: Rosette violett; Jury: Rosette blau; Presse: Rosette blau-weiss; Finanzkomitee: Rosette grün; Sanität: Rosette weiss mit rotem Kranz; Ehrengäste: Rosette weiss. Die Sektion Basel des T. C. S. hat es sich für das Rennen vom kommenden Sonntag weder an Mühe noch Zeit kosten lassen. Die grosszügigen Absperrmassnahmen auf der Piste, die zeitgemässe Installierung von Chronometrage und Verbindungsdienst sind An die Leser der «Automoibl-Revue». Nächste Woche erscheint ausser den beiden ^üblichen Ausgaben am Mittwoch eine achtzehnseitige Sondernummer, die dem Pariser- Salon gewidmet ist. Die Redaktion. "AUTOMOBIL-REVUfc nur äussere beredte Zeugen für eine aulopfernde und immense Organisationsarbeit, die — es sei unser Wunsch — durch prächtiges Rennwetter und guten Besuch belohnt zu werden verdient. V. Kein Genfer Kilometer-Lance im nächsten Jahr? Wie wir in letzter Nummer mitteilten, hat die Nationale Sportkommission in den internationalen Kalender 1929 das Klausenrennen und das Genfer Kilometer-Lance eintragen lassen. Nunmehr kommt aus einer Sitzung der A. C. S.-Sektion Genf, die bekanntlich seit Jahren mit der Organisation des Lances betraut ist, ein Bericht, der die Durchführung dieser internationalen Veranstaltung in Frage stellt. Man muss nämlich wissen, dass die Abhaltung des Rennens nur unter dem Vorbehalte gestattet worden ist, dass die Piste verbreitert und die gefährliche Tramschiene entfernt werde. Die Zusicherungen zu diesen unbedingt erforderlichen Verbesserungen der Piste von Eaux-Mortes sind auch seinerzeit vom genferischen Baudepartement den Organisatoren gegeben worden. Einem neuen, ganz unerwarteten Berichte zufolge sollen die interessierten Gemeinden eine Fortsetzung des Tramwaybetriebes auf der als Piste dienenden Strasse erwirkt haben können. Unter diesen Umständen ist eine Abhaltung des Rennens ausgeschlossen, da dasselbe weder von der Sportkommission autorisiert, noch von der Sektion Genf des A. C. S. verantwortet werden kann. Das Komitee der Sektion Genf des A. C. S. hat nunmehr zwei Delegierte bestimmt, die sich mit dem Baudepartement unverzüglich ins Einvernehmen setzen werden. Eine Lösung wäre denkbar, wenn die Strasse derartig erweitert würde, dass der Schienenraum nicht mehr beansprucht werden müsste. Da Genf begreiflicherweise auf seine sportliche Attraktion nicht verzichten möchte, sieht man sich eifrig nach einer anderen sich eignenden Piste um. Schon vor zwei Jahren erwog man die Frage, den Internationalen Kilometer auf der Strasse zwischen Lancy und Certoux zum Austrag zu bringen. Damals wurde darauf verzichtet, da die Beschaffenheit des Strassenbelages zu wenig Sicherheit gewährte. Es wären also auch hier umfassende Korrektionsarbeiten nötig. Die Genier Sternfahrt, welche in diesem Frühjahr einen so durchschlagenden Erfolg erzielte und neben dem Lance zu den sportlichen Attraktionen des Salons zählt, wird auch für das nächste Jahr auf das Programm gesetzt. Im Schosse der Sektion Genf des A. C. S. ist ein besonderes Organisationskomitee gebildet worden, das eine reibungslose und erfolgreiche Durchführung der Veranstaltung sicherstellt. v. Das 24. Gaillon-Rennen (30. September) wurde von Morel auf Amilcar 1500-ccm- Rennwagen in 30% Sek. (Stundenmittel 118,421 km) überlegen gewonnen. Der franzzösische Meisterfahrer schuf damit einen neuen Rekord. Die zweitbeste Tageszeit fuhr die bekannte Fahrerin Janine Jennky auf Bugatti mit einem Stundenmittel von 110,429 km. Bei den Sportwagen schwang Giraud Cabantous auf Salmson mit einem Stundenmittel von 98,901 km obenaus. Das Gaillon-Rennen dürfte die letzte grosse Veranstaltung des französischen Sportkalenders 1928 sein. v. Mercedes Sieger in Oostmalle. Letzten Sonntag brachte der belgische Automobil- Club in Oostmalle bei Antwerpen einen Rekordtag zum Austrag. Die beste Zeit des Tages fuhr Rud. Caracciola auf Mercedes, welcher im Kilometer-Lance mit einem Stundenmittel von 194,594 km einen neuen Rekord aufstellte. In der Tourenwagenklasse siegte ebenfalls Mercedes durch Baron von Wentzel-Mosau, dessen Stundenmittel von 165,800 km ebenfalls einen Rekord darstellt v. Segraves neuer Monsterwagen. Vor dem Start zum Weltrekord. Als der Automobilgeschwindigkeitsrekord den Engländern vom Amerikaner Ray Keech im Frühjahr entrissen wurde, konnte man damit rechnen, dass die ehrgeizigen Söhne Albions nicht eher rasten, bis sie wiederum im Besitze 'des umstrittenen Titels sein würden. Mayor Segrave erklärte sich damals schon bereit, sofort starten zu wollen, wenn der Rekord den britischen Farben entrissen werde. Wie wir berichteten, rüsten nun Segrave wie Campbell zu neuen Versuchen. Uebers Segraves Rennungetüm, mit dem er in Daytona Beach, dem bekannten «banc d'essai» für Weltrekorde, vom Starte gehen will, werden dieser Tage die ersten Einzelheiten bekannt. Die Karosserie ist nur 60 cm breit und erreicht eine Länge von 8,5 m. Der ganze Wagen wiegt 3^ Tonnen. Der Napier-Motor, dessen Besonderheiten allerdings ' streng verschwiegen werden, leistet maximal 1000 Brems-PS, und zwar ohne Kompressor. Die Bremsen sind so ausge- Einzig Nur die erstklassige Qualität hat Firestone s Gum-Dipped-Reifen in aller Welt berühmt gemacht. Die elegantesten Wagen sind mit Firestone bereift. Gum-Dipped-Ballonreifen Die meisten Kilometer pro Franken. baut, dass der Wagen im 380-km-Tempo aui 6V& km zum Stehen gebracht wird. Der Wagen ist ausserdem mit einem neuartigen Zielrohr ausgerüstet. Die bisherigen Versuche haben nämlich gezeigt, dass schon im 250-km-Tempo die Wegzeichen nicht mehr erkenntlich sind. Da die Abweichung von der Fahrrichtung bei diesen phantastischen Geschwindigkeiten von grösster Gefahr für den Fahrer ist, werden an den Tribünen oberhalb der elektrischen Ziellinie zwei Masten befestigt, an denen ein Bullauge angebracht ist, auf die der Fahrer sein Zielrohr einstellen kann. Diese kurze Schilderung wird genügen, um zu ersehen, dass bei derartigen sensiblen Spitzenleistungen von technischem Nutzen für den Automobilbau nicht mehr gross die* Rede sein kann. v. Volkswirtschaftliche Gleichgültigkeit. Wie wir vor kurzem gemeldet haben, sollte auf den 1. Oktober abhin der Autobusbetrieb von Liestal über Äugst nach Basel eröffnet werden. Wie nun aber die Automobil-Gesellschaft Liestal-Reigoldswil A.-G. mitteilt, konnte der fahrplanmässige Autoverkehr auf den vorgesehenen Zeitpunkt hin leider noch nicht aufgenommen werden. Wohl haben die kantonalen Behörden von Baselstadt und -land das unterm 18. Juni eingereichte Konzessionsgesuch im zustimmenden Sinne entschieden... aber man wartet noch heute auf den Entscheid der eidgenössischen Behörden. Warum?... Am 13. Juli ersuchte die Oberpostdirektion, in Bern die obengenannte Automobilgesellschaft um Einsendung einer Konzessionsgebühr von 400 Franken, welcher Aufforderung bereits unterm 2. August entsprochen wurde. Dann traf die Gesellschaft, gestützt auf die empfehlenden Berichte der kantonalen Behörden, alle erforderlichen Vorbereitungen, um die Autobuslinie auf den vorgesehenen Zeitpunkt in Betrieb setzen zu können. Aber nun zeigen sich die Bundesbehörden den anerkannt wichtigen volkswirtschaftlichen Bestrebungen jener Gegend gegenüber unverständlich gleichgültig, mit echt bürokratischer Einstellung sind sie von der Drinlichkeit und Notwendigkeit der Angelegenheit nicht zu überzeugen! Was hilft es, wenn einerseits Persönlich^ keiten, die für bessere Verkehrsverhältnisse sorgen wollen, sich alle erdenklichen Mühen geben, um die Sache zu fördern, wenn andererseits eidgenössische Behörden aus dem Paragraphenwald nicht herauskommen, oder, einseitig und undemokratisch, bloss für die Interessen der Bahnen sorgen wollen?! — So muss d/e Eröffnung des Autoverkehrs! Aeschenplatz-Augst-Liestal weiter verschoben werden, bis man in Bern erwacht oder geruht zu bewilligen... R. Bundesstädtische Verkehrsordnung. Der bernisohe Gemeinderat hat eine Verordnung; erlassen — die allerdings noch der Genehmigung durch den bernischen Regierungsrat bedarf und bis zumErlass einer allgemeinen Verkehrsordnung in Kraft sein soll — wonach stillstehenden Strassenbahnwagen von Motorfahrzeugen, Fuhrwerken und Radfahrern nicht mehr vorgefahren werden darf. Dieser Erlass bedeutet nichts anderes als die Reglementierung eines in der Fahrpraxis des vorsichtigen Automobilisten schon längst allgemein üblichen Brauches. Neu ist lediglich die Einbeziehung von Fuhrwerken und Radfahrern. Für fahrende Strassenbahnwagen] soll nach wie vor die Regel gelten, dass sie rechts zu überholen sind, d. h. mit der Ausnahme al'erdings, dass, wenn der Zwischenraum zwischen der Strassenbahn und rechter Strassenseite hierzu zu eng ist, auch links überholt werden darf, wenn es der Verkehr gestattet. v. - Verbesserung der st. gallischen Staatsstrassen. Zuhanden des Grossen Rates erklärt sich die Regierung grundsätzlich bereit, mit einer beförderlichen Anpassung der Staatsstrassen an die Bedurfnisse des mcr dernen Verkehrs. Die Erträgnisse der Auto» mobil- und Fahrradtaxen sowie der kantonale Anteil aus dem Benzinzoll sollen bis auf weiteres in vollem Betrag für die Verbesserung dieser Strassen verwendet werden. Wenn diese Mittel nicht ausreichen, sollen sie von Fall zu Fall der ordentlichen Staatsrechnung entnommen werden. Die Automobilisten werden von diesem fortschrittlichen und weitsichtigen Entscheid der st. gallischen Regierung mit besonderer Befriedigiincr Kenntnis nehmen, zählt doch der Kanton St. Gallen schon längst zu den von den Automobilisten der ganzen Schweiz bevorzugten Reisezielen. :—: Das Neuenburger Winzerfest wird nächsten Sonntag durch einen grossen Umzug, an dem sich 50 verschiedene Gruppen beteiligen, in seiner traditionellen Farbigkeit und Originalität eröffnet. Den Höhepunkt des Festes bildet eine Konfettischlacht. Wie alljährlich, wird die Zahl der den fröhlichen Winzertag besuchenden Automobilisten wiederum sehr gross sein.