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E_1928_Zeitung_Nr.082

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Ausgabe: Deutsche Schweiz« BERN, Dienstag, 2. OHioDer 1928. Nummer 20 Cts. 24. Jahrgang. — N° 82 ERSTE SCHWEIZERISCHE AUT0M0BIL-ZEITUN6 Zentralblatt für die schweizerischen Automobil- und Verkehrs-Interessen ABONNEMENTS-PREISE: Erscheint Jeden Dienstag und Freitag Monatlich „Gelbe List«** Halbjährlich Fr. 5.—, jahrlich Fr. 10.—. Im Anstand unter Portozuschlag, sofern nicht postamtlich bestellt. Zuschlag für postamtliche Bestellung im ADMINISTRATION: Breitenrainstrasse 97, Bern In- und Ausland 30 Rappen. Postcheck-Rechnuna III/414 Telephon Bollwerk 39.84 Telegramm-Adresse: Autorcnrue, Bern INSERTIONS-PREIS: Die achtgespaltene 2mm höh« Grundzeile oder deren Raum 45 Cts. für die Schweiz; für Anzeigen aus dem Aasland 60 Cts. Grössere Inserate nach Seitentarif« Inseratensenlnss 4 Taue vor Erscheinen der betreffenden Kammer Zwei « Steigende Rendite der Bundesbahnen ». Die Generaldirektion der S. B. B. ersucht uns um Aufnahme folgender Zeilen : Unter dieser Ueberschrift hat ein Einsender in der «Automobil-Revue» vom 21. September aus den gegenwärtig günstigen Betriebsergebnissen der Bundesbahnen Schlüsse gezogen, die nicht unwidersprochen hingenommen werden können. Das Märchen von der Automobilkonkurrenz dürfte bald veraltet sein, glaubt der Einsender behaupten zu dürfen, weil sich die Bundesbahnen steigenden Wohlergehens erfreuen, trotzdem die Automobilkolonnen auf den Strassen immer dichter werden. Der Beweis sei schlagend erbracht, dass Wohl und Wehe der Bahn nicht vom Automobil abhänge, sondern einzig und allein von der Wirtschaftslage des Gesamtkontinents. Es ist ja selbstverständlich, dass die jeweilige Wirtschaftskoniunktur den Haupteinfluss auf die Finanzlage einer Eisenbahn ausübt, allein es wäre doch verfehlt und gefährlich, wenn man den Wettbewerb der Automobile so gering einschätzen wollte, wie dies der Einsender tut. Die Erfahrungen im Ausland lehren uns, dass z. B. in den Vereinigten Staaten von Amerika der Personenverkehr bei den Eisenbahnen in den Jahren 1920 bis 1927 um einen Drittel abgenommen hat, während die Bevölkerung um 13 % zugenommen hat. Und diese Verkehrsentwicklung hat sich in einer Periode des höchsten wirtschaftlichen Aufschwungs eingestellt. In England ist der Personenverkehr von 1923 bis 1927 um 9 % zurückgegangen. Es darf auch nicht übersehen werden, dass die günstigen Betriebsergebnisse der Bundesbahnen nur infolge der verhältnismässig noch hohen Tarife erzielt werden konnten. Wäre der Wettbewerb der Automobile geringer und daher die Verkehrsmassen auf den Eisenbahnen grösser, so könnten die zur Sanierung der Bundesbahnen erforderlichen Verkehrseinnahmen bei erheblich niedrigeren Tarifen, d. h. unter erheblich geringerer Belastung des einzelnen Reisenden und Verfrachters, beschafft werden. Die Bundesbahnen sind sich wohl bewusst, dass sie dauernd mit dem Wettbewerb der Automobile als ernstem Faktor in ihrer Finanzgebarung zu rechnen haben und dass sie sich zur weitern wirtschaftlichen Verwaltung des in den Bundeshahnen investierten Landesvermögens von d|p»unl*ti: