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E_1928_Zeitung_Nr.082

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ten, gegenüber 384,8 Millionen im Jahre 1926, ! und die auch «saniert» werden müssen, wird man nicht dem Konto «Wettbewerb der Automobile» gutschreiben wollen. Der Nationalrat erlebte zu Ende seine Saison noch eine recht interessante Debatte über den Geschäftsbericht der S. B. B. Ganz besonders von den Herren Sulzer und Gelpke wurde der Wunsch nach Herabsetzung der Gütertaxen ausgesprochen. Aus dem Munde unseres Bahnministers, Herr Bundesrat Haab, vernahm man die Botschaft, dass ein neuer Gütertarif in Vorbereitung sei und! dass er bereits in den nächsten Wochen als bereinigter Entwurf der kommerziellen Konferenz den grossen Wirtschaftsverbänden zur Vernehmlassung übergeben werde. Der neue Gütertarif soll auf 1. Juli des nächsten Jahres in Kraft treten, um, wie Herr Bundesrat Haab ausführte, der Automobilkonkurrenz wirksamer begegnen zu können. Demnach wäre die steigende Rendite der S. B. B. auf alle Fälle gesichert... K. Der schweizer. Sportkalender 1929. Die Nationale Sportkommission des lAutomobil-Club der Schweiz trat am Mittwoch, den 26. September, in Bern zusammen. Anwesend waren die Herren J. Decrauzat, Präsident, B. Pierrehumbert, Dr. M. Schmid, E. Lampert, R. Geisshüsler und E. G. Brieger, Sekretär. Diese Kommission vereinigte sich seit ihrer Neubildung zum ersten Male und die Sitzung lieferte den Beweis für die Berechtigung des im Juni gestellten Gesuches, die Mitgliedzahl von sieben auf neun zu erhöhen. Es konnten nämlich nur fünf von den neun Mitgliedern an der Zusammenkunft teilnehmen; drei waren geschäftlich zurückgehalten, eines durch Militärdienst am Erscheinen verhindert. Die Nationale Sportkommission entschied, in den internationalen Kalender für 1929 die beiden folgenden sportlichen Veranstaltungen einzutragen: 1. das VI. Klausenrennen. 2. das Genfer KUometerrennen. In bezug auf die nationalen Rennen wurde beschlossen, von der Durchführung der in der Sitzung vom 10. Dezember 1926 getroffenen Massnahme, derzufolge die Zahl der Rennen beschränkt werden sollte, abzusehen, weil den neuen Statuten gemäss jeder Sektion das Selbstbestimmungsrecht zusteht. Di© Sekionen sind! folglich berechtigt, die von ihnen für gut befundene Anzahl Rennen zu veranstalten. Mit der Abfassung des nationalen Kalenders wurde das Sekretariat der N. K. S. betraut. Zum Schlüsse bestätigte die Kommission die Ergebnisse der Schweizerischen Autoiiiobilmeisterschaft. Ein Klausen-Rennen 1929. Wie verlautet, haben die Sektionen Giarus und Zürich des A. C. S. zu Händen der nächsten Delegiertenversammlung des A. G. S. von anfangs Dezember a. c. den Vorschlag eingereicht, es möge die Delegiertenversammlung die Durchführung des Klausenrennens grundsätzlich besohliessen und das Rennen auf den internationalen Automobilsportkalender einschreiben lassen — was, wie aus dem Sitzungsberichte der nationalen Sportkommission ersichtlich, ihrerseits bereits geschehen ist. Diese Nachricht wird wohl in der gesamten.- Automobilsportwelt des In- und Auslandes mit besonderem Beifall aufgenommen werden. Denn der Klausen hat nicht nur in der Schweiz, sondern speziell auch in den anderen europäischen Staaten überall besten Klang, und man hat es dort mehr als bei uns selbst bedauert, dass das Rennen dieses Jahr ausgefallen ist Als grösstes Bergrennen Europas kommt dem Klausenrennen grösste sportliche und propagandistische Bedeutung zu und die bisherige tadellose, unter der Leitung von Herrn A. Töndary stehende Organisation, hat mit dazu beigetragen, dass alle bisherigen Rennen ohne jeden ernstlichen Unfall durchgeführt werden konnten und sich z. B. 1927 alle Fahrer von Ruf und Klasse am Klausenrennen eingefunden haben. Es ist wohl anzunehmen, dass die Delegiertenversammlung des A. C S. die Austragung des Rennens definitiv beschliesst und wie üblich, die Sektionen Zürich, Giarus und Uri um Uebernahme der Organisation ersuchen wird. Als Datum dürften wohl die Tage des 10. und 11. August 1929 in Betracht kommen, da für den 31. Juli bereits der Grosse Preis von Spanien und für den 17. August der Grosse Preis von England angesetzt sind und es nicht angezeigt sein dürfte, das Klausenrennen mit einem dieser beiden grossen Rennen zusammpnfallen zu lassen. Die Organisation dürfte, wohl wiederum in ähnlicher Weise wie 1927 durchgeführt werden. Es kann heute schon damit gerechnet werden, dass das Automobilrennen wiederum durch ein solches der Motorräder ergänzt wird. Die U. M. S. hat bereits beschlossen, das Klausenrennen pro 1929 auf ihren Kalender als internationale Veranstaltung zu setzen; die Motorfahrer-Glubs Zürich und Giarus, sowie der Ostschweizerische Motorradfahrerverband haben sich bereit erklärt, an der Organisation des Rennens mitzuwirken. Fragt es sich noch, wie sich die beiden Regierungen von Uri und Giarus zu einer Abhaltung des Klauscnr,ennens im Jahre 1929 stellen? Von besonderer Bedeutung dürfte hier die Wiederinstandstelluug der Strasse auf dem Urnerboden sein, deren Zustand sehr zu wünschen übrig lässt und die schon 1027 keine hohen Geschwindigkeiten hat aufkommen lassen. Es ist wohl anzunehmen, dass die beiden Regierungen, wie bis anhin, das gewünschte Verständnis und Wohlwollen für die sehr bedeutsame Veranstaltung aufbringen und im Hinblick auf Die Sektion St. Gallen-Appenzell des A.C.S. ist dieses Jahr zum erstenmal von ihrer Tradition, das beliebte Bergrennen als nationale Veranstaltung durchzuführen, abgewichen. Es sollte vor allem den Sektionsmitgliedern Gelegenheit geboten werden, mehr en famille dem Rennsport zu huldigen, wodurch gleichzeitig auch den weniger trainierten Mitgliedern noch erfreuliche Chancen offen stunden. Deshalb begnügte sich die Sektion mit einem geschlossenen Rennen, das aber nicht minder erfolgreich war und bewies, dass der A. G. S. in der Ostschweiz über einen währschaften Stamm tüchtiger Autosportsleute verfügt. Das Wetter liess zwar, wie bereits auch im letzten Jahre, einiges zu wünschen übrig, doch vermochten die düsteren Wolkenbänke, die sich über dem Bodensee zusammenballten, weder die Veranstaltung zu beeinträchtigen, noch den Zustrom zu vermindern. An allen Punkten der Rennstrecke, die einen günstigen Ueberblick über einen grösseren Abschnitt der Bergstrasse ermöglichte, hatte sich ein zahlreiches, sportfreudiges Publikum in Scharen eingestellt. Dor Konkurrenz ging, wie üblich, das Rennen der Motorradfahrer voraus, wobei die wegen des Gottesdienstes eingeschaltete Pause zwischen den beiden Anlässen durch einen ergiebigen Regenschauer ausgefüllt wurde, so dass die Strasse, die sich anfänglich in gutem Zustand befand, ordentlich aufgeweicht wurde und besonders in den Kurven ziemlich stark aufgefahren war. Den Herren Becker und Mayer, welche als Starter funktionierten, stellten sich insgesamt 31 Konkurrenten, wovon 26 glücklich das Ziel erreichten. Die Bergstrasse ist bekanntlich im wahren Sinne des Wortes eine Prüfungsstrecke, die manche heikle Steigung und Kurve birgt, und besonders bei den herrschenden unfreundlichen Witterungsverhältnissen viel Geschick und die volle Aufmerksamkeit der Fahrer erfordert. Die 6,5 km lange Strecke, die bei einer durchschnittlichen Steigung von 6,7 Prozent und einem maximalen Anstieg von 11 Prozent 433 m Höhendifferenz überwindet, weist zahlreiche Kurven, wovon drei ausgesprochene Spitzkehren, auf. Die gefahrenen Zeiten sind allgemein sehr erfreulich, insbesondere auch deshalb, als eine grosse Anzahl Amateure das Rennen bestritten und durchwegs eigentliche Serienwagen Verwendung fanden. Die Konkurrenz debütierte mit einer originellen historischen Reminiszenz, indem den Zuschauern ein ehrwürdiges Möbel, ein aus dem Jahre 1898 stammender, von Weber in Uster konstruierter Vierplätzer, Einzylinderauto, vorgeführt wurde, das von den Herren Müller und Haene in St. Gallen ?ur Verfügung gestelt wurde und mit einem Pärchen von «anno dazumal> besetzt war. Freilich wurde dem Veteran nicht etwa die übergrosse Leistung, den Berg aus eigener Kraft zu erklimmen, zugemutet, sondern man nahm ihn pietätvoll ins Schlepptau. Bereits in der Klasse bis zu 1500 cem, die nur von Amateuren bestritten, wurden ganz ansehnliche Zeiten gefahren, wobei sich Herr Rohrmann, Sankt Gallen, den ersten Platz sicherte. Die nächsthöhere Klasse bis zu 3000 cem vereinigte eine stattliche Schar von Amateurfahrern, bei denen Herr Thurnherr, Au, obenausschwang. Dank seiner wohlberechneten Fahrtechnik fiel ihm nicht nur der Klassensieg, sondern auch die Auszeichnung der besten Tageszeit zu. Natürlich fehlte auch der erprobte Veteran und beliebte Sektionspräsident Walser nicht unter den Konkurrenten. Immer noch lenkt er, trotzdem er sicher zu den Veteranen unter der Automobilistengilde zählt, seinen Wagen mit der nämlichen jugendlichen Verve, die ihm denn auch den wohlverdienten zweiten Platz in dieser Klasse eintrug. Genau die gleiche Zeit wie er erreichte auch Herr Hürsch, St. Gallen, der als einziger Experte der nämlichen Klasse startete. Viel Spass machte der Konkurrent « Schärmuser vonEnnetbühl», unter welchem Namen Herr Bauer, kantonaler Automobilexperte, gemeldet hatte. Ganz eigenartig wirkte der Kontrast zwischen dem Fahrer, der, seinem Namen getreu, als LandbuTÜ und Feldmauser verkleidet war, und seinem modernen Amerikaner Wagen, den er mit grossem Geschick über die Piste dirigierte und die kürzeste Zeit als Amateur in der Klasse 3001—iOOO cem benötigte. Als Wahrzeichen seines isupponierten Berufes als Feldhüter baumelte hinten am Wagen eine mächtige Krähe, von der manche Zuschauer entsetzt glaubten, sie sei während der Fahrt ein Opfer des Rennens geworden! Frau E. Huber (St. Gallen), die eine der beiden erfolgreichen Damenfahrerinnen, verschaffte sich in der gleichen Klasse einen schönen Achtungserfolg. Die Experten drückten die Fahrzeit ordentlich hinunter, wobei sich Herr A. Müller (St. Gallen) als der raschesto unter ihnen auswies. Nur vier Wagen vertraten die Klasse von über 4000 cem, in welcher sich Herr G. Keller (St. Gallen) als Amateur den Sieg sicherte, lebhaft applaudiert absolvierte Frl. R. Höhener (St. Gallen) ihr Pensum als Experte und fuhr in einer respektabel kurzen Zeit hinauf zum Ziel. Leider hatte die grosse propagandistische und wirtschaftliche Bedeutung des Klausenrennens tatkräftig mithelfen, demselben auch im Jahre 1929 zu besonderem Erfolge zu verhelfen. s. Die nächsten Sitzungen der A.I.A.C.R sind auf den 11. bis 15. Oktober dieses Jahres wie üblich nach Paris anberaumt. v. Nach dem Tag von Monza. Graf de Vogue, Präsident des Automobilclubs von Frankreich, sprach anlässlich der letzten Sitzung der A. S. I. namens des gesamten Direktionskomitees den beiden italienischen Delegierten Marquis Sommi Picenardi und Chevalier Florio, Präsident der italienischen Sportkommission, seine aufrichtige Teilnahme für das schreckliche Unglück von Monza aus., Graf de Vogue stellte fest, dass der Entschluss der Organisatoren, das Rennen trotz der Katastrophe zu Ende zu führen, die einzig mögliche und weitsichtige Massnahme war. Er gratulierte den Italienern, dass sie den Mut hatten, für einen so schwerwiegenden Schritt die volle Verantwortung auf sich zu nehmen. In der Sitzung der internationalen Sportkommission der A.I.A.G.R, über die wir eingehend berichtet haben, wurde weiterhin beschlossen, dass ein nationaler Automobilclub, der mit der Organisation eines Grand Prix der Rennwagen beauftragt ist, mangels genügender Meldungen die Berechtigung hat, den betreffenden Grand Prix in einen Grossen Preis für Sportwagen umzuwandeln. v. Ein Kriterium der Sportpresse gelangte dieser Tage in Linas Monthlery zum Austrag. Die beste Punktzahl der zwei Rcgehnässigkeits- und des einen Geschwindigkeitslaufcs holte sich der Journalist Lejeune (Gazette de Seine -et - Oise). Zweiter wurdo Ghapuis (Bien Public). Dritter Anfry ex aequo (Bulletin de 1'Automobile). ÄUTOMOBII^REVUE 1928 — N°82 Bergprüfungsfahrt Rheineck- Walzenhausen-Lachen. Sonntag den 30. September 1928. gerade sie unter dem teilweisen Mangel an Disziplin bei den Zuschauern zu leiden, indem einige allzu Vorwitzige kurz vor ihrem Wagen die Strasse kreuzten, so dass Frl. Höhener verschiedentlich ihr Tempo verlangsamen und sogar Signal geben musste. Wenngleich zugegeben sei, dass der Streckendienst gut funktionierte, so wäre doch zu empfehlen, wenn die Streckenwärter dem Publikum gegenüber nicht allzu nachsichtig wären, um eine derartige Behinderung von Fahrern, die freilich eine Ausnahme war, sich nicht mehr wiederholen würden. Dass Fortuna eine launische Göttin ist, mussten auch an diesem Rennen einige Konkurrenten erfahren, denen die eine oder andere Tücke des Mechanismus einen Streich spielte, so dass eie aufgeben mussten. Vor allem sei das zünftige Pech von Herrn Caspar (St. Gallen) erwähnt, der nach den Ergebnissen der Trainingsfahrten zu den aussichtsreichsten Fahrern zählte. Ein von einer Lötstelle sich losgelöstes Metallteilchen verursachte eine umregelmässige Brennstoffzufuhr, so dass er längere Zeit anhalten musste und nicht mehr in Minimalzeit das Ziel erreichte. Gegen 12 Uhr war das Rennen, das auch dieses Jahr glücklicherweise wiederum ohne den geringsten Unfall durchgeführt werden konnte, beendet. < Freund und Feind > sammelte sich hernach im Hotel « Rheinburg > in Walzenhausen zu dem traditionellen Bankett. Herr T. Walser, der Sektionspräsident, begrüsste beim Dessert die rund 150 Anwesenden und gedachte dabei vor allem der anwesenden Herren Dufour, Zentralpräsident, Continelli, Präsident der Sektion Graubünden des A.G.S., Polizeileutnant Dürr, Chronometreur Brieger, der Vertreter der Gemeindebehörden sowie der Presseverteter. Nachdem er mit Recht die Sportkommission- sowie alle übrigen an der Organisation Beteilgten für ihre erfolgreiche Arbeit beglückwünscht hatte, stellte er mit Befriedigung fest, dass der Versuch eines geschlossenen Bergrennens vollauf gelungen war. Bei offenen Rennen war die Sektion jeweilen mit etwa einem Dutzend Fahrer vertreten, währenddem die Beteiligung, wie erwartet, eine viel regere war. Herr Zentralpräsident Dufour verband mit seiner Gratulation zum Gelingen des Tages einige interessante Erinnerungen aus den ersten Jahren der Sektion. Er gehörte nämlich zu den Mitbegründern, denen es damals, vor mehr als 25 Jahren, nicht einmal leicht war, die für die Gründung statutarisch notwendigen 25 Mitglieder zusammenzubringen, während heute annähernd 1000 Automobilisten der Sektion angehören. Herr Lumpert, Sportpräsident, der auch sein redlich Teil an den Organisatio-nsarbeiten geleistet hatte, nahm alsdann die Preisverteilung vor. Die erfolgreichen Fahrer konnten mit einer [reichen Zahl gediegener Preise bedacht werden. Anschliessend folgte eine recht animierte Unterhaltung, die unter dem Szepter einer rassigen Kapelle noch manche Stunde einen grösseren Kreis von Teilnehmern und Besuchern vereinigte. B. Resultate. Klasse 1: bis 1500 cem. iAmateur: 1. F. Rohrmann, »St. Gallen 2. W. Beck, St. Gallen 3. S. Scharffhauser, Gossau 4. C. Ander egg, St. Gallen , Klasse 2: 1501 bis 3000 cem : Amateur: 1. Bertram Thurnherr. Au 2. Traugott Walser, Herisau 3. Arn. Schwarz, Wittenbach 4. Franz Bodmer, Niederwil 5. Hermann Singer, St. Gallen Experte : Solo R. Hürsch, St. Gallen Klasse 3: 3001 bis 4000 cem Amateur: 1. Schärmuser von Ennetbühl 2. Hch. Krucker, Gossau 3. Eugen Moesch, Herisau 4. Eva Huber, ßt. Gallen Experte: 1. Arnold Müller, St. Gallen 2. Hans Hänc, St. Gallen 3. Jean Willi, St. Gallen Klasse 4: über 4 Liter: Amateur: 1. Konrad Keller, St. Gallen 2. Ph. Fink, St. Margrethon Experte: Solo Frl. R. Höhener, St. Gallen Speziaf-Preise: Beste Zeit des Tages: Thurnherr Damenpreiß : Frl. Höhener Damenpreis : Frau Huber (beste 8' 05%" 8' 43%" 8' 49%" 9' 49%," 7' 42" T 52%" 8' 12%" 0' 57%" 9' 58" 7* 32" 8' 38" 9' 49%" J Eine Sternfahrt nach San Remo wird vom 10. bis 11. November mit Beteiligungsmöglichkeit aus allen grösseren Städten des Kontinents organisiert. Automobil- und Motorradrennen in der Hard bei Basel. (Sonntag den 7. Oktober 1928.) 9' 45%" 9' 5i0%" 11' 09" 11' 57%" 7' 32" Tageszeit"). 7' 55%" T 57%" 8' 03" 8' 16%" T 55" 8' 38" Das Rennen findet bei jeder Witterung statt und beginnt präzis um 7 Uhr vormittags, während die Rennstrecke Birsfelden-Schweizerhalle bereits um 6.30 Uhr für jeden Verkehr gesperrt ist. Die Automoblisektion Basel der T. C. S. hat in umsichtiger Weise alle Massnahmen getroffen, welche eine glatte Abwicklung gewährleisten. Der Besuch der Veranstaltung wird sich unzweifelhaft lohnen. Für Zuschauer-Automobile, -Motorräder und -Velos sind einige Parkplätze hergerichtet. Die Zufahrt zu denselben ist durch Markierungen gekennzeichnet. Jeder Zuschauer muss den ihm zusagenden Platz hinter den Absperrseilen beziehen. Jedes Begehen der Strasse während des Rennens ist lebensgefährlich und strengstens untersagt. Es wird besonders davor gewarnt, irgendwelche Gegenstände auf die Fahrbahn zu werfen und die Zuschauer sind gebeten, jeglichen Flurschaden zu vermeiden. Die Veranstalter lehnen nicht nur jede Verantwortung für Unglücksfälle, welche aus Unvorsichtigkeit oder Fahrlässigkeit des Publikums entstehen, ab, sondern behalten sich vor, die Fehlbaren zur Rechenschaft zu ziehen. Sollte sich während des Rennens ein Unfall ereignen, so darf das Publikum die Rennstrecke nicht betreten, da für solche Fälle genügend Sanitätsmannschaften und Funktionäre vorhanden sind. Nach dem Rennen ist die Strasse stark von Motorfahrzeugen in Anspruch genommen. Das Publikum ist daher gebeten, die Strassenmitte freizuhalten. Während des Rennens darf die Strecke nur von konkurrierenden Wagen und ntif in der Richtung Birsfelden-Schweizerhalle befahren werden. Defekt werdende Wagen müssen bis zur Ankunft des letzten Fahrers am Ziele oder abseits der Strasse aufgestellt werden. Nach dem Rennen sind die Fahrzeuge der Konkurrenten zur Verfügung der Reimleitung zu halten bis zur endgültigen Freigabe derselben durch den Präsidenten. Nach Schluss des Rennens findet, wie gemeldet, im Stadtkasino ein Bankett mit anschliessender Preisverteilung statt. Der Billetvorverkauf hat am 28. September bei den bereits gemeldeten Vorverkaufsstellen eingesetzt. Das Rennen erfreut sich eines enormen Interesses und bildet bereits in Basel das Tagesgespräch. Es wird mit einer Zuschauermenge von mindestens 20 000 Personen gerechnet. Die ideale Lage der Rennstrecke ermöglicht es jedermann, der Konkurrenz mit gutem Ausblick beizuwohnen. Für einen reibungslosen und rasch sich abwickelnden Verkehr an den Billetkassen sind alle Massnahmen getroffen worden. Bei der Masse der zu erwartenden Zuschauer empfiehlt es sich aber trotzdem, den Vorverkauf zu benützen, wobei speziell noch auf die zum ersten Mal aufgestellte Tribüne mit bequemen Sitzplätzen hingewiesen wird. Den Siegern winken wertvolle Preise. Die zahlreich eingehenden Gaben werden es voraussichtlich ermöglichen, jeden klassierten Fahrer mit einem Preis auszuzeichnen. Interessant dürfte die Tatsache wirken, dass zur Absperrung und Sicherung der gesamten Rennstrecke nicht weniger als neun Kilometer Seile benötigt werden. A. C.S. SEKTION ZÜRICH. Im Laufe der Iezten Vor Stands Sitzung in Bichterswil konnte die angenehme Konstatierung gemacht werden, dass der Mitgliederzuwachs ein sehr erfreulicher ist. Betrug der Mitgliederbestand anfangs des Jahres noch 1822, so ist er nun auf 2103, d. h. um 281 angestiegen, während z. B. 1927 die Zunahme für das ganze Jahr nur 267 betrug. Triptyks und Garnets wurden dieses Jahr bis zum 25. September deren 1759 abgegeben gegen 1653 in der nämlichen Periode des Vorjahres. Auch der Itinerairedienst, der stets weiter ausgebaut wird, gewinnt immer mehr an Bedeutung, wurden doch vom 1. Januar bis 25. September 1928 total 709 ausführliche Tourenbeschreibungen abgegeben gegen 370 in der nämlichen Zeitperiode des Vorjahres. Der Verkauf an Karten und Führer verzeigt ebenfalls eino sehr erfreuliche Steigerung von ca. 40 Prozent. Der Vorstand befassto sich des weiteren mit der Aufstellung des Winterprogramms 1928/29 und der Vorbereitung der Gymkhana vom 7. Oktober. Die Sektions-Ghronik, die sich gut eingelebt hat, -wurde neu für die Jahre 1929 bis 1931 vergeben und wurden die Anträge an die Delegiertenvcrsammlung bereinigt. Wie gewohnt, waren zum anschliesscnden Nachtessen (im Hotel «Drei Königen») die Vertreter der Behörden des Bezirkes und dio dortigen Pressevertreter eingeladen. Den "Willkomm der Gemeinde Richterswil entbot Herr Gsmeindorat Strouli, der in seiner Rede auch das immer noch ungelöste Problem des Umbaues der Strasse Wädonswü-Riehterswil streifte. Herr Präsident H. Wunderly-Volkart wies in seiner Rede auf die rapide Entwicklung des Motorfahrzeugwesens und im speziellen dor Sektion Zürich des A. G. S. hin, die nun im kommenden Jahr ihre 25. Jahresfeier begehen kann. Herr Stadthalter Hotz (Horgen) anerkannte gerne das vernünftige und anständige Fahren zahlreicher Automobilisten, wies aber auch auf dio verschiedenen Rowdies unter Automobilisten und Motorradfahrern hin. Die Erfahrungoi seiner Praxis zeigen, dass die Sonntagsfahrvorschriften nicht immer berücksichtigt werden und dass heuto noch zahlreiche Wagenlenker ohne Fahr- und Verkehrsbewilligungen angetroffen werden. Die Zahl der verhängten Bussen hat im Bezirk Horgcn dieses Jahr sehr stark zugenommen. Zählte man für das ganze Jahr 1927 deren 166, so betrug deren Zahl dieses Jahr bis Mitte September bereits über 200. Interessanterweise wurde in den diesjährigen Fällen die Art der Vornah/me der Kontrolle, dio im Bezirk Horgen eine einwandfreie sei, nur in ganz wenigen Fällen angefochten, wobei nur in einem Falle eine gerichtliche Herabsetzung der Busse erfolgte. Herr Hotz wies dann anderseits darauf hin, dass als Erfreuliches aus dem Bezirk Horgen dio zahlreichen Strassenverbesserungen gemeldet werden können. Verschiedene arge Gefahrenstellen konnten beseitigt werden und auch den Niveauübergängen geht man nach und nach ans Leben. Herr Felber-Rutishauser, Gemeindepräsident von Wädenswil, überbrachte die Grüsse seine? Gemeinde und gab den guten Willen der Wädenswiler für dio baldige Verbesserung der Strasse Wädcuswil—Ricbterswil bekannt. So nahm dieser Abend in Richterswil, zu dem dio A. G. S.-Mitglieder der dortigen Gegend eingeladen waren und der von gegen 40 Glubkollegen besucht war, einen sehr erfreulichen Verlauf. Er zeigte auch, wie angezeigt es ist, wenn sich in all diesen Verkehrsfragen Automobilisten und Behörden am gleichen Tisp.h *ii eemeinsamer Zusammenarbeit finden. s.

W>82 - 1928 AUTOMOBIL-REVUE Im März: Generalversammlung in Zürich, mit 25. Jahresfeier. Im April: Monatsversammlung im Bahnhofbuffet in Winterthur, mit Lichtbildervortrag. Die für den Monat Oktober in Aussicht genommene Herbstfahrt ins Weinland, kommt wegen anderweitiger Veranstaltungen in Wegfall. Hingegen .ist wohl damit zu rechnen, dass im Mai 1929 die Frühjahrsdelegiertenversammlung des A. G. S. in Zürich abgehalten wird. Mit einem grossen Projekt befasst man sich hinsichtlich der nächstjährigen Dauerfahrten, indem Interesse für eine vierwöchentliche Fahrt nach Marokko und Spanien besteht und ein bezügliches Projekt auch vom Touristikbureau der Sektion bereits ausgearbeitet ist. Interessenten sind gebeten, sich beim Sektionssekretariat zu melden. s. Ein interessantes Programm hat eich für den Winter die Zürcher Sektion des A. G. S. aufgestellt. Wie die nachstehende Aufstellung zeigt, werden sich die Mitglieder nicht darüber zu beklagen haben, dass ihnen zu wenig Interessantes oder Abwechslungsreiches geboten werde, und zieren speziell einige sehr interessante Vorträge das reichhaltige Programm, das folgende Veranstaltungen vorsieht: 7. event. 14. Oktober: Gyrnkhana in Bülach (Kasernenplatz). 25. Oktober: Monatsversammlung im Hotel cSt. Gotthard» in Zürich, mit Lichtbildervortrag von Herrn Ing. Schwarz, Chef der Kantonalen Motorfahrzeugkontrolle, Zürich, über «Strassenverkehrsunfälle im Kanton Zürich». 15. November: Monatsversammlung mit Martini- Mahl im Hotel «St. Gotthard> in Zürich, mit Unterhaltungsabend, bunte Bühne (Herrenabend). 6. Dezember: Monatsversammlung im «Grand Hotel Dolder», mit Lichtbilder- und Filmvortrag von Herrn Dr. Martin-Hürlimann, Zürich-Berlin, über «Zu Land nach Indien». Mitte Januar: Monatsversammlung in Zürich, mit Lichtbildervortrag von Herrn Ober-Ingenieur Heinrich Büggeln, Stuttgart, über «Autofahrten durch Dalmatien». 26. Januar: Clubball im «Grand Hotel Dolder» in Zürich. Im Februar: Monatsversammlung in Zürich, mit Vortrag von Herrn Staatsanwaltschaftsrat Grau, Berlin, über «Moderne Verkehrsprobleme« (event. kommt an Stelle des Herrn Grau ein bekannter französischer Verkehrstechniker als Referent in Betracht). AUTOSEKTION ZÜRICH DEST.C.S. Ballon- Fuchsjagd mit Automobilverfolgung. Für die Sonntag, den 7. Oktober (bei ungünstiger Witterung am 21. Oktober a, c) in Schlieren stattfindende Ballon- Fuchsjagd wird bestimmt mit mindestens sechs Ballons und gegen 100 Automobilen gerechnet. Das Verzeichnis der teilnehmenden Piloten wird nach Nennungsschlusis (30. September) bekanntgegeben. Das Programm sieht vor: S% Uhr: Beginn der Füllung der Ballons. 10 Uhr: Abnahme der startenden Automobile. 11 Uhr: B&ginn des Startes der Ballons. Die Automobile etarton eine Viertelstunde nach dem letzten Ballon. 21 tUiir: Preisverteilung im Hotel « Baur-en-vül© > mit anicJilie&sender Unterhaltung und Tanz. Für den Zutritt zum Füll- und Startplatz im Gaswerk Schlieren, wo sich auch ein Büffet befindet, •wird ein Eintrittsgeld von Fr. 2.— erhoben (Kinder bezahlen die halbe Taxe). Dia Veranstaltung scheint sich zu einem äusserst interessanten sportlichen Meeting aufzuwachsen. Ganz neu bei dieser Ballon-Fuchsjagd ist die Abwurf-Konkunenz. Jeder Ballonführer hat zwischen Fahrt und Landung eine bestimmte Anzahl Meldecouverts mit blauen Wimpeln abzuwerfen. Diejenigen Automobilisten, denen es gelingt, ein solches Meldecouverts zu finden, erhalten Speziaipreise, Dadurch wird das Interesse der Verfolger immer wach gebalten. Liebhaber einer in der jetzigen HerJbstzeit einzig schöaien genussreichen Freiballonfahrt haben auch Gelegenheit, diese interessante, abwechslungsreiche Balkjn-Fuohsjagd als Passagier in einem der Ballons mitzumachen. Das Passagiergeld für diese Fahrt beträgt Fr. 120.— pro Person. Anmeldungen sittä an Hrn W. Gerber, Präsident des Ostschwejzer. Vereins für Luftschiffahrt, Sihlquai 55, Zürich 5, zu richten. Dias französische « Locarno-Auto » ~- ein Museumsstück aus dem Jahre 1889 — fuhr kürzlich, wie die. Presse zu melden wusste, in der deutschen Rejchshauptstadt ein. In Anbetracht der Unzulänglichkeit dieses Fahrzeuges wurde dieses Unternehmen, nicht ganz mit Unrecht, als eine beachtenswerte Leistung gefeiert. — Nun haben aber zwei Italiener eine noch grössere Spqrttat vollbracht: Die Beiden brachen im letzten November vom Gardasee auf, um in einem Kraftwagen aus dem Jahre 1887 eine Reise durch Europa, Nordafrika und Kleinasien zu machen. Ihr Weg führte sie durch Oberitalien, Frankreich, Spanien, Nordafrika, Palästina, Syrien und Kleinasien nach Konstantinopel. Dort sind sie kürzlich eingetroffen. Die 4 PS des recht vorsintflutlichen Einzylinders entwickeln eine Stunden-« Geschwindigkeit» von ...vierzehn Kilometer, aber bloss unter der Bedingung, dass sich die Strasse nicht in allzu schlechtem Zustand befindet und so unerwünschte Hindernisse bietet. Zwischen Konia, und dem Marmarameer Jiat der Motor zum erstenmal gestreikt. Die Italiener mussten daher ihren Wagen zum zweihundert Kilometer entfernten Mudania schieben. Abgesehen von diesem mühsamen und ordentlich Schweiss kostenden Abenteuer sind die Reisenden mit ihrem Wagen und der Fahrt sehr zufrieden. Sio wollen quer durch Europa nach Italien zurückkehren. -.. Glückliche Fahrt! -ey. För die Erstellung einer neuen Brücke über die Maggia hat sich ein Konsortium gebildet, an dem sich auch der Gemeinderat von Locarno mit 225 000 Franken beteiligen will. Wenn die Brücke in armiertem Beton erstellt wird, dann soll der Betrag auf Fr. 285000 erhöht werden. -ey. Oel und Fett kommen billiger zu stehen als die Remraturkosten für geschmolzene Laser, Der Welf-AutomobiUtongress 1928, Die Eröffnung. Letzten Dienstagmorgen eröffnete R. Gallenga-Stuart, der Präsident des A. C. von Rom, auf der historischen Stätte des römischen Kapitals den fünften Automobilweltkongress. Die Automobil- und Touringclubs sämtlicher Länder, die nationalen Autoindustrien, die Garagisten, ja selbst die Behörden und Bahn- und Flugverwaltungen hatten dazu ihre Delegierten entsandt. In der gewaltigen Kongresshalle herrschte ein Sprachengewirr sondergleichen. Ueber 400 Delegierte, worunter Persönlichkeiten von internationalem Ruf, fanden sich zu der vor wenigen. Jahren von der nationalen Automobilhandelskammer der U. S. A. erstmals ins Leben gerufenen Tagung ein. Ein Weltkongress im Zeichen des Automobils! Der A. C. S. hatte Zentralpräsident Dufour und Zentralsekretär Primault delegiert, der T. C. S. A. Lachenal, das Schweizerische Syndikat der Automobilindustriellen Megevet. Die italienischen Behörden bereiteten den Vertretern des Weltautomobilismus einen Empfang, der an Grosszügigkeit nicht so bald überboten werden dürfte. Ministerpräsident Mussolini selbst hatte das Ehrenpräsidium des Kongresses übernommen. Als amtender Tagungspräsident waltete mit Umsicht und Gewandtheit Senator Crespi, der vielgenannte Präsident d