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E_1928_Zeitung_Nr.089

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ten technischen

ten technischen Erfordernissen entsprachen, erhielte^ entsprechende Urkunden, währenddem anderseits die Motorradfahrer von den Verkehrsverbänden dazu angehalten werden, nur solche Fahrzeuge zu kaufen, die mit einem begutachteten Auspufftopf ausgerüstet sind. Diese Bemühungen sind denn auch nicht ohne Erfolg geblieben. Die Zahl der Polizeibussen wegen übermässiger Lärmerzeugung mit Motorfahrzeugen sind im ersten halben Jahre 1928 um mehr als tausend gegenüber dem zweiten Semester 1927 zurückgegangen. In diesem Zusammenhang sei noch auf eine Serie recht interessanter Untersuchungen aufmerksam gemacht, die von einer grossen Londoner Tageszeitung durchgeführt wurden und dazu bestimmt waren, die Ursachen des hauptsächlichsten Strassenlärmes zu ermitteln. Es wurden zu diesem Zwecke an zahlreichen Verkehrsknotenpunkten vom Strassenlärm Grammophonaufnahmen gemacht. Bei der Wiedergabe dieser Aufnahmen wurde festgestellt, dass in Strassen, wo Tramways verkehren, das vom Ohr als am unangenehmsten empfundene Geräusch von diesem Verkehrsmittel herrührt. Das Kreischen der Wagen in einer Geleisekurve, sowie die grellen Glockensignale wirken auf das Gehör am aufreizendsten. Unsorgfältige Beladung auf Last- . wagen ist ebenfalls für einen ansehnlichen Teil des Strassenlärmes verantwortlich, indem, insbesondere bei mangelhafter Bereifung, die Speditionsgüter auf der Ladebrücke herumrutschen und dadurch beträchtliche Geräusche verursachen. Ferner hebt sich vom allgemeinen Strassengeräusch auch der Lärm ab, der durch die dampfbetriebenen Traktoren verursacht wird. In der Schweiz verwendet man , glücklicherweise derartige Monstren nur als Strassenwalzen, währenddem sie in England als Traktionsmittel für Lasten sehr verbreitet sind. Die besonders starken Geräusche, die von Motorfahrzeugen stammen, sind, abgesehen von Fahrzeugen mit ungenügender Schalldämpfung, auf mangelhaften Unterhalt von Chassis und Motor oder der Karosserie (spez. bei Lastwagen) zurückzuführen. Der veröffentlichte Rapport über die Ergebnisse dieser Grammophonaufnahmen schliesst mit der Feststellung, dass mit Ausnahme der Tramways keines der übrigen Strassenfahrzeuge dauernd einen als unerträglich empfundenen Lärm verursache und dass bei geeigneten Massnahmen sich viele der obenerwähnten Lärmquellen stark reduzieren Hessen. Man darf auf Grund dieser Versuche um so gespannter sein, welche Mittel zur Lärmbekämpfung der Vorschlag der Regierung vorsieht, bi. Strassenverkehrsinitiative. Die ständerätliehe Kommission für den Bericht über die Strassenverkehrsinitiative beschloss unter dem Vorsitz von Ständerat Suter, es sei der Vorlage des Bundesrates im Sinne der Verwerfung der Initiative ohne Gegenvorschlag zuzustimmen. -ei- Die Einweihung der neuen Baselbieter Autobuslinie. Letzten Samstag wurde die Autobuslinie Basel-Liestal-Reigoldswil feierlich eröffnet. Die langen Autobusse befahren allerdings schon seit Donnerstag die Strecke Baselliard -Äugst - Hülftenschanze-flauptstadt-Altmarkt-Fünflibertal bis zum Endpunkt bei der Reigoldswiler «Sonne». In Äugst begrüsste der Präsident und Betriebsleiter der Automobilgesellschaft Liestal-Reigoldswil A.-G., Herr Landrat Zeller, die geladenen Gäste. Der Festakt nahm einen glänzenden Verlauf. In den vielen Reden wurde ein gut Stück Baselbieter Volkswirtschaft beleuchtet. In Prosa und Poesie wurde der Autobus gefeiert. Herr Landrat Zel'ler würdigte in besonderen Worten die Bedeutung der Betriebseröfmung auf der Strecke Liestal-Augst-Basel. Zwischen Liestal und Reigoldswil wurde die Strecke vor 23 Jahren eröffnet. Zeigte sich zuerst kein Bedürfnis, die Linie bis hinunter an den Rhein und nach Basel zu verlängern, so war es die schlechte volkswirtschaftliche Lage des Baselbieters, die energich nach neuen Verkehrsmöglichkeiten verlangte. Der Niedergang der Heimindustrie, die drohende Gefahr der Entvölkerung der Posamenterdörfer und die zunehmende Verarmung breiter Volksschichten konnten nur mit dem modernen Verkehrsmittel behoben werden. Anderseits wünschten die aufstrebenden Gemeinden am Rhein eine verbesserte Verbindung unter sich und mit Basel. Herr Stucki, der Betriebsleiter des Augster Kraftwerkes, zeichnete in eingehender Weise die Vorgeschichte der neuen Autobusverbindung. Nur langsam reifte der Plan, viele Hindernisse mussten überwunden werden. Nur durch eine Intervention von Herrn Nationalrat Stohler beim eidgenössischen Eisenbahndepartement konnte erreicht werden, das die Einsprache der Bundesbahnen zurückgezogen wurde. Im fernem sprachen noch Regierungsrat Mosimann, als Vertreter der Regierung, dann die Herren Gemeindepräsidenten von Liestal, Äugst und Füllins- •• Aus dem Bundeshaus dringt erfreuliche Kunde. Der Entwurf des Finanzdepartementes zum Voranschlag der Eidgenossenschaft für das Jahr 1929 weist einen mutmasslichen Einnahmenüberschuss von zwei Millionen Franken auf. Seit dem Jahre 1911 konnte bis heute das Budgetgleichgewicht des Staates infolge verschiedener Umstände, wobei der Krieg mit seinen Lasten ausschlaggebend war, nicht mehr hergestellt werden. Nun scheint es unserem Finanzminister doch gelungen zu sein, den schwer belasteten Finanzkarren wieder aus dem Schlamassel zu ziehen. Er hat dazu zweifellos motorischer Kraft gebraucht, denn ohne den erhöhten Benzinzoll, der dem Bund etliche Millionen abwirft, hätte das Ziel nicht so leicht erreicht werden können. Das Budget für das Jahr 1928 hat mit Einnahmen von 338 Millionen und Ausgaben von 347 Millionen Franken, also noch mit einem Ausgabenüberschuss von 9 Millionen Franken, gerechnet. Leider werden im Budget für 1929 die Ausgaben wiederum um einige Millionen höher angesetzt werden müssen, dem jedoch erfreulicherweise ebenfalls gesteigerte Ein-, nahmen gegenüberstehen. Bereits für das. Jahr 1928 rechnet man mit einem Einnahmen-: überschuss von mehreren Millionen Franken. Dies, trotzdem die Tabakzölle in einer Höhe von nahezu 20 Mlilionen Franken jährlich nicht mehr in die Staatskasse, sondern, in diejenige der Alters- und Hinterbliebenen-Versicherung fliessen. Irgendwoher muss der Bund allerdings seine gesteigerten Einnahmen hernehmen. Wir gehen nicht fehl, wenn wir betonen, dass ihm ein Grossteil dieser Mehreinnahmen aus dem erhöhten Benzinzoll zufliesst und dass dorf. Dabei gab Herr Sutter seiner Meinung dahin Ausdruck, dass er gestütz auf Beobachtungen in Amerika glaube, dass heutzutage das Tram neben dem Autobus nicht mehr aufkommen könne. Uebrigens ist zu betonen, dass der Ansatz zu einer grössern Autobuslinie in der Schweiz bereits vorhanden ist; besteht doch eine Linie Basel-Aarau, die nur noch auf zwei Strecken zu je acht Kilometer (Augst-Möhlin und Wegenstetten-Frick) unterbrochen ist. In vielleicht nicht allzuweiter Ferne wird es möglich sein, die Strecke Aarau-Basel im Autobus zurückzulegen, -t. AUTOMOBIL-REVUE £928 — des deshalb die Automobilisten durch indirekte Bundessteuern im Wesentlichen mithelfen, die beschlossenen ausserordentlichen Millionen zugunsten der Landwirtschaft, die Millionen, die er zur Ausführung des Tuberkulosegesetzes braucht, und die Million zur Aeufnung des Invalidenfonds, zu bestreiten. Sicherlich wird das günstige Rechnungsergebnis eine Beschleunigung in der Tilgung der eidgenössischen Staatsschuld herbeiführen. Es ist dies an und für sich eine erfreuliche Tatsache. Immerhin erhöht sich in uns der Eindruck, dass in Verkennung des Automobils als volkswirtschaftlicher Faktor, die ses unrechtmässig und zu stark belastet wird. Viel erfreulicher wäre es, wenn unsere Rate es zustande brächten, die Ausgaben unseres Staatswesens einzuschränken und damit den indirekten Steuerdruck zu lockern. Direkte und indirekte Steuern sind an der obersten Leistungsgrenze angelangt; ein Mehr darf dem Bürger, besonders dem Automobilisten, nicht mehr zugemutet werden. Geradezu als ein Unrecht müsste es empfunden werden, wenn die Automobilinhaber, von denen 90% ihre Fahrzeuge in den Dienst des Erwerbes stellen, durch einseitige Belastung in ihrer wirtschaftlichen Tätigkeit gehindert werden sollten. Einverstanden mit Sozialpolitik und Hilfsaktionen, aber diese dürfen nur so weit gehen, als dadurch volkswirtschaftliche Einnahmequellen nicht verstopft werden und damit die Konkurrenzfähigkeit unseres Landes nicht aufs Spiel gesetzt wird. Die Automobilisten haben deshalb Ursache genug, am 27./28. Oktober ebenfalls zum Rechten zu sehen und für eine ihrer Stärke angemessene Vertretung besorgt zu sein. Prüft — und dann wählt! I Der Autotunnel von Paris. Die erste von mehreren unterirdischen Autostrassen, die in Paris geplant werden, soll die Rue Montmartre mit dem Faubourg Montmartre verbinden. Sie würde einen der verkehrsreichsten Teile der Stadt wesentlich entlasten. Zur Ausführung dieses Autotunnels bedarf es nur noch der Zustimmung des Polizeipräfekten Ghiappe zu dem bereits vollständig ausgearbeiteten Entwurf. Die Häuser an der Kreuzung des Boulevard Poissonniere und des Boulevard Montmartre sollen abgerissen werden. Die längste Autobuslinie der Welt wurde auf der Strecke Los Ängeles-Neuyork errichtet. Die Autobusse legen die 3433 Meilen lange Strecke in 5 Tagen 14 Stunden zurück. Das Bild zeigt die Ankunft des ersten Autos in Neuyork. Für den Transport von Automobilen hat die Southern Pacific RaMroad; ibesondeira konstruierte |Wag J gons eingeführt. B^lonne NP89 % / __ ^ ^ jwJBLm Kr! / Iflitteiluii^en IÜSJH& WLH HH ÄBI flc5 3S Eine schweizerische Verkehrswoche? In den Spalten unseres Blattes ist schon vor Jahren die Anregung gefallen, eine Verkehrswoche durchzuführen, wie sie namentlich in England, Belgien und Frankreich zu durchschlagenden Erfolgen geführt 'hat. In Amerika hat die Erkenntnis, dass die zunehmende Motorisierung der Strasse eine eigentliche Erziehung des Publikums zur Strassendisziplin bedinge — eine Disziplin zum Schütze menschlichen Lebens! — zu einer eigentlichen grosszügigen Bewegung geführt, denen die Behörden ihre volle Mithilfe verleihen. Der Gedanke einer schweizerischen Verkehrswoche scheint sich nun verwirklichen zu wollen. Wie wir erfahren, hat Herr Polizeikommissär Müller aus Bern an einer der letzten Sitzungen des Schweizerischen Städteverbandes diese Frage zur Diskussion gestellt Sein Vorschlag soll sehr günstig aufgenommen worden sein. Hoffen wir jedoch nicht, dass die Durchführung einer Verkehrswoche erst für ein Datum in Aussicht genommen wird, das in die Zeit nach der Annahme des neuen Verkehrsreglementes durch alle Schweizerstädte fällt. Da nicht weniger als 63 Städte im Verbände sind, dürfte dies noch reichlich lange dauern. Den kommenden Herbst in Aussicht zu nehmen, wäre nicht verfrüht. :—'. Ein- und Ausreisezeiten für Automobile im Kanton Graubünden. Ab 1. Oktober 1928 bis 30. April 1929 ist die Ein- und Ausfahrt aus dem Kanton Qraubünden nur von 7 Uhr morgens bis 21 Uhr gestattet. In dringenden Fällen kann die Kontrollstelle die Ein- und Ausreise auch während der Sperrzeit gestatten gegen Bezahlung einer Gebühr von zwei Franken. Das Passieren der Kontrollstellen an der Landesgrenze (schweizerisch-ausländischer Verkehr) richtet sich nach den Vorschriften über die Zoll- und Passkontrolle. Eine permanente AutomoblkontroUstelle im Kanton Schaff hausen. Ab 1. November wird ein ständiger und vollamtlicher Automobilexperte der Polizeidirektion beigegeben, der für die Abnahme und Kontrolle der Motorfahrzeuge verantwortlich ist. Es soll von diesem Zeitpunkt an den Vorschriften über Schalldämpfung ganz besondere Nachachtung verschafft werden, da die Behörde mit Recht eine strenge Innehaltung der diesbezüglichen Bestimmungen verlangt, um auf diese Weise den Nachtlärm der Fährzeuge möglichst einzudämmen. Von einem Nachtfahrverbot will glücklicherweise die Schaffjhauser Behörde absehen. Z. Der Schaffhauser Autobnsbetrieb rentiert Den Verhandlungen des Stadtrates ist zu entnehmen, dass die Betriebsrechnung für den Monat September des städtischen Autobusdienstes mit einem, wenn auch noch besehe' denen Einnahmenüberschuss von rund 400 Franken abschliesst. Im Verlaufe des Monats wnrden insgesamt 35,600 Personen befördert. Wenn wir ans recht erinnern, verzeigte dagegen der frühere Strassenbahnbetrieb auf der nämlichen Linie Obertor- Breite ein ständiges Defizit, was auch den Anstoss gab, die Strassenbahn dort duroft den Omnibus zu ersetzen. Das Resultat scheint den Befürwortern des Omnibusses vollständig recht zu geben und mag anderweitige Stadtväter und treue Anhänger des- Trambetriebes zu neuem Nachdenken anregen. Z. Eint anhaltende Verkehrszunahme hat der Berner StadtauitcftniB zu verzeichnen. Das bann man dem Vespwaltangsberiohjt der industriellen Betriebe ifür 1927 enitoehmien. tfeber den opTosperierenden Amtoibusibetrie'b geben die nachstehenden wenigen Zahlen grasten Arafsdhi'uiss. Die BetTiebseinnahimein betragen Brand 545,000 (Frankem. Trotzdem 1926 die Könizerl&nie muir 4 Monate im Betrieb war. 1927 alber das ganize Jahr, sind die Betriebsausgaben nw 6400 Frankem höher als im Vorjahr und betragen mund 3

fjo 89 — 1928 AUTOMOBIL-REVUE SPORTLICHES Sicherheitsmassnahmen in Monza. Mit der durch den bedauernswerten Unfall anlässlioh des letzten Grossen Preises von Europa auf dem Autodrom von Monza geschaffenen Situation hat sich nun auch die italienische Regierung befasst. Der Generalsekretär der italienischen faszistischen Partei, Turati, erklärte kürzlich dem Direktor des Automoibiil- Clubs von Italien, Castagnetto, dass die Austragung von Automobil- und Motorradrennen auf dem Autodrom von Monza auch für 1929 und die folgenden Jahre vorgesehen werden dürfen, unter dem Vorbehalt allerdings, durch besondere Sicherheitsmassnahmen Unfällen inskünftig vorzubeugen. Einerseits müssen die eigentfliche Fahrbahn und speziell die Kurven derart ausgebaut und überhöht werden, dass sie auch den heute gesteigerten Geschwindigkeiten der modernen Rennvehikel zu genügen vermögen. Anderseits ist die Absperrung der Zuschauer derart vorzunehmen, dass sie nicht mehr durch einen aus der Fahrbahn herausgeschleuderten Rennwagen gefährdet werden können. Es sind zu diesem Zwecke besondere Hindernisse zu erstellen. Die mit der Untersuchung des Unfalles Materassi beauftragte Kommission wird zudem eine Reihe von Vorschlägen unterbreiten, wie die heute trotz ihres erst sechsjährigen Bestehens bereits veraltete Monza Rennbahn durch verschiedene Umbauten modernisiert und den heutigen hohen Geschwindigkeiten angepasst werden kann. Das Autodrom von Monza ist 1922 für Geschwindigkeiten von maximal 180 km gebaut worden. Nachdem nun das Geschwindigkeitsvermögen in den letzten Jahren auf den geraden Streoken auf 230 und 250 km gesteigert worden ist, dürfte eine Modernisierung der Anlage unvermeidlich sein, wenn inskünftig Unfälle vermieden werden sollen. Die Sportkommission der A.I.A.C.R. hat neulich beschlossen, den Grossen Preis von Europa des Jahres 1929 wieder an Italien zu vergeben, die Direktion der Monza-Rennbahn, resp. der hiefür zuständige Automobil-Club von Italien wird daher die notwendigen Umbauarbeiten sofort in Angriff nehmen müssen. nennen in der Hard. Ma lurtan Sist. -wie es eich iberauisgeistelt hat, die Meldung unseres Berichtensteuttercs zu bezeichnen, wonach dein Amalcar des Genfer Sarbach, der bekannt!! dlie taste Tageszeit fuhr, ein leger ausgelaufen sei. Dass der Wagen nicht ein besseres Tempo fuhr, war in WirMichikeit lediglich dem UimEitande mmisch