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E_1928_Zeitung_Nr.087

E_1928_Zeitung_Nr.087

Ein gutgehendes

Ein gutgehendes Geschäft. In der Botschaft des Regierungsrates des Kartons St. Gallen an den Qrossen Rat über die Voranschläge der Einnahmen und Ausgaben der st. gallischen Staatskasse für das Jahr 1929 ist zu lesen, dass die Einnahmen aus den Fahrbewilligungen für Automobile und Motorräder schon im laufenden Jahre infolge der Vermehrung der Fahrzeuge das Budget um 105,000 Franken überschreiten werden, und dass pro 1929 eine weitere Vermehrung angenommen werden dürfe. Dazu komme die zurzeit in Behandlung stehende neue Vollzugsverordung, welche Erhöhung der Taxen für Lastwagen und solche mit Vollgummibereifung vorsehe. Nach der nun von den eidgenössischen Räten angenommenen Vorschrift über die Verteilung der kantonalen Anteile am Zuschlagszoll für Benzin kann der Kanton St. Gallen für die Jahre 1925 bis 1928 mit einer weitern Einnahme von 800,000 Franken rechnen. Für die künftigen Jahre sind, solange das Benzin als Betriebsstoff für das Motorfahrzeug dient, jährlich 260,000 bis 280,000 Franken zu erwarten. Obgenannte Zahlen liefern nur ein Beispiel dafür, welch enorm grosse Mittel der Automobilist heute den Kantonen zur Ausbesserung und zur Neuanlage des Strassenwesens beisteuert. Weitere 23 Beispiele könnten erwähnt werden, denn nicht nur der Kanton St. Gallen, sondern alle andern Kantone weisen die entsprechenden günstigen Einnahmequellen aus den verschiedenen Autosteuern auf. Es ist deshalb mehr als unangebracht und den Tatsachen direkt widersprechend, wenn in den letzten Tagen in einer Meldung über Autounfälle, lanciert durch Herrn Miller, dem bekannten Eisenbahn-Journalisten, neuerdings die Forderung aufgestellt wird, «Schutz des Steuerzahlers davor, dass seine schwer erarbeiteten Steuerbatzen dazu verwendet werden, Millionenprojekte zum Strassenbau zu gunsten der Automobile zu verwirklichen, deren Realisierung lediglich dazu dient, die schweizerische Volkswirtschaft, vorweg die Bahnen und indirekt ihre Bediensteten, neuerdings um Millionen zu schädigen». Solch unhaltbare Behauptungen wirken auf die Länge direkt lächerlich und sind, da .ausgesprochen tendenziös, nicht mehr ernst zu nehmen. Verlegung der Birsigtalbahn. In einer Zeit, da die Strasse als Verkehrsstrang zu gunsten der Eisenbahn zurücktreten musste, da nur dann und wann ein Pferdefuhrwerk die Stille der Landschaft belebte, konnte man nicht viel dagegen haben, wenn aufkommende Ueberlandsbahnen sich dieser Strasse als bequemes Trace bedienten. Mit dem beständig zunehmenden Automobilverkehr hat sich aber die Lage total verändert. Die Strasse ist bald wieder einmal zur Hauptverkehrsader geworden. Heute bilden deshalb die vielen kleinen Ueberlandbahnen, die auf dem Strassentrace ihre Wagen vorwärtsrollen, ein unangenehmes Verkehrshindernis. Da sie starr an die Schiene gebunden sind, ihnen damit ei-ne unbedingt notwendige Bewegungsfreiheit abgeht, erhöhen sie das Gefahrenmoment ganz wesentlich. Sie gefährden jedoch nicht nur andere Strassenbenützer, sondern sich selbst und können ihren Passagieren eigentlich eine genügende Sicherheit nicht mehr gewähren. Es ist deshalb sehr erfreulich, dass im basellandschaftlichen Landrat von einem Binninger Vertreter eine Motion eingereicht wurde, welche auf Binninger Boden die Verlegung des Birsig-Bahn-Traces von der Strasse auf einen eigenen Bahnkörper verlangt. Damit ist eines der heute brennendsten Verkehrsprobleme zur Diskussion gestellt, denn die Zeit dürfte nicht mehr so weit entfernt sein, da nicht nur in Baselland, sondern auch in andern Kantonen, ganz besonders aber in grössern Ortschaften, die Strasse von jeglicher Bahn befreit werden muss. Durch die Benützung des Strassenstückes Bottmingermühle - Margarethenstich werden die zahlreichen Fussgänger, Rad- und Motorfahrzeugfahrer ohne weiteres einer beständigen Gefährdung ausgesetzt. Natürlich ist diese Gefahr am grössten in den Stosszeiten des Verkehrs, besonders dann, wenn die Birsigtalbahn die längsten Züge führt. Es steht deshalb jedenfalls ausser Frage, dass die Bahn zu weichen haben wird. Die eingereichte Motion dürfte im Landrate zu einer prinzipiellen Debatte und zu einer alle Teile befriedigenden Lösung führen ~l- Müller hielt anhand eines Verkehrsfilms ein aufschlussreiches Referat über die Art und Weise, wie die Kinder in der Schule über den Strassenverkehr, dessen Gefahren und Regeln zur Verhütung von Unfällen unterrichtet werden können. Ein neuer Verkehrsfilm ist im Werden begriffen und soll besonders der Vorführung in den Schulen dienen. -t. Die kantonalen Polizeidirektoren tagen. Auf der letzthin stattgefundenen Konferenz der kantonalen Justiz- und Polizeidirektoren in Frauenfeld, unter dem Vorsitze von Staatsrat Beguin aus Neuenburg, wurden n. a. auch eingehend verschiedene Automobilverkehrsfragen behandelt. Ganz speziell wurde die Vereinheitlichung der Behandlungen der inund ausländischen Wagen diskutiert, um womöglich schon vor Inkrafttreten einer eidgenössischen Lösung das interkantonale Automobilkonkordat zu vereinheitlichen. Natürlich stand auch die Arbeitszeit der Berufschauffeure in Diskussion. Es wurde auf Antrag von Ständerat Dr. Schöpfer beschlossen, den Bundesrat zu ersuchen, diese Frage so rasch als möglich einer einheitlichen Lösung entgegenzuführen. Fast erhält man den Eindruck, als fahre die Polizeidirektoren-Konferenz in Kielwasser des Eisenbahnersekretärs und hänge das Wohl und Wehe der Eisenbahnen, als auch die Sicherheit auf den Strassen, nur noch von der schematischen Regelung der Arbeitszeit ab. -t. Vom unnötigen Lärm und unnötigen Hupen. Konzentriertes Arbeitstempo und ein nervöseres Leben im allgemeinen haben die Bewegung zustande gebracht, die sich gegen den übermässigen Strassenlärm richtet. War das Signalgeben und Hupen beim Aufkommen des Automobils unbedingt notwendig, so dürfte doch eine wachsende Strassendisziplin und die beständig zunehmende Gewöhnung des grossen Publikums an das neue Verkehrsmittel es möglich machen, dass ÄUTOMOBTL-&FVUE 028 N" 8* Die A. I. A. C. R. hielt dieser Tage in Paris ihre übliche Jahresversammlung ab. Die internationale Tourismuskommission ist am letzten Mittwoch zusammengetreten. Der Tag wurde durch Exkursionen zur Prüfung der neuen von Schweden und Belgien eingeführten Wegweiser und durch eine Sitzung in der Bibliothek des A. C. F. belegt. Auch am Donnerstagmorgen fand eine Arbeitssitzung statt. Am Nachmittag dieses Tages besuchte die ganze internationale Kommission den Pariser Salon. Am Freitag trat die Internationale Verkehrs- und Zollkommission zusammen. Am Samstag, dem eigentlichen Haupttage, fand die Generalversammlung der A. I. A. C. R. statt, welche bei einem Bankett im Heime des A. C. F. ihren festlichen Abschluss fand. Ueiber den Verlauf der Tagung orfahren wir: Bei der Wsihl des BureaUiS detr Tourismus-Kommission wurde Herr A. Dufour. Präsident des A. G. S., als Vorsitzender wiedergewählt und die üibrigen Mitglieder in ihrem Amte bestätigt. Für Dr. Szekor vom A.-G. von Ungarn, der zurückgetreten war, wurde der rumänische Sportmann Prinz Ghöika gewählt. Herr Empeyta, der Ledtxsr der seit ednern Jahre errichteten internationalen Tourenorganisation der AutomobiLklubs. gab einen interessanten Bericht über seine Tätigkeit. Der Dienst dieser Organisation ist, wie wir früher berichteten, seit etwa einem halben Jahre aufgenommen worden. Das Genfer Bureau hat innerhalb dieser Frist bereits wertvolle Acbeit geJ eistet. Dio Genfer internatioaalo Organisation ist um so wellvoller, als sie sich auf eine gleichartige nationale Organisation etütet. Joder Automobi&chiib unterhält bekanntlich einen besonderen Dienst für • AutotoTirJsten, der nicht nur seinen eigenen, sondern auch den Mitgliedern der anderen anerkannten Clubs unentgeltlich zur Verfügung steht und diesen ein bequemes Reisen auch im Ausland ermöglicht. Dio internationale Tourismus-Kommission beschloss im Sinne einer internationalen Solidarität der Clubs, dass jeder AutomobMclub. der einem ausländischen Hotel sein Gluh-schild verleihen will, vorerst den Autooluib des betreffenden Landes befragen muss oder sein Gluhschild verweigern oder zurückziehen soll, wenn der nationale A.-C. dies Stiassenbahn und VerHelxr, (Siehe Leitartikel 1. Seite) Der Büssing-Omnibus, das neue Strassenverkehrsmittol in Wiesbaden. nach und nach überflüssiges Lärmen aus der Welt geschafft werden könnte. Dazu aber bedarf es auch der Mithilfe der Polizeiorgane. Währenddem in dieser Beziehung grosse Städte mit enormem Verkehr dem unnötigen Strassenlärm entschieden auf den Leib ruft-; ken, gefällt sich unsere Berner Polizei jedoch darin, jedenfalls den Buchstaben vor die Vernunft setzend, Automobilisten, die glauben,, ohne Signalgeben an ungefährdeten Landstellen ebenfalls durchkommen zu können, mit Anzeigen und dementsprechend nach sich ziehenden Bussen zu belästigen. So wurde letzthin wiederum ein Automobilist gebüsst, weil er beim Durchfahren der zwei Kurven im Dorfe Kirchberg bei Burgdorf das Hupen unterlassen hat. Der Automobilist überlegte sich ganz richtig, dass die beiden Kurven derart weit und übersichtlich angelegt seien, dass ein Hupen an dieser Stelle bei langsamem Fahren und Richtignehmen der Kurven absolut unnötig wäre. Da zudem an keiner Stelle eine spezielle Vor« schrift angebracht ist, unterliess der Auto-* mobilist, der seine 180 000 Kilometer abgefahren hat, ohne je wegen Nichthupens bestraft worden zu sein, das Signalgeben. Der gute Fahrer ist jedenfalls mit den Sitten der Berner Polizei zu wenig bekannt und weiss nicht, dass eben auch im Kanton Bern nur zu oft der tote Buchstabe über Vernunft und Verstand gewertet wird. -ei- Tagung der A. L A. C. R. in Paris. tut. Hierdurch TviTd der Wert der Clubschilder als Empfehlung an die Mitglieder bedeutend gesteigert, Die neue Grand Prix-Rennformel. Am gleichem Tage, an dorn die Tourenkoanmis-* skm ih.ro Arbeit beendete, hielt die Internationale Spartikommissdon ihre mit Spannung erwartete Sitzung ab, in dor der Sportkalcnder pro 1929 und die neue Rennformel festgesetzt werden sollte. Die neue Formel wurde eingehend diskutiert. Es wurdo besonders auf die technischen Mängel der vorgeschlagenen Formel aufmerksam gemacht, durch welche die veralteten 4-Zylinder-Motoren begün* eügl würden. Sowohl der engEsche und der amerikanische, als auch der deutsche Delegierte äusserten schwere Bedenken; trotztem wurde die Formel angenommen, wobei der Mehrheitsbeschluss allerdings den geäußerten Bedenken insofern Rechnung trug, als die Menge von Brennstoff und Oel, die pro 100 Kilometer verbraucht werden darf, von 12 auf 14 Kilogramm erhöht wurde, während man die Gültigkeitsdauer der Formel von 3 auf 2 Jahr© herabsetzte. Auch das Mindestgewicht der Wagen, wurde von 1000 Kilo auf 900 Kilogramm herabgesetzt, um auch leichteren Maschinen die Beteiligung zu ormögldchen. Die Distanz für die Grand- 1 Prix-Hennen wurde auf 600 Kilometer angesetzt. Der grosse Preis von Europa 1929 findet am 8. September, und zwar wiederum in Monza statt. Für 1930 ist Belgien vorgemerkt. Nach der neuen Formel werden also alle Arten von Motoren zu den internationalen grossen Preisen zugelassen, wobei sich der Veranstalter nur eine Ueberpriifung sämtlicher Organo vorbehält, dio Brennstoffe oder Oel enthalten können. Der Brennstoff ist von dor gegenwärtig gebräuchlichen Art, die bei 15 Grad eine Dichte von 720 aufweist. Die Karosserie mus>s zweisitzig sein und in Sitzhohe eine Mindestbreito von einem Meter haben. In dieser Breite soll sie wenigstens 25 Zentimeter lang verharren. Der Brennstoffbeh älter, dessen Typ vorgeschrieben -wird, muss zugänglich und sichtbar hinter den Sitzen montiert worden. Er muss klar von der Karosserie getrennt sein und darf durch keinerlei Blechvorsprung verlängert "werden. In die Rekoirdliste wurden zwei neue Distanzen aufgenommen: 200 km und 200 Meilen mit stehendem Start. Das internationale Sportreglcment wurde einer Durchsicht unterzogen, bei der es sich abei nicht wesentlich verändert hat. Ais Vorsitzender der Verkehrs- und Zoffkommfssfon wurde deT Belgier Hansez wieden-ige i wä)hlt und auch! dio übrigen Mitglieder des Ausschusses bestätigt« Zwei neugeschaffene Sitze im Ausschu&s wurden dem Schweden Egnell und dem Humanen Prina Ghi'ka zuerteilt. Dio Kommission befasste sich vor allem mit iMassnahmen zur Erleichterung des internationalen, Tourenverkehrs, also mit der Verbesserung des Triptyques-Vefkohrs, und der Vereinheitlichung der Ve rkehrsbedin gungen. Was .zunächst die Tripty

0 87 — W>H AUTOMOBIL-REVUE Der Sportkalender 1929. Februar. 8. — Schweden : Internationales Winterrcnneu. März. 17. — Frankreich : Bergrennen de La Turbie. öi. — Frankreich : Circuit de la Garoupe. April. )1. — Großbritannien: Rennen in Brooklands. (7. — Italien: Circuito Alessandria « Pietro Borclino ». 43.-14. — Italien: Mille Miglia-Rennen. 14 — Monaco: Grand Prix Automobile. 21. — Italien : Circuito tli Cremona. 61. — Frankreich : Grand Prix A. C. Maroc. S7.-28. — Italien : Rund um Sizilien. 28. — Tschechoslovakei: Bergrennen von Zbraslav in Jiloviste. Ma. 6. — Italien : Targa Florio. 8.-12. — Deutschland : IX. Wiesbadener Automobil Turnier. 42. — Italien: Coppa Messina. 49. — Italien : Grand Prix von Monza. 19.-20. — Frankreich : Trophee Edw. Whitechurch. 20. — Grossbritannien : Rennen in Brooklands. 26. — Italien : Königspreis von Rom. Juni. 8. — Belgien : Grand Prix des Frontieres. 8. — Deutschland: Kesselbergrennen 8. — Frankreich: Schnelligkeitsrennen (A. C. Rhone). 0. — Tschechoslowakei: Circuit von Praded. 0. — Italien : Circuito von Mugello, 0. — Frankreich : Toul-Nancy. 15.-16. — Frankreich: Grand Prix d'Endurance de 24 heures. 16. — Spanien : Bergrennen von Rabassada. 16.-22. — Polen: Internationaler Concours für Tourenwagen. 19.-24. — Deutschland: Baden-Badenor Automobil Turnier. 22.-25. — Lettland: Dauerprüfung mit Deutschland, Lettland und Estland. SO. — Frankreich : Grand Prix des A.C.F. Juli. ß.-7. — Belgien: Grand Prix von Belgien m Spa. 7. — Frankreich : Grand Prix do la Marne. 7. — Ocsterreich: Arlbergrennen. 42.-13. — Irland: International Motor-Carr Raco. 14. — Deutschland : Grasser Preis für Sportwagen. 20.-21. — Frankreich : Coupe Boillot. 21. — Italien : Circuito von Montenegro. 25. — Spanien : VII. Grand Prix von San Sebastian. 61. — Spanien: Grand Prix von Spanien. August. S.-3. — Italien: Coppa: Abruzzo. 4. — Italien: Coppa Acerbo. ö. — Grossbritannien : Rennen in Brooklands. 11. — Frankreich : Bergrennon am Mont Ventoux. 11. — Polen : Bergrennen von Tatra. 18. — Schweiz: Klausenrennen. (Noch zu bestimmendes Datum. — Österreich : Alpenfahrt. 47. — Grossbritannien: Tourist Trophy von Groesbritannien. 48. — Frankreich: Grand Prix de Comminges. ggj, — Deutschland: Internationale Rönnen um den A.D.A.C.-Bergrekord. 25. — Polen: 20 km-Rennen. 25 — Frankreich: Chamonix-Mcmt Blanc-Rennen. September. 1, — Yougoslowakei: III. Zasreb-Rennen. 7.-8. — Frankreich: Trophee National 8. — Oesterreich: Gaisberg-Rennen. 8. — Italien : Grosser Preis von Europa. 15. — Oesterreich : Semmering-Rennen. 21, — Grossbritannien: Rennen in Brooklands. Der Klausen am 18. August! Entgegen dem Vorschlag der schweizerischen Delegierten an der dieser Tage in Paris tagenden internationalen Sportkommission, die für die Durchführung des Klausenrennens das Datum vom 11. August wünschten, wurde unser internationaler Bergpreis auf den 18. August 1929 festgelegt. Die amtliche Untersuchung der Katastrophe von Monza hat, wie wir richtig kombiniert haben, ergeben, dass der Wagen des unglücklichen Materassi den Bugatti Forestis beim Vorfahren nicht gestreift hat. Die Ursache des Unfalles wird nach peinlichster Prüfung des Wagens auf eine Blockade der Lenkung zurückgeführt. Diese Annahme erscheint umso wahrscheinlicher, als festgestellt worden ist, dass Materassi vor dem Unfälle bei den Boxen angehalten hat, da er mit der Lenkung nicht zufrieden war. Sicher ist aber auch, dass die Bremsen bei dem ganzen Drama eine tragische Rolle gespielt haben. Der amtliche Bericht hebt hervor, dass weder Materassi noch Foresti für das Unglück in irgendwelcher Weise belastet werden können. Der Bericht schliesst mit der Feststellung, dass die furchtbare Katastrophe die dringende Notwendigkeit erwiesen habe, ausserordentliche Massnahmen zum Schütze des Publikums zu ergreifen, um eine Wiederholung eines derartigen Unglückes ein für alle Male zu verhindern. Der Vorwurf der Nachlässigkeit kann gegen die Organisatoren nicht erhoben werden. Die Streckenabsperrung durch Polizei und Faszisten war mit musterhafter Strenge durchgeführt und den Absperrungen an andern Rennen mindestens ebenbürtig. V. Aufostrasse Bern—Thun. Die Subsektion Thun der Sektion Born des T. C. S. veranstaltet am 17. Oktober, abends 8 Öhr, im Hotel « Freienhof s in Thun (grosser Saal) einen Vortragsabend, der dem aktuellen Projekt einer Autostrasso Bern—Thun ge- •widmet ist Für das Referat konnte Herr M. Niffeler gewonnen werden. — Zahlreiches Erscheinen der Mitglieder der Subsektion Thun erwartet der Vorstand. Dem Genfer Salon 1929 entgegen. Soeben ist das Reglement für den vom 15. bis 24. März 1929 stattfindenden sechsten Automobilsalon herausgekommen. Wie zu erwarten war, deckt sich das erschienene Reglement in seinen grossen Zügen mit denjenigen der Vorjahre. Das Organisationskomitee, das bisher 15 Mitglieder zählte, ist durch Vertreter der Automobil-Industrie und des Automobilhandels aus den verschiedensten Teilen der Schweiz vergrössert worden und setzt sich heute wie folgt zusammen: Herr Robert Marchand, Präsident; Herr Alb. Goy, Vizepräsident; die Herren: R. Baezner, Oh. Hoffer, F. Martin, E. Maurer, L. Picker, P. Trachsel, Mitglieder des Bureaus, sämtliche in Genf; weiter die Herren: M. Addor, Lausanne; M. Ador, Genf; H. Bachmann, Biel; J. Badertscher, Zürich; A. Carfagni, Genf; M. von Ernst, Bern; A. Fleury, Genf; G. Gangloff, Genf; H. Jenny, Zürich; H. Mercier, Genf; J. Neher, Genf; F. Ramseier, Bern; H. Saurer, Arbon; J. Schnyder, Solothurn; W. Steiger, St.Blaise, und P. Wieland, Genf. Dem Ehrenkomitee steht als oberster Protektor des Salons Bundesrat Schulthess, Chef des eidgenössischen Volkswirtschaftsdepartementes, vor; es folgen, wie üblich, der Präsident des Regierungsrates des Kantons Genf, der Chef des Handels- und Industriedepartements des Kantons Genf; weiter die Herren J. Megevet, Präsident der schweizerischen Syndikalkammer der Automobil- und Fahrradindustrie; C. Schlotterbeck, Präsident der Schweiz. Syndikalkammer der Automobilhändler und Garagisten; A. Dufour, Präsident des A. C. S.; Dr. Henneberg, Präsident des T. C. S.; Gh. Waetjen, Präsident der U.M.S. Obwohl der Salon seine Pforten schon Freitag den 14. März öffnet, also einen Tag früher als üblich, ist die Anmeldefrist für die Aussteller vom 15. auf den 30. November verlängert worden. Anmeldungen haben vor Ablauf der Frist im Besitze des Sekretariates zu sein (bisher mussten sie vor Fristablauf abgesandt werden), eine kleine Aenderung, der Bedeutung FASEL-ZÜRICH-BERN Charles zukommen kann. Das Sekretariat befindet sich nunmehr an der Place du Lac, 1. Die Preise pro Quadratmeter sind die gleichen geblieben, ausgenommen für das Parterre, das Fr. 5.— aufgeschlagen hat. Der Quadratmeter kostet dort nunmehr Fr. 45.—. Da erfahrungsgemäss auch im nächsten Jahr mit einer stärken Zunahme der Aussteller gerechnet werden muss, ist der Bau von neuen Nebenhallen geplant. Hoffen wir, dass uns der nächste Salon der Erstellung des so notwendigen zweiten Ausstellungsgebäudes näherbringe. — Ueberflüssig hervorzuheben, dass die Organisation wiederum vorzügliche Arbeit leistet. Die Erwartungen für den kommenden Salon dürfen hochgeschraubt werden, wird er uns doch rieben seinen eigenen Charakteristiken die sensationellen Neuerungen des Pariser Salons und der Olympia-Schau vermitteln. Alpenpässe. Durch die Schneefälle der letzten Tage sind einige Alpenstrassen frühzeitig für den Verkehr gesperrt worden. Es besteht die Möglichkeit, dass sie eventuell später nochmals frei werden. Für das Befahren der höher gelegenen Alpenstrassen ist das Mitführen von Schneeketten unerlässlich, da von einem Tag auf den andern die Verhältnisse vollständig ändern können. Am 15. Oktober vormittags waren die Verhältnisse laut dem Touristikbulletin des A. C S Zürich auf den schweizerischen Alpenstrassen die nachstehenden: Umbrail und üfenpass ohne Schnee. Flüela 40 cm Neuschnee, nicht fahrbar. Bernina und Maloja kein Schnee. Julier und Albula etwas Schnee und vereist; Schneeketten mitnehmen. Lenzerheide schneefrei. Strasse Chur—Arosa teilweise vereist; Schneeketten benützen. Splügen und San Bernardino ohne Schnee. Lukmanier-Strasse mit Ketten fahrbar. Oberalp nur mit Schneeketten fahrbar. Klosters—Davos ohne Schnee. Klausen ab Urigen nicht mehr fahrbar. Furka nicht mehr fahrbar, 30 cm Schneo. Grimsel nicht mehr fahrbar, 40 cm Schnee. Brünig und Strasse nach Engelberg ohne Schneeketten passierbar. St Gotthard fahrbar mit Schneeketten. Weissenstein und Hauenstein ohne Schnee. Strassen nach Kandersteg, Adelboden, Grindelwald und Lauterbrunnen ohne Schnee. Simplon vollständig schneefrei. Grosser St. Bernhard eingeschneit, nicht mehr fahrbar. Forclaz und Col des Montets mit Schneeketten fahrbar. Jaunpaas und Saanenmöser ohne Schnee. Strassen im Neuonburger Jura vollständig schneefrei. Strasse zum Lac do Champex ohne Schneeketten fahrbar. Col du Pillon und Gol des Mosses ohne Schneeketten fahrbar. Autobusverkehr Liestal-Augst-Schweizerhalle-Basel. Die Oberpostdirektion hat der Autobusgesellschaft Liestal-Reigoldswil A.-G. die Konzession für den Personentransport auf der Strecke Liestal-Augst-Schweizerhalle-Basel erteilt. Der durchgehende Fern- ^fransportbetrieb von Basel bis Reigoldswil soll am 18. Oktober eröffnet werden. -t. ä loccasion du Salon de l f Automobile nous dit, entre autre, de la Le moteur Horch, avec ses huit cylindres en ligne, remarquab!ement silencieux, est trait6 en moteur ä bon rendement econom»que,. possödant une grande souplesse de marche, aueun regime critique; ralenti excellent, reprises franchesetvigoureuses ä toutes les allures. Voici deux chiffres qui sont particulierement eloquents ä cet 6gard. La8-cylindres Horch, avec carrosserie, 7 places, 3 sieges oecupäs, passe de 10 ä 40 km.-heure en 9 secondes \ et de 20 ä 70 km.-heure en 15 secondes 3 / 5 - D'ailleurs, n'oublions pas qu'ii s'agit d'un 3 litres 500 et ces accelörations feraient honneur ä des voitures pourvues de moteurs plus gros. Ingenieur Punoelli und die Autostrassen. Eine Berichtigung. In der schweizerischen Presse war unlängst eine Mitteilung über den internationalen Autokongress in Rom zu lesen, aus welcher sich leicht eine irrige Ansicht der Oeffentlichkeit über die Stellungnahme des Begründers der oberitalienischen Autostrassen zu den besondern Automobilstrassen allgemein ergeben konnte. Die Autorität Ingenieur Puricellis in dieser Sache ist unbestritten, auf sein erfahrenes Urteil kann man bauen; dem unterzeichneten Komitee ist denn daran gelegen, die Stellungnahme des ersten europäischen Fachmannes zu den besonderen Autostrassen öffentlich klarzustellen, umso mehr wir heute von einer ersten schweizerischen Autostrasse sprechen. Im folgenden geben wir seine schriftliche Erklärung uns gegenüber und mit seiner Ermächtigung wieder : « Es liegt in der Kompetenz des Staates, den Ausbau des bestehenden Strassennetzes in Angriff zu nehmen, um dasselbe in bestmöglichster Weise dem heutigen Verkehr anzupassen. Doch nicht überall wird es möglich sein, mit der Besserung und modernen Einstellung der bestehenden Strassen den Bedürfnissen eines Automobilverkehrs zu genügen; es wird sich im Gegenteil leicht mathematisch die Konvenienz oder sogar die Dringlichkeit nachweisen lassen, dem Automobilverkehr eine eigene Strasse zu geben. Nun ist es meine feste Absicht, dass heute der Staat sich in finanzieller Hinsicht ausschliesslich des Ausbaues des gewöhnlichen Strassennetzes anzunehmen und es dem Privatkapital zu überlassen hat, den Bau der reinen Autostrassen zu finanzieren und auszuführen, während der Staat für den Autostrassenbau all die Erleichterungen zu schaffen hat, die in seiner Kompetenz liegen (Enteignungsrecht). Erst wenn der Staat sein Strassennetz in Ordnung gebracht haben wird, kann und wird er ihm weitere Verbesserungen geben durch den Bau von Autostrassen mit öffentlichen Mitteln.» Daraus geht hervor, dass von einer Abkehr der für die besondere Autostrasse massgebendsten Persönlichkeit von deren Werk nicht die Rede sein kann. Der Kern der Sache ist der, dass die Forderung auf allgemeinen Ausbau des bestehenden Strassennetzes durch den Staat und die Gemeinden und die Förderung auf Errichtimg von besondern Autostrassen durch Private für einzelne Strecken in keinem Widerspruch zueinander stehen, sondern sich vielmehr direkt ergänzen. Auch für die erste schweizerische Automobilstrasse Bern- Thun haben wir uns von allem Anfang an diesen Grundsatz zum Vorteil für unsere Sache wie zum Wohl der Gesamtheit zu eigen gemacht. Initiativkomitee für eine Automobilstrasse Bern-Thun. Wo ausgestellt werden darf! Die «Syndikalkammer der Schweizerischen Automobil-, Fahrrad- und Zubehörindustrien» teilt mit, dass an die nachfolgend genannten Ausstellungen beschickt werden dürfen : Holland, Automobilsalon von Amsterdam, Die Teilnahme der Automobilkonstrükteure an diesem Salon, der vom II. bis 20. Januar 1929 dauert, ist durch die «Nederlandsche Vereenigung de Rijwiel en Automobiel Industrie» autorisiert worden. Italien, Automobilsalon von Rom. Die Teilnahme am internationalen Automobilsalon von Rom, der vom 30. Januar bis 16. Februar 1929 dauern wird, ist von der «Unione Italiane Fabbriche Automobili» autorisiert worden. < Die Sektion Genf des A. C. S. hat Herrn Henri Breitenstein, Sohn von Herrn Professor Breitenstein von der Universität Genf, zu ihrem Sekretär gewählt. Um die vakante Stelle hatten sich insgesamt 50 Kandiaten, beworben. Amerikanische Automobil - Montage in Deutschland. Nach einer soeben veröffentlichten Zusammenstellung gibt es zur Zeit in Amerika acht Automobilunternehmungen, die eigene Montagewerke in Deutschland eingerichtet haben. Die Ford Motor Co. hat eine solche in Plötzensee, die General Motors Co. in Borsigwalde, Chrysler in Tempelhof, Willys Overland gemeinsam mit der englischen Autofirma Crossley in Adlershof, Hudson Essex in Spandau und Studebaker in Hamburg. Vor kurzem hat der amerikanische Automobilfabrikant Durant die Errichtung einer Montagewerkstätte in Spandau in Angriff genommen und nunmehr kommt als achte Firma die Graham-Paige Motors Co. hinzu, die in Johannistal bei Berlin leerstehende Fabrikbauten für Montagezwecke gekauft hat. Nach amtlichen amerikanischen Berechnungen haben die bisher in Deutschland fabrizierenden amerikanischen Werkstätten 1926 4103 Automobile im genannten Land abgesetzt; 1927 waren es bereits 14 5&4 Stück und im ersten Halbjahr 1928 ist der Absatz weiter auf 11543 Wagen gestiegen. b.