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E_1928_Zeitung_Nr.090

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AUTOMOBIL-REVUE 192S -

AUTOMOBIL-REVUE 192S - C

N°90 II. Blatt BERN, 26. Oktober 1928 Die Londoner Olympia -Schau Wie für den Pariser Salon die charakterisierende Bezeichnung «Salon des geschlossenen Wagens» geprägt worden ist, dürfte für die englische Olympia-Schau die Zusammenfassung «Ausstellung der Gegensätze » am Platze sein. Diese Charakterisierung gilt vor allem für die englische Produktion, die uns ja hier am meisten interessiert. Zwischen 2500 und 75.000 Franken liegen auf der diesjährigen Olympia-Schau die Preise für einen •Frontansicht des neuen Morris. vierzylindrigen Wagen. Extreme, wie Austin Seven und Daimler 12 Zylinder, sind an der Tagesordnung. England ist zugleich das Land der billigsten und kleinsten, wie der teuersten Wagen. Und beide Typen führen ein recht lebenskräftiges Dasein. Gegensätze. Diese Tatsache liegt in der Psyche des englischen Volkes begründet. Die Wanderbst des Engländers bringt mit sich, dass, wer immer es nur kann, sich einen Wagen anschafft, so klein und unscheinbar er auch sein mag. Weder besondere Rasse, noch hervorragende Eleganz, noch andere vorwiegend sportlich gerichtete Eigenschaften werden Teclmik hier verlangt. Der Wagen muss nur zuverlässig laufen, angemessenen Komfort bieten und billig zu unterhalten sein. Erfüllt eine Fabrik dieses Programm, so ist ihr Erfolg in England sichergestellt. Erleichtert wird ihr dabei allerdings die Aufgabe dadurch, dass England ein ganz vorzüglich unterhaltenes und angelegtes Strassennetz aufweist, das an und für sich keine zu grossen Anforderungen an das Chassis stellt. Dies mag auch einer der Gründe dafür sein, dass fast keine der ausgesprochenen Baby-cars sich auf dem Kontinent eingebürgert haben. Die ganz Kleinen, die sich heute in England wachsender Beliebtheit erfreuen, wären auf den Nachkriegsstrassen Frankreichs und Deutschlands mehrere Jahre unmöglich gewesen. Heute nun hat England im Bau des Babycars einen weiten Vorsprung. Noch ein Grund für den grossen Absatz gerade dieser Wagentype verdient Erwähnung : In England ist das Motorrad mehr verbreitet als in irgendeinem andern Land der Welt. Ein grosser Prozentsatz von Motorradfahrern geht aber Aufhängung des Rhode-Motors auf Blattfedern und Gummibüchsen. erfahrungsgemäss mit der Zeit zum Auto über, und wiederum ist es dann der Kleinwagen, der bevorzugt wird. Was die ausgesprochenen Luxuswagen anbetrifft, besteht hier in der englischen Aristokratie, der reichsten der Welt, ein grosses und wertvolles Absatzgebiet. Dabei kommt der Industrie wiederum eine gute Eigenschaft des Briten, sein Nationalgefühl, zugute, das bewirkt, dass in erster Linie ein einheimisches Produkt unterstützt wird, wenn das fremde auch ebenbürtig wäre. In andern Län- AIvis-Hinterachsaufhängtmg durch Viertelsfeder und Gelenkstange. dem gilt oft gerade das Gegenteil : Der Wagen ist um so nobler, ]e « ausländischer » er ist. England konsumiert gegenwärtig seine Automobilproduktion bis auf 15 % selbst, und auch von diesem Rest wandert fast alles in die Kolonien. Wir haben bis jetzt die beiden Extreme der englischen Produktion nur als Charakteristikum erwähnt. Das soll aber nicht die Meinung erwecken, der mittlere Wagen führe in England ein kümmerliches Dasein. Er stellt auch hier zahlenmässig noch das Hauptkontingent dar. Teilt man die Ausstellungsobjekte der Olympia in vier Klassen ein, und zwar I. : Wagen bis 10 (engl.) PS: II. : Vier- 150OO.AJ Die Befestigung der Vorderfeder und des Kabels zur Vorderradbremse am Chassis des Bugatti- •" Wagens. * N° 90 II. Blatt BERN, 26. Oktober 192S zylindrige Mittelgewichtswagen; III. : Mehr« zylindrige Mittelgewichtswagen; und IV. $ Grosse Wagen mit mehr als 21 (engl.) PS, so ergibt sich folgende Statistik : \ Die Klasse I zählt 18 Wagen, die Klasse II 31 Wagen, die Klasse III 61 Wagen und die Klasse IV 42 Wagen. ;j Der mehr als vierzylindrige Mittelgewichts-* wagen stellt also auch hier die Hauptmacht dar. Diese Tatsache ist für England, das in den letzten Jahren im Bau von Sechs- und, Achtzylindern merklich zurückgeblieben war,] neu. Wenn daran die mitgezählten ausländi-* Der in die Uebertragung einbaubare Freilauf teilweise zerlegt. Die Mitnahme erfolgt durch Keile. Der Freilauf ist an der Olympia- Scbau an verschiedenen Fahrzeugen eingebaut. sehen Aussteller auch mit mehr als def Hälfte beteiligt sind, kommt trotzdem noch eine unerwartet hohe Ziffer auf das Konto der Briten. Diese Klasse zählt nicht weniger als 25 Achtzylinder, darunter 12 vollständig neue Modelle und gegenüber dem letzten Jahr 20 neue Sechszylinder. Der Prozentsatz aller gegenwärtig auf dem englischen Markt befindlichen Sechszylinderwagen beträgt 49,b%. Der Vierzylinder macht 34,6 % des Marktes aus, der Achtzylinder 14,6 % und der Zweizylinder, wie auch der Zwölfzylinder, 0,6 %, Der Sechszylindermotor ist also auch in England ganz kräftig überlegen, und der Vierzylinder wird sich in absehbarer Z-eit vom Achtzylinder überflügeln lassen müssen. LES BONNES HUILES POUß AUTOMOBILES doivent ßtre limpides et transparentes« Ce sont les prineipaux indices de purete absolue. ANTAR. HUILES FRANQAISES, dorees, limpides." Par suite de l'emploi des procedes les plus modernes de fabrication, leur degre de purete et leur pouvoir lubrifiant ont ete portes au maxi murrt« Recherchez de preference ä toutes autres les Huiles pour automobiles ANTAR. Vous les reconnattrez ä leur bidon rouge, muni de Pecusson tricolore. » Demandez notre album-gulde de gralssage B. 3 que nous vous enverrons gratuitement et franco. 5GCAL SA. YVERDON CONCESSIONNAIRES EXCLUS1FS POUR LA SUISSE HUILES FRANCAISES DOREES LIMPIDES POUR AUTOMOBILES