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E_1928_Zeitung_Nr.091

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i* « Ja, ja,»

i* « Ja, ja,» unterbrach ich ihn, «das habe ich schon gehört, aber...» «Du rausst in Biggleswick umsteigen,» beharrte er unbekümmert fort, «und da liegt eben die Schwierigkeit. Es gibt nämlich drei Lokalbahnen, und die eine, die links abgeht ...» «Ja, ja,» sagte ich, «ich versteh© schon; nur hab ich das gar nicht...» «... die eine, die links abgeht,» wiederholte er, «ist die Micklethorpe-Ringbahn. Die mittelste...» «Ich möchte Dir nicht zu nahe treten,» sagte Dixon, der gerade ins Zimmer gekommen war, «aber mir scheint, Du hast eben danebengehauen. Ueberlege mal, ob die Micklethorpe-Ringbahn nicht nach rechts abgeht. Ich habe nämlich alle Ursache, mich daran zu erinnern.» «Mein lieber Junge,» keuchte Bentley, «ich glaube, ich weiss noch was ich rede. Ich bin doch die Strecke xmal gefahren.» «Hört doch mal zu, Menschenkinder,» rief ich mit Anstrengung dazwischen, «Ihr braucht Euch wirklich nicht die Köpfe meinetwegen zu zerbrechen; ich habe ja bereits ...» «Der Zug, der hier in Betracht kommt,» schrie Bentley dazwischen und griff nach dem Kursbuch, «ist derjenige, der von King's Cross um Mitternacht abfährt. Pass mal auf...» Und er fing an, im Kursbuch herumzublättern. «Das heisst, wenn Du bei Nacht fahren willst», bemerkte Dixon trocken. «Ich für meine Person...» Bentley behauptete nun, dass jeder, der nur ein Fünkchen Verstand hätte, auf einer so langen Fahrt natürlich immer des Nachts fahren würde. Es wäre ja die reinste Zeitvergeudung, über Tag zu fahren. Das habe ihm schon vor Jahren sein Onkel aus Aberdeen bestätigt. Dixon erwiderte hitzig, dass ihm das ganz gleich wäre, und wenn Bentley zwanzig Onkel hätte, die es behaupteten. Diese Gelegenheit war zu günstig; ich durfte sie mir nicht entgehen lassen. Ich erhob mich heimlich vom Stuhl und schlich mich aus dem Zimmer. Es war schon spät und ich wollte Maxwell anrufen. Was ich nämlich die ganze Zeit über vergeblich versucht hatte hervorzubringen, war, dass Maxwell sich freundlicherweise erboten hatte, mich in seinem Auto nach Thugsby zu fahren! AUTOMOBIL-REVUE 1928 '>/ ,,/M .# N°91 Merkwürdiges aus dem Aufomobilverkehr. (Von Dr. Herbert Schmidt-Lamberg.) Auch im Automobilwesen wohnen oft Scherz und Ernst dicht beisammen. Vielfach untersteht der Autoverkehr den Einwirkungen von Sitten und Gebräuchen. Wa s würde man zum Beispiel bei uns dazu sagen, wenn im Autoverkehr eine Trennung der Geschlechter durchgeführt würde, wie dies für den Omnibusverkehr in Santiago geschieht? Dort dürfen die Damen nur in den für sie bestimmten Anhängewagen der Stadtlinien fahren. Paare müssen sich also trennen. Eine Vorschrift für die Autobuslinien in Lima verlangt, dass auf dem Verdeck der Wagen keine Damen befördert werden dürfen. Ob der kurze Rock zu dieser Verordnung Anlass gegeben hat? Bedeutsam ist in der Lima-Verordnung noch der Umstand, dass auf dem Verdeck dieser Wagen ein besonderer Schaffner seines Amtes waltet, der jeder Dame energisch den Zutritt zu untersage« hat. In Ohio ist es verboten, Kinder unter drei Jahren im Auto zu befördern. Dieses Verbot ist auf ein ärztliches Gutachten zurückzuführen, wonach der Zugwind besonders den kleinen Kindern schade. Die mit einem Motorrad versehenen Polizisten auf den Landstrassen des Staates Ohio sind angewiesen, auf Autos zu achten, in denen Kinder fahren. Diese Vorschrift wird besonders den Reisenden zur Falle, die quer durch die Staaten mit dem Kraftwagen reisen und nicht wissen, in welche, eigenartige Zone sie gelangt sind. Der statistische Finanzausweis des Staates Ohio gibt ein Jahreseinkommen von 482,000 Dollar aus Strafgeldern für Vergehen gegen Unser Ausstellungshaus ist auf dem ganzen Kontinent als größtes und sehenswert bekannt. die angegebene Verfugung an. Eine nette Summe! Interessant ist die Art und Weise, in der in Amerika, Afrika und Australien die Frage der Beförderung farbiger Fahrgäste oder der Ausbildung farbiger Führer behandelt wird. So besteht in Michigan und Indiana die Vorschrift, dass schwarze Bürger nicht im Besitz eines eigenen Autos sein und auch nicht als Führer zugelassen werden dürfen. Dagegen können in beiden Staaten Mulatten, Chinesen und Japaner eigene Wagen fahren oder Chauffeurdienste leisten. — In Adelaide in Australien dürfen die Eingeborenen nicht die Omnibusse in der Stadt benutzen. Wohl aber können Mischlinge aus Ehen zwischen Farbigen und Weissen sowohl in der Stadtverwaltung als auch im Privatverkehr als Chauffeure untergebracht werden. — Noch krasser drückt sich der Rassenkampf in einer Verfügung aus, die für den neuen Strassenbau auf der Insel Kuba erlassen wurde,;. Weder schwarze Arbeiter noch deren Abkömmlinge aus Mischehen dürfen hinzugezogen werden, wie auch der Verkehr über diese neue Strasse für die nächsten zwanzig Jahre jedem schwarzen Autofahrer, ob Besitzer des Wagens oder Chauffeur, verboten wird. Die Strasse führt durch sechs kubanische Provinzen, ist 614 Meilen lang und erfordert einen Kostenaufwand von 75 Millionen Dollar. Die erste unterirdische Garage wird jetzt in den Vereinigten Staaten erbaut, sie befindet sich in Chicago im Grande Park. Man beabsichtigt, die ursprünglich für 3Q00 Kraft« 50 Schritte von der Bahnhofstraße — ein Juwel an Kostbarkeiten Vielleicht wissen Sie noch gar nicht welche Schätze an prächtigen Möbeln bei uns lagern, Wir bitten Sie: Treten Sie ganz ungeniert ein. Ein freundlicher Herr wird Sie gerne durch die Räume geleiten, wird Ihnen bereitwillig über dies und jenes Auskunft geben, ohne jegliche Verpflichtung. Mancherlei Anregung wird sich Ihnen bieten — Anregungen für Ihr eigenes Heim! PETERSTR.16 ^ ^ R CH GEQR.1861 — Der Kasten ist ja kaum vorwärts zu bringen und als ich ihn von Ihnen kauite, versicherten Sie mir, der Wagen mache mindestens 150 Kilometer! — Stimmt auch, der hält'a sicher noch aus, bis er seine 150 Kilometer beisammen hat! (PassingShow) wagen vorgesehene Untergrundstation jetzt für 5000 Wagen auszubauen, wodurch mit einem Schlage die Garagennot behoben würde. Nach Erbauung dieser Riesengarage beabsichtigt die Stadtverwaltung von Chicago das öffentliche Parken in den Nachtstunden zu verbieten, und zwar in einem Umkreis von 25 Kilometern vom Mittelpunkt der Stadt. Zu den Ländern, die den Automobilisten nicht das Geld aus der Tasche^ ziehen, gehört Italien, das für den durchfahrenen Kilometer dem Automobilbesitzer einen Zuschuss zu den Betriebskosten zahlt. Natürlich nur für solche Kosten, die aus dem Verbrauch rein italienischer Benzin- und Benzolprodukte herrühren, weil man durch diese Unterstützung die italienische Produktion steigern will. Uebrigens besteht auch in Japan eine ähnliche Unterstützung des Autoverkehrs durch die Regierung. Hier hat die Regierung die Werbung für ein bestimmtes Chassis übernommen und zahlt jedem Autofahrer, der seinen Wagen auf dieses Chassis aufbauen lässt, eine ansehnliche Unterstützung. Auch die Frage nach der Garantiegültigkeit für neue Wagen wird in den verschiedenen Ländern sehr unterschiedlich gelöst. So nimmt z. B. das deutsche Reichsgericht an, dass die Fabrikgarantie mit dem Tage der Lieferung der Wagen an den Einzelhändler zu laufen beginnt. Anders dagegen hat der englische oberste Gerichtshof entschieden. Hiernach läuft jede Garantiefrist erst vom Tage der Benutzung des Wagens durch den Käufer und Besitzer des Automobils. Der Händler ist verpflichtet, den Wagen in gutem Neuzustand zu halten und haftet seinerseits der Fabrik gegenüber, wenn diese von dem Fahrer des Autos in Anspruch genommen wird und nachweisen kann, dass die Garantiefrist durch ein Verschulden des Händlers in dessen Werkstatt verkürzt wurde. — In Frankreich geht eine aus dem Jahre 1924 stammende Entscheidung des Appellationshofes dahin, dass die Garantiefrist mit dem Tage des Abtransports des Autos an den Einzelhändler beginne und dass sich infolgedessen der Käufer zu erkundigen habe, wieviel von der Garantiefrist bereits beim Kauf des Wagens durch den Aufenthalt beim Händler verloren ging. In Zahlreichen tropischen Gebieten, so in Annam, in Aden und Mekka, in Bombay und Batavia, Portorico und Haiti hat man in den Automobilen überhaupt keine Fenster eingebaut, weil der Zugwind dem Fahrer in dieser erdrückenden Schwüle höchst erwünscht kommt. In Mexiko werden im städtischen Omnibusverkehr keine Türen in die Wagen eingebaut, sondern nur Vorhänge benutzt, die bei Regen und Wind herabgerollt werden. Schlechte Erfahrungen scheint man mit dieser Regelung in Rio de Janeiro gemacht zu haben, wo man sie, wie in Montevideo, verboten hat. Man lässt diese Wagen übrigens unter besonderer Bedeckung von Führer, Schaffner und Aufsichtsbeamten für jeden einzelnen Omnibus- fahren. Also Ehrlichkeitsmangel der Fahrgäste oder der Schaffner? In Südafrika wird jetzt ein Fernstreckenverkehr von Port Durban aus eröffnet, bei dem Uebernachtungen der Fahrgäste vorgesehen sind. Aehnlich wie .in den Luxuskabinen der Pullmannzügo können in diesen Autos die Sitzgelegenheiten zu Polsterbetten umgewandelt werden. In Frankreich gibt es auf einigen Fernstrecken, die mit dem Omnibusverkehr durch- 1 fahren werden, besondere Speiseabteile. ^ handelt sich hier um Kurse, die besonder • im Rivieradienst starken Zuspruch finden. Anekdoten. Der Traum des Zöllners. Ein moderner Joseph, dem seine Traumdeutung nicht weniger gute Dienste leistete als dem biblischen Helden, ist ein New-Yorker Zollbeamter, der auf diese immerhin nicht gewöhnliche Weise 2000 Säcke mit Flaschen voll Whisky im! Werte von 200,000 Dollars entdeckte. Der Zollbeamte John McGill träumte eines Nachts, dass er einen Fischerkutter namens «Carolina» sähe, der im dichten Nebel mit einer Alkoholladung fuhr; er sah das Schiff auf dem Meer hin und her schwanken wie einen Betrunkenen, und die Mannschaft, die e* ebenfalls im Traum erblickte, torkelte nic~ weniger. Als der Träumer am Morgen erwachte, gab er sofort seinen Beamten Befehl, in der Umgegend von New-York nach einem Schiff namens «Carolina» zu suchen. Man fand auch solch ein Schiff, einen harmlos aussehenden Kutter, der Fische in der Nähe des Fulton-Fischmarktes auslud. Die Beamten meldeten das McGill, und er begab sich sofort an Bord und bewies die Wahrheit seines Traumes, indem er unter den Fischen 2000 Säcke mit Whisky entdeckte. «Es ist eine Familien-Eigenschaft, dass wir immer vom Meer träumen,» erklärte der moderne Joseph, «und unsere Träume sind meist wahr.» Eine hübsche Geschichte erzählt Maurice Roya in seinem soeben erschienenen Buch über die George Sand. Die Dichterin hatte in den letzten Jahren ihres Lebens bei einem Wohltätigkeitsfest, das zugunsten armer Polenkinder stattfand, einen Verkaufsstand übernommen. Als der Baron James von Rothschild bei ihr vorüberging, rief sie ihn an: «Nun, Baron, wollen Sie nicht etwas bei mir kaufen?» Rothschild blieb stehen, «Ich sehe nichts, was mir gefällt,» sagte er. «Bitte, verkaufen Sie mir doch lieber Ihr Autogramm.» Rasch nahm George Sand eine Feder und Papier und schreib: «Empfangen von Baron Rothschild 1000 Franken für die Polenkinder.» Dann unterzeichnete sie, und Rothschild —• zahlte lächelnd. ,j j «Pump* mir zwanzig Franken.» «Gern, wenn ich aus Genf zurück bin!> «Wann ist denn das?» «Ich weiss nicht, ich fahre nämlich gar nicht hin!» LJ Im Gebirge. Eine kleine Gesellschaft, darunter ein paar Amerikaner, wollte sich im Hochgebirge einen Sonnenuntergang ansehen und lioss sich von zwei kundigen Burschen führen. An Ort und Stelle: Talkessel, Schrofen und Schluchten voll roter Glut. Grosses Ah und Ohf Ein Amerikaner sagt: «Wonderful! Wio in diel Hölle!» Da meint einer der Führerburschen zu dem anderen: «Hast' g'heort? — Diese Amerikaner, san aba wirkli seho iebcrall g'weson!»

91 - 1928 AUTOMOBIL-REVUE Der grosse gutmütige Dumas. Der schönste, aufregendste Roman von Alexander Dumas pere ist nicht der « Graf von Monte Christo», auch nicht die grandiosen « Musketiere », sondern sein Leben selbst. So wie schon Michelet an ihn schrieb: « Mein Herr, ich liebe Sie, liebe Ihre Art und bewundere Sie, weil Sie eine der Naturkräfte sind...» Das ist das einzig richtige Wort: eine Naturkraft. In seinem Leben ist alles Handlung und Instinkt. Daher stammt auch die Heftigkeit der Töne, der Stil, die Kühnheit der Gesten, diese ruhige Schamlosigkeit und unschuldige .Fröhlichkeit, die für ihn so bezeichnend sind und die sich ein anderer hätte schwerlich leisten dürfen, der ebon keine Naturkraft ist. Eine Biographie des Dichters musste wirklich nicht erst novellisiert werden, da sie doch in der wahrheitsgemässen Schilderung seines Lebens allein überschäumt von dramatischen Episoden, unglaublichen Ereignissen und unvorhergesehenen Zwischenfällen, die das Leben des grossen Romanciers selbst zu einem der spannendsten Romane machen. Wenn nun auch Dumas selbst schon Memoiren geschrieben hat, in denen er sein Leben erzählte, so schreibt Jean Bourdier im «Wiener Journal», so wird man das Buch, das Lukas Dubreton verfasste und das die Schilderung des romantischen Lebens von Dumas zum Inhalt hat, doch auch lesen wollen, weil es eine Menge bisher unbekannter Dinge und auch Briefe enthält, die auf dieses stürmische Dasein ganz prachtvolle Lichter werfen. So erfahren wir zum Beispiel von seiner Liebe zu Melanie Waldor, einer etwas weinerlichen, um fünf Jahre altern Muse, die sich für den jungen Expedienten lebhaft interessiert, durch ein Briefchen, das «seine schöne Hand» zwischen zwei Verwaltungsformularen gleichzeitig mit einer Szene aus der « Christine » ausfertigt. Vom 12. September 1827 schreibt Dubreton : «Melanie hat nachgegeben. Alexander triumphiert. Wenn cseine Geliebte nicht sah, so schrieb er ihr tagelang Briefe, die von Temperament überschäumten. Er ist überhaupt ein Liebhaber, der sich immer wohlbefindet und keine Zeit mit Schmachten zubringt. Sogar seine Geliebte erschrickt über die Verschwendung, die der Riese mit seinen Körperkräften treibt und möchte das Verhältnis ein wenig platonischer seine unendliche Gutmütigkeit, die ja fast alle Menschen mit grossen Körperkräften auszeichnet. Und Balzac selbst musste zugeben, dass Dumas frei von jeder Heimtücke und Kleinlichkeit war, wie George Sand ohne jede Eifersucht, begabt mit einer schönen, seelischen Grossmut.» Der Ruhm des «Monte Christo» wird Weltruhm und nun folgt die wunderbare, abenteuerliche Reise Dumas' nach Tanger und Tunis. Von Madrid schreibt er nach seiner Vorstellung bei Hof dem französischen Konsul nach Cadix, um zu erfahren, ob das versprochene « Kriegsschiff» ihn auch wirklich erwarte. Keine Antwort. Dumas wird unruhig. Er steift sich auf dieses Schiff. Wie er in Cadix ankommt, liegt dort wohl ein französisches Kriegsschiff vor Anker, aber sein Bestimmungsort ist unbekannt. Dumas ist sehr aufgeregt. Ob man ihm nicht Wort gehalten hat? Aber kaum ist er im Hotel untergebracht, kommt schon ein Marineoffizier zu ihm und meldet ihm, dass Marschall Bugeaud ihm das Schiff zur Verfügung stelle. Das wird nun eine herrliche Fahrt! An Bord übernimmt er sofort die Führung des Schiffes, der Kommandant wird still, die Mannschaft gehorcht und Dumas lässt das Schiff nach Tanger gehen, wo er fischt, und nach Tetuan, wo er mit einem Araberhäuptling « zu tun » bekommt. Währenddem warten die von Abd-el-Kader befreiten französischen Gefangenen in Melilla, dass Dumas' Schiff sie aufnehmen würde. Als sie an der Ankunft des Schiffes verzweifelten, flüchteten sie dann auf kleinen Booten und das Kriegsschiff musste sich dann auf ihre Verfolgung begeben. Eine Fülle von lustigen und manchmal grotesken Erlebnissen barg diese Fahrt, bis Dumas endlich nach Ueberwindung mancherlei Hindernisse Tunis erreichte. Am Ende des Buches kann sich Dubreton gar nicht von seinem Helden trennen, von diesem «gutmütigen Riesen, dem wohltätigen Genie, das unschuldig und ohne Niedrigkeit handelte und seinem Vaterlande nur Ruhm gebracht und keinen Blutstropfen gekostet hat». Dumas fils erzählt, dass er einmal seinen Vater dabei überraschte, als er heftig schluchzend am Schreibtisch sass. Als er seinen Vater fragte, was ihm denn geschehen sei, antwortete er: «Ich habe Er: So, so, also ein Zwölfzylindcr-Modell für 25 000 Franken ! Der Wagen gefällt mir soweit ganz gut, wenn nur die technischen Details die nämliche sorgfätlige Ausarbeitung aufwiesen wie die Kairosserie, Sie: Sei doch unbesorgt, Theobald. Schau dir doch nur mal dio wirklich gediegene Kühlorfigur an! (London Opinion.) gestalten. Er aber will davon nichts hören und schreibt ihr, dass sie sich um ihn keine Sorge machen solle. Aber Melanie wird es doch etwas zu viel. Sie fühlt sich krank und elend, bekommt Herzbeschwerden und darf wenig Bewegung machen, so dass sie immer dicker wird.» « Er war der beste Kamerad, den man sich Üenken konnte», schreibt Dubreton. «Weder literarischer noch politischer Neid waren imstande, ihn zu beeinflussen. Als Jules Janin ihn einmal in einer Kritik einen Hanswurst nennt, befürchtet trotzdem kein Mensch ein 2?uell. Man weiss, mit Dumas pere enden solche Affären bestimmt nicht mit Blutvergiessen, sondern höchstens mit einem guten Souper, bei dem der Champagner das Fliessen besorgt. Man kennt seinen Mut, aber auch eben Porthos (die berühmte Figur aus den « Drei Musketieren ») getötet, deshalb bin ich traurig und muss weinen. Dieser arme Porthos !» «Wenn man Dumas pere sterben lassen muss, fühlt man denselben Schmerz », so endet Dubreton sein Buch, das die glänzendste Biographie vorstellt, die man sich nur denken kann. Der Schüchterne. «Heute fuhr ich in der Strassenbahn zehn Minuten als einziger Fahrgast; war mir das peinlich.» «Warum peinlich?» «Nun, dass sie meinetwegen allein fahren musste.» Kann der Raketenflug verwirklicht werden? Der Schuss in das Weltall hat in den letzten Monaten eine grosse Rolle gespielt. Der Frankfurter Automobilist Fritz Opel unternahm bekanntlich zunächst Versuche mit einem durch Raketen angetriebenen Wagen, dann sollte der bekannte Pilot Raab ein Flugzeug für Raketenantrieb bauen. Mit einem solchen hat schon der Segelfluglehrer Stamer auf der Wasserkuppe einen Versuch unternommen, der mit Inbrandgeraten der Maschine endete; nur seiner Geistesgegenwart hatte es der Flieger zu verdanken, dass er unversehrt davon kam. Die phantastischten Gerüchte sind über die Konstruktion der Raab-Katzenstein-Flugzeugwerke verbreitet. Ein Besucher des Werkes in Kassel-Beilenhausen, der modernen Hexenküche für den Raketenflugzeugbau, schreibt: Es schien nötig, duröh einen Besuch der Fabrik sich zu überzeugen, wie weit das Raketenflugzeug hier gediehen ist. Raab versichert, dass er dem Flugzeug mit Raketenantrieb sehr skeptisch gegenüberstehe, ja, dass er nach den mit Wagen unternommenen Versuchen nidht mehr viel von der Sache hielte. Aber diese Ansicht dürfe nicht dazu verleiten, von Versuchen abzustehen, denn erst in der Praxis könnte einwandfrei die Aussichten eines solchen Luftfahrzeuges geklärt werden. Für ihn sei es deshalb selbstverständlich, nicht nur an den Bau einer Maschine für Raketenantrieb heranzugehen, sondern auch seine Person selbst bei den Flugversuchen einzusetzen. Die «Grasmücke», Fabrikbezeichnung «RK. 9», eines der leichtesten Flugzeuge von nur 250 kg Leergewicht, wird in der Fabrik dazu umgebaut. Das aus Aluminium- und Stahlrohr gefertigte verstärkte Gerippe war bereits zu sehen. Der Einfügung der Raketen halber wird das Flugzeug umgekehrt geflogen, d. h. die Steuerung befindet sich vorn, der breite Teil hinten, so dass die Raketen einzeln angebracht werden können, um zu verhindern, dass eine die andere vorzeitig in Brand steckt. Dass dieser «Enten»- Flug gefährlich wäre, bestreitet Raab entschieden. Der Todessturz des bekannten Konstrukteurs Wulf, der Veranlassung zu solcher Ansicht gegeben hat, berechtigt nicht, Zweifel in die Flugsicherheit eines Entenflugzeuges zu setzen. Und dass die Raketen sich schon durch die Erschütterung selbst entzünden würden, wie ein Feuerwerker behauptet hat, sei eine Befürchtung, die viele Sachverständige nicht teilten, auch sei die Erschütterung beim Fliegen nicht so gross wie beim Fahren eines Raketenwagens. Ein feuerdichtes Schott schliesst im übrigen den Raketenraum vom Pilotensitz ab, der sich vor den Tragdecks, hinter dem Leitwerk, befindet. Die Flügel des Doppeldeckers sind verstärkt, Holme und alle anderen Teile voll, ohne Aussparung. Die Flügelfläche ist vergrössert, da das Gewicht der Raketen hoch ist und deshalb die Flächenbelastung, die bei der Grasmücke 24 kg beträgt, erheblich vermehrt wird. Die Raketen, die für die Opelschen Versuche von Sander hergestellt werden, fertigt die Firma Eisfeld an, die schon im Kriege zu grösster Zufriedenheit der Fliegertruppe gearbeitet hat. Man darf also erwarten, dass die schwierige Herstellung der Raketen zweckentsprechend ausgeführt wird. Den Versuchen, die Valier, der sich ebenfalls von Opel getrennt hat, mit durchführt, wird man mit grösstem Interesse entgegensehen können, wenn auch nach den Berechnungen der Wissenschafter die Aussichten für die Verwendung eines Raketenflugzeugs in der Praxis sehr gering sind. Professor Proeil von der Technischen Hochschule Hannover fasst die verschiedenen Einwände gegen Raketenantrieb dahin zusammen, dass er sagt, die Hauptschwierigkeit läge darin, dass die ganze schwere Ladung für den Flug von vornherein mitgetragen, beschleunigt und gehoben werden müsse, obwohl sie den grössten Teil des Flugweges nutzloser Ballast sei. Auf diese Weise käme man zu phantastisch anmutenden Zahlen für die Anfangsmasse, die im besten Falle für Flüge in Meereshöhe bei 1000 km Flugstrecke das 13-fache des Endgewichts ausmachten. Nützlich aber könne der Raketenantrieb z. B. beim Start von Wasserflugzeugen sein, bei denen man zusätzlichen Schub erzielen könne in dem kritischen Augenblick, in dem die normale Antriebskraft nicht genügt, das noch auf dem Wasser schwimmende Flugzeug so zu beschleunigen, dass es sich von der Wasseroberfläche abheben kann. Ankauf kompletter Bei Nervosität neurastheruschen Zuständen, hysterischer Reizbarkeit, Schlaflosigkeit, wirkt DR. O. SAMMETS Nervocalmin sehr beruhigend und nervenstärkend Central-Apotheke Zürich BAHNHOFSTRASSE 108, beim Hauptbahnhof. Prompter Versand. EUGEN KELLER 33afinfiofstrasse16 7l!Dir.H Ergrautes Haar erhält seine frühere Farbe wieder durch Birken -Britlan tin e Kein neues Präparat, 40jähr. Erfahrung. 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