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E_1928_Zeitung_Nr.091

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Ursachen und Verhütung

Ursachen und Verhütung von . Verkehrsunfällen. Als die Einladung zur Monatsversammlung der Sektion Zürich des A.C.S. vom 25. Oktober 1928 hinausging, glaubte dex Vorstand wohl kaum, dass dem hierfür in Aussiebt genommenen Lichtbildervortrag des Herrn Ingenieur Schwarz, Chef der Motorfahrzeugkontrolle des Kantons Zürich über «Ursachen Der Vorsitzende, Herr H. WunderJy-Volkart, konnte schon beim Nachtessen über 130 Mitglieder und Angehörige begrüssen und zum Vortrag selbst hatten sich noch weitere 80 Personen eingefunden, so dass der St Gotthardsaal effektiv bis auf den letzten Platz besetzt war. Nach einem kurzen Beigrüssiun©sw©rt des Vorsitzenden, der rasch, auf die rapide Entwicklung des Motorfahrzeugverkehrs hinwies und hiebei auch die erfreuliche Entwicklung der Sektion Zürich des A.C.S., die heute bereits 2120 Mitglieder zählt, konstatieren konnte, ergriff Herr Ingenieur Schwarz das Wort, um in einem kurzen Einleitungsreferat auf Ursachen und Verhütung von Verkehrsunfällen hinzuweisen. Die rasche Zunahme der Strassenverkehrsunfälle erfordert es, dass dem Problem der Unfallverhütung sowohl von selten der Behörden und Verbände, wie auch von Seiten der Beteiligten, der Strassenbenützer selbst, die grösste Aufmerksamkeit geschenkt wird. Der Kanton Zürich zählt beute ca. 17 000 Motorfahrzeuge und über 110 000 Fahrräder, sa dass es nicht so verwunderlich ist, wenn auch die Unfallkurve einen steten Zug nach oben genommen hat. Wie nachher durch die zahlreichen Lichtbilder treffend belegt wurde, spielen bei den zahlreichen Verkehrsunfällen zu hohe Geschwindigkeit und Alkohol eine bedeutsame Rolle. Allein in den ersten 9 Monaten des Jahres 1928 sind im Kanton Zürich rund 60 Personen bei Verkehrsunfällen getötet worden. Um diesen stets sich steigernden Unfällen steuern zu können, ist es unerlässlich, sich über deren Ursachen genau Klarheit zu verschaffen und Rechenschaft zu geben. Und da zeigt es sich, wie Herr Schwanz ausführte, dass sich die Fahrer meist immer noch zu wenig der besonderen Beschaffenheit der Strapse und deren Verhältnissen anpassen. Schon wenige Monate nach Bestehen der Fahrprüfung, die übrigens im Kanton Zürich sehr erschwert worden sei, glaubt man sich kühn über die elementarsten Verkehrsregeln hinwegsetzen zu können, etwa nach dem Prinzip «Hupe kräftig und scheue niemand». Man überquert sorglos Plätze und Hauptstrassen, bemüht sich nicht, beim Rückwärtsfahren oder beim Ausfahren aus der Garage die Fahrbahn zu überblicken etc. Es zeigt sich hier, dass die Qualität des Fahrzeugführers noch oft zu wünschen übrig lässt und dass viele Fahrer ziemlich sorglos am Steuerrad sitzen. Zahlreiche Unfälle sind aiber nicht auf ©in schuKLhaftes Verhalten des Fahrzeuglenkers zurückzuführen, sondern vielmehr auf eine schlechte Instandhaltung des Fahrzeuges. Schlecht instand gehaltene Bremsen haben schon manchem Wagenführer das Leben gekostet und es spricht wohl von einer eklatanten • Sorglosigkeit, wenn das nachher mit Bestimmtheit eingetretene Unglück nur auf eine völlig ungenügende Bremse etc. zurückgeführt werden muss. Herr Schwarz fügte seinem kurzen orientierenden Referat eine prächtige Kollektion von ca. 150 Licht- und Verhütung von Verkehrsunfällen» ein solch bildern, naturgetreuen Aufnahmen der in den letz- Jahren vorgekommenen wichtigeren Motorfahr- grosser Propagandaerfolg zukommen werde. Dieten Anmeldungen der Mitglieder waren nun aber in derart grosser Zahl eingegangen, dass man schon am Tage auvor Meldesablu&s erklären und zahlreiche Mitglieder abweisen musste, da der grosse Saal im Hotel St. Gotthard in Zürich bis auf den letzten Platz besetzt war. zeugunfällen an. Man muss sagen, dass auch ohne den begleitenden Kommentar diese wenig erfreulichen Bilder eine solch starke Sprache reden, dass wohl keiner der zweihundert Anwesenden ohne einen tiefgehenden, nachhaltigen Eindruck nach Hause gegangen ist. Alle diese verunfalllten Fahrzeuge und deren zahlreiche Opfer schufen ein Bild, das man nicht so leicht vergessen wird, und möchte man nur wünschen, dasis alle diese, kurz nach den betreffenden Unfällen aufgenommenen Photographien einem möglichst grossen Kreis von Fahrzeuglenkern zugänglich gemacht werden. Die kantonale Motorfahrzeugkontrolle besitzt in diesen Diapositiven ein vorzügliches erzieherisches Material und würde man es wohl allseits sehr begrüssen. wenn diese Bilder jeweils allen neuen Inhabern von Fahrbewilligungen mit einem kurzen orientierenden Referat vorgezeigt werden könnten. Dadurch könnte zweifellos mancher spätere Unfall vermieden werden und würden sich die damit verbundenen Auslagen reichlich lohnen. Herr Schwarz gab zu. jedem einzelnen Bild einige orientierenden Angaben über Unfallort, Vorgang des Unfalls, wobei er jeweils die nicht beobachteten Verkehrsregeln besonders hervorhob und dem Auditorium die geeigneten Winke und Ratschläge gab. Wenn auch hiebei vielleicht das Gefühl aufkam, dass dem automobilistischen Standpunkt zu wenig Genüge getan wurde, so muss anderseits zugegeben werden, dass die eindrucksvollen Bilder doch sehr nachdenklich stimmten und man es dem Referenten nicht verargen darf, wenn er vielleicht in einigen Punkten zu schwarz sah. Es maiss zwar zugegeben werden, dass zahlreiche Unfälle auch auf die mangelnde Disziplin der andern Strasisenbenützer zurückgeführt werden müssen und dem Automobilisten nicht immer die Schuld beigemessen werden kann, wie dies aus dem UmfaMbild vielleicht im ersten Moment resultierte. Der starke Applaus mag Herrn Schwarz dargetan haben, dass seine Worte auf guten Boden gefallen sind, wie dies auch der Vorsitzende in seinem Schlusswort dartat. Er hob auch hervor, dass ein grosser Teil der Verkehrsunfälle im Kanton Zürich darauf zurückzuführen ist. dass die Verkehrspolizei über ungenügende Bestände in der Stadt Zürich verfügt. Solange die sozialdemokratische Partei ihre bezügliche Stellung nicht ändern und einer Erhöhung der Mannschaftsbestände nicht zustimmen will, wird die gewünschte Besserung nie eintreten. Herr Wunderly benützte auch die Gelegenheit, um dem anwesenden städtischen Polizeivorstand darzutun, wie notwendig es ist, dass in den beiden Städten Zürich und Winterthur die tolerierte Innerortsgeschwindigkeit von 30 km nun einmal gesetzlich sanktioniert und so eine Ausnahmestellung endlich beseitigt wird, die den Fahrer immer in eine unliebsame Zwitterstellung bringt, -s. ÄUTOMOBIL-REVUE Motorfahrzeugverkehr und Kantonsfinanzen. Die schaffhauserische Staatsrechnung weist für 1927 anstatt des erwarteten Defizites einen Einnahmenüberschuss auf. An diesem sind auch die Motorfahrzeuge beteiligt, indem die Gebühren und Steuern für Fahrund Verkehrsbewilligungen Fr. 26,800 mehr einbrachten als budgetiert war! In solchen Fällen sind die Autler und Motorradfahrer wieder gern gesehen. Z. Schlüpfrige Strassenbeläge. Die Strassenfachleute sind bestrebt, • die Ursachen der Schlüpfrigkeit einzelner Strassenbeläge sorgfältig zu eruieren, um alsdann Mittel und Wege zu finden, dieser Verkehrsplage abzuhelfen. Besonders eine eigenartige Erscheinung gab Anregung zu eingehenden Untersuchungen, indem nämlich Strassendecken mit Stampfasphalt nach leichtem Regenguss schlüpfriger sind als nach einem längeren, ausgiebigen Regen. Zwei deutsche Gelehrte führten nun im Auftrage einer Strassenbaugesellschaft zahlreiche Erhebungen durch, über deren Ergebnisse sie in der Zeitschrift für angewandte Chemie ungefähr folgendes berichten: Auf stark befahrenen Strassen wurde die oberflächliche Schmutzschicht omplett vom Belag abgelöst und auf ihre II^CONCOURS HIPPSQUE INTERNATIONAL chemischen Bestandteile genau untersucht. Die qualitative Analyse der Schmutzschicht ergab u. a. Produkte, die aus dem Auspuffgas der Motoren stammen, d. h. Restanzen der unvollständig verbrannten Brennstoffe. Ferner wurden Teile der Asphaltdecke in pulverisierter Form, Leder- und Wollreste von der menschlichen Bekleidung, sowie bestimmte Mengen von Mineralölen vorgefunden. Ein Teil des Oels stammt aus dem Bitumen des Asphaltes, ein anderer von dem abtropfenden Schmieröl der Motorfahrzeuge. Ausserdem fanden sich Sand und Ton, wahrscheinlich aus der Flugasche der Kamine stammend, Kalzium- und Magnesiumsulfate und Abbauprodukte von Eiweissstoffen aus Fäkalien vor. Kautschuk von Pneus konnte nicht nachgewiesen werden, so dass angenommen wird, er werde durch die äusseren Einflüsse prompt zerstört. Die Untersuchung ergab nun, dass das Gemisch von Mineralöl und den in Wasserlöslichen Stoffen mit dem pulverisierten anorganischen Material des Stampfasphaltes eine zähe Schlammasse von emulsionartiger Eigenschaft bildet. Diese wirkt als Schmiermittel und setzt deshalb den Reibungswiderstand der Räder auf der Strassenoberfläche stark herab. Mit dem vermehrten Zutritt von Wasser wird diese Emulsion immer dünnflüssiger und fliesst schliesslich ab. Die Schmutzschicht lässt sich bei der Bespritzung der Strassen mit gewöhnlichem Leitungswasser deshalb nicht vollständig beseitigen, weil dieses Wasser im Gegensatz zum weichen Regenwasser zufolge seiner Härte eine geringe Benetzungsfähigkeit besitzt. Längere Einwirkung und grössere Mengen von weichem Regenwasser führen erst zum Ziel, während kurze Regengüsse der Schicht auch nur wenig anzuhaben vermögen. Die Schmutzschicht kann mit Leitungswasser dann gründlich entfernt werden, wenn Soda oder Natronlauge zugesetzt wird. Da solche Zusätze aber das Schuhwerk der Fussgänger stark in Mitleidenschaft ziehen würden, muss auf andere Mittel Bedacht genommen werden, um dieser Schmutzschicht entgegenzuwirken. Di© mit der Untersuchung betrauten Chemiker sind der Auffassung, dass dem Uebel leicht beizukommen wäre, wenn sich Wege finden Hessen, um das Abtropfen von Mineralöl von den Motorfahrzeugen wirksam zu verhindern. Z. AkBUISS d«£m II • r Zum Bussenbetrieb in der Ortschaft Bühler schreibt man uns: In einer der letzten kümmern der Auto-Revue war über den Bussenbetrieb in der Ortschaft Bühler (Kt. Appenzell) wenig Erbauliches zu lesen. Da ich diese Ortschaft fast täglich durchfahre und bis dato mit meinem 30-km-Tempo nicht die geringste Beanstandung erfuhr, erlaubte ich mir, beim Ortspolizisten betreff Vorwurf der Hintterhalts-Kontrolle vorstellig zu werden. Man versicherte mir nun, dass Geschwindigkeiten nnter 35 km noch nie gebüsst worden seien und auch nicht aus dem Hinterhalt kontrolliert werde. Tatsache sei, dass er die Kontrollen in Zivil unter Beihilfe eines Ortsbürgers vornehme, wobei die amtlichen an der geraden Dorfstrasse angebrachten Distanzenzeiger bestimmend seien. Die Kontrolle könne nicht vermieden werden, weil viele Automobilisten das Dorf mit 60 und mehr km durchrasen. Meine eigenen Beobachtungen bestätigen diese Angabe und muss beigefügt werden, dass nicht nur Bühler, sondern auch andere appenzellische Ortschaften nicht selten mit unverantwortlichem Tempo unsicher gemacht werden. Man kann also das Kontrol^ lieren des Polizisten von Bühler nicht verargen, nur wäre eine Kontrolle in Uniform zur Verhütung vr**- Geschwindigkeitsexzessen vorzuziehen. J. G. Einer weitern Zuschrift entnehmen wir: «In ISV 79 der A.-B.. ist eine Meldung erschienen, dass ein Automobilist in unserer Gemeinde für ein« Geschwindigkeit von 30 km 40 Franken gebüsst worden sei. Mach© Sie höflich darauf aufmerksaim (Schrei- 1 ber dieser Zeilen ist Automobilist und Mitglied dea T.C.S.), dass dn'ese Befhaiuptumg unwahr ist, indemi unser Gemeindegericht erst von 35 km an büsst, und zwar wenn keine Vorstrafen vorliegen mit der Minimajlib'uisis.e von Fr. 10.— plus Kosten. ir unterhalten in unserm W Geschäftshaus Bachstrasse 16, beim Bahnübergang in Zürich-Wollishofen, eine PERMANENTE AUSSTELLUNG Interessenten sind freundlichst eingeladen, dieses sehenswerte Lager preiswerter, guter Wagen der bekanntesten Marken jederzeit ohne Verbindlichkeit zu besichtigen. Besuchszeit 8—12 und 2—6 Uhr. Telephon Uto 42.47 u. 42.48. A UTAG, Automobil - Handels -A.-G., ZÜRICH -WOLLISHOFEN. stark gebauter Wagen, offene Ia. Schweizer Karosserie, elektr. Licht und Anlasser, 6fach bereift, nur 12 Steuer-PS, in tadellosem Zustande, geeignet für Brücke, 1,70 X 2,00. 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N°S1 - 92h Verband Schweizerischer Motorlastwagenbesitzer. Die Verbandsleitung erlässt folgenden Aufruf: Durch das Inkrafttreten des neuen bernischen Automobildekretes sind für zahlreiche Betriebsinhaber, welche auf den Verkehr im oder durch den Kanton Bern angewiesen sind, bedeutende Verkehrserschwerungen entstanden. Die zahlreichen an uns gelangten Anfragen veranlassen uns in der Beilage eine Zusammenstellung der wichtigsten, nunmehr geltenden Verkehrsbestimmungen auf dem gesamten Gebiete des Kantons Bern bekannt zu geben. Gleichzeitig empfehlen wir dieselben der Beachtung, da durch die Kontrollorgane bereits zahlreiche Vorzeigungen erfolgt sind und zu ganz erheblichen Bussenbeträgen führten. Sie werden uns zugeben müssen, dass derartige lückläufige Verkehrsbestimmungen eine offensichtliche Schädigung für jeden Gewerbetreibenden, der auf die Benützung von Nutzfahrzeugen — seien es Camions oder Gesellschaftswagen oder Traktoren — angewiesen ist, bedeuten, da sowohl die Beschränkung der Fahrzeiten als der Gewichte vielfach keine lukrative Ausnützung dieser Fahrzeuge mehr gestatten. Manche Beweise deuten darauf hin, dass solche behördliche Massnahmen oft weniger im Interesse der Verkehrssicherheit erfolgen als zum Zwecke eines Schutzes der Bahnen. Bei der Wichtigkeit aber, "welche das Automobil für zahlreiche Erwerbsarten erlangt hat, erachten wir es als unangängig, einen solch einseitigen Protektionismus zu betreiben, weshalb dafür gesorgt werden muss. dass solche Gesetzesbestimmungen nicht verallgemeinert werden. Der Verband Schweiz. Motorlastwagenbesitzer ist