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E_1928_Zeitung_Nr.093

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Der Kardinal Clesel

Der Kardinal Clesel verachtete die Gelehrten. Einst, an der Tafel des Kurfürsten von Sachsen, benahm Clesel sich einein Profesieder Art, sowie Abgewöhnen von Unarten jeder Art übernimmt Kurhaus und Badholcl .Tamina' wünschen viele rennögliche Damen, reiche Aasländerinnen, viele Einbeiratungen. Herren a. ohne Vermögen. Auskunft sofort Slabrey, Berlin 113. Stolpipchestrasse 48. Ein leichtenfeiner Quali!"ät-sstumpen von köstlichem Aroma! braune Packung 10 Sfk.fr.-.80 Haue » 10Sm.Fr. 1.- Herbstspezialitäten: Wild etc., Poulets, Forellen. Erstklassige Butterküche. Minelli, Mitglied des T. C. S. Die Zuiahrtsstrassen aus der ganzen Schweiz sind ersichtlich in O. Führer für Automobilfahrer, offizielle Ausgabe desT. C. S. bekannt vorzügliche Grosser, herrlicher, Hundetiressur Ed.Fritschi.neuiiausen Restaurant SchQtzoalians •«••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••• Küche. — Qualitätsweine, schattiger Garten. Tel. 52. Jul. Hösll, Küchenchef. 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Lichtenberg wurde von einem Grobian auf seine grossen Ohren aufmerksam gemacht. «Es ist wahr», entgegnete der Philosoph, für einen Menschen sind meine Ohren zu gross, die Ihrigen für einen Esel zu klein.» Maria Antoinette hatte eine gestrenge Hofmeisterin, die in allen Dingen höfischer Etikette sehr pedantisch war. Eines Sommertags belustigte sich die Königin damit, im Park auf einem Esel zu reiten. Dieser Esel befreite sich von seiner schönen Last mit einem plötzlichen Ruck. Noch im Grase liegend, rief Maria Antoinette einer ihrer Hofdamen lachend zu: «Schnell, schnell, holen Sie Madame de Bailies, damit sie sagt, was- die Etikette vorschreibt, wenn ein Esel die Königin von Frankreich abgeworfen hat!» In einer Gesellschaft wurde über die Frage «Was ist Liebe?» gestritten. «Die einzelnen Buchstaben des Wortes verraten es Ihnen,» sagte Saphir, der geistvolle Spötter, «nämlich: Lange Irrungen eines betrogenen Esels.» Da aber gab eine ebenfalls nicht auf den Mund gefallene Dame ihrer Entrüstung über diese Deutung Ausdruck, indem sie Saphirs System rückwärts in Anwendung brachte, mit den Worten: «Eselhafte Bemerkung eines impertinenten Lümmels!» Büclier sor Taubmann gegenüber recht hochfahrend. Taubmann fragte darauf bei passender Gelegenheit den Kardinal, ob er wisse, wie man 150 Esel in einem Wort schreibe. Als der Kardinal verneinte, schrieb Taubmann auf ein Blatt Papier: C L esel. Der arabische Kalif Mervan trug den Beinamen Der Esel und war sehr stolz, auf diesen Titel, weil man Meister Langonr für das mutigste und unerschrockenste Tier hielt. Als der König Philipp von Mazedonien (359—336 v. Chr.) im Felde einen schönen Platz ausgesucht hatte, um das Lager aufzuschlagen, machte ihn jemand darauf aufmerksam, dass es an dem Platze an Futter für das Vieh mangelte. Philipp antwortete: «Es muss mit unsern Vorzügen doch nicht soviel zu bedeuten haben, wenn wir genötigt sind, uns nach den Eseln zu richten.» Voltaire begab sich eines Tages zu dein Dichter Piron, traf ihn jedoch nicht zu Hause und schrieb das Wort Esel auf Pirons Zimmertür. Piron, der seine Schrift sofort erkannte, suchte Voltaire am nächsten Tage auf. «Ich komme, Ihren Besuch zu erwidern, verehrter Freund! Den von gestern! Sie waren so freundlich, mir Ihre Visitenkarte auf der Zimmertür zu hinterlassen.» Zu den verbreitetsten Erzeugnissen einer Weise, die Kinder mit einer erkünstelten Naivität zu belehren und dabei kindlich mit kindisch zu verwechseln, gehörte die R...sche Naturgeschichte, in der die Tiere zu sprechen anheben und sich sogar das erzählen, was die Naturforscher an ihnen beobachteten. Als dem als scharfzüngig bekannten Leipziger Mathematiker Kästner ein Exemplar dieser Naturgeschichte in die Hand kam, schrieb er das Epigramm hinein: «In diesem Buche spricht, wie es sich traf, Die Ziege bald und bald das Schaf, Der Esel nur kann nicht zu Worte kommen, Die Rolle hat der Autor übernommen.» narvey Firestone: Mein Kampf um denzu haben.» «Ich habe nie sehr viel für gerichtliche Auseinandersetzungen übrig gehabt Erfolg. (Geheftet Fr. 6.25, in Leinen Fr. 8.25.) Dass Harvey Firestone einer der bedeutendsten und erfolgreichsten Pneufabrikanten ist, man kann eine Streitigkeit auch meist weit Sie sind nicht nur sehr kostspielig, sondern wissen die meisten Automobilisten, dass er besser dadurch beenden, dass man seine Karten offen auf den Tisch legt und sich rück- sich Henry Fords These : « Um den geringsten Preis die beste Ware» zunutze macht, haltlos ausspricht. Wenn jemand wirklich nur ebenfalls. Was für einen hervorragenden Kopf sein Recht will, so braucht er sich nicht häufig an die Gerichte zu wenden.» «Ich werde dieser Selfmademan besitzt, sagt uns sein Buch, das erzählt, wie Firestone vom Buchhalter zum König der Autoreifen-Industrie eines höheren Gehalts aus seiner Stellung niemals versuchen, einen Mann durch Bieten emporstieg. Hier einige Kernsprüche aus die- zu locken, weil es ihm und seinem Arbeitge- sem interessanten Buch, welche die Ge-beschäfts- und Weltanschauung Firestones wie- Angestellter seine Stellung wechselt, nur weil gegenüber nicht anständig ist. Wenn ein derspiegeln und den Wunsch aufkommen ihm in der neuen Stellung ein höheres Gehalt lassen, durch die Lektüre dieses Werkes geboten wird, so ist er nicht wert, dass er die mehr von diesem interessanten Menschen zu Stellung erhält» usw. «Eine Firma muss einen erfahren. Seine Worte lauten : führenden Kopf haben, der für die Leitung «Man muss an das glauben, was man zu verkaufen hat, dann braucht man'beim Verkauf dem Kunden nur noch zu zeigen, welchen Nutzen ihm das Erzeugnis bringen wird. Ich bin immer mehr Verkäufer als Fabrikant gewesen. Das Verkaufen ist mir immer leicht gefallen und zwar einfach deshalb, weil ich nie versucht habe, etwas zu verkaufen, von dessen Güte ich nicht fest überzeugt war. Daher habe ich im Grunde nie jemand überreden müssen, sondern ich brauchte den Kunden immer nur auf den Dienst aufmerksam zu machen, den ich ihm erweisen wollte. Dieser Grundsatz bewährt sich stets ...» «Ich habe nie erstklassige Reisende angestellt und werde es auch nie tun. Die Geschäftsleitung muss dafür sorgen, dass das Erzeugnis der Firma so gut ist und dass das Publikum über diese Güte so unterrichtet ist, dass jeder Durchnittsreisende es verkaufen kann. Wenn im Hauptgeschäft nicht die richtigen Verkäufer sitzen, .nützen sie einem auf der Landstrasse auch nichts.» «Man muss im Auge behalten, dass ein Büro in erster Linie zum Arbeiten da ist. Es ist kein Klubhaus, und wenn man es als Klub einrichtet, wird es gar leicht in Wirklichkeit zu einem solchen.» Dann: «Keine Firma verdient dauernd gut. Dann aber ist es besser, 10 000 Dollar auf der Bank statt in einer Anzahl schöner Stühle angelegt BflHNHOFSTR. 62 ' elsgescliicliteii ZÜRICH ^ wte No 93 tatsächlich verantwortlich ist. Die Geschäftsleitung kann wohl über Geschäftspolitik im allgemeinen beraten, durch Aufstellung von Grundsätzen allein wird ein Geschäft niemals erfolgreich sein» usw. «Meine eigenen Aufgaben im Geschäft schütze ich mögjichst vor formaler Umgrenzung. Ich selbst le'ite nichts unmittelbar, aber ich habe über alles die Oberleitung. Die einzige feste Regel, nach der ich schaffe, ist die, dass ich nur eine Arbeit auf einmal vornehme und erst zu einer anderen übergehe, wenn sie vollständig erledigt ist. Von einer schnellen Entscheidung halte ich nichts, ausgenommen in Sonderfällen. Ich erhalte möglichst wenig von der Post, da ich nicht gern Briefe schreibe, durch die viel Zeit vertrödelt wird.» Keine Regeln und Prüfmethoden bei der Anstellung von Angestellten. «Man kann sich beglückwünschen, wenn von zwei Ausgewählten einer sich bewährt, Ich möchte bezweifeln, dass man Leute für bedeutende Stellungen neu einstellen kann. Sie schlagen selten ein. Die Leute, die für ein« Firma grösste Bedeutung erlangen, schaffen sich selbst ihre Stellung, setzen sich aber in der Regel nur langsam durch.» Anatole France bestürmte einmal als kleiner Junge, aus der Schule heimkommend, seine Mutter mit der Frage : «Mama, wird man für die Wahrheit bestraft ? » «Nein, mein Kind, für die Wahrheit bestraft man nicht», gab die Mutter zurück. Der kleine Anatole schaute seiner Mutter tief in die Augen und fragte weiter : , « Weshalb hat mich die Lehrerin bestraft, als ich ihr sagte, dass ich die Aufgaben nicht gemacht habe ? »

NO 93 — 1928 aXL©:r Eisenbahn und Anstandslehre. Ende September fand auf allen japanischen Eisenbahnen eine sogenannte «Höflichkeitswoche» statt. Wie «Japan Chronicle» berichtet, waren während dieser Woche alle japanischen Bahnangestellten, vom Gepäckträger bis zum Präsidenten, verpflichtet, «ein gleichmassiges, angenehmes Lächeln zur Schau zu tragen, Gepäckstücke usw. recht vorsichtig und zart zu behandeln, sowie sich höflich vor jedem Fahrgast zu verbeugen». Gleichzeitig aber wandten sich die Eisenbahngesellschaften auch an das Publikum, das auf Flugblättern, Handzetteln usw. gebeten wurde, das Eisenbahnpersonal freundlich zu behandeln und ihm seinen Dienst zu erleichtern. Wie verlautet, ist diese «Höflichkeitswoche» ein voller Erfolg gewesen, so dass man sich entschlossen hat, sie in jedem Jahre einmal zu veranstalten. Ein ähnliches Höflichkeits-Training würde bestimmt auch bei verschiedenen schweizerischen Verkehrsanstalten gute Resultate zeitigen und wäre auch bei manchem Motorfahrzeuglenker wohl angebracht! Die italienischen Eisenbahnen führen ihrerseits gegenwärtig einen Feldzug gegen den kurzen Rock durch, wobei die Parole ausgegeben wurde, auch auf Ausländerinnen zu achten. Frauen — die besten Fluggäste. Die neuesten Angaben über die Zahlen der Passagiere, die an dem regelmässigen Flugdienst von London nach Paris teilgenommen haben, zeigen, dass der Flugverkehr mehr von Damen als von Herren benutzt wird. Von den 25,865 Passagieren, die an den Flügen im vergangenen Jahr teilnahmen, waren die Frauen in der Ueberzahl. Noch deutlicher aber tritt dieses Verhältnis aus den Zahlen für die sechs Monate von April bis September dieses Jahres her.vor. Unter den 27,446 Reisenden befanden sich mehr als 14,000 Frauen. Hunderte von englischen Damen fliegen für einen Tag oder zum Wochenende nach Paris, um hier Einkäufe zu machen. Nach hartem Leben ohne Obdach. Eine Enkelin des deutschen Dichters Gust. Freytag, Frau Barbara Ram-Freytag, musste das Asyl für Obdachlose der Stadt Innsbruck aufsuchen, weil sie die Mittel nicht mehr aufbringen konnte, um ihre Miete zu bezahlen. Die Enkelin Freytags hatte sich in der Krankenpflege ausgebildet und machte den gan-in Paris 120 weibliche Rechtsanwälte, aber Die Advokatin und! die Puderquaste. Es gibt zen Krieg als Krankenschwester im deutschen und österreichischen Heeresdienst mit; schränkt durch einen Erlass, den die dortige sie werden in ihren Frauenrechten stark be- nach dem Krieg übte sie in ihrer Heimatstadt Anwaltskammer soeben herausgegeben hat. Weiden in der bayrischen Oberpfalz den Hebammenberuf aus. Vor zwei Jahren heiratete sie einen Innsbrucker; ihr Mann wurde jedoch krank und erwerbsunfähig. Auch ihr gelang es in Innsbruck, trotzdem sie noch rüstig ist- und trotz ihrer Verdienste im Krieg und ihrer Erfahrung in der Krankenpflege, nicht, Arbeit zu finden, so dass das Ehepaar nun im Asyl Zuflucht suchen musste. Der Spiritismus gefährdet die Jugend. Nach dem Londoner Sunday Express besuchen Tausende von Kindern, die noch in schulpflichtigem Alter stehen, in allen Teilen Englands «spiritistische Sonntagsschulen». Hervorragende Neurologen und andere Gelehrte, die sich mit psychologischen Forschungen befassen, halten die Beschäftigung der noch unreifen Jugend mit Spiritismus und Okkultismus für verhängnisvoll. Vor allem, so fürchten sie, könne dies manche jungen Menschen aus dem Wunsch heraus, «das andere Leben zu sehen», leicht zum Selbstmord veranlassen. Und es werden tatsächlich zwei Fälle von Selbstmord von Schülern dieser spiritischen Schulen, die sich