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E_1928_Zeitung_Nr.093

E_1928_Zeitung_Nr.093

Gerichtskosten. Fast

Gerichtskosten. Fast jeder Automobilist weiss wohl sicherlich hierüber ein Liedlein zu singen. Nimmt er, um Gerichtskosten zu ersparen, ©in Strafmandat an, gilt er ohne weiteres als schuldig und vorbestraft. Hat er verschiedene Male ein Strafmandat widerspruchslos, d. h. ohne Durchführung des Gerichtsverfahrens angenommen, gilt er als mehrfach vorbestraft und fällt damit schon unter die Kategorie der «Schwerverbrecher», denn die verschiedenen Bussen Verfügungen wurden ja angenommen und bezahlt und damit die Schuld anerkannt. Passiert diesem Automobilisten nun einmal ein wirkliches Missgeschick, dann ist er eben ein so und so viel mal vorbestraftes, gemeingefährliches Subjekt, und es wird nicht untersucht, in was die angeblichen Widerhandlungen tatsächlich überhaupt bestanden haben. Es wird auch nicht in Betracht gezogen, dass der Automobilist unter Umständen die Busse nur deshalb anerkannt hat, um hohe Gerichtskosten zu vermeiden, oder weil er, nachdem er bei einer Kontrolle von versteckten Polizisten nicht angehalten worden ist, zur Zeit der Zustellung des Strafmandates, d. h. in der Regel sehr lange nach der angeblich begangenen Widerhandlung, gar nicht mehr in der Lage war, festzustellen, ob die gegen ihn erhobene Anschuldigung wirklich stimmte und infolgedessen allenfalls auch ausserstande ist, Zeugen oder andere Beweismittel nach so langer Zeit zu ermitteln. Gerade alber mit Rücksicht auf die aus einer Annahme eines Strafmandates abgeleiteten Konsequenzen ist der Automobilist immer mehr gezwungen, sich zu widersetzen und im Gerichtsverfahren seine Un, schuld nachzuweisen und einen Freispruch zu erwirken. Die gleichen Konsequenzen sind vorhanden, wenn sich, da wo das Strafmandatsverfahren noch nicht eingeführt ist, der Angeschuldigte kontumazieren, d. h. verurteilen lässt, ohne an der Gerichtsverhandlung teilzunehmen und sich zu verteidigen. Wie schwer es allerdings dem Automobilisten vielerorts gemacht wird, seine Verteidigungsrechte geltend zu machen und unter welchem Kostenaufwand dies zu geschehen hat, ganz abgesehen davon, dass in der Regel den Aussagen der Polizeiorgane erhöhte Beweiskraft und Glaubwürdigkeit zugemessen wird, beweist u. a. das nachfolgend angeführte Urteil des Amtsgerichts Luzern-Land. Ein Automobilist aus Zürich wurde auf einer Rückreise von Interlaken via Brünig in den Dörfern Horw und Ebikon von einer geheimen Kontrolle angezeigt und beschuldigt, die beiden Ortschaften mit einem Tempo von je zirka 30 km (statt 18 km) durchfahren zu haben. Der Angeschuldigte, der infolge Zeitmangels einerseits und mit Rücksicht auf die mit einem persönlichen Erscheinen verbundenen Kosten andererseits den an ihn ergangenen Vorladungen, vor Amtsgericht Luzern-Land in Kriens zu erscheinen, nicht Folge leistete, wurde von demselben sodann zu einer Busse von Fr. 30.— zuzüglich Gerichtskosten im Betrage von Fr. 65.60 verurteilt. Dabei waren keinerlei Beweismassnahmen, die allenfalls verteuernd hätten in Betracht fallen können, verlangt worden. Die Angelegenheit wirkt aber noch um so krasser, wenn in Betracht gezogen wird, dass, um eine Busse von Fr. 30.— auszusprechen, d. h. um festzustellen, dass der Angeschuldigte in zwei Ortschaften mit 30 km Geschwindigkeit gefahren sein soll, sage und schreibe sechs Amtsrichter notwendig waren. Die an und für sich geringfügige Geischwindigkeitsübertretung kostete den Angeschuldigten damit ganze Fr. 95.60. . Urteile wie das vorliegende haben daher zur Schaffung der begreiflicherweise in Automobilkreisen immer mehr überhandnehmenden Rechtsschutzversicherungen (D. A.S. und Gap) geführt, durch die sich der Automobilist gegen das Gerichtskostenrisiko versichern kann, d. h. die Versicherungsgesellschaft übernimmt gegen eine bescheidene Jahresprämie die durch ein Gerichtsverfahren hervorgerufenen Kosten. Damit wird dem Automobilisten ermöglicht, seine Interessen zu wahren, ohne Gefahr zu laufen, allenfalls noch erhebliche Gerichtskosten übernehmen zu müssen. Nichtsdestoweniger ist aber ein Verfahren, wie das soeben geschilderte, d. h. das in Bewegungsetzen eines ganzen Amtsgerichts von sechs Mann und die Verursachung derart' hoher, mit der Verfehlung in keinem Verhältnis stehenden Kosten für derart unerhebliche Uebertretungen zum mindesten — um nicht mehr zu sagen — ein Unding, indem unter Umständen dem Angeschuldigten aus finanziellen Gründen die Möglichkeit, sich zu verteidigen und seine Unschuld nachzuweisen, von vornherein genommen wird. Dr. R. v.Stürler, Advokat, Bern. ü. S. A. . . . Grossbritannien Frankreich . . Canada . . . Deutschland. . Spanien. . . . Italien . . . . Schweden. . . Belgien . . . . Holland . . . Japan . . . . Schweiz . . . Automobilstand der Welt (in 1000 Stück) Personenwagen 1927 1928 19,373 775 611 735 268 121 108 81 54 47 34 42 20,242 882 643 831 351 134 119 83 57 50 38 44 Gleichmässige Wahrung der Interessen aller Strassenbenützer. ÄUTOMOBTt-REVUE Der Weltbestand an Automobilen Land (Eingesandt.) Das Militär- und Polizeidepartement des Kantons Luzern hat vor einigen Monaten dem Polizeikorps des Kantons Weisungen betr. die Automobilkontrollen zugehen lassen, die auf der vom Automobilisten längst angestrebten grundsätzlichen Gleichberechtigung aller Strassenbenützer beruhen. Da solche auch für einen weiteren Kreis von Automobilisten von Bedeutung sein können und ferner, da sie vielfach den Luzernern selbst noch nicht genügend geläufig sind, lassen wir nachstehend darüber einiges folgen: Es wird strikte verlangt; dass Automobil-, kontrollen auf der Strasse und in Uniform vorzunehmen sind. Damit wird glücklicherweise die wie Strassenräuberei aus dem Hinterhalte aussehende, in vielen Kantonen noch vorkommende «unsichtbare Autofalle» (latrocinium legale) für das Gebiet des Kantons Luzern abgeschafft. Die Amtsstatthalterämter brauchen daher inskünftig Verzeigungen, die nicht auf gehörige Amtsfunktionen in Uniform abstellen können, keine Folge mehr zu geben. Des fernem wird betont, dass Automobilisten, die sich einer Uebertretung schuldig gemacht haben, sofort vom Polizeimanne anzuhalten sind, um sie nach Abnahme der Nummer und Personalien und Prüfung der Verkehrs- und Fahrbewilligung, darauf aufmerksam zu machen, dass sie wegen dieser und dieser Verfehlung verzeigt werden. Damit wird die luzernische Polizei einem Postulate der Sektion Luzern desA. C. S. gerecht, das wünschte, dass dem betroffenen Automobilisten die Bussenanzeige nicht erst nach Monaten oder Wochen hintendrein zugehe, sondern dass er sich an Ort und Stelle dem betreffenden Polizeimanne gegenüber, unmittelbar nach der Verfehlung, verantworten könne über das, was man ihm zur Last legt. Mancher Irrtum lässt sich auf •diese Art und Weise rasch aufklären, während er sonst zu ungerechter Bestrafung führen müsste. Meistens kann der Gebüsste nach langer Zeit seine Zeugen oder Beweismittel gar nicht mehr ausfindig machen, während er, wenn er das sofort weiss, Gelegenheit hat, die herumstehenden oder vorbeigegangenen Personen noch zu erreichen, die das auch gesehen haben und die das, was in Betracht fällt, aufklären können. Darnach sollen inskünftig auch die bisher häufigen Nummernverwechslungen nicht mehr vorkommen. In den Weisungen steht des weitern die Verhaltungsmassregel, dass der angehaltene Automobilist mit Takt zu behandeln sei und nicht länger als absolut erforderlich hingehalten werden dürfe. Wir entnehmen es dem Sinn und Geiste dieser durchaus fortschrittlichen Weisungen, dass damit grundsätzlich jede unnötige Verkehrshemmung beseitigt werden will. Jedes in diesem gleichen Sinne unnötige Strafen oder Bussen ist aber in gleicher Weise eine unnötige Anhaltung bzw. Verkehrsschädigung, speziell solange die innegehabte Geschwindigkeit eine gemässigte geblieben ist, weshalb Geschwindigkeiten unter 30 bis 35 Std./km, ohne Hinzukommens anderer Umstände, nicht zur Anzeige gebracht werden sollen. Darüber enthalten die Lastwagen Die Zuverlässigkeit der Automobilstatistiken einzelner Länder lässt noch arg zu wünschen übrig, weswegen es auch angezeigt ist, den periodisch erscheinenden Zusammenstellungen über den Weltbestand an Motorfahrzeugen gegenüber etwas skeptisch zu bleiben. Die Berechnungen der amerikanischen Handelskammer gehören wohl zu den zuverlässigsten Unterlagen dieser Art. Kürzlich wurde nun auch von deutscher Seite eine derartige Zusammenstellung publiziert, die den tatsächlichen Verhältnissen ebenfalls ziemlich nahe zu kommen scheint. Aus dieser seien nachstehend auszugsweise einige Länder wiedergegeben. Die Angaben beziehen sich auf den Bestand am jeweiligen Jahresanfang : 1927 ! 1928 2,764 2,885 249 291 280 306 85 108 101 122 14 42 30 34 18 23 43 43 22 24 12 17 10 11 Automobile insgesamt 1927 1928 22,137 1,024 891 820 369 135 138 99 97 69 46 52 23,127 1,173 949 939 473 176 153 109 100 74 55 55 Auf je ein Automobil entfallen Einwohner 1927 1928 5 43 171 161 290 61 80 106 1,300 75 5 38 43 10 134 127 266 56 79 103 1,107 73 Obwohl die Automobilisierung aller Länder einen unverkennbaren Fortschritt anzeigt, so ergibt sich doch aus der Kolonne, die den Bestand an Automobilen mit der Einwohnerzahl in Verbindung setzt, dass in manchem Staate dem Zuwachs noch ein weiter Spielraum offen steht. Es dürfte überraschen, dass Italien und Deutschland noch eine so schwache Verteilung an Automobilen auf die gesamte Bewohnerschaft aufweisen. Die Schweiz weist schon eine bedeutende intensivere Motorisierung auf und nimmt einen mittleren Rang unter allen europäischen Staaten ein. Die amerikanischen Staaten sind uns weit vorausgeeilt und wird ihnen wohl kaum je ein anderes Land den Rang streitig machen. Der Vergleich der Zahlen lässt wohl den Schluss zu, dass die pessimistische Auffassung der baldigen Sättigung des europäischen Marktes kaum den Tatsachen entsprechen dürfte. Z. Weisungen u. a. den sehr anerkennenswerten Passus: « Es sollen die Interessen aller Strassenbenützer so gut als möglich in Einklang gebracht werden.» « Ausschreitungen und schwere Vorschriftsübertretungen seitens der Motorwagen — oder Motorvelofahrer — sollen zur Anzeige gebracht werden. Anderseits sollen unnötige Plackereien und schikanöse Handhabung der Vorschriften gegenüber den Motorwagenfahrern vermieden werden.» «Es sollte bei allseitigem gutem Willen doch möglich werden, unter Berücksichtigung der Interessen aller Strassenbenützer Sicherheit und Ordnung auf der Strasse herzustellen. » Wir möchten wünschen, dass auch die Gerichte in ihrer künftigen Rechtsprechung (wie übrigens in den Weisungen besonders hervorgehoben wird, dass durch das Amtsgericht Willisau schon in einem Falle es geschehen sei) bestrebt sein werden, diese Grundsätze, die von einem gerechten und loyalen Geiste fortschrittlicher Verkehrsregelung Zeugnis ablegen, in die Praxis umzusetzen. Die Wüste als Autorennbahn. London, Oktober 1928. Malcolm Campbell kann den Verlust des schnellsten Autoweltrekords nicht verschmerzen. Seit Ray Keech die Rekordehre für das Sternenbanner erkämpft hat, sinnt Campbell nach Mitteln, um Old England wieder in vorderste Linie zu bringen. Bekanntlich hat der englische Automobil-Club seinen Bemühungen, an der einheimischen Küste eine geeignete Trainingsstrecke ausfindig zu machen, kein Verständnis abgewinnen können, sondern erklärte mit bemerkenswerter Sachlichkeit die Erlaubnis für derartige Rekordversuche am englischen Meeresstrande nicht geben zu können, da sich kein einziger Küstenstrich für derart gefährliche Versuche eigne. Campbell wandte sich daraufhin nach Norden und suchte in Dänemark nach einem geeigneten Platz für seine tollkühnen Fahrten. Er glaubte einen geeigneten Küstenstreifen gefunden zu haben, jedoch erhielt er auch vom dänischen Justizminister einen abschlägigen Bescheid. Ein vielgereister Engländer, Mr. Scott, der vor kurzer Zeit eine seiner vielen Wüstenfahrten beendet hatte, teilte nun Campbell mit, dass er bei seinen Expeditionen im Innern der Wüste Sahara ein fast topf ebenes Gebiet gefunden habe, das für den Rennfahrer wie gemacht wäre und eine geradezu ideale Versuchsstrecke abgäbe. Zuerst mass Campbell' dieser Mitteilung keine allzu grosse Bedeutung bei. Der Gedanke an die Rückgewinnung der Weltmeisterehren liess ihm aber doch keine Ruhe, und nun wird er demnächst mit seinem eigenen Kleinflugzeug nach Afrika fliegen, um die betreffende Wüstengegend selbst noch eingehend zu besichtigen. Der eigentliche Ort, den ihm der erwähnte Weltreisende angegeben hat, wird vorläufig geheim gehalten. Es soll sich um einen Landstrich etwa 1600 km süd-östlich von Oran, mitten in der Wüste Sahara, handeln. Campbell wird nicht nur die Eignung der dortigen Wüste für die Fahrten, sondern auch die Möglichkeit, das notwendige Material, vorab Benzin und Trinkwasser, nach dort schaffen zu können, prüfen müssen. 928 No 93 Wenn er sich entschliesst, die Wüste als Rennbahn zu benützen, dann wird er unverzüglich die notwendigen Vorbereitungen treffen, die nötigen Eingeborenen andingen, um die Strecke nach seinen eigenen Worten «glatt wie einen Billardtisch » herrichten zu lassen, und hofft im Dezember die Probefahrten aufnehmen zu können. Der Rekordwahn schreckt auch vor den scheinbar schwierigsten Hindernissen nicht zurück und selbst die Wüste wird noch zum begehrten Landstrich, wenn Autorennbahn und flache Uferstrecken der Sucht nach Sensationen nicht mehr genügen! bi. Aus ctem solothnrnischen Kantonsrat. Der Solothurner Kantonsrat nahm in seiner letzten kurzen Session Stellung zum neuen Strassenbaugesetz, das ihm vom Strassenbaudepartement im Sommer unterbreitet worden war. Wir haben seinerzeit in der «Automobil- Revue» die Vorlag© eingehender besprochen, wir erinnern daran, dass sie den gesteigerten Ansprüchen des modernen Strassenverkehrs entsprechend neue Strassenarbeiten in Aussicht nimmt, eine genaue Kostenverteilung zwischen Staat und Gemeinden vorsieht und Vorschriften über die Staubbekämpfung, über die Beitragspflicht der Anstösser, über die Enteignungsbefugnisse bei Strassenverbesserungen enthält. Es ist dabei vorgesehen, dass die Gemeinden für die Anlagen und den Unterhalt der Gemein destrassen aufzukommen haben, währenddem der Staat die Anlagen und den Unterhalt der durchgehenden Kantonsstrassen übernimmt, wobei die Gemeinden an diese Strassen, je nach ihrer wirtschaftlichen Leistung, ständig Zuschüsse 1 von 30 bis 50 Prozent zu tragen haben. Die Anlagen des Staates für die Strassenpflege betrugen im Jahre 1927 über 700,000 Franken denen aber eine analoge Einnahme aus den Automobilsteuern sowi^ aus dem eidgenössischen Benzinzoll gegenüberstand. Es ist zu hoffen, dass durch die Einnahmen des Gesetzes auch der Kanton Solothurn in kürzester Frist ein modernes Strassennetz erhalten wird. -t. Das Geld liegt auf der Strasse. — Eine amüsante Geschichte. So sonderbar und unglaublich es klingen mag, aber noch heute hat das Sprichwort seine Berechtigung. Es kommt nur darauf an, die Situation zu erfassen und die Konjunktur auszunützen. Dass gerade die Schuljugend es versteht, beweist folgende amüsante Begebenheit, die sich dieser Tage in einer Ortschaft irgendwo zugetragen hat. Die Polizei erhielt vom Bezirksamt die Weisung, auf der flauptdurchgangsstrasse Geschwindigkeitsstoppungen der Automobile vorzunehmen und postierte sich, wie üblich, in Zivil an unübersichtlichen Stellen, um die Automobilisten in die Falle zu locken. Einige findige Buben, die dies bemerkt hatten, bschlossen, hieraus Kapital zu schlagen und besetzten die Ortseingänge, wo sie jeden Automobilisten anhielten, um ihn vor der Stoppstelle zu warnen. Die Automobilisten waren selbstverständlich für diesen Wink sehr dankbar und gerne langte jeder in seine Westentasche und gab dem Jungen eine kleine Belohnung. Die Polizei soll sich an diesem Tage über das Resultat der Stoppungen sehr gewundert haben, da nicht ein einziges Strafmandat zu Protokoll genommen werden' konnte. Das Svab-Bergrennen. Letzten Sonntag brachte der ungarische A. C. das neunte Svab-Bergrennen zum Austrag. Die beste Zeit erzielte Graf Zichy auf Bugatti mit 3' 9 71/100". Der in der Schweiz gut bekannte Fahrer Delmar (Steyr) placierte sich mit 3'2717/100".auf den vierten Platz der Rennwagenklasse. Bei den Sportwagen siegte Szini (Austro-Daimler) mit 3' 33 81/100". Bei den Tourenwagen Wolfner (Steyr) mit 3' 47 21/100". v. Für die Sternfahrt nach San Remo haben sich bereits gegen hundert Konkurrenten angemeldet. Die Fahrt lässt sich jetzt schon als grosser internationaler Erfolg an. Unter den Eingeschriebene*n befindet sich der bekannte englische Sternfahrer Bruce. Es liegen Meldungen aus Kopenhagen, Hamburg, Bukarest, London, Paris, Madrid, Danzig, Berlin, Kairo, sowie aus allen grossen italienischen Städten vor. v. Mailänder Mustennesse. Während der Automobilausstellung, welche seit 1920 auch nächstes Jahr wiederum gleichzeitig mit der Messe, nämlich vom 12.—27. April 1929 stattfindet, sind technische und sportliche Wettbewerbe vorgesehen. So ist die Durchführung eines Concours für die Anwendung der Kotflügel, die akkustischen Signale und das Abblenden in Aussicht genommen. Als sportlich-wirtschaftliche Wettbewerbe werden genannt: Verbrauchsprüfung mit Gazogen und Leichtbenzin, ein Concours d'Elegance für Wagen, sowie ein Innenausstattungswettbewerb für Wagen und Autobusse. v.

WM 1*2R Mit den Baslern in Aegypten. Ball des A. C. S., Sektion Basel. Die Basier Mästen hatten vergangenen Samstag ihre Koffern gepackt und waren in mächtiger Kolonne ins Land der Pharaone und Sphinxe gesogen — 360 an der Zahl, unter kundiger und sicherer Führung ühres Chefs des Geseiligen, Herrn Mas Böhmer, dem wir gleich eingangs seine vortrefffliohe Arbeit lobend erwähnen möchten. Also ins Land der Sesostrdis, der Hykisoa, der LDhutmiosis uind Amenopbis, ins Reich des Reformators Echnaton und seiner klugen Gemahlin Nofretete oder Nefatiti, ans Grab des berühmten Tut-ench- Aimiuia ging die Fahrt! Wor hätte da von den unterneihm'ungisl'uistigen Baslern zu Hause bleiben mögen, iwem waren nicht dde ägyptischen Gesahiohtsstunden seliger Zeit wieder im Erinnerung gekommen? In der Regie des Herrn Böhmer lag es, dass wir das klassische Land in der Zeit Echnatona. 1375 bis 1358 v. Ghr., betraten. Die Sphinx drüben sah uns moderne Europäer ein wienig mit scheelen Augen an; sie wird sich ihre eigenen Gedanken — wahrscheinlich lauter gute — über den unerwarteten Besuch gemacht haben. Denn das VölHe&n, das für ein paar Stunden unter ägyptischen Kulturdenkmälern und in den Grüften der letzten Pharaone •weilte, verstand sieh trefflich au amüsieren, ohne die Grenzen des Echnatonsdhen Sittengesetzes zu verletzen. Das Vödklein huldigte wie der grosse König dem strahlenden Sonnengestirn, dem Lichte und der Freude. Dde Scheibe, die ihre langen, in Händen endigenden Strahlen ausstreckt, um der Menschheit, besondere aber dem Könige und seiner Familie das Leben zu spenden, stund als gutes Symbol über dem Eingang in die Räume der königlichen Säle. Die Basier nahmen eine Schale dieses Sonnenlichtes voll und freuten sich des gesegneten Lebens wie der damaligen Kunst, frei von allen UeberMeferungen und in feiner Linienführung. « Es lebte Re, der Herrscher der beiden Horizonte, der im Horizont frohlockt, in seinem Namen als Vater dies Re, welcher wiedergekommen ist als Aton. » Der Sphynx drüben lächelt. Vierzig Jahrhunderte hat er der aufgehenden Sonne enitgegengeischaut. Alle sind an ihm vorübergewandert, Libyer und Assyrer, Juden und Aethioper, Perser, Griechen und Römer, Araber und Türken. Franzosen und Engländer und heute die Basler, die all das Herr- Jidhe der ägyptischen Welt in sich aufnahmen und in ibeisser « Wüstenluft» den bezaubernden Ueberftea des Geschehens in kurze Stunden zu bannen suchten. Am Horizonte, durch dunkle Svkomorenkxonen und' flache Schirme breiter Akazien hindurch, huschten filmartig die Bilder aus dem Leben Echnatons am erstaunten Auge vorbei. Daneben rauschten die Weisen ägyptischer Akademiikerjugend, Weisen, die wohl schon die Ohren der ältesten Pharaone entzückt haben und zu deren Taikt die Basier Pilgerschar in graziöser Natürlichkeit sich wiegte und drehte. Verwundert blickten die Fagonienblüiten, verwundert die Palmen und Mimiosenblüten, verwundert die Mumien auf die Fesiteswoige niedetr. Ein Trompetenistass! In feierlichem Zug© betritt dde Königin Neiratete den Saal. Eine Tänzerin giM ihre Kunst aum besten. Es ist 11 TJihr. Das Grabgemacäi des Königs wird geöffnet. In die Gruft steigen die Basier Aceisten, gebannt stehen sie einen Augenblick vor frisch erschlossener ägyptischer Kunst, um aiber bald zum Leben zurückzukehren und in goldenen Schalen und Tänzen dem ägypti- «ch'Sn Geiste ihtre Huldigung darzubringen. Der Sphynx drüben aber weiss, dass aMes Leben, jede Stunde vergänglich ist. Er lächelt verschmitzt. Auch für die Basier ist die Stunde des Abschiedes aus dem PhaTaonenJande nur zu früh da. — Die Motoren wittern Morgenluft. Sie drängen. Dias Land der ägyptischen Sonne taucht in glückliche Ejännerungen unter — nach ein paar Stunden erwacht man fröhlich in eigener Klause in der wohligen Atmosphäre der Basier Schutzgeister. Der dritte Bai des A. C. S. Sektion Basel hat einen ausgezeichneten Verlauf genommen. Sagen •wir zu. viel, wenn wir ihn als den Bali Basels bezeichnen? Wir glauben nicht. Die Glubmitgldeder werden sowohl ihrem Chef des Geselligen, Herrn Böhmer, als auch dem Künstler, der alle Dekorationen schuf, Herrn Kürsteineir, für ihre gxos.se Arbeit wie auch für dia Gediegenheit des Abends dankbar sein. Der Berichterstatter aber möchte nicht unterlassen, für die überaus freundiliche Aufnahme von selten des verdienten Präsidenten Imhoff und der übrigen Olubmitglieder bestens -zu danken. Die Motorisierung Berlins. Auf 1. Oktober wurde die diesjährige Zählung der Motorfahrzeuge abgeschlossen, da nach diesem Datum bis Ende des Jahres erfahrungsgemäss gewöhnlich keine bedeutenden Aenderungen mehr eintreten. Die Statistik für die abgelaufenen zwölf Monate ergab eine Zunahme von 17,500 Motorfahrzeugen. Damit ist der Zuwachs des vorhergehenden Jahres um 4300 Fahrzeuge überholt. Wie rapid die Motorisierung der deutschen Reichshauptstadt vor sich geht, illustrieren die Ergebnisse an drei aufeinanderfolgenden Stichtagen: 1. Oktober 1926: 49,500 Fahrzeuge; 1. Oktober 1927: 62,800 Fahrzeuge; 1. Oktober 1928: 81,300 Fahrzeuge. Nächstes Jahr wird wohl das erste Hunderttausend erreicht werden, rdv. Ein Denkmal für Gustav Braunbeck. Aus den Kreisen des Deutschen Schnauferl-Clubs, dessen Ehrenpräsident Gustav Braunbeck war, wird dem verstorbenen Pionier des Motorfahrzeugs ein Denkmal gesetzt werden. Das Denkmal wird während der Automobil- Ausstellung in Berlin, am Sonntag 11. November, vormittags 9*/2 Uhr feierlich enthüllt werden. Gestohlene Motorfahrzeuge in Amerika. In den Vereinigten Staaten sind nach einer nordamerikanischen Statistik im Jahre 1927 nicht weniger als 95,088 Motorfahrzeuge gestohlen worden. Gleichzeitig konnten 87,186 Motorfahrzeuge den Besitzern wieder zugestellt werden; darunter befanden sich viele Wagen, die seit 1926 vermisst wurden, rr: Jahresfest des T. C. S. Basel. Was Konfetti? Ja, mir hend doch nicht Fasnacht? Die Sache war nämlich so: Vor dem Univers prangte ein nuhdscher Priester mit einem Helm ä la Hors d'oeuvre-Garnitur, stolz und schön wie Apoll, und öffnete die Türe. Höchst eigenhändig. Selbst mir. Dort, wo man sonst isst, stand eine Tafel mit einem Pfeil und den Worten: Zu den Katakomben. Man a&s also auf der Terrasse. DeT Kellner hatte es eiliger als ich, denn er erwartete den grossen Pharao mit Pfauen/wedel, Roilils-Jloyce und entsprechendem Trinkgeld. Wogegen ich... Ich bezahle, karrossieone mich mit meinem Uilster. « Nach Japan! > Der Kieiotaxichiauffeiur renkt den Kiefer ams < Ach so — ins Kasino! > Der A. G. S. am Nil, der T. G. S. in den «intimen Teesitaiben »... ist — g .. terdegigefl:!! Basler Konfetti. Wenn das nicht Fasnacht Oben ein säebenanmiger Buddha, daMnter Japans strabiensendendieir Sonnenbia]!. Ein Meer von Bü/umen. Fahnen mit goldlacikierten Bonzen und mystischen Sprüchen. Das Reich des Mikado — ein Wunderland, vom künstlichen Sonnen übergihitet. Einen blauen Schlagschatten zeichnet der Gott auf die schillernde Seide. (Ja. der Effekt!) Blumen und -Bauten: Herr Schöpflin. Kunst! Sagt der biedere Bürger zu sich.: Sieb, dir mal die intimen Teestuben an, auf dass du wissest, ob auisser dem Tee ... Und er schreitet durch die Menge und denkt: Wie zahlreich sie gekommen sind. Kein Plätzchen ist mehr frei! Ei, ei, die vielen Geishas. Wie berauschend sie ausseihen in der duftenden Seide und den rieselnden Spitzen. Wie ihre Augen funkeln und ihr Lachen deinen Herzschlag hebt! Ist das dort nicht Herr Fehx aus Zürich? (Des Bürgers Haupt neigt sich zu einem ehrfurchtsvollen Kotau.) Auch Herr Dr. Zeiger aus Luzern ist da. Herr Dr. Fischer aus Lörrach uaid ein Vertreter aus dem Seeland! Welche Ehre: Herr Dr. Henneberg aus Genf, das Präsidium über 31,000 Mitglieder des T. C. S. Seid mir gegrüsst, ihr edlen Gäste! (Natürlich, die Presse muss auch wieder dabei 6ein!) Er erreicht die Teestube und findet, was er suchte: Bachus' Göttertrank! Jetzt trinkt die Bühne alles Licht. Frl. von Beding, die Tochter des Landammann von Beding in Schwyz, sitzt am Flügel. Sie singt französische Arien, trillernde spanische Volksweisen. Revüesohlager in einem weichen herrlichen Englisch und dann — wie hätte man es von zwei so bezaubernd neckenden Lippen anders erwarten mögen — « Oft hab' ich die Frauen geküsst... ». Man möchte ihre golden zurückfüessenden Haare über der weissen Stirn e für immer im Bühnenlichte sehen! Es soll der Wunsch vieler kunstverständiger Bader sein. Und seit Samstag — auch mein Wunsch. * * • Sagt der biedere Bürger zu sich: Gibt es eine Kamst, für die man mehr ©chnv&rnien könnte, als die Darbietungen der Revuegirls? Aber auch der Kerl mit deT sächsischen Rekordschnautze, den Dieser zweireihige Trenchcoat in sehr schöner ägyptischer Gabardine, mit abnehmbarem Innenfutter „Uskine" kostet Fr. 200.— Das gleiche Modell mit nichtabnehmbarem Innenfutter „Uskine" Fr. 160.— Wollgabardine-Trenchcoat mit Gürtel, zweireihig, mit „Uskine" • Innentrockenfutter, in neuen Farben . Fr. 125.— Reklame-Trenchcoats schon zu . . . Fr. 39.— Abnehmbare Fleece, im Preise von Fr. 21.— bis 32.— Trench Coat, en magnifique coton egyptien interieur USKINE, detachable, 2 rangs, . Fr. 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Hauptorganisator des Jahresfestes, in Abwesenheit von Präsident Rene Levaildaiit, zurzeit in Berlin, Papa Stamm, der Mann, dem aMes gelingt. Sein besonderer Dank giEt der Deutschen Handelskammer, durch deren Entgegenkommen der freie Grenzübextritt erreicht weiden konnte, sein Undank den baslerdßonen Gerichten, eüllwo bedauerliche Zustände herreehem sollen. Herr Dr. Henneberg erging sich in ecihimeicfhellhaftestem, Hebenswürdigsten Franzöeksh. Herr Fehr, Präsident der Sektion Zürich, sprach diesmal unter anderem über aktuelle Tagesfragen, z, B. die Tiheaterlotterie. Last not least erhob eich Herr Dr. Fisdher aus Lörrach. der an keinem T. G. S,-Feste fehlt. * * * Uind da das gnosse Programm abgewickelt, danikem wir dem Vengnäigumgiskomifcee: Dem ConferencdeT-Präsident«n, Herrn Bischof, dem -liebenswürdigken aller Gesellschafter, Herrn TMring, Herrn Bdättiler. Namens der Presse ganz besonders Herrn Dir. Wever, dem xmermüdlichen Pressechef. * * * Warum ich nichts vom Tanzen sage? Vom Muisüfcverein mit dem walzerliebenden Dirigenten und dem Grammophon, ©einem hartnäckigen Konkurrenten? (Ich bin dann für den Reim nicht ßchuld!) Nun, weil ich nichts mehr aufgeschrieben habe! Und von wegen den Teestuben und den Geishas und... Der sieibenaTmige Buddha kam erst um halb Fünf zur Rune. Vit. Die nächste Sitzung des Zentralkomitees findet nächsten Samstag, den 10. November, nicht in Zürich, sondern in Bern statt. Der eigentlichen Sitzung, welche auf 14 Uhr anberaumt ist, geht um 10 Uhr eine Sitzung des Direktionskomitees voran. Die für die Sitzung des Zentralkomitees aufgestellten Haupttraktanden lauten: 1. Diskussion und Annahme des administrativen Reglementes, 2. Vorbereitung der Delegiertenversammlung. Zeit und Ort der Detegiertenversammlung werden durch das Zentralkomitee bestimmt. Wahrscheinlich finden sie in Bern statt. TRENCHCOATS „DICKSON AUTO-MANTEL „DICKS ON" Auto-Mantel „Dickson". Ueberzieher in englischem Stoff und Sohnitt, in neuen Farben Fr. 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Oktober 1928 •wurde das Gerücht verbreitet, dass zwei Rennwagen niohfc hätten starten können, weil sie am Vorabend von, Mitgliedern der Sektion Basel des Automobil-Gluba der Schweiz aufgekauft worden seien. Baanit habo dieser Club das erwähnte Rennen schädigen wollen^ Des weitern wurde vexisohiedenüioh entrüstet dar-* auf hingewiesen, dass die Sektion Basel des Automobil-Gliuibs der Schweiz in unsportlicher Weise dad Rennen gesperrt und die Sperre öffentlich, bekanntgegeben habe. Die Sektion Basel dea Auitcxcnobdl-Cäuba der Schweiz ersuchte die Veranstalterin des Rennens, um freundschaftliche Be-ziehungen zwischen den. beiden Gluba aufrechterhalten zu können, den erwähnten Behauptungen aufklärend entgegenzutreten. Die Sektion Basel des Touring-Glubs der Schweiz lehnte dies ab. Es erschien sogar im offiziellen Organ dieses Giubs, im « Auto-Touring », am 17. Oktober 1928 ein Bericht, in dem die oben eirwähnten Vorwürfe in etwas anderer und unbestimmterer, aber nicht minder unfreundlicher Art wiederholt werden. Allerdings bat sich die Redaktion dea « Auto-Tou;ring > zu diesem Bericht vorsorglich eine- Erwiderung vorbehalten, aber diese bis jetzt unterlassen. Wir sehen uns daher leider veranlasst, in dieser Angelegenheit eine Erklärung abzugeben. Wir wissen sportliche Begeisterung zu schätzen. Sie sollte aber doch den Blick für nüchterne Tatsachen nicht in derart befremdlicher Weise trüben wie bei gewissen, am fraglichen Rennen beteiligten Kreisen. Nur bei erstaunlicher Ueberschätzung der Bedeutung einer derartigen Rennveranstalbung kann die abenteuerliche Annahme Glauben finden, dio Sektion Basel des Automobil-Clubs der Schweiz oder einzelne Mitglieder hätten es sich viele Tausende Franken kosten lassen, lediglich um einen oder mehrere Wagen dem Rennen fernzuhalten. Ein. derartiges Gerücht verurteilt sich selbst. Weder dio Sektion Basel des Automobil-Clubs der Schweiz noch einzelne Mitglieder haben einen zum Rennen angemeldeten Wagen gekauft oder kaufen lassen. Dagegen hat zwar nicht die Sektion Basel, wohl aber die Nationale Sportkommission des Autom'obil- Clufos der Schweiz in dessen offiziellem Organ, im « A. G. S. », darauf aufmerksam gemacht, dass das fragliche Reninen gesperrt sei. Die Sektion Basel würde es begrüsst haben, wenn sich diese Mitteilung deutlicher nur an die Mitglieder des Automobil- Clubs der Schweiz und der Association Internationale des Automobil-Clubs Recormus gewandt hätte. Die Association Internationale des Automobile-' Clubs Reconnus ist die internationale Organisation, die aiu&sch'liesslioh berechtigt ist, autoraoibilspOTtliche Veranstaltungen durchzufüluren oder durchführen zu lassen, deren Ergebnisse — z. B. Rekorde — als allgemein zu anerkennende «sportliche Festistelliunigen gelten. Derartige internationale Organisationen mit ausschliesslichen sportlichen Berechtigungen bestehen auch bei vielen andern Sportzjweigeii. Dies hat seinen guten Grund. Derartige Organisationen sollen verhindern, dass beliebige Peinsonen oder Clubs, die an keinerlei Vorschriften gebunden sind, für die an von iihnen veranstalteten Anlässen erzielten Ergebmisse die allgemeine sportliche Anerkennung verlangen können. Dies müsste zur sportlichen Anarchie führen. Der Association. .Internationale des Automobil-Gluibis Reconnus gehört nun der Automobil-Club der Schweiz an. Dagegen ist der Touring-dub der Schweiz diesem Verbände nicht angeschlossen; er kann also auch keine international anerkannten Rennen veranstalten. Gemäss Reglement des Verbandes ist der Automobil- Club der Schweiz verpflichtet, auf die Folgen der Teilnahme an einem solchen, nicht anerkannten Rennen — Disqualifikation — aufmerksam zu machen. Die Nationale Sportkommission des Automobil-Clubs der Schweiz ist also mit der Veröffentlichung, dass das Rennen gesperrt sei. lediglich; ihren internationalen sportlichen nachgekommen. Verpflichtungen Der Vorstand der Sektion Basel des Automobil-Clubs der Schweiz. A.C.S. SEKTION EP/!MENTAL. Automobilstrasse Bern—Thun. Auf Einladung der Sektion Emimentai des A. G. S. referierte am 1. dies Herr Marcel Nyffeler, der Geschäftsführer des Initiativkomitees für eine Automobilstras'so Bern—Thuin, in Burgdorf über Automobilstrassen und die Projektierung einer solchen im Kanton Bern. Es ist ©ino unbestrittene Tatsache, dass durch den immer noch zunehmenden automobilen Strassenverkehr unser© dtrassen überlastet werden. Ihr Um- und Ausbau, in einer Weise, dass den neuen Ansprüchen genügt wird, ist, von wenig Ausnahmen abgesehen, unmöglich. Diese Zustände rufen neuen Kommunikati'onismitteln. Ein solches ist die Automobilstrasse; ihr Ursprung liegt in Italien. Von Staats wegen wird wenig geschehen; die private Initiative war es von jeher, die epochemachende Neuerungen studierte, und verwirklichte. In Bern hat sich ein Initiativkomitee gebildet, welches die Anlage einer Autostrasse von Bern-Muri nach Thun nach allen Richtungen untersucht. Diese Strecke drängt sich als erstes schweizerisches Versuchsstück aus verschiedenen Gründen auf: die bestehende Staatsstrasse ist überlastet wie kaum eine andere in der Schweiz; dde Kosten stellen sich im Verhältnis zum schweizerischen Durchschnitt nieder (pro km Fr. 230,000 statt Fr. 400,000), weil wenig Kunsthauten nötig sind und fast kein Kulturland expropriiert werden muss; diese Strecke bildet ein erstes Teiiistück der kürzesten. Basel mit der italienischen Grenza verbindenden sehweizeri-' sehen Durchgangsautostrasse. An hand von Skizzen und Geländeaufnahmen wurde die Linienfüihrung anschaulich gezeigt. Der Beifall zeigte dem Referenten, dass seine mühevolle, in den Dienst des bemisohen und schweizerischen Wirtschaftslebens gestellte Arbeit Anerkennung findet. Das Eidg. Militärdepartement, alle Gemeinwesen an der projektierten Strecke und viele andere Städte und Gemeinden des Kantons (darunter auch Burgdorf) haben dem Werke ihire Sympathie ausdrücklich bekundet. Dieser Rückhalt im Volk ist mit eine Voraussetzung zu seinem Gelingen. Möge die Einsicht in die Notwendigkeit der Schaffung von Automobilstrassen zuir Entlastung des übrigen Strassenverkehr-s an immer weiter© Kreise dringen, auf dass die Arbeit der heutigen opferfreudigen Initianten von Erfolg begleitet sei. E.