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E_1928_Zeitung_Nr.098

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gewissen Ausnahmefällen

gewissen Ausnahmefällen zugelassen wird. Für Strassen mit hartem Belag ist die Verwendung von Eisenbereifung, sowie von Schneeketten und Raupenbändern verboten. Für bestimmte Strassen wird der Regie rungsrat ermächtigt, für Wagen mit Voll gummibereifung niederere Qeschwindigkeitei vorzuschreiben, als im Konkordate vorgese hen sind. Pneubereifung und Bereifung mi Weichgummi sind einander gleichgestellt Vollgummireifen, die sich auf 40 mm abge nützt haben, müssen durch neue ersetzt werden. Höchstgewicht, Entgegenkommen an das Gewerbe. Man weiss, dass die Frage des Höchstgewichtes in den Konferenzen der Polizeidirektoren, wie auch bei der Beratung der eidgenössischen Automobilvorlage von ausschlaggebender Rolle war. Der luzernische Regierungsrat sieht ein, dass es im allgemeinen Geschäfts- und Gewerbeinteresse liegt, den Lastwagenverkehr nicht mit allzu einschränkenden Vorschriften zu belasten. Der Motorlastwagen spielt tatsächlich mit jedem Tage eine grössere Rolle, und deshalb wird man Einschränkungen nur so weit als zulässig erachten dürfen, als dabei anderweitige ebenfalls berechtigte Interessen nicht tangiert werden. Es ist dies eine Erwägung, die übrigens auch bei der Frage des Nachtfahrverbotes und bei der Regelung der Arbeitszeit eine Rolle spielen dürfte. Da der luzernische Regierungsrat auch die schweizerischen Bundesbahnen nicht ganz vor den Kopf stossen durfte, hat er sich auf den Standpunkt der Polizeidirektorenkonferenz gestellt und eine Höchstbelastung von 10 Tonnen als allgemeiner Interessenausgleich zugebilligt. Bezüglich das Höchstgewicht des Lastwagens schliesst sich der Gesetzesentwurf der st. gallischen Vorlage an. Sofern Bau und Anlage der Strassen, sowie die öffentliche Sicherheit es gestatten, soll der Regierungsrat ermächtigt werden, für solche Strassen ein Höchstgewicht von 15 Tonnen zu bewilligen. Schalldämpfer, allgemeine Verkehrsvorschriften. Neu im Gesetzesentwurf ist die Bestimmung betreffend Schalldämpfer für Fahrzeuge, die durch einen Explosionsmotor angetrieben werden. § 12 verlangt, dass solche Motorfahrzeuge mit wirksamen Schalldämpfungsvorrichtungen zu versehen sind. Wo diese fehlen, kann die Verkehrsbewilfigung; entzogen werden. Interessant und wirkungsvoll sind die im Gesetzesentwurf enthaltenen allgemeinen Verkehrsvorschriften. Wenn sie auch bloss zwei Paragraphen umfassen, so ist damit doch ein guter Anfang gemacht, um nicht nur die Motorfahrzeugbesitzer, sondern alle Strassenbenützer zu erfassen. Hervorgehoben sei dabei besonders, dass an unübersichtlichen Kurven bei Entgegenkommen eines andern Fahrzeuges das Ueberholen verboten wird, ebenso gegenüber demjenigen Motorfahrzeug, das mit der erlaubten Maximalgeschwindigkeit fährt Von spezieller Bedeutung ist die Vorschrift des § 17, wonach jedes auf einer Strasse verkehrende Fuhrwerk auf der Vorderseite mit ausreichendem, gut sichtbarem Licht versehen sein und ein rotes Schlusslicht besitzen muss. Ebenso müssen alle Langholz- und ähnliche Langwarenfuhrwerke durch ein rotes Schlusslicht oder einen Begleiter mit roter Handlaterne gesichert sein. Die Automobilisten werden sicherlich dankbar dafür sein, dass durch § 17 Scheidewege! Zu unser aller Glück fand ihn in diesem Augenblick Miss Kent im Gartenhaus, wie er vor den Schätzen sass, Hess sich alles von ihm beichten und brachte ihn dann zu Muttern. Womit die unterhaltsame Geschichte von Jung-Haralds erstem und wohl einzigem Versuch im Verbrechen schliesst. Wenn du mich fragst, sage ich, dass der Krach, der augenblicklich in der Bibliothek stattfindet, ihm sehr gut anschlagen wird. Jung-Harald kann noch ein ganz braver Bürger werden.» Eine Pause entstand, während Mike diese Tatsachen verdaute. «Wisst Ihr,» sagte Lady Fairlie plötzlich, «dieses Mädchen hat ein gutes Herz. Mir hat es sehr gefallen, wie sie ihn verteidigte und betonte, dass er die Absicht gehabt habe, die Sachen zurückzugeben. Ja, wirklich ein liebes Mädchen, finde ich.» Sie sah ihren Neffen an. «Nun, da das festgestellt ist, wann kommst du nach Hause?» Mike errötete und hustete verlegen. «Ach recht bald — Tante Karoline. Ich — ich habe nur noch hier in — in Ordnung zu bringen.» «Merkwürdig», murmelte Lady Fairlie. «Das sagte der andere auch. Hoffentlich ist dein Etwas von anderer Art.» «Das Etwas ist eben in den Rosengarten gegangen», warf Mr. Moon liebenswürdig ein, «von dem Kind begleitet. Du kannst dir die Socken heraufziehen Mike, und losgeh — aber hier kommt die Bussfertigkeit in Sack und Asche.» (Fortsetzung folgt.) die bis jetzt bestandene grosse Möglichkeit, mit unbeleuchteten Langholzfuhrwerken zusammenzustossen, auf ein Minimum verringert wird. Kein allgemeines Nachtfahrverbot. Erfreulicherweise hat der luzerinsche Regterungsrat von einem allgemeinen Nachtfahrverbot für alle Motorlastwagen abgesehen. Ein Nachtfahrverbot wird nur für Motorfahrräder während der Monate Mai bis November, von 23 bis 5 Uhr, und während der Monate Dezember bis und mit April, von 22 bis 6 Uhr vorgesehen. Dabei soll der Regierungsrat ermächtigt werden, das Nachtfahrverbot auf andere Arten stark lärmender Motorfahrzeuge auszudehnen. Die Botschaft enthält hierüber auf Seite 16 einen Passus, den wir unsem Lesern vollinhaltlich zur Kenntnis geben möchten. Er lautet : « Man darf nicht vergessen, der Lastwagenverkehr spielt in unserem Wirtschaftsleben eine gewaltige, mit jedem Tag wachsende Rolle. Der Gesetzgeber muss sich sehr wohl überlegen, ob seine Massnahmen nach dieser Richtung nicht eine unzulässige Behemmung bringen können. Das gilt auch für das Nachtfahrverbot. Wohl hat der Kanton Bern ein solches Verbot erlassen und dabei den Schutz des Bundesgeriehtes gefunden, und doch ist heute nicht sieher, ob Bern und jene Kantone, die Berns Beispiel befolgt haben, an ihrem Verbote in der Zukunft festhalten können. Es gibt zahlreiche Fuhren, z. B. Lebensmitteltransporte, die überhaupt nicht oder wenigstens nicht zu gewissen Jahreszeiten, anders als während der Nacht ausgeführt werden können. Will man wirklich derartige Fahrten durch ein solches Fahrverbot verunmöglichen ? » Gebühren und Steuern. Was die Gebühren und Steuern anbetrifft, so ist an den bisherigen Ansätzen keine Aenderung vorgenommen worden. Immerhin wird durch die Anwendung der Konkordatsformel für die Berechnung der Pferdekräfte eine massige Erhöhung Platz greifen. In Anbetracht, dass der Kanton Luzern sich alle Mühe gibt, seine Strassen zu modernisieren, werden die Motorfahrzeugbesitzer diese bescheidene Erhöhung wohl ohne Opposition in Kauf nehmen. Im übrigen enthalten die Paragraphen 24 bis und mit 27 gewisse Zugeständnisse, die seitens der Motorwagenbesitzer gewiss angenehm empfunden "werden dürften. Zuteilung der Erträgnisse an die Gemeinden. Auch betreffend Zuteilung eines gewissen Prozentsatzes des Erträgnisses aus Automobilgebühren an die Gemeinden scheint der Regierungsrat den richtigen Weg eingeschlagen zu haben. Es ist vorgesehen, 20 % vom Nettoerträgnis der Motorfahrzeirg-Gebühreu denjenigen Gemeinden zuzuweisen, deren Strassenunterhalt zufolge des Automobilver- \ehrs ausserordentliche Kosten verursacht. Bei der Verteilung soll die Länge der als Durchgangsstrasse iu Betracht fallenden Gemeindestrasse, das Mass der für diese Durchgangsstrasse gedachten Aufwendungen und die finanzielle Lage der betreffenden Gemeinde massgebend sein. Vernünftige Regelung der Arbeitszeit. Was die Regelung der Arbeitszeit anbetrifft, so hat sich die luzernische Regierung darauf beschränkt, Vorschriften aufzustellen, welche die Arbeitszeit jener Fahrer regeln, die im wesentlichen berufsmässig dem Fahren obliegen und deren Dienst für die allgemeine Sicherheit in besonderem Masse in Beracht kommt. Fahrer, welche Motorlastwagen und Motorfahrzeuge, die zum Transport von mehr als acht Personen eingerichtet ind, sowie Taxameter zu führen haben, sollen :ine tägliche Ruhezeit von 10 Stunden zugesichert erhalten. Dabei ist wiederum bemerkenswert, dass die Luzerner Regierung die Bestimmung des Berner Dekretes, « die Fahrer müssen spätestens nach 10 Stunden, Mittag und Zwischenpausen eingerechnet, am Lenkrad abgelöst werden», nicht aufgenommen' hat und zwar mit der Begründung, dass sie kaum durchzuführen sei und die dahingehende Interpretation der Berner Regierung nicht befriedigen könne. Im Ganzen : Gute Arbeit. Die Luzerner Regierung hat nach unserer Ueberzeugung mit dem neuen Gesetzesentwurf eine vorbildliche Arbeit geleistet. Wir Iauben, dass er im Grossen Rate einer günstigen Aufnahme sicher sein darf und dass keine grossen Abänderungsanträge zu erwarten sind. Wir möchten sogar so weit gehen, zu betonen, dass bei einer künftigen Beratung des schweizerischen Automobilgesetzes der luzernische Gesetzesentwurf eine gute Gründlage bilden wird. Die Strassenmitte gehört weder dir noch dem entgegenkommenden Fahrer. Ihr beide müsst mit dem Strassenrand vorlieb nehmen, wenn ihr ungeschoren aneinander vorbeikommen wollt. ÄUTOMORTL-RFVUC Zum Ausbau des aargauischen Strassennetzes. Der aargauische Grosse Rat, der am 20. November besammelt war, hat sich noch einmal mit dem Bauprogramm betreffend Instandstellung der Strassen für den Automobilverkehr befasst und dabei in grosszügiger Weise eine namhafte Erweiterung des neuen Strassenbauprogrammes gutgeheissen. In Diskussion standen folgende Zusatzanträge der Kommissionen : a) Für die künftigen Instandstellungeu sei das im Bericht des Regierungsrates vom 11. November 1927 enthaltene allgemeine Programm zu genehmigen mit folgenden Erweiterungen : 1. Die Ortsverbindungsstrasse Hendschiken- ! Dottikon-Wohlen ist — eventuell unter Erhebung zur Landstrasse — ebenfalls staubfrei herzustellen, worüber der Regierungsrat dem Grossen Rate eine besondere Vorlage unterbreiten soll. 2. Soweit der für die Rheintalstrasse (Stein- Kaiserstuhl) ausgesetzte Kredit nicht von den Innerortsinstandstellungen in Anspruch genommen wird, soll er für Ausserortsstrecken genannter Strasse Verwendung finden. 3. Der Regierungsrat soll prüfen und darüber besonderen Bericht erstatten, ob die Strecke Rümikon - Kaiserstuhl durchgehend umgebaut werden solle, statt nur die Kurve zu korrigieren. 4. Der Regierungsrat soll ferner ein Projekt vorlegen für eine Korrektion der Strecke Muri-Wallenschwil, sowie Hendschiken-Langelen-Wolilenberg. 5. Der Regierungsrat wird ersucht, dem Rate ein Dekret über die Instandstellung der Strasse durchs Wynental vorzulegen. b) Der Betrag von Fr. 50 000, der bisher aus den Auto- und Velogebühren an die Amortisation des kantonalen Notstandkredites bezahlt wurde, ist künftig (erstmals 1929) für die Instandstellung der Autostrassen nach dem vorliegenden zweiten Strassenbauprogramm zu verwenden. Nach einer ziemlich scharfen Debatte erteilte der Rat dem Dekret, wie es aus der ersten Beratung hervorgegangen war, einstimmung die Genehmigung. Ebenso wurden die Zusatzanträge der Kommission, sowie ein weiterer Antrag, die Bözbergstrasse (Basel- Brugg-Zürich) auf ihrer ganzen Ausdehnung im Aargau mit Beförderung für den modernen Verkehr instandzustellen, gutgeheissen. Die Millionenkosten werden aus den Automobil- und Fahrradgebühre'n; die dem Kanton Aargau für das laufende Jahr 1,2 Millionen Franken einbringen, gedeckt. Zudem werden in Zukunft nach Kommissionsantrag die 50 000 Franken, die aus den Auto- und den Velogebühren zur Amortisation des kantonalen Notstandkredites bestimmt waren, inskünftig für die Instandstellung der Autostrasse verwendet. Der aargauische Grosse Rat hat gute Arbeit geleistet. In kürzester Frist wird der Kanton ein vortrefflich ausgebautes, dem modernen Automobilverkehr dienendes Strassennetz erhalten. Der fortschrittliche Geist, von dem sich der aargauische Grosse Rat leiten Hess, ist erfreulich. Es bleibt zu hoffen, dass auch die aargauischen Gemeinden nach Möglichkeit ihre Durchgangsstrassen dem modernen Verkehr anpassen werden. K. Bussenpraxis im Kanton Bern. Auszug aus einem Schreiben eines Gebtissten an einen Gerichtspräsidenten. «Ich gestatte mir, darauf zu verweisen, dass ich nicht zu Vergnügungszwecken Ihre Umgebung aufgesucht habe, sondern zwecks Einkauf bei der Firma X. in Y. zu tun hatte, wo ich, zu Ihrer genauen Orientierung, im Laufe der letzten Jahre für nicht unerhebliche Beträge eingekauft habe, d. h. vom 1. Januar bis 31. Oktober 1928 für Fr. 24,000.—. Am gleichen Platze bemühen sich noch weitere Firmen, mit mir Geschäfte zu tätigen. Falls Sie die Busse nicht auf ein Minimum reduzieren könnten, wäre ich gezwungen, Ihre Gegend möglichst zu meiden und es wird mir dies nicht schwer fallen, zumal es sich nicht um Marktartikel handelt, weitere Aufträge meinerseits ausserhalb des Kantons Bern zu placieren. Es ist dies für mich der einzig mögliche Weg um dem von Ihnen geduldeten absurden Automobilfangsystem beizukommen, bezw. die dortige Industrie zu schädigen, bis die Behörde zum Rechten sieht.» Diese «Stimme aus dem Publikum» ist ein deutlicher Beweis, wie sehr sich der Kanton Bern durch das von ihm betriebene Bussensystem wirtschaftlich schädigt. Stimmen, wie die vorliegende, kommen uns in letzter Zeit sehr häufig zur Kenntnis. Der wirtschaftliche Boykott des Kantons Bern hat somit bereits begonnen. Die Verantwortung hiefür trifft die bernische Regierung, die aus Automobilkreisen verschiedentlich und aufs eindringlichste gewarnt und ersucht worden ist, Einsicht walten zu lassen. Der Schaden, den die bernischen Behörden dem bernischen Wirtschaftsleben zufügen, ist ein ausserordentlich grosser und in seinen Folgen unabsehbar. Dr. R. v. Stürler. Advokat, Bern. Englische Automobilstatistik. London, November 1928. Die statistische Abteilung des Verkehrsministeriums hat wieder eines ihrer regelmässig erscheinenden Bulletins herausgegeben, in welchem über den Stand der Motorfahrzeuge bis Ende August 1928 aufschlussreiche Zahlen veröffentlicht werden. Zuerst die staatlichen Einnahmen! In den von der Statistik erfassten neun Monaten (1. Dezember 1927 bis und mit 31. August 1928) flössen der Staatskasse brutto 23,3 Millionen Pfund zu. Nach erfolgten Abzügen für Rückvergütungen, administrative Auslagen etc. verbleiben aber immer noch an die 500 Millionen Schweizer-Franken, die grösstenteils dem Strassenfonds überwiesen werden. Die Einnahmen aus dem Motorfahrzeugverkehr haben in den letzten Jahren in ganz unvorhergesehenem Umfange zugenommen. 1922 flössen dem Staate rund 10 Millionen Pfund zu, 1927 waren es bereits 21 Millionen und dieses Jahr wurden nun in den nämlichen neun Monaten wiederum 2 Millionen Pfund oder 50 Millionen Schweizer-Franken mehr vereinnahmt! Da begreift man es wohl, dass der Finanzminister ab und zu mit dem Strassenfonds liebäugelt, dessen pralle Kasse oftmals im Gegensatz steht zu der nach einem Defizit neigenden allgemeinen Staatskasse. Allein von einigen wenigen ausserordentlichen Fällen abgesehen, hat dieses Geld immer restlos für den Strassenbau gedient. Das englische Parlament und auch die Motorfahrzeugbesitzer kennen glücklicherweise keine langwierigen Debatten, um ein karges Viertel, wie es sich die Kantone und die schweizerischen Sportskollegen im Interesse der allgemeinen Wohlfahrt vom Bund erkämpfen müssen. Zur Orientierung über den Stand an Fahrzeugen, für welche die Verkehrsbewilligung gelöst worden ist, dienen nachfolgende Zahlen, die sich jeweilen auf den Bestand am 31. August beziehen: 1922 1027 1028 Personenwagen 314 800 778100 877 300 Last- und Lieferungswagen, Traktoren 151000 274 700 294 200 Taxameter 77 600 95 700 93 400 Motorräder 378 000 671700 690 700 Pferdefuhrwerke 232 900 102 600 82 700 Die Zahlen sprechen wohl für sich selbst! Die Entwicklung des Motorfahrzeugwesens geht auch in England ununterbrochen weiter. Die Zunahme an Motorrädern scheint sich etwas verlangsamt zu haben. Dies hängt mit der blühenden Industrie und der- grossen. Nachfrage nach den Kleinautos, den sogenannten Babywagen, zusammen. Diese Liliputautos bedeuten für die Motorradfabriken eine ernste Konkurrenz, und heute wird noch niemand darüber ein Urteil abgeben können, zu welchen Gunsten sich der Kampf entscheidet. Das Motorrad wird zwar nie verdrängt werden können, aber der Absatz mag leicht stationär werden oder gar etwas zurückgehen. Im umgekehrten Sinn© geht die Bewegung bei den Pferdefuhrwerken. Ihre Zahl schmilzt immer mehr zusammen und allein iu den sechs zum Vergleich herangezogenen Jahren haben sich deren Reihen ganz gewaltig gelichtet. Zwar hat sich die Abnahme etwas verlangsamt, aber aufgehalten ist sie wohl nicht mehr. Der offene Tourenwagen erfreut sich in England immer noch beträchtlicher Beliebtheit. Da die Statistik die Wagen nach ihrer Bauart noch in geschlossene und offene Wagen ausscheidet, ist es möglich, sich auch diesbezüglich an genaues Zahlenmaterial zu halten. Von den in England in den Monaten Juni, Juli und August 1928 neu in den Verkehr gelangten 39,400 Personenwagen waren 27,140 Limousinen, sogenannte «Saloon cars», und über 12,000 offene Tourenwagen. Weitaus am stärksten war die Zunahme an Autos, die der 12- und 8-Steuer-PS-Klasse angehören, welche zusammen fast die Hälfte der in diesem Vierteljahr neu auf die Strasse gekommenen Wagen ausmachen. bi. Auto und Strassenbahn in der Verkehrsunfallstatistik. (Eine Duplik.) Wenn ich zu einer kurzen Duplik schreite, so geschieht dies in erster Linie deswgen, weil Herr Dr. E. V. in seiner Entgegnung (in Nr. 96 der A. R. vom 16. November) zu meiner Notiz in Nr. 92 vom 2. November die irrige Meinung vertritt, ich habe beabsichtigt, den Automobilisten « vorzurechnen », dass die mit dem Autoverkehr verbundenen Gefahren überschätzt würden. Jedenfalls aber ist mir ein derartiges Unterfangen, das ich selbst als eines ernst- und gewissenhaften Fahrers unwürdig bezeichnen müsste, nie im Traume eingefallen. Ueberhaupt habe ich meinen Berechnungen an und für sich gar keinen allzu grossen Wert beigemessen. Sie sollten mir doch nur sozusagen als Sprungbrett dienen. Und wozu? Erstens wollte ich den Automobilgegnern sagen: So gefährlich wie das Ding aussieht (auf 1218 Unfälle 617 Automobilbeteiligungen), ist es bei näherem Zusehen doch nicht»

N» f 8 - 102* AUTOtyOBrL-RHVUb Ihr braucht also ob der 50 %, wie sie aus den nackten Zahlen hervorgehen, durchaus kein Geschrei zu erheben. Zweitens wollte ich dartun, dass die Strassenbahn auch ihr gerüttelt Mass an Unfallbeteiligungen aufzuweisen hat, ja dass die Unfalibeteiligung der Strassenbahn weit grösser ist als die der Autos. Herr Dr. E. V. kommt nun freilich auf Grund seiner Berechnungen zu dem Resultate, dass beide Vehikelarten ungefähr gleich gefährlich sind. Ich stehe nicht an, sein Resultat als das richtigere anzuerkennen. Drittens wollte ich auf Grund des unter 2. Dargelegten (und dies war mir weitaus die Hauptsache) einmal mehr die Forderung erheben, die Strassenbahn habe nicht nur aus verkehrstechnischen Gründen, sondern auch aus Gründen der Sicherheit im Strassenverkehr, je eher je lieber aus dem Weichbild der Stadt Zürich zu verschwinden. Alles weitere meines Artikels hing dann noch lediglich mit dieser Forderung zusammen, der ich voraussagte, dass ihr doch über kurz oder lang nachgelebt werden müsse. Anderes habe ich nicht sagen wollen und auch nicht gesagt. W. \V. Anmerkung der Red.: Wir nehmen an, dass damit die Diskussion über das Thema geschlossen ist, da Herr Dr. E. V. in seiner Replik mehr um die Berichtigung der statistischen Voraussetzungen als um die Schlussfolgerungen unseres Korrespondenten W.W. zu tun war. Andererseits behalten die von W. W. gegenüber der Strassenbahn geäusserten verkehrstechnischen Bedenken ihie volle Gültigkeit, da die Verkehrsregelung in einzelnen Strassenzügen immer solange unvollständig bleiben wird, als auf die Strassenbahn Rücksicht genommen werden muss. Ein bernisches Verkehrsamt? Die bernische Regierung hat die Vorlage betreffend die Errichtung eines bernischen Automobilamtes zurückgezogen. Meinungsverschiedenheiten zwischen Bau- und Polizeidirektion, wem das Amt faktisch zu unterstellen sei, haben wesentlich zur Verschleppung der Angelegenheit geführt. Es Lindsay Lloyd heisst allerdings, dass man im Regierungsgebäude in Anbetracht der Umstände sich die Frage neuerdings vorlegen wolle, ob das Automobilamt nicht in ein eigentliches .Verkehrsamt auszubauen sei, das sämtliche Verkehrsfragen, zu behandeln hätte. Wenn die Zurücklegung der Vorlage über das Automobilamt zur Errichtung eines eigentlichen Verkehrsamtes führen würde, so wäre dies mehr als begrüssenswert und damit eine längst gestellte Forderung det «Automobil-Revue» und ein langgehegter Wunsch der Automobilverbände in Erfüllung gegangen. Das Oktober-Ergebnis der Schweizerischen Bundesbahnen Es ist wiederum sehr erfreulich, weist es doch trotz einer leichten Abschwächung des Personenverkehrs eine Einnahmensteigerung gegenüber dem Vorjahre von nahezu einer Million auf, so dass sieh der Betriebsüberschuss von 14,9 auf 15,4 Millionen Franken erhöht. Was den Personenverkehr anbelangt, so handelt es sich dabei wohl nur um eine zufällige Fluktuation, die nicht auf einen Tendenzumschwung zurückgeführt werden dürfte. Die S.B.B, können mit ihrem Passagierverkehr zufrieden sein, übersteigt er bis heute doch bereits die 100 Millionen Reisenden und übertrifft er denjenigen der ersten zehn Monate von 1927 um etwas mehr als fünf Millionen. Recht erfreulich ist die weitere Steigerung und Zunahme des Güterverkehrs. Diese beträgt im Oktober wiederum 100,000 Tonnen, wodurch die. Einnahmen von 21,2 auf 22,17 Millionen Franken angestiegen sind. Der Güterverkehr hat seit Jahresbeginn 198,34 Millionen abgeworfen, übersteigt die letztjährige Summe also um 10,4 Millionen. Es ist dies das beste Zeichen einer erhöhten Geschäftstätigkeit, die übrigens auch in der Aussenhandelsstatistik zum Ausdruck kommt. Die gesamten Transporteinnahmen von anfangs Januar bis Ende Oktober betragen 33,8 Millionen Franken, übersteigen somit das letztjährige Ergebnis um 17,3 Millionen. Dabei ist äusserst bezeichnend, dass an dieser Steigerung der Güterverkehr mit rund zehn, der Personenverkehr dagegen nur mit rund sieben Millionen Franken beteiligt ist. Die bessere wirtschaftliche Konjunktur, die vermehrte Akquisitionstätigkeit der S. B. B.- Autoraobile (SESA genannt!), eine grössere Beweglichkeit in der Taxenberechnung und [aneben eine durch das Privatautomobil lergestellte bessere und schnellere Verbinlung aller Ortschaften mit den Schienen der Jundesbahnen, haben wohl zu diesem erfreu- :chen Ergebnis beigetragen. Eine erhöhte -usammenarbeit zwischen Automobil und Eisenbahn wird sicherlich letztern wiederum in erhöhtem Masse zugute kommen. -t. Keine Alpenfahrt der ADAC 1929! Sporttagung der A.D.A.C. Die Sportinstanz der A. D. A. C. beschlqss dieser Tage, die übliche Reichs- und Alpenfahrt im nächsten Jahre fallen zu lassen. Eine nähere Begründung hiefür wird nicht angegeben. Man wird sich erinnern, dass die diesjährige Alpenfahrt der A. D. A. C, welche auch durch unser Land führte, eine Welle der Entrüstung hervorgebracht hatte. Die gesamte schweizerische Presse — die Automobil-Revue» voran — fand für die verantwortungslose Raserei der A. D. A. C.-Fahrer nur Worte schärfster Verurteilung. Man dürfte nicht fehl gehen, die Absage der traditionellen Fahrt auf die Ereignisse dieses Jahres zurückzuführen. Iu seinem Berichte anlässlich der Sporttagung erklärte Präsident Kroth, dass die verflossene Saiecm einen starken Rückgang in der Zahl der Veranstaltungen gebracht hätte. Ueber die Hälfte der Wettbewerbe wurden nicht durchgeführt. Die Zahl •der Veranstaltungen der A.D.A.C. dieses Jahres beträgt 114. t>ie Tagung sprach sich dahin aus. nächstes Jahr dem Tourensport besondere Pflege angodoihen zu lassen und die Gebrauchs- und Wirtschaftlichkeitsprüfungen zu fördern. Eis ist denn auch für den Juni eine grosszügige Prüfung dieser Art geplant. Die Ausarbeitung dos weiteren Sportprogramms wird den einzelnen Clubs überlassen. v. Internationale Sportkonimission pro 1929. Die «Ässociation Internat, des Automobüe- Clubs Reconnus» in Paris gibt soeben bekannt, dass die Internationale Sportkomrnission pro 1929 wie folgt definitiv bestellt worden ist: Präsident: R. de Knyff (Frankreich). Vizepräsident: V. Florio (Italien). Mitglieder: Fritsch (Deutschland), Hayinerle (Oesterreich), Nothomb (Belgien), Resines (Spanien), Hogan (Ü. S. A.), O'Gorman (Grössbritannien), Knyff (Frankreich), Florio (Italien). Suppleanten : von Natzmer (Deutschland), (Koechert (Oesterreich), Langlois (Belgien), Bradley (U. S. A.), Perouse (Frankreich), Grossbritannien), Mercanti (Italien). Mitglieder nur mit beratender Stimme : Regulski (Polen), von Rosen (Schweden), Decrauzat (Schweiz). Ersatzmänner der Mitglieder nur mit beratender Stimme: Bernström (Schweden), Pierrehumbert (Schweiz). P A Sekretär : P6ron (Frankreich). Wie diese offizielle Bekanntmachung ersehen lässt, ist somit die Schweiz in der internationalen Sportkommission pro 1929 nur als Mitglied mit beratender Stimme vertreten, s. Die italienischen Automobilisten ehren Amundsen. Der Automobilclub von Mailand veranstaltet für den 14. Dezember, dem in Norwegen festlich begangenen Jahrestag der Entdeckung des Südpols durch Amundsen, eine Huldigungsfaljrt von Mailand nach Oslo. Die Fahrt ist als Ehrbezeugung für den grossen nordischen Forscher und gleichzeitig als Dankesbezeugung für den Helden gedacht, der bei der Hilfsexpedition für Nobile sein Leben eingebüsst hat. Der ausschliesslich den Mitgliedern des grossen Mailänder Clubs reservierte Raid führt über 2300 km. Der Start ist auf den 9. Dezember festgelegt. Das Reglement der Fahrt ist soeben erschienen. :—: Ein bedeutender Zusammeasehluss deutscher Sportverbände. Vor wenigen Monaten erfolgte der Zusammensein uss des Deutschen Motorradfahrerverbandes mit dem AutomobÜclub von Deutschland, wodurch dem letzteren über 32,000 neue Mitglieder zufielen. Bekanntlich bezweckt die Vereinigung eine einheitliche Organisation der Verkehrsverbände, ohne dass dadurch die Selbständigkeit und Eigenart der Motorfahrer angetastet wird. Nunmehr sind auch die Rad. fahrer mit den Automobilisten in ein Bündnis getreten, indem der Bund deutscher Radfahrer eine Interessengemeinschaft mit dem A. v. D. eingegangen ist, die allerdings vorläufig auf ein Jahr beschränkt wurde. Diese Annäherung bezweckt eine weitgehende Zusammenarbeit auf sportlichem und verkehrspolitjschein Gebiet. Alle motorfahrzeugfahrenden Mitglieder des Radfahrerblindes haben nun die Möglichkeit, an nationalen und internationalen Anlässen des Motorfahrzeugsportes teilzunehmen und gemessen daneben alle Vorteile der A. v. D.-Mitglieder, wie kostenloser Rechtsschutz, Beratung in technischen und Versicherungsfragen, touristischer Auskunftsdienst, Grenzpassierscheine etc.; zudem ist der Radfahrerbund im Grossen Sportausschuss des A. v. D. vertreten. Dieser weitere Zusammenschluss der Verkehrsverbände wird sich in mancherlei Hinsicht, so auch in den Unterhandlungen mit den verschiedenen Behörden und Regierungen, zürn Vorteil der Interessenten auswirken, b. Packard Der Motor ist die Seele des Automobils. — Der im Jahre 1923 herausgekommene 8-Cylinder-Pakkard Linienmotor diente den Automobilkonstrukteuren der ganzen Welt als Vorbild. Etwa 80 verschiedene Fabrikanten 1}8Lben nun diesen Motor nachgeahmt. Der V-Motor ist nahezu verlassen, d. h. auf etwa 4 Fabrikate zurückgedrängt. Packard Standard eight, der neue kleinere 8-Cyliftder, dem weltberühmten grossen Packard 8-Cylinder in Qualität und Präsentation ebenbürtig, ipi Preise fast gleich wie der bisherige 6-Cylinder, ist die glänzend te Proposition der Gegenwart. Ash (he man who awns one z_ Werner Risqh, Zürich i f Maur. Guyot, Chaux-de-Fonds Albert Schmidt S. A., Genf R. Votz, Thun |CKA R D Aas» Die UnabhänRigkeitsieier der englischen Automobilisten. Seit einigen Jahren begehen die englischen Automobilisten eine Feier zur Erinnerung an den Tag, da dem Automobil in ganz England die Strasse freigegeben wurde. Das historische Jahr ist 1896. Bis im November dieses Jahres durften die Automobile in Britannien nur benützt werden (sie waren zu jenem Zeitpunkt noch sehr selten!), wenn dem Wagen ein Fussgänger mit einer roten Fahne voranging, der alle Passanten durch eifriges Schwenken vor dem nahenden Ungetüm zu warnen hatte! Anno 1896 wurde dieser Zopf aller Zöpfe abgeschnitten, die höchste Geschwindigkeit indessen mit 19 Kilometer in der Stunde limitiert! Der Clou der Unabhängigkeitsfeier ist Seweilen ein Rennen der Veteranen. Die Liste der eingeschriebenen «Antiquitäten» verdient es, hier wiedergegeben zu werden : Panhard-Levassor 1891; Panhard-Levassoi- 1893; Benz 1893; Clement 1894; Benz 1895; Renault 1895; Tbornycroft 1895; Daimler 1896; Hurtu 1896; Benz 1890; Daimler 1897; Benz 1897; Benz 1897; Panhard-Levassor 1897; Benz 1897; Benz 1898; Daimler 1898; Star 1898; Stenhens 1898; Dclahaye 1899; Renault 1899; Benz 1900; Benz 1900; Darracq 1900; Wolseley 1900; Lanchester 1901; Sunbeam 1901; Panhard-Levassor 1901, De Dion 1902; Arrol Johnstqn 1902; Daimler 1902; DeDioa 1902; Renault 1902; Wolseloy 1902; AVolscley 1902; De Dion 1902; Sunbeam 1903; DoDiou 1903; Cadillac 1903; Oldsniobile 1903; Rover 1903; Do Dietrich 1903; Mercedea 1903; Riley 1903. V, Die Coppa Crespi. Das vom Sportciub Mailana in Monza zum Austrag gebrachte Rennen bot spannende Kampfszenen. Bis zur nounten Runde des über 100 km führenden Rennens mit Handycup lag Ghiabotti mit seiner kleinen Fiat 509 an der Spitze, verlor aber wegen Kerzendefekt die Führung. Chiabotti war ohne Handycup gestartet Der end« giiltigo Sieg fiel darauf' Dafara auf Lancia ia 1 Std. 19 Min. 9 Sek. (Handycup 21 Min.) zu. Zweiter wurdo Bolardi, ebenfalls auf Lancia; er benötigte nur 8 Sekunden mehr als sein siegreicher Toam- Kollege. Pirola und Natali, beide auf Alfa Romeo 1500 cem, .sausten mit einer halben Wagonlänga Unterschied über das Zielband. Pirola wurde Dritter, Natali Vierter. Auch die üeit des letztem steht noch unter 1 Std. 20 Min. Die schnellste Runde fuhr Katali mit A Min. 35 Sek., was einem Stundenmittel von 130,909 km entspricht. v. ÄV AT Der neue schweizerische Höbeurekord. Letzten Montag erreichte Hauptmann Luzi Bartsch mit einem Comte-Eindecker A. C. l die Höhe von 11.000 Metern, was einem neuen Schweizerrekord entspricht. Hauptmann Bartsch startete auf dem Flugplatz Dübendorf tun 14 Uhr 20. Der Aufstieg nahm ungefähr eineinhalb Stunden in Anspruch. Der Abstieg knappe 10 Minuten. Die gesamte Flugdauei; betrug: 97 Minuten. Der Flieger war zu seinem Rekordversuch mit Sauerstoffapparaten ausgerüstet» Bei dam verwendeten Flugzeug: bandelt es 6ich um einen Jagdein&iteer. der Firma Alfred Comte, Dübendorf und Horgen. Die prächtisro Leistung wurdfl also mit einer schweizerischen Konstruktion erzielt. Der Motor xst ein luftgekühlter 480 PS Jupiter- Stcr-umator. Bärtschs Rekord ist vom Weltrekord nur .knappe 700 Motor entfernt. Gegenwärtiger offizieller Weltrekordhalter ist der Italiener Donati mit 11,700 Meter (Dewoitine-Hochdeeker mit Jupitor- Sternmotor). Es besteht auch ein offiziöser Weltrekord des amerikanischen Marineleutnants Champion, der 12,000 Meter betrasen soll. Den alten, schweizerischen Rekord stellte unser auf so tragische Weise aus dem Lab&u geschiedene Hauptmann Cartjer am 23. April 1925 mit einem Hispano-Suiza 300 PS Motor auf. Er betrus 9750 Meter. Hauptmann Bartsch, der, •nio allgemein bekannt sein dürfte, auch im Skisport zu den besten unserer Spriage.vgarde gehört, äusserto sich nach 6«nem gelungenen Vörsudh, daiss mit dorn Comte-Eindecker eine noch grössere Höhe zu erreichen sei! V. Ein schweizerischer Pionier. Im Alter von 61 Jahren starb ün Spital Sekundarschulhausabwart Rudolf Volkart, ein Mann, der zwar zu den Stillen im Lande gehörte, der aber seiner grosszügigeu Ideen willen Erwähnung verdient. Hatte der Verstorbene doch schon in den neunziger Jahren, als in Dübendorf noch niemand ans Fliegen dachte, diverse Flugzeuge in natürlicher Grosse konstruiert, die nur deshalb nicht recht zum Fliegen gekommen sind, weil damals noch keine Explosionsmotoren existierten. Rudolf Volkart hatte entschieden das Zeug zu einem Erfinder in sich; leider fehlten ihm dazu zwei wichtige Dinge: die technische Vorbildung und das nötige Geld. Wer weiss, ob es ihm bei Vorhandensein dieser beiden Hauptmomente nicht doch noch gelungen wäre, seine letzten Pläne zu verwirklichen: das Flugzeug, das seine Kraft beim Fliegen aus der Luft bezieht. Der Vereinheitlichung der Verkehrssignale entgegen. Auf 1. Dezember wird in Schaffhausen eine revidierte Verkehrsordnung in Kraft treten, welche in ihren hauptsächlichsten Bestimmungen den Vorschlägen der Verkehrskommission des schweizerischen Städteverbandes entspricht. Die von dieser Kommission vorgesehenen Zeichen und Signale sind zwar in der Munotstadt grösstenteils bereits angewandt worden, so dass das offizielle Inkrafttreten der Verordnung nicht viel Neues bringen wird. Immerhin ist es erfreulich, dass eine weitere Stadt durch gesetzliche Sanktion zur Vereinheitlichung dei Verkehrszeichen beigetragen hat.