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E_1928_Zeitung_Nr.096

E_1928_Zeitung_Nr.096

Ausgabe: Deutsche Schweiz. un, Freiifo, 16. nouemner 1928. Nummer 20 Cts. 2*. Jahrgang. — N° 98 ERSTE SCHWEIZERISCHE AUTOMOBIL-ZEITUNG Zentralblatt für die schweizerischen Automobil- und Verkehrs-Interessen ABONNEA1ENTS-PRE1SE: ErsclMint laden DhmKaf oad PnlMf Monatlich „Gefte UiU" Ban>J(hr]!cb Fr. 6.—, jährlich Fr. 10.—. Im Ausland unt«r Portozuseblag, ADAIIMSTRAT1OIV: BreitenralMtmsse 97, Ben» Mteni Dicht poitamtlicb bestellt. Zuschlag ttu postamtlicbe Beitellung im In- und Ausland 30 Rappen. Postcheck-RecbnunR 111/414 Telephon Bollwerk 39.S4 .' TBlcaräihm-Adrts«: Autorann, Bern VON TAGE Die Niveauübergänge! Wirklich ein Kapitel für sich. Wieviel Tinte ist schon geflossen, um auf ihre Gefährlichkeit hinzuweisen, und noch mehr, wieviel Menschen haben an diesen Stellen ihr Leben einbüssen müssen. Mit einem Federstrich sind sie allerdings nicht zu beseitigen. Aber eines darf verlangt werden und müssen wir mit aller Entschiedenheit verlangen, dass die Bahn ganz besonders an solchen Stellen auf den übrigen Verkehr Rücksicht nimmt und nicht dergleichen tut, als fahre sie ganz allein in der Welt herum. So ist am Niveauübergang beim badischen Güterbahnhof in Basel letzter Tage wieder ein schreckliches Unglück geschehen. Wie durch ein Wunder ist der Chauffeur eines schweren Camions beim Zusammenstoss mit einer, rangierenden Lokomotive unverletzt geblieben, wogegen sein Begleiter um so übler zugerichtet worden ist. Der Mann besass Geistesgegenwart und Energie genug, um sich unter den Trümmern des brennenden Wagens hervorzuarbeiten und die in Flammen stehenden Kleider selbst zu ersticken. Das Unglück .ist geschehen, die Untersuchung wird eingeleitet werden, aber eines steht schon jetzt fest: dass durch einige beidseits des Niveauüberganges stationierte Güterwagen dem Fahrer des Camions die Sicht über den Schienenstrang genommen war. An der verkehrswirtschaftlichen Tagung in Zürich hielt Herr Generaldirektor Dr. Schrafl einen Vortrag über das Verhältnis zwischen Automobil und Eisenbahn und die Wirtschaftlichkeit dieser Betriebe. In diesem Vortrage wurde nach Pressemeldungen wiederum ausgeführt, dass die Automobilkonkurrenz im letzten Jahre den Bundesbahnen einen Einnahmenausfall von rund 36 bis 40 Millionen Franken gebracht habe. Dieser Verlust ver- Sir Michaels Abenteuer. Roman von K. 0. R. Browne. CopTrirht 1928 bi Georf Maller. Verlat. München. (51. Fortsetzung) Die Jagd ging weiter. Mr. Cherry verliess den Rasen und verschwand im Strauchwerk. Krachende Geräusche begleiteten in Zwischenräumen den Durchzug von Verfolgtem und Verfolger durch das Buschwerk. Auf dessen anderer Seite lag der Küchengarten. Dort war ein fremder Kunstgärtner vorgerückten Alters bei einem Stachelbeerstrauch beschäftigt. Infolge seiner gebückten Haltung wurde er von Mr. Cherry erst bemerkt, als dieser schon fast bei ihm angelangt war. Der Kunstgärtner, der etwas schwerhörig war, hatte jetzt die Bewegung in seiner Nähe wahrgenommen und sich aufgerichtet. Es gab einen Aufschrei, einen Zusammenstoss und beide wälzten sich im Staube. Mr. Cherry war gleich wieder auf und weiter; der Gartenkünstler hatte sich eben erstaunt auf den Knien emporgerichtet, als der Zweite — Mike — schwer über ihn fiel. Wieder wälzten sich Zwei im Staub. Mike raffte sich schnell auf und trabte weiter, den Mund voll Erde. Der Kunstgärtner, der ein vorsichtiger unmögliche einen allgemeinen Frachttarifabbau. Ohne Automobilkonkurrenz könnte eine lOprozentige Tarifermässigung herbeigeführt werden. Wie Herr Generaldirektor Dr. Schrafl die Summe von 36 bis 40 Millionen Franken errechnet hat, wissen wir nicht. Die hiezu nötigen Unterlagen wurden an der Oeffentlichkeit noch nie bekanntgegeben. Es wäre auch müssig, sich über die Höhe der Summe zu streiten. Nachdem in der schweizerischen Automobilindustrie mindestens 50 Millionen Franken investiert sind und der Wert der heute in Betrieb stehenden Last- und Gesellschaftswagen sich etwa auf 224 Millionen Franken beläuft, 80,000 bis 90,000 Personen in der Motorfahrzeugindustrie ihren Erwerb finden, das motorische Nutzfahrzeug besonders in der Lebensmittelversorgung heute eine ungemein wichtige Rolle spielt, glauben wir feststellen zu dürfen, dass trotz der angeblichen Konkurrenzierung das Lastautomobil sein Daseinsrecht genügend dokumentiert hat. Hält die günstige Wirtschaftskoni unktur an und werden die eingeleiteten Bestrebungen der Rationalisierung der sphweizerischen Bundesbahnen eingehalten, die nach Dr. Schrafl selbst die Rettung der S. B. B. bedeutet, so wird die Leitung der Bundesbahnen doch dazu kommen, in nicht allzu ferner Zeit einen allgemeinen Frachttarifnur nicht ins Boxhorn jagen lassen. Daneben gehen wir mit Herrn Generaldirektor nur nicht ins Boxhorn jagen lassen. Im übri'- gen gehen wir mit Herrn Generaldirektor Dr. Schrafl darin einig, dass im Interesse der Allgemeinheit es zu einer vernünftigen Teilung des Verkehrs zwischen Automobil und Eisenbahn kommen muss. Jede Bewegung hat ihre Licht- und Schattenseiten. Wir verübeln es Herrn Dr. Schrafl in seiner Stellung nicht,.wenn er in seinem Vortrage mehr auf die Schattenseiten, als auf die grössern Lichtseiten des. Automobils hingewiesen hat, sind dafür um so erfreuter*, dass auch in den leitenden Kreisen der Bundesbahnen man zur Auffassung gelangt ist, dass es sich heute nicht mehr um die Alternative «Eisenbahn oder Automobil» handelp kann, sondern dass es auf ganz natürlichem Wege zu einer Zusammenarbeit kommen muss. Wir glauben zudem nicht, dass die ausgedehntere Verwendung des Automobils zu einer Verteuerung der Lebenshaltung führen wird. Ein abschliessendes Urteil hierüber zu fällen, wäre wohl verfrüht, da augenblicklich der Automobilismus sich in grösster Entwicklung befindet und das Automobil des « kleinen Mannes » sich je länger desto mehr den Markt erobert. Fallen zudem die hohen Benzin- und Automobilzölle, so dürfte weniger von einer Verteuerung, als von einer Umgestaltung der Lebenshaltung durch das Automobil gesprochen werden. Der Vorstand des Verkehrsvereins Basel, der sich durch seine Initiative und Arbeitsfreudigkeit auszeichnet, hat sich wiederum mit einer Eingabe an den Basler Regierungsrat gerichtet, zwecks Verbesserung und Rationalisierung des Basler Tramnetzes. Aus Mann war, blieb liegen, um den Rest der Prozession vorüber zu lassen und stand erst nach einer Weile auf, als keine Renner mehr erschienen. Er war eine philosophische Natur, kratzte sich am Ohr und nahm seine Arbeit wieder auf. Da hatte sich eben wieder jemand einen Spass gemacht... Der Küchengarten wurde durch eine hohe Ziegelmauer abgeschlossen, in der sich eine Tür befand. Als Mr. Cherry diese von weitem erblickte, freute er sich, doch war die Freude nur kurzlebig, denn er fand die Tür verschlossen. Er schaute sich um und bemerkte zu seiner Rechten einen kleinen Schuppen zum Aufbewahren von Gartengeräten, der an die Mauer angebaut war und ein schiefes Dach hatte. Obwohl ihn seine verletzte Hand stark behinderte, gelang es ihm, sich auf das Dach hinaufzuschwingen und von dort die Mauer zu erklettern. Auf der anderen Seite sprang er herab und lief weiter, eben, als Mikes erhitztes und wütendes Gesicht über der Mauer erschien. Dessen Zorn hatte mittlerweile den Siedepunkt erreicht; denn die Jagd, die er sich so leicht vorgestellt hatte, hatte bisher keinen anderen Erfolg aufzuweisen, als ihm den Mund und die Schuhe mit Erde anzufüllen und sein linkes Hosenbein an einem Nagel des Daches zu zerreissen. Er kam gerade rechtzeitig über die Mauer, um Mr. Cherry dieser Eingabe interessiert uns besonders die Feststellung, dass einem gewissen Verkehrsbedürfnis; auch durch Autobuslinien entsprochen werden könne. Der Vorstand spricht sich dahin aus, dass er sowohl für Beibehaltung der Strassenbahn, als auch für die Schaf fang von Autobaslinien sei, wogegen allerdings der Strassenbahn keine unbedingte Vorzügsstellung eingeräumt werden müsse. Für den Vorortsverkehr dürfte ohne weiteres die Einrichtung eines Automobil verkehrs genügen. Daneben sei aber auch die Einrichtung eines Autobusdienstes als Teil des Tramunternehmens mit Einpassung in das Tarifsystem der Basler Strassenbahnen naheliegend, da zudem Basel auch einen Bestand von Autobussen für Spezialzwecke .bedürfe. Die Eingabe des Vorstandes des Verkehrsvereins Basel zeugt von Weitblick und richtiger Erfassung des städtischen Verkehrs; seine loyale Haltung gegenüber Automobilfragen ist besonders bemerkenswert. Der Automobil-Aussenhandel im Oktober. Starker Rückgang der Einfuhr, dreifache Erhöhung de* Ausfuhr gegenüber Oktober 1927. Die Automobilemfuhr des vergangenen Monates zeigt gegenüber dem Monat im Vorjahre einen starken Rückschlag, ist die Summe doch von Fr. 14,784,742 im Oktober 1927 auf Fr. 5,315,817 im gleichen Monat dieses -Jahres gesunken^ Mag dieser starke Rückgang natürlicherweise stark auffallen, so ist daran zu erinnern, dass letztes Jahr auf 1. November die erhöhten Automobilzölle in Funktion traten und dass deshalb im Oktober natürlicherweise noch so viel als möglich importiert wurde. Man weiss, dass die offizielle Statistik kennt. folgende neun Kategorien a) Motorzwei- und -dreiräder ohne Lederüberzug; b) andere (also solche mit Lederüberzue): c) Automobile und Chassis im Stückgewicht von weniger als 800 kg; d) Automobile und Chassis im Stückgewicht von 800 bis und mit 1200 kg; e) Automobile und Chassis im Stückgewicht von 1200 bis und mit 1600 kg; f) Automobile und Chassis im Stückgewicht von mehr als 1600 kg; g) Karosserien aller Art für Automobile: h) Elektrokarren; i) Traktoren ohne Karosserie. Eine Klassifizierung dieser Kategorien nach Ländern ergibt folgende Einfuhrtabelle für den Oktober 1928: um die Ecke laufen zu sehen, und spornte sich zu seiner stärksten Leistung an. Aber Mr. Cherry, der mittlerweile so ziemlich ausgepumpt war und einsah, dass es nur mehr kurzer Minuten bedürfe, bis ihn sein Verfolger eingeholt habe, lag hinter der Ecke auf der Lauer und stellte dem in rasendem Laufe Daherstürmenden geschickt ein Bein. Mike machte einen unfreiwilligen Luftsprung und kam mit solcher Wucht zur Erde nieder, dass ihm die Sinne schwanden... Mr. Cherry hielt sich nicht damit auf, ihm erste Hilfe zu leisten, sondern kroch durch eine Hecke und ein Dickicht und hoffte, nun dem Verhängnis entgangen zu sein. Trotzdem mässigte er seinen Lauf nur wenig und kam nun an einen Kreuzweg. Wer beschreibt sein Entsetzen, als er dort zu seiner Rechten das Gittertor des Parkes von Lindley-Haus erblickte! Er war im Halbkreis herumgelaufen! «Ach, hol's der Teufel!» sagte er, zu verzweifelt, um ordentlich zu fluchen, und setzte sich wieder in Trab, dabei rechts und links nach dem erwünschten Seitenpfad ausspähend, der ihn rascher aus diesen gefährlichen Gefilden wegführen sollte. Aber dieser Wunsch sollte nie erfüllt werden, denn bei der nächsten Wegbiegung kam ihm ein Radfahrer entgegen und veranlasste ihn, seinen Schritt bedeutend zu massigen, denn er wolte keine unnötige Aufmerksamkeit erregen. Der Rad- INSERTIONS-PREIS: Die' achtgespaltene 2 mm hohe Grandzelle oder daran Raum 45 Cts. für die Schweiz; (ur Anzeigen aus dem Ausland 60 CU. Grfissere Inserate nach Seitentarlfa laowatansehhus 4 Tage vor Erscheinen der betreffenden Nummer Stück q kg Wert in Fr. Xotti. Deutschland a 13 23.36 24.975 b 21 274 0 10 73.02 37.150 d 15 176.17 93.300 e 8 110.71 73.229 f 5 137.80 107.936 g 51 403 h 5 30.81 12.000 349.267 Oesterreich b 6 78 d 4 48.69 38.060 f 8.40 6.466 M.604, Frankreich a 15 18.48 18.508 b 7. 41 c 10 68.18 29.730 d 62 704.68 294.900 e 19 287.42 205.050 ! f 5 225.92 161.366 g 45 201 1 1 21.76 11.023 720.819 Italien a 1 2.73 2.379 b 2 2.96 2.582 o 20 159.70 71.030 d 16 156.68 75.761 e 34 430.33 239.190 f 1 82.00 72.676 g 29 165 463.783 Belgien a 1 5.78 7.595 b 69 785 d 5 56.08 33.000 e 1 15.18 8.000 f 2 54.78 37.803 g 9 50 87.228 Holland a 6 145 f 32 294 439 Grossbritanien a 34 73.89 68.562 b 5.81 3.449 o 2 9.38 6.200 e 1 13.80 12.000 f 1 33.12 70.412 g 13 91 160.714 Ungarn a 1 20 20' Kanada i 28 200 200 Vereinig. Staat, a 8 16,23 14.975 b 80 1.000 0 8 62.37 18.800 d 304 3397.91 1.344.530 e 158 2310.94 1.272.100 f 54 1228.92 827.807 g 5.30 3.370 1 I 18.76 6.161 3.488.743 Oktober 1928 a 72 140.54 137.159 b 2 10.60 8.204 c 50 372.65 162.910 d 406 4540.21 1.879.551 e 221 3168.38 1.809.569 f 68 1771.54 1.284.960 g 6.77 4.280 h 5 30.81 12.000 i 2 40.52 17.184 826 10082.02 5.315.817 Oktober 1927 a 179 240.84 220.505 b 7.92 5.425 c/i 2425 28762.07 14.558.812 14.784.742 2604 29010.83 Abnahme der Einfuhren 9.468.925 Unser bester Lieferant bleiben demnach die Vereinigten Staaten, die von der Einfuhr allein 65 Prozent bestreiten. Es folgen hernach Frankreich mit 13,5 Prozent, Italien mit 8,7 Prozent, Deutchland mit 6,5 Prozent, fahrer kam näher und Mr. Cherrys aristokratisches Antlitz wurde von einem Zweifel umwölkt, im nächsten Augenblick wich der Zweifel einem äusserst beunruhigenden Erkennen. Er blieb stehen, Hess sich auf ein Knie nieder und tat, als hätte er einen Schuhriemen zu binden. Jedoch die List war vergeblich. Der Radfahrer hielt neben ihm und stieg ab. Ein Paar gelbe Schuhe traten in sein Gesichtsfeld. «Einen Augenblick!», sagte, der Radfanrer. Mr. Cherry ging seines Weges unbekümmert fort. «Ich komme gerade her, um Sie aufzusuchen», sagte der Radfahrer und ging neben ihm. «Wenn ich mich nicht verirrt hätte, wäre ich schon früher hier gewesen, aber da hätte ich Sie vielleicht nicht getroffen.» Mr. Cherry, der nun keine andere Wahl hatte, blieb stehen und schaute den Sprecher fremd an. «Kann ich etwas für Sie tun, lieber Mann?» Mr. Hicks nickte so heftig, dass ihm sein zu kleiner, steifer Hut über das rechte Auge rutschte. Er schob ihn zurück und betrachtete Mr. Cherry mit geradezu grausamer Befriedigung. «Ja», erwiderte er. «Sie können mir ein© gerade Antwort auf eine gerade Frage geben: Haben Sie mir vor ein paar Tagen einen falschen Fünfer angehängt oder nicht?»' (Fortsetzung folgt.)