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E_1928_Zeitung_Nr.096

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BLÄTTER DER

BLÄTTER DER UNTERHALTUNG Während noch im Jahre 1880 ein Gelehrter von Weltruf wie der Rektor des Polytechnikums Hannover, Prof. Launhardt, im Kolleg seine Hörer vor der Beschäftigung mit Hirngespinsten wie der Erfindung des Automobils als einer sinnlosen Zeitverschwendung warnte, war — kaum vierzig Jahre später ! — der Gasolinverbrauch in den Vereinigten Staaten schon auf 6,685 Millionen Gallonen oder 303,70 Millionen Hektoliter, also 250 Liter pro Kopf der Bevölkerung, jährlich gestiegen, folglich schon mehr als der Bierverbrauch in Bayern, mit einem « Friedensmass» von 238 Liter pro Kopf jährlich! Wie das Leben ohne Auto aussah, können sich auch alte Amerikaner kaum noch recht vorstellen, so sehr hat das moderne Vehikel, um es vorweg zu sagen, das eigene Auto, ihre Gewohnheiten umgestaltet, das Auto als Gebrauchsgegenstand nämlich, das keineswegs ein Zeichen der Zugehörigkeit zu den « upper ten» ist, obwohl es auch im traditionslosen Amerika Leute geben soll, die Standesunterschiede — nach der Höhe des Bankkontos ! — machen und das wirkliche Auto, wie diese Stützen der Gesellschaft, deren soziales Selbstbewusstsein sich in der Qualität ihres Autos ausdrückt, zu sagen pflegen, vom Fordauto oder Fordwagen haarscharf unterscheiden. Die Popularisierung des Autos in Amerika ist so weit fortgeschritten, dass ein Witzbold beinahe recht haben könnte, wenn er sagte, die Zeit sei nicht mehr fern, da jede halbwegs gute amerikanische Mutter ihre Sprösslinge schon mit dem benötigten HILFIKER & Co., 31 BEUNDENFELDSTRASSE 31 TELEPHON BOLLWERK. 26.90 Automobil zur Welt bringen werde und diese bald nach ihrer Entwöhnung im eigenen Automobil durch die Strassen kutschieren würden. Zu diesem Zwecke empfehle er eventuell die sogenannten Kleinautos, von denen es heute in Deutschland wimmelt, während sie in Amerika unbekannt sind. Sie hätten nämlich den grossen Vorzug, im Notfall unter den grössern Maschinen hindurchkriechen zu können, falls kein Platz zum Passieren wäre, eine Fähigkeit, die dem so lebhaften Temperament der amerikanischen Kinder besser zusagen dürfte als die langweilige «Prozessic- Wahrere'», der die Erwachsenen, da die Maschinen eben noch nicht übereinander hinwegklettern könnten, heute ihre besten Kräfte opfern müssten. Die Prozessionsfahrerei. Der Begriff « Prozessionsfahrerei» für den amerikanischen Automobilverkehr, besonders in den grossen Städten, trifft wirklich den Nagel auf den Kopf. Wäre eine solche Prozessionsfahrerei, die an Geduld und soziale Disziplin der Fahrenden wahrhaftig keine geringen Anforderungen stellt, möglich, wenn nicht überall das grösste Verständnis — der Prozentsatz der Nichtfahrer ist verschwindend klein! — für den Automobilverkehr herrschte? Die Behauptung, Amerika sei restlos automobilisiert, scheint wirklich nicht übertrieben. Vater, Mutter, Sohn und Tochter, jedes Familienglied hat bald sein eigenes Auto, ein eklatanter Beweis für die Tatsache, dass das Automobil in den Vereinigten Staaten eine Lebensnotwendigkeit geworden ist, der ständige Begleiter des Menschen, der DAS BHIN VERTRAUENSHAUS FÜR BATTERIEN. GROSSER STOCK IN ALLEN TYPEN. UEPAKATUREN ZU VORTEILHAFTEN PREISEN ÄUTOMOBTL-REVUE r>8 — W 96 AUS DEM AMERIKANISCHEN ÄUTOLEBEN schon die Jugend zur Schule und zurück, oder auf «joy-rides» fährt. Der amerikanische Automensch. Krankte das europäische Geschlecht bisher daran, dass es « der Maschine nicht gewachsen war », weshalb es auch — zu schwach ! — den neuen Lebensrhythmus, solange es ging, innerlich abzulehnen suchte, so war der robustere ursprünglichere Amerikaner von jeher mit der Maschine innig vertraut. Es ist kein Zufall, wenn er nach einem bezeichnenden Sprachgebrauch sein Auto «seine Maschine » nennt, die er um so mehr liebt, je schneller sie ist, möge sie nun ein billiger « Flipper » für 300 Dollar oder — noch wohlfeiler und demgemäss hässlicher ! — ein mit seinem Leinendach wie ein Obstkarren aussehender « Doctor car » oder Landarztwagen sein ! Das Aussehen des Wagens spielt bei dem sich immer jung fühlenden, mit einem charakteristischen Sinn für Tempo und deshalb einem ebenso starken Verständnis für Qtfrossenez,u.$lhIeF-^arätüriiierkstätt€ E.HUBER*ZÜRICHWIEDIKON Bahnsendungen nach Station Giesshübei. üeisswerdende Kubier werden oQemisoh gereinigt. Sorortiee Bedienung. Technik begabten Amerikaner gar keine Rolle. Der Amerikaner ist, wie man sagt, « car minded», d. h. er hat das liebevollste Interesse für seinen Wagen, den er aus dem «ff» kennt und mit dem er 'wie mit einem Freund vertraut ist. Er hat an ihm etwa die Freude des Reiters an seinem Pferd, aber des Reiters, der sein Ross fast eifersüchtig selbst betreut und es keinem andern überlässt. Er denkt wie der echte Reitersmann denken muss : erst das Ross, dann ich ! Ergo fährt er auch seine Maschine selbst ! Deshalb war es auch niemals nötig, das Selbstfahren in Amerika als wirksamstes Förderungsmittel des Automobilismus überhaupt nur erst anzuregen. Das «seif driving» ist für den Amerikaner, während sich in europäischen Köpfen mit der Idee vom Auto immer noch die passive Vorstellung des be^ quemen Gefahrenwerdens verbindet, eine ebensolche Selbstverständlichkeit wie etwa bei uns das Radfahren. Dieses Selbstfahren hat vor allem den schätzenswerten Vorteil, dass der Amerikaner in seiner Kostenaufstellung für den Wagen einen schwerwiegenden Posten — den Chauffeurposten nämlich — überhaupt nicht kennt, da er fast durchwegs Selbstfahrer ist, wie auch aus der Statistik des Bureaus für Technik und Industrie hervorgeht, wonach unter den 24 Millionen in Betrieb befindlichen Automobilen nur etwa eine Million Führerscheine, davon allein über die Hälfte im Staate Neuyork, an Berufschauffeure, die wieder hauptsächlich Taxi, Omnibusse und Lastwagen fahren, ausgegeben wurden, während die Zah; der Privatautobesitzer mit eigenen Chauffeuren lächerlich klein ist. So wird auch als Lohn für Chauffeure nach den Aufstellungen des Staatshaushaltes die jährliche Ausgabe auf nur etwa 1,5 Milliarden Dollar geschätzt, an europäischen Verhältnissen gemessen ein minimaler Betrag. Die Tatsache, dass, besonders im Gegensatz zu unserem schweren Lastwagen, in Amerika der kleine und schnelle, also leichter selbst zu fahrende Eillastwagen dominiert, spricht nicht nur für das persönliche Interesse — «car minded » — des Amerikaners an seinem Wagen, sondern auch — man ist auch «business minded» — für das Bestreben, alle Unkosten so niedrig wie möglich zu gestalten und deshalb vorurteilslos selbst zu tun, was schliesslich keine Schande ist : Selbstfahren ! Stellt sich doch — nach unseren Begriffen ein hoher Betrag Auto zu kaufen gesucht. Bevor Sie ein solches Kaufgesuch beantworten und die entscheidende Probefahrt ausführen, unterlassen Sie nicht die Motorspülung mit dem petrol-, harz- und säurefreien Spülöl „Superol"; dann haben Sie die Gewissheit, dass der Motor seine höchste Kraft und Rasse zeigt. Der rasche, gute Verkauf Ihres Autos kann davon abhängen. Die5-kg-Kanne kostet Fr. 4 franko geg. Nachnahme. Der Erfolg ist überraschend; die Kosten machen sich bezahlt. 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•— der Jahresaufwand des amerikanischen Äutobesitzers für seinen Wagen durchschnittlich auf 700 Dollar. Trotzdem haben, wie auf Grund einer umfassenden Rundfrage festgestellt wurde, viele Berufsgruppen, deren Vertreter meist Selbstfahrer sind, einen hohen Zuwachs an Einkommen oder Leistungsfähigkeit durch den Automobilgebrauch zu verzeichnen : Bankiers und Industrielle 33 %, Rechtsanwälte 51 %, Landwirte 68 %, Schulinspektoren 12 %, Geistliche 98%, Kaufleute 103%, Aerzte 104%, unbeweglicher Besitz und Versicherungswesen 113%. M. Die Gebirgsstrassen sind verschlammt vom tagelangen Regen. Scharf heult der Wind über die Hochebene. Wolkenballen senken sich in Schwärze. Es ist nahezu Nacht geworden. Da — auf dem schmutzigen Weiss der Landstrasse zeichnet sich jetzt eine Gestalt ab. Ich lasse die Hupe warnen. Die Gestalt weicht nicht: Sie steht unverrückbar. Ich biege nach rechts. Die Gestalt springt mir in die Fahrbahn Ich stoppe Und nun erkenne ich die Umrisse der Gestalt deutlicher: Wie aus dem Boden gewachsen steht ein baumlanger, struppiger Kerl vor mir, der meine Maschine mit raschem Griff packt. Er scheint mir auf der Landstrasse aufgelauert zu haben, und ich mag ihm willkommene und ersehnte Beute sein! Man liest so viel von Wegelagerern Ich fasse grüssend an die Kopfbedeckung •rGuter Freund?» Er senkt den Knüppel, wirft ihn unter den Arm und steckt die Hände unter höhnischem Grinsen in die Hosentaschen. Breitbeinig steht er vor mir und blickt mich an. Fern grollt dumpf erster Donner; Blitze zucken Generalvertreter Schweiz: Kugellager F&S Grosses Lager in allen Dimensionen wie für Fiat, Buiok, Citroen AU rOZU6Ert D P Sehflimlatzoasse 3? Ab Laser '*** tieferbar! ausUfeiioiecn. Slam oeer Beton achu peii jeder Ar; Fahrradständer zerlegbar, feuersicher bill ßi- Bauweis« Hnpebot ntt Prospekten ko tBntus. Eisen- and WeMMwuke We idenau Sieg HQ Mach 250 10 HP, Mod. 1926, offen, 4/5-PIätzer, Standort Bern. Anfragen unter Chiffre 37889 an die Automobil-Revue, Bern. Generalvertreter tür Schweiz: Fahrt ums Leben. itonaiiamDen für die H. Fischer, ing., Tfiaiuii E. Steiner, Bern Suie-GaraoeR Oebr. Adierbacii G m. b. H Zu verkaufen CITROEN HalbuiaiilaniDen die H. Fischer, inn Thaluii. OMOBILWERKE ZÜRICH BADENERSTR. 329 Wir sind Abgeber von folgenden Chassis: 1 PRAGA-Motorlaslwagen, 4 Tonnen Nutzlast, in fahrbereitem Zustand. 1 F.W.D.-Motorlastwagen, 3 Tonnen Nutzlast, fahrbereit. 1 ARBENZ - Motorlastwagen, mit Rückwärtskippvorriehtung, gut revi diert. 1 ARBENZ-Rückwärtskipper, 4—5 Tonnen Nutzlast, mit Pneurnatikbereifung. 1 BENZ - Motorlastwagen, 4—5 Tonnen Nutzlast u 50'60-PS-Motor, mit Seilspiel. 1 Bovy-Motorlastwagen, 4 Tonnen Nutzlast. 1 FIAT - Motorlastwagen, 3H—4 Tonnen Nutzlast, mit Pneumatikbereifung. 1 FAUN - Motorlastwagen, Typ B., mit 2—3 Tonnen Nutzlast. 1 N. S. U.-Motorlasfwagen, 3 Tonnen Nutzlast. 1 SAURER - Motorlastwagen, B l A T Nutzlast. 1 SAURER-Motorlastwagen, 4 Tonnen Nutzlast. 1 SAURER-Motorlastwagen, 3 Tonnen Nutzlast und Seitenkipper. 1 SAURER -5-AD-Motorlastwagen, 5 Tonnen Nutzlast. 1 ARBENZ - Motorlastwagen, 4 Tonnen Nutzlast und Rückwärtskippvorrichtung. Wegen Platzräumung würden diese sämtlichen Wagen vorteilhaft ab