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E_1928_Zeitung_Nr.096

E_1928_Zeitung_Nr.096

i England mit 3 Prozent,

i England mit 3 Prozent, Belgien mit 1,6 Prozent, Oesterreich, Holland, Kanada und Ungarn mit je 1,1 Prozent. Von den eingeführten Automobilen stehen diejenigen zwischen 800 und 1000 Kilogramm mit 93,4 Prozent an der Spitze. Im Monat Oktober des Vorjahres betrug der Prozentsatz dieser Kategorie nur 85,6 Prozent. Was unsere Ausfuhr anbelangt, so verteilt sie sich auf 36 Länder in folgender Reihenfolge: stück n kg Wert in Fr. Total Deutschland a 3 126.88 99.659 b 2 70 d 2 20.73 17.669 f 10.98 17.126 g 3.12 1.000 135.324 Oesterreich a 3 6.24 5.062 b 1 1.75 1.700 f 53.61 40.766 47.618 Frankreich a 15 116.65 113.723 f 23.24 38.609 152.332 Italien a 4 6.05 5.697 f 1 83.44 46.268 51.965 Belgien f . 51.60 77.990 77.990 Holland a 3 100 f 1 37.41 21.397 21.497 Grossbritanien a 31 330 f 2 274.37 209.463 209.793 Spanien a 39 662 f 22 798.42 441.442 442.104 Dänemark f 3.70 5.051 5.051 Norwegen f 81 827 827 Schweden a 1 1.38 1.200 f 10.79 13.119 14.319 Finnland f 1.07 892 892 Polen f IS. 12 25.096 25.096 Tschechoslowak. a 2 2.60 2.400 b 1 60 f 124.01 170.817 173.277 Ungarn a 3 4.29 4.200 f 2.49 3.151 7.361 Yougoslavien f 7.89 20.431 20.431 Griechenland f 56 60 60 Kumämen f 8.81 6.200 6.200 Türkei f 4 70 70 Algerien a 1 1.00 1.000 f 2.72 4.930 5.930 Ost-Afrika a 1 72 1.500 1.500 Süd-Afrika a 3 2.82 3.600 3.600 Serbien f 2.64 1.862 1.862 Brit, Indien f 2.54 1.040 1.040 Niederl. Indien a 1 1.48 1.450 1.450 China a 4 100 100 Japan i 90 1.622 1.622 Vereinigt. Staat, f 10.11 24.299 24.299 Kolumbien f 1 27.39 17.854 17.854 Brasilien f 8 314.69 175.795 175.795 Argentinien f 38 509 509 Chili t 11.91 6.580 6.680 Peru a 1 1.46 1.450 1.450 Bolivia f 1 58.01 30.390 30.390 Anstr. Bund f 12 210 210 Ozeanien f 8 68 68 Oktober 1928 a 38 271.24 242.033 b 1 1.78 1.830 d 2 20.73 17.569 f 36 1937.75 1.403.924 g 3.12 1.000 1.666.356 77 2334.62 Oktober 1927 a 5 9.23 10.323 b 54 450 c/i 13 742.86 369.468 380.241 18 752.63 Zuhnahine der Ausfuhren 1.280.115 Unsere Ausfuhr weist demnach gegenüber dem Monate des letzten Jahres die erfreuliche Erhöhung von Fr. 1,286,115 auf. Unser bester Abnehmer bleibt Spanien mit 26,5 Prozent. Die Ankäufe dieses Landes haben sich vervierfacht und beziehen sich besonders auf Autocars und Omnibusse in einem Werte von Fr. 441,442 gegenüber Fr. 104,000 im Oktober 1927. Nach Spanien folgen England mit 12,5 Prozent, hernach Brasilien mit 10,5 Prozent, die Tschechoslowakei mit 10,3 Prozent, Frankreich mit 9,1 Prozent, Deutschland mit 8,1 Prozent, Belgien mit 4,7 Prozent, Italien mit 3,1 Prozent. Unter den übrigen 28 Ländern, die zusammen mit 15,8 Prozent an unserer Ausfuhr partizipieren, übersteigt kein Posten Fr. 50,000. Unser hauptsächlichstes Ausfuhrobjekt betrifft Automobile und Chassis über 1600 kg. Sie machen von der Gesamtausfuhr 84,2 Prozent aus gegenüber 55,3 Prozent im Oktober 1927. Das behaglich-vornehme Interieur des oben abgebildeten Wochenend-Autos. Die Stände einiger deutscher Marken. Zum ersten Mal hatte man in Berlin Gelegenheit, den mit grossem Interesse erwarteten Achtzylinder von Mercedes-Benz zu besichtigen, der die neueste Nummer, und zwar eine Glanznummer, des Untertürkheimer Fabrikationsprogrammes darstellt. Mercedes- Benz ist mit seinen sämtlichen fünf Personenwagentypen vertreten, die im kommenden Jahr hergestellt werden: zwei Sechszylindern kleineren und mittleren Inhalts, dem neuen Achtzylinder und endlich zwei Kompressormodellen mit Sechzylindermotorem darunter der berühmte SS—Typ von modernster Konzeption. Die Konstruktionsprinzipien der Unternehmung sind so bewährt, dass diese keine Veranlassung hatte, für den Achtzylinderwagen wesentlich davon abzuweichen. Es lässt sich daher in dessen Aufbau grosse Uebereinstimmung mit den bereits bekannten Modellen finden, doch trägt er unverkennbar den Stempel des Vervollkommneten und Verfeinerten. Alle drei kompressorlosen Modelle haben seitlich stehende Ventile und abnehmbaren Zylinderkopf. Die siebenmal, beim neuen Modell sogar neunmal gelagerte Kurbelwelle ist an jedem unausgeglichenen Arme mit Gegengewichten versehen, so dass ein absolut vibrationsfreier Gang gewährleistet ist. Das Getriebe hat vier Gänge und ist nach der Kugelschaltung durchgebildet. Das Fahrgestell weicht im übrigen nicht von dem Chassis des Dreilitermodells ab. Die Bosch- Dewandre-Saugbremse des neuen Wagens übertrifft noch in ihrer Wirkung die sonst verwendete bewährte Vierradbremse. Bei 4,6 1 Zylinderinhalt gehört der «Nürburg»,soheisst nämlich das Achtzylindermodell, in die Klasse der mittleren Wagen. Seine Preislage, die zwische 14,000 und 17,000 Mark, je nach Ausführung, schwankt, ist so gehalten, dass er auch in dieser Beziehung erfolgreich gegen die ausländische Konkurrenz wird aufkommen Moderner "Wochenend-Wohnwagen mit Retrenntero teilung, Kühlanlage gen 3n-Liter-Modelles, das in den ausländischen Salons noch dieses Jahr die Honneurs machen tnusste, den neuen Horch 8 mit Vierliter-Motor vorgeführt. Auch hier hat sich di Konstruktion nicht wesentlich verschoben. Die schräg im Zylinderkopf hängenden Ventile werden durch Nockenwellen betätigt, die selbst wiederum von einer horizontalen Welle und Doppelschneck in Bewegung gesetzt werden. Durch die Dimensionierung des Motors auf 73 mm Bohrung und 180 mm Hub sind die bereits bekannten Vorzüge der äusserst raschen Reprise und hohen Geschwindigkeit noch gesteigert worden. Eine Öldruckschmierung sorgt dafür, dass mittels eines einzigen Druckes über 30 Schmierstellen mit Oel versorgt werden. Geradezu unverwüstlich und absolut zuverlässig ist di© Bosch - Dewandre - Unterdrückbremse. Sämtliche Garnituren sind nun verchromt, so dass deren prächtiger Hochglanz auch den Unbilden der Witterung standhält.. Das Aeussere der Horchwagen ist wirklich bestechend und man erkennt ohne weiteres, dass die Karosserien von Künstlerhand ausgearbeitet worden sind. Der Oberbau einer imposanten Pulltnan-Limousine wurde von einem Professor der Akademie der Künste entworfen und weist in seinem Innern jeden erdenklichen Komfort auf. Der Opel-Stand lässt von neuem erkennen, wie führend die Werke in Rüsselsheim auf dem Gebiete des « Wagens des kleinen Mannes» geworden sind. Der vierzylindrige Einliterwagen, ein eigentliches Volksmodell, iiat hauptsächlich in seinem Aeussern eine sehr AtTTOMOBTL-RrTVUE Ein Streifzug durch die Berliner Automobilansstellung können. Die meisten Modelle, so auch der kleine Zweiliterwagen, werden mit vervollkommneten neuen Karosserien geliefert, die geschmackvoll© und zweckmässige Formen aufweisen. Die Horch-Werke haben sich auch an den kürzlich beendeten Salons von Paris und London beteiligt und dort mit ihren Ausstellungsobjekten berechtigtes Interesse erweckt. Dennoch wollten sie die wirkliche Neuheit für ihr einheimisches Publikum reservieren und haben nun in Berlin an Stelle des letztjährigünstige Wandlung durchgemacht. Wenn man die Preise, weiche sich ziwschen 2500 und 3000 Mark bewegen, in Betracht zieht, dann muss auch der technischen Ausrüstung volles Lob gezollt werden. Das Sechszylindermodell, das auch in der Schweiz rasch Eingang gefunden hat, ist in verschiedenen Chassistypen vertreten. Der kürzere, gedrungene Rahmen eignet sich hauptsächlich für den Aufbau des Cabriolets, während das längere Fahrgestell für die Karosserie des Reisewagens vorbestimmt zu sein scheint. Bei 1960 cem Zylinderinhalt (64 Bohrung, 100 Hub) leistet der Motor 40 PS an der Bremse. Aehnlich wie Ford, hat auch Opel als Gegenstück zu seinem billigen Modell ein Luxusprodukt, das an der Ausstellung viel bewundert wird. Es ist dies ein sechslitriger Achtzylinderwagen, der 110 PS leistet und eine Geschwindigkeit von gegen 150 km erreicht Die neunmal gelagerte Kurbelwelle ist durch Gegengewichte ausbalanciert und Schwingdämpfer sorgen ebenfalls für absolut stoss« freien Gang. Der Motor ist in Gummikisssi aufgehängt. Ueberhaupt wird hier wie anderswo das Gummi als Lager- u. Polstermaterial in steigendem Umfang verwendet. So lagert die ganze Karosserie auf Gummikissen, ebenso die Federn in ihren Endpunkten und ihrem Zentrum. Der Motor verfügt über Doppelwrgaser und die Ventilkammern haben Oelfü!- lung. Der Wagen liegt sehr tief, was ihm auch bei Höchstgeschwindigkeiten eine bestechende Strassenhaltung ermöglicht. Die Karosserien sind sehr modern gehalten und gerade in Cabriolets hat der Karossier Vorbildliches geleistet. Auf dem Stand der Adler-Werke begegnen wir neben alten Bekannten auch einem neuen Vertreter der Adler Standard-Familie, einem Achtzylinder. Es ist überhaupt erstaunlich, in welch kurzer Zeit sich die deutschen Konstrukteure mit Erfolg des Baues von vielzylindrigen Motoren bemächtigt haben. Der vierlitrige Achtzylindermotor mit stehenden Ventilen gestattet Fahrgeschwindigkeiten bis 110 km. Typisch ist auch hier wie bei den übrigen Modellen die reichliche Verwendung des Elektronmetalls, dank welcher sich das Verhältnis zwischen Eigengewicht und Motorleistung sehr günstig gestaltet. Motor- und Kardangehäuse, Kolben und Scheibenräder sind alle aus Leichtmetall hergestellt. Der Wagen verfügt über Zentralschmierung, die durch ein einziges Pedal betätigt wird, sowie Oeldruck-Vierradbremse. Die Lenkung Ist durch besonders patentierte Konstruktion gänzlich stoss- und flatterfrei. Die Kurbel- Wohn- und Schlafraum zu 4 Betten, Küchenabund Toilette. welle ist neunmal gelagert und das Differential weist spezialgefräste Zahnräder im Kegelschnitt auf. Der bekannte Sechszylinder steht bezüglich all dieser konstruktiven Details nicht hinter seinem grösseren Bruder zurück, einzig sind die Motordimensionen geringer bemessen und die Kurbelwelle siebenmal gelagert. Zufolge der ausgiebigen Verarbeitung von Leichtmetall konnte das Gewicht des karossierten Wagens auf nur 1350 kg herabgedrückt werden, und dabei erreicht der Sechszylinder spielend Geschwindigkeiten von 80 km und mehr. Adler greift aber auch wieder zurück auf den Vierzylinder, in welcher Kategorie ebenfalls ein Neuling lanciert wird. Er soll der Nachfrage nach dem billigsten Gebrauchswagen gerecht werden und kann wahrscheinlich unter 5000 Mark abgegeben werden, obwohl er punkto Ausrüstung und technischer Vervollkommnung manchem Wagen in höheren Klassen die Stange hält. Die Wagen sind durchwegs mit den Ganzstahlkarosserien der Ambi- Buddwerke ausgerüstet, die dank ihrer enormen Serienarbeit die Preise entsprechend niedrig halten können, was sich auch für den Konsumenten wieder in günstigem Sinne auswirkt. Einige Fahrzeuge mit- Spezial- Luxuskarosserie erbringen zwar den Beweis, dass sich das Adier-Chassis ebenso vorteilhaft für individuelle Behandlung des Oberbaues eignet. Brennabor ist eine der wenigen führenden deutschen Marken, die sich vom Achtzylinderfieber noch nicht hat erfassen lassen. Sie hat vorab im letzten Jahr mit ihren Sechszylindern bei internationalen Veranstaltungen durchwegs in erster Linie gestanden, ein Erfolg, der die Popularität der Wagen lur noch erhöht hat, weshalb sich die Werkleitung zu keiner Aenderung im Fabrikationsprogramm entschliessen konnte. Der Sechszylindertyp ist in zwei Variation nen ausgestellt, die sich mit Ausnahme des Zylinderinhaltes und entsprechend geänderten Motorausmassen in der Konstruktion wenig unterscheiden. Beide Motoren weisen stehende Ventile, Einscheibenkupplung, sowie Vierganggetriebe mit Kugelschaltung auf. Der Radstand Ist beim 3-Litermodell um 30 cm grösser als beim 2 % -Liter- Wagen, was sich natürlich auch in der Karossierung entsprechend äussert, indem der grösserc als 5/7- Plätzer-, der kleinere als 4 ; 5-Plätzer-Wagen geliefert wird. Die äussere Form hat viel ge« wonnen durch die abgeänderte Linienführung des Kühlers. Die beiden Fahrgestelle sind als Reiselimousine und als Cabriolet karossiort, die nach eigenen Entwürfen gebaut wurden und dem Werk alle Ehre machen. Vervollständigt wird die Kollektion durch den kleinen lVii-Literwagen, der nach wie vor als Vierzylinder gebaut wird. Hier begnügt man sich mit Dreiganggetriebe. Die Ventile .sind hängend angeordnet, sonst ist die Konstruktion einheitlich geblieben. Stoewer hat bereits letztes Jahr den Achtzylinder auf den Markt gebracht, der in Jen verschiedensten Ausführungen, als Chassis u. karossiert vom Zwei- bis zum Sechsplätzer, sich an der Ausstellung vorteilhaft präsentiert. Es werden zwei Modelle gebaut, die sich ebenfalls nur in den Dimensionen unterscheiden, wobei das eine 2,5 Liter, das andere 4 Liter Zylinderinhalt ergibt. Die Konstruktion zeichnet sich bekanntlich durch zanlrelche sorgfältig durchdachte konstruktive Details aus. Gummi wird auch hier in weitgehendem Masse zur Lagerung verwendet, die zusammen mit der weichen Federung ein geräuschloses Fahren ermöglicht und den einzelnen Teilen lange Lebensdauer gewährt. An Karosserien ist eine bunte Sammlung der gefälligsten Bauarten zu sehen, worunter sich besonders ein Sportmodell durch schnittige Linie bemerkbar macht. Die Zubehör-Industrie. Unter den neun ausstellenden Pneufirmesn begegnen wir auch einigen in der Schweiz gut eingeführten Marken. Die Continental-Reifen' fabrik zeigt auf ihrem vielbesuchten Stande alle neuesten Modelle der verschiedenartigsten Bereifungstypen. In zuvorkommender Weise wird der Interessent auch über jede mit der Bereifung zusammenhängende Frage aufgeklärt, da Continental sich schon lange mit Erfolg auch das Prinzip des Kundendienstes zu eigen gemacht hat. Man erkennt bei der Besichtigung des Standes ohne weiteres, dass diese Firma die grössten Anstrengungen macht, um ihre Produkte bezüglich Haltbarkeit und Zuverlässigkeit ständig weiter zu entwickeln. Peters Union hat den ihr zur Verfügung gestellten Platz durch geschmackvolle, mehrfarbige Dekoration, deren Effekt eine prächtige Beleuchtung erhöht, für einen Besuch Wie am Pariser Salon, üben auch in Berlin die Kleinautos eine besondere Anziehungskraft was in unserem Falle sehr verständlich ist! aus;

echt einladend gestaltet. Auf einer ständig rotierenden Scheibe sind in gefälliger Form zwei Dutzend verschiedene Pneutypen gruppiert. Vielbestaunt sind vor allem die Riesenballonreifen, deren Dimensionen von 44 X 12.00,wohl zu den mächtigsten gehören, die bis anhin gezeigt worden sind. Die Unternehmung hat der Produktion der Riesen- Hochdruck- und Ballonpneus ein besonderes Augenmerk gewidmet, da durch die stets zunehmende Automobilisierung der städtischen Verkehrsmittel die Nachfrage nach geeigneten Fneus für grossdimensionierte Wagen ebenfalls dauernd steigt. Neben verschiedenen andern Modellen hat auch der hochelastische Kissenreifen eine Profilverbesserung erfahren. Es ist dies bekanntlich noch der einzige luftschlauchlose Reifen, der sich in Deutschland noch im Gebrauch befindet. Als piece de resistance zeigt die Fa. R. Bosch A.-G. das schematische Modell eines Automobilchassis, das mit einer kompletten elektrischen Ausrüstung versehen ist. Es veranschaulicht so recht, dass kein Gebiet der Autoelektrik dem Unternehmen verschlossen blieb, da sowohl die Licht- und die Zündanlage, als auch der Anlasser, Scheibenreiniger, Suchscheinwerfer, Signalhorn, Richtungsanzeiger etc., die sich alle durch sorgfältige Konstruktion und präzise Arbeitsweise auszeichnen, volltsändig eigene und originelle Produkte dieser Weltfirma sind. Auch in interessantne Neuheiten.wie Stopplampe, Bosch- Winker, am Schaltbrett montierbare Lämpchen für die Lade- und Oelkontrolle, bietet der Stand viel Sehenswertes. Es erfüllt den Schweizer mit besonderer Genugtuung, dass auch seine einheimische Industrie hier massgebend vertreten ist durch die Scintilla A.-G. Solotlmrn. Die zur Schau gestellten Magnete mit automatischer Zündmomentverstellung haben sowohl in der Aviatik, als im Automobilwesen einen internationalen Ruf. Dieser Magnet, der viel zur Verdrängung der Batteriezündung beigetragen hat, ist bekannt durch seine grosse Dauerhaftigkeit und zuverlässige Präzision. Beim Anlassen unter den ungünstigsten Verhältnissen, bei niedrigster Tourenzahl des Motors, zeugt der Scintilla-Magnet unfehlbar seine Funken. Die Scheinwerfer aller Grossen, welche den nämlichen Werken entstammen und mit einer besonderen Abblendvorrichtung ausgerüstet sind, vermögen dank ihrer Zweckmässigkeit und sauberen Ausführung mit Erfolg gegen die mächtige Konkurrenz auf dem Weltmarkt anzustreben. Originelle Aufmachung zeigt der Stand der Osram-Gesellschaft, welche durch farbig aufleuchtende Lichtarchitektur und reich bestrahlte Schildflächen den Besuchern den Weg zu ihren Ausstellungsobjekten zeigt. In einer grossen, plastischen Auto-Illustration Jeuchten in regelmässiger Reihenfolge abwechselnd alle jene Stellen auf, die für die Installation von Lampen.in Betracht kommen. IJJach dieser instruktiven Zusammenstellung, welche durch Transparente mit erläuterndem Te.xJ ergänzt wird, sind im Auto total etwa 20 Lampen notwendig. Zahlreiche durchleuchtete Diapositive geben eine anregende Orientierung über die Fabrikation und die Verwendungsmöglichkeiten der Osram-Auto-Lampen. Besonderes Gewicht legt die Firma darauf, die sorgfältig durchdachte innere Konstruktion der bekannten Biluxlampe, sowie deren grosse Widerstandsfähigkeit auch gegen beträchtliche Erschütterungen zu demonstrieren. Die Wirkungsweise dieser Lampe, welche eine wertvolle Lösung des Abblendungsproblems darstellt, wird am Stand ebenfalls vorgeführt und überzeugt den Automobilisten von der Trefflichkeit der Lampe. Die A.-G. der Eisen- und Stahlwerke G. Fischer hat zwar keinen eigenen Stand belegt, doch ist das von ihr hergestellte GF- Simplex-Rad sehr zahlreich an den verschiedensten Wagen schwereren Kalibers vertreten. Dieses aus erstklassigem Elektrostahlguss produzierte Speichenrad besteht aus Radstern, abnehmbarer, geteilter Felge mit Dichtungsband, sowie einigen Sicherungskeilen. Dank seiner absoluten Betriebssicherheit und der Einfachheit der Montage gehört das Simplexrad bei schweren Wagen immer mehr zur regulären Ausrüstung. Die Fischerwerke beliefern die Automobilindustrie aber noch mit weiteren hochwertigen Teilstücken, die wegen ihrer unbestrittenen Qualität von führenden Marken weitgehend verwendet werden. Nennen wir nur die Hinterradachsen in legiertem Auto-Spezial-Elektrostahlguss, oder die aus dem nämlichen Stahlguss hergestellten Bremstrommeln, bei welchen Rippen für eine erhöhte Kühlung sorgen, oder Differentialgehäuse, Traversen, Getriebkasten, die alle aus dem nämlichen hochwertigen Material geschaffen werden. (Schluss siehe Seite 4) 100.000 Mitglieder. Der A.D.A.C. (Allgemeiner Deutscher Automobilclub) hat dieser Tage das hunderttausendste Einzelmitglied aufgenommen. Der A.D.A.C. hat seinem Namen den Zusatz gegeben: «Reichsverband der Kraftfahrbesitzer». :—: Alpenfahrt und Klausenrennen Nume nid geprangt! Wie bekannt sein dürfte, hat die A. I. A. C. R. als Zeitpunkt der Alpenfahrt 1929 den Monat August bestimmt, es der Vereinbarung zwischen den organisierenden Ländern überlassend, das genaue Datum festzulegen. Nun bringt der A. C. F. (beabsichtigt Frankreich ernstlich, an der nächsten Alpenfahrt mitzuhalten? oder dann, warum bringt es als erstes Land die Meldung?) die Nachricht, dass die Alpenfahrt vom 12.—17. August stattfinde. Vielleicht ist es uns gestattet, darauf aufmerksam zu machen, dass am 17. und 18. August das Internationale Klausenrennen zum Austrag gelangt und daran anschliessend die Automobilwoche von St. Moritz. Ob die Saison nicht lange genug ist, um eine günstigere Verteilung der Veranstaltungen vorzunehmen? Man sollte es meinen! Unser s.-Mitarbeiter schreibt hierzu: Es ist wohl anzunehmen, dass die Nationale Sportkommission des A. C S. alles tun wird, um einer solchen Datenkollision vorzubeugen. Und zwar sollten die beiden Veranstaltungen derart anberaumt werden, dass zwischen beiden mindestens acht Tage Zeit liegt, damit die Fahrer so Gelegenheit haben, ihre Wagen wieder in möglichst tadellosem Zustand für die zweite Veranstaltung bereitzustellen. Es hat sich gerade dieses Jahr gezeigt, dass die Unterkunftsfrage bei der Mitte August abgehaltenen Alpenfahrt in einzelnen Orten sehr schwer zu lösen war (Belluno)» weil die verfügbaren Hotels mitten in der Hochsaison noch stark besetzt waren. Es wäre daher in dieser Hinsicht sehr angezeigt, wenn die Alpenfahrt noch weiter hinausgerückt und mehr gegen Ende August hin verlegt würde. Man wird zwar einwenden, dass die Tage gegen Ende August bereits erheblich kürzer werden und dies besonders einen möglichst frühzeitigen Start der einzelnen Tagesetappen hindert, anderseits ist aber auch zu berücksichtigen, dass Ende August die Frequenz der Alpenstrassen eine viel geringere ist und so der internationale Reiseverkehr durch die Abhaltung der Alpenfahrt weniger behindert wird. Zudem ist in den letzten August- oder ersten Septembertagen meist mit einer Schönwetterperiode in den AUTOMOB L-REVUE Alpengegenden, und speziell im Dolomitengebiet, zu rechnen. Es wäre wohl sehr zu wünschen, wenn rechtzeitig die nötigen Schritte für eine Vermeidung der Datenkollision betreffend Klausenrennen und Alpenfahrt getan würden, damit keine der beiden Veranstaltungen hiedurch irgendwie eine Beeinträchtigung erfährt. Es wäre hiebei ferner auch noch auf das St. Moritzer Automobil-Meeting gebühren Rücksicht z unehmen, das, wie seinerzeit verlautet wurde, im Anschluss an das Klausenrennen abgehalten werden sollte, und zwar mit Beginn am darauffolgenden Mittwoch. Nachdem der nationale Automobilsportkalender der Schweiz nächstens Jahr kaum mehr als vier oder fünf offene Veranstaltungen zählen dürfte, sollte alles getan werden, um diesen Konkurrenzen eine möglichst grosse Teilnehmerzahl zu sichern. Die Sternfahrt von San Remo. San Remo hat mit seiner Sternfahrt einen internationalen Erfolg erzielt. Insgesamt erreichten 130 Wagen die zur Feier des Tages am Sonntag in südlichstem Blau strahlende Stadt. Den Rekord behauptete die Stadt Turin mit 44 Wagen; es folgten Mailand mit 20, Genua mit 17 Wagen. München hatte 28 Wagen gestartet, wovon jedoch nur ein Bruchteil einlief, da die Kolonne am Gotthard vom Schneegestöber aufgehalten wurde. Zw^i Fahrer beklagten sich über Vernachlässigung durch französische Kontrollstationen. Die Rangliste sieht A. Kroes (Steyr) ÜUS Stockholm, mit 3350 km in 158 Std. 40 Min. 30 Sek., Major Urdareanu (Fiat) aus Bukarest mit 3007 km in 120 Std. 16 Min. 48 Sek., Pappone (Oakland) aus Neapel mit 897 km öOO in 30 Std. 07 Min., Colleoni (Bianchi) aus Bergamo mit 346 km in 9 Std. 55 Min., und Mme Caudano (Ceirano) aus Turin mit 225 km in 5 Std. 38 Min. 15 Sek. an erster Stelle. Der gefeiertste Sieger war indessen Achille Varzi,' der die Strecke Mailand-San Remo in 4 Std. 44 Min. 10 Sek. zurücklegte. Er startete in Mailand gleichzeitig mit dem Pallmann-Express und erreichte San Remo 1 Std. 28 Min. 50 Sek. vor dem Zuge. v. Die Coupe de VArmistice. Am letzten Sonntag fand als (endgültiger?) Abschluss der französischen Sportsaison der siebente Austrag der Coupe de l'Armistice statt. Trotz regnerischer Witterung gesellte sich zum beträchtlichen Nennungserfolg von 114 Startenden ein schöner sportlicher Erfolg. Die Lorbeeren des Tages holte sich Bugatti mit Gosta de Beauregard einerseits und Tracta Tlrcstotic LUFTSCHLÄUCHE LANGE LEBENSDAUER UND HOHE WIDERSTANDSFÄHIGKEIT Zur Fabrikation von Firestone-Schläuchen wird die beste Gummi-Qualität, die auf dem Markte erhältlich ist, verwendet. Der Welt grösste Fabriken, mit allen Errungenschaften der Neuzeit ausgestattet, garantieren für höchste Leistungsfähigkeit. Lassen Sie sich das nächste Mal von Ihrem Händler Firestone-Schläuche montieren. Mit Firestone-Schläuchen am meisten Kilometer per Franken. anderseits. Siran auf Yrsan, sowie Pescay, klassierten sich ehrenvoll. v. Festlicher Abschluss der Alpenfahrt. Der A. C. von Mailand, einer der Hauptorganisatoren der diesjährigen Alpenfahrt, beabsichtigt, die Verteilung der Alpenbecher, Plaketten und Medaillen in Mailand festlich zu begehen und dazu sämtliche Organisatoren und Konkurrenten einzuladen. Für diejenigen Konkurrenten, die an der Feier nicht teilnehmen können, ist die Ueberreichung an die sportlichen Instanzen ihres Landes vorgesehen. Wieder ein Raketenwageti. Nächsten Sonntag führt der Düsseldorfer Ingenieur Volkart auf der Avus-Bahn bei Berlin eine neue Raketenwagen-Konstruktion vor. Eine Entzündung sämtlicher Raketen auf einmal ist bei diesem Typ ausgeschlossen. Bekanntlich wurde der Valier-Raketenwagen bei seinem letzten Versuche aus diesem Grunde zerstört. Das Publikum ist zu der Vorführung zugelassen. Beharrlichkeit führt zum Ziel... ÄV *T Der Flugplatz der Bundesstadt. Der Berner Grosse Rat schenkte dieser Tage der Flugplatzfrage ein Viertelstündchen Aufmerksamkeit. Eine Stimme aus des Rates Mitte — sie verdient es, erwähnt zu werden, es war Grossrat Raaflaub — fand es an der Zeit, wieder .einmal die Tatsache in Erinnerung zu rufen, dass alle grossen Schweizerstädte mit beträchtlichen Aufwendungen den Ausbau ihrer Flugplätze rastlos förderten. Man habe sich in Bern wohl von der Notwendigkeit überzeugen lassen, einen Flugplatz anzulegen, was der Landerwerb im Belpmoos bekräftige, scheine sich indessen nicht bewusst zu sein, dass zu einem Flugplatz noch mehr gehöre, sintemalen man (wie schüchtern das bemerkt wird!) es-sich letzten Endes um die Bundesstadt handelt! Nun, den Ehrgeiz, Luftzentrum zu werden, kann man nicht haben noch verlangen, indessen dürfte es weitsichtig sein, sich dem Flugnetz anzugliedern, ehe die Entwicklung über Bern einfach hinweggehe. Zum Beispiel könnten Alpenflüge ausgeführt werden, Jungfraulandungen usw. Aber — Endes des Liedes — es kostet Geld. Ist es nicht mehr als recht und billig, dass der Kanton seinen Teil beisteuert? Der Interpellant beantragte den gewiss bescheidenen Kredit von 30,000 Franken zum Ausbau des Flugplatzes Belpmoos. Der Enthusiasmus von Raaflaub wurde keineswegs einmütig geteilt, noch weniger auf den Kredit eingetreten. Da stellte sich heraus, dass man im Kanton Bern noch andere Flugplätze besitze, Biel und Thun. Ein kantonaler Kredit könne nur bewilligt werden, wenn die Verhältnisse im ganzen Kanton berücksichtigt würden usw. Was will man, es soll eine dreissigjährige Frist bestehen, sich zu derartigen Begehren schriftlich zu äussern. Schliesslich erklärte sich der Interpellant bereit, seinen Antrag zurückzuziehen, wenn die Regierung in der nächsten Session ihren Bericht darüber abgebe. Was blieb ihm anderes übrig... Bei dreissigjähriger Frist! xi. Keine Automobilausstellung während der Mailänder Messe. Die wie üblich während der Messe stattfindende Sonderausstellung für Automobile ist auf höheren Befehl abgesagt worden. Der einzige italienische Automobilsalon des Jahres 1929 ist somit der II. internationale Salon von Rom, welcher am 30. Januar als erste Ausstellung des Jahres seine Tore öffnet. Die Fiatwerke, welche an der Mailändermesse einen eigenen Pavillon besitzen, werden dort lediglich Nutzfahrzeuge ausstellen. Für den Palazzo delle Sport ist eine Nutzwagenschau autorisiert worden. Neue Markierung der österreichischen Bahnübergänge. Infolge der häufigen Autounfälle an den Bahnübergängen hat das Bundesministerium für Handel und Verkehr angeordnet, dass alle bisher schwarz-weiss gestrichenen Schlagbäume an den Bahnübergängen einen rot-weissen Anstrich erhalten. Auch die Warnkreuze, Vorkreuze und Warnpfähle werden rot-weiss gestrichen. Motorfahrzeug-Expertise. Einem Postulat der Staatswirtschaftskommission nachkommend, soll für den Kanton Schwyz nunmehr eine hauptamtliche Stelle eines kantonalen Experten für Prüfung von Motorfahrzeugen und Führern geschaffen werden. Diese Stelle ist bereits im Amtsblatt zur freien Bewerbung ausgeschrieben. Fussgänger-Wegweisertafeln. Also heisst die etwas langgeratene Bezeichnung für Tafeln, die den Fussgänger auf Fusspfade und Abkürzungen aufmerksam machen soll, um eine möglichst weitgehende Entlastung der Hauptstrasse zu erzielen. Eine ganze Reihe dieser Tafeln gelangen versuchsweise bei Lindau am Bodensee zur Aufstellung. Die deutschen Automobilisten planen, sie nach und nach in ganz Deutschland einzuführen.