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E_1928_Zeitung_Nr.099

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12 AUTOMOBIL-REVUE 2S

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N° 99 ~ 1928 AUTOMOBIL-REVUE III. Blatt der „Automobil-Revue ftÜTLER UND INSTINKT. DER SCHRIFTSTELLER PLAUDERT AUS DER SCHULE. Autofahren ist eine Begabung. Man kann ein' guter Mathematiker sein und miserable deutsche Aufsatz© schreiben. Man kann die höchsten geistigen Qualitäten besitzen und bei jeder Kurve von allen Geistern verlassen werden. Der richtige Autofahrer spürt sozusagen eine automatische Funktion in sich, die im Augenblick der Gefahr ohne sein Zutun- reagiert. Er könnte, theoretisch gesprochen, während des Lenkens an ganz etwas anderes denken, ohne dass dies seine Sicherheit im geringsten beeinträchtigen würde. Wem die Bewegung des Autos nicht in 'Fleisch und Blut übergegangen ist, der ternt es nie. Walter Hasenclever, der geistreiche Plauderer, und Schriftsteller, unterscheidet in einem 'jüngst in der Frankfurter Zeitung erschienenen Essai, zwei Kategorien von Fahrern. : Solche, die ausgezeichnete Mechaniker und unmögliche Chauffeure sind — und umgekehrt-. Es gibt auch solche, die beide beherrschen. Ich muss gestehen, sagt er, dass mir die innerste Struktur des Motors bis heute ein Geheimnis geblieben ist. Ich mache aus der Not eine Tugend. Abergläubisch wie jeder Schriftsteller, der an Zeichen und Vorbedeutungen glaubt, befürchte ich, eine zu genaue Kenntnis von Hebeln und Schrauben könnte einen Rückschlag zur Folge haben. Ich bin kein Mekaniker. Es genügt mir, so viel von Mechanismus zu verstehen, um mir in Notfall helfen zu können. Alles andere machen andere besser als ich. Ich habe den Ehrgeiz, auch auf der Maschine noch Romantiker zu bleiben. Ein Motor ist für mich ebenso geheimnissvoll wie die ganze Welt. Fest davon überzeugt, dass jedes Auto ein beseeltes Wesen ist, hüte ich mich, die Psychoanalyse w"weit zu-treiben...;' Ich fahre seit vier Jahren. Erprobte Autofahrer haben mir die Erfahrung bestätigt, dass nervöse Menschen oft ausgezeichnete Fahrer sind, während ruhige, sichere Naturen am, Volant manchmal von unerklärlicher UR roaesTAL (Fortsetzung.) Mr. Denton hatte uns Axt und Pickel zur Verfügung gestellt. Damit machten wir uns an die Arbeit. Wir schlugen uns, halb nackt, von neun Uhr abends bis fast zum Sonnenaufgang am nächsten Morgen durch das Dickicht, ständig im. Kampf mit einer Wolke blutdürstiger Moskitos. Längst bevor die ersten Strahlen des Tageslichtes über Funeral Mountains aufleuchteten, sahen wir beide wie rohe Beefsteaks aus und fühlten uns, als ob wir in Salpetersäure gebadet hätten. Bei Sonnenaufgang hatten wir den Pfad durchbrochen und befanden uns auf der andern Seite des Sumpfes, und als wir die Maschinen hinübergebracht hatten, tropften die letzten Wasser aus unsern 30 Quart haltenden Tanks auf unsere ausgedörrten Zungen. Wir waren 18 Meilen von frischer Füllung und wussten nicht, ob wir das Wasserloch nicht trocken finden würden, wenn wir dort ankamen. Unsere einzige Hoffnung bestand darin, die 18 «I Nervosität befallen werden. Es kommt mit zunehmender Geschwindigkeit eine Art Hellsichtigkeit, die umso stärker ist, je unerwarteter die Ereignisse eintreten. Man spürt gewissermassen die Gefahr voraus. Ich erinnere mich, dass in einem Vorort von Marseille auf der Fahrt nach Aix plötzlich ein Mann vom Trottoir sprang und direkt in meinen Wagen lief. Ich fuhr mit fünfzig Kilometer, gab Vollgas, riss den Wagen herum, streifte um wenige Millimeter das gegenüberliegende Trottoir, vermochte noch gerade einem entgegenkommenden Auto auszuweichen und brachte den Wagen zum Stehen. Der Unvorsichtige war vom Kotflügel gestreift und umgerissen worden. Es war ihm nichts geschehen. Nur die Tatsache, dass ich, anstatt zu bremsen, Gas gab, hatte ihn gerettet. Sekunden später, als der Wagen stand, kam mir das Ereignis erst zu Bewusstsein. Mir fuhr im wahren Sinne des Wortes der Schreck in die Glieder. Ich rekonstruierte mir den Vorgang, der sich ausserhalb meines Denkens und Wollens abgespielt hatte, um festzustellen, dass ich instinktiv richtig gehandelt hatte. Aber ich war unfähig weiterzufahren und musste erst den Schreck überwinden, der sich sonderbarer Weise einstellte, als die Gefahr längst vorüber war. Kollidiert dieser Schreck mit der Gefahr, dann ist das Unglück da. Es tritt eine Lähmung sämtlicher Funktionen ein, und das Ereignis geht über einen weg. Mangelnde technische Begabung kann durch erhöhte Sicherheit beim Fahren ausgeglichen werden. Es wäre an der Zeit, dass man auch bei uns, wie längst in-Frankreich, ;bei den Prüfungen den hauptsächlichen, Wert auf die Befähigung zum Autofahren und nicht auf technische Kenntnisse legen würde. Denn die Sicherheit des Fahrers geht die Allgemeinheit an-, sein theoretisches Können ist Privatsache. Wer auf der Landstrasse einen Defekt hat und sich nicht zu helfen weiss, soll sehen wie er weiterkommt. Wer sich aber-im entschiedenden Augenblick während des Fahrens falsch benimmt, den soll man iieber nicht auf die Menschheit loslassen. Es gibt Leute, die genau wissen, wie die Bewegung des Motors zustande kommt; mir genügt es, die Bewegung als solche zu empfinden: im Augenblick des Fahrens gleite ich in einen neuen Zustand hinein, verliere meine Gehwerkzeuge, transformiere Arme und DIE GROSSTADT. Rad rollt an Rad, Fliehendes Licht Im Stahlangesicht Der Strasse. Ein Arm regelt Den Schlag Eines Herzens, Das nimmer ruht, Ueber sich hin Türmen die Häuser Die Schatten. Aus ihren Schlachten Steiget Rauch Und Ermatten. Einer nur, Die Angst im Nacken, Erstarrt. Die Zeit, Der Maschine vermählt, Hat ihr Opfer erwählt. Aus dorn soeben erschienenen Heft der «Ilhistriortoa Automobil-Revue», dem schweizerischen Auto'raagäzin Beine in Instrumente eines Apparates, dem mein Körper sich selbsttätig anpasst. Mein Herz schlägt nicht mehr: der Motor schlägt in mir. Oel und Benzin, der Stoff der neuen Materie, fliesst statt Blut in meinen Adern. Meilen in einer Rekordzeit zu durchfliegen. Schon waren unsere Zungen soweit ausgetrocknet, dass es uns Mühe machte, zu sprechen. Mit einer Stimme, die wie das Rasseln von trockenen Erbsen in einem Kessel tönten, munterte ich Bennett auf, zum Wasserloch vorauszufahren und mir mit einer Flasche voll Wasser entgegen zu kommen. Im nächsten Augenblick knatterte Beunetts Motor und, den Sand hoch in die Luft aufschleudernd, sah ich ihn mit seiner Maschine davonsausen. Noch war er keine paar hundert Meter von mir fort, so begannen die Luftspiegelungen sich bemerkbar zu machen und die Atmosphäre zitterte vor Hitze. Die hohen Spitzen des Panamint-Ranch im Westen und die purpurrot gefärbten Funeral-Mountains im Osten zitterten, als ob sie Gummiberge wären, die unter dem Druck eines Wirbelwindes hin und her bewegt würden. Für einen Augenblick erschien Benett als ein Koloss auf einem Miniaturmotorrad und im nächsten Moment verwandelte sich diese Erscheinung in einen Liliputaner auf einer Lokomotive. Der Salzsumpf hinter uns hatte den Anschein, als wäre er ein Silbersee. Die Gummigriffe an der Lenkstange meiner Maschine waren bald so heiss, dass sie mir durch die dichten Lederhandschuhe hindurchbrannten, aber da ich wusste, dass mein Schicksal davon abhing, die Maschine zum Wasser zu bringen, biss ich die Zähne aufeinander und öffnete den Auspuff. Die Räder der Maschine gruben sich so tief in den Sand ein, dass der Schnelligkeitsmesser auf 60 zeigte, während ich sicherlich nicht mehr als 25 Meilen pro Stunde zurücklegte. Meile auf Meile fuhr ich wie ein Verrückter in der Spur Bennetts, ohne Rücksicht auf meine Maschine. Würden Motor und Schläuche den Anstrengungen gewachsen sein? Das war die Frage, die zwischen mir und dem Tod stand. Plötzlich geriet ich mit dem Sidecar in ein Sandloch. Der Halt war so plötzlich, dass ich über die Lenkstange hinwegflog und nach einem dreifachen Saltomortale mich im Sande wiederfand. Der Seitenkarren steckte fest, während der Motor mit voller Geschwindigkeit arbeitete. Ich lief zurück, stellte ihn ab und fand, dass der Kettenbolzen gebrochen war. Eine leichte Reparatur, dachte ich, aber als ich meine Werkzeuge herausholte, merkte ich, dass dieselben nicht zu benutzen waren, denn sie brannten wie Feuer durch meine Handschuhe hindurch. Inzwischen war meine Zunge angeschwollen und trocken wie ein Lappen. Als ich die Werkzeuge umwickelt hatte und mich an die Reparatur machen wollte, hörte ich plötzlich die Kirchenglocken läuten und die Musik eines entfernten Orchesters erklingen. Alles um mich herum drehte sich im Wirbelwind und dunkle Nacht umfing mich. Es schien mir, als hätte ich stundenlang geschlafen, wie ich erwachte. Neben mir stand Bennett mit der Feldflasche. Jede Pore, meines Körpers schrie förmlich nach Wasser; ich versuchte zu sprechen, brachte aber keinen Ton heraus. Bennett näherte die Flasche meinen Lippen und träufelte mir einige Tropfen Flüssigkeit in den Mund. Mit angefeuchteter Zunge bereitete mir das Sprechen schon Mangelndes Wasser im Kühler verursacht mir Herzbeklemmung. Ich spüre die Verän« derung jedes Tones der Maschine im Ohr. Unwillkürlich regulieren meine Organe die Hebel, ich verrichte alle diese Funktionen genau so unbewusst, wie mein Körper ' 7 erdaut und atmet. Diese Metamorphose des Körpers in die, Maschine scheint mir das Ge* heimnis des Autofahrens zu sein. Mein Ör« ganismus erlebt eine neue Dimension: die Dimension der Geschwindigkeit, in der Zeit und Raum einer veränderten Bestimmung unterliegen. Infolgedessen verschieben sich alle Masse« Ich sehätze die Entfernung ab auf Grund ei-* ner wechselnden Perspektive, die dem Tetnpot der Bewegung entspricht. Eine Art Raün> Zeitgefühl, in dem Zeit und Raum als Einheit empfunden werden, offenbart sich mit zuneh- 1 mender Geschwindigkeit. Bei hundert, Kilo« meter wird jeder Autofahrer am eigenen Leibe die Richtigkeit der modernen Relativi* tätstheorie spüren. WEISSE ARABESKE. Im weichen Abendlicht einer späten Sonn mersonne sass in der Tiefe eines rosenrei« chen Gartens eine junge Frau. Sie schaute gerade in das letzte Leuchten des Sonnenuntergangs wie in Weit© und Ferne. DocÜ gleich bückte sie sich wieder über ihre kleine Handarbeit, die ihr eine liebe Beschäftigung war. Mit leichter und geschickter Hand fasste sie ein kleines Seidentuch auf kunst* volle Art ein. Ihre feine Nadel zog die feinen Seidenfäden zu Paaren zusammen, verband sie in weiten Maschen, dass sich aufeinander -liegende Seidenfäden und kleine, dreieckige Zwischenräume zu einer harmonischen Kettefügten. So war es, als errichte sie mit ihrer Kunstfertigkeit einen ;Hag, der die fasernden Fa- 'deil japanischer Seide verrahmte und der'-sie innerhalb seines Machtbereichs zu eine» Ganzen von harmonischer Vollendung zu« sammenhielt. Eben hatte die junge Frau die letzten Sti« ehe getan, und mit einem leisen Seufzer, von geringere Schwierigkeiten. «Gib mir zu trinken! » stöhnte ich, «ich brenne. » «Hier,» antwortete er, « es wird schon gehen.» «Gleich gibt's etwas mehr, ich will Euch nicht mit dem ersten Schluck töten.» Alle Augenblicke presste er die Flasche an meine Lippen und bald war ich so weit, dass ich wieder sprechen konnte, und mich, wenngleich etwas schwach, wieder auf die Fussel erheben konnte. Bennett teilt mir mit, dass wir uns in Benntts-Hole befanden. Er war etwa 20 Minuten vor mir angekommen, hatte einen toten Cayoten aus dem Wasserlocli herausgefischt, es sorgfältig gereinigt, einige Züge genommen, die Feldflasche gefüllt und war mir entgegengefahren. Er sah mich von weitem herankommen, sah meinen unfreiwilligen Saltomortale mit an, sah, wie ich wieder auf die Füsse kam und glaubte mich in einigen Augenblicken hier zu wissen. Als ich jedoch plötzlich zusammenbrach, warf er sich auf seine Maschine und holte mich her. Selbst im Schatten, den die Felsen um die Quelle warfen, herrschte eine fürchterliche Hitze. Dennoch' beschlossen wir, uns hier zu lagern und- den Rest des Tages in der Nähe des Wassers zu verbringen, um die kühlende Nacht zu erwarten. Wir assen dann ein paar Bissen und sanken in einen tiefen Schlaf, aus dem wir erst erwachten, als die Sonne schon untergegangen war. Mein Kopfsprung von heute früh hatte mich doch etwas mitgenommen. Ausserdem waren meine Hände durch die Sonne trotz der Lederhandschuhe so verbrannt, dass die Haut am Handrücken mit den Handschuhen abging. Der tiefe Sand, welcher die nächste Strecke ausfüllte, bereitete mir mit meinem schweren Sidecar grosse Schwierigkeiten und, die Kette brach wiederholt Wir mussten unbedingt vor Sonnenaufgang die nächste Wasserstation' erreicht haben, wollten wir dem sichern Tode entgehen. Da Bennett mit seiner leichten Maschine besser vom Fleck kam, beschlossen wir, unsere Motorräder zusammenzuseilen und so ging's besser. (Fortsetzung folgt.) ZÜRICH Tonuollendetste Instrumente in relativ massiger Preislage RAMSPECK BflHNHOFSTR. 62