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E_1928_Zeitung_Nr.097

E_1928_Zeitung_Nr.097

Ausgabe: Deutsche Schweiz. BFFP. nensipp, 20. novemner 1928. Nummer 20 Cts. 24. Jahrgang. — N° 97 ERSTE SCHWEIZERISCHE AUTOMOBIL-ZEITUNG Zentralblatt für die schweizerischen Automobil- und Verkehrs-Interessen ABONNEMENTS-PREISE: Erscheint jeden Dlensta« und Frtltaa Monatlich „Gelke Liste» Haßijthrllch Fr. 5.—, jährlich Fr. 10.—. Im Ausland unter PortozutchlM, •otern nicht postamtlich bestellt Zuschlag für postamtliche Bestellung im ADMINISTRATION: Breltenralnstrasse 07, Ben?, In- und Ausland 30 Rappen. Postcheck-Rechnnng HI/414 Telephon Bollwerk 39.84 IWeframm-Adrasse: Autoranu. Bern weil die Strassen schon bei geringem Schneefall und bei Schlackenbildung nicht mehr befahrbar sind. In dieser Beziehung müsste zunächst dahin gewirkt werden, dass man eine obligatorische Wegeschutzaktion einleitet, deren Durchführung natürlich den Kantonen und Gemeinden anvertraut werden muss. Auf diese Weise würde die alleinige Möglichkeit geschaffen, den erfreulicherweise in reger Entwicklung begriffenen Fernverkehr des Automobils auch im Winter zu fördern, was eine hohe wirtschaftliche Stütze für nnsere Volkswirtschaft bedeuten •würde. INSERTIONS-PREIS: Die aehtgespaltene 2 mm hohe Grandzeile oder dann Raum 45 Cts. für die Schweiz; für Anzeigen aus dem Ausland 60 Ctl. Grössere Inserate nach Seitentarit. tmieratanaebhus 4 Tage vor Erscheinen der betreffenden Kammer fJjLi* H>£ts Sir Michaels Abenteuer. Rom&n von K. 0. R. Browne Copyright 1928 by Georg Müller. Verl«. München. (52. Fortsetzung) Verbindung daran, dass bei dem berüchtigten Im allgemeinen darf überhaupt gesagt wer- dass nicht so sehr Schnee und Eis sich Londoner Nebel mitten im Herzen der Rie-densenstadt dauernde Sirenensignale allein den als unüberwindliche Hindernisse des Winter- Bei der ständig sich erweiternden wirtschaftlichen Bedeutung eines grosszügigen erhaltung des örtlichen Verkehrs Anstalten Verkehr regem können. verkehrs mit dem Automobil erwiesen haben, Wenn auch hier und dort zur Aufrecht-, Automobilverkehrs erscheint es immer unerträglicher, dass durch die Winterperiode eine Strassenpflege während der Wintermonate würde, dass eine durchgehende und syste- der Strassen bei anhaltendem Regen und zu einer besseren Strassenreinigung und Wenn man etwa die Einwendung erheben als vielmehr die Aufweichung und Lockerung tatsächliche Unterbrechung oder mindestens getroffen worden sind, so waren das doch matische Reinigung der Strassen sich nicht Tauwetter. Hiergegen dürfte der Kampf be-> eine starke Reduzierung des automobilistischen Verkehrs eintritt. Wenn auch im fluss auf die Gesamtlage hatten. Trotzdem hin, dass die maschinelle Reinigungsmethode hier bereits vorbeugende Massnahmen tref* nur Anfänge, die so gut wie gar keinen Ein- srmöglichen Hesse, so weise man nur darauf reits schwieriger sein» doch kann man auch Qrossstadtverkehr bereits entsprechende sich hier eine willkommene Möglichkeit bieten würde, eine grosse Schar unserer Arren besondere Fortschritte gemacht hat.Pla- zu einer Zeit vornimmt, in der der Sehne« der Erfindungen in den letzten beiden Jah- fen, indem man die Säuberung der Strasseö Vorbeugungsmassregeln getroffen sind, so genügen diese doch bei weitem noch nicht, beitslosen, die im Winter gerade beträchtlich nierungs- und Gradiermaschinen sind mit und das Eis noch in fester Form vom Platze um eine Aufrechterhaltung des Automobilverkehrs in einem Masse zu garantieren, das ihnen dauernd eine nützliche Beschäftigung Betrieb. Es fehlt gewiss nicht an billigen für die Grossstadtstrassen wichtig, wo sich hohe Ziffern erreichen, unterzubringen und automobilistischem Antrieb seit langem in geschafft werden können. Das ist besonders unbedingt alsbald erreicht werden muss. Besonders der Fernverkehr erleidet durch die über das Gebiet der Städte hinaus noch zu serdem werden die Industriebetriebe und alle Fahrdämmen deswegen bilden, weil man ver- im Winter zu verschaffen, ist man eigentlich Arbeitskräften in dieser Jahreszeit, und aus- oft grundlose Morastansammlungen auf den. Wintermonate ständig erhebliche Rückschläge, was ebenfalls von den schwersten keinen rechten Erfolgen gekommen. am automobilistischen Fernverkehr interessierten Wirtschaftsstellen sicher gerne ihre entfernen. säumt hat, rechtzeitig die Schneemassen zu wirtschaftlichen Nachteilen begleitet ist. Wir Auch muss man im grossstädtischen Verkehr immer wieder die Bemerkung machen, wollen daher versuchen, einige Fingerzeige Unterstützung für eine solche Neuerung zur Von Seiten des Automobilisten sind natür-t zu geben, wie man bereits in den kommenden dass die Belichtung der Signale in den langen Dämmerstunden viel zu wenig Beachtung Bei Schnee- und Eisbelag ist die Säuberung rungen für die Sicherung des Winterver- Verfügung stellen. lieh ebenfalls eine ganze Anzahl von Forde- Monaten dem Automobilverkehr Möglichkeiten zu einer normalen Betriebsaufrechterhaltung verschaffen kann und diese viel- wird. Gänzlich abgeändert muss für die Winsiver Weise durchzuführen. Die jetzt im keitsherabsetzung auf grundlosen Wegen* findet und nur sehr mangelhaft 1 durchgeführt der Ueberlandstrassen in besonders intenkehrs zu beachten, als da sind: Schnellte* leicht sogar derart ausgestaltet, dass man termonate die Art der Aufstellung der Verkehrszeichen werden, die möglichst durch tauapparate, die auf Fahrzeuge montiert werwetter, sorgfältige Beachtung aller Signala Gebrauch stehenden Besprengungs- und Auf- langsames Nehmen der Kurven bei Regen- künftig vor den Wintermonaten nicht immer mit einer gewissen Beklemmung steht, die Leuchtzeichen zu ersetzen sind oder mindestens stark belichtet werden müssen. Für die gen, bieten bereits geeignete Mittel, die ten, Vermeidung der Ueberholung und B** den und eine recht gründliche Arbeit verbür- und unbedingte Einhaltung der Fahrvorschrift* der Entwicklung des Verkehrswesens während dieser Zeit gilt. Landstrassen ist das eine ganz unerlässliche Strassen bei rationeller Pflege ständig eisfrei zu halten. Zu mindesten sollte auf den gern Terrain, Abgabe dauernder Warnung*», Hinderung anderer Fahrzeuge auf schlüpfri* Vorbedingung für den ungestörten Verlauf So ziemlich alles hängt natürlich in diesen Winteföionaten von der Beschaffenheit Befreiung der Wege von Schnee und Eis. lichen Zentren eine solche einheitliche und werfers bei Dämmerung und Dunkelheit, vor-* des Fernverkehrs, noch viel wichtiger als die, Hauptverbindungen zwischen den wirtschaft- zeichen und richtige Anwendung des Schein- der Strassen ab. Wir haben leider in der In England, Frankreich, den Vereinigten obligatorische Reinigungsarbeit für diese sichtiges Fahren auf unsichtiger Strecke und Schweiz noch immer keine systematische Staaten und auch in Russland hat man dazu Wintermonate bereits erreicht werden. im Nebel. Dr. H. Scfu Wegeschutzaktion eingeleitet, wie sie in den die Sirenensignale in Zeiten mit unsichtigem Vereinigten Staaten, in England, Frankreich Wetter eingeführt, was für uns noch eine und jüngst auch in Italien und sogar in Polen gänzliche Neuerung bedeutet. Trotzdem diese Betrieb und Unterhalt besteht. Die Instandhaltung der Strassen Signalart sich besonders für ungeschützte wird» ebenso wie die Strassen in den Grossstädten, bei uns viel zu wenig zentralisiert. scheint man bei uns auch für den kommenmobilisten, die den Wagen während der langens. Bahnübergänge in Winterszeit bewährt hat, Von Jahr zu Jahr nimmt die Zahl der Autosetzen und der rationelle Betrieb seines Wa- Es wird uns im Winter wenig nutzen, dass den Winter noch nicht dieser Art und Weise gen Winterszeit benützen, progressiv zu. Die wir die einheitlichen Verkehrszeichen durchführen, wenn wir den Automobilverkehr Für die Landstrasse ist diese Regelung aber nicht ein abgehärteter Sportfahrer zu sein — der Verkehrssicherung beitreten zu wollen. Heute darf jeder Autofahrer — er braucht statistischen Angaben über den Autotourismus und den Verkehr während des vergan- selbst nicht aufrechterhalten können, einfach auch in Sommermonaten unerlässlich, da die getrost dem Winter entgegensehen. Die enormen Fortschritte der Technik erlauben eine Sirenensignale beispielsweise an Bahnübergängen automatisch durch den herannahengenen Winters und während dem Vorfrühling beweisen uns deutlich genug, wie der Automobilist immer mehr auf den Winterschlaf bei kalter und nasser Witterung. ununterbrochene Benützung jedes Wagens Schwierig- den Zug zum Tönen gebracht werden. Man bedenke doch nur, dass die Aufmerksamkeit der Fahrer durch tönende Signale auf der Landstrasse noch viel besser erweckt wird, als wenn man lediglich durch Schrift- und Bilderzeichen Warnungen geben will. Bei der fast immer bestehenden Unsichtigkeit des Winterwetters ist aber der Ton im Signalwesen noch viel beachtenswerter als das Lichtzeichen. Man fürchte nicht, dass die Nerven durch solche Signale belastet werden könnten, man erinnere sich in dieser Mr. Cherry blickte mit sehr gut gespieltem gentlemanhaftem Hochmut auf ihn nie-Hühnerauge machte sich unangenehm beter sich, seine Hand schmerzte ihm und ein der. merkbar. Diese Tatsachen und der Wunsch, tGuter Mann,> sagte er kalt, eich dachte, den klettenartigen Wirt loszuwerden und das sei Ihnen erklärt worden. Ich hatte natürlich keine Ahnung, dass die Banknote ge- verleiteten ihn zu seiner nächsten, etwas un- seine Reise schleunigst wieder aufzunehmen, fälscht ist. Meinen Sie etwa, dass ich Sievorsichtigen Bemerkung. vorsätzlich beschwindelt habe?» «Sie werden gleich sehen, was ich meine —» «Ich habe meine Tante ersucht,» sagte Mr. Cherry grossartig, «Ihnen zu erklären, dass ich nicht wusste, die Note sei falsch, ond die Sache mit Ihnen zu ordnen. Ich sehe nicht ein, worüber Sie sich noch zu beklagen —» «Nun, sie hat die Sache nicht geordnet, verstehen Sie. Ich wollte gar nicht, dass sie Sie ordnet Mit Ihnen will ich jetzt Ordnung machen. Sie kommen da keck und frech in -A.xa.toxxi.olt>il Zum Winterverkehr mein Wirtshaus, fressen mich arm — Sie -und Ihre noblen Freunde — und dann hängen Sie mir einen «Falschen» an! Und jetzt sagen Sie, es war ein Irrtum und die Tante wird alles ordnen! Aber ich hab' mit Tanten nichts zu tun, und wenn Sie glauben, den Dachsel-Hicks anschmieren und sich dann hinter die Tante stecken zu können, da irren Sie sich sehr!» Mr. Cherry runzelte missmutig die Stirn. Er hatte einen anstrengenden Vormittag hin- «Also wissen Sie, ich habe es eilig und kann nicht den ganzen Tag hier stehen und mit Ihnen streiten. Ich weiss zwar nur von Ihnen, dass Lady Fairlie Sie nicht bezahlt hat, aber damit Sie nicht glauben, dass Ihnen Unrecht geschieht, will ich die Sache selbst in Ordnung bringen.» Und damit zog er die wohlgefüllte Brieftasche hervor und entnahm ihr ein ansehnliches Päckchen Banknoten, die noch vor kurzem in Mr. Harald Bytheways Besitz gewesen waren. Von diesen wählte er sechs und hielt sie Mr. Hicks entgegen. «Hier — und noch etwas für Ihre Mühe drauf.» Aber der Wirt gab weder Zeichen von Dankbarkeit von sich, noch nahm er das 1XXX "\7l7"±ii.toj? seines Autos verzichtet. keiten können leicht und sicher behoben wer- denn es bestehen eine ungezählte Reihe Die Technik des Automobilbaues, die Fa-denbrikation der Zubehörartikel und die Erfahrungen im Winterbetrieb haben in erfreulichem Masse zugenommen. Noch vor einigen Jahren hatte der Automobilist während der kalten Zeit mit bedeutenden Schwierigkeiten zu kämpfen. Es war ihm das Wenigste, dass er am Lenkrad jämmerlich fror, kalte Füsse und starre Hände bekam. Die grösste Schwierigkeit bot dem Automobilfahrer das Ingang- Geld. Er schaute es mit merkwürdigem Blick an, dann auf den Rest des Päckchens und auf Mr. Cherry. Es lag etwas Ominöses in dem Blick... «Etwas plötzlich zu Geld gekommen sind Sie, nicht?» sagte er. «Vor kaum einer halben Stunde hatten Sie nicht genug, um mir zu ersetzen, was Sie mir herausgeschwindelt hatten, und jetzt schwimmen Sie in Geld!—» «Hören Sie», sagte Mr. Cherry ärgerlich, «wenn Sie das Geld nicht nehmen wollen, brauchen Sie doch nicht » «Soll ich Ihnen nun sagen, was ich meine? Ich meine, Sie haben nie die Absicht gehabt, mir das Erschwindelte zu ersetzen. Ich meine, es war alles erlogen, was Sie Ihrer Tante erzählten, dass Sie nicht genug bei sich haben. Ich meine, Sie sind ein dreckiger Schwindler. Sie mögen ja ein Baron sein, aber ein dreckiger Schwindler sind Sie doch, verstehen Sie?» Nachdem er so seine Meinung kundgetan hatte, trat er zurück und begann eine Reihe von Handlungen, die Mr. Cherry äusserst bedrohlich erschienen. Er warf das Fahrrad achtlos in die Hecke. Er schlug die senffarbigen Rockärmel zurück. Er spuckte in die Hände, dann sprach er: «Ich werd' Ihnen lernen, ein dreckiger Schwindler zu sein, verstehen Sie? Ich werd' Ihnen lernen, den alten Dachsel-Hicks von Wintermassnahmen und Schutzvorrichtungen, die den Betrieb mühelos und angenehm gestalten. Eines aber macht dem Autofahrer Schwierigkeiten: Die Wahl der Mittel und die Sichtung der Erfahrungen. Kurz und bündig, aber doch aufschlussreich genug, versuchen wir in den nachfolgenden Zeilen und Bildern unsere Erfahrungen zu schildern und jedem Autofahrer Winke für den Win.er- beschwindeln! Tante oder nicht!» Und er bewegte sich dräuend auf ihn zu. Das war der Augebnlick, wo Mr. Cherrys Nerven versagten. Es war in den letzten Stunden zu viel auf ihn eingedrungen und er fühlte sich nicht in der Verfassung, sich io einen Kampf mit einem einzulassen, dessen Biceps so gewaltig war, dass er fast die Aermel sprengte. Er hatte genug von Mr. Hicks für sein Leben lang. Und er wandte sich -jnd floh, ohne zu bedenken, wie töricht das unter den Umständen war. Mr. Hicks hielt inne, knurrte, wandte sich und griff nach seinem Fahrrad. Irgendwo da oben muss ein lieber Cherub sitzen und sich um das Ergehen der jungen Barone kümmern. Mikes Bewusstsein kehrte langsam zurück und er war sowohl überrascht als erfreut, als er entdeckte, dass seine Verletzungen nur aus einer mächtigen Beule auf dem Schädel, einer geschundenen Nase und einem aufgeschlagenen Knie bestanden. Wenn auch seine persönliche Erscheinung etwas gelitten hatte, war sein Allgemeinzustand doch ein guter geblieben. Er stand auf, schüttelte sich, griff sich an den Kopf und die Nase, entfernte mindestens ein Pfund Erdreich aus seinen Kleidern und schaute rings umher. Kein Mr. Cherry weit und breit.